{"id":6854,"date":"2016-12-06T05:24:14","date_gmt":"2016-12-06T04:24:14","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=6854"},"modified":"2023-08-20T16:37:35","modified_gmt":"2023-08-20T14:37:35","slug":"wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/wer-ist-der-neue-praesident-usbekistans\/","title":{"rendered":"Wer ist Schawkat Mirsijojew, der neue Pr\u00e4sident Usbekistans?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><em><strong>Am 4. Dezember 2016 wurde Schawkat Mirsijojew un&#xFC;berraschend zum usbekischen Pr&#xE4;sidenten gew&#xE4;hlt. Er wird nach&#xA0;Islom Karimow der zweite Pr&#xE4;sident des&#xA0;bev&#xF6;lkerungsreichsten Landes in Zentralasien. Ein Portr&#xE4;t.<br>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Usbekistan ist es besonders schwer, zuverl&#xE4;ssige Quellen zur Vergangenheit von Politikern zu finden. Islom Karimows Leben wurde immer durch eine kurze, glatte Biographie beschrieben. Dazu gab es immer viele Spekulationen hinsichtlich seiner Herkunft und seines Lebens vor der Zeit, in der zu einer Schl&#xFC;sselfigur im sowjetischen Apparat Usbekistans wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/islam-karimow-vom-waisenkind-zum-vater-der-nation\/\">Islom Karimow, vom Waisenkind zum Vater der Nation <\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Informationen &#xFC;ber Schawkat Miromonowitsch Mirsijojew sind &#xE4;hnlich rar, ein Zeichen der Kontinuit&#xE4;t des politischen Stils. <a href=\"http:\/\/uzlidep.uz\/ru\/news\/biografiya-kandidata-v-prezidenty-respubliki-uzbekistan-shavkata-miromonovicha-mirziyoeva\">Seine offizielle Biographie<\/a> ist erst vor kurzem, w&#xE4;hrend der Wahlkampagne, erschienen. Ihre Objektivit&#xE4;t ist allerdings zweifelhaft, da sie vor allem darauf abzielt, Mirsijojew als einen glaubhaften Nachfolger von Karimow zu pr&#xE4;sentieren. Vergleicht man die verf&#xFC;gbaren Quellen, ist es dennoch m&#xF6;glich, zumindest ein Teilportr&#xE4;t des neuen Staatschefs zu zeichnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Eine umstrittene Herkunft<br>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schon der Geburtsort Mirsijojews ist umstritten. Die offizielle Biographie besagt, er sei am 24 Juli 1957 in der Region Dschisak als Sohn eines Arztes usbekischer Nationalit&#xE4;t geboren. Die Bemerkung ist nicht unwesentlich, da in Usbekistan wie anderswo in Zentralasien &#x201E;Nationalit&#xE4;t&#x201C; und &#x201E;Staatsb&#xFC;rgerschaft&#x201C; zwei verschiedene Konzepte sind. Das erste bezieht sich auf die ethnische Herkunft und das zweite auf die Zugeh&#xF6;rigkeit zu einem Staat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das unabh&#xE4;ngige tadschikische Medium Asia-Plus stellt eben die Nationalit&#xE4;t des Pr&#xE4;sidenten in Frage. Er sei auf dem Territorium der sozialistischen Sowjetrepublik Tadschikistan geboren, in einem Dorf namens Ahtan, hei&#xDF;t es <a href=\"https:\/\/news.tj\/ru\/news\/centralasia\/20160902\/230368\">in der Recherche eines Journalistischen von Asia Plus<\/a>. Eine Angabe, die auch andere best&#xE4;tigt haben. Die Einwohner von Ahtan geben an, dass die Familie Mirsijojew aus der Region stammt. In den 1920ern sei sie nach Usbekistan ausgewandert und eine Generation sp&#xE4;ter zur&#xFC;ckgezogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine solche Geschichte ist in Hinsicht auf die Geschichte der Region nicht unwahrscheinlich, da Tadschikistan und Usbekistan lange demselben Land, der Sowjetunion, angeh&#xF6;rten. Die Frage nach der Nationalit&#xE4;t des Pr&#xE4;sidenten w&#xE4;re damit aber nicht gekl&#xE4;rt: Die Bev&#xF6;lkerung von Ahtan ist mehrheitlich usbekischer Herkunft, aber manche behaupten, dass der Pr&#xE4;sident in Wahrheit tadschikischer Abstammung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In jedem Fall l&#xE4;sst sich &#xFC;ber den ethnischen Hintergrund des Pr&#xE4;sidenten nur Spekulieren: Das Ferganatal, in dem Ahtan liegt, ist seit Jahrhunderten eine sehr heterogene Region und die Frage der Identit&#xE4;t&#xA0;spielt erst seit den 1990ern eine konfliktreiche Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Vom Gouverneur zum