{"id":44494,"date":"2026-04-15T20:43:48","date_gmt":"2026-04-15T18:43:48","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=44494"},"modified":"2026-04-15T20:43:49","modified_gmt":"2026-04-15T18:43:49","slug":"schafsmilchprodukte-eine-fast-vergessene-tradition-kasachstans","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/gesellschaft-und-kultur\/schafsmilchprodukte-eine-fast-vergessene-tradition-kasachstans\/","title":{"rendered":"Schafsmilchprodukte: Eine fast vergessene Tradition Kasachstans"},"content":{"rendered":"<p><strong>Q&#x16B;rt und Butter aus Schafsmilch findet man heute fast nirgendwo. Dabei war gerade Schafsmilch fr&#xFC;her die wichtigste Lebensgrundlage. Die Historikerin und Forscherin Ali&#x131;a Bolathan erz&#xE4;hlt f&#xFC;r unser Partnermedium Vlast, wie man im Dorf Aqqa&#x131;nar im Bezirk Merk&#x456; Butter und Q&#x16B;rt aus Schafsmilch zubereitet. In der Nomadenzeit war das ein verbreiteter Brauch, heute passiert das aber selten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir &#xFC;ber traditionelle Gerichte der kasachischen K&#xFC;che reden, nennt man gleich K&#xE4;se (irim&#x15F;ik), Butterschmalz (sary ma&#x131;) und eben Q&#x16B;rt &#x2013; die kleinen, harten Kugeln aus getrocknetem Joghurt. Heute scheint es selbstverst&#xE4;ndlich, dass man sie aus Kuhmilch erstellt. Vor nur einem Jahrhundert erstellte man sie jedoch auf der Grundlage von Schafsmilch.<\/p>\n\n\n\n<p>Um zu sehen, wie dieser vergessene Geschmack sich erhalten hat, muss man auf die Hochweiden in den Bergen des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Audan_Merki\">Bezirks Merk&#x456;<\/a>&#x2013; dorthin, wo die Einwohner so wie fr&#xFC;here Generationen bis heute Schafe melken und Q&#x16B;rt erstellen. Vom Dorf bis zur Hochweide sind es circa 60-70 Kilometer. Der Weg ist aber beschwerlich: Autos kommen nicht durch, man kommt nur zu Pferd hoch.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Historischer Hintergrund<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Schafsmilch die Grundlage der Milchprodukte der kasachischen K&#xFC;che. Laut Forschungen waren am Ende des 17. Jahrhunderts bei den Kasachen der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J&#xFC;ngere_Horde\">J&#xFC;ngeren Horde<\/a> Pferde und Schafe die verbreitetsten Vieharten, w&#xE4;hrend der Anzahl der K&#xFC;he und Kamelen zwischen 0 bis 1 Prozent betrug. Laut Daten aus einer ethnographischen Expedition um 1922 machte Kuhmilch nur 10 Prozent des Milchkonsums einer kasachischen Familie aus.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die unbedeutende Rolle gr&#xF6;&#xDF;eren Hornviehs im traditionellen Haushalt der Kasachen liegt an mehreren Faktoren. K&#xFC;hen fallen zum Beispiel die langen Wanderungen schwer, denn sie k&#xF6;nnen mehrere Tausende Kilometer dauern; au&#xDF;erdem ben&#xF6;tigen sie bei weitem mehr Pflege, vor allem im Winter.<\/p>\n\n\n\n<p>Relevant ist au&#xDF;erdem, dass Schafsmilch bedeutend nahrhafter als Kuhmilch ist: 4340 gegen 2640 Kalorien, fast doppelt so vi<em>el<\/em> (6,7 gegen 3,6 Prozent) sowie fast doppelt so viel Eiwei&#xDF; (5,8 gegen 3,0 Prozent).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zu unserer Motivation<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Letzten Sommer, bei der Arbeit an einem Text &#xFC;ber Q&#x16B;rt f&#xFC;r die Zeitschrift <em>Ancient Futures<\/em>, realisierte unser Team, dass unser Verst&#xE4;ndnis von Q&#x16B;rt sehr vereinfacht war. Denn in der Tat ist das nicht nur ein Lebensmittel: Es tr&#xE4;gt in sich ein besonderes und komplexes Verst&#xE4;ndnis von Ern&#xE4;hrung, K&#xF6;rper, Erinnerung und Steppe. Ein Fakt insbesondere lie&#xDF; mich pers&#xF6;nlich nicht los: Laut den Quellen, galt gerade Schafsmilch als die nahrhafteste.