{"id":7192,"date":"2017-01-25T12:45:45","date_gmt":"2017-01-25T11:45:45","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=7192"},"modified":"2017-01-27T07:11:54","modified_gmt":"2017-01-27T06:11:54","slug":"zentralasien-historisches-herz-der-muslimischen-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/zentralasien-historisches-herz-der-muslimischen-welt\/","title":{"rendered":"Zentralasien \u2013 historisches Herz der muslimischen Welt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Zentralasien wird oft als eine Randregion oder Knotenpunkt zwischen mehreren Kulturen angesehen und weniger bekannt f&#xFC;r seine geschichtliche Rolle&#xA0;als historisches Zentrum des Islam. Der Beitrag der Region zu dieser Religion ist jedoch betr&#xE4;chtlich.Eine geschichtliche Aufarbeitung.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Jahr 751 n. Chr. fand die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_am_Talas\">Schlacht am Talas<\/a> an der Grenze des heutigen Kirgistans und Kasachstans statt. Zwei Armeen standen sich hier gegen&#xFC;ber: die arabische Armee der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Abbasiden\">Abbasiden<\/a> und die chinesische Armee der Tang-Dynastie. Die Abbasiden werden siegen. Dieses Ereignis, in Europa vollkommen unbekannt, ist von enormer Wichtigkeit in Asien: es dr&#xE4;ngt Zentralasien aus dem chinesischen Einflussbereich und markiert den Eintritt in die arabische und muslimische Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">China zieht sich endg&#xFC;ltig aus dieser Region zur&#xFC;ck und kehrt bis auf seinen &#xF6;stlichen Teil, Xinjiang und Tibet, ungef&#xE4;hr im 19. Jahrhundert auch nicht zur&#xFC;ck. Zentralasien, bereits ein Treffpunkt der Kulturen, arabisiert sich nach dieser Umorganisation der Machtstrukturen, um wieder eine Region t&#xFC;rkisch-persischer Kultur zu werden. Doch ein anderer ebenfalls wenig bekannter Aspekt der Geschichte ist der Beitrag Zentralasiens zur islamischen Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Zentralasien &#x2013; eine wichtige Region der muslimischen Welt<br>\n<\/strong><br>\nZentralasien wird oft als eine Peripherie der russischen oder der muslimischen Welt angesehen. Wenn die Vereinigten Staaten den &#x201E;Gro&#xDF;raum Mittlerer Osten&#x201C; definieren, stellt sich&#xA0;die Frage, ob das postsowjetische Zentralasien dazu gez&#xE4;hlt werden soll: &#xA0;wird die Region als muslimisch oder als &#x201E;nahes Ausland&#x201C; Russlands gesehen? Wenn man an die islamische Zivilisation denkt, kommen einem die Moscheen im Irak, in Syrien, in der T&#xFC;rkei, im Maghreb oder in &#xC4;gypten in den Kopf. Man vergisst, dass der Islam vor allem eine asiatische (zum Beispiel in Indonesien, Pakistan, Bangladesch, Indien) Religion ist und selbst in dieser Definition denkt man nicht gleich an Zentralasien. Dennoch ist der zentralasiatische Beitrag zur muslimischen Welt betr&#xE4;chtlich.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7212\" aria-describedby=\"caption-attachment-7212\" style=\"width: 1300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7212\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/1-3-1300x867.jpg\" alt=\"Buchara in Usbekistan\" width=\"1300\" height=\"867\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/1-3-1300x867.jpg 1300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/1-3-1300x867-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/1-3-1300x867-768x512.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/1-3-1300x867-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2017\/01\/1-3-1300x867-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 1300px) 100vw, 1300px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-7212\" class=\"wp-caption-text\">Buchara in Usbekistan<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Alle Moscheen, alle Koranschulen (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Madrasa\">Medressen<\/a>) und alle Bauwerke, die es in jeder Stadt Zentralasiens zu sehen gibt, aufzuz&#xE4;hlen w&#xFC;rde lange dauern &#x2013; so weit verbreitet sind sie in Zentralasien. Kokand in Usbekistan war vor der Sowjetzeit eine Stadt mit mehr als 600 Moscheen und f&#xFC;nfzehn Medressen. Osch in Kirgistan hat eine mystische Dimension, am Fu&#xDF;e des Berges <em>Suleyman Too<\/em>, der Legende