{"id":43937,"date":"2026-01-30T00:19:30","date_gmt":"2026-01-29T23:19:30","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=43937"},"modified":"2026-01-30T15:59:33","modified_gmt":"2026-01-30T14:59:33","slug":"die-harfe-findet-ihre-stimme-wie-eine-petersburger-harfenistin-das-klangbild-der-astana-opera-praegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/panorama\/die-harfe-findet-ihre-stimme-wie-eine-petersburger-harfenistin-das-klangbild-der-astana-opera-praegt\/","title":{"rendered":"Die Harfe findet ihre Stimme: Wie eine Petersburger Harfenistin das Klangbild der \u201eAstana Opera\u201c pr\u00e4gt"},"content":{"rendered":"<p>Lyubov Tkachenko ist eine Harfenistin mit einer Ausbildung in St. Petersburg und einer beruflichen Laufbahn in Kasachstan. Nach ihrem Abschluss am Staatlichen Konservatorium in St. Petersburg kam sie 2013 zu einem Vorspielen f&#xFC;r Musiker:innen in das neue, gerade er&#xF6;ffnete Theater in Astana &#x2013; und blieb dort f&#xFC;r dreizehn Jahre. Heute ist Tkachenko Konzertmeisterin der Harfengruppe des Symphonieorchesters der &#x201E;Astana Opera&#x201C;. Als Musikerin hat sie das kasachstanische Theater auf Gastspielen in Europa und anderen L&#xE4;ndern vertreten und ma&#xDF;geblich den modernen Klang dieses seltenen Instruments in einem der f&#xFC;hrenden Opernh&#xE4;user Zentralasiens gepr&#xE4;gt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Artikel ist Teil der Interviewreihe&#xA0;<a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tag\/kasachische-musizierende-auf-den-spuren-des-europaeischen-erbes\/\">Kasachische Musizierende: auf den Spuren des europ&#xE4;ischen Erbes<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nurgul Adambayeva f&#xFC;r Novastan: Lyubov, Sie stammen aus Russland, aus St. Petersburg. Warum sind Sie in Astana gelandet, w&#xE4;hrend viele Musiker:innen im Gegenteil nach St. Petersburg streben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tkachenko: Nach meinem Abschluss am Konservatorium im Jahr 2013 wollte ich sofort anfangen zu arbeiten. Ich tr&#xE4;umte davon, in einem Theater t&#xE4;tig zu sein, und es interessierte mich wenig, wo das sein w&#xFC;rde. Die Harfe ist ein sehr &#x201E;theatralisches&#x201D; Instrument, das einen wichtigen Platz im klassischen Opern- und Ballettrepertoire einnimmt. Die Arbeit in einem Theater ist f&#xFC;r Harfenist:innen prestigetr&#xE4;chtig, interessant und bietet ein gro&#xDF;es Repertoire, daher war das f&#xFC;r mich ein entscheidender Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/panorama\/der-klang-der-realitaet-eine-geigerin-aus-kasachstan-zwischen-heimischer-schule-und-europaeischem-massstab\/\">Der Klang der Realit&#xE4;t: Eine Geigerin aus Kasachstan zwischen heimischer Schule und europ&#xE4;ischem Ma&#xDF;stab<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In St. Petersburg herrscht in dieser Hinsicht ein enormer Wettbewerb. Meine Lehrerin sagte: <em>&#x201E;Es gibt einen Wettbewerb in Astana, fahr hin, spiel und komm zur&#xFC;ck.&#x201C;<\/em> Damals kannte ich weder die Stadt noch die Bedingungen dort. Nachdem ich das Wettbewerbsprogramm gespielt hatte, flog ich noch am selben Tag zur&#xFC;ck. Und dann wurde mir mitgeteilt, dass ich erfolgreich war und mit der Arbeit im Theater beginnen sollte. Ich habe nicht einmal meine Abschlussfeier an dem Konservatorium in St. Petersburg besucht &#x2013; ich holte mein Diplom ab und bin nach Kasachstan gekommen, um hier zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie war Ihr erster Eindruck? Wie erinnern Sie sich an diese Zeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alles war neu und ungewohnt f&#xFC;r mich, ich war weit weg von zu Hause und befand mich in einer anderen Umgebung, in einem anderen musikalischen Umfeld. Die erste Auff&#xFC;hrung des Theaters war eine kasachische Oper <em>[&#x201E;Birzhan und Sara&#x201C; &#x2013; eine klassische kasachische Oper des Komponisten Mukan Tulebayev, Anm. d. Aut.]