{"id":6745,"date":"2016-12-02T09:36:58","date_gmt":"2016-12-02T08:36:58","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=6745"},"modified":"2016-12-03T07:10:16","modified_gmt":"2016-12-03T06:10:16","slug":"die-vielen-gesichter-des-aralsees","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/die-vielen-gesichter-des-aralsees\/","title":{"rendered":"Die vielen Gesichter des Aralsees"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><em><strong>In den ausl&#xE4;ndischen Medien wird die Situation des Aralsees als die &#x201E;gr&#xF6;&#xDF;te &#xF6;kologische Trag&#xF6;die unserer Zeit&#x201C; bezeichnet . Dieser riesige See ist innerhalb weniger Jahrzehnte fast komplett ausgetrocknet. <\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Die Redaktion von Novastan, basierend auf einem Artikel von Lena Khassanova, erschienen auf <a href=\"http:\/\/livingasia.online\/2016\/11\/02\/aral_live\/\">Living Asia<\/a>, gibt Einblick in des Quasi-Verschwindens des Aralsees &#x2013; die Konsequenzen einer nicht vorhandenen Koh&#xE4;renz in der Umweltpolitik der Region.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die R&#xE4;der des Gel&#xE4;ndewagens UAZ quietschen vor Anstrengung und neigen das Fahrzeug, das sich auf dem Sand fortbewegt, gef&#xE4;hrlich. Wir dringen zum ausgetrockneten Grund des Sees vor. Vor 60 Jahren h&#xE4;tten sich 25 Meter Wasser &#xFC;ber unseren K&#xF6;pfen befunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das ist eine neue Geschichte in den Erinnerungen unseres Planeten. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich dieser riesige See (der viertgr&#xF6;&#xDF;te See der Welt) fast vollst&#xE4;ndig in W&#xFC;ste verwandelt. 1960 betrug die Fl&#xE4;che des Aralsees 68.900 km&#xB2;. 2015 erstreckte der See sich auf nicht mehr als 8.300 km&#xB2;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Ein unbeachteter See<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Aralsee ist ein komplettes Mysterium. Wissenschaftler schaffen es nicht einmal, den Zeitraum seines Erscheinens genau zu berechnen: manche behaupten, der See sei vor Millionen von Jahren aufgetaucht, andere sind der Meinung, es waren nur einige Zehntausend Jahre. Die Ergebnisse einer Studie, die mithilfe der Radiokarbonmethode durchgef&#xFC;hrt wurde, datieren die Entstehung des Sees auf vor etwa 20.000 Jahren. &#xA0;Eines ist sicher: im Verlauf der Vorgeschichte ist der Aralsee mindestens dreimal ausgetrocknet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W&#xE4;hrend des Zeitraums der Antike h&#xE4;ufte sich das Wissen &#xFC;ber den Aralsee und ging dann verloren. Die Griechen verwechselten den See mit dem Kaspischen Meer. Auf ihren Karten m&#xFC;ndet der &#x201E;Oxos&#x201C; (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amudarja\">der Amudarja<\/a>) in das Kaspische Meer und der &#x201E;Laxarte&#x201C; (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrdarja\">der Syrdarja<\/a>) m&#xFC;ndet mysteri&#xF6;serweise in das Asowsche Meer. &#xA0;Im 10. Jahrhundert beschreibt der arabische Enzyklop&#xE4;dist Massidi den Aralsee mit seinen Worten: <em>&#x201E;Es gibt keinen gr&#xF6;&#xDF;eren See, als diesen. Man kann sogar sagen, es ist der gr&#xF6;&#xDF;te See der Welt, da man mehr als 30 Tage braucht, um ihn zu &#xFC;berqueren. Die t&#xFC;rkische Stadt Novigorod befindet sich am Ufer des Sees. Hier findet man viele Moscheen. Die in dieser Region vertretenden T&#xFC;rken geh&#xF6;ren zum Gro&#xDF;teil dem Stamm <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oghusen\">der Oghusen<\/a> an und f&#xFC;hren teilweise ein sesshaftes Leben, teilweise sind sie Nomaden.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach Massidi verschwand der Aralsee f&#xFC;r mehrere Jahrhunderte einfach aus dem Interessenbereich der Wissenschaftler. &#xA0;Dies liegt vermutlich daran, dass die Gr&#xF6;&#xDF;e des Aralsees im Mittelalter deutlich zur&#xFC;ckgegangen ist. Arch&#xE4;ologische Funde best&#xE4;tigen diese Hypothese: zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert war das, was heute den Grund des Sees darstellt, bewohnt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6747\" aria-describedby=\"caption-attachment-6747\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6747\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral1.jpg\" alt=\"Die W&#xFC;ste hat den See ersetzt\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral1.