{"id":9634,"date":"2017-07-08T18:38:45","date_gmt":"2017-07-08T16:38:45","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=9634"},"modified":"2020-12-20T13:55:18","modified_gmt":"2020-12-20T12:55:18","slug":"kirgisische-behorden-gegen-massenumsiedlung-afghanischer-kirgisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/kirgisische-behorden-gegen-massenumsiedlung-afghanischer-kirgisen\/","title":{"rendered":"Kirgisische Beh\u00f6rden gegen Massenumsiedlung afghanischer Kirgisen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Harte Lebensbedingungen und die schlechte Versorgung seitens der Regierungen Kirgistans und Afghanistans haben den Volksstamm der afghanischen Kirgisen beinahe verschwinden lassen. &#xDC;ber den Umgang mit der prek&#xE4;ren Situation ist man sich seit Jahrzehnten uneins. Umsiedlung, Bildung f&#xFC;r Kinder in der Stadt oder freiwillige Helfer in die Region entsenden; Bis man sich auf eine Strategie geeinigt hat, h&#xE4;ngen die afghanischen Kirgisen im Pamir am Tropf kirgisischer &#xA0;Hilfslieferungen. Der Artikel basiert auf einem Beitrag des Onlinemagazins <a href=\"https:\/\/rus.azattyk.org\/a\/28576532.html\">rus.azattyk.org<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Afghanischen Kirgisen w&#xFC;rden nicht massenhaft umgesiedelt. Das gab Kirgistans Staatsoberhaupt Almasbek Atambajew am <a href=\"https:\/\/zanoza.kg\/doc\/359238_atambaev_na_vstreche_s_diasporoy_v_moskve:_vy_zdes_ne_ot_horoshey_jizni.html\">21. Juni bei einem Treffen in Moskau<\/a> mit Vertretern der l&#xE4;ndlichen Regionen Kirgistans bekannt. Man wolle stattdessen die Bem&#xFC;hungen auf die Ausbildung der Kinder und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen richten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die im <a href=\"http:\/\/www.geo.de\/reisen\/reiseziele\/12113-bstr-nordafghanistan-ein-winter-bei-den-pamir-kirgisen#122161-img-\">Pamir lebenden afghanischen Kirgisen<\/a> wurden in den vergangenen 5 Jahren regelm&#xE4;&#xDF;ig mit Hilfslieferungen versorgt. Dennoch sank In den letzten 15 Jahren die Zahl der dort lebenden afghanischen Kirgisen auf weniger als ein drittel. Gab es 2003 noch 5000 afghanische Kirgisen, sind es inzwischen nur noch 1.500. Die Gr&#xFC;nde daf&#xFC;r sind die fehlende medizinische Versorgung, Verwandtenheirat und eine hohe Kindersterblichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Kirgistans hartes Pflaster f&#xFC;r afghanische Kirgisen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Erst 2007 hat Kirgistan 5 Millionen Som (etwa 63.000 Euro) f&#xFC;r Versorgungslieferungen bereitgestellt. In den darauf folgenden Jahren sollten weitere Lieferungen folgen. Die Kosten belaufen sich auf rund 10 Millionen Som pro Jahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Umut Chakim ist ein afghanischer Kirgise, der in der T&#xFC;rkei lebt, aber das Leben der Kirgisen im Gro&#xDF;en und Kleinen Pamir sehr gut kennt: <em>&#x201E;Sie hoffen, nach Kirgistan zu gehen k&#xF6;nnen, um dort heiraten und Kinder zu bekommen. Letztendlich sterben sie dort, ohne zu heiraten. Es gibt keine M&#xE4;dchen, die man heiraten k&#xF6;nnte, und wenn es welche gibt, dann ist das Brautgeld zu hoch. Wenn man sie nach Kirgistan bringt, werden sie sich unters Volk mischen und in 15 Jahren alle verschwunden sein.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Jahrelanger Zickzack-Kurs von Regierung und Beh&#xF6;rden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Vertreter der afghanischen Kirgisen haben zum ersten Mal in den 90er Jahren &#xFC;ber die Umsiedlung offiziell geredet; nachdem Kirgistan unabh&#xE4;ngig geworden war. Die kirgisischen Beh&#xF6;rden erkl&#xE4;rten sich schnell einverstanden. Dennoch gibt es bis heute keinen konkreten Plan zur Umsetzung des Vorhabens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei dem Treffen zwischen Pr&#xE4;sident Atambajew und seinen Landsleuten in Moskau stand dann auch der Fall der afghanischen Kirgisen im Pamir auf der Agenda. Dabei hat sich Atambajew hat auf klar gegen eine Umsiedlung ausgesprochen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Ich komme selbst aus einem Dorf. Viele, die hier sitzen, kommen aus einem Dorf. Die alten Leute, die in die Stadt kommen, leiden darunter. Es w&#xE4;re richtig, die Kinder der afghanischen Kirgisen hier auszubilden und sie dann zur&#xFC;ckzuschicken, Hilfe zu leisten. Die Alten k&#xF6;nnten es nicht ertragen, zwangsumgesiedelt zu werden, sie w&#xFC;rden ihre Jurten vermissen. Es ist falsch zu sagen, dass man sie unbedingt umsiedeln muss. Ich werde das nie unterst&#xFC;tzen. Das habe ich der Regierung schon gesagt. Nur wenige w&#xFC;rden aus freien St&#xFC;cken umziehen, man sollte sie nicht zwingen.