{"id":748,"date":"2016-04-01T12:00:00","date_gmt":"2016-04-01T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=748"},"modified":"2023-08-20T16:26:59","modified_gmt":"2023-08-20T14:26:59","slug":"zentralasien-und-die-russisch-turkische-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/zentralasien-und-die-russisch-turkische-krise\/","title":{"rendered":"Zentralasien und die Russisch-T\u00fcrkische Krise"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>Die Beziehungen zwischen der T&#xFC;rkei und Russland waren bereits h&#xE4;ufiger von Anspannung und Konfrontation gekennzeichnet &#x2013; so auch heute wieder. In Zentralasien scheint der t&#xFC;rkische Einfluss gegen&#xFC;ber Russlands Autorit&#xE4;t den K&#xFC;rzeren zu ziehen. Dennoch bleibt Ankara f&#xFC;r die zentralasiatischen Staaten eine Alternative, um der russischen Vorherrschaft zu entkommen. <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>Akhmed Rahmanov ist usbekischer Forscher am &#x201E;<\/em><\/strong><a href=\"http:\/\/www.institut-ipse.org\/\"><strong><u>Institut de Prospective et S&#xE9;curit&#xE9; en Europe<\/u><\/strong><\/a>&#x201C; <strong><em>(IPSE). F&#xFC;r Novastan erkl&#xE4;rt er den jeweiligen Einfluss der zwei alten Reiche im komplexen zentralasiatischen Raum. <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im November letzten Jahres schoss die t&#xFC;rkische Luftwaffe einen russischen Kampfjet ab. Seitdem befinden sich beide Staaten auf dem Weg zu dem gr&#xF6;&#xDF;ten politischen Konflikt, den es zwischen ihnen seit dem Ende der Sowjetunion gegeben hat. Eine nicht allzu &#xFC;berraschende Sachlage: Die &#xA0;Geschichte der beiden Nachfolgestaaten des Zarenreichs und des Osmanischen Reiches ist voller direkter oder indirekter Konflikte. Seit 1568 gab es <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/History_of_the_Russo-Turkish_wars\">12 Kriege<\/a> zwischen den beiden Staaten. Die Figur des starken Staatsmannes, des Wiederherstellers des historischen Ruhms, die trotz mangelnder politischer Mittel sowohl von Wladimir Putin als auch von Recep Erdo&#x11F;an dargestellt wird, tr&#xE4;gt nichts zur Beruhigung der Lage bei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es handelt sich jedoch nicht nur um den Konflikt zwischen zwei Staatschefs, die sich als m&#xE4;chtige M&#xE4;nner aufspielen. Vielmehr treffen zwei Gro&#xDF;machtideologien aufeinander, die auf die Aufrechterhaltung der Erinnerungen an den Stolz der jeweils gefallenen Reiche basieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nat&#xFC;rlich ist der Konflikt auch nicht nur durch alten Groll und religi&#xF6;se Rivalit&#xE4;ten zu erkl&#xE4;ren. Geopolitische und strategische Erw&#xE4;gungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Bei genauerer Betrachtung sieht man, wie die Werte aus der jeweiligen Imperial-Zeit heute erneut einen wesentlichen Platz in den innenpolitischen Diskursen in Russland sowie in der T&#xFC;rkei einnehmen. Diese Werte werden instrumentalisiert, um Allianzen gegen andere Staaten zu schlie&#xDF;en. Beide L&#xE4;nder ziehen ihre neuen Einflussbereiche auf der Grundlage historischer, religi&#xF6;ser oder ethnischer Zugeh&#xF6;rigkeiten. So begegnet die Politik des Neo-Osmanismus (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neo-Osmanismus\">Yeni Osmanl&#x131;c&#x131;l&#x131;k<\/a>) der T&#xFC;rkei der von Russland verteidigten Russischen Welt (<a href=\"http:\/\/www.russkiymir.ru\/languages\/germany\/index.htm\">Russki<\/a><a href=\"http:\/\/www.russkiymir.ru\/languages\/germany\/index.htm\">j<\/a><a href=\"http:\/\/www.russkiymir.ru\/languages\/germany\/index.htm\"> Mir<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>Keine bedeutenderen Folgen f&#xFC;r Zentralasien <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Viele westliche Medien und Experten sind zu Unrecht der Ansicht, dass der T&#xFC;rkisch-Russische Konflikt wesentliche Folgen in Zentralasien haben wird. Diese