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bekam Lust, den Geschmack zu probieren, und eine einfache Frage wurde umso bedeutender: Warum habe ich, die mein ganzes Leben in Kasachstan verbracht habe, noch nie Q&#x16B;rt aus Schafmilch gesehen? Denn heutzutage gibt es unz&#xE4;hlige Sorten davon: aus Kuh-, Kamel-, Ziegen- und sogar mit Zugabe von Stutenmilch &#x2013; aber nicht aus Schafsmilch!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"771\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2026\/04\/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200-1024x771.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-44496\" style=\"aspect-ratio:1.328168158214562;width:746px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2026\/04\/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200-1024x771.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2026\/04\/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200-300x226.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2026\/04\/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200-768x578.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2026\/04\/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200-1536x1156.jpg 1536w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2026\/04\/d7e3b94bcd522cdb222c437520c4e8a2_autox1200.jpg 1593w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Photo: Ali&#x131;a Bolathan<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie kommt es, dass wir fast nie von Schafsmilch h&#xF6;ren, die vor nicht mal hundert Jahren die Grundlage der ganzen Milchkultur der nomadischen Kasachen war? Diese Fragen waren nicht weniger wichtig als der Geschmack selbst. Experten f&#xFC;r Schafzucht best&#xE4;tigten: In Kasachstan gibt es keine Schafsmilchproduktion in industrieller Menge. Schafe sind nur in der Fleischindustrie vertreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Also machte ich mich auf der Suche nach einzelnen Haushalten, die noch Schafe melken. So kamen wir diesen Sommer zu Onkel Nesiphan und Tante Rozik&#xF6;l (&#x201E;Onkel&#x201C; und &#x201E;Tante&#x201C; ist hier als respektvolle Bezeichnung f&#xFC;r &#xE4;ltere Menschen zu verstehen, Anm. d. &#xDC;.). Sie hie&#xDF;en uns herzlich willkommen, zeigten uns den Melkprozess, und wir durften traditionelle Schafmilch probieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Anfang wollten wir das Melken auf der Weide beobachten, aber Tante Rozik&#xF6;l erkl&#xE4;rte uns am Telefon, dass man dorthin nur zu Pferde kommt, und dass der Anstieg zwei Stunden dauert. F&#xFC;r die, die das nicht gewohnt sind, ist das fast unm&#xF6;glich. Stattdessen hat sie uns eine Alternative vorgeschlagen: Zum Dorf kommen, wo sie die Schafe nach der Sommerzeit bringen, um sie nach einer Weile weiter ins Winterlager zu treiben. So konnten wir den Melkprozess beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/kurut-die-weissen-steine-die-gegen-hunger-helfen\/\"><strong>Kurut &#x2013; Die wei&#xDF;en Steine, die gegen Hunger helfen<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Das wei&#xDF;e am Rand. Jel&#x456;n&#x456; syzdap t&#x16B;r&#x11F;anyn usta &#x16B;sta (Halt es fest, ihr Euter f&#xFC;llt sich)&#x201C;<\/em>, sagt Tante Rozik&#xF6;l. Eljas, der Enkel von Onkel Nesiphan, fasst geschickt das Hinterbein des Schafs und umarmt es. In den ersten Sekunden zuckt das Tier, beruhigt sich aber fast sofort. Es wird fest, aber nicht grob gehalten. In dieser Bewegung liegen Kraft und Z&#xE4;rtlichkeit zugleich.