Premierminister<br>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mirsijojew schlie&#xDF;t 1981 sein Studium am Institut f&#xFC;r Ingenieurswesen, Bew&#xE4;sserung und landeswirtschaftliche Mechanisierung in Taschkent ab. Im Anschluss arbeitet er als Forscher und Professor und schlie&#xDF;lich Prorektor an diesem Institut. Seine politische Aktivit&#xE4;t beginnt 1990 mit seiner Wahl zum Abgeordneten des Obersten Sowjet der Republik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Anfang ist er nur an der Lokalpolitik beteiligt, als &#x201E;Hokim&#x201C; (Gouverneur) eines Bezirks der Stadt Taschkent von 1992 bis 1996 und im Anschluss bis 2001 als Hokim, erst der Region Dschisak, dann der Region Samarkand. Gleichzeitig ist er ab 1995 Abgeordneter des Olij Maschilis, die untere Kammer des Usbekischen Parlaments.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Jahr 2003 nominiert ihn Islom Karimow als Premierminister Usbekistans und das Parlament erneuert ihm sein Vetrauen nach den Wahlen von 2005, 2010 und 2015. An diesem Posten war er unter anderem f&#xFC;r die Baumwollernte zust&#xE4;ndig: Dabei setzte er das seit dem Russischen Reich bestehende System der Produktionsquota auf regionaler Ebene fort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F&#xFC;r die Baumwollernte werden jedes Jahr Millionen B&#xFC;rger mobilisiert, was laut Menschenrechtsorganisationen einer Zwangsarbeit gleichkommt. In dem <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/world-report\/2016\/country-chapters\/uzbekistan#81c309\">2015-Landesbericht<\/a> erkl&#xE4;rte Human Rights Watch zum Beispiel, wie Hochschullehrer, &#xC4;rzte, Beamte und Privatangestellte unter der Drohung, ihre Arbeit zu verlieren, an der Ernte teilnehmen mussten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/goldene-zeiten-fur-das-weie-gold-in-usbekistan\/\">Goldene Zeiten f&#xFC;r das &#x201E;Wei&#xDF;e Gold&#x201C; in Usbekistan<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Daniil Kislow, Chefredakteur der sehr kritischen Presseagentur <a href=\"http:\/\/enews.fergananews.com\/\">Fergana News<\/a>, beschreibt Mirsijojews Charakter, wie den von Karimow, als streng und hart. Mirsijojews Gegner <a href=\"https:\/\/informburo.kz\/stati\/chem-izvesten-shavkat-mirziyoev.html\">beschuldigen ihn au&#xDF;erdem<\/a>, ein gewaltt&#xE4;tiger Mann zu sein. Laut Zeugenangaben habe er als Gouverneur von Dschisak einen Bauern geschlagen, der sich &#xFC;ber die mangelnden Ressourcen in der Region beklagte. Er habe auch mehrere Leiter von Kollektivwirtschaften mehrere Stunden auf einem gefrorenen See warten lassen, nachdem diese ihre Erntequota nicht erf&#xFC;llt hatten. Diese Angaben sind wie die meisten mit Vorsicht zu betrachten, beschreiben aber die allgemeine Gewalt, mit der Politik in Usbekistan verbunden wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Schawkat Mirsijojew, ein Erbe der Karimow-&#xC4;ra<br>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Trotz seiner wichtigen&#xA0;Rolle im usbekischen Verwaltungsapparat blieb Mirsijojew unter Karimow eine sehr diskrete Figur. Karimow achtete darauf, dass ihn niemand in seinen Schatten stellen k&#xF6;nnte. Mirsijojew hat sich immer geh&#xFC;tet, so den &#xC4;rger des Pr&#xE4;sidenten auf sich zu ziehen. Laut einer von Wikileaks ver&#xF6;ffentlichten US-Amerikanischen <a href=\"https:\/\/wikileaks.org\/plusd\/cables\/08TASHKENT977_a.html\">diplomatischen Depesche aus dem Jahr 2008<\/a> habe er sogar den Medien angewiesen, ihn nie im Fersehen zu zeigen, aus Sorge: &#x201E;<em>Karimow [k&#xF6;nne] neidisch werden, wenn die Medien andere hochrangige Pers&#xF6;nlichkeiten zeigen<\/em>.&#x201C;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Diskretion erweitert sich auch auf Mirsijojews Familie, die zum allerersten Mal in seiner offiziellen Biographie Erw&#xE4;hnung fand. Der Pr&#xE4;sident ist mit einer Ingenieurin namens Z.M. Choschimowa, zurzeit Hausfrau, verheiratet und er ist Vater von zwei T&#xF6;chtern und einem Sohn. Das erste &#xF6;ffentliche Foto der Pr&#xE4;sidentenfamilie wurde erst bei der Wahl am 4. Dezember aufgenommen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6860\" aria-describedby=\"caption-attachment-6860\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6860\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/Famille-Mirzio&#xEF;ev-1-1024x682-1024x682.jpg\" alt=\"Familie Mirsijojew\" width=\"1024\" height=\"682\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/Famille-Mirzio&#xEF;ev-1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/Famille-Mirzio&#xEF;ev-1-1024x682-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/Famille-Mirzio&#xEF;ev-1-1024x682-768x512.