Meinung basiert auf der politischen Theorie Samuel Huntingtons, die aus seinem Werk &#x201E;Kampf der Kulturen&#x201C; stammt. Seiner Logik nach l&#xE4;ge Zentralasien <a href=\"http:\/\/www.rferl.org\/content\/russia-turkey-tensions-central-asia\/27387987.html\">zwischen zwei Fronten<\/a>: Russland einerseits, das sich auf eine gemeinsame (vor allem sowjetische) Geschichte und eine g&#xFC;nstige geographische Lage st&#xFC;tzt und andererseits die T&#xFC;rkei, die ihre ethnische, sprachliche und religi&#xF6;se N&#xE4;he nutzt. Diese Theorie entspricht jedoch nicht der Realit&#xE4;t. Zentralasien ist nicht mehr der Ort, an dem Russland und die T&#xFC;rkei aneinandergeraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>Lest auch bei Novastan: <\/em><\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/articles\/zentralasien-region-der-konkurrierenden-regionalen-organisationen\"><strong><em>Zentralasien, Region der konkurrierenden regionalen Organisationen&#xA0;?<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die in Medien oft verbreitete oberfl&#xE4;chliche Darstellung von Zentralasien als russischem Hinterhof oder t&#xFC;rkischem Angelpunkt entspricht nicht der regionalen Wirklichkeit, in der jedes Land eigene politische, wirtschaftliche und soziale Modelle hat. Die russische Pr&#xE4;senz ist nicht wegen der stark russophilen Haltung der zentralasiatischen L&#xE4;nder so stark, sondern wegen des mangelnden politischen Willens <a href=\"https:\/\/novastan.org\/articles\/zentralasien-region-der-konkurrierenden-regionalen-organisationen\">der anderen geopolitische Einheiten<\/a> in der Region.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die zentralasiatischen Republiken bem&#xFC;hen sich, ihre Souver&#xE4;nit&#xE4;t zu wahren ohne Spannungen mit dem ehemaligen sowjetischen gro&#xDF;en Bruder zu verursachen, weil niemand sie im Falle eines Konflikts mit Russland unterst&#xFC;tzen wird. Dabei hat Russland weder die Ressourcen noch die langfristigen politischen Mittel, um die L&#xE4;nder der Region in seinem Einflussbereich zu halten. In Usbekistan und in Turkmenistan ist Russland schon heute nicht mehr so willkommen, wie man es oft denkt. Die Entwicklung der kasachischen und kirgisischen Nationalismen zeigt ebenfalls, dass nicht alles in der jungen Eurasischen Union harmonisch verl&#xE4;uft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Der Pant&#xFC;rkismus, eine &#xFC;berholte Ideologie in Zentralasien?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W&#xE4;hrend Russland an Schwung verliert, wie steht es um den t&#xFC;rkischen Einfluss in Zentralasien?<br>\nIn der Geschichte wurden die Verbindungen zwischen der T&#xFC;rkei und Zentralasien ein erstes Mal 1556 gebrochen, als Iwan der Schreckliche das Khanat von Astrakhan einnahm und somit die Kommunikationswege zwischen den Osmanen und der Region unterbrach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Schw&#xE4;chung des Osmanischen Reiches, der steigende t&#xFC;rkische Nationalismus und der Pant&#xFC;rkismus brachten ein neues Interesse f&#xFC;r Zentralasien von t&#xFC;rkischer Seite mit sich. Aber das l&#xE4;sst sich auch auf die verzweifelte Situation des von europ&#xE4;ischen M&#xE4;chten geschlagenen Osmanischen Reichs am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts zur&#xFC;ckf&#xFC;hren. Seit dem Sieg der Roten Armee in Zentralasien Anfang der 1920er Jahre wird der pant&#xFC;rkisch beeinflusste bewaffnete Widerstand in Zentralasien als &#x201E;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Basmatschi\">Basmatschi<\/a>&#x201C;(&#x201E;R&#xE4;uber&#x201C;) &#x2013; Bewegung bezeichnet. Durch die Verwendung dieses Begriffs wollte die sowjetische Propaganda der T&#xFC;rkei und ihren vermeintlichen Komplizen in der nationalistischen Elite die Glaubw&#xFC;rdigkeit nehmen. Mit dieser Argumentation wurde auch der kurze Austausch zwischen der T&#xFC;rkei und Zentralasien zu Beginn des 20. Jahrhunderts unterbunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Ende der Sowjetunion erschien der T&#xFC;rkei sehr schnell wie eine geopolitische Gelegenheit. Sie war eines der ersten L&#xE4;nder, das die Unabh&#xE4;ngigkeit der zentralasiatischen Republiken anerkannte. Ankara hielt zu Sowjetzeiten eine Schl&#xFC;sselrolle innerhalb der NATO, diese wollte die T&#xFC;rkei als eine Art westlicher Botschafter in Zentralasien wahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 399px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1128\/otan_turquie.jpeg\" alt=\"T&#xFC;rkei NATO\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Trotz eines dynamischen Anfangs stand die Zusammenarbeit der T&#xFC;rkei mit Zentralasien schnell vor einer Sackgasse. In ihrem Bestreben, den starken russischen Einfluss in der Region zu reduzieren, nutzte die t&#xFC;rkische Politik vor allem eine Ideologie und Politik vom Beginn des 20. Jahrhunderts, die die ethnischen und religi&#xF6;sen Gemeinsamkeiten zwischen T&#xFC;rken und Zentralasiaten in den Vordergrund stellte. Zentralasien hatte sich aber durch die Sowjetunion ge&#xE4;ndert. Der Pant&#xFC;rkismus wurde erneut als eine sch&#xE4;dliche Idee empfunden, sowohl von den Bev&#xF6;lkerungen als auch von den Staaten. Zu Sowjetzeiten wurde er als eine faschistische Ideologie dargestellt und die antinationalistische und laizistische Politik Moskaus hatte sich auch &#xFC;ber die UdSSR hinaus in den &#xF6;ffentlichen Meinungen verankert. Dazu kam ein zweiter politischer Fehler der T&#xFC;rkei: Die Pr&#xE4;senz eines von der G&#xFC;len-Bewegung getragenen Neoislamismus, bis zum Beginn der 2010er Jahre <a href=\"http:\/\/www.al-monitor.com\/pulse\/originals\/2014\/01\/akp-gulen-conflict-guide.html\">ein enger alliierter<\/a> der regierenden Partei f&#xFC;r Recht und Entwicklung (AKP).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Mischung von Islamismus und t&#xFC;rkischem Nationalismus: Ein Fehler in Usbekistan<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In den 1990er Jahren stammten alle zentralasiatischen Regierungen direkt von der kommunistischen Partei ab. Ihre traditionellen Gegner waren die Nationalisten, Pant&#xFC;rkisten oder auch Islamisten. Obwohl sie alle offiziell das sowjetische Erbe verwarfen, wurden der Pant&#xFC;rkismus und die Nationalismen schnell von den ehemaligen Kommunisten &#xFC;bernommen. Beide Konzepte halfen bei der Erschaffung neuer nationaler Identit&#xE4;ten in Zentralasien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die islamistische Politik, andererseits, basiert auf einer &#xE4;lteren Geschichte und religi&#xF6;sen Konzepten, die in direktem Widerspruch zum nationalen und ideologischen Konstrukt der Sowjetunion standen. Dazu kam das Trauma des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sowjetische_Intervention_in_Afghanistan\">Afghanistan-Kriegs<\/a> (1979-89), das eine ganze Generation an M&#xE4;nnern, die heute an der Macht ist, gepr&#xE4;gt hat. Aus diesen Gr&#xFC;nden wurde die&#xA0; finanzielle Unterst&#xFC;tzung aus den Golfstaaten sowie der militante Islamismus von der &#xD6;ffentlichkeit stark abgelehnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dies betrifft besonders Usbekistan, das mit starken bewaffneten politischen Bewegungen wie der Islamischen Bewegung Usbekistans (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islamische_Bewegung_Usbekistan\">IMU<\/a>) zu tun hatte. Die Politik hat sich daher schnell jeder Form von Islamismus, ob bewaffnet oder friedlich, widersetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die T&#xFC;rkei der AKP zog diese politischen und historischen Faktoren zu wenig in Betracht als sie die Ziele der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%BClen-Bewegung\">G&#xFC;len-Institutionen<\/a> mit den Ideen von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Said_Nurs%C3%AE\">Said Nursi<\/a> verband. Nachdem die T&#xFC;rkei es nicht schaffte, sich mit dem