{"id":961,"date":"2015-11-09T12:00:00","date_gmt":"2015-11-09T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=961"},"modified":"2016-10-06T07:11:36","modified_gmt":"2016-10-06T05:11:36","slug":"die-ruckkehr-der-afghanischen-bedrohung-in-zentralasien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/die-ruckkehr-der-afghanischen-bedrohung-in-zentralasien\/","title":{"rendered":"Die R\u00fcckkehr der afghanischen Bedrohung in Zentralasien"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><em><strong>Ende September besetzten die Taliban f&#xFC;r zwei Wochen die Stadt Kunduz, unweit der tadschikischen Grenze. Dies&#xA0;veranlasst&#xA0;nicht nur die angrenzenden zentralasiatischen L&#xE4;nder zu milit&#xE4;rischen Ma&#xDF;nahmen, sondern lenkt&#xA0;auch die Aufmerksamkeit&#xA0;Russlands und der&#xA0;USA auf die Region. Sie eint in Zentralasien die Angst vor der&#xA0;terroristischen Bedrohung.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am 28. September nahmen die Taliban <u><a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000022977821\/Einnahme-von-Kunduz-Rueckkehr-der-Taliban\">Kunduz<\/a><\/u> ein, eine Stadt im Norden Afghanistans, etwa 60 km von der tadschikischen Grenze. Die Stadt wurde von den afghanischen Streitkr&#xE4;ften mit der Unterst&#xFC;tzung der internationalen Koalition schnell wieder eingenommen. Zwei Wochen nach ihrem Einmarsch <u><a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000023723522\/Taliban-ziehen-sich-aus-Kunduz-zurueck\">erkl&#xE4;rten<\/a><\/u> die Taliban ihren R&#xFC;ckzug aus Kunduz. <u><a href=\"http:\/\/habartm.org\/archives\/3718\">Etwa zur selben Zeit<\/a><\/u> griffen bewaffnete Gruppen weiter westlich, ein paar Kilometer vor der turkmenischen Grenze, die Stadt Majmana an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die <u><a href=\"https:\/\/foreignpolicy.com\/2015\/10\/09\/afghanistan-kunduz-kabul-ghani-nato-msf\/?utm_content=buffer3785a&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=facebook.com&amp;utm_campaign=buffer\">R&#xFC;ckkehr der Taliban<\/a><\/u> am Rande des postsowjetischen Zentralasiens bewegt die regionale Diplomatie und Politik. Sie sch&#xFC;rt Angst vor den Taliban selbst wie auch vor einem Eindringen des islamischen Staates (IS) in Afghanistan. Ein &#xDC;berblick &#xFC;ber die Gewinner und Verlierer dieser Furcht und die politischen, strategischen und Sicherheitsinteressen der Akteure in der Region.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><em><strong>Turkmenistan: Sorgen ums Gas <\/strong><\/em><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Turkmenistan ist der einzige der drei zentralasiatischen Nachbarstaaten Afghanistans, welcher keine ausl&#xE4;ndische Milit&#xE4;rbasis besitzt, zumindest bis zur baldigen <u><a href=\"http:\/\/www.bundeswehr.de\/portal\/a\/bwde\/!ut\/p\/c4\/NYtNC8IwEET_UbahoOItpRfxJoK2l7JtlhLMR0k2FsQfb3JwBt7lzcAIpR7fZkU2waOFJwyLOc-7mHdNAl-cyVpKAnOaNLmJjE_IH3jUZ1kswRNXMnk2hWtEDlFsIbKtJsdYjDAahkb2nTw2_8ivatV1vLenQ3_pbrA5p34gJtoF\/\">Schlie<\/a><a href=\"http:\/\/www.bundeswehr.de\/portal\/a\/bwde\/!ut\/p\/c4\/NYtNC8IwEET_UbahoOItpRfxJoK2l7JtlhLMR0k2FsQfb3JwBt7lzcAIpR7fZkU2waOFJwyLOc-7mHdNAl-cyVpKAnOaNLmJjE_IH3jUZ1kswRNXMnk2hWtEDlFsIbKtJsdYjDAahkb2nTw2_8ivatV1vLenQ3_pbrA5p34gJtoF\/\">&#xDF;<\/a><a href=\"http:\/\/www.bundeswehr.de\/portal\/a\/bwde\/!ut\/p\/c4\/NYtNC8IwEET_UbahoOItpRfxJoK2l7JtlhLMR0k2FsQfb3JwBt7lzcAIpR7fZkU2waOFJwyLOc-7mHdNAl-cyVpKAnOaNLmJjE_IH3jUZ1kswRNXMnk2hWtEDlFsIbKtJsdYjDAahkb2nTw2_8ivatV1vLenQ3_pbrA5p34gJtoF\/\">ung<\/a><\/u> des deutschen St&#xFC;tzpunkts in Termez (Usbekistan). Seine Grenze mit Afghanistan ist ganze 745km lang &#x2013; und br&#xFC;chig. Im