<\/em>, und dieses Repertoire h&#xF6;rte ich zum ersten Mal in meinem Leben. Alle um mich herum kannten es seit ihrer Kindheit, nur ich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Erschwerend kam hinzu, dass es zu diesem Zeitpunkt keine anderen Harfenist:innen im Orchester gab, mit denen ich mich beraten und Arbeitsfragen besprechen konnte. Deshalb f&#xFC;hlte ich mich vom ersten Tag an sehr verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie hat sich die Situation im Laufe der Zeit ver&#xE4;ndert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grundlegend. Die Stadt, das Theater, das Umfeld haben sich ver&#xE4;ndert. Jetzt haben wir bereits ein Team von Harfenist:innen, eine systemische Arbeit und Austauschbarkeit. Hier herrscht ein sehr starkes Verantwortungsbewusstsein f&#xFC;r die gemeinsame Sache. Das Theater ist noch jung, und alle sorgen sich um ihre Arbeit, um das Ergebnis. Das schafft ein hohes Ma&#xDF; an Engagement. Das gilt sowohl f&#xFC;r die Orchestermusik als auch f&#xFC;r das Ballett. &#xDC;brigens gibt es hier ein hohes Niveau an Ballettkunst, das bisher leider nur wenige kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Zeit wurde die Arbeit leichter, dank der Gewohnheit und der enormen Erfahrung, die ich hier gesammelt habe &#x2013; durch die Zusammenarbeit mit den besten kasachstanischen und ausl&#xE4;ndischen Musiker:innen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie ist Ihrer Meinung nach die Einstellung zur Harfe in Kasachstan?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Harfe wird in Kasachstan weiterhin als seltenes Instrument angesehen. Viele kennen sie, haben sie aber noch nie geh&#xF6;rt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/panorama\/die-orgel-zwischen-zwei-welten-eine-kasachische-geschichte-eines-europaeischen-instruments\/\">Die Orgel zwischen zwei Welten: eine kasachische Geschichte eines europ&#xE4;ischen Instruments<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Zustand oder die Verf&#xFC;gbarkeit von Instrumenten in einem Ensemble sagt viel aus. F&#xFC;r Harfenspieler:innen ist das Instrument sehr wichtig: Man kann zwar auch auf einem schlechten Instrument spielen, aber das ist sehr schwierig. Die Harfe muss mehrmals am Tag gestimmt werden &#x2013; alle 47 Saiten &#x2013;, deshalb kommen Harfenist:innen als Erste und gehen als Letzte. Als ich hierherkam, war meine Harfe in einem schlechten Zustand, aber jetzt gibt es in der &#x201E;Astana Opera&#x201C; zwei Instrumente von sehr hoher Qualit&#xE4;t &#x2013; aus italienischer Produktion. Das ist eine ernsthafte Investition, die sich direkt auf die Qualit&#xE4;t der Arbeit auswirkt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Worin sehen Sie in dieser Hinsicht einen grundlegenden Unterschied zu Europa?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Europa ist die Harfe die Norm. Sie ist ein Orchesterinstrument wie die Geige oder das Cello, mit eigener Infrastruktur, eigenen Meister:innen und eigenem Service. Das ist teuer, aber es ist der Standard. Bei uns muss man immer noch &#xFC;ber ihre Notwendigkeit diskutieren. Viele betrachten sie als eine Art zus&#xE4;tzliches, zweitrangiges Instrument. Das w&#xFC;rde ich gerne &#xE4;ndern. Das ist sowohl in Kasachstan als auch in vielen St&#xE4;dten Russlands zu beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das hei&#xDF;t, Sie haben das Gef&#xFC;hl, dass wir aufgrund ihrer Seltenheit eine andere, besondere Beziehung zur Harfe haben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, und das gef&#xE4;llt mir nicht. Die Harfe wird oft nur als sch&#xF6;nes Bild, als Exotik wahrgenommen. F&#xFC;r mich ist es wichtig, dass sie als ernstzunehmendes professionelles Instrument wahrgenommen wird, gleichberechtigt mit anderen. Das ist nur durch die Qualit&#xE4;t der Darbietung m&#xF6;glich, nicht durch den &#xE4;u&#xDF;eren Effekt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und ist die Situation Ihrer Meinung nach in den letzten Jahren besser geworden?<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, und das ist wichtig. Es gibt neue Instrumente, Theater, Arbeitspl&#xE4;tze. Wenn es ein Ziel gibt, entsteht Motivation. Aber die Harfe bleibt weiterhin ein &#x201E;heikler Punkt&#x201D;: Sie ist schwer zu kaufen, schwer zu pflegen, es ist schwer, Fachleute zu finden. Wenn das Instrument kaputt geht, gibt es in Kasachstan keine Handwerker:innen, die es reparieren k&#xF6;nnen, man muss welche aus dem Ausland einfliegen lassen. Das sind gro&#xDF;e Schwierigkeiten, deshalb gibt es nicht so viele Menschen, die dieses Instrument spielen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Viele Musiker:innen heben die starke postsowjetische Schule unserer Musikinstitutionen hervor, die Kindern eine gute theoretische Grundlage vermittelt. Wie beurteilen Sie das derzeitige Niveau der Musikausbildung hier?