{"id":8919,"date":"2017-05-19T20:00:46","date_gmt":"2017-05-19T18:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=8919"},"modified":"2017-05-19T20:00:46","modified_gmt":"2017-05-19T18:00:46","slug":"russland-zentralasiatische-migranten-als-pruegelknaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/russland-zentralasiatische-migranten-als-pruegelknaben\/","title":{"rendered":"Russland: Zentralasiatische Migranten als Pr\u00fcgelknaben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>Nach dem Anschlag , der am 3. April Sankt Petersburg ersch&#xFC;tterte, stehen viele zentralasiatische Arbeitsmigranten in Rusland unter Generalverdacht. Die Autorin und Journalistin Elisaweta Alexandrowa-Sorina hat einen Aufruf zu mehr Toleranz geschrieben. Das russische Original des Artikels erschien bei <a href=\"http:\/\/www.mk.ru\/social\/2017\/04\/07\/migranty-dlya-bitya.html\">mk.ru<\/a> und wurde auf der kirgisischen Nachrichtenplattform <a href=\"http:\/\/yntymak.kg\/ru\/migranty-dlya-bitya-lyudi-boyatsya-i-ot-straha-nachinayut-nenavidet\/\">Yntymak.kg<\/a> &#xFC;bernommen.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bis zum heutigen Tage hat keine terroristische Organisation sich f&#xFC;r den <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/vier-fragen-zum-anschlag-in-sankt-petersburg\/\">Terroranschlag<\/a> in Sankt-Petersburg verantwortlich erkl&#xE4;rt. Die T&#xE4;ter werden aber systematisch <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/terrorismus-in-russland-viele-terrorverdaechtige-und-wenige-beweise-ld.1292816\">unter Migranten gesucht<\/a>. In den Augen der Gesellschaft gelten sie als Schuldig, solang sie nicht das Gegenteil bewiesen haben. Schon am Folgetag des Anschlags wurden vorschnell vermeintliche T&#xE4;ter gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Vorschnelle Verd&#xE4;chtige<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der erste &#x201E;Terrorist&#x201C;, den die Medien entdeckten, war ein b&#xE4;rtiger Mann in schwarzer Kleidung. Sofort konnte man alles M&#xF6;gliche zu seiner Herkunft lesen. Dann erschien er aber pl&#xF6;tzlich selbst bei der Polizei und der Verdacht stellte sich als unbegr&#xFC;ndet heraus. Interessant ist vor allem, was danach passierte: Zuerst konnte er nicht nach Ufa fliegen, weil andere Flugg&#xE4;ste ihn nicht an Bord haben wollten. Dann erfuhr er, dass er wegen eines Antrags des regionalen Ermittlungsausschusses seinen Job verloren hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/vier-fragen-zum-anschlag-in-sankt-petersburg\/\">Vier Fragen zum Anschlag in Sankt-Petersburg<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Danach verd&#xE4;chtigte man einen Studenten aus Kasachstan, der selbst beim Anschlag ums Leben gekommen war. Auch der Verdacht wurde widerlegt, in der Zwischenzeit waren aber bereits hunderte Artikel &#xFC;ber den kasachischen &#x201E;Terroristen&#x201C; erschienen. Die Botschaft ist klar: Migrant bedeutet Terrorist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schlie&#xDF;lich trat der dritte Selbstmordattant&#xE4;ter in Erscheinung. &#xDC;ber Akbarschon Dschalilow wusste man erst mal nur, dass er 22 Jahre alt war, russischer Staatsb&#xFC;rger war, urspr&#xFC;nglich aus Kirgistan kam und als Koch und Automechaniker gearbeitet hatte. Dazu h&#xE4;uften sich Ger&#xFC;chte, Nachreden und Mutma&#xDF;ungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dschalilow wurde ohne jede Untersuchung von der &#xD6;ffentlichkeit verurteilt und schuldig gesprochen. Laut dem Prinzip der Unschuldsvermutung muss der Angeklagte solange als unschuldig angesehen werden, bis seine Schuld in einem &#xF6;ffentlichen gesetzesgem&#xE4;&#xDF;en Verfahren nachgewiesen ist. Dschalilow hat man aber nach dem Tod schnell gehetzt, weil er asiatisch aussieht und gut in das Bild eines potentiellen Terroristen passt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es spielte keine Rolle, dass er russischer Staatsb&#xFC;rger war. Im gesellschaftlichen Bewusstsein sind Menschen aus Zentralasien immer nur Migranten (daf&#xFC;r geh&#xF6;rt aber <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/filmstar-gerard-depardieu-von-putin-zum-russen-ernannt-a-875537.html\">G&#xE9;rard Depardieu<\/a> zu uns).