Anschluss an die Offensive der Taliban Ende September hat der turkmenische Pr&#xE4;sident den Verteidigungsminister entlassen und Panzer in den S&#xFC;den des Landes <u><a href=\"http:\/\/habartm.org\/archives\/3711\">beordert<\/a><\/u>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im vergangenen Jahr <u><a href=\"http:\/\/en.reseauinternational.net\/turkmenistan-confronts-threat-from-south\/\">berichteten<\/a><\/u> russischsprachige Medien oft &#xFC;ber die Anwesenheit von IS-Streitkr&#xE4;ften in der N&#xE4;he der afghanisch-turkmenischen Grenze. Die st&#xE4;ndige Sorge um eine instabile Grenze kann durch die ethnische Verteilung in der Region erkl&#xE4;rt werden. Die afghanische Seite ist von gro&#xDF;en turkmenischen Minderheiten bewohnt, die bereits im 19. Jahrhundert vor dem voranschreitenden russischen Reich und sp&#xE4;ter vor der Sowjetunion fl&#xFC;chteten. Diese Gruppen bilden eine stete Opposition zur turkmenischen Regierung und erheben territoriale Anspr&#xFC;che gegen&#xFC;ber Turkmenistan. Einige von ihnen arbeiten vermeintlich mit verschiedenen bewaffneten Gruppen in Afghanistan zusammen. Das macht die Stabilit&#xE4;t der Grenze zu einer besonders sensiblen Frage f&#xFC;r Aschgabat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 450px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1024\/dsc09755megalomania.jpeg\" alt=\"Turkmenistan Flagge Aschgabat\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Usbekistan, das am 7. und 8 Oktober den turkmenischen Pr&#xE4;sidenten Gurbanguli Berdimuhamedow empfing, sieht Turkmenistan <u><a href=\"http:\/\/www.chrono-tm.org\/2015\/10\/v-uzbekistane-schitayut-turkmeniyu-slabyim-zvenom\/\">als das schwache Glied<\/a><\/u> gegen&#xFC;ber der afghanischen Bedrohung. Mit Blick auf die begrenzten Mittel der turkmenischen Armee f&#xFC;rchtet Taschkent um seine Region Chorezm im Westen des Landes, die im Falle einer Invasion Turkmenistans direkt bedroht w&#xE4;re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Sicherheitsfrage wird zudem von wirtschaftlichen Interessen dominiert. Verschiedene turkmenische Pipelines durchqueren das usbekische Territorium. Das Verh&#xE4;ltnis Usbekistans und Turkmenistans war lange angespannt. Ironischerweise bringt die gemeinsame Angst um die afghanische Grenze sie nun n&#xE4;her. Laut einem Bericht der <u><a href=\"http:\/\/www.ng.ru\/cis\/2015-10-08\/1_ashabad.html\">Novaya Gazeta<\/a><\/u> hat Aschgabat am 8. Oktober Taschkent&#xA0;um milit&#xE4;rische Hilfe gebeten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Instabilit&#xE4;t Afghanistans bedroht auch die Realisierung des wichtigsten turkmenischen Gasprojekts: Die TAPI (Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Indien)-Pipeline. Mitte September <u><a href=\"http:\/\/www.reuters.com\/article\/2015\/09\/15\/turkmenistan-pipeline-idUSL5N11L0RE20150915\">k&#xFC;ndigten die Beh&#xF6;rden <\/a><\/u><u>an,<\/u> der Bau der Pipeline durch lokale Firmen werde im Dezember diesen Jahres beginnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese von den Vereinigten Staaten und der Weltbank unterst&#xFC;tzte Infrastruktur soll Afghanistan &#xFC;ber 700km durchqueren, aber die Instabilit&#xE4;t der betroffenen Gebiete hat den Bau bisher hinausgez&#xF6;gert. Eine weitere Verz&#xF6;gerung w&#xFC;rde die von den niedrigen &#xD6;l- und Gaspreisen angeschlagene turkmenische Wirtschaft empfindlich treffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Jenseits der teilweise&#xA0;berechtigten Sorgen in Turkmenistan dient die terroristische Bedrohung in Afghanistan auch als Argument f&#xFC;r die Beseitigung der legalen Opposition in der Region. Neuestes Beispiel: das