{"id":5999,"date":"2016-10-26T19:20:50","date_gmt":"2016-10-26T17:20:50","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=5999"},"modified":"2016-10-29T15:21:46","modified_gmt":"2016-10-29T13:21:46","slug":"reforme-constitutionnelle-au-kirghizstan-la-coalition-gouvernementale-seffondre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/reforme-constitutionnelle-au-kirghizstan-la-coalition-gouvernementale-seffondre\/","title":{"rendered":"Verfassungsreform in Kirgistan: R\u00fccktritt der Regierung von Dscheenbekow"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><em><strong>Nach Monaten der Spannung um das Verfassungsreformprojekt in Kirgistan hat die SDPK, die Partei des Pr&#xE4;sidenten Atambajew, am Montag, den 24. Oktober, beschlossen, sich von der Regierungskoalition zu trennen. &#xA0;Am 26. Oktober trat die Regierung von Premierminister Sooronbai Dscheenbekow formell zur&#xFC;ck.&#xA0;<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die dominierende Partei des kirgisischen Parlaments, die Sozialdemokratische Partei Kirgistans, <a href=\"http:\/\/www.sdpk.kg\/ru\/press_tsentr\/novosti\/1877_frakciya_sdpk_ghogorku_kenesha_kirgizskoy_respubliki_zayavlyaet_o_vihode_iz_koalicii_parlamentskogo_bolshinstva\">hat am 24. Oktober verk&#xFC;ndet, die Regierungskoalition zu verlasse<\/a>n und bewirkte umgehend den R&#xFC;cktritt der Regierung. Die nach den Wahlen im Oktober 2015 geformte Koalition bestand aus 4 Parteien: der SDPK, mit einer Mehrheit von 38 Sitzen von 120 des Dschogorku Kengesch (Parlament), die Partei Kirgistans, Ata Meken und Onuguu Progress.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In ihrer Mitteilung beschuldigt die SDPK ihre ehemaligen Partner, gemeinsame Sache mit den vorherigen Pr&#xE4;sidenten Akajew und Bakijew zu machen, die in den Revolutionen von 2005 und 2010 gest&#xFC;rzt wurden. Jenseits dieses scharfen Angriffes liegt der tats&#xE4;chliche Grund der Spannungen zwischen den Sozialdemokraten und ihren ehemaligen Alliierten in dem Verfassungsreformprojekt begr&#xFC;ndet, das von Pr&#xE4;sident Almasbek Atambajew vorangetrieben wurde und die politische Debatte seit einigen Monaten entflammt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Verfassungsreform im Mittelpunkt der Spannungen<br>\n<\/strong><br>\nEin sensibler Punkt der Reform ist die St&#xE4;rkung der Macht des Premierministers, die von seinen Kritikern wie ein Versuch gewertet wird, die Macht der Legislative zu schw&#xE4;chen und den parlamentarischen Charakter des kirgisischen Regimes in Frage zu stellen. Die Erg&#xE4;nzung im Verfassungstext von Begriffen wie Moral sowie die Modifizierung der Klausel hinsichtlich der Menschenrechte werden ebenfalls kritisiert.<br>\nDas Projekt des Pr&#xE4;sidenten wird zudem als illegal von seinen Gegnern angesehen: 2010 wurde ein Memorandum angenommen, welches jegliche Verfassungsreformen vor 2020 untersagt. Mit dem vergangene Woche aufgedeckten Verlust des Originaltextes der Verfassung bot sich eine weitere Argumentation bez&#xFC;glich der Unm&#xF6;glichkeit einer Reform, solange das Dokument weiter unauffindbar bleibe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Parteimitglied der Koalition Ata Meken und sein Chef Omurbek Tekebajew haben sich &#xA0;dem Referendum &#xFC;ber die Annahme der neuen Verfassungbesonders feindlich gezeigt, welches am 11. Dezember stattfinden soll. F&#xFC;r sie handelt es sich um ein Mittel, das der Pr&#xE4;sident verwendet, um von den &#xF6;konomischen Problemen des Landes abzulenken. <a href=\"http:\/\/rus.azattyk.org\/a\/28071854.html\">In einem Interview in der Zeitung Azattyk<\/a> spricht der Parteichef von Ata Meken &#xFC;ber die Unm&#xF6;glichkeit, in der Koalition &#xFC;ber die Verfassungsreform zu verhandeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Auf dem Weg zu einer neuen Regierung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Obwohl Mitglied der Regierung, wurde Ata Meken so de facto zu einer der Hauptoppositionsparteien. F&#xFC;r den Politologen Igor Chestakov, von&#xA0;<a href=\"http:\/\/kloop.kg\/blog\/2016\/10\/24\/razval-koalitsii-bolshinstva-v-parlamente-pochemu-eto-proizoshlo\/\">Kloop.kg<\/a>&#xA0;zitiert,&#xA0;war der Bruch unvermeidbar. Ihm zufolge d&#xFC;rfte das Ende der Koalition jedoch die Durchf&#xFC;hrung des Referendums nicht verhindern k&#xF6;nnen, da Ata Meken nicht ausreichend Gewicht im Parlament besitzt.<\/p>\n<p>Mit ihren 38 Sitzen im Parlament (von 120) ist die SDKP die erste kirgisische Partei, verf&#xFC;gt jedoch nicht &#xFC;ber die notwendige Mehrheit, um alleine regieren zu k&#xF6;nnen. Laut Parlamentsquellen, nach Informationen von&#xA0;<a href=\"http:\/\/www.eng.24.kg\/vlast\/182534-news24.html\">24.kg<\/a>, m&#xFC;sste eine neue Koalition gemeinsam aus der SDKP und der Parteien Respublika und Ata-Schurt &#xA0;gebildet werden.<\/p>\n<p><strong>Neueste Entwicklungen<\/strong><\/p>\n<p>Am 26. Oktober, 2 Tage nachdem Atambajews sozialdemokratische Partei verk&#xFC;ndet hat, die 6-Parteien-Koalition zu verlassen, ist die kirgisische Regierung von Premierminister Sooronbai Dscheenbekow formell zur&#xFC;ckgetreten.<\/p>\n<p>Atambajew muss nun eine Parlamentspartei bitten, eine neue Koalition zu bilden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong><em>Die Redaktion<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Monaten der Spannung um das Verfassungsreformprojekt in Kirgistan hat die SDPK, die Partei des Pr&#xE4;sidenten Atambajew, am Montag, den 24. Oktober, beschlossen, sich von der Regierungskoalition zu trennen. &#xA0;Am 26. Oktober trat die Regierung von Premierminister Sooronbai Dscheenbekow formell zur&#xFC;ck.&#xA0; Die dominierende Partei des kirgisischen Parlaments, die Sozialdemokratische Partei Kirgistans, hat am 24. 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