{"id":8754,"date":"2017-05-07T13:16:10","date_gmt":"2017-05-07T11:16:10","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=8754"},"modified":"2017-11-21T10:04:50","modified_gmt":"2017-11-21T09:04:50","slug":"wie-buchara-zur-perle-des-ostens-wurde-und-diese-rolle-wieder-verlor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/wie-buchara-zur-perle-des-ostens-wurde-und-diese-rolle-wieder-verlor\/","title":{"rendered":"Wie Buchara zur \u201ePerle des Ostens\u201c wurde und diese Rolle wieder verlor"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>Buchara ist eine der wichtigten touristischen Attraktionen in Usbekistan aber auch eine jahrtausendalte Stadt. Novastan &#xFC;bersetzt ein Interview, das zuerst beim <a href=\"http:\/\/caa-network.org\/archives\/8598\">Central Asian Analytical Network<\/a> (CAAN) erschienen ist.&#xA0; <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#xDC;ber die Rolle Bucharas in der Geschichte Zentralasiens und ihrer Kultur sprach CAAN mit Dilrabo Toschewoj, Doktorandin an der University of Wisconsin-Milwaukee. Toschewoj erforscht die urbanistische Kultur Zentralasiens und der islamischen Welt, inklusive der Geschichte Bucharas, ihrer Heimatstadt. Das Studium in den Vereinigten Staaten gibt ihr die einzigartige M&#xF6;glichkeit, ihre Stadt von au&#xDF;en als Forschungsobjekt zu betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Buchara gilt als legend&#xE4;re Stadt f&#xFC;r Zentralasien, als ihre geistige Hauptstadt oder gar als das Zentrum der &#xF6;stlichen Zivilisation. Welche Rolle spielte Buchara in der damaligen Entwicklung der Politik, Wirtschaft und Kultur Zentralasiens?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Buchara spielt seit dem fr&#xFC;hen Feudalismus eine zentrale Rolle in der Entwicklung von Politik, Wirtschaft und Kultur in Zentralasien. Ich w&#xFC;rde gerne die Rolle Bucharas als wirtschaftliches Zentrum hervorheben. Die Stadt befand sich an der Kreuzung wichtiger Handelswege und ihr Reichtum erlaubte es ihr, sich sowohl zu einem politischen als auch als kulturellen Zentrum zu entwickeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Buchara wurde von den meisten Emiren im Mittelalter als Hauptstadt gew&#xE4;hlt. Was ist das Besondere an der Stadt? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie ich schon angemerkt habe, lag Buchara an der Kreuzung eines bedeutenden kommerziellen Netzes, das heute als &#x201E;<a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/uigurische-region\/vom-mythos-seidenstrasse\/\">Seidenstra&#xDF;e<\/a>&#x201C; bekannt ist. Ihre vorteilhafte geografische Lage und die N&#xE4;he zur Amudarja-&#xDC;berfahrt waren die Hauptgr&#xFC;nde der Entscheidung der Machthaber, angefangen von den Samaniden (819-1005). Nat&#xFC;rlich gab es auch noch andere Gr&#xFC;nde, aber die Kontrolle &#xFC;ber den Handel war entscheidend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/uigurische-region\/vom-mythos-seidenstrasse\/\">Vom Mythos Seidenstra&#xDF;e<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die &#xDC;berfahrt von Tschardschu (heute Turkmenabad in Turkmenistan) war der einzig sichere Ort, wo H&#xE4;ndler auf dem weiten Weg zwischen Westen in den Osten den Fluss &#xFC;berqueren konnten. Die Kontrolle &#xFC;ber den Zoll und die Steuern war umso leichter, weil Buchara sich &#xFC;ber beide Flussseiten erstreckte und in beide Richtungen die erste Anlaufstelle war.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6820\" aria-describedby=\"caption-attachment-6820\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6820\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG_5348-1024x683.jpg\" alt=\"Ruine Buchara Usbekistan\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG_5348.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG_5348-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG_5348-768x512.