Verbot der gr&#xF6;&#xDF;ten Oppositionspartei in Tadschikistan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><strong>Tadschikistan und das Verbot der islamischen Wiedergeburtspartei <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Unabh&#xE4;ngigkeit Tadschikistans f&#xFC;hrte in einen bis 1997 andauernden B&#xFC;rgerkrieg, an dem auch eine islamische Partei beteiligt war. Der Hintergrund des Konflikts war eher regionalistisch als islamistisch, doch seit der amerikanischen Intervention in Afghanistan wird Tadschikistan als ein Risikostaat <u><a href=\"https:\/\/books.google.kg\/books?id=hLi9oJMT5B8C&amp;pg=PA223&amp;lpg=PA223&amp;dq=tajikistan+fin+the+new+central+asia&amp;source=bl&amp;ots=SKghgy6UjQ&amp;sig=jaHFQmxSHaghLyiKJ-31epGwxK0&amp;hl=fr&amp;sa=X&amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;q=tajikistan%20fin%20the%20new%20central%20asia&amp;f=false\">angesehen<\/a><\/u>, der zu einem Hort f&#xFC;r Extremisten werden k&#xF6;nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das tadschikische Regime nutzt diese Sorgen um seine Opponenten zu delegitimieren und schafft so eine Machtkonzentration um den Pr&#xE4;sidenten Rahmon und seinen&#xA0;Clan, die immer mehr der im benachbarten Usbekistan &#xE4;hnelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Anfang September wurde das Ende der parlamentarischen Opposition mit dem <u><a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000022978892\/Tadschikistan-verbietet-islamische-Oppositionspartei\">Verbot<\/a><\/u> der gr&#xF6;&#xDF;ten Oppositionspartei besiegelt: die Partei der islamischen Wiedergeburt (PIWT). Diese war bis dahin die einzige legale islamische Partei der Region und vertrat&#xA0;die&#xA0;Trennung von&#xA0;Staat und Religion. Bei den letzten Pr&#xE4;sidentschaftswahlen 2013 wurde&#xA0;eine Frau, die B&#xFC;rgerrechtlerin Ojnihol Bobonasarowa, als gemeinsame Kandidatin der von der PIWT angef&#xFC;hrte Opposition vorgeschlagen. Ihre Kandidatur <u><a href=\"http:\/\/www.kas.de\/wf\/de\/33.35971\/\">scheiterte jedoch<\/a><\/u> an einer der&#xA0;ausreichenden Zahl der&#xA0;Unterschriften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die letzten Parlamentswahlen am 1. M&#xE4;rz diesen Jahres bescherten der Pr&#xE4;sidentenpartei eine absolute Mehrheit, die zwei Oppositionsparteien PIWT und Kommunistische Partei erhielten keine Mandate. Die PIWT erhielt nur&#xA0;1,5% der Stimmen. In <u><a href=\"http:\/\/www.osce.org\/odihr\/elections\/tajikistan\/158081?download=true\">ihrem Bericht<\/a><\/u> kritisierte die OSZE die Wahl, die &#x201E;keine freie und informierte Wahl&#x201C; erlaubte und bei der keine &#x201E;ehrliche Stimmz&#xE4;hlung&#x201C; m&#xF6;glich war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kurz nach den Wahlen kamen Ger&#xFC;chte &#xFC;ber ein baldiges Verbot der PIWT auf. Einige Wochen sp&#xE4;ter <u><a href=\"http:\/\/enews.fergananews.com\/news.php?id=3004\">verlie&#xDF;<\/a><\/u> der Parteichef Muhiddin Kabiri endg&#xFC;ltig das Land und Dutzende Parteimitglieder <u><a href=\"http:\/\/www.rferl.org\/content\/tajikistan-islamic-renaissance-party-resignations-en-masse\/27091440.html\">beendeten<\/a><\/u> ihre Mitgliedschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 450px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1024\/17446065489_567354fd1a_b.jpeg\" alt=\"Tadschikistan Emomalii Rahmon Propaganda\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der PIWT wurde ebenfalls vorgeworfen, an der <u><a href=\"http:\/\/thediplomat.com\/2015\/09\/did-external-forces-provoke-tajikistans-recent-trouble\/\">seltsamen Rebellion<\/a><\/u> des Vize-Verteidigungsministers teilgenommen zu haben, der