{"id":7982,"date":"2017-03-13T14:03:47","date_gmt":"2017-03-13T13:03:47","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=7982"},"modified":"2017-04-06T19:07:20","modified_gmt":"2017-04-06T17:07:20","slug":"sechs-diplomatische-streitigkeiten-zwischen-kirgistan-und-kasachstan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/sechs-diplomatische-streitigkeiten-zwischen-kirgistan-und-kasachstan\/","title":{"rendered":"Sechs diplomatische Streitigkeiten zwischen Kirgistan und Kasachstan"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Schlechte Erinnerungen an die kirgisische Revolution von 2010, teures Internet und Migrationsprobleme: Kirgistan und Kasachstan stehen sich insgesamt relativ nahe, abgesehen von einigen Zank&#xE4;pfeln. Auf der Grundlage eines Artikels von <a href=\"http:\/\/theopenasia.net\/articles\/detail\/shest-ssor-kazakhstana-i-kyrgyzstana\/\">The Open Asia<\/a> bieten wir einen &#xDC;berblick &#xFC;ber die Streitigkeiten der zwei Nachbarl&#xE4;nder. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am 21. Februar 2017 wurde der st&#xE4;ndige Vertreter der Kirgisischen Republik Kainarbek Toktomuschew ins kasachische Au&#xDF;enministerium einbestellt. Grund f&#xFC;r den diplomatischen Zwischenfall war eine &#xC4;u&#xDF;erung des kirgisischen Pr&#xE4;sidenten Almasbek Atambajew in einem Fernsehinterview des Senders Euronews, in dem er das Verhalten Kasachstans w&#xE4;hrend der zweiten krigisischen Revolution 2010 kritisiert und darin den Ursprung f&#xFC;r verschiedene Missverst&#xE4;ndnisse zwischen den beiden Staaten sieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/wir-wuerden-auch-jetzt-in-die-eu-eintreten-atambajew-im-gespraech-mit-euronews\/\">Atambajew im Gespr&#xE4;ch mit Euronews<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als Antwort darauf ver&#xF6;ffentlichte das kasachische Au&#xDF;enministerium eine trotz des offiziellen Stils recht lange und ansatzweise emotionale <a href=\"http:\/\/mfa.gov.kz\/index.php\/ru\/so-y-zha-aly-tar\/129-novosti\/8334-vremennogo-poverennogo-v-delakh-kyrgyzstana-priglasili-v-mid-rk\">diplomatische Note<\/a> &#xFC;ber die kasachische Vorgehensweise w&#xE4;hrend der Revolution von 2010 und vor allem &#xFC;ber sein Verh&#xE4;ltnis zum kirgisischen Brudervolk.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kasachstan und Kirgistan haben seit ihrer Unabh&#xE4;ngigkeit 1991 eigentlich ein sehr gutes nachbarschaftliches Verh&#xE4;ltnis. Trotz der zwei Revolutionen 2005 und 2010 in Kirgistan sind die diplomatischen Beziehungen nie abgebrochen. Dennoch gibt es einige Reibungspunkte zwischen den beiden Staaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Blockade w&#xE4;hrend der Revolution von 2010<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W&#xE4;hrend des <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/wir-wuerden-auch-jetzt-in-die-eu-eintreten-atambajew-im-gespraech-mit-euronews\/\">Fernsehinterviews am 17. Februar<\/a> wurde Almasbek Atambajew gefragt, ob es f&#xFC;r Kirgistan vorteilhaft sei <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/zollgrenzen-zwischen-kirgistan-und-kasachstan-sind-offen\/\">Teil der Eurasischen Wirtschaftsunion<\/a> (EAWU) zu sein. Seine Interviewerin verwies darauf, dass die EAWU wohl vor allem russischen Interessen diene. &#x201E;<em>Das Land muss Handel treiben und mit den Nachbarl&#xE4;ndern kooperieren&#x201C; <\/em>so Atambajews Antwort. Wenn Kirgistan nicht in die EAWU eingetreten w&#xE4;re, h&#xE4;tte dem Land eine Blockade gedroht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7988\" aria-describedby=\"caption-attachment-7988\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7988\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/03\/Atambajew-bei-Euronews.jpg\" alt=\"Der kirgisische Pr&#xE4;sident Almasbek Atambajew beim Interview mit Euronews\" width=\"1024\" height=\"516\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/03\/Atambajew-bei-Euronews.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/03\/Atambajew-bei-Euronews-300x151.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/03\/Atambajew-bei-Euronews-768x387.