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG_5348-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-6820\" class=\"wp-caption-text\">Eine Familie geht in der N&#xE4;he eines scheinbar verlassenen Wohngeb&#xE4;udes in Buchara (Usbekistan) spazieren.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Au&#xDF;erdem war die Stadt ein Kontaktpunkt zwischen der Nomadenwelt und den sesshaften V&#xF6;lkern. Die Nomaden waren in Kriegszeiten aggressive Feinde, aber auch unersetzbare Konsumenten der st&#xE4;dtischen Handwerksg&#xFC;ter. Diese symbiotische Beziehung beg&#xFC;nstigte nicht nur die weitere Entwicklung Bucharas, sondern der gesamten Region. Aus der kleinen Stadt wurde ein Zentrum f&#xFC;r Handel und politisch-&#xF6;konomisches Leben. Diese Umst&#xE4;nde waren auch den Samanider Emiren bewusst, als sie Buchara zu ihrer Hauptstadt w&#xE4;hlten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Erz&#xE4;hlen Sie bitte etwas &#xFC;ber die Einwohner der Stadt. Wer waren sie, was haben sie gemacht? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Stadtbev&#xF6;lkerung Bucharas bestand vor allem aus sogdischen (persischen Urprungs, Anm. d. Red.) Handwerkern und H&#xE4;ndlern. Die Turkv&#xF6;lker lebten in der Peripherie der Stadt und besch&#xE4;ftigten sich mit der Landwirtschaft und der Viehzucht. Die Turkv&#xF6;lker nahmen aktiv am Handel teil, indem sie eine sichere Umgebung f&#xFC;r ihre eigenen Handelsg&#xFC;ter schafften und kontrollierten. Aber Vertreter der Turkv&#xF6;lker lebten auch innerhalb der Stadt, da die Sesshaftwerdung der Nomadenv&#xF6;lker mit den ersten Anf&#xE4;ngen der St&#xE4;dtebildung in der Region begann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist nat&#xFC;rlich schwer, die einzelnen Nationalit&#xE4;ten als Sogdier oder Turken zu identifizieren, da diese Bezeichnungen je nach politischem oder linguistischem Kontext viele Bedeutungen haben. Es lebte au&#xDF;erdem eine bedeutende Anzahl von Arabern und Juden in der Stadt. Im Hinblick auf die Forschungen &#xFC;ber die vor- und nachislamische Geschichte Bucharas kann man kann nur betonen, dass das friedliche Zusammenleben der Nomaden und der sesshaften V&#xF6;lker eine existentielle Bedingung f&#xFC;r das Aufbl&#xFC;hen der zentralasiatischen Staaten war. War dieses Gleichgewicht gest&#xF6;rt, so fielen die St&#xE4;dte entweder einer ausl&#xE4;ndischen Invasion zum Opfer oder erlebten einen Niedergang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Vor der sowjetischen Zeit und der Teilung der Zentralasiaten in Nationen auf Grundlage von Sprache identifizierten sich die Menschen im Emirat mit ihren St&#xE4;dten. Sie nannten sich Bucharaer, Samarkander und so weiter. Als Buchara als &#x201E;Perle des Ostens&#x201C; galt, kamen Tausende aus anderen St&#xE4;dten dorthin, um zu leben, zu studieren oder zu arbeiten. Wie war die Haltung der Einwohner und der Machthaber gegen&#xFC;ber den Neuank&#xF6;mmlingen? War es f&#xFC;r die Zugezogenen schwer, sich an die neue Umgebung anzupassen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Laufe meiner Forschungen habe ich historische Briefe lokaler Autoren gelesen, angefangen bei <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Narshakhi\">Muchammad Narshakhi<\/a> (10. Jahrhundert) bis zu den Memoiren von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sadriddin_Aini\">Sadriddin Aini<\/a> (20. Jahrhundert). Au&#xDF;erdem habe ich die Niederschriften von Reisenden gelesen, die Buchara zu verschiedenen Zeiten besuchten. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass die Menschen in Buchara ungew&#xF6;hnlich tolerant waren, trotz der ethnischen und religi&#xF6;sen Vielfalt der Stadt. In den ganzen Schriften habe ich keine Anmerkungen zu Konflikten auf nationaler oder religi&#xF6;ser Grundlage gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In dem Sinne kann die Geschichte Bucharas auch heute noch als Beispiel f&#xFC;r viele Brennpunkte dienen, wo man wegen Nationalit&#xE4;ten und Religionen weiter t&#xF6;tet und Kriege f&#xFC;hrt. Muslime, Christen, Juden, Usbeken, Tadschiken und Russen lebten in Buchara seit der Antike Seite an Seite und erlebten keinen gegenseitigen Hass.