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral1-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral1-768x512.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral1-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-6747\" class=\"wp-caption-text\">Die W&#xFC;ste hat den See ersetzt<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">2011 fanden Arch&#xE4;ologen auf dem ausgetrockneten Grund das Mausoleum von Kerderi und &#xDC;berbleibsel der Stadt Aral-Asar. Ein altes Bew&#xE4;sserungssystem wurde sehr gut erhalten, Beweis daf&#xFC;r, dass die Bewohner ihre Pflanzen bew&#xE4;sserten. W&#xE4;hrend der Ausgrabungen fand man viele Gegenst&#xE4;nde der Bauern: Keramikvasen, St&#xFC;cke von Eisen- und Bronzeobjekten und M&#xFC;hlsteine. Diese wurden zur Produktion von Mehl verwendet: man bewegte sie mithilfe eines Kamels oder anderen Haustieren. Offensichtlich haben die Bewohner Aral-Asar in Eile verlassen und nahmen nur das N&#xF6;tigste mit. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der See zu dieser Zeit mehrere Meter pro Jahr in die Stadt vorr&#xFC;ckte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Das &#x201E;Meer&#x201C; von Butakow<br>\n<\/strong><br>\nEine neue &#xC4;ra f&#xFC;r den Aralsee begann, als die Region unter die Herrschaft des russischen Reichs fiel. 1699 taucht der Aralsee in dem ber&#xFC;hmten Sibirien-Atlas von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Semjon_Uljanowitsch_Remesow\">Semjon Remesow <\/a>auf. Es handelt sich um das erste russische Geographiewerk, zu einer Zeit, in der das Hauptaugenmerk darauf lag, die Auswirkungen der Ausdehnung des Reiches im 17. Jahrhundert zu pr&#xE4;sentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mitte des 19. Jahrhunderts verblieb die Darstellung des Aralsees schematisch, ohne Buchten oder Inseln, mit Ausnahme von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Barsakelmes\">Barsakelmes<\/a>. Diese Karte basierte nicht auf wissenschaftlichen Daten, sondern auf Zeugnissen der Bewohner der Aral-Region. &#xA0;Am 25. Juli 1848 brach der Schoner Konstantin unter dem Kommando von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexei_Iwanowitsch_Butakow\">Kapit&#xE4;n Alexei Butakow<\/a> vom Fort Raim auf dem Syrdarja auf. Zu dieser Zeit hatte der junge Wissenschaftler bereits die Ausbildung zum Kadetten der Marine abgeschlossen und segelte von Kronstadt zum Kap der Guten Hoffnung, zur&#xFC;ck an Kamtschatka vorbei, an Bord des Abo. Die Hauptmission dieser Expedition von Butakow war <em>&#x201E;die detaillierte &#xDC;berpr&#xFC;fung des Aralsees&#x201C;<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach zwei Jahren&#xA0;konnten genaue geographische Konturen des Aralsees eingegrenzt werden. Die Mission von Butakow erm&#xF6;glichte es, ganze Archipel von unbewohnten Inseln zu entdecken. Man gab ihnen Namen der damals regierenden k&#xF6;niglichen Familie. Butakow hatte keine Angst, den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taras_Schewtschenko\">Dichter und Maler Taras Schewtschenko<\/a>, dem es nach einem Gerichtsbeschluss verboten war, zu schreiben und zu zeichnen, mitzunehmen. W&#xE4;hrend der Expedition erstellte Taras Schewtschenko zahlreiche Bleistiftskizzen und Aquarelle des Aralsees und seiner Umgebung. Im Winter 1848 kehrten alle Teilnehmer der Expedition zur&#xFC;ck, w&#xE4;hrend Taras Schewtschenko auch den Winter &#xFC;ber verblieb. Sein Winter in <a href=\"http:\/\/taras-shevchenko.infolike.net\/taras-shevchenko-as-a-member-of-aral-sea-expedition-1848-1849.html\">Kos-Aral <\/a>ist vergleichbar mit dem Boldin Herbst von Puschkin. Dieser Zeitraum war sehr produktiv f&#xFC;r den Autor: er hat 50 Gedichte geschrieben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6748\" aria-describedby=\"caption-attachment-6748\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6748\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral2.jpg\" alt=\"Bild von Taras Schewtschenko\" width=\"800\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral2.jpg 800w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral2-300x153.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral2-768x392.