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/Famille-Mirzio&#xEF;ev-1-1024x682-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-6860\" class=\"wp-caption-text\">Die Familie Mirsijojews bei der Wahl am 4. Dezember<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Unmittelbar nach seiner Nominierung als Interimspr&#xE4;sident betonte Mirsijojew die Notwendigkeit, die Politik seines Vorg&#xE4;ngers <a href=\"https:\/\/www.gazeta.uz\/ru\/2016\/09\/09\/speech\/\">weiterzuf&#xFC;hren<\/a>: &#x201E;<em>Die Weiterf&#xFC;hrung des Erbes des Vaters unserer Nation ist unsere heilige Pflicht.<\/em>&#x201C; W&#xE4;hrend der ganzen Wahlkampagne hat der Interimspr&#xE4;sident -wie &#xFC;brigens auch die drei anderen Kandidaten &#x2013; vor allem betont, dass das Land Stabilit&#xE4;t und Kontinuit&#xE4;t braucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei mehreren Angelegenheiten hat er dennoch schnell eine alternative Linie verfolgt. Zum Beispiel hat der Pr&#xE4;sident eine Online-Platform er&#xF6;ffnet, bei der die B&#xFC;rger ihre Probleme schildern k&#xF6;nnen. Eine solche Ann&#xE4;herung an die Bev&#xF6;lkerung w&#xE4;re unter Karimow undenkbar gewesen. Diese Platform wurde im Anschluss auf alle &#xF6;ffentlichen Verwaltungen und Ministerien erweitert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/neue-hoffnung-fur-usbekistan\/\">Neue Hoffnung f&#xFC;r Usbekistan<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Ein Pr&#xE4;sident unter Ank&#xFC;ndigung<br>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W&#xE4;hrend der kurzen Unklarheit&#xA0;in den Tagen rund um Karimows <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/usbekistans-prsident-im-krankenhaus\/\">Einweisung ins Krankenhaus<\/a> und anschlie&#xDF;enden <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/usbekistans-prsident-islam-karimow-ist-tot\/\">Tod<\/a> gab es bereits viel Spekulation zu seiner Nachfolge. Der &#x201E;<em>Vater der Nation<\/em>&#x201C; hatte aus Angst eines Machtverlustes keinen Erben benannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die tats&#xE4;chliche Nachfolge ist daf&#xFC;r sehr ruhig verlaufen. Der Pr&#xE4;sident des Senats, der laut Verfassung im Falle eines Machtvakuums die Interimspr&#xE4;sidentschaft &#xFC;bernehmen soll, hat seinen Platz schnell Mirsijojew &#xFC;berlassen. Von dem Moment an hat dieser sich als der <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/kennen-wir-bereits-den-zukunftigen-usbekischen-prsidenten\/\">eindeutige Nachfolger<\/a> Karimows durchgesetzt. In seiner Stellung als Interimspr&#xE4;sident konnte er sich in drei Monaten als richtigen Staatschef Pr&#xE4;sentieren und in Sachen &#xD6;ffentlichkeit einen riesigen Vorsprung auf die anderen Pr&#xE4;sidentschaftskandidaten gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Welche Aufgaben erwarten den neu-gew&#xE4;hlten Pr&#xE4;sidenten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vor allem in der Wirtschaft erwarten den neuen Pr&#xE4;sidenten einige gro&#xDF;e Baustellen. Laut den <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/external\/country\/UZB\/index.htm\">Prognosen des Internationalen W&#xE4;hrungsfonds<\/a> soll das Bruttoinlandsprodukt 2016 nur um 6% wachsen, der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Die Rezession in Russland hat Usbekistan &#xFC;ber die Millionen Arbeitsmigranten, die dort arbeiten, hart getroffen, da die Wirtschaft des Landes sehr von den R&#xFC;ckzahlungen der Migranten abh&#xE4;ngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Hinzu kommt eine starke Inflationsrate, die durch die Weigerung der Regierung, den Sum entsprechend