{"id":904,"date":"2015-12-08T12:00:00","date_gmt":"2015-12-08T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=904"},"modified":"2016-10-06T18:42:26","modified_gmt":"2016-10-06T16:42:26","slug":"zum-tag-des-kirgisischen-kinos-17-herausragende-kirgisische-filme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/zum-tag-des-kirgisischen-kinos-17-herausragende-kirgisische-filme\/","title":{"rendered":"Zum Tag des kirgisischen Kinos: 17 herausragende Filme aus Kirgistan"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Am 17. November war der Tag des kirgisischen Kinos. Vor &#xFC;ber 70 Jahren, im November 1941 wurde an diesem Tag der Erlass &#x201E;&#xDC;ber die Entstehung des Kinostudios <\/strong><em><strong>Frunse<\/strong><\/em><strong>&#x201C; herausgegeben &#x2013; dem ersten Filmstudio in Kirgistan. Zwanzig Jahre sp&#xE4;ter &#xE4;nderte das Filmstudio seinen Namen und ist seither als &#x201E;Kirgisfilm&#x201C; bekannt. Seit November 2002 tr&#xE4;gt es zus&#xE4;tzlich den Namen des ber&#xFC;hmten Regisseurs Tolomush Okejew.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu diesem Ereignis <u><a href=\"http:\/\/zanoza.kg\/doc\/328090_k_dnu_kinematografa_kr:_17_kyrgyzskih_filmov_kotorymi_my_mojem_gorditsia.html\">erinnert das Nachrichtenportal Zanoza.kg<\/a><\/u> an eine Auswahl von 17 herausragenden Filmen. Wir &#xFC;bersetzen Sie mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die 17 ist eine bedeutende Zahl f&#xFC;r Kirgisfilm, da das Kinostudio an einem 17.11. gegr&#xFC;ndet wurde. All die hier pr&#xE4;sentierten Filme geh&#xF6;ren auf ihre Art zum &#x201E;kirgisischen Wunder&#x201C;, der Glanzzeit des kirgisischen Kinos, das in den 1960ern erstmals weltweite Aufmerksamkeit bekam. In diesen Jahren r&#xFC;ckten junge und tatendurstige Regisseure wie Ubukejew, Okejew, Shamshijew und Basarow auf die Leinw&#xE4;nde und ver&#xE4;nderten die Geschichte der kirgisischen Kinokunst radikal. Es wurden Filme gedreht, die auch auf internationalen Filmfestivals ausgezeichnet wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan.org&#xA0;: <\/strong><u><a href=\"https:\/\/novastan.org\/articles\/welche-zukunft-hat-das-kirgisische-kino\"><strong>Welche Zukunft hat das kirgisische Kino&#xA0;?<\/strong><\/a><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><strong><big>Nebo naschego detstwa<\/big><\/strong><\/em><big><strong> (Der Himmel unserer Kindheit). Tolomush Okejew, 1967<\/strong><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Tolomush Okejew (1935-2001) ist als Mitbegr&#xFC;nder der kirgisischen Filmkunst ber&#xFC;hmt. Kurz nach dem Erscheinen des Films <em>Der Himmel unserer Kindheit<\/em> begannen franz&#xF6;sische Filmkritiker, &#xFC;ber das Ph&#xE4;nomen des &#x201E;kirgisischen Wunders&#x201C; zu sprechen. Ein anderes seiner Werke &#xAB;Ljutyj (Grimmig)&#xBB; wurde sogar zum Oskar nominiert. Okejew selbst lebte von 1993 bis zu seinem Tod in Ankara, T&#xFC;rkei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/1.jpeg\" alt=\"Nebo nashego detstvo\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Film <em>Der Himmel unserer Kindheit<\/em> zeigt den Generationskonflikt der Jugend, die mit der patriarchalen Gesellschaftsstruktur ihrer Eltern brechen will, mit besonderer Bildkraft, Sch&#xF6;nheit und durch eine psychologisch eindringliche Darstellung der Charaktere. Er vereint Lebenskraft, Weisheit und Exotik, und sorgte mit dieser Mischung f&#xFC;r einen der ersten weltweiten Erfolge des asiatischen Kinos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><strong><big>Perwyj Utschitel<\/big><\/strong><\/em><big><strong> (Der erste Lehrer). Andrej Kontschalowskij, 1965.<\/strong><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#x201E;<em>Der erste Lehrer&#x201C;<\/em> ist der Deb&#xFC;tfilm und die Abschlussarbeit des russischen Regisseurs <u><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andrei_Sergejewitsch_Michalkow-Kontschalowski\">Andre<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andrei_Sergejewitsch_Michalkow-Kontschalowski\">j Kontschalo<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andrei_Sergejewitsch_Michalkow-Kontschalowski\">wski<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andrei_Sergejewitsch_Michalkow-Kontschalowski\">j<\/a> <\/u>(*1937).