{"id":931,"date":"2015-12-01T12:00:00","date_gmt":"2015-12-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=931"},"modified":"2016-10-06T07:12:15","modified_gmt":"2016-10-06T05:12:15","slug":"eine-universittsreise-nach-turkmenistan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/turkmenistan\/eine-universittsreise-nach-turkmenistan\/","title":{"rendered":"Eine Universit\u00e4tsreise nach Turkmenistan"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Vom <a href=\"http:\/\/www.turkmenistan.ru\/ru\/articles\/41265.html\">11. bis 13. November 2015<\/a> organisierten die turkmenischen Beh&#xF6;rden eine gro&#xDF;e internationale Konferenz in Aschgabat, der Hauptstadt Turkmenistans, mit dem Titel &#x201E;Dialog der Kulturen an der Seidenstra&#xDF;e&#x201C;. Der Besuch von ausl&#xE4;ndischen Forschern ist eine Rarit&#xE4;t in Turkmenistan, und so stellte diese Veranstaltung eine einzigartige Gelegenheit f&#xFC;r viele von ihnen dar.&#xA0;<\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.svetlana-gorshenina.net\/\">Svetlana Gorshenina-Rapin<\/a>, Historikerin des Schweizerischen Nationalfonds f&#xFC;r Wissenschaftliche Forschung an der Universit&#xE4;t Lausanne, war unter jenen Privilegierten. F&#xFC;r Novastan erkl&#xE4;rt sie die Gr&#xFC;nde ihrer Teilnahme und teilt einige ihrer Eindr&#xFC;cke dieser ungew&#xF6;hnlichen Reise.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Idee dieser Art von Konferenz wurde vor einigen Jahren von dem ber&#xFC;hmten Arch&#xE4;ologen Vadim M. Masson ins Leben gerufen, damals Leiter des Instituts der Materiellen Kultur in St. Petersburg und Berater des&#xA0;ersten turkmenischen Pr&#xE4;sidenten. Seitdem wurde die urspr&#xFC;nglich von Masson erstellte G&#xE4;steliste (die bis heute die Grundlage der Einladungen bleibt) um vielz&#xE4;hlige Namen von Forschern erweitert, die gelegentlich an diesen mehr oder weniger regelm&#xE4;&#xDF;ig stattfindenden politisch-wissenschaftlichen Veranstaltungen teilnehmen d&#xFC;rfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Eine umfangreiche Konferenz f&#xFC;r die turkmenischen Beh&#xF6;rden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Teilnehmer stammen aus mehr als drei&#xDF;ig L&#xE4;ndern. Dieses Jahr waren es&#xA0;ungef&#xE4;hr sechzig Historiker, Anthropologen, Arch&#xE4;ologen, Kunstkritiker, Musikwissenschaftler&#xA0;und K&#xFC;nstler. Die Liste wird auf der Grundlage geographischer, thematischer und quantitativer Statistiken erstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1041\/confturk2.png\" alt=\"Turkmenistan Aschgabat Wissenschaft\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Anwesenheit der Forscher ist&#xA0;besonders wichtig f&#xFC;r die Organisatoren, da sie ihnen zufolge erlaubt, allen den Umfang der Kultur- und Wissenschaftspolitik der Regierung, die Bedeutung der turkmenischen Geschichte f&#xFC;r die internationale Gemeinschaft sowie die besondere Stellung des Landes auf der &#x201E;Seidenstra&#xDF;e&#x201C;&#xA0;im Rahmen der &#x201E;Weltgeschichte&#x201C; zu zeigen. Au&#xDF;erdem muss ist sie scheinbar ein Beweis f&#xFC;r&#xA0;den Grad der Komplizit&#xE4;t westlicher&#xA0;Forscher und anderer ausl&#xE4;ndischer Akademiker, die das Regime allein durch ihre Anwesenheit an dieser Konferenz guthei&#xDF;en sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese &#xDC;berlegungen erkl&#xE4;ren die Ausma&#xDF;e&#xA0;des Budgets, das der Veranstaltung von der Regierung zur Verf&#xFC;gung gestellt wurde und welches alle Kosten (Reisen, Hotels, Kost, Reisen innerhalb des Landes, Besuche von Museen und Denkm&#xE4;lern) deckt. Und das ist noch ohne die zus&#xE4;tzlichen Ausgaben, die durch den Transport f&#xFC;r gut tausend &#x2013; falls nicht noch mehr &#x2013; Kollaborateure und lokale Mitarbeiter (Sch&#xFC;ler, Studenten, Lehrer, Wissenschaftler, Musiker, Museumskuratoren) entstehen, miteinzurechnen, um den ausl&#xE4;ndischen Besuchern die verschiedenen Aspekte, selbstverst&#xE4;ndlich gut ausgesucht und arrangiert, des Lebens in Turkmenistan in einem Zeitalter des &#x201E;Gl&#xFC;cks und des Wohlstands&#x201C; (die vom Pr&#xE4;sidenten verordnete&#xA0;offizielle Bezeichnung des aktuellen Zeitalters, Anm. d. R.)