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Migranten als S&#xFC;ndenb&#xF6;cke<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Jedes zerr&#xFC;ttete Land ben&#xF6;tigt st&#xE4;ndig einen S&#xFC;ndenbock, dem man alle Probleme zuschreiben kann. Heute sind unsere Mitb&#xFC;rger wie nie zuvor einer fremdenfeindlichen Stimmung ausgesetzt. Es gibt externe Feinde: Ukrainer oder Amerikaner, die man f&#xFC;r globale Misserfolge verantwortlich machen kann. Und es gibt innere Feinde, n&#xE4;mlich Migranten, die f&#xFC;r die hohe Kriminalit&#xE4;t, die niedrigen L&#xF6;hne, die hohen Preise, das schlechte Wetter und das ungl&#xFC;ckliche Privatleben herhalten m&#xFC;ssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dabei wird der &#xFC;berwiegende Teil der Morde von einheimischen B&#xFC;rgern begangen. Meistens in den Haushalten, nach Saufereien, Streitigkeiten und Messerstechereien. In Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan ist die Mordrate hingegen zwei- bis dreimal niedriger. Und Migranten sind f&#xFC;r weniger als 5% der Kriminaltaten in Russland verantwortlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/auf-der-flucht-kirgisische-gastarbeiter-in-russland\/\">Auf der Flucht &#x2013; Kirgisische Gastarbeiter in Russland<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch die altans&#xE4;ssigen Russl&#xE4;nder emp&#xF6;ren sich &#xFC;ber die gro&#xDF;e Anzahl an Migrantenkindern in den Schulen. Sie wollen, dass diese Kinder sich integrieren und russifizieren, aber ohne russische Schulen, Kindergarten und gar Spielpl&#xE4;tze zu besuchen. Kindern, deren Eltern keine Registrierung in Russland haben, wird die Ausbildung verweigert. Tats&#xE4;chlich ist die Bildungslage in Russland katastrophal: Der Bereich macht <a href=\"http:\/\/data.uis.unesco.org\/?queryid=181\">3,8% (2012) des Haushalts aus<\/a>, damit liegt Russland weltweit irgendwo zwischen Sierra-Leone und Tadschikistan. Es ist komisch, den illegalen Migranten die Schuld daf&#xFC;r zu geben, denn sie sind an der Haushaltsf&#xFC;hrung nicht beteiligt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8923\" aria-describedby=\"caption-attachment-8923\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8923 size-full\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/2859819222_f1cd24bbfe_o.jpg\" alt=\"Russland Arbeitsmigranten Arbeiter Tadschikistan\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/2859819222_f1cd24bbfe_o.jpg 1000w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/2859819222_f1cd24bbfe_o-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/2859819222_f1cd24bbfe_o-768x512.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/2859819222_f1cd24bbfe_o-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-8923\" class=\"wp-caption-text\">Ein Arbeiter aus Tadschikistan in Russland<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Viele Russl&#xE4;nder meinen, die Migranten sollten nicht &#x201E;auf Kosten der Steuerzahler&#x201C; in ihren Krankenh&#xE4;usern behandelt werden. Sie st&#xF6;ren sich nicht an Geschichten wie der einer Frau aus Usbekistan, die ihr Kind vor dem Eingang einer Geburtsstation zur Welt brachte, weil sie nicht hinein gelassen