{"id":6953,"date":"2016-12-17T04:56:11","date_gmt":"2016-12-17T03:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=6953"},"modified":"2016-12-17T04:56:11","modified_gmt":"2016-12-17T03:56:11","slug":"stalins-erbe-in-kasachstan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/stalins-erbe-in-kasachstan\/","title":{"rendered":"Stalins Erbe in Kasachstan"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><i><b>Vor 80 Jahren begannen die von Stalin veranlassten Deportationen ganzer Bev&#xF6;lkerungsgruppen nach Sibirien und Kasachstan, durch die tausende Menschen umkamen. Sie wurden aufgrund ihrer Ethnie der Kollaboration mit den Feinden der Sowjetunion, allen voran Deutschland, verd&#xE4;chtigt. In Kasachstan sch&#xE4;tzt man heute die so entstandene ethnische Vielfalt der Bev&#xF6;lkerung &#x2013; und spricht nur selten &#xFC;ber ihre gewaltsame Ursache.<\/b><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es begann im Fr&#xFC;hjahr 1936. Ungef&#xE4;hr 36.000 Polen wurden mit Gewalt aus den Grenzregionen der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik nach Kasachstan und Sibirien deportiert. Weitere Deportationen polnischer Minderheiten in Belarus und der Ukraine folgten 1940 bis 1942. In den Jahren 1937 und 1938 wurden aus dem Fernen Osten der UdSSR knapp 200.000 der dort seit den 1860ern freiwillig lebenden Koreaner deportiert. Sie wurden vor allem nach Kasachstan und Usbekistan gebracht, zum Teil auch nach Tadschikistan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie Polen und Koreanern erging es in der Folge vielen ethnischen Minderheiten in der Sowjetunion. Tataren, Tschetschenen, Inguschen, Karatschaier, Balkaren, Griechen, Georgier und andere Ethnien fielen der stalinschen Paranoia zum Opfer und wurden in Viehwaggons deportiert &#x2013; davon ca. 1 Mio. Menschen nach Kasachstan. Viele starben auf dem Weg, viele aber auch durch die harten Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort, die K&#xE4;lte und den Hunger. Die genaue Zahl der Opfer ist heute schwer zu ermitteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die gr&#xF6;&#xDF;te deportierte Gruppe waren die in der Sowjetunion ans&#xE4;ssigen Deutschen. &#xDC;ber 400.000 Einwohner der Wolgadeutschen Republik wurden nach Kasachstan deportiert und stellten nach Kasachen und Russen lange die drittgr&#xF6;&#xDF;te Bev&#xF6;lkerungsgruppe Kasachstans. Nach dem Ende der Sowjetunion nutzten viele die M&#xF6;glichkeit, nach Deutschland auszusiedeln und die deutsche Staatsb&#xFC;rgerschaft anzunehmen. 2009 lebten laut <a href=\"https:\/\/www.liportal.de\/fileadmin\/user_upload\/oeffentlich\/Kasachstan\/40_gesellschaft\/Kaz2009_Analytical_report.pdf\">kasachischem Zensus<\/a> nur noch ca. 180.000 Deutsche in Kasachstan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Ein Tabu-Thema in der Sowjetunion<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu Zeiten der Sowjetunion wurden weder die Tatsache, dass Kasachstan ein Vielv&#xF6;lkerstaat ist, noch die historischen Gr&#xFC;nde daf&#xFC;r hinterfragt. &#x201E;Niemand hat damals gefragt, welcher Ethnie man angeh&#xF6;rte&#x201C;, sagt Svetlana Kim, Jahrgang 1950. Ihre koreanischen Eltern wurden als 17- und 18-J&#xE4;hrige deportiert, Svetlana ist in der Stadt &#xDC;scht&#xF6;be im S&#xFC;den Kasachstans geboren und aufgewachsen. Zu Hause sprachen ihre Eltern Koreanisch, Svetlana und ihre Geschwister lernten auf der Stra&#xDF;e und in der Schule Russisch. &#x201E;Wenn meine Mutter mich etwas auf Koreanisch fragte, antwortete ich auf Russisch&#x201C;, erinnert sie sich. Sp&#xE4;ter ging Svetlana zum Studieren nach Almaty &#x2013; eine M&#xF6;glichkeit, die ihren Eltern, potenziellen Kollaborateuren mit dem feindlichen Japan, noch verwehrt worden war.