&#xA0;zu pr&#xE4;sentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Motivationen der&#xA0;ausl&#xE4;ndischen Teilnehmer sind eher nuancierter. F&#xFC;r einen Teil von ihnen ist diese Art von Konferenz eine seltene Gelegenheit, ein oft unzug&#xE4;ngliches Gebiet zu besuchen, da die Visa nur tr&#xF6;pfchenweise von den turkmenischen Beh&#xF6;rden ausgegeben werden. Eine&#xA0;solche Konferenz erm&#xF6;glicht es also, diese selbst f&#xFC;r die zentralasiatische politische Landschaft, gezeichnet von verschiedenen autorit&#xE4;ren, von Korruption durchdrungen Regimen, ganz besondere Situation mit eigenen Augen zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F&#xFC;r andere Teilnehmer sind diese Konferenzen die zwingende Voraussetzung f&#xFC;r die Erlangung einer Erlaubnis, um Langzeitforschung im Land durchzuf&#xFC;hren. Dies gilt vor allem f&#xFC;r die Arch&#xE4;ologen, deren Forschungsprogramme mit dem arch&#xE4;ologischen Terrain und Orten von Fundst&#xFC;cken verbunden sind&#xA0;oder auch f&#xFC;r die Architekten-Restauratoren, da historische Denkm&#xE4;ler nicht beweglich sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1041\/confturk3.png\" alt=\"Turkmenistan Aschgabat Universit&#xE4;t\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unter Ber&#xFC;cksichtigung der Besonderheit der Arbeit in Turkmenistan ist man gezwungen, den eingeladenen Teilnehmern dieser Zusammenk&#xFC;nfte gegen&#xFC;ber nachsichtig zu sein. Sie haben in Wirklichkeit keine Wahl. Sie unterliegen bei diesen Veranstaltungen einem ganz bestimmten Ritual, dessen Wurzeln bis zu den pomp&#xF6;sen Jubil&#xE4;en der letzten Jahre der Sowjetzeit zur&#xFC;ckzuf&#xFC;hren sind: Dankesworte werden bei jeder Gelegenheit an den turkmenischen Pr&#xE4;sidenten und an die Regierung gerichtet, und Interviews werden &#x2013; oft fast zu &#x2013; frei vom lokalen Fernsehen &#xFC;bersetzt, eines folgt dem anderen ohne Unterbrechung. Dazu kommen&#xA0;der ohrenbet&#xE4;ubende Applaus, der jedes Mal ausbricht, wenn&#xA0;man einen neuen Raum betritt und auch&#xA0;nach jeder Rede, die &#xDC;berwachung, die verpflichtende Anwesenheit bei allen der vielen anstrengenden und als kulturell getarnten Veranstaltungen, die zuvor bis ins kleinste Detail f&#xFC;r die Ausl&#xE4;nder organisiert wurden&#x2026;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Letztlich ist das ganze wie ein&#xA0;Theater, in dem niemand an seine eigenen Handlungen glaubt.&#xA0;Das Ritual macht aus jedem Teil&#xA0;der Veranstaltung eine Profanierung. Die eingeladenen Akademiker pr&#xE4;sentieren ihre verpflichtenden W&#xFC;nsche und Dank, die von ihnen verlangt werden, aber bleiben zutiefst frustriert, da sie die Ergebnisse ihrer Forschung nicht pr&#xE4;sentieren k&#xF6;nnen. F&#xFC;r viele von ihnen wurden die wissenschaftlichen Mitteilungen auf f&#xFC;nf bis zehn Minuten begrenzt.&#xA0;F&#xFC;r einige wurde die Redezeit auch einfach auf Null reduziert, da das Programm, zu besch&#xE4;ftigt mit Aktivit&#xE4;ten, die den Organisatoren wichtiger erschienen, keine wissenschaftlichen Gremien von mehreren Stunden vorsah.