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-7988\" class=\"wp-caption-text\">Der kirgisische Pr&#xE4;sident Almasbek Atambajew beim Interview mit Euronews<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Atambajew f&#xFC;gte hinzu<em> &#x201E;2010, als Kasachstan einundeinhalb Monate eine Blockade gegen Kirgistan aufrecht erhielt, gab es sogar Tote. Wenn man uns eine Alternative vorschl&#xE4;gt, Bittesch&#xF6;n. Wir w&#xE4;ren bereit schon heute der Europ&#xE4;ischen Union beizutreten.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#xA0;<\/em><strong>Spannungen und Medikamentenmangel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mit Blockade meint der Pr&#xE4;sident allem Anschein nach die Ereignisse an der kasachisch-kirgisischen Grenze im Zusammenhang mit der Revolution im April 2010. Kasachstan hatte w&#xE4;hrend dieser Zeit tats&#xE4;chlich die Grenzen geschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Au&#xDF;enministerium Kasachstans hat mit Verwunderung auf die Aussagen des kirgisischen Pr&#xE4;sidenten reagiert und eine Aufkl&#xE4;rung der Situation vonseiten Kirgistans gefordert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die kirgisische Vize-Ministerin Dinara Kemelowa erkl&#xE4;rte dann auch am folgenden Tag dem kasachischen Botschafter in Bishkek Aimdos Bosschigitow, dass der Pr&#xE4;sident sich darauf bezogen habe, dass in diesen eineinhalb Monaten schwerkranke Menschen durch Medikamentenmangel gestorben seien. Au&#xDF;erdem habe die Schlie&#xDF;ung der Grenzen zur Verschlimmerung der sozio-&#xF6;konomischen Situation gef&#xFC;hrt und die Spannungen innerhalb Kirgistans erh&#xF6;ht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bis zu den &#xFC;berraschenden &#xC4;u&#xDF;erungen des Pr&#xE4;sidenten war davon ausgegangen worden, dass dieses Thema abgeschlossen sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Kasachstan hat dem ehemaligen Pr&#xE4;sidenten zur Flucht geholfen <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese konkrete Auseinandersetzung lenkt auch allerdings davon ab, dass Kasachstan den im Laufe der Revolution gest&#xFC;rzten Pr&#xE4;sidenten Bakijew in Sicherheit gebracht hatte. Am Abend des 15. April hat ein Flugzeug der kasachischen Luftwaffe Kurmanbek Bakijew zusammen mit seiner Familie von Dschalalabad im S&#xFC;den Kirgistans in die kasachische Stadt Taras geflogen. Bakijew hatte anschlie&#xDF;end von kasachischem Boden aus <a href=\"http:\/\/www.eurasianet.org\/departments\/insightb\/articles\/eav041510d.shtml\">seinen R&#xFC;cktritt erkl&#xE4;rt<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der kasachische Pr&#xE4;sident Nursultan Nasarbajew hat am darauffolgenden Tag sogar seinen Verteidigungsminister beauftragt,&#xA0; die Piloten, die an der Evakuierung beteiligt waren, auszuzeichnen. Auf offizieller Ebene hat es bis jetzt noch keine Anspruchserhebungen gegen Kasachstan zu diesem Zwischenfall gegeben, was aber nicht hei&#xDF;t, dass diese in Zukunft nicht noch gestellt werden k&#xF6;nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Der Fall des Tuberkulosemittels FS-1&#xA0;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein weiterer Streitpunkt zwischen den beiden Staaten betrifft ein in Kasachstan produziertes Tuberkulosemittel, dem FS-1, durch welches im Oktober 2016 anscheinend zwei Kirgisen <a href=\"http:\/\/theopenasia.net\/articles\/detail\/iz-za-kazakhstanskogo-lekarstva-pogibli-patsienty-kliniki-v-kyrgyzstane\/\">gestorben<\/a> seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Generalstaatsanwaltschaft Kirgistans hat ein Strafverfahren gegen die illegalen klinischen Studien f&#xFC;r das kasachische Mittel im Nationalen Zentrum f&#xFC;r Tuberkuloseforschung er&#xF6;ffnet. Eine Inspektion habe den Ermittlungen zufolge gezeigt, dass die &#xC4;rzte des Zentrums einen Vertrag mit dem Forschungszentrum zu Infektionskrankheiten Kasachstans abgeschlossen haben, der gegen das Arzneimittelgesetz versto&#xDF;e. Im Rahmen dieses illegalen Kooperationsabkommens wurde das kasachische Tuberkulosemittel FS-1 an 54 Patienten getestet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vor Gericht wurde ausgesagt, dass &#x201E;Im Laufe der Studie 10 der 54 Testpatienten Nebenwirkungen aufgezeigt h&#xE4;tten und es zwei Todesf&#xE4;lle gegeben habe.