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/2.jpeg\" alt=\"Perwyj Utschitel\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#x201E;<em>Mit diesem Film hat meine Filmkarriere begonnen. Die Adaptation der gleichnamigen Novelle des kirgisischen Schriftstellers Chingis Ajtmatow hat mich sehr gepr&#xE4;gt. Ich hatte erst viel Angst, weil ich mit ganzen Spielfilmen noch keine Erfahrung hatte. Dazu kam die weite Reise nach Kirgistan. Ich dachte die ganze Zeit: Kann es sein, dass ich wirklich mit einem fertigen Film aus diesem Land zur&#xFC;ckkomme? Aber diese Fahrt nach Kirgistan hat mir letztendlich ganz andere M&#xF6;glichkeiten er&#xF6;ffnet<\/em>&#x201E;, sch&#xE4;tzt der schon ber&#xFC;hmte Kontschalowskij die Rolle des Films in seinem Leben ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Fabel spielt im Jahre 1923, kurz nach dem B&#xFC;rgerkrieg. Ein ehemaliger Soldat kommt in ein kirgisisches Dorf, um dort als Lehrer zu arbeiten. Er versucht mit gro&#xDF;er Leidenschaft, den Dorfbewohnern sein progressives Weltbild zu vermitteln, st&#xF6;&#xDF;t aber auf deren jahrhundertealte Lebensgewohnheiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><strong><big>Materinskoe Pole<\/big><\/strong><\/em><big><strong> (Der Bereich der Mutter). Gennadij Basarow, 1967.<\/strong><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieser Film ist wahrscheinlich einer der ber&#xFC;hrendsten Filme &#xFC;ber den Krieg. Wie <em>Der erste Lehrer<\/em> handelt es sich um eine Verfilmung der gleichnamigen Novelle von Ajtmatow.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 450px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/3.jpeg\" alt=\"Materinskoe Pole\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der 1942 in At-Baschi, Kirgistan, geborene Basarow beschreibt den unglaublichen Erfolg seines Films ganz einfach: &#x201E;<em>An der Filmproduktion haben vor allem &#xE4;ltere M&#xE4;nner und Frauen teilgenommen, die den Krieg mit eigenen Augen gesehen hatten. Darunter waren Frauen, die ihre M&#xE4;nnern in den Krieg begleitet, die Toten betrauert und die zur&#xFC;ckkehrenden Soldaten empfangen hatten. Ich brauchte ihnen nicht zu erkl&#xE4;ren, wie sie spielen sollen. Sie haben mit gro&#xDF;em Vergn&#xFC;gen gelitten, geschluchzt, gewartet und gehofft. Ihre Augen waren voller Hoffnungen. Es war, als erlebten sie den Krieg ein zweites Mal.<\/em>&#x201C;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><big>Ak-<\/big><\/strong><big><strong>M&#xF6;&#xF6;r. <\/strong><strong>Melis Ubukejew, 1969.<\/strong><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der kirgisische Regisseur Melis Ubukejew (1935-1996) war mehr als 30 Jahre lang mit der Erforschung des kirgisischen Volkes, seiner Geschichte und seinem Nachlass besch&#xE4;ftigt. Er hat das bekannte Volksepos <em>Manas<\/em> anders wahrgenommen und dargestellt als es traditionell &#xFC;berliefert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan.org: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/articles\/das-manas-epos-eine-enzyklopdie-kirgisischer-geschichten-und-sitten\"><u><strong>Das <\/strong><\/u><u><em><strong>Manas <\/strong><\/em><\/u><u><strong>Epos &#x2013; Eine Enzykop&#xE4;die kirgisischer Geschichten und Sitten<\/strong><\/u><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><u><strong><img decoding=\"async\" style=\"height: 337px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/4.jpeg\" alt=\"Ak-m&#xF6;&#xF6;r\"\/><\/strong><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Laut Ubukejew konzentriert sich die traditionelle Darstellungsweise zu sehr auf die folkloristischen und mythischen Aspekte. F&#xFC;r ihn ist <em>Manas<\/em> aber der Ursprung aller Kunstarten und vieler Geisteswissenschaften. Ubukejew starb in jungen Jahren und hat nicht alle seine Ideen realisieren k&#xF6;nnen, doch seine Filme vermitteln einen guten Eindruck von der kirgisischen Kultur, den Sitten und dem Mut des Volkes. In diesem Sinne ist <em>Ak-M&#xF6;&#xF6;r<\/em> ein wahrer Kultfilm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><strong><big>Krasnoe Jabloko<\/big><\/strong><\/em><big><strong> (Der rote Apfel). Tolomush Okejew, 1975.