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, die Ausbildung ist schw&#xE4;cher als fr&#xFC;her. Nicht weil die Lehrer:innen schlecht sind, sondern weil sich die Bedingungen ge&#xE4;ndert haben. Bei uns war alles viel strenger als heute. Aber f&#xFC;r Instrumente wie die Harfe ist strenge Disziplin unerl&#xE4;sslich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Harfe ist ein k&#xF6;rperlich anstrengendes Instrument. Man muss jeden Tag &#xFC;ben. Wenn man in der Kindheit keine Grundlagen legt, kann es im Erwachsenenalter leider zu sp&#xE4;t sein. Es gibt Dinge, die man nicht nachholen kann: die Haltung der H&#xE4;nde, k&#xF6;rperliche Ausdauer, die Gew&#xF6;hnung an die Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich halte ein hohes Niveau an theoretischen F&#xE4;chern in speziellen Bildungseinrichtungen f&#xFC;r normal. Ebenso wie eine korrekte Haltung der H&#xE4;nde f&#xFC;r alle Sch&#xFC;ler:innen, unabh&#xE4;ngig von ihren weiteren Pl&#xE4;nen und nat&#xFC;rlichen Begabungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erz&#xE4;hlen Sie uns doch, wie Sie selbst zum Harfenspiel gekommen sind. War das Ihre bewusste Entscheidung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein. Ich habe selbst ziemlich sp&#xE4;t angefangen zu spielen &#x2013; mit 11 Jahren. In der Musikschule wurden einfach Instrumente angeboten, f&#xFC;r die es keine Interessent:innen gab: das Bajan (eine Form des Akkordeons, Anm. d. Aut.) und die Harfe. So fing alles an. Aber in der Kindheit wird einem nicht immer gesagt, welche Schwierigkeiten Harfenspieler:innen auf ihrem Weg bevorstehen k&#xF6;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welcher Ansatz erscheint Ihnen richtiger &#x2013; der strengere postsowjetische oder der liberalere europ&#xE4;ische?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich selbst habe erst vor kurzem begonnen, meine Erfahrungen als Lehrerin weiterzugeben. Aber ich hatte selbst viele gute Lehrer:innen: Neben dem Konservatorium in St. Petersburg habe ich Meisterkurse in Deutschland und Italien besucht, sodass ich Vergleiche anstellen kann und viel zu erz&#xE4;hlen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, alles h&#xE4;ngt von den Lehrer:innen ab. Druck um des Drucks willen ist sinnlos. Aber ohne Anstrengung gibt es nirgendwo Ergebnisse.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Interessieren sich europ&#xE4;ische Kolleg:innen f&#xFC;r die kasachstanische Harfenschule?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, das tun sie. Allerdings hat sie sich bei internationalen Festivals und Wettbewerben noch nicht ausreichend bew&#xE4;hrt. Manchmal sind die Leute &#xFC;berrascht, dass es hier &#xFC;berhaupt Harfenist:innen und gute Instrumente gibt. Als einmal Musiker:innen aus dem Theater &#x201E;La Scala&#x201D; zu uns auf Tournee kamen, brachte eine Harfenistin ihre Harfe mit &#x2013; eine der teuersten und seltensten der Welt. Das ist ziemlich aufwendig, wenn man die Gr&#xF6;&#xDF;e und das Gewicht des Instruments bedenkt. Wie gro&#xDF; war ihre &#xDC;berraschung, als sie unsere hochwertigen Instrumente sah: <em>&#x201E;H&#xE4;tte ich gewusst, dass Sie solche Instrumente haben, h&#xE4;tten wir unsere nicht mitgebracht.&#x201C;<\/em> Sie hatten ehrlich gesagt nicht mit einem solchen Niveau gerechnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/panorama\/steppenwolf-mit-floete-wie-yerzhan-kushanov-die-pariser-eliteschule-eroberte\/\">&#x201E;Steppenwolf&#x201C; mit Fl&#xF6;te: Wie Yerzhan Kushanov die Pariser Eliteschule eroberte<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das hohe Niveau der Arbeit unserer kasachstanischen Kolleg:innen wird auch von meinem Ehemann, einem Dirigenten aus Italien, der hier in Kasachstan arbeitet, hervorgehoben. Hier haben wir uns kennengelernt. Er betont auch, dass der Staat in Kasachstan im Vergleich zu Italien gro&#xDF;es Interesse an der Entwicklung des Musik- und Theaterbereichs zeigt und viel mehr finanzielle Investitionen t&#xE4;tigt.