Regime von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islom_Karimov\">Islom Karimow<\/a> in Usbekistan zu vers&#xF6;hnen, setzte sie auf die Oppositionspartei Erk und ihren Chef <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Muhammad_Salih\">Muhammad Salih<\/a>. Erk ist eine urspr&#xFC;nglich panturkistische Partei, die sp&#xE4;ter islamistisch konservativ wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Wahl f&#xFC;hrte die T&#xFC;rkei am Anfang der Jahre 2000 zu einer wichtigen Krise mit Usbekistan. Die Folgen waren prompt: <a href=\"http:\/\/en.fgulen.com\/conference-papers\/peaceful-coexistence\/2515-resemblance-of-fethullah-gulens-ideas-and-current-political-developments-in-uzbekistan\">Schlie&#xDF;ung aller G&#xFC;lenischen<\/a> Schulen, Ausweisung der t&#xFC;rkischen Lehrkr&#xE4;fte bis hin zur Inhaftierung t&#xFC;rkischer Unternehmer, die Verbindungen zu g&#xFC;lenischen Gesellschaften hatten und von Usbekistan <a href=\"http:\/\/www.hurriyetdailynews.com\/default.aspx?pageid=438&amp;n=uzbekistan-steps-up-pressure-on-turkish-business-2011-03-10\">bezichtigt wurden<\/a>, Mitglieder in islamischen Fronten zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Usbekistan hat also viele diplomatische, politische und sicherheitspolitische Mittel benutzt, um den t&#xFC;rkischen Einfluss in der Region zu bek&#xE4;mpfen. Die Spannung zwischen beiden Staaten resultiert nicht nur aus der schlechten Politik der T&#xFC;rkei, sondern auch aus ihrer Ambition, der gro&#xDF;e Bruder der Turkv&#xF6;lker zu werden. Usbekistan sieht sich selbst als eine Regionalmacht und seine Stellung durch die T&#xFC;rkei bedroht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Tats&#xE4;chlich setzt sich Usbekistan dagegen ein, dass Zentralasien ein Schauplatz f&#xFC;r Machtspiele gro&#xDF;er M&#xE4;chte wird. Dieser Wille l&#xE4;sst sich aus sicherheitspolitischen oder gar existentiellen Erw&#xE4;gungen schlie&#xDF;en: Usbekistan ist eine junge Nation, die durch ihre mangelnde Legitimit&#xE4;t in der internationalen Gemeinschaft besonders empfindlich gegen&#xFC;ber fremden Ideologien ist. So misstraut Usbekistan nicht nur der T&#xFC;rkei sondern auch Kasachstan, dass ebenfalls eine regionale Vormacht anstrebt und viele Beziehungen zu externen M&#xE4;chten wie Russland und der T&#xFC;rkei pflegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Kasachstan, Mittler mit russischem Einfluss<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kasachstan ist f&#xFC;r seine sensible Position gegen&#xFC;ber Russland bekannt und vermeidet immer jeden Konflikt mit Moskau. Gleichzeitig nutzt Astana jedes internationale Ereignis, um sich als ein Schlichter und eine Verhandlungsplattform anzubieten. Dies zeichnet sich durch den Beitritt des Landes in viele, teils widerspr&#xFC;chliche, internationale Organisationen ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es gibt viele neuere Beispiele in denen Kasachstan mit mehr oder weniger Erfolg die Stellung eines Mittlers anstrebt. So hat Kasachstan keine klare Stellung zur Ukraine-Krise: Einerseits tritt es der pro-russischen Eurasischen Union bei, andererseits <a href=\"http:\/\/thediplomat.com\/2015\/12\/whats-kazakhstan-role-in-calming-russia-turkey-tensions\/\">trifft sich der Pr&#xE4;sident Nasarbajew<\/a> mit seinem ukrainischen Kollegen, um die Beziehungen der beiden L&#xE4;nder zu festigen. Auch die Position Kasachstans zur Annexion der Krim ist unklar. Die <a href=\"http:\/\/thediplomat.com\/2015\/05\/kazakhstan-to-host-syria-talks\/\">Verhandlungen zu Syrien<\/a> sind ein weiteres Beispiel f&#xFC;r das Bestreben Kasachstans um die Position des Mittlers, ohne klar Stellung zu beziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 320px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1128\/palace_president_astana.jpeg\" alt=\"Pr&#xE4;sidentenpalast Astana\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist keine &#xDC;berraschung, dass sich dies