<\/strong><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><img decoding=\"async\" style=\"height: 457px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/5.jpeg\" alt=\"Krasnoe Jabloko\"\/><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#x201E;<em>Als der Krieg begann, war ich sechs Jahre alt. Wir haben alle gehungert. Ich konnte es irgendwie aushalten, aber meine kleineren Geschwister haben die ganze Zeit nach Essen gefragt und geweint. Es gibt kein schrecklicheres und schrilleres Ger&#xE4;usch als das Weinen der Kinder. Deswegen habe ich mich entschieden, Ajtmatows Erz&#xE4;hlung &#x201E;Der rote Apfel&#x201C; zu verfilmen. Sie ist ziemlich kurz &#x2013; Die Handlung dreht sich um Liebe und Familienkonflikte, also Themen, die schon 1000 Mal auf der Leinwand gezeigt wurde. Was ich aber spannend fand war, dass weder ein Mann noch eine Frau, sondern ein Kind am meisten unter dem Familienkonflikt leidet. Der Film dreht sich um das Kind, vor dessen Augen sich die ganze Welt zerst&#xF6;rt<\/em>&#x201E;,- so erkl&#xE4;rt Okejew (s.o.) seine Entscheidung diese Erz&#xE4;hlung zu verfilmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><big>Wystrel na perewale Karasch (Ein Schuss auf dem Karasch-Pass). Bolot Schamschijew, 1968.<\/big><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Film spielt in einem kirgisischen Dorf im 20. Jahrhundert. Der arme Bahytgul dient dem intriganten Gastwirt des Dorfes als Handlanger. Der Wirt verr&#xE4;t ihn jedoch und bringt Bahytgul damit ins Gef&#xE4;ngnis. Dieser schafft er auszubrechen und r&#xE4;cht sich an dem Wirt auf dem Karasch-Pass.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 560px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/6.jpeg\" alt=\"Wystrel na perewale karasch\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#x201E;<em>Die kirgisischen Regisseure haben eine besondere Ehrlichkeit f&#xFC;r sich<\/em>&#x201C;, schrieben einige Kritiker nach dem Erscheinen des Films. &#x201E;<em>Im Vergleich zum westlichen Rationalismus und russischem R&#xE4;tsel versteckt die kirgisische Naivit&#xE4;t nicht die wahren Charaktereigenschaften ihrer Helden. In &#x201A;<\/em><em>Schuss auf dem Karasch-Pass&#x2018;<\/em><em> muss man nicht weiterdenken oder zwischen den Zeilen lesen &#x2013; alles ist offensichtlich. Und alles ist sehr pr&#xE4;zise, genau wie der Schuss, nach dem der Film benannt ist. Wenn du jemanden betrogen hast, gibt es immer jemanden, der dich auch betr&#xFC;gen kann.<\/em>&#x201C;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bolot Schamschijew, Jahrgang 1941, studierte Regie in Moskau und ist seit 1965 ein bekannter kirgisischer Filmregisseur und Drehbuchautor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><strong><big>Zamki na peske<\/big><\/strong><\/em><big><strong> (Schl&#xF6;sser auf dem Sand). Algimantas Widugiris, 1968.<\/strong><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Algimantas Widugiris (1936 &#x2013; 2010) wurde in Lettland geboren. Nachdem er ein Studium der Hydrotechnologie abgebrochen hatte, fuhr er nach Moskau, um dort die Filmfachhochschule zu besuchen, wo er 1962 seinen Abschluss machte. Nach dem Studium reiste er durch Asien, bestieg die h&#xF6;chsten Bergen und erforschte uralte usbekische Ruinen. Insgesamt hat Widugiris 20 dokumentarische und k&#xFC;nstlerische Filme gedreht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 484px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/7.jpeg\" alt=\"Algimantas Widugiris\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Werke von Widugiris, der sein ganzes Leben