wurde. Oder die Geschichte eines Herzinfarktkranken aus Zentralasien, der aus dem Krankenhaus geworfen wurde, damit er &#x2013; Gott beware &#x2013; &#xA0;nicht dort stirbt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Jahr 1990 gab es in der russischen Sowjetrepublik 12.800 Krankenh&#xE4;user und andere medizinische Einrichtungen, heute sind es nur noch 5400. Im selben Zeitraum ist die Zahl der Betten in den Entbindungsstationen von 122 700 auf 69 400 gesunken. Die Wut richtet sich aber gegen die Migranten, die meistens nur um erste medizinische Hilfe oder einfache Operationen bitten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Musterkinder gegen die Vorurteile &#xA0;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich kenne eine Familie aus Tadschikistan, die in Sankt-Petersburg arbeitet. Akmal arbeitet auf einem Gem&#xFC;semarkt, Ferusa als Fris&#xF6;rin. Sie haben drei kleine Kinder und wohnen in einer Mietwohnung in einem Neubau in Kuptschino. Sie lassen ihre Kinder nicht zuhause spielen, um die Nachbarn nicht zu &#xE4;rgern. Die Nachbarskinder k&#xF6;nnen aber ruhig laut stampfen und kreischen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/die-tadschiken-aussatzige-in-russland\/\">Die Tadschiken, Auss&#xE4;tzige in Russland<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der &#xE4;ltere Sohn geht in die erste Klasse. Seine Russischkenntnisse sind ausgezeichnet und er kann akzentfrei sprechen, aber die Lehrerin und die anderen Kinder nennen ihn &#x201E;den dummen Tadschiken&#x201C;. Um den beleidigenden Spitznamen loszuwerden verbringt er seine ganze Zeit hinter B&#xFC;chern und geh&#xF6;rt zu den besten seiner Klasse. Wegen dem st&#xE4;ndigen Pauken und Mobbing hat er starke Kopfschmerzen, wogegen der Arzt ihm Tebletten verschrieben hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Er kann Gedichte von russischen Dichtern aufsagen, die man erst in den h&#xF6;heren Klassen lernt, aber die Lehrerin l&#xE4;sst ihn nicht mit den anderen Kindern auf den Schulfesten auftreten. Der Vater schenkt der Lehrerin immer wieder Fr&#xFC;chtedosen. Sie nimmt sie zwar gerne an, aber ihr Verhalten gegen&#xFC;ber dem &#x201E;dummen Tadschiken&#x201C; &#xE4;ndert sie nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ferusa tr&#xE4;gt ein Kopftuch, Akmal einen Bart und einen tadschikischen Hut. Sie sind die misstraulichen Blicke schon gewohnt. Sie wollen ihre Traditionen einhalten, aber auch sein, wie alle anderen. Daf&#xFC;r m&#xFC;ssen sie besser als alle anderen sein. Ihre zweij&#xE4;hrige Tochter, die kaum gehen kann, ist auch schon getrimmt: Sie weiss fast alle L&#xE4;nderhauptst&#xE4;dte. Dabei hat sie wie jedes andere zweij&#xE4;hrige Kind eigentlich keine Ahnung von L&#xE4;ndern oder Hauptst&#xE4;dten. Daf&#xFC;r k&#xF6;nnen ihre Eltern allen &#xFC;berraschten G&#xE4;sten ihr T&#xF6;chterchen vorzeigen und beweisen, dass sie keine &#x201E;dummen Tadschiken&#x201C; sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Migranten unter Generalverdacht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach dem Terroranschlag in Sankt-Petersburg scheuen sich die Leute vor dunkelhaarigen Frauen in Kopft&#xFC;chern und fliehen aus der U-Bahn, wenn ihnen ein b&#xE4;rtiger Muslime begegnet. So war es auch in Moskau nach <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/14\/Terror-Moskau\">den Terroranschl&#xE4;gen<\/a> im M&#xE4;rz 2010. Jeder Mensch aus Zentralasien oder dem Kaukasus wird als potentieller Selbstmordattent&#xE4;ter wahrgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Akmal und Ferusa f&#xFC;rchten sich, &#xF6;fter als n&#xF6;tig drau&#xDF;en zu sein. Wenn sie zur Arbeit gehen, nehmen sie kleine Gassen, um niemandem ins Auge zu