zu devaluieren nur kaschiert wird. &#xDC;ber die Jahre hat das zu einer weiten Spanne zwischen offiziellem und inoffiziellem W&#xE4;hrungskurs gef&#xFC;hrt: Offiziell bekommt man f&#xFC;r einen Dollar im Moment circa 3400 usbekische Sum, auf dem Schwarzmarkt jedoch bis zu 7000, tendenz steigend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mirsijojew hat seine Wahlkampagne vor allem auf die Wirtschaft konzentriert. Auch seine offizielle Biographie hebt seine Arbeit an der Verbesserung der Produktionsstrukturen auf lokaler und nationaler Ebene in seinen Funktionen als Gouverneur und Premierminister hervor. Auch seine Wahlversprechen sind vor allem wirtschaftlicher Natur: Ende November k&#xFC;ndigte der Pr&#xE4;sident an, eine <a href=\"http:\/\/www.eurasianet.org\/node\/81481\">weitreichende Fiskalreform<\/a> durchf&#xFC;hren zu wollen. Diese zielt vor allem darauf ab, den Sum-Kurs freizugeben, um ihn an die weltweiten Kurse anzupassen und so dem doppelten Wechselkurs ein Ende zu setzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was die internationalen Beziehungen betrifft wird Mirsijojew meist als <a href=\"https:\/\/informburo.kz\/stati\/chem-izvesten-shavkat-mirziyoev.html\">pro-Russisch dargestellt<\/a>, mehr als sein Vorg&#xE4;nger Karimow. Regionalexperten sehen allerdings keine wesentlichen &#xC4;nderungen in den usbekisch-russischen Beziehungen vor. F&#xFC;r Arkadi Dubnov vom Moskauer Carnegie-Center wird sich die Beziehung zu Russland bestimmt st&#xE4;rken, &#x201E;<em>das bedeutet aber keinen Beitritt [Usbekistans] zur Organisation des Vertrags &#xFC;ber kollektive Sicherheit oder zur <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/eurasische-union-wiederbelebung-der-sowjetunion\/\">Eurasischen Wirtschaftsunion<\/a><\/em>&#x201E;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Beziehung zu den Nachbarl&#xE4;ndern hat Mirsijojew jedoch einen Ann&#xE4;herungswillen signalisiert. Vor allem in den Beziehungen mit Kirgistan und Tadschikistan, die seit Jahren wegen Grenzstreitigkeiten und dem Problem der Wasserverteilung auf einem Tiefpunkt stehen, gibt es Zeichen einer positiven Entwicklung. Die seit der Macht&#xFC;bernahme des ehemaligen Premierministers organisierten gegenseitigen Besucher offizieller Delegationen und Willenserkl&#xE4;rungen k&#xF6;nnten den Normalisierung darstellen. Dem stellen sich aber noch viele H&#xFC;rden in den Weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/verbesserungen-im-kirgisisch-usbekischen-grenzkonflikt\/\">Verbesserungen im kirgisisch-usbekischen Grenzkonflikt? <\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Ausblick in die Zukunft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schawkat Mirsijojew wurde am 4. Dezember mit 88,61% der Stimmen zum Pr&#xE4;sidenten der Republik Usbekistan gew&#xE4;hlt. Dies setzt auch der Kommunikationsphase der Wahlkampagne ein Ende, in der Mirsijojew sein Bild als glaubhafter Nachfolger Islom Karimows gefestigt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nun bleibt es abzuwarten, welche Versprechen in den Reden Mirsijojews nur Wahlversprechen bleiben werden und inwiefern er die Grundlinien der Politik seines Vorg&#xE4;ngers &#xE4;ndern wird. Auch die Langlebigkeit des politischen Systems, das sich ganz rund um die Pers&#xF6;nlichkeit Karimows entwickelt hat und oft als verkn&#xF6;chert beschrieben wird, ist zu Beginn dieser neuen &#xC4;ra in der Geschichte Usbekistans noch ungewiss.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Bertrand Gouarn&#xE9;, Vizechefredakteur der franz&#xF6;sischen Version von Novastan<br>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Franz&#xF6;sischen &#xFC;bersetzt von Florian Coppenrath<\/strong><\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 4. Dezember 2016 wurde Schawkat Mirsijojew un&#xFC;berraschend zum usbekischen Pr&#xE4;sidenten gew&#xE4;hlt. Er wird nach&#xA0;Islom Karimow der zweite Pr&#xE4;sident des&#xA0;bev&#xF6;lkerungsreichsten Landes in Zentralasien. Ein Portr&#xE4;t. In Usbekistan ist es besonders schwer, zuverl&#xE4;ssige Quellen zur Vergangenheit von Politikern zu finden. 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