&#x201C;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#xA0;<strong>Kasachstan weist die Vorw&#xFC;rfe zur&#xFC;ck <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als Reaktion auf die Vorw&#xFC;rfe fand in Kasachstan eine <a href=\"http:\/\/theopenasia.net\/articles\/detail\/lekarstvo-ot-tuberkuleza-iz-rk-ne-ubivalo-patsientov-v-kyrgyzstane\/\">Pressekonferenz<\/a> statt. Die Patienten seien nicht an den Folgen der Behandlung mit FS-1 gestorben, so die kasachischen Entwickler des Medikaments. Sie wollen nun rechtlich gegen das kirgisische Gesundheitsministerium wegen Verleumdung vorgehen. Die beiden Kranken seien vielmehr an einer Komplikation durch Infektion mit Multi-resistenter Tuberkulose gestorben, so der Leiter des kasachischen Forschungszentrums zu Infektionskrankheiten Marat Kulmanow.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#x201E;<em>Es ist bekannt, dass nach einer solchen Diagnose die &#xDC;berlebenschancen auf 50 Prozent herabsinken. Im Laufe der klinischen Studie bekommen alle an Tuberkulose erkrankten Patienten die gleiche Behandlung. Wir haben das zu testende Mittel an eine Gruppe Patienten verabreicht, die andere Gruppe bekommt ein Placebo-Mittel. Die beiden Verstorbenen haben kein FS-1 verabreicht bekommen, sondern das Placebo<\/em>&#x201C;, so Kulmanow.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bis 2014 sei die Behandlung mit FS-1 nur in Kasachstan erfolgt. Das kirgisische Gesundheitsministerium habe anschlie&#xDF;end eine offizielle Erlaubnis erlassen, die dritte Testphase in Kirgistan durchzuf&#xFC;hren. In der Zwischenzeit h&#xE4;tten ungef&#xE4;hr 400 an leichter Tuberkulose Erkrankte an den Tests in beiden L&#xE4;ndern teilgenommen. Nach Angaben des Forschers seien dabei keine schwerwiegenden Nebeneffekte aufgetreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Patienten und Forscher sind die Leidtragenden dieser Konfrontation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie der kirgisische Journalist Ewgeni Guskow im Laufe einer unabh&#xE4;ngigen Recherche herausfand, schreiben nun die Patienten des Nationalen Zentrums f&#xFC;r Tuberkuloseforschung an alle m&#xF6;glichen Instanzen Briefe, damit die klinischen Tests mit FS-1 fortgef&#xFC;hrt werden k&#xF6;nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aber solange das Strafverfahren noch im Gange ist, sind diese ausgesetzt. Die kasachischen Forscher und die kirgisischen Patienten k&#xF6;nnten so die Hauptleidtragende dieser politischen Auseinandersetzung sein, so der Journalist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach neuesten Informationen, die von der Untersuchungskommission <a href=\"http:\/\/24.kz\/ru\/news\/in-the-world\/item\/164905-rassledovanie-prichin-smerti-pats\">best&#xE4;tigt wurden<\/a>, sei der Tod der beiden Patienten durch das Pr&#xE4;parat herbeigef&#xFC;hrt worden. Das kirgisische Gesundheitsministerium hingegen h&#xE4;lt diese Schlussfolgerungen hingegen f&#xFC;r verfr&#xFC;ht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Zu teures Internet<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im August 2016 haben die kasachischen Internetprovider ihre kirgisischen Partner, die vom kasachischen Netz abh&#xE4;ngen, davon in Kenntnis gesetzt, dass die Preise sich <a href=\"http:\/\/24.kz\/ru\/news\/in-the-world\/item\/164905-rassledovanie-prichin-smerti-pats\">verdoppeln oder verdreifachen<\/a> w&#xFC;rden. Ein Megabit pro Sekunde, das bis dahin 10 bis 20 Euro gekostet hatte, soll nun 30 bis 50 Euro kosten. Dies hatte zu langwierigen Streitereien gef&#xFC;hrt, in die auch die Wettbewerbsbeh&#xF6;rden Russlands und der EAWU einbezogen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"http:\/\/24.kz\/ru\/news\/in-the-world\/item\/164905-rassledovanie-prichin-smerti-pats\">Warum ist das Internet in Kirgistan langsamer geworden?