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Tante Rozik&#xF6;l setzt sich daneben, einen Eimer schon in der Hand, und mit einem leisen, kaum h&#xF6;rbaren Ger&#xE4;usch flie&#xDF;t die Milch ins Metall. Dieser zweimin&#xFC;tige Alltagsmoment verk&#xF6;rpert die Weitergabe des Wissens von den &#xC4;lteren an die J&#xFC;ngeren, die Koexistenz von Mensch und Tier, den Rhythmus des Steppenlebens, der in B&#xFC;chern selten zum Ausdruck kommt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Menschen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Onkel Nesiphan ist ein angesehener Hirte der Region und betreibt die Schafzucht seit 1981. Im Sommer sagt er &#x201E;<em>tau&#x11F;a shy&#x11F;amyz&#x201C; &#x2013; &#x201E;wir steigen ins Gebirge&#x201C;<\/em>. Im Winter sagt er <em>&#x201E;q&#x16B;m&#x11F;a ketemiz&#x201C; &#x2013; &#x201E;wir gehen in die W&#xFC;ste&#x201C;<\/em>. Der saisonale Rhythmus der Familie bleibt bis heute erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Drei&#xDF;ig Jahre lang habe ich auf der Hochweide gegen W&#xF6;lfe gek&#xE4;mpft. Aber vor drei Jahren sind die W&#xF6;lfe verschwunden. Jetzt ist es ruhig&#x201C;<\/em>, f&#xFC;gte Onkel Nesiphan hinzu. In diesem Satz erklingt nicht nur die wortw&#xF6;rtliche Erfahrung eines Menschen, dessen Herde Jahrzehntelang von Gefahr von Raubtierangriffen bedroht war, sondern auch eine symbolische Best&#xE4;tigung eines gelebten Lebens, ein Leben als Ausdruck seiner Autorit&#xE4;t und Kompetenz.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Saisonalit&#xE4;t<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Melksaison beginnt mit der Trennung der Jungtiere von den Mutterschafen nach der ersten Augustwoche, etwa f&#xFC;nf Monate nach der Geburt. Nach der Trennung h&#xF6;rt die Milch nicht sofort auf zu flie&#xDF;en. Man muss sie melken: zuerst jeden Tag, dann alle zwei Tage oder seltener, und so flie&#xDF;t die Milch innerhalb von drei-vier Wochen auf nat&#xFC;rliche Weise ab. Ansonsten, wie man hier sagt, <em>&#x201E;mal&#x11F;a obal&#x201D;<\/em> &#x2013; ist es f&#xFC;r das Tier sch&#xE4;dlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man in dieser kurzen Zeit 250&#x2013;300 Schafe melkt, bekommt man eine ordentliche Menge an Butter und Q&#x16B;rt f&#xFC;r den Wintervorrat. Zum Beispiel etwa zwei Qaryn frischer Butte (ein Qaryn entspricht 5-6 kg) und ein Qap Q&#x16B;rt (70 kg). F&#xFC;r ein Kilogramm Q&#x16B;rt ben&#xF6;tigt man acht-zehn Liter Schafsmilch, und f&#xFC;r einen Qaryn Butter braucht man 55 Liter Milch.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier muss man ber&#xFC;cksichtigen, dass die Tiere gegen Ende ihrer Laktationsperiode deutlich weniger Milch produzieren. Unter nat&#xFC;rlichen Umst&#xE4;nden geben Schafe in den ersten 60 Tagen am meisten Milch, danach nimmt die Milchproduktion ab.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"819\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2026\/04\/fffc4d89f6b23da7c0d36b565f163aff_autox1200-1024x819.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-44495\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2026\/04\/fffc4d89f6b23da7c0d36b565f163aff_autox1200-1024x819.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2026\/04\/fffc4d89f6b23da7c0d36b565f163aff_autox1200-300x240.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2026\/04\/fffc4d89f6b23da7c0d36b565f163aff_autox1200-768x614.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2026\/04\/fffc4d89f6b23da7c0d36b565f163aff_autox1200.