{