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Politik der Machthaber gegen&#xFC;ber den Zugezogenen wechselte je nach ihren eigenen Interessen. Die Leute waren aber &#xFC;beraus offen in ihren sozialen Beziehungen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6814\" aria-describedby=\"caption-attachment-6814\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6814\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG_5000-1024x683.jpg\" alt=\"Bucharer Camaieu Usbekistan\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG_5000.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG_5000-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG_5000-768x512.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG_5000-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-6814\" class=\"wp-caption-text\">Die Kuppel einer der Markthallen in Buchara (Usbekisten) scheint nach dem Mond zu streben.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Menschen aus anderen St&#xE4;dten und L&#xE4;ndern, die nach Buchara kamen, um zu studieren, zu arbeiten oder Handel zu betreiben, brachten auch durch die Bezahlung der Zimmer in Karawansereien oder Medressen (Koranschulen) einen erheblichen Nutzen f&#xFC;r die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Zimmer in der Dschuibarskij-Medresse geh&#xF6;rten zum Beispiel zu den teuersten der Region. Die Erfahrung der Zugereisten ist mir ehrlich gesagt nicht bekannt. Aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man es als Zuwanderer immer schwer hatte, zu allen Zeiten und an allen Orten, ungeachtet der Beziehung zu den Einheimischen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wie haben die Samaniden (9.-11. Jahrhundert) Bucharas Architektur modernisiert? Wie hat sich Bucharas Stil in der weiteren Geschichte gehalten?&#xA0; <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Geschichte Zentralasiens steht die Zeit der Samaniden f&#xFC;r den Beginn der Bildung vieler architektonischer Prinzipien, die im Laufe des gesamten Mittelalters weiterentwickelt wurden. Es ist bemerkenswert, dass die Samaniden als erste &#xF6;rtliche Dynastie nach der arabischen Eroberung islamische Elemente mit antiken sogdisch-t&#xFC;rkischen Traditionen kombinierten. Diese Synthese gilt als grundlegende Innovation dieser Epoche und sie hat sich &#xFC;ber Jahrhunderte gehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Man kann es sowohl in der Architektur als auch bei der Dekoration beobachten: In den dekorativen Elementen erkl&#xE4;rt der islamische Einfluss das allm&#xE4;hliche Verschwinden der lebendigen Wesen, wie V&#xF6;gel, Tiere und Menschen. Kalligrafische Aufschriften auf Arabisch ersetzten in der Architektur die Skulpturen und Bilder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Verbindung von pflanzlichen und geometrischen Elementen ist die Weiterf&#xFC;hrung der Symbiose mit t&#xFC;rkisch-sogdischen Traditionen. Die Verwendung von Blumenmustern ist zum Beispiel mit dem agrarkulturellen Umfeld der Sogdier verbunden, w&#xE4;hrend die abstrakten geometrischen Elemente den Einfluss der antiken turkischen, nomadischen Tradition in der Dekoration markieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese drei Elemente (Kalligraphie, Verwendung von pflanzlichen bzw. Blumenmustern und geometrisch-abstraktes Design) in der Dekoration der architektonischen Werke kann man in fast allen St&#xE4;dten Zentralasiens beobachten, obwohl man auch ihre regionalen Unterschiede und Besonderheiten bemerkt. Als Buchara Hauptstadt war, m&#xF6;gen andere St&#xE4;dte ihren Stil nachgeahmt haben. Aber ich denke, dass sich die St&#xE4;dte eher gegenseitig beeinflussten und die Entwicklung der Architektur oft parallel verlief.