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Photo: Baurjan Bismildin<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn TanteRozik&#xF6;l die Schafe diese ganze Periode lang melken w&#xFC;rde, w&#xE4;re der Ertrag viel h&#xF6;her. Doch tut sie dies nicht wegen der Milch oder der Milchprodukte. Die Fortsetzung der Praxis des Schafmelkens ist keine <em>&#x201E;Tradition um der Tradition willen&#x201D;<\/em>. Es ist Wissen, das sich in den H&#xE4;nden, Gesten und im Rhythmus der Weide widerspiegelt. Man kann es als Teil der kulturellen &#xD6;kologie verstehen &#x2013; verwurzelt im nat&#xFC;rlichen Kreislauf der Tierpflege und der Aufrechterhaltung der Beziehung zwischen Mensch und Herde, wo das Melken weniger ein wirtschaftlicher Vorteil als vielmehr eine Form der Teilhabe am Leben der Steppe ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Tante Rozik&#xF6;l und Onkel Nesiphan weiterhin Schafe melken, scheint heute eine Ausnahme zu sein. Vor knapp hundert Jahren war Schafsmilch die Grundlage der Milchkultur der Kasachen, aber nach und nach r&#xFC;ckte diese Praxis in den Hintergrund. Im Nomadenleben spielten Schafe und Pferde eine Schl&#xFC;sselrolle, w&#xE4;hrend K&#xFC;he eine unbedeutende Rolle spielten: Sie vertrugen lange Wanderungen schlecht und erforderten im Winter mehr Pflege.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/ich-liebe-kamele-denn-ihre-milch-hat-meinen-vater-geheilt-ein-ausflug-zu-einer-kamelfarm-im-ferganatal\/\"><strong>&#x201E;Ich liebe Kamele, denn ihre Milch hat meinen Vater geheilt&#x201C; &#x2013; ein Ausflug zu einer Kamelfarm im Ferganatal<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In der Kolonialzeit &#xE4;nderte sich die Situation: Das Aufkommen von K&#xFC;hen bei den Kasachen h&#xE4;ngt mit den Kontakten zu ihren Nachbarn zusammen, sowie mit der Umsiedlungspolitik und den ver&#xE4;nderten Handelspriorit&#xE4;ten. Allm&#xE4;hlich wurde die Kuh vom &#x201E;schlechtesten Vieh&#x201C; (maldy<em>&#xF1;<\/em> jamany si&#x131;r) zu einem wertvollen Tier ( si&#x131;r p<em>&#x16B;<\/em>l boldy). Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine kasachische Rasse, die die Grundlage f&#xFC;r die weitere Z&#xFC;chtung und Verbreitung bildete.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Sowjetzeit verst&#xE4;rkte sich dieser Wandel: Der Ansatz basierte auf industrieller Produktion und Verarbeitung sowie standardisierten Rohstoffen. Kuhmilch erwies sich als besser f&#xFC;r das System geeignet, w&#xE4;hrend Schafe in der Fleisch- und Wollproduktion Fu&#xDF; fassten. Das Motto der 1960er Jahre &#x201E;Schafzucht &#x2013; die zweite Neulanderschlie&#xDF;ung&#x201D; machte Kasachstan zum f&#xFC;hrenden Ersteller von Wolle und Lammfleisch, aber die Milchwirtschaft, einst die Grundlage des Nomadenlebens, verschwand aus den Statistiken und aus der &#xF6;ffentlichen Wahrnehmung der K&#xFC;che.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weitere Bilder findet ihr im <\/em><a href=\"https:\/\/vlast.kz\/life\/66314-kak-delaut-maslo-i-kurt-iz-ovecego-moloka.html\"><em>Originalartikel<\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Ali&#x131;a Bolathan (Text) und Baurjan Bismildin (Fotos) f&#xFC;r Vlast<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>&#xDC;bersetzt aus dem <\/strong><a href=\"https:\/\/vlast.kz\/life\/66314-kak-delaut-maslo-i-kurt-iz-ovecego-moloka.html\"><strong>Russischen<\/strong><\/a><strong> von Giulia Manca<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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