auch in der t&#xFC;rkisch-russischen Krise zeigt. Kurz nach dem Bekanntwerden der Nachricht, dass ein russischer Kampfjet durch t&#xFC;rkische Streitkr&#xE4;fte abgeschossen wurde, erkl&#xE4;rte Nasarbajew, man solle keine voreiligen Schlussfolgerungen ziehen. Er erkl&#xE4;rte aber weiter: <em>&#x201E;Der russische Bomber hat die T&#xFC;rkei nicht angegriffen, er zielte nicht auf die T&#xFC;rkei sondern bek&#xE4;mpfte terroristische Gruppen&#x201C;<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Seit der Unabh&#xE4;ngigkeit hatte Kasachstan nie gr&#xF6;&#xDF;ere Konflikte mit der T&#xFC;rkei. Zudem regte die kasachische Regierung immer die Zusammenarbeit mit Ankara an. Diese Beziehungen sind ein Trumpf, um nicht ganz dem russischen Einfluss zu verfallen und st&#xE4;rken auch den kasachischen Nationalismus. Die beiden L&#xE4;nder pflegen starke wirtschaftliche Beziehungen: Laut des kasachischen Aussenministeriums betrugen die Projekte t&#xFC;rkischer Firmen in Kasachstan 2012 &#xFC;ber <a href=\"http:\/\/www.jamestown.org\/single\/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=45133&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=7&amp;cHash=e5f5d4c3dd7a3582c61934565429e57b#.Vubn-OYwAo3\">17 Milliarden US Dollar<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Trotzdem ist Kasachstan ein wirtschaftlich, politisch und milit&#xE4;risch Alliierter Russlands und ein Mitglied der Eurasischen Union. Astana kann sich eine Verschlechterung der Beziehungen zu Moskau nicht leisten. Um eine positive Stellung gegen&#xFC;ber den russischen und t&#xFC;rkischen &#x201E;Freunden&#x201C; zu wahren, positionierte sich Kasachstan in diesem Konflikt erneut als Mittler und <a href=\"http:\/\/astanatimes.com\/2015\/11\/kazakh-president-urges-russia-and-turkey-to-move-toward-reconciliation\/\">ruft die beiden L&#xE4;nder zur Vers&#xF6;hnung auf<\/a>. Russland hat diese Initiative durch die Stimme seines Botschafters in Ankara <a href=\"http:\/\/www.jamestown.org\/single\/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=45133&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=7&amp;cHash=e5f5d4c3dd7a3582c61934565429e57b#.Vs_ej4zhDjC\">abgewiesen<\/a>. Dieser Konflikt bleibt also eine &#x201E;gro&#xDF;e Herausforderung&#x201C; f&#xFC;r Kasachstan, wie es auf der Webseite des kasachischen Pr&#xE4;sidenten <a href=\"http:\/\/www.akorda.kz\/en\/events\/akorda_news\/meetings_and_receptions\/meeting-with-prime-minister-of-turkey-ahmet-davutoglu\">vermerkt ist<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Usbekistan und die Verweigerung des geopolitischen Spiels<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die usbekische Au&#xDF;enpolitik wird oft als eine Schaukelpolitik bezeichnet. Doch die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass das Land nicht unbedingt die goldene Mitte zwischen den Gro&#xDF;m&#xE4;chten in der Region sucht. Viel mehr widersetzt sich Usbekistan den geopolitischen Spielen. Das Land will ganz unabh&#xE4;ngig sein, um so flexibel wie m&#xF6;glich zu bleiben. Dies erkl&#xE4;rt nicht nur seine Beziehungen zu fremden M&#xE4;chten, sondern auch seine sehr z&#xF6;gerliche Beziehung zu internationalen Organisationen. Auch die Organisationen und Zusammenarbeit, die von der T&#xFC;rkei sowie Russland angeboten wurden, wurden von Taschkent immer abgewiesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nat&#xFC;rlich bringen die geschichtlichen, geographischen und migrationstechnischen Begebenheiten eine st&#xE4;rkere Kooperation mit Russland, aber in seiner Au&#xDF;enpolitik sendet Usbekistan regelm&#xE4;&#xDF;ig Signale, um zu unterstreichen, dass es nicht mehr eine Kolonie oder ein Hinterhof von Moskau ist. K&#xFC;rzlich haben Russland, die Vereinigten Staaten und sogar Saudi-Arabien Taschkent <a href=\"http:\/\/www.eurasianet.org\/node\/76661\">angeboten<\/a>, ihrer antiterroristischen Koalitionen gegen den Islamischen Staat beizutreten. Alles ohne