<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kirgistan ist was seine Internetversorgung angeht stark vom Nachbarn im&#xA0;Norden abh&#xE4;ngig. Ungef&#xE4;hr 90 Prozent des Netzes kommt aus Russland &#xFC;ber Kasachstan ins Land.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die kirgisischen Internetprovider haben daraufhin Klage bei internationalen Anti-Monopolbeh&#xF6;rden gegen ihre kasachischen Partner eingereicht und die Eurasische Wirtschaftskommission gebeten, zu dem Konflikt Stellung zu beziehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7989\" aria-describedby=\"caption-attachment-7989\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7989\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/03\/Internet-Kirgistan-teuer-Kasachstan-Konflikt.jpg\" alt=\"Der Preis f&#xFC;r Internet belastete das Verh&#xE4;ltnis zwischen Kirgistan und Kasachstan\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/03\/Internet-Kirgistan-teuer-Kasachstan-Konflikt.jpg 640w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/03\/Internet-Kirgistan-teuer-Kasachstan-Konflikt-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-7989\" class=\"wp-caption-text\">Der Preis f&#xFC;r Internet belastete das Verh&#xE4;ltnis zwischen Kirgistan und Kasachstan<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Dar&#xFC;ber hinaus wurde die russische f&#xF6;derale Wettbewerbsbeh&#xF6;rde gebeten, eine Untersuchung zu den Ursachen dieser Preiserh&#xF6;hung durchzuf&#xFC;hren. Eine m&#xF6;gliche Ursache sind die von den kasachischen Internetprovidern kurz zuvor angek&#xFC;ndigten Tariferh&#xF6;hungen in Russland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Unklare Erkl&#xE4;rungen von kasachischer Seite<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Vorsitzende der F&#xF6;deralen Wettbewerbsbeh&#xF6;rde Igor Artemiew hat diese Information allerdings dementiert. Seinen Angaben nach liefern die russischen Internetunternehmen zum gleichen Preis wie zuvor, n&#xE4;mlich zum Preis von einem Euro pro Megabit pro Sekunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Vorsitzende der kasachischen Internetvereinigung Schawkat Sabirow hat die Krise zum Grund f&#xFC;r die Preiserh&#xF6;hung erkl&#xE4;rt:<em> &#x201E; Das hat absolut nichts mit unseren freundschaftlichen Gef&#xFC;hlen unserem Brudervolk gegen&#xFC;ber zu tun. Die Preise steigen davon ganz unabh&#xE4;ngig, wir versuchen die beste Alternative zu finden, aber mit der Krise ist das schwierig&#x201C;.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Kasachen h&#xE4;tten <em>&#x201E;keinerlei Erkl&#xE4;rung geliefert&#x201C;<\/em> so Nurbek Abaskanow, der Vorsitzenden der kirgisischen Internetvereinigung. &#x201E;<em> Das Netz der kasachischen Internetprovider erstreckt sich &#xFC;ber 3000 Kilometer. Um bis nach Kirgistan zu liefern, m&#xFC;ssen sie vom S&#xFC;den Kasachstans gerade einmal 60 Kilometer &#xFC;berwinden. Das ist nichts. Zu sagen, dass 60 Kilometer zu so hohen Kosten f&#xFC;hren, zeigt, dass sie denken, dass man uns offen betr&#xFC;gen kann.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#xA0;<strong>Die Preise werden sich wieder normalisieren <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Asamat Attokurow, Experte f&#xFC;r Informationstechnologien ist der Auffassung, dass die Erh&#xF6;hung der Preise eine politische Entscheidung auf oberster Ebene seien. <em>&#x201E;Die Erh&#xF6;hung der Tarife kann als Angriff auf die Informationssicherheit Kirgistans gewertet werden. Wir brauchen Internet wie die Luft zum Atmen. Selbst wenn sie sich zusammenschlie&#xDF;en, werden die kirgisischen Internetprovider nicht in der Lage sein dieses Problem alleine zu l&#xF6;sen.