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6979\" aria-describedby=\"caption-attachment-6979\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6979 size-large\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/scan_5-1024x612.jpg\" alt=\"Svetlana Kim &#xDC;scht&#xF6;be\" width=\"1024\" height=\"612\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/scan_5-1024x612.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/scan_5-300x179.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/scan_5-768x459.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/scan_5-1300x777.jpg 1300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-6979\" class=\"wp-caption-text\">Svetlana (Mitte vorn) als F&#xFC;nfj&#xE4;hrige, mit ihren Eltern und Geschwistern in &#xDC;scht&#xF6;be.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Zuge der Perestroika wurde dann die Thematisierung der Deportationen in Kunst und Literatur m&#xF6;glich. So ver&#xF6;ffentlichte Anatoli Pristawkin erst 1987 seinen sechs Jahr zuvor geschriebenen Roman &#x201E;Schlief ein goldenes W&#xF6;lkchen&#x201C;. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei russische Waisenkinder, die 1944 in den Kaukasus geschickt werden, um dort in den tschetschenischen D&#xF6;rfern zu leben, deren Bewohner kurz zuvor im Rahmen der <a href=\"http:\/\/omind.kz\/&#x43B;&#x435;&#x43A;&#x446;&#x438;&#x44F;-2-&#x437;&#x430;&#x440;&#x438;&#x43D;&#x430;-&#x430;&#x445;&#x43C;&#x430;&#x442;&#x43E;&#x432;&#x430;-&#x43E;&#x43F;&#x435;&#x440;&#x430;&#x446;&#x438;&#x44F;-&#x447;&#x435;&#x447;\/\">&#x201E;Operation Linse&#x201C; <\/a>deportiert worden waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Ethnische Vielfalt als gesellschaftlicher Reichtum<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mit dem Ende der Sowjetunion und der Unabh&#xE4;ngigkeit Kasachstans 1990 wandelte sich dort das staatliche Verh&#xE4;ltnis zu den ethnischen Minderheiten. Minderheiten wurden in der Gesellschaft erstmalig als solche anerkannt. &#x201E;In den 1990ern wurde es auf einmal wichtig, welcher Ethnie man angeh&#xF6;rt&#x201C;, stellt Svetlana fest. 1995 wurde auf Initiative des Staatspr&#xE4;sidenten Nasarbajew die &#x201E;Assembleja Narodow Kasachstana&#x201C;, die Versammlung der V&#xF6;lker Kasachstans, gegr&#xFC;ndet. Als beratendes Organ sollte sie die Politik zur Gleichstellung und Integration aller Kasachstaner, also aller Staatsb&#xFC;rger unabh&#xE4;ngig von ihrer Ethnie, gestalten. 2007 wurde sie in &#x201E;Assembleja Naroda&#x201C; umbenannt, die Versammlung des Volks, was viele Beobachter als Betonung der staatlichen Einheit deuteten. <a href=\"https:\/\/tengrinews.kz\/kazakhstan_news\/kazahstantsyi-vpervyie-prazdnuyut-den-blagodarnosti-289920\/\">Seit 2016<\/a> ist zudem der Gr&#xFC;ndungstag der Versammlung, der 1. M&#xE4;rz, ein staatlicher Feiertag &#x2013; der &#x201E;Tag der Dankbarkeit&#x201C;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dies dr&#xFC;ckt die wohlwollende staatliche Haltung zur ethnischen Vielfalt in Kasachstan aus: sie wird als ein Grund f&#xFC;r den wirtschaftlichen Erfolg des Landes &#x2013; vor allem im Vergleich zu seinen zentralasiatischen Nachbarn &#x2013; betrachtet. Viele ethnische Minderheiten verf&#xFC;gen &#xFC;ber Kulturvereine, die Sprachkurse, traditionelle Feste und Reisen organisieren. In Almaty gibt es neben dem russischen und kasachischen auch ein deutsches, koreanisches und polnisches Theater.