Erfolg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die alte diplomatische Krise zwischen Usbekistan und der T&#xFC;rkei verst&#xE4;rkt sich durch die Syrien-Krise. Usbekistan und weitere Staaten beschuldigen die T&#xFC;rkei, Terroristen, die &#xFC;ber sein Territorium reisen, zu tolerieren. Usbekistan, das mehrere traumatische Erlebnisse mit islamischen Bewegungen hatte, kann nicht nachvollziehen, dass die T&#xFC;rkei usbekische B&#xFC;rger, die sich &#xFC;ber die T&#xFC;rkei dem IS anschliessen, nicht festnimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es wird von der usbekischen Regierung als Teil eines Komplotts gegen sie gesehen und best&#xE4;tigt die Idee, dass die T&#xFC;rkei kein befreundeter Staat ist. Mit den Forderungen an die T&#xFC;rkei, die indirekte Unterst&#xFC;tzung f&#xFC;r die Islamisten zu unterlassen, steht Usbekistan auf einer Linie mit Russland. Es fordert eine Ausweisung der Usbeken, die Mitglieder von friedlichen oder bewaffneten islamistischen Gruppen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ende 2015 haben die usbekischen Sicherheitsdienste eine riesige <a href=\"http:\/\/polit-asia.kz\/novosti-i-sobitia\/1394-%D0%B7%D0%B0%D0%B4%D0%B5%D1%80%D0%B6%D0%B0%D0%BD%D0%B8%D1%8F,-%D0%BF%D1%80%D0%BE%D0%B2%D0%B5%D1%80%D0%BA%D0%B8,%D0%B2%D0%B8%D0%B4%D0%B5%D0%BE%D0%BA%D0%B0%D0%BC%D0%B5%D1%80%D1%8B-%D0%B2-%D1%82%D0%B0%D1%88%D0%BA%25D0\">antiterroristische Kampagne<\/a> gestartet. Sie betraf fast die ganze Bev&#xF6;lkerung, vor allem die Stadtbev&#xF6;lkerung mit Internetanschluss. Gleichzeitig empfahl das usbekische Innenministerium den B&#xFC;rgern, die in der T&#xFC;rkei arbeiten, aus diesem als instabil eingestuften Land <a href=\"http:\/\/polit-asia.kz\/novosti-i-sobitia\/1394-\">heimzukehren<\/a>. Das Ministerium forderte auch, dass die B&#xFC;rger, die seit mehr als f&#xFC;nf Jahren ohne Kontakt mit usbekischen Beh&#xF6;rden in der T&#xFC;rkei wohnen, sich bei den Beh&#xF6;rden melden. Usbeken, die aus der T&#xFC;rkei zur&#xFC;ckkehren, werden sehr strikt kontrolliert, inklusive des Inhalts ihrer elektronischer Medien. Ein Zeichen des Misstrauens zwischen Usbekistan und der T&#xFC;rkei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Allerdings ist diese Reaktion nachvollziehbar: Jenseits der Beschuldigungen an die T&#xFC;rkei, Terroristen zu unterst&#xFC;tzen, lebt auch eine relativ gro&#xDF;e usbekische Minderheit in der T&#xFC;rkei. Die meisten sind kurz nach der Unabh&#xE4;ngigkeit aus wirtschaftlichen oder politischen Gr&#xFC;nden ausgewandert und viele von ihnen wurden in der T&#xFC;rkei politisiert. Eine Unterst&#xFC;tzung Usbekistans f&#xFC;r die T&#xFC;rkei in der Syrien- und Russlandkrise scheint daher quasi unm&#xF6;glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Kirgistan, ein bei Moskau verankerter Freund der T&#xFC;rkei<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kirgistan ist in der Region das toleranteste Land gegen&#xFC;ber islamistischen Bewegungen und Finanzierungen aus der T&#xFC;rkei. Seit vergangenem Jahr ist es auch ein Mitglied der Eurasischen Union. Offiziell sieht Kirgistan die T&#xFC;rkei als einen befreundeten Staat, aber die Realit&#xE4;t <a href=\"http:\/\/delo.kg\/index.php\/health-7\/9121-turtsiya-nam-drug-no-istina-dorozhe\">ist komplizierter<\/a>. Trotzt relativ starker wirtschaftlicher Beziehungen ist Bischkek Ankara gegen&#xFC;ber misstrauisch eingestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vor kurzem hat die T&#xFC;rkei eine Textilfabrik in Kirgistan er&#xF6;ffnet, um in den Rest der Eurasischen Union <a href=\"http:\/\/vestnikkavkaza.net\/analysis\/Turkey-seeks-a-way-to-enter-the-market-of-Eurasian-Economic-Union.html\">exportieren zu k&#xF6;nnen<\/a>. Sie hat auch einen gro&#xDF;en Einfluss auf die Jugend, ist im S&#xFC;den des Landes sehr aktiv, wo die usbekische Minderheit durch ihre benachteiligte Stellung und die Diskriminierungen von Seiten der Beh&#xF6;rden sehr empf&#xE4;nglich f&#xFC;r den Einfluss Ankaras ist.