{"id":7093,"date":"2017-01-13T13:24:46","date_gmt":"2017-01-13T12:24:46","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=7093"},"modified":"2017-01-13T13:24:46","modified_gmt":"2017-01-13T12:24:46","slug":"eine-reise-durch-die-architekturgeschichte-der-kirgisischen-hauptstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/eine-reise-durch-die-architekturgeschichte-der-kirgisischen-hauptstadt\/","title":{"rendered":"Eine Reise durch die Architekturgeschichte der kirgisischen Hauptstadt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>Der <a href=\"https:\/\/dom-publishers.com\/collections\/architekturfuhrer\/products\/bischkek\">Architekturf&#xFC;hrer<\/a>, der j&#xFC;ngst im Verlag DOM publishers erschienen ist, erkl&#xE4;rt die Entwicklung der sozialistischen Stadt Bischkek.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wer heute durch das Stadtzentrum der kirgisischen Hauptstadt Bischkek spaziert, der kann in die Architekturgeschichte der zentralasiatischen Stadt eintauchen, die als Paradebeispiel f&#xFC;r die Entwicklung des eurasischen Stadttypus gilt. Noch heute dominiert im Stadtbild die sozialistische Architektur aus der &#xC4;ra Stalins, Chruschtschows und ihrer Nachfolger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mit der Bau- und Kulturgeschichte der ehemaligen russischen Garnisonsstadt, deren Entwicklung als Au&#xDF;enposten des russischen Zarenreiches begann, hatten sich der ausgebildete Schriftsetzer Henning Hraban Ramm sowie Benedikt Viertelhaus, Herausgeber der &#x201E;Edition Kritische Ausgabe&#x201C;, intensiv besch&#xE4;ftigt. Ramm hatte drei Jahre in Bischkek gelebt und Viertelhaus zwei Jahre. Gemeinsam haben sie den Architekturf&#xFC;hrer Bischkek herausgegeben, der im Verlag &#x201E;Dom Publishers&#x201C; erschienen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Von &#x201E;Pischpek&#x201C; bis &#x201E;Bischkek&#x201C;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Architekturf&#xFC;hrer enth&#xE4;lt Essays zu den wichtigsten architektonischen Bauprojekten aus der Zeit des Russischen Reiches beginnend von 1864 bis heute. Darunter sind unter anderem Beschreibungen zum Haus des Schriftstellers, das Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde und ein Zeugnis der russischen russischen Garnisonsstadt &#x201E;Pischpek&#x201C; ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Haus mit drei stra&#xDF;enseitigen Giebeln stand bautechnisch im Gegensatz zu den Lehmh&#xFC;tten, die das damalige Stra&#xDF;enbild pr&#xE4;gten. Es war das Haus des ersten B&#xFC;rgermeisters und war damals eines der wenigen verputzten, mit Stuckaturen versehenes und mit Backsteinen erbautes Geb&#xE4;ude, hei&#xDF;t es im Architekturf&#xFC;hrer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W&#xE4;hrend des Stalinismus wurde &#x201E;sozialistisch im Inhalt und national in der Form&#x201C; gebaut. In den monumentalen Baustil, der auch als &#x201E;Zuckerb&#xE4;ckerstil&#x201C; bekannt ist, flossen regionale Elemente ein. Einer der gro&#xDF;en Architekten war damals Andrej Pawlowitsch Senkow. Er baute das Geb&#xE4;ude der ehemaligen Staatsbank, in dem heute eine Filiale der Aktien- und Kommerzbank Kygrystan untergebracht ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Senkow ist einer der ersten Architekten, der Bischkek mit Lokalkolorit ausstattete. Er ist auch der Baumeister der Himmelfahrts-Kathedrale in Almaty, die mit 54 Metern das zweith&#xF6;chste Holzgeb&#xE4;ude der Welt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Stadtentwicklung im Sozialismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei der Entwicklung der Stadt Bischkek spielte der sogenannte Mikrorayon-Gedanke eine zentrale Rolle. Der Mikrorayon stellte eine st&#xE4;dtebauliche Grundeinheit dar. Der Wohnungsbau war ebenso wie die Schaffung von &#xF6;ffentlichen Einrichtungen und Gr&#xFC;nanlagen zentral gesteuert, wie aus dem Architekturf&#xFC;hrer zu entnehmen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Seit der &#xC4;ra Chruschtschows ver&#xE4;nderte sich das Bauprinzip von Wohnanalagen und &#xF6;ffentlichen Geb&#xE4;uden. Es kamen immer mehr industriell vorgefertigte Bauteile zum Einsatz, schreibt Sergei Melcher in seinem aufschlussreichen Aufsatz &#xFC;ber die Architektur und Stadtentwicklung im Sozialismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dies und viele weitere Informationen erf&#xE4;hrt der Leser des Architekturf&#xFC;hrers anhand von Portraits der wichtigsten Architekten, Essays &#xFC;ber die Baugeschichte sowie &#xFC;ber die Denkm&#xE4;ler der Stadt. Diese Texte bieten neben den Beschreibungen der Bauprojekte ein umfassendes Bild der Architekturgeschichte der krigisischen Hauptstadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Dominik Vorh&#xF6;lter<br>\nNovastan.org<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><em>Henning Hraban Ramm \/ Benedikt Viertelhaus (Hg.)<\/em>: Bischkek, Architekturf&#xFC;hrer; DOM Publishers, Berlin 2016; 208 Seiten, 28,- &#x20AC;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Architekturf&#xFC;hrer, der j&#xFC;ngst im Verlag DOM publishers erschienen ist, erkl&#xE4;rt die Entwicklung der sozialistischen Stadt Bischkek. Wer heute durch das Stadtzentrum der kirgisischen Hauptstadt Bischkek spaziert, der kann in die Architekturgeschichte der zentralasiatischen Stadt eintauchen, die als Paradebeispiel f&#xFC;r die Entwicklung des eurasischen Stadttypus gilt. 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