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Kinder werden schon schwach geboren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Parlamentsabgeordnete der &#x201E;Onuguu&#x2013;Progress&#x201C;-Fraktion Mirlan Bakirow hat einige Male Afghanistan besucht. Er hat das Leben der afghanischen Kirgisen mit eigenen Augen gesehen und ist deshalb der Meinung, man solle sie umsiedeln. Er berichtet, dass die L&#xE4;nderfrage gel&#xF6;st wurde, und man deshalb alle anderen Fragen auch irgendwie l&#xF6;sen k&#xF6;nne:<\/p>\n<figure id=\"attachment_8819\" aria-describedby=\"caption-attachment-8819\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8819 size-full\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/Pamir-Kirgisen-9.png\" alt=\"Pamir Kirgisen Afghanistan Winter\" width=\"1024\" height=\"577\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/Pamir-Kirgisen-9.png 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/Pamir-Kirgisen-9-300x169.png 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/Pamir-Kirgisen-9-768x433.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-8819\" class=\"wp-caption-text\">Die Klimabedingungen im afghanischen Pamir sind sehr hart.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Die L&#xE4;nderfrage wurde im Bezirk Tschon-Alai und im Gebiet Naryn gel&#xF6;st. Man kann sagen, dass die Kirgisen nun in allen Ecken der Welt vertreten sind. Allerdings sind die Lebensbedingungen der afghanischen Kirgisen besonders hart. Die Kinder werden schon schwach geboren.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Region von innen st&#xE4;rken<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Saltanat Barakanova war Leiterin des kirgisischen Amtes f&#xFC;r Migration. Ihrer Meinung nach kann man den afghanischen Kirgisen helfen ohne sie zwingend nach Kirgistan umzusiedeln. Man muss bedenken, dass sie daran gew&#xF6;hnt sind, in einer geschlossenen Gesellschaft zu leben. Sie berichtet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Wenn wir die Kinder ausbilden, dann k&#xF6;nnen sie sich selbst entwickeln. Man k&#xF6;nnte Freiwillige entsenden, um den Leuten beizubringen, wie man richtig zu w&#xE4;scht, die Hygienevorschriften einzuhalten und auf eine abwechslungsreiche Ern&#xE4;hrung zu achten. Der Boden dort ist sehr Fruchtbar.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Barakanova erfreut dar&#xFC;ber, dass sich Afghanistans Pr&#xE4;sident Ghani, der die Region vor kurzem besucht hat, der afghanischen Kirgisen annimmt. Man habe dort eine Schule gebaut und eine kleine Krankenstation er&#xF6;ffnet, wo Atzthelfer aus Tadschikistan arbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Auf absehbare Zeit kein klarer Kurs<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schypara Mambetova, die Leiterin der Abteilung f&#xFC;r die <em>kairylmany<\/em> (die ethnischen Kirgisen, die nach Kirgistan zur&#xFC;ck wollen) des staatlichen Amtes f&#xFC;r Migration, berichtet, dass man &#xFC;ber die Umsiedlung der Pamir-Kirgisen viel geredet hat, aber Kirgistan offiziell keine Verantwortungen &#xFC;bernommen hat. <em>&#x201E;Nirgendwo wurde das Problem der Umsiedlung und Wohnraumzuweisung thematisiert. Manche sind f&#xFC;r eine Umsiedelung, andere wollen ihre Heimat nicht verlassen.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p><strong>Lest auch auf Novastan:&#xA0;<a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/das-leben-der-pamir-kirgisen-in-afghanistan\/\">Das Leben der Pamir-Kirgisen in Afghanistan<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mambetova berichtet, dass man sich zurzeit darauf vorbereitet, die schulpflichtigen Kinder auszubilden. Im Rahmen des Programms &#x201E;kairylmany&#x201C;, das seit 2017 und noch bis 2022 l&#xE4;uft, setzt sich die kirgisische Regierung auch in dieser Region f&#xFC;r ethnischen Kirgisen ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><a href=\"https:\/\/rus.azattyk.org\/a\/28576532.html\"><strong>rus.azattyk.org<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem&#xA0;Russischen von Martine&#xA0;<\/strong><b>Noussan<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei&#xA0;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company-beta\/5246815\/\">Linkedin<\/a>&#xA0;oder&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harte Lebensbedingungen und die schlechte Versorgung seitens der Regierungen Kirgistans und Afghanistans haben den Volksstamm der afghanischen Kirgisen beinahe verschwinden lassen. &#xDC;ber den Umgang mit der prek&#xE4;ren Situation ist man sich seit Jahrzehnten uneins. 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