Mitte September nach einer mehrt&#xE4;gigen Operation von der Armee get&#xF6;tet wurden. Am 29. September <u><a href=\"http:\/\/www.rferl.org\/content\/tajikistan-islamic-party-terrorist-organization\/27277385.html\">erkl&#xE4;rte<\/a><\/u> der Generalstaatsanwalt im Hinblick auf diese Beschuldigungen die Partei zu einer&#xA0;terroristischen Organisation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das&#xA0;Verbot unterminiert&#xA0;die&#xA0;letzten &#xDC;berreste&#xA0;des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tadschikischer_B&#xFC;rgerkrieg\">Friedensvertrags von 1997<\/a>. Dieser sah vor, dass ein Teil der h&#xF6;heren Verwaltungsposten an die islamische Opposition, deren gr&#xF6;&#xDF;ter Vertreter die PIWT war, gehen sollte. Die Entscheidung des Staatsanwalts wurde <a href=\"http:\/\/www.eurasianet.org\/node\/75326\">nur leicht<\/a> von den Vereinigten Staaten kritisiert. Neben der demokratischen Agenda haben diese&#xA0;sicherheitspolitische Interessen in der Region.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><strong>Der Standpunkt der USA: Stabilisieren um jeden Preis<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am <a href=\"http:\/\/en.trend.az\/casia\/kazakhstan\/2437222.html\">27. September<\/a> organisierte das amerikanische Au&#xDF;enministerium im Rahmen der Generalversammlung der Vereinigten Nationen ein Treffen der f&#xFC;nf zentralasiatischen Staaten im neuen Format &#x201E;C5+1&#x201C;. Auf der&#xA0;Tagesordnung&#xA0;standen haupts&#xE4;chlich&#xA0;regionale Sicherheitsfragen. Dieser diplomatische Vorsto&#xDF; wurde&#xA0;zwischen dem 31. Oktober und dem 3. November&#xA0;durch eine <a href=\"http:\/\/thediplomat.com\/2015\/10\/us-secretary-of-state-to-visit-all-five-central-asian-states\/\">Tour des Au&#xDF;enministers<\/a> John Kerry durch alle f&#xFC;nf zentralasiatischen Staaten weitergef&#xFC;hrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Engagement der Vereinigten Staaten in der Region l&#xE4;sst sich an der Milit&#xE4;rhilfe messen, die den f&#xFC;nf Staaten gegeben wurde und die zwischen 2010 und 2015 <a href=\"http:\/\/www.securityassistance.org\/data\/program\/military\/Central%20Asia%20Regional\/2009\/2015\/is_all\/Central%20Eurasia\">verf&#xFC;nffacht<\/a> wurde. Es geht&#xA0;darum, die Stabilit&#xE4;t der Region zu unterst&#xFC;tzen, auch wenn dies die Unterst&#xFC;tzung autorit&#xE4;rer Regimes gegen einen vermeintlich aus Afghanistan drohenden Islamismus bedeutet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">2012 haben <a href=\"http:\/\/www.eurasianet.org\/node\/67819\">mehr als 350 Beamte<\/a> des tadschikischen internen Sicherheitsdienstes (GKNB) an Amerikanischen Trainingsprogrammen teilgenommen. Zudem wurde die finanzielle Hilfe f&#xFC;r die Ausstattung der tadschikischen Polizei erh&#xF6;ht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am <a href=\"http:\/\/www.chrono-tm.org\/2015\/10\/v-ashhabade-nachalos-stroitelstvo-novogo-posolstva-ssha\/\">6. Oktober<\/a>&#xA0;fand die&#xA0;Grundsteinlegung&#xA0;der neuen amerikanischen Botschaft in Aschgabat, Turkmenistan, statt. Dies ist&#xA0;ein Zeichen des&#xA0;dauerhaften Engagements der Vereinigten Staaten, die dem Regime ebenfalls&#xA0;Milit&#xE4;rtrainer und Ausstattung brachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch die Zusammenarbeit mit Usbekistan w&#xE4;chst. Im Mai 2014 er&#xF6;ffnete die NATO ein neues Liaison-B&#xFC;ro in Taschkent und <a href=\"http:\/\/www.silkroadreporters.com\/2015\/08\/07\/uzbekistan-deepens-ties-with-nato\/\">im Juli diesen Jahres<\/a> ein&#xA0;Weiterbildungszentrum f&#xFC;r usbekische Offiziere. Die usbekische Armee und vor allem der Dienst