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Also kann man das, was wir in Buchara sehen, zum Beispiel auch in Samarkand sehen? Gibt es architektonische Unterschiede zwischen den St&#xE4;dten? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich kann nicht sagen, dass Buchara eine Stilikone war und von allen anderen St&#xE4;dten kopiert wurde. Heute revidieren westliche Wissenschaftler und Kunsthistoriker das Konzept der kulturellen Zentren und Peripherien. Zum Beispiel galt in Europa bis vor Kurzem Italien als das Zentrum der Renaissance und ganz Europa als die Peripherie im Einflussgebiet der italienischen Renaissance. Aber heute betrachten die Forscher die gleichberechtigte Rolle jeder Nation in kulturellen Prozessen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8758\" aria-describedby=\"caption-attachment-8758\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-8758\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/484161_93bdb9b630_b-1024x683.jpg\" alt=\"Buchara Usbekistan\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/484161_93bdb9b630_b.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/484161_93bdb9b630_b-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/484161_93bdb9b630_b-768x512.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/484161_93bdb9b630_b-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-8758\" class=\"wp-caption-text\">Eine Stra&#xDF;e im Zentrum von Buchara<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich m&#xF6;chte die Geschichte und Kultur der zentralasiatischen St&#xE4;dte auf diese Weise betrachten, denn diese Methode ist auch vollst&#xE4;ndig auf die Geschichte der St&#xE4;dte dieser Region anwendbar. Vergleicht man die Architektur Samarkands und Bucharas in ein und derselben Zeit, kann der Spezialist feine Unterschiede bemerken, die einem Touristen aber nicht unbedingt ins Auge fallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wie stand eigentlich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Timur\">Timur<\/a> (1336-1405) zu Buchara? Wie lebte Buchara in der Epoche seiner F&#xFC;hrung? Welche Spuren hinterlie&#xDF; er in Buchara?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach der mongolischen Invasion (1219-1221) verloren Buchara und andere St&#xE4;dte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transoxanien\">Transoxaniens<\/a> (<em>die Region zwischen Amudarja und Syrdarja, Anm. d. Red<\/em>.) ihre fr&#xFC;here Rolle als Handelstransit zwischen China und Europa, und auch zwischen Kleinasien (<em>die T&#xFC;rkei und Syrien, Anm. d. Red.<\/em>) und dem Nahen Osten. Der Karawanenhandel hat sich in den Norden der Seidenstra&#xDF;e verschoben, durch das Territorium der Goldenen Horde (<em>das Reich des &#xE4;ltesten Sohnes von Dschengis Chan, Anm. d. Red.<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/shahrisabz-ein-bedrohtes-erbe-in-usbekistan\/\">Shahrisabz, ein bedrohtes Erbe in Usbekistan<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zentralasien, darunter auch Buchara, erfuhr in der Zeit einen schweren und langen Verfall sowohl wirtschaftlich als auch kulturell. Timurs Reich, zu dem praktisch ganz Zentralasien geh&#xF6;rte, stieg in der besagten Zeit auf. Er hatte offene Rechnungen mit der Goldenen Horde: Solange die Karawanenwege von China bis Europa &#xFC;ber die Krim, die unteren Wolgaregion und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Choresmien\">Choresm<\/a> f&#xFC;hrte, war die wirtschaftliche Bl&#xFC;tezeit von Timurs Besitzt&#xFC;mern nicht absehbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Timur eroberte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Astrachan\">Astrachan<\/a> und Sarai-Berke (<em>die zweite Hauptstadt der Goldenen Horde, in der heutigen Mongolei, Anm. d. Red.