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Ende der Konferenz war es also schwer zu verstehen, wie unsere wissenschaftlichen&#xA0;Ideen angenommen wurden,&#xA0;zumal die Teilnehmer in vier R&#xE4;ume&#xA0;an verschiedenen Orten der Stadt verteilt waren &#x2013; vom Nationalen Geschichtsmuseum bis zum Kulturinstitut &#x2013;, und die R&#xE4;ume mit Studenten gef&#xFC;llt waren, die gut darauf trainiert waren, zu applaudieren. Diese&#xA0;Studenten traten in der Tat nur sehr selten nach dem Vortr&#xE4;gen hervor, um scheue Fragen zu stellen. Es&#xA0;war keine Sitzung f&#xFC;r Diskussionen oder Fragen vorgesehen. Daf&#xFC;r war es sp&#xFC;rbar, dass diese Schausteller, die in Voraussicht auf die Dreharbeiten des lokalen Fernsehens&#xA0;dazu gezwungen waren, die Pl&#xE4;tze bis auf den letzten anzuf&#xFC;llen, sich beeilten, nach Erf&#xFC;llung ihrer Aufgabe als lebende Schaufensterpuppen den Ort zu verlassen.&#xA0;Die ersch&#xF6;pften Organisatoren schafften es nur unter Schwierigkeiten, den Zeitplan des Kulturprogramms zu verwalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mit seinem Carrara-Marmor und seinen ohne Zur&#xFC;ckhaltung angewandten Vergoldungen ist die neue Stadt Aschgabat die beste Zierde dieses absurden Theaters: Sp&#xE4;ter stalinistischer Klassizismus wird mit orientalischem Kitsch vermischt und&#xA0;mit architektonischen Variationen von &#x201E;Star Wars&#x201C;.&#xA0;Die Stadt gl&#xE4;nzt wie Las Vegas in tausend wechselnden Farben, aber ist gleichzeitig vollst&#xE4;ndig menschenleer. Daf&#xFC;r zeigt sie, wie wir an mindestens drei Kreuzungen beobachten konnten, treu das Wetter auf riesigen Thermometern, die mit ihren Skalen, die bis zu 80&#xB0;C gehen, in den Himmel zeigen. Die Altstadt,&#xA0;immer noch von der Sojetzeit gepr&#xE4;gt&#xA0;und in der&#xA0;noch B&#xE4;ume wachsen &#x2013; blieb uns v&#xF6;llig unsichtbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ohne die Gesamtheit&#xA0;der Veranstaltung im Detail analysieren zu wollen, um nicht die T&#xE4;tigkeit der Kollegen zu st&#xF6;ren, die vor Ort arbeiten, werde ich hier ein einziges der Elemente des Instrumentalisierungsmechanismus beschreiben, durch den das kulturelle Erbe und die Gegenwart des Landes&#xA0;pr&#xE4;sentieren werden sollten: Der&#xA0;mit gro&#xDF;em Pomp organisierte&#xA0;Ausflug nach Kunya Urgench, etwa 500 km n&#xF6;rdlich der Hauptstadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Reise nach Kunya Urgench<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Rahmen dieser Konferenz und des daf&#xFC;r entwickelten Themas war es vorgesehen, die ausl&#xE4;ndischen Forscher in die Region Daschoguz im Norden des Landes zu bringen, um die historischen St&#xE4;tten der Seidenstra&#xDF;e in Kunya Urgench zu besuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1041\/confturk4.png\" alt=\"Turkmenistan Wissenschaft Zeremonie\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unsere Reise zu diesem Ziel begann um drei Uhr morgens mit mehreren Verz&#xF6;gerungen, da unser&#xA0;Flugzeug, das von Aschgabat fliegen sollte, erst eine halbe Stunde, dann eine Stunde, und schlie&#xDF;lich bis zur Mitte des Tages versp&#xE4;tet war. Nach dem Boarding konnte das Flugzeug blo&#xDF; einige Meter weit abheben, bevor wir wieder landen mussten, denn in Daschoguz war sehr dichter Nebel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Keiner der Verantwortlichen der Konferenz wollte die Verantwortung f&#xFC;r eine&#xA0;Stornierung des Fluges und eine Programm&#xE4;nderung &#xFC;bernehmen. In das&#xA0;Programm war bereits&#xA0;jede Menge Geld investiert&#xA0;worden und eine gro&#xDF;e Zahl von Menschen war mobilisiert worden. Es ist klar, dass der Pilot unter enormen Druck stand, als er sich schlie&#xDF;lich dazu bereit erkl&#xE4;rte, von Aschgabat abzuheben, in der Hoffnung, dass das wie ein Talisman an Board des Flugzeugs montierte Pr&#xE4;sidentenportr&#xE4;t&#xA0;in diesem milchigen Nebel eine sichere Ankunft gew&#xE4;hren w&#xFC;rde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zum Zeitpunkt der Landung wurde das Land der antiken <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Choresmien\">Choresm<\/a>&#xA0;(die historische Region, in der