nach <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/bild-des-tages\/die-flagge-auf-dem-thron\/\">&#x201E;Thron des Salomon&#x201C;<\/a> und mit seinen beiden Moscheen des Basar und Rabat Abdul Khan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Buchara, &#x201E;Kuppel des Islam&#x201C;<br>\n<\/strong><br>\nSamarkand, die Stadt des usbekischen Nationalhelden Tamerlan, ist bekannt f&#xFC;r ihren Registan (Hauptplatz oder &#x201E;sandiger Platz&#x201C;, Anm. der Redaktion) und vor allem die gro&#xDF;e Moschee Bibi Chanum. Seit dem gleichnamigen Buch, das Amin Maaluf ihr 1988 gewidmet hat, hat die Stadt einen besonderen Ruf. In der Stadt Chiwa, ebenfalls in Usbekistan, findet man einen nahezu heiligen Ort, das Mausoleum des Kriegers und Poeten Pachlawan Machmud. Die Stadt &#xA0;Buchara im S&#xFC;den das Landes tragt sogar den Spitznamen &#x201E;Kuppel des Islam&#x201C;, so bedeutend war Buchara f&#xFC;r diese Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die muslimische Pr&#xE4;senz ist in jeder dieser St&#xE4;dte zu sp&#xFC;ren. Usbekistan und Turkmenistan sind islamisierter, als Kasachstan oder Kirgistan. Aber wie hat diese Region die islamische Welt au&#xDF;erhalb ihrer Grenzen beeinflusst?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Algebra, eine zentralasiatische Erfindung<br>\n<\/strong><br>\nZahlreiche franz&#xF6;sische W&#xF6;rter kommen aus dem Arabischen, vor allem im Bereich der Mathematik. Die W&#xF6;rter der Algebra und des Algorithmus stammen vom Mathematiker <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/fact\/der-choresmer\/\">Abu Dscha&#x2019;far Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi<\/a>, abgek&#xFC;rzt al-Chwarizmi, und aus seinem Buch al-Kit&#x101;b al-mu&#x1E2B;ta&#x1E63;ar f&#x12B; &#x1E25;is&#x101;b al-&#x11F;abr wa-&#x2BE;l-muq&#x101;bala (&#x201E;Das kurzgefasste Buch &#xFC;ber die Rechenverfahren durch Erg&#xE4;nzen und Ausgleichen&#x201C;).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Name dieses Mathematikers, al-Chwarizmi, zeigt deutlich seine Herkunft: die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Choresmien\">Region Choresm<\/a>, die Region von Chiva, wo er geboren ist. Obwohl der Mathematiker in der arabischen Sprache schreibt, kommt er tats&#xE4;chlich aus dem heutigen Usbekistan. Dies gilt ebenso f&#xFC;r einen anderen Chwarizmi, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Muhammad_ibn_Ahmad_al-Khwarizmi\">Muhammad ibn Ahmad<\/a>, geboren in Balch, heutiges Afghanistan, nahe den usbekischen und turkmenischen Grenzen, der im 10 Jahrhundert eine Enzyklop&#xE4;die geschrieben hat. Choresm ist die Heimat eines weiteren&#xA0;Genies der islamischen Welt, der Mathematiker<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Al-Biruni\"> al-Biruni<\/a>, der in Kath in der N&#xE4;he von Urgentsch im heutigen Usbekistan geboren wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Eine der gr&#xF6;&#xDF;ten Berichterstatter des Propheten Mohammed, geb&#xFC;rtig aus Usbekistan<br>\n<\/strong><br>\nBuchara&#xA0;ist ebenfalls wichtig f&#xFC;r die islamische Kultur: Einer der gr&#xF6;&#xDF;ten &#xDC;berlieferer&#xA0;der Ausspr&#xFC;che des Propheten Mohammed (der Hadith) ist hier geboren und tr&#xE4;gt den Namen der Stadt, der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Al-Buch%C4%81r%C4%AB\">Imam al-Buch&#x101;r&#x12B;<\/a>. Der &#xA0;Name Buch&#x101;r&#x12B; existiert auch heute noch in der islamischen Welt, und hat sich bis nach Maghreb verbreitet. Dieser Name bedeutet, dass ein vermeintlicher Vorfahre dieser Person urspr&#xFC;nglich aus der Stadt Buchara stammt. Somit wird deutlich, dass die gro&#xDF;en arabischen oder muslimischen Wissenschaftler, die bis nach Europa wirkten, eigentlich urspr&#xFC;nglich aus Zentralasien kommen. Hier k&#xF6;nnen noch weitere Namen hinzugef&#xFC;gt werden, wie zum Beispiel. der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%CA%BFOmar_Chayy%C4%81m\">&#x2BF;Omar Chayy&#x101;ms<\/a>, persischer Dichter, geboren in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nischapur\">Nischapur <\/a>in Chorasan im heutigen nord&#xF6;stlichen Iran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Eine wichtige Rolle im Sufismus<br>\n<\/strong><br>\nZentralasien nimmt ebenfalls eine wichtige Rolle hinsichtlich seines Einflusses im Sufismus