<\/em>). Die Pl&#xFC;nderung und vollst&#xE4;ndige Zerst&#xF6;rung dieser St&#xE4;dte stoppten den Handel. Die Zerst&#xF6;rung Sarai-Berkes und die Niederwerfung der Goldenen Horde brachte der n&#xF6;rdlichen Handelsroute zwischen dem Nahen und dem Fernen Osten ein Ende. Der Karawanenhandel orientierte sich nach S&#xFC;den, nach Transoxanien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Karawanen, die aus China in den Nahen Osten und Europa zogen, nahmen wieder Kurs &#xFC;ber Otrar, Taschkent, Samarkand, Buchara, Chudschand und Merw.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Wege waren gut gezeichnet und bewacht, so dass K&#xE4;ufer ohne Gefahr auf ihnen reisen konnten. Mit dem Aufleben des Handels entwickelten sich auch das Handwerk und die st&#xE4;dtische Kultur Bucharas. Obwohl Timur Samarkand als Hauptstadt seines Imperiums erkl&#xE4;rte, sicherte er die Stabilit&#xE4;t und Ordnung der ganzen Region. Damit erm&#xF6;glichte er auch die weitere Entwicklung des st&#xE4;dtischen Lebens in Buchara. Durch den Bau von Stra&#xDF;en, Karawansereien, Br&#xFC;cken und anderen infrastrukturellen Bauwerken brachte Timur die st&#xE4;dtische Kultur Bucharas auf ein neues Niveau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Buchara galt zwar als wissenschaftliches Zentrum der Region, was sich aber nur auf religi&#xF6;se Wissenschaften bezog. Kann man sagen, dass sie sich deshalb schwer an die neuen Begebenheiten im 19. Jahrhundert anpassen konnte? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im fr&#xFC;hen Mittelalter war Buchara ein Zentrum f&#xFC;r Religions- und Naturwissenschaften. Aber mit dem Verlust der Karawanenwege, ab dem 17.-18. Jahrhundert, verlor die Stadt allm&#xE4;hlich ihre Rolle als wissenschaftliches Zentrum. Und im 19. Jahrhundert verlor sie ihre Rolle als Zentrum der Naturwissenschaften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Vergleich zum Mittelalter war die Stadt im 19. Jahrhundert von der Au&#xDF;enwelt isoliert, obwohl die Handelsbeziehungen zu den Nachbarstaaten noch weiterliefen. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hermann_V%C3%A1mb%C3%A9ry\">Hermann V&#xE1;mb&#xE9;ry<\/a>, ein Reisender im 19. Jahrhundert, berichtete, dass es in der Zeit seines Besuchs in Buchara 80 Medressen gab, in denen 5000 Studenten lernten. Die Studenten kamen aus verschiedenen Ecken Zentralasiens: Kaschgar, Indien, China, Russland und Afghanistan. Ich denke, dass die Bucharaer Medressen weiter ein Bildungszentrum der Region waren, aber haupts&#xE4;chlich im religi&#xF6;s-philosophischen Bereich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Obwohl Buchara f&#xFC;r die ganze Region ein politisches und kulturelles Zentrum war, wurde sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts weder usbekische, noch tadschikische Hauptstadt. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Kommunisten hatten ihre eigenen Ziele. Nicht nur Buchara, sondern auch zwei andere Hauptst&#xE4;dte &#x2013; Kokand und Chiwa, wurden nicht zu Hauptst&#xE4;dten. Samarkand, ein weiteres politisches und kulturelles Zentrum der Region, war nur kurz Hauptstadt. Am Ende fiel diese Rolle Taschkent zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In den 1920er und 1930er Jahren war der Konstruktivismus sehr beliebt in der sowjetischen Architektur. Der architektonische Konstruktivismus setzte im Kern voraus, alle Verbindungen mit der vergangenen klassischen Architektur zu unterbrechen. Er sollte den sowjetischen St&#xE4;dten ein neues Antlitz geben, das die revolution&#xE4;re Umgestaltung des Lebens und den Kollektivismus ausdr&#xFC;ckte. So wurden neue &#xE4;sthetische Ideale wie Einfachheit, Demokratie und Utilitarismus eingef&#xFC;hrt. Viele historische Geb&#xE4;ude, feudale Schl&#xF6;sser, Kirchen und im Fall Zentralasiens, Moscheen und andere religi&#xF6;se Institutionen wurden