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6958\" aria-describedby=\"caption-attachment-6958\" style=\"width: 217px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6958\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG-20160116-WA0013-217x300.jpg\" alt=\"Svetlana Kim mit ihrem Enkel in koreanischer Tracht.\" width=\"217\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG-20160116-WA0013-217x300.jpg 217w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG-20160116-WA0013-768x1063.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG-20160116-WA0013-740x1024.jpg 740w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/IMG-20160116-WA0013.jpg 1156w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-6958\" class=\"wp-caption-text\">Svetlana Kim und ihr Enkel in koreanischer Tracht.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch Svetlana Kim engagiert sich in der koreanischen Gemeinschaft in Kasachstan, singt im koreanischen Chor und lernt Koreanisch. 1994 war sie eine der ersten aus Kasachstan, die nach S&#xFC;dkorea reiste und war seitdem mehrmals dort. Sie habe, sagt sie, aber auch gemerkt, dass sie eine v&#xF6;llig andere Mentalit&#xE4;t habe als die S&#xFC;dkoreaner. Auf die Frage, wie sie sich heute identifiziere, antwortet sie: &#x201E;Am ehesten wohl als Russin. Russisch ist meine Muttersprache, ich denke auf Russisch.&#x201C;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>80-j&#xE4;hriges Gedenken an die Deportationen<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W&#xE4;hrend das Zusammenleben der Ethnien in Kasachstan vom Staat als Grund zur Dankbarkeit betrachtet wird, ist die Ursache dieser Vielf&#xE4;ltikeit, die Deportationen, nach wie vor ein Tabu-Thema. Im Schulunterricht werden die Deportationen schlichtweg nicht thematisiert. Informationen &#xFC;ber die Deportationen sind zwar offen zug&#xE4;nglich, doch eine &#xF6;ffentliche Diskussion findet kaum statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das 80-j&#xE4;hrige Gedenken, 2016 an den Beginn der Deportationen 1936 aus Europa, 2017 an die Deportationen der Koreaner aus Fernost, nehmen nun zivilgesellschaftliche Organisationen zum Anlass, das Thema zur Sprache zu bringen. Dazu geh&#xF6;rt das kulturwissenschaftliche <a href=\"http:\/\/omind.kz\">Vortragszentrum OpenMind<\/a>, das in Almaty die Vorlesungsreihe &#x201E;Lebendige Erinnerung&#x201C; veranstaltet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Reihe &#x201E;Lebendige Erinnerung&#x201C; umfasst Lesungen zu Themen wie den Deportationen und Gulags in Kasachstan, aber auch politischer Repressionen und Erinnern in Kunst und Literatur. Zur Themenwahl sagt die Organisatorin der Lesungen und Gr&#xFC;nderin von OpenMind, Alexandra Zai: &#x201E;Es ist der Versuch, Ereignisse zu w&#xE4;hlen, die besonders schmerzhaft und wichtig f&#xFC;r Kasachstan waren, und sie nicht nur historisch zu behandeln, sondern zu betrachten, wie sie unser Leben bis heute beeinflussen.&#x201C;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#x201E;<b>Damit sich die Geschichte nicht wiederholt&#x201C;<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Rahmen der Reihe fand am 17. November 2016 die Lesung &#x201E;Die Gro&#xDF;e Umsiedlung der V&#xF6;lker&#x201C; statt. Ein Professor f&#xFC;r Geschichte, eine Journalistin und ein Schriftsteller hielten Kurzvortr&#xE4;ge, die das Thema von verschiedenen Seiten beleuchteten. W&#xE4;hrend Schulduzbek Abylchoschin, Professor an der Kasachisch-Britischen Universit&#xE4;t, haupts&#xE4;chlich mit <a href=\"http:\/\/omind.kz\/&#x438;&#x441;&#x442;&#x43E;&#x440;&#x438;&#x44F;-&#x434;&#x435;&#x43F;&#x43E;&#x440;&#x442;&#x430;&#x446;&#x438;&#x439;-&#x43B;&#x435;&#x43A;&#x446;&#x438;&#x44F;-&#x436;&#x443;&#x43B;&#x434;&#x443;&#x437;&#x431;&#x435;&#x43A;\/\">Zahlen