ein. Eine der vier Haupt-Sufi-Bruderschaften in der Welt, die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naqschband%C4%ABya\">Naqschband&#x12B;ya<\/a>, wurde im 14. Jahrhundert von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baha-ud-Din_Naqschband\">Baha-ud-Din Naqschband<\/a> gegr&#xFC;ndet, ein Tadschike aus Buchara. Die Naqschband&#x12B;ya ist in ganz Zentralasien verbreitet, ebenso wie in der russischen islamischen Welt (Tschetschenien, Dagestan), der arabischen Welt (&#xC4;gypten, Syrien, Pal&#xE4;stina), in Indien und in China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um nur zwei Beispiele dieses Erbes zu nennen, ist zum einen die Haji-Yakub-Moschee zu erw&#xE4;hnen, benannt nach dem &#x201E;heiligen&#x201C; religi&#xF6;sen F&#xFC;hrer Haji Yakub, oder auch das Mausoleum des chinesischen Naqschbandi-Scheichs <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ma_Laichi\">Ma Laichi<\/a> in Gansu im westlichen China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Im Herzen mehrerer Reiche<br>\n<\/strong><br>\nAbgesehen von diesen Namen aus dem Mittelalter darf man nicht vergessen, dass Zentralasien das Herz mehrerer muslimischer Reiche ist. Die Turkv&#xF6;lker haben sich hier gr&#xF6;&#xDF;tenteils niedergelassen, bevor einige von ihnen sich in Anatolien ansiedelten; insbesondere die St&#xE4;mme der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oghusen\">Oghusen<\/a> oder<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Y%C3%B6r%C3%BCk\"> Y&#xF6;r&#xFC;k<\/a>. Unter den Oghusen entstand das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seldschuken\">Gro&#xDF;seldschukenreich<\/a>, dessen Nachfolger vereinfacht gesagt die Turkmenen sind. Darauf folgte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Osmanisches_Reich\">das Osmanische Reich<\/a>.<\/p>\n<figure style=\"width: 1600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/novastan.org\/fr\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/3.jpg\" alt=\"Samarcande en Ouzb&#xE9;kistan\" width=\"1600\" height=\"1200\"\/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Samarkand in Usbekistan<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Ebenso haben die Mongolen eines der gr&#xF6;&#xDF;ten Reiche der Welt geschaffen, dessen Basis das &#xF6;stliche Zentralasien, die heutige Mongolei, ist. Den Mongolen und Turkv&#xF6;lkern wurde ein gro&#xDF;er Eroberer geboren &#x2013;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Timur\"> im Westen Timur oder Tamerlan<\/a> genannt. Sein Reich vereinte Zentralasien, den Iran, einen Teil der arabischen Welt und Anatolien, nachdem sie &#xFC;ber die Ottomanen in Ankara gesiegt hatten. Tamerlan starb bevor er seinen Traum realisieren konnte: in China einzumarschieren. Sein Reich brach kurz danach zusammen. Seine letzten Nachfolger sind die Gr&#xFC;nder der Dynastie der Gro&#xDF;moguln in Indien, die bis zur britischen Kolonisierung herrschten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schlie&#xDF;lich konvertieren die turko-mongolischen Anf&#xFC;hrer, die Russland beherrschen &#x2013; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Goldene_Horde\">die Goldene Horde<\/a> &#x2013; zum Islam. Als Iwan der Schreckliche seine Souver&#xE4;nit&#xE4;t zur&#xFC;ckerlangte, floh ein Teil dieser Mongolen Richtung Zentralasien und teilte sich in zwei Zweige auf: vereinfacht die Kasachen und die Usbeken. Die Usbeken besiegten auch das Reich der Timuriden, die Erben Tamerlans, um daraufhin sein Erbe f&#xFC;r sich in Anspruch nehmen. Andere verbleiben als Minderheiten im russischen Reich und sind unter dem einheitlichen Namen der Tataren Kasans bekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Tataren Kasans sind den Usbeken und Kasachen durch ihre turko-mongolische Kultur sehr nah, jedoch haben sie gleichzeitig durch die folgende russische Herrschaft eine wichtige Rolle in der sogenannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nahda\">Nahda-Bewegung<\/a> eingenommen, die Periode der &#x201E;Renaissance&#x201C; der arabischen Welt im 19. Jahrhundert. Der erste Koran wurde in Kasan gedruckt. Aus dieser Bewegung geht der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dschadidismus\">Dschadidismus<\/a> hervor, eine muslimische Reformstr&#xF6;mung, die Mahmud Khoja Behbudi, der urspr&#xFC;nglich aus Samarkand