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vor kurzem ist bekannt geworden, dass sich auch f&#xFC;r diesen Konflikt eine L&#xF6;sung gefunden hat. Nach einem Treffen von Vertretern der kirgisischen und kasachischen Telekommunikationsvertretern in Moskau hat Kirgistan eine Einpendeln&#xA0;der Preise auf das Niveau von Juli 2016 erreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Kirgisische Putzfrauen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Laufe einer Diskussion, die eigentlich &#xFC;ber das Werk des kirgisischen Schriftstellers<a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/fact\/auch-das-literaturforum-im-rahmen-des-80\/\"> Dschingis Aitmatow<\/a> gehen sollte, hat der kasachische Kultusminister Aristanbek Muchamediuli etwas aus dem Kontext heraus im Mai 2016 erkl&#xE4;rt, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?time_continue=4&amp;v=L-MaAl8Q4Gw\">dass ihm die kirgisischen Putzfrauen, die die moskauer Toiletten putzen, aufrichtig Leid t&#xE4;ten.<\/a> <em>&#x201E;Was haben diese Frauen verbrochen, dass sie in einem solchen jungen und sch&#xF6;nen Alter &#xF6;ffentliche Toiletten putzen m&#xFC;ssen? Viele Kirgisen m&#xFC;ssen emigrieren, da es in ihrem Land weder Arbeit noch Perspektiven gibt.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/bischkek-soll-welthauptstadt-der-literatur-werden\/\">Bischkek und die Literatur<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die &#xC4;u&#xDF;erung des Ministers ohne Zusammenhang mit dem eigentlichen Diskussionsthema hat nicht nur in Kirgistan und Kasachstan f&#xFC;r Aufsehen gesorgt. Beinahe h&#xE4;tte sie zu einem internationalen Skandal gef&#xFC;hrt. Das kirgisische Au&#xDF;enministerium hat der kasachischen Botschaft in Bischkek sogar eine Protestnote &#xFC;bersendet. Der kasachische Au&#xDF;enminister Elan Idrisow musste sich offiziell entschuldigen. Er versicherte, dass sein Kollege in keinem Fall die Absicht gehabt habe, das Volk Zentralasiens zu verletzen, dass Kasachstan am n&#xE4;chsten st&#xFC;nde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Der Kultusminister entschuldigt sich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch Aristanbek Muchamediuli entschuldigte sich, allerdings nicht pers&#xF6;nlich. Sein Vize-Minister &#xFC;berbrachte die Entschuldigungen in einem Brief: &#x201E; <em>Wir sind davon &#xFC;berzeugt, dass dem kirgisische Volk, das eine so reiche Geschichte und Kultur besitzt und so illustre Pers&#xF6;nlichkeiten wie Tomolusch Okeew oder Suimenkul Dschokmorow hervorgebracht hat, eine gro&#xDF;e Zukunft und wirtschaftliches Wachstum bevorstehen. Kasachen und Kirgisen sollten die Worte unserer Denker immer in Erinnerung behalten und gemeinsam wachsen. Wir versichern erneut, dass der Minister voller Respekt f&#xFC;r das Kirgisische Volk ist und in keinster Weise die Absicht gehabt hat, auch nur irgendjemanden durch seine Worte zu verletzen. Der Minister entschuldigt sich aufrichtig daf&#xFC;r, dass seine Aussage falsch interpretiert werden konnte.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als Reaktion auf die Aussagen des kasachischen Ministers ver&#xF6;ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?time_continue=4&amp;v=L-MaAl8Q4Gw\">zwei kirgisische Putzfrauen aus Moskau ein Youtube-Video<\/a> indem sie erkl&#xE4;ren, dass ihre Arbeit zwar darin bestehe Toiletten zu putzen, daf&#xFC;r aber ehrlich sei.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"&#x41A;&#x438;&#x440;&#x433;&#x438;&#x437;&#x44B; &#x41C;&#x43E;&#x441;&#x43A;&#x432;&#x44B; &#x43E;&#x442;&#x432;&#x435;&#x442;&#x438;&#x43B;&#x438; &#x43A;&#x430;&#x437;&#x430;&#x445;&#x441;&#x43A;&#x43E;&#x43C;&#x443; &#x43C;&#x438;&#x43D;&#x438;&#x441;&#x442;&#x440;&#x443; &#x43A;&#x443;&#x43B;&#x44C;&#x442;&#x443;&#x440;&#x44B;\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/L-MaAl8Q4Gw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Pr&#xE4;sident Kirgistans hat die beiden Frauen zu ihrer Reaktion begl&#xFC;ckw&#xFC;nscht und ihnen einen Orden verliehen. Die Ordensverleihung fand in der kirgisischen Botschaft am 28. Juni 2016 bin Moskau statt. Der kirgisische Botschafter &#xFC;bergab ihnen im Namen des Pr&#xE4;sidenten f&#xFC;r ihren Gemeinsinn und ihr ehrenhaftes Verhalten Geschenke und eine Pr&#xE4;mie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Der kasachische Kultusminister auf kompromittierenden Fotos identifiziert<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der kasachische Kultusminister Aristanbek Muchamediuli war bereits 2015 in einen Skandal zwischen den beiden L&#xE4;ndern involviert. Im Laufe der Ermittlungen zum Mord an Almabet Anapijew, einem der Anf&#xFC;hrer des organisierten Verbechens im Land, wurde der kasachische Kultusminister auf einem Foto identifiziert, das ein Zeuge vorgelegt hatte.