bei Kirgisfilm gearbeitet hat, werden heutzutage im Medienfachbereich an der Staatliche Lomonossow-Universit&#xE4;t, in Regiekursen in Moskau, an Kinoschulen und Medienuniversit&#xE4;ten in Osteuropa gezeigt und studiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Schl&#xF6;sser auf dem Sand<\/em> war unglaublich erfolgreich. Der Film erhielt f&#xFC;r Kirgisfilm eine Rekordzahl an Auszeichnungen und Preisen. Auf dem 5. Internationalem Festival in Krakau erhielt er den h&#xF6;chsten Preis, den <em>Goldenen Wawel-Drachen<\/em>. Der Film zeigt die naive, sch&#xF6;ne Welt des zehnj&#xE4;hrigen Kanatbek, der Sandschl&#xF6;sser baut, und wie seine Welt schlie&#xDF;lich auf die harten Realit&#xE4;t prallt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><big>Narynskij Dnewnik (Naryner Tagebuch). Algimantas Widugiris, 1979.<\/big><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein Dokumentarfilm &#xFC;ber den Aufbau der Wasserkraftwerke auf dem Fluss Naryn in Kirgistan. Widugiris hat nicht nur den Film gedreht, sondern auch direkt beim Aufbau der Werke mitgearbeitet. Er verdiente sich so den Rang als &#x201E;Ehrenbauarbeiter&#x201C;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/8.jpeg\" alt=\"Narynskij Dnevnik\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Regisseurin Jemma Firsowa hat Werk wohl am besten beschrieben: &#x201E;<em>Die Dilogie &#x201A;Naryner Tagebuch&#x2018; und &#x201A;Im Jahre der unruhigen Sonne&#x2018; von Widugiris ist ein namhaftes Ph&#xE4;nomen in unserem Dokumentarkino. Der Regisseur hat daran 15 Jahre lang gearbeitet. Und diese 15-j&#xE4;hrigen Arbeit hat in Widugiris einen geduldigen Forscher, m&#xFC;hsamen Chronist, treuen Freund, verliebten und begabten Regisseur gezeigt.<\/em>&#x201C;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><big>Woltschya yama (Wolfsgrube). Bolot Schamschiew, 1984.<\/big><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 338px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/9.jpeg\" alt=\"Woltschja Jama\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Zeitschrift &#x201E;Sowetskii Ekran<em>&#x201C; <\/em>(Sowjetischer Bildschirm) schrieb zu diesem Film: &#x201E;<em>Bolot Schamschiew ist der Meister der feinf&#xFC;hligen psychologischen Kunst. Er beschreibt das Schicksal eines Jungen. Der gutm&#xFC;tige Junge aus einem Waisenhaus gelangt zuf&#xE4;llig in die Welt der Kriminalit&#xE4;t und sucht verzweifelt nach einem Ausweg aus dem Teufelskreis. &#x201A;Wolfsgrube&#x2018; ist wie eine echte Ermittlung: Die Polizei tritt langsam in die Fu&#xDF;stapfen des Verbrechers. Aber der Regisseur hat auf den typischen Detektivstil verzichtet. Er bezeichnet sein Werk als Volksroman. Das Schicksal der Hauptfigur Akhmetow, mit dem er stark mitf&#xFC;hlt, spielt die wichtigste Rolle f&#xFC;r ihn.<\/em>&#x201E;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify\"><big><strong>Aylanpa. Mir na krugah swoih (Aylanpa. Die Welt mit den Seinen). Wladimir Wilenskij, Konstantin Orozaliew, 1989.<\/strong><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist schon etwas &#xFC;berraschend, dass dieser Film in Kirgistan fast unbekannt ist. <em>Aylanpa<\/em> erz&#xE4;hlt vom Schicksal des kirgisischen Volkes nach der Oktoberrevolution. Nicht auf Grundlage von Lehr- und Geschichtsb&#xFC;chern, sondern durch die Erz&#xE4;hlung des pers&#xF6;nlichen Schicksals von Chingis Ajtmatow.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 398px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/10.jpeg\" alt=\"Die Welt mit den seinen\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ajtmatow ist ein Publizist und Denker, er wendet sich der Vergangenheit zu, schaut in die Zukunft, &#xFC;berlegt und versucht den Grund und den Zusammenhang von vergangenen Erlebnissen und aktuellen Lebensbedingungen zu verstehen. In dem Film spielt der Autor selbst die Hauptrolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><big>Beschkempir <\/big><\/strong><big><strong>(F&#xFC;nf <\/strong><strong>alte Frauen<\/strong><strong>). Aktan Arym Kubat, 1998.