sich Daschoguz befindet) gl&#xFC;cklicherweise f&#xFC;r kaum mehr als 100 Meter unter den Lichtern des Flugzeugs enth&#xFC;llt. So konnten wir trotz des&#xA0;Nebels landen, wenn auch&#xA0;unsanft. Jedenfalls war alles vorhergeplant, denn zahlreiche Polizeiautos, Krankenwagen und Feuerwehrm&#xE4;nner waren bereits vor Ort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1041\/confturk5.png\" alt=\"Turkmenistan Colloquium Wissenschaft\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als wir unter Kamerablitzen der lokalen Journalisten und unter der unerl&#xE4;sslichen Aufmerksamkeit der anwesenden Administratoren voranschritten, lief unsere Delegation in eine Reihe junger M&#xE4;dchen, starr vor K&#xE4;lte, die bedeckte Teller voller Brot und Fr&#xFC;chte als Willkommensgru&#xDF; hielten, ebenfalls vollst&#xE4;ndig vom Nordwind eingefroren. Wir sind also in zwei gro&#xDF;en Touristenbussen, die Pr&#xE4;sidentenportr&#xE4;ts in den Windschutzscheiben trugen, nach Kunya Urgench aufgebrochen, in einer prunkvollen Prozession wie in sowjetischen Zeiten, begleitet von zwei pomp&#xF6;sen Polizeiautos, die mit ihren Sirenen die Stra&#xDF;en fegten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Flaggen und K&#xFC;nstler im Rausch der &#x201E;Inspiration&#x201C; und der K&#xE4;lte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Entlang der verregneten Stra&#xDF;en der Region Daschoguz gibt es nichts von dem wei&#xDF;en Marmor und Gold der Hauptstadt. Bei unserer Durchfahrt sammelten kleine Gruppen der Bev&#xF6;lkerung noch die Reste des &#x201E;wei&#xDF;en Golds&#x201C; (die turkmenische Baumwolle) auf den Baumwollfeldern entlang der Stra&#xDF;e. Am Stra&#xDF;enrand wanderten Sch&#xFC;ler im Schlamm, da es keinen Gehsteig gibt. Die Autos, denen wir begegneten, blieben sofort auf der Seite stehen, um uns passieren zu lassen. Die W&#xFC;stenlandschaften erinnerten an die Umgebung von Aschgabat. Der einzige Unterschied: der Wind. Statt&#xA0;in den kleinen, in der Hauptstadt so pr&#xE4;senten Tannen zu sterben, verendet er hier in&#xA0;kleinen Str&#xE4;uchern, deren Bl&#xE4;tter schon gefallen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1041\/confturk7.png\" alt=\"Turkmenistan Aschgabat Universit&#xE4;t Zeremonie\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Eingang zu Kunya Urgench&#xA0;wehten&#xA0;auf beiden Stra&#xDF;enseiten&#xA0;bunte, perfekt saubere und frisch geb&#xFC;gelte Fahnen. Im Stadtzentrum warteten schon junge M&#xE4;dchen in der nationalen Uniform &#x201E;Nummer Eins&#x201C; im Regen. Sie hielten&#xA0;diverse S&#xFC;&#xDF;igkeiten, auf riesigen Teppichen vor den Jurten mit traditioneller Inneneinrichtung aufgereiht. Sp&#xE4;ter sahen wir das historische Museum, aufgestellt in der Form einer Karawanserei, dessen Zellent&#xFC;ren zu frisch bemalt waren. In &#xE4;hnlicher Weise waren junge Kunststudenten in voller k&#xFC;nstlerischer &#x201E;Inspiration&#x201C; dabei, die antiken Monumente zu bemalen, ungeachtet der K&#xE4;lte, des Regens, und der Windb&#xF6;en.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir wagten es nicht, uns vorzustellen, was diese armen Schausteller dieses Spektakels von uns denken mussten, nachdem sie den Tag damit verbracht hatten, in dieser eisigen K&#xE4;lte&#xA0;auf uns zu warten (unser Flugzeug hatte f&#xFC;nf Stunden Versp&#xE4;tung)&#xA0;und uns dann diese Szene zu zeigen, die dazu gedacht war, ein gl&#xFC;ckliches Leben voller Kunst und Respekt f&#xFC;r historische Denkm&#xE4;ler darzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1041\/confturk10.jpeg\" alt=\"Turkmenistan Aschgabat Universit&#xE4;t Zeremonie\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unter dem Druck der Organisatoren und der K&#xE4;lte besuchten wir die wichtigsten Sehensw&#xFC;rdigkeiten im Schnelldurchgang. Diese sind &#xFC;brigens