kommt, von der Krim nach Zentralasien importierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Sowjetzeit hat dem Islam in Zentralasien einen Schlag versetzt, aber&#xA0;einige Denkm&#xE4;ler blieben erhalten: die Sowjets restaurierten die <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Saray_Mulk_Khanum\">Bibi-Chanum<\/a>-Moschee in Samarkand, die viele Erdbeben erlebte. Ebenfalls wurde der &#xE4;lteste Koran der Welt, der von Tamerlan nach Samarkand gebracht und dann zur Zeit der russischen Eroberung nach St. Petersburg &#xFC;berf&#xFC;hrt wurde, an Usbekistan zur&#xFC;ckgegeben, wo man ihn heute in Taschkent betrachten kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Heute schwanken die politischen Regimes&#xA0;vor Ort zwischen einer Politik muslimischer Kultur, welche die islamistischen Parteien bevorzugen, und einem Autoritarismus gegen&#xFC;ber dem Religi&#xF6;sen. Trotz des sowjetischen Einfluss gibt es auch moderne Beispiele eines gelebten Islams in Zentralasien.&#xA0;In tadschikischen Pamir leben die Ismailiten, die einen ideologiekritischen Zweig der im Mittelalter sehr einflussreichen Schia vertreten, den es sonst in der Welt kaum gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Besonderheit der zentralasiatischen Staaten<br>\n<\/strong><br>\nMan sollte jedoch die Besonderheiten der verschiedenen Regionen oder der verschiedenen V&#xF6;lker verstehen. So wird bestaunt, wie sehr sich die islamische Kultur Zentralasiens im heutigen Usbekistan konzentriert. Dies ist darauf zur&#xFC;ckzuf&#xFC;hren, dass die Oasen in dieser Region wichtige Stationen der Seidenstra&#xDF;e waren, wie die st&#xE4;dtischen Zentren der iranischen Kultur, und die Karawanen Imperien der Araber und Mongolen durch diese Gegenden zogen. Das heutige Kasachstan hat keine solche&#xA0;&#x201E;historische Stadtkultur&#x201C;.Die Usbeken wurden auch schneller sesshaft und islamisierten sich wesentlich schneller als die Kasachen, obwohl beide V&#xF6;lker aus den zwei Bunden der Goldenen Horde hervorgehen und somit eine gemeinsame Vergangenheit haben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8090\" aria-describedby=\"caption-attachment-8090\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8090 size-full\" src=\"https:\/\/novastan.org\/fr\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2017\/01\/4.jpg\" alt=\"Coucher de soleil sur Khiva\" width=\"700\" height=\"525\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-8090\" class=\"wp-caption-text\">Sonnenuntergang &#xFC;ber Chiwa<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Dar&#xFC;ber hinaus sind die gegenw&#xE4;rtigen L&#xE4;nder sowjetische Konstruktionen. In den gro&#xDF;en St&#xE4;dten ist es nicht selten, dass man Menschen aus allen f&#xFC;nf zentralasiatischen Republiken begegnet. In den St&#xE4;dten Chiwa, Buchara und vor allem in Samarkand lebten gro&#xDF;e tadschikische Gemeinschaften, im Fall von Samarkand stellten sie sogar eine Mehrheit. Diese Vielfalt besteht auch noch heute. Durch das Erbe der Sowjetunion&#xA0;ist Tadschikistan heutzutage &#xA0;von seinen urbanen Zentren abgeschnitten, die sich in Usbekistan befinden.<strong><br>\n<\/strong><br>\nDie Geschichte der Region erkl&#xE4;rt,&#xA0;warum eine solche Ungleichheit hinsichtlich des islamischen Erbes zwischen den zentralasiatischen L&#xE4;ndern besteht. Doch was auch immer diese Ungleichheiten sein m&#xF6;gen, so ist der Stereotyp eines nomadischen, turko-mongolischen Zentralasiens ohne Teilnahme an der Geschichtsschreibung&#xA0;falsch.&#xA0;Kulturell gesehen w&#xE4;re es also einfach, die Region als eine Peripherie einer arabisch-muslimischen Welt zu sehen, obwohl sie hinsichtlich der Geschichte dieser Welt tats&#xE4;chlich ein Zentrum war.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Im Original verfasst von Thomas Ciboulet.<\/strong><br>\n<strong>Aus dem Franz&#xF6;sischen &#xFC;bersetzt von Agnes L&#xFC;dicke<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zentralasien wird oft als eine Randregion oder Knotenpunkt zwischen mehreren Kulturen angesehen und weniger bekannt f&#xFC;r seine geschichtliche Rolle&#xA0;als historisches Zentrum des Islam. Der Beitrag der Region zu dieser Religion ist jedoch betr&#xE4;chtlich.Eine geschichtliche Aufarbeitung. Im Jahr 751 n. 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