und Fakten<\/a> aufwartete, pr&#xE4;sentierte Zarina Achmatova, Chefredakteurin des Internetjournals Vlast.kz, Interviews mit Zeitzeugen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6982\" aria-describedby=\"caption-attachment-6982\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6982 size-large\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/2-1024x683.jpg\" alt='Bei der Lesung \"Die Gro&#xDF;e Umsiedlung der V&#xF6;lker\" am 17. November in Almaty.' width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/2-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/2-768x512.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/2-1300x867.jpg 1300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/2-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-6982\" class=\"wp-caption-text\">Bei der Lesung &#x201E;Die Gro&#xDF;e Umsiedlung der V&#xF6;lker&#x201C; am 17. November in Almaty.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Die anschlie&#xDF;ende Diskussion drehte sich unter anderem um die Frage der Schuld an diesen Verbrechen. Wer kann f&#xFC;r die Taten des Sowjet-Regimes verantwortlich gemacht werden &#x2013; das heutige Russland? Stalin allein? Die Ansichten gehen auseinander. Schulduzbek Abylchoschin versteht die Deportationen als &#x201E;Kriegshandlungen&#x201C;, die nur im Kontext des Zweiten Weltkriegs verstanden werden k&#xF6;nnen. F&#xFC;r ihn liegt die Schuld bei Stalin &#x2013; als umso beunruhigender bewertete er daher die Tendenz einer &#x201E;neuen Generation von Stalinisten&#x201C; im heutigen Russland, wo die stalinistischen Deportationen und S&#xE4;uberungen ebenfalls kaum thematisiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Viele sind aber auch der Meinung, dass die Schuldfrage heute nicht mehr relevant sei, schlie&#xDF;lich wurden alle Betroffenen nach dem Zerfall der Sowjetunion offiziell rehabilitiert. Auf den inneren Widerspruch dieser Rehabilitierung verwies Zarina Achmatova: die Deportierten wurden rehabilitiert, ohne dass jemals anerkannt wurde, dass ihnen Unrecht getan worden war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><b>Die Medien in der Verantwortung?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Offene Diskussionen wie diese finden selten und in recht geschlossenen Kreisen statt. Die Lesung &#x201E;Die Gro&#xDF;e Umsiedlung der V&#xF6;lker&#x201C; zog nur ca. 20 Besucher an. Zum Schluss forderte Schulduzbek Abylchoschin daher die Medien auf, sich an der Diskussion zu beteiligen: &#x201E;Es ist schon lange alles &#xFC;ber die Deportationen aufgeschrieben worden. Jetzt sind tats&#xE4;chlich die Medien daf&#xFC;r verantwortlich, dies der &#xD6;ffentlichkeit zu vermitteln.&#x201C;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zum Teil haben die Medien diese Verantwortung schon &#xFC;bernommen: der Polnische Kurier Almaty und die Deutsche Allgemeine Zeitung etwa, die auf den jeweiligen Minderheitssprachen ver&#xF6;ffentlichen. Aber auch das kasachische Internetjournal Vlast.kz, das Interviews mit Zeitzeugen f&#xFC;hrt und diese online im<a href=\"https:\/\/vlast.kz\/memory\/\"> &#x201E;Tagebuch der Erinnerungen&#x201C;<\/a> sammelt. &#x201E;Wir brauchen diese Interviews&#x201C;, sagte dazu Chefredakteurin Zarina Achmatova, &#x201E;damit sich die Geschichte nicht wiederholt.&#x201C;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 80 Jahren begannen die von Stalin veranlassten Deportationen ganzer Bev&#xF6;lkerungsgruppen nach Sibirien und Kasachstan, durch die tausende Menschen umkamen. 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