<\/p>\n\n\n\n<p>F&#xFC;r mich war es eine gro&#xDF;e &#xDC;berraschung, dass Kolleg:innen in St. Petersburg unser Repertoire verfolgen und die Inszenierungen der &#x201E;Astana Opera&#x201C; diskutieren. Das ist sehr erfreulich &#x2013; und wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Haben Sie einen Unterschied in der Reaktion des Publikums in Kasachstan und in Europa bemerkt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Europa ist das Publikum besser vorbereitet und anspruchsvoller. Hier ist das Publikum immer herzlich und dankbar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie sagten, dass die erste Inszenierung des Theaters im Jahr 2013 eine kasachische Oper war. Nimmt kasachische Musik insgesamt einen wichtigen Platz im Repertoire des Theaters ein?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf jeden Fall. Es werden immer kasachische Werke aufgef&#xFC;hrt. Wenn das Orchester auf Tournee geht, st&#xF6;&#xDF;t das auf gro&#xDF;es Interesse.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sind Ihnen kasachische Melodien ans Herz gewachsen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja. So sehr, dass ich mich dabei ertappt habe, meinem Kind kasachische Lieder vorzusingen. Das geschieht ganz nat&#xFC;rlich &#x2013; man assimiliert sich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es viele Bearbeitungen f&#xFC;r Harfe mit kasachischer Musik? Und wenden sich Komponist:innen an Sie, um Sie um Rat zu fragen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, es gibt viele Bearbeitungen, und Komponist:innen wenden sich ziemlich oft an mich. Viele wissen einfach nicht, was das Instrument kann. Und das ist normal: Wenn die Harfe lange Zeit nicht Teil der Praxis war, wei&#xDF; man nicht, wie man mit ihr umgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele denken, dass die Harfe nur f&#xFC;r klassische Musik geeignet ist. Aber heute kann man auf der Harfe alles spielen: Jazz, zeitgen&#xF6;ssische Musik, es gibt E-Harfen, Ensembles. Die M&#xF6;glichkeiten der Harfe haben sich im Vergleich zu vor 30 bis 50 Jahren enorm erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie sehen Ihre weiteren Karrierepl&#xE4;ne aus? M&#xF6;chten Sie weiterhin in Kasachstan arbeiten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich mache keine langfristigen Pl&#xE4;ne &#x2013; das Leben korrigiert sie von selbst. Ich kam f&#xFC;r ein Jahr nach Kasachstan, und nun sind schon mehr als zehn Jahre vergangen, und ich bin immer noch hier.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Ich kann sagen, dass ich gerne weiter daran arbeiten w&#xFC;rde, die Harfe in Kasachstan popul&#xE4;r zu machen. Ich m&#xF6;chte europ&#xE4;ische Kolleg:innen (und nicht nur europ&#xE4;ische) f&#xFC;r den Austausch von Erfahrungen und Wissen gewinnen. Ich m&#xF6;chte, dass das Niveau und die Wettbewerbsf&#xE4;higkeit der Harfenist:innen in Kasachstan steigen und dadurch das Interesse w&#xE4;chst. Au&#xDF;erdem w&#xFC;rde ich mir auch ein internationales Harfenfestival in Astana w&#xFC;nschen. Und nat&#xFC;rlich die St&#xE4;rkung der Beziehungen zu Harfenist:innen aus anderen L&#xE4;ndern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie sieht Ihre k&#xFC;nstlerische Identit&#xE4;t heute aus und wie positionieren Sie sich im Ausland?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich repr&#xE4;sentiere das kasachstanische Theater und Ensemble. Ich habe mich schon vor langer Zeit aus der Musikszene in St. Petersburg zur&#xFC;ckgezogen, und jetzt ist meine berufliche Identit&#xE4;t genau mit diesem Ort, mit dem kasachstanischen Theater, verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig m&#xF6;chte ich, dass Kultur keine Grenzen kennt. Dass mein Kind die Welt als Ganzes sieht und das Beste aus verschiedenen Traditionen mitnehmen kann. Ich sehe, wie freundlich man hier mit Kindern umgeht, wie sehr man sie liebt. Mein Kind ist vier Jahre alt und f&#xE4;ngt schon an, Kasachisch zu sprechen &#x2013; obwohl zu Hause Italienisch und Russisch gesprochen wird. Hier in Kasachstan sehe ich, wie Kultur wirklich weitergegeben wird &#x2013; durch die Sprache, durch den Umgang mit Kindern, durch das Umfeld. Und das ist mir sehr wichtig. Ich m&#xF6;chte mich aber nicht auf eine bestimmte kulturelle Identit&#xE4;t beschr&#xE4;nken, sondern die Welt in ihrer ganzen kulturellen Vielfalt erleben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Das Interview f&#xFC;hrte Nurgul Adambayeva f&#xFC;r Novastan<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lyubov Tkachenko ist eine Harfenistin mit einer Ausbildung in St. Petersburg und einer beruflichen Laufbahn in Kasachstan. 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