fallen. Sie haben nichts verbrochen, wissen aber, &#xA0;wie schnell sie zum S&#xFC;ndenbock werden k&#xF6;nnen. Bei der Versammlung ihrer Diaspora wurde ihnen sanft nahegelegt, sie sollen nicht auff&#xE4;llig sein, auch wenn mit ihren Unterlagen alles in Ordnung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Stra&#xDF;enfeger und sein Sohn, die unsere Stra&#xDF;e und den Boden am Hauseingang reinigen, wohnen im Keller neben dem M&#xFC;llschacht. Fris&#xF6;rinnen in einem Fris&#xF6;rsalon, der &#xFC;brigens einem ihrer Landsmann geh&#xF6;rt, wohnen in einer Garage. Im <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/staatstrauer-in-kirgistan-moskauer-feuer-ttet-14-kirgisische-gastarbeiter\/\">August letzten Jahres<\/a> starben 14 Migranten aus Kirgistan bei einem Feuer in einer Druckerei. Sie erstickten im Schlaf. Die Opfer &#xFC;bernachteten an ihrer Arbeitsstelle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/staatstrauer-in-kirgistan-moskauer-feuer-ttet-14-kirgisische-gastarbeiter\/\">Staatstrauer in Kirgistan<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In einem &#x201E;elit&#xE4;ren Bezirk&#x201C; in Moskau, in dem Wohnungen hunderte Millionen kosten, nisten sich Asiaten im Keller ein. Und sie k&#xF6;nnen froh sein, wenn keiner von dort vertreibt. Das sind alles typische Geschichten von Arbeitsmigranten in Moskau. Die ver&#xE4;ngstigten Menschen, die man hier f&#xFC;r sprechende Arbeitsger&#xE4;te h&#xE4;lt, erschrecken uns. &#xA0;Aber vielmehr sind sie selbst von uns erschrocken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach den Terroranschl&#xE4;gen werden Migranten zunehmend beobachtet. Nicht nur von Polizisten, sondern auch von besorgten B&#xFC;rgern. Sie haben Angst und fangen an zu hassen. Die <a href=\"https:\/\/themoscowtimes.com\/news\/st-petersburg-man-burns-down-village-he-believes-is-jihadi-hideout-57658\">Geschichte<\/a> eines Petersburgers, der kurz nach dem Anschlag auf der Suche nach &#x201E;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mudschahed\">Mudschaheddin<\/a>&#x201C; ein ganzes Dorf verbrannt hat, ist vielleicht nur der Anfang einer gro&#xDF;en Welle der Migranten-Phobie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Geschichte kennt viele Beispiele, in der wir uns an nationalen Minderheiten ausgelassen haben. Vor genau 100 Jahren gab es in Petrograd (fr&#xFC;herer Name von Sankt Petersburg, Anm. d. Red.) &#xA0;eine Massenhysterie wegen eines Komplotts von Kaukasiern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Alles begann damit, dass die Nachbarn eines Tschetschenen, der kein Russisch konnte, ihn bei der Polizei meldeten. Er schien ihnen verd&#xE4;chtig, weil er morgens fr&#xFC;h aufstand und irgendwohin ging. Polizisten kamen zu diesem Mann und die Klatschpresse schrieb gleich, bei der Hausdurchsuchung seien eine Bombe, ein Maschinengewehr und viele Patronen gefunden wurden. Ob es stimmte, wird keiner je erfahren. Bekannt ist nur das traurige Schicksal dieses Tschetschenen und vieler anderen Kaukasier, die damals der w&#xFC;tenden Menschenmenge vor die Flinte kamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Genauso traurig wie die Schicksale der Migranten, die heute der Menge vor die Flinte kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Elisaweta Alexandrowa-Sorina<br>\n<a href=\"http:\/\/www.mk.ru\/social\/2017\/04\/07\/migranty-dlya-bitya.html\">mk.ru<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Russischen von Liliya Gubaschewa<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Anschlag , der am 3. April Sankt Petersburg ersch&#xFC;tterte, stehen viele zentralasiatische Arbeitsmigranten in Rusland unter Generalverdacht. 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