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-6748\" class=\"wp-caption-text\">Bild von Taras Schewtschenko<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Rande des Sees bekam Schewtschenko Heimweh und bezeichnete den Platz als &#x201E;offenes Gef&#xE4;ngnis&#x201C;, aber versetzte ihn dennoch obgleich der Sch&#xF6;nheit des Sees und der Steppe in Staunen. &#xA0;Schlussendlich gab man einer Bucht, die sich im n&#xF6;rdlichen Teil des Aralsees befand, den Namen Butakows und jenen Schewtschenkos einer Schule in<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aral_(Kasachstan)\"> Aralsk<\/a>, die gr&#xF6;&#xDF;te K&#xFC;stenstadt auf der kasachischen Seite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Ein abgeschotteter&#xA0;See<br>\n<\/strong><br>\nDie &#xF6;kologisch disastr&#xF6;se Situation des Aralsees&#xA0;hat das Ausland w&#xE4;hrend der zweiten H&#xE4;lfte des 20. Jahrhunderts tief bewegt, trat&#xA0;aber weniger in wissenschaftlichen Ver&#xF6;ffentlichungen und Artikeln in Kasachstan und Usbekistan in Erscheinung. Hier zum Beispiel der Titel eines Artikels im Telegraph: &#xAB;<em>Aral Sea, one of the planet&#x2019;s worst environmental disasters&#x201C; (&#x201E;Der Aralsee, eine der schlimmsten Umweltkatastrophen des Planeten&#x201C;).&#xA0;<\/em>Die Ursachen dieses Schweigens lassen sich in der langen Periode der Geheimhaltung finden, die die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken erfuhren. Vor der Perestroika kannten lediglich Wissenschaftler, hohe Beamte und die Bewohner die Situation des Aralsees.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ab dem Ende der 1970er Jahre wussten alle gro&#xDF;en Forschungsinstitute aus Kasachstan, Usbekistan, Moskau und Leningrad, dass der Aralsee austrocknete. Doch ihre Forschungsergebnisse wurden nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit ver&#xF6;ffentlicht und konnten lediglich von jenen mit Zugang eingesehen werden. Die erste Karte der Austrocknung des Sees wurde 1990 ver&#xF6;ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aber vielleicht ist all dies auch eine Frage der Mentalit&#xE4;t. Taissia Budnikowa, die ihren Doktortitel in Geographie beim Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees erwarb, ist der Auffassung, dass &#x201E;<em>das kasachische Volk mehr oder weniger immer unter schwierigen nat&#xFC;rlichen, &#xF6;kologischen und klimatischen Bedingungen gelebt hat. &#xDC;berleben stellte stets eine Herausforderung f&#xFC;r diese Menschen dar und sie haben sich an diese Schwierigkeiten gew&#xF6;hnt. Dies ist sicherlich der Grund, warum sie die Situation des Aralsees nicht als so dramatisch erachten, wie es auf internationaler Ebene wahrgenommen wird. Das Volk ist Schwierigkeiten gew&#xF6;hnt und hat gelernt, diese zu bew&#xE4;ltigen&#x201C;.<\/em> Taissia erforscht den See seit 1977 und hat &#xFC;ber 100 Artikel &#xFC;ber dieses Thema geschrieben, weswegen sie von ihren Kollegen auch &#x201E;Taissia des Aral&#x201C; genannt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Der Schutz des Sees<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Taissia erz&#xE4;hlt, dass Ende der 1970er Jahre niemand vorhersagen konnte, dass der See austrocknen wird. Man dachte, es handle sich einfach um eine Schwankung des Wasserspiegels und dass alles bald wieder in Ordnung k&#xE4;me. Am Anfang ging das Wasser ein paar Zentimeter im Jahr zur&#xFC;ck. Aber Anfang der 1980er Jahre wich der See in der Region des Sees, wo die K&#xFC;sten immer flach waren, schon mehrere Kilometer in einem Jahr zur&#xFC;ck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als man verstand, dass der See so, wie er einmal war, nicht zur&#xFC;ckkehren w&#xFC;rde, begann man dar&#xFC;ber nachzudenken, wie der See zu retten sei. Die Ideen waren teilweise eher unerwartet: aufh&#xF6;ren, Wasser aus dem Amudarja und Syrdarja zu nehmen und die Erde mithilfe einer Wasseranlage mit Wind zu bew&#xE4;ssern, Wasser aus dem Kaspischen Meer umleiten oder ein riesen Projekt zur Umverteilung der sibirischen Fl&#xFC;sse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die aktuelle Situation<br>\n<\/strong><br>\nBis Mitte der 2000er Jahre war die Situation katastrophal. Zahlreiche Wissenschaftler sagten eine komplette Austrocknung des Sees vorher. 