zerst&#xF6;rt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8759\" aria-describedby=\"caption-attachment-8759\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-8759\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/16965119747_a4bfb197a9_z.jpg\" alt=\"Buchara Registan Usbekistan Schloss Moschee\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/16965119747_a4bfb197a9_z.jpg 640w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/16965119747_a4bfb197a9_z-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/05\/16965119747_a4bfb197a9_z-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-8759\" class=\"wp-caption-text\">Die alte Festung von Buchara (links) und das heutzutage gut besuchte historische Zentrum der Stadt.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Die gro&#xDF;en Pl&#xE4;ne der Konstruktivisten umfassten vor allem die zentralen Gebiete der Sowjetunion, aber sie hatten scheinbar von Anfang an einen Plan f&#xFC;r die zentralasiatischen Hauptst&#xE4;dte. Buchara konnte nicht als Hauptstadt der neuen Sozialistischen Sowjetrepublik in Frage kommen, weil sie fast die ganze Stadt h&#xE4;tten umbauen m&#xFC;ssen. Dennoch hat sich Bucharas Charakter in der Sowjetunion wesentlich ver&#xE4;ndert. Das liegt daran, dass die Kommunisten die St&#xE4;dte als Zentren ihrer politischen Propaganda betrachteten und auch die Architektur politisiert war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Nach tausendj&#xE4;hriger Herrschaft spielt die persischen Sprache in Buchara heute keine staatliche oder administrative Rolle mehr. Wahrscheinlich hat sie auch schon ihren Platz in der Stadtbev&#xF6;lkerung verloren. Kann man sagen, dass die Epoche der persischen Sprache in Buchara unwiderruflich beendet ist?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es stimmt, dass die persische Sprache im administrativen und staatlichen Bereich kaum ihren fr&#xFC;heren Status wiederfinden kann. Und glauben Sie mir, die meisten Menschen in Buchara leiden nicht besonders darunter, denn sie sprechen sowohl flie&#xDF;end Tadschikisch (<em>eine dem Farsi nahe persische Sprache, Anm. d. Red.<\/em>) als auch Usbekisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie ich bereits erw&#xE4;hnte, sind die Bucharaer unglaublich ausdauernd und tolerant. Falls sich keine fremden Faktoren einmischen, werden die Usbeken und Tadschiken in Buchara noch mehr als hundert Jahre friedlich zusammenleben, auch wenn die usbekische Sprache die Amtssprache ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Viel wichtiger als die linguistischen sind die &#xF6;konomischen und &#xF6;kologischen Probleme. Die Menschen in der Bucharaer Oase verstehen das sehr wohl. Die persische Sprache mag ihre Rolle als staatliche und administrative Sprache verloren haben, aber die persisch\/tadschikischsprachigen Bewohner werden weiter ihre Sprache sprechen und keiner wird sie daran hindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Eine letzte Frage &#xFC;ber die Wahrnehmung der heutigen Touristen. In ihrer Heimatstadt haben Sie sicher schon mit Touristen gesprochen und werden auch in den Vereinigten Staaten oft auf Buchara angesprochen. Was lockt die Touristen nach Buchara?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In den Vereinigten Staaten kennt leider au&#xDF;er einem engen Kreis an Forschern und Wissenschaftlern fast niemand Buchara. Ich erforsche nicht nur Buchara, sondern die St&#xE4;dte der islamischen Welt im Allgemeinen. Buchara ist nur eine von ihnen. Wie Sie wissen, sind die Amerikaner ein sehr praktisches Volk, ich habe also ein Interesse daran, die Geschichte Bucharas mit den Interessen der amerikanischen Gesellschaft zu verbinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Viele amerikanischen St&#xE4;dte, darunter auch Milwaukee, wo ich jetzt lebe, sind segregiert. Im Stadtzentrum wohnen gew&#xF6;hnlich Afroamerikaner und Zuwanderer, die wei&#xDF;en Amerikaner leben lieber in der Vorstadt. Viele amerikanische St&#xE4;dte im Midwest