&#xA0;&#xA0;&#xA0;chen Staaten auf Kirgistan. Die t&#xFC;rkische <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Manas_University\">&#x201E;Manas&#x201C; Universit&#xE4;t<\/a> z&#xE4;hlt zu den gr&#xF6;&#xDF;ten in Bischkek und folgt auf die vielen t&#xFC;rkischen Schulen der kirgisischen Hauptstadt. Die gr&#xF6;&#xDF;te Moschee des Landes wurde vor kurzem in Bischkek im osmanischen Stil erbaut und vollst&#xE4;ndig von der T&#xFC;rkei finanziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 212px;line-height: 20.8px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1128\/univeriste.jpeg\" alt=\"Manas Universit&#xE4;t Bischkek\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aber trotz des steigenden Bedeutung der T&#xFC;rkei ist der russische Einfluss in Kirgistan auch weiterhin nicht zu untersch&#xE4;tzen. Diesen &#xFC;bt Russland nicht nur durch die Eurasische Union aus, sondern auch durch Partnerschaften in Sachen Energie, Milit&#xE4;r und Migration. Aus diesen Gr&#xFC;nden hat Kirgistan ebenfalls die Zerst&#xF6;rung des Kampfjets durch die T&#xFC;rkei verurteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Turkmenistan, zwischen Gasfreundschaft und Diaspora<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Turkmenistan, das geschlossenste und autorit&#xE4;rste Land der Region, ist der T&#xFC;rkei gegen&#xFC;ber sehr aufgeschlossen. Gleichzeitig ist es seit der Unabh&#xE4;ngigkeit wenig empf&#xE4;nglich f&#xFC;r Russland. Turkmenische B&#xFC;rger brauchen ein Visum, um nach Russland zu reisen, f&#xFC;r die T&#xFC;rkei jedoch nicht. Diese Begebenheit hat eine sehr breite und durchaus pro-t&#xFC;rkische turkmenische Diaspora in die T&#xFC;rkei gebracht. Laut der Oppositionsseite Chrono-Turkmenistan, lebten 2015 ca. <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/photos\/pb.236432306435571.-2207520000.1456464787.\/979934108752050\/?type=3&amp;theater\">300 000 turkmenische B&#xFC;rger<\/a> in der T&#xFC;rkei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Seit 2009 sind die Gaslieferungsvertr&#xE4;ge zwischen Turkmenistan und Russland gebrochen und die zwei L&#xE4;nder haben ein schlechtes Verh&#xE4;ltnis. Turkmenistan ist das einzige Land Zentralasiens, das die Sowjetzeit als eine einfache Kolonialzeit bezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die T&#xFC;rkei hat starke wirtschaftliche Beziehungen zur turkmenischen Hauptstadt Aschgabat. Der Bausektor war fr&#xFC;her von der <a href=\"http:\/\/mondediplo.com\/2015\/02\/11bouyguestan\">franz&#xF6;sischen Firma Bouygues<\/a> dominiert, heute stehen die g&#xFC;nstigeren t&#xFC;rkischen Firmen vorn. Trotzdem hat der turkmenische Pr&#xE4;sident mehrmals sehr offen die Qualit&#xE4;t der Arbeit dieser Firmen kritisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 400px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/1128\/tour_turque_achgabat.jpeg\" alt=\"Turm Aschgabat Turkmenistan\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die T&#xFC;rkei steht Turkmenistan zwar n&#xE4;her als Russland, aber die turkmenischen Beh&#xF6;rden weigern sich im Namen ihrer Neutralit&#xE4;t, im Syrien Konflikt Stellung zu beziehen. Turkmenistan hat st&#xE4;rkere Gas-Interessen in der T&#xFC;rkei als in Russland, da erstere eine unumgehbare Etappe auf dem Weg in den angestrebten europ&#xE4;ischen Markt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Weiterhin traut Turkmenistan der islamistischen Radikalisierung der T&#xFC;rkei nicht und zeigt sich empfindlich gegen&#xFC;ber milit&#xE4;rischen Bewegungen an seiner Grenze zu Afghanistan. Russland kennt diesen Sachverhalt und nutzt ihn zu seinen Gunsten. Zum Beispiel kamen die einzigen Berichte &#xFC;ber turkmenische K&#xE4;mpfer des islamischen Staats und zu den Problemen mit den Taliban an der afghanischen Grenze von russischen Quellen. Wie es in dem Bericht des &#x201E;<a href=\"http:\/\/centralasiaprogram.org\/blog\/2016\/02\/16\/public-and-state-responses-to-isis-messaging-turkmenistan\/\">Central Asia Program<\/a>&#x201C; der George Washington Universit&#xE4;t steht: &#x201E;<em>Russland &#xFC;bertreibt bewusst die islamistische Bedrohung in Turkmenistan, um ein Druckmittel [auf das Land] zu haben.