2005 wurde der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kokaral-Damm\">Kokaral-Damm<\/a> zwischen dem kleinen und gro&#xDF;en Aralsee in Kasachstan gebaut. Das Werk erm&#xF6;glicht es, den kleinen Aralsee bis zu 42 Meter zu bef&#xFC;llen. &#xA0;Aber der gro&#xDF;e Aralsee ist noch nicht gerettet. Um den kompletten See wiederherzustellen, m&#xFC;sste der See 60 bis 70 km&#xB3; Wasser per Jahr erhalten. Aktuell liefert der Syrdarja 6 km&#xB3;, doch das komplette Wasser des Amudarja wird zur Bew&#xE4;sserung verwendet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6749\" aria-describedby=\"caption-attachment-6749\" style=\"width: 1170px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6749\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral4.jpg\" alt=\"Verarbeitung des Fischfangs am kleinen Aralsee\" width=\"1170\" height=\"780\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral4.jpg 1170w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral4-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral4-768x512.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral4-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2016\/12\/aral4-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 1170px) 100vw, 1170px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-6749\" class=\"wp-caption-text\">Verarbeitung des Fischfangs am kleinen Aralsee<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach dem Auff&#xFC;llen des kleinen Aralsees hat sich das Leben in den D&#xF6;rfern nahe des Sees dank der R&#xFC;ckkehr der Fische radikal ver&#xE4;ndert. Aufgrund des aktuellen Preises f&#xFC;r Fisch kann man mit erfolgreichem Fischen zwischen 100.000 und 200.000 Tenge (zwischen 270 und 540 &#x20AC;) verdienen. In den D&#xF6;rfern werden neue Schulen, Gesundheitszentren, Fischereiunternehmen und so weiter gebaut. Heute werden im kleinen Aralsee 8.400 Tonnen Fisch im Jahr produziert (Zahlen von 2015), wobei die Zahlen vor der Katastrophe bis zu 40.000 Tonnen betrugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wohin f&#xFC;hrt Zukunft des&#xA0;Aralsee?<br>\n<\/strong><br>\nKasachstan zeigt, dass eine Wiederherstellung von Teilen&#xA0;des Sees noch m&#xF6;glich ist. Dies beansprucht viel Zeit, ist aber m&#xF6;glich. Es gibt drei Schritte, die Kasachstan unternehmen kann, um den See in Teilen wiederherzustellen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">1. Den Kokaral-Damm um noch weitere 6 oder 7 Meter erh&#xF6;hen, was es erm&#xF6;glichen w&#xFC;rde, den Wasserspiegel auf 48 Meter ansteigen zu lassen und somit das Wasservolumen um ein Drittel zu erh&#xF6;hen;<br>\n2. Noch einen Damm in der Bucht von Sarychyganak (im Norden des kleinen Aralsees) bauen, wodurch es m&#xF6;glich w&#xFC;rde, ein Auffangbecken von 50 Meter Tiefe in der Region von Aralsk zu schaffen;<br>\n3. Das Kanalsystem, das Wasser aus dem Syrdarja und Amudarja sammelt, reparieren. Die Kan&#xE4;le flie&#xDF;en mitten in den Sand und viele von ihnen sind nicht dicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch die Frage der Verteilung des Wassers in Zentralasien bleibt wie immer vielmehr eine politische als eine &#xF6;kologische Frage.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Im Original von Lena Khassanova, ver&#xF6;ffentlicht auf<a href=\"http:\/\/livingasia.online\/2016\/11\/02\/aral_live\/\"> Living Asia<\/a>&#xA0;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>&#xDC;bersetzt f&#xFC;r Novastan von Agnes L&#xFC;dicke<\/strong><\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den ausl&#xE4;ndischen Medien wird die Situation des Aralsees als die &#x201E;gr&#xF6;&#xDF;te &#xF6;kologische Trag&#xF6;die unserer Zeit&#x201C; bezeichnet . Dieser riesige See ist innerhalb weniger Jahrzehnte fast komplett ausgetrocknet. Die Redaktion von Novastan, basierend auf einem Artikel von Lena Khassanova, erschienen auf Living Asia, gibt Einblick in des Quasi-Verschwindens des Aralsees &#x2013; die Konsequenzen einer nicht [&#x2026;]<\/p>\n","protected":false},"author":362,"featured_media":6746,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4,5],"tags":[1583,690,1371,1289],"coauthors":[1591],"class_list":["post-6745","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kasachstan","category-usbekistan","tag-aralsee","tag-kirgistan","tag-umwelt","tag-usbekistan"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6745","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/362"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6745"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6745\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6746"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6745"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6745"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6745"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=6745"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}