verlieren ihre historischen kulturellen, administrativen, gesch&#xE4;ftlichen und religi&#xF6;sen Zentren und leeren sich. Wissenschaftler beobachten dieses Ph&#xE4;nomen und machen sich Gedanken &#xFC;ber die Zukunft der St&#xE4;dte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7336\" aria-describedby=\"caption-attachment-7336\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7336\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/03_08_DE.png\" alt=\"Buchara Juden\" width=\"800\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/03_08_DE.png 800w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/03_08_DE-150x150.png 150w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/03_08_DE-300x300.png 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/03_08_DE-768x768.png 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/03_08_DE-550x550.png 550w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/03_08_DE-32x32.png 32w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/03_08_DE-50x50.png 50w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/03_08_DE-64x64.png 64w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/03_08_DE-96x96.png 96w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/03_08_DE-128x128.png 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-7336\" class=\"wp-caption-text\">Die Emigration fand vor allem im 19. Jahrhundert statt<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Buchara war &#xFC;brigens eine der ersten St&#xE4;dte Eurasiens, die eine Art Vorstadt hatte. Damit ist sie den heutigen amerikanischen St&#xE4;dten sehr &#xE4;hnlich. Die arabischen Eroberer brauchten nach der Ergreifung Bucharas die H&#xE4;lfte der H&#xE4;user der Stadtbewohner f&#xFC;r die schnellstm&#xF6;gliche Durchsetzung des Islams. Daraufhin verlie&#xDF;en die wohlhabenden Stadtbewohner die Stadt und zogen hinter die Stadtmauer. Da viele von ihnen handwerkliche Gesch&#xE4;fte oder Handelsl&#xE4;den f&#xFC;hrten, verlagerten sich auch die Gesch&#xE4;fte aus der Stadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So zeigten sich erste Anzeichen von Vorst&#xE4;dten in Buchara. Das macht die Geschichte von Buchara auch so interessant. Das Samaniden-Mausoleum interessiert hingegen amerikanische Bauwesen-Studierende. Dieses Meisterwerk steht im Lehrplan der Architektur-Fakult&#xE4;t.<\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Central Asian Analytical Network<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Russischen von Margarete Buch<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchara ist eine der wichtigten touristischen Attraktionen in Usbekistan aber auch eine jahrtausendalte Stadt. Novastan &#xFC;bersetzt ein Interview, das zuerst beim Central Asian Analytical Network (CAAN) erschienen ist.&#xA0; &#xDC;ber die Rolle Bucharas in der Geschichte Zentralasiens und ihrer Kultur sprach CAAN mit Dilrabo Toschewoj, Doktorandin an der University of Wisconsin-Milwaukee. Toschewoj erforscht die urbanistische Kultur [&#x2026;]<\/p>\n","protected":false},"author":459,"featured_media":8755,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[1234,1343,1413,1289],"coauthors":[2430,1754],"class_list":["post-8754","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-usbekistan","tag-architektur","tag-buchara","tag-geschichte","tag-usbekistan"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8754","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/459"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8754"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8754\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8755"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8754"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8754"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8754"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=8754"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}