<\/strong><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach dem Ende der UdSSR hat die kirgisische Kinokunst lange stagniert. <em>Beschkempir<\/em> war der Film, der das kirgisische Wunder wieder erweckt hat. Das ist vermutlich der gr&#xF6;&#xDF;te Verdienst dieses Films.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/11.jpeg\" alt=\"Beschkempir\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Er ist zum Teil autobiographisch. Aktan Arym Kubat hat mit 17 Jahren erfahren dass er adoptiert wurde. Erst 23 Jahre sp&#xE4;ter konnte er dar&#xFC;ber in seinem eigenen Film erz&#xE4;hlen und seine inneren Emotionen und Gef&#xFC;hle so &#xE4;u&#xDF;ern. Eine Coming-of-Age Geschichte aus Kirgistan, eingebettet in die alte Nationalkultur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify\"><big><em><strong>Brat moy, Schelkowyi Put<\/strong><\/em><strong> (Seidenstra&#xDF;e, mein Bruder). Marat Sarulu, 2001.<\/strong><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein weiterer internationaler Erfolg des modernen kirgisischen Kinos. Laut dem Regisseur ist <em>Seidenstra&#xDF;e, mein Bruder<\/em> ein Abschied vom Kino des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 400px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/12.jpeg\" alt=\"Brat Moj Schelkowyj Put\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In einer Szene finden zwei Jungen einen Apfel im Laub und fangen an, sich um ihn zu raufen. Dieser Moment ist der Querverweis zu einer ber&#xFC;hmten Szene in <em>Der rote Apfel<\/em>. Damit bezieht sich Sarulu, ein Vertreter der neuen Kinogeneration, auf die einheimischen Kinoklassiker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Junge von Okejew hob den Apfel auf, um ihn einem geliebten M&#xE4;dchen zu schenken. Sarulus Junge bei&#xDF;t hinein. Mit den Worten &#x201E;Was f&#xFC;r ein saures Zeug!&#x201C; wirft er den Apfel zum Baum. Sein Freund hebt ihn auf und isst ihn mit Vergn&#xFC;gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><big>Sunduk predkow (Die Truhe der Ahnen, oder Kirgisische Mitgift). Nurbek Egen, 2005.<\/big><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#x2026;Paris. Jeder Morgen beginnt f&#xFC;r den Kirgisen Ajdar und die Franz&#xF6;sin Isabel mit dem Blick auf den Eiffelturm. Eines Tages sagt Ajdar seiner Geliebten, dass sie nach Kirgistan reisen werden, um seine Eltern kennenzulernen. Die Handlung konzentriert sich auf den Aufenthalt der Verlobten im Issykk&#xF6;l Gebiet, die Zusammenkunft mit der Familie, die Forderungen der Tradition und die Verk&#xFC;ndung der Hochzeitspl&#xE4;ne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 410px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/13.jpeg\" alt=\"Tunduk Predkov\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die belgische Schauspielerin <u><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Natacha_R%C3%A9gnier\">Natacha R&#xE9;gnier<\/a><\/u> hat die Hauptrolle in dem Film gespielt. Der Produzent konnte ihr nicht das ganze Honorar zahlen und R&#xE9;gnier entschied sich, statt eines Lohns Tantiemen am Film zu bekommen. Das war die richtige Entscheidung, der Film war sehr erfolgreich. Auch in Europa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><big>Salam, New York! Ruslan Akun, 2013<\/big><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Man kann diesen Film als revolution&#xE4;r und progressiv bezeichnen. Er war in Kirgistan und auch in der Welt sehr erfolgreich. Die Regisseure haben verstanden, dass die Kirgisen bereit sind auch einheimische Blockbusters im Kino zu schauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 400px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/14.jpeg\" alt=\"Salam New York\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ruslan Akun hat gezeigt, dass Kino ein sehr interessantes und profitables Business sein kann. Der Film setzte einen neuen Ma&#xDF;stab und zog viele in Kirgistan zur Filmkunst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#x201E;Salam, New York!