<\/em>&#x201C;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die islamische Praxis ist in Turkmenistan streng vom Staat kontrolliert. Die Diaspora in der T&#xFC;rkei, die sich gut an die religi&#xF6;sen und politischen Realit&#xE4;ten des Regimes von Erdogan angepasst hat, kann langfristig ein ideologisches Problem f&#xFC;r Turkmenistan darstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die T&#xFC;rkei kann keinen Einfluss in Zentralasien halten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Tadschikistan ist kein turksprachiges Land und zudem sehr abh&#xE4;ngig von Russland, das dort einen Milit&#xE4;rst&#xFC;tzpunkt unterh&#xE4;lt. Es hat also keinen Grund, die T&#xFC;rkei zu unterst&#xFC;tzen. Der Pr&#xE4;sident Rahmon ist aktuell vor allem damit besch&#xE4;ftigt, den Vorsatz einer islamischen Bedrohung zu nutzen, um jede politische Konkurrenz im Land zu beseitigen. Dabei genie&#xDF;t er die volle Unterst&#xFC;tzung Russlands und die relative Gleichg&#xFC;ltigkeit des Westens, der schon wieder &#xFC;ber <a href=\"http:\/\/www.ft.com\/intl\/cms\/s\/0\/3dd384b0-da48-11e5-98fd-06d75973fe09.html\">finanzielle Hilfe<\/a> durch den Internationalen W&#xE4;hrungsfonds spricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der direkte Konflikt zwischen der T&#xFC;rkei und Russland zeigt erneut, dass in geopolitischem Sinne Russland weiterhin in Zentralasien dominiert. Die L&#xE4;nder der Region bem&#xFC;hen sich um eine gr&#xF6;&#xDF;ere Unabh&#xE4;ngigkeit von Moskau, was aber nicht bedeutet, dass sie ihre au&#xDF;enpolitische Orientierung davon abwenden werden. Der Einfluss der Geschichte, der Wirtschaft und der Geographie sind noch zu stark, um eine Trennung von Russland zu erm&#xF6;glichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im aktuellen politischen Kontext w&#xFC;rde Russland einen Verrat aus Zentralasien wohl kaum verzeihen. Die T&#xFC;rkei scheint keine vern&#xFC;nftige Alternative zu bieten. Abgesehen von ihren umstrittenen Beziehungen zu manchen islamistischen Gruppen kann die T&#xFC;rkei auch auf den wirtschaftlichen milit&#xE4;rischen und geopolitischen Ebenen nicht mit Russland in Zentralasien standhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Akhmed Rahmanov<br>\nForscher und Redakteur f&#xFC;r Novastan<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Franz&#xF6;sischen &#xFC;bersetzt von<br>\nFlorian Coppenrath und Christina Nizurawski<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Forscher Akhmed Rahmanov erkl&#xE4;rt den Einfluss der T&#xFC;rkei und Russlands in Zentralasien.<\/p>\n","protected":false},"author":124,"featured_media":749,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4,3,6,7,5],"tags":[689,1253,1254,1211],"coauthors":[1249],"class_list":["post-748","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kasachstan","category-kirgistan","category-tadschikistan","category-turkmenistan","category-usbekistan","tag-politik","tag-russland","tag-turkei","tag-zentralasien"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/748","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/124"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=748"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/748\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34011,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/748\/revisions\/34011"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/749"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=748"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=748"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=748"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=748"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}