&#xA0; Kasachstan hat daraufhin eine Protestnote an das kirgisische Au&#xDF;enministerium gesendet.<a href=\"http:\/\/kyrtag.kg\/news\/kazakhstan-otpravit-notu-protesta-v-kyrgyzstan-za-kazus-s-ispolzovaniem-foto-ministra-kultury-\/\"> Kurz darauf hat sich der kirgisische Innenminister offiziell bei Aristanbek Muchamediuli entschuldigt.<\/a> Die vorgelegten Fotos seien aus dem Internet und w&#xFC;rden Personen zeigen, die dem Hauptverd&#xE4;chtigen und Bruder des ehemaligen Pr&#xE4;sidenten Dschanysch Bakiew lediglich sehr &#xE4;hnlich sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die von Messerstichen &#xFC;bers&#xE4;te Leiche von Almabet Anapijew wurde in Minsk im Kofferraum eines Mercedes gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Almambet Anapiajew galt als die rechte Hand des Kriminellen Kamdschi Kolbajew, der Ger&#xFC;chten zufolge eng mit Dschanisch Bakijew zusammengearbeitet habe, als die Familie Bakijews Kirgistan regierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Streit &#xFC;ber Aufenthaltsdauer&#xA0;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Sommer 2016 erkl&#xE4;rte die kirgisische Regierung, dass sich kasachische Staatsb&#xFC;rger den Vorschriften EAWU-Regeln folgend in Kirgistan bis zu 30 Tagen ohne Registrierung aufhalten d&#xFC;rfen. Kirgisische Staatsb&#xFC;rger hingegen m&#xFC;ssen sich in Kasachstan innerhalb von f&#xFC;nf Tagen registrieren. Kirgistan forderte von daher eine Angleichung der Vorschriften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach den Regeln der EAWU m&#xFC;sste Kasachstan Kirgisen eine Aufenthaltsdauer von 30 Tagen ohne Registrierung garantieren. Kirgistan hatte gedroht seinerseits die Aufenthaltsdauer ohne Registrierung f&#xFC;r kasachische Staatsb&#xFC;rger auf f&#xFC;nf Tage herabzusetzen, sollte Kasachstan seine Vorschriften nicht angleichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kasachstan reagierte schnell und &#xE4;nderte innerhalb weniger Tage die Vorschriften f&#xFC;r kirgisische Staatsb&#xFC;rger, die sich von nun an erst ab 30 Tagen registrieren m&#xFC;ssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Im Original auf <a href=\"http:\/\/theopenasia.net\/articles\/detail\/shest-ssor-kazakhstana-i-kyrgyzstana\/\">theopenasia.net<\/a> erschienen<\/strong><br>\n<strong>Aus dem Russischen &#xFC;bersetzt von Charlotte Dietrich<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlechte Erinnerungen an die kirgisische Revolution von 2010, teures Internet und Migrationsprobleme: Kirgistan und Kasachstan stehen sich insgesamt relativ nahe, abgesehen von einigen Zank&#xE4;pfeln. Auf der Grundlage eines Artikels von The Open Asia bieten wir einen &#xDC;berblick &#xFC;ber die Streitigkeiten der zwei Nachbarl&#xE4;nder. Am 21. Februar 2017 wurde der st&#xE4;ndige Vertreter der Kirgisischen Republik Kainarbek [&#x2026;]<\/p>\n","protected":false},"author":399,"featured_media":7983,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4,3],"tags":[1761,1260,693,690,689],"coauthors":[1797,1659],"class_list":["post-7982","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kasachstan","category-kirgistan","tag-diplomatie","tag-internationale-beziehungen","tag-kasachstan","tag-kirgistan","tag-politik"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7982","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/399"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7982"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7982\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7983"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7982"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7982"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7982"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=7982"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}