&#x201C; zeigt die Abenteuer eines Kirgisen in New York. Der Mann muss erst viele H&#xFC;rden &#xFC;berwinden bevor er sein Gl&#xFC;ck, Freundschaften und Liebe findet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><big>Do + Fa. Ernest Abdyshaparow, 2013.<\/big><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieser Film, &#xFC;ber die Liebe zwischen einem Mann vom Land und einer Frau aus der Stadt war beim Publikum so beliebt, dass jetzt sogar ein zweiter Teil gedreht wird. Besonders die musikalische Begleitung &#xFC;berraschte und begeisterte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 337px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/15.jpeg\" alt=\"Do und Fa\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ernest Abdyshaparow hat Russisch und Literatur auf Lehramt an der Universit&#xE4;t in Frunse (Bischkek) studiert und hatte zun&#xE4;chst keine Pl&#xE4;ne, Regisseur zu werden. Im Jahre 1988 wurde er zum Leiter des Kinomagazins <em>Korogotsch<\/em> und sp&#xE4;ter dann zum Redakteur des Filmstudios <em>Kirgisfilm<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><big>Kurmandschan Datka (K&#xF6;nigin der Berge). Sadyk Scher-Niyaz, 2014.<\/big><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mit der Ver&#xF6;ffentlichung des Nationalfilms <em>Kurmandzhan datka<\/em> wurde eine Nische in der Kinoentwicklung Kirgistans er&#xF6;ffnet. Es ist das beliebteste Werk des Jahres 2014 in Kirgistan und hat das allgemeine Interesse an kirgisischer Geschichte geweckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 292px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1051\/16.jpeg\" alt=\"Kurmanschan Datka\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan.org&#xA0;: <\/strong><u><a href=\"https:\/\/novastan.org\/articles\/kurmanjan-datka-knigin-auf-groer-leinwand\"><strong>Kurmanjan Datka &#x2013; K&#xF6;nigin auf gro&#xDF;er Leinwand<\/strong><\/a><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Viele Menschen studierten geschichtliche Quellen, um sich f&#xFC;r die Ereignisse auf der Leinwand vorzubereiten und sich so den Film besser erkl&#xE4;ren zu k&#xF6;nnen. Bahnbrechend war zudem das Rekordbudget von 1,5 Mio. USD.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><big>Sutak. Mirlan Abdykalykow, 2015. <\/big><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und ein ganz neues Meisterwerk zum Schluss. Mirlan Abdykalykow war selbst Schauspieler bis er begann als Regisseur zu arbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie die Filmwissenschaftlerin Gulbata Tolomuschowa sagt: &#x201E;<em>Es sollte unsere Pflicht sein, allen Sch&#xFC;lern diesen Film zu zeigen. Dieses Werk zeigt ganz einfach und pr&#xE4;zise unseren nationalen Ehrenkodex, Etikette und ein sogenanntes Verhaltensprotokoll sowohl innerhalb einer kleinen Familie als auch in der gro&#xDF;en Gesellschaft.<\/em>&#x201C;<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Natalya Timirbajewa<br>\nZanoza.kg<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>&#xDC;bersetzung aus dem Russischen und Erg&#xE4;nzungen:<br>\nAlina Kozhakhmetova und Clara Koschies<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Auswahl von 17 Filmen aus kirgisischer Produktion, die es sich zu sehen lohnt.<\/p>\n","protected":false},"author":209,"featured_media":905,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[1318,1413,690,1198,1299],"coauthors":[1163,1274],"class_list":["post-904","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kirgistan","tag-film","tag-geschichte","tag-kirgistan","tag-kultur","tag-kunst"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/209"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=904"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/904\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/905"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=904"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=904"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}