f&#xFC;r Staatssicherheit (SNB) werden <a href=\"http:\/\/english.pravda.ru\/russia\/politics\/16-09-2015\/132001-russia_central_asia-0\/\">von Analysten<\/a> als die st&#xE4;rksten der Region gesehen. Der SNB macht jedoch ebenfalls f&#xFC;r seine geheimen Gef&#xE4;ngnissen und Foltermethoden im Rahmen einer Massen&#xFC;berwachung im Land <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/fr\/latest\/campaigns\/2015\/04\/uzbekistan-stop-torture\/\">Schlagzeilen<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Politik der Vereinigten Staaten in den&#xA0;f&#xFC;nf zentralasiatischen Staaten ist &#xE4;hnlich und zielt&#xA0;darauf ab, die regionale Stabilit&#xE4;t&#xA0;nach dem R&#xFC;ckzug ihrer Kr&#xE4;fte aus Afghanistan zu gew&#xE4;hrleisten. Sie schont deshalb&#xA0;die Interessen der lokalen Machthaber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 418px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1024\/1024px_us_army_afghanistan_2006.jpeg\" alt=\"Soldaten USA Afghanistan\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><strong>Russland verst&#xE4;rkt seine milit&#xE4;rische Pr&#xE4;senz <\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Somit hat die amerikanische Zentralasienpolitik&#xA0;viel&#xA0;mit der Russlands gemein, das&#xA0;die Krisen in Syrien und Afghanistan zusammenh&#xE4;ngend betrachtet. Der russische Eingriff in Syrien ist der erste dieser Art seit dem Ende der Sowjetunion (und dem Eingriff in Afghanistan 1979). Er wurde von Kirgistan <a href=\"http:\/\/www.eurasianet.org\/node\/75396\">unterst&#xFC;tzt<\/a> und Mitte September beim Treffen der Organisation des Vertrags &#xFC;ber Kollektive Sicherheit (OVKS)&#xA0;<a href=\"http:\/\/english.pravda.ru\/russia\/politics\/16-09-2015\/132001-russia_central_asia-0\/\">in Duschanbe<\/a> best&#xE4;tigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am 7. Oktober <a href=\"http:\/\/www.khaama.com\/afghanistan-and-russia-to-sign-a-deal-for-delivery-of-mi-35-gunships-1612\">verst&#xE4;rkte<\/a> Russland&#xA0;seine milit&#xE4;rische Zusammenarbeit mit Afghanistan und erkl&#xE4;rte, dass auch die Grenzen seiner Alliierten (vor allem&#xA0;Tadschikistans) mit Afghanistan weiter gest&#xE4;rkt w&#xFC;rden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach dem Treffen&#xA0;Wladimir Putins mit dem&#xA0;tadschikischen Pr&#xE4;sidenten Emomalii Rahmon am 6. Oktober hat Russland neue Helikopter zu seiner gr&#xF6;&#xDF;ten Milit&#xE4;rbasis in Tadschikistan gesandt&#xA0;und plant, die Truppenzahl dort <a href=\"http:\/\/www.rferl.org\/content\/russia-tajikistan-base-helicopters\/27293028.html\">auf 9000<\/a> aufzustocken. Dazu soll die MiIlit&#xE4;rhilfe f&#xFC;r Tadschikistan auf bis&#xA0;zu 1,2 Milliarden US Dollar erh&#xF6;ht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Seit einem Jahr ist die oft &#xFC;bertriebene Bedrohung eines Einzugs des IS in Afghanistan und Zentralasien <a href=\"http:\/\/www.dw.com\/ru\/&#x43A;&#x440;&#x438;&#x437;&#x438;&#x441;-&#x43D;&#x430;-&#x441;&#x435;&#x432;&#x435;&#x440;&#x435;-&#x430;&#x444;&#x433;&#x430;&#x43D;&#x438;&#x441;&#x442;&#x430;&#x43D;&#x430;-&#x440;&#x435;&#x433;&#x438;&#x43E;&#x43D;-&#x432;-&#x442;&#x440;&#x435;&#x432;&#x43E;&#x436;&#x43D;&#x43E;&#x43C;-&#x43E;&#x436;&#x438;&#x434;&#x430;&#x43D;&#x438;&#x438;\/a-18765470\">ein permanentes Thema<\/a>&#xA0;in&#xA0;den russischen Medien. Der russische Eingriff in Syrien und die milit&#xE4;rische R&#xFC;ckkehr in Zentralasien untermauern die russische Position: bestehende Regimes bilden die beste Garantie gegen die terroristische Bedrohung. Dies eint auch die Herangehensweisen in Syrien und in