sehr gut renoviert und z&#xE4;hlen&#xA0;zum Weltkulturerbe der UNESCO. Anschlie&#xDF;end wurden wir&#xA0;zur&#xFC;ck nach Da&#x15F;oguz gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Sch&#xFC;ler streng bewacht von ihren Lehrern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als wir im Stadtzentrum ankamen, wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt (um den Ablauf zu beschleunigen): eine wurde zum Kunstmuseum gesandt, die andere in eine neu erbaute Bibliothek, in der Form eines goldwei&#xDF;en Buches, schimmernd in allen Farben des Regenbogens. Letztlich wurden wir dazu gebeten, die Wirksamkeit der Arbeit im Computer-Raum (wahrscheinlich mit pr&#xE4;senten-absenten Internet wie in unserem Hotel, wo&#xA0;sich niemand von uns verbinden konnte)&#xA0;zu evaluieren. Dabei&#xA0;wurde wir&#xA0;von den Sch&#xFC;lern streng beobachtet und sie wurde wiederum selbst streng von ihren Professoren kontrolliert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei einer kleiner, B&#xFC;chern gewidmeten Vorstellung,&#xA0;genossen wir daraufhin die musikalischen und sprachlichen Talente der Sch&#xFC;ler. Schlie&#xDF;lich wurden wir Zeugen des tiefen Respekts, der &#xE4;lteren Menschen entgegen gebracht wurde, die f&#xFC;r diesen Anlass vertrieben worden waren und die (ohne Brille) durch verschiedene Publikationen bl&#xE4;tterten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Beim Verlassen der Bibliothek wurden wir zu einem Konzertsaal geleitet, wo wir unsere Ehrenpl&#xE4;tze unter dem begeisterten Applaus der Schausteller und B&#xFC;rger der Stadt einnahmen, die den gesamten Raum f&#xFC;llten, gekleidet in Kost&#xFC;men und identischen H&#xFC;ten.&#xA0;Damen in traditioneller Tracht und M&#xE4;nner in &#x201E;europ&#xE4;ischem&#x201C; Stil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 450px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1041\/confturk8.png\" alt=\"Turkmenistan Junge M&#xE4;dchen in traditioneller Kleidung\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach dem Konzert wurden wir in das beste Hotel der Stadt eingeladen, f&#xFC;r ein zwanzigmin&#xFC;tiges Festessen. Danach, ohne irgendeine Kontrolle passiert zu haben, ohne Flugtickets, ohne sogar unsere Dokumente herzuzeigen &#x2013; fast so, als ob wir Jet-Setter w&#xE4;ren -, stiegen wir in das Flugzeug, um die Hauptstadt in ihrem wei&#xDF;en Marmor zu erreichen. Dieser unrealistische&#xA0;oder vielmehr surreale Traum verblasste schnell in unserem kleinen Flugzeug dank des anhaltenden Nebels, die Quelle aller&#xA0;Probleme des Tages.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify\">Wir danken <a href=\"http:\/\/www.svetlana-gorshenina.net\/\">Svetlana Gorshenina-Rapin<\/a> aufrichtig f&#xFC;r ihre Erlaubnis an Novastan, ihre Geschichte und Fotos zu ver&#xF6;ffentlichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Franz&#xF6;sischen &#xFC;bersetzt von Vanessa Graf<\/strong><\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Forscherin Svetlana Gorshenina-Rapin teilt mit uns ihre einmaligen Eindr&#xFC;cke ihrer Teilnahme an einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz in Aschgabat, Turkmenistan.<\/p>\n","protected":false},"author":316,"featured_media":932,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[1283,1117,689,1200,1240],"coauthors":[1149],"class_list":["post-931","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-turkmenistan","tag-china","tag-gesellschaft","tag-politik","tag-turkmenistan","tag-universitat"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/316"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=931"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/931\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/932"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=931"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}