Zentralasien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><em><strong>Afghanistan&#xA0;: eine n&#xFC;tzliche Bedrohung f&#xFC;r die bestehenden Autokratien <\/strong><\/em><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dabei werden unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Extremismus die Grundrechte in Zentralasien weiter verletzt. Die Gr&#xE4;ueltaten des IS schockieren die &#xD6;ffentlichkeit, die sich w&#xE4;hrenddessen wenig um neue Gesetze, die die Religionsfreiheit in ihrem Land einschr&#xE4;nken, k&#xFC;mmert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Abgesehen vom Verbot der PIWT hat Tadschikistan auch die Kontrolle religi&#xF6;ser Zeremonien <u><a href=\"http:\/\/thediplomat.com\/2015\/04\/tajikistan-no-hajj-no-hijab-and-shave-your-beard\/\">verst&#xE4;rkt<\/a><\/u>. In Usbekistan ist w&#xE4;hrend der Gebete und religi&#xF6;sen Feste Minderj&#xE4;hrigen der Zutritt&#xA0;zu&#xA0;Moscheen <u><a href=\"http:\/\/www.rferl.org\/content\/uzbekistan-bans-children-from-mosques-for-eid\/27268142.html\">untersagt<\/a><\/u>. Wie <u><a href=\"http:\/\/www.hrw.org\/news\/2013\/05\/21\/kazakhstan-drop-religious-incitement-charges\">Human Rights Watch<\/a><\/u> bemerkt, hat das Anti-Terrorismus Gesetz, das 2014 in Kasachstan verabschiedet wurde, stark die religi&#xF6;sen Freiheiten eingeschr&#xE4;nkt. Auch in Kirgistan wurde vor kurzem ein beliebter Imam im S&#xFC;den des Landes wegen Extremismus <u><a href=\"http:\/\/www.eurasianet.org\/node\/75461\">verurteilt<\/a><\/u>, wobei die Beweislage d&#xFC;nn ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die gro&#xDF;z&#xFC;gige Unterst&#xFC;tzung der NATO und der Vereinigten Staaten in Zentralasien seit 2001 hat die autorit&#xE4;ren Regime&#xA0;der Region gest&#xE4;rkt. Auch die russische Unterst&#xFC;tzung in Form von wirtschaftlichen Vorteilen unterstreicht die Legitimit&#xE4;t lokaler Machthaber. Wladimir Putin ist in der Region <u><a href=\"http:\/\/www.eurasianet.org\/node\/69471\">sehr beliebt<\/a>,&#xA0;<\/u>ihre Pr&#xE4;sidenten lassen sich gerne mit ihm fotografieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die internationale Anerkennung&#xA0;ist eine St&#xFC;tze f&#xFC;r die&#xA0;repressive Politik dieser Regime, die meist unf&#xE4;hig sind, die Grundbed&#xFC;rfnisse der Bev&#xF6;lkerungen zu befriedigen. Dies gew&#xE4;hrt kurzfristig eine gewisse Stabilit&#xE4;t, d&#xFC;rfte sich aber langfristig als problematisch erweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Die Redaktion<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan sch&#xFC;rt politische Konflikte in Zentralasien. Russland und die USA setzen zum Erhalt der Stabilit&#xE4;t auf die bestehenden Regime.<\/p>\n","protected":false},"author":216,"featured_media":962,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4,3,6,7,5],"tags":[1238,1210,1239,1211],"coauthors":[1147],"class_list":["post-961","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kasachstan","category-kirgistan","category-tadschikistan","category-turkmenistan","category-usbekistan","tag-afghanistan","tag-extremismus","tag-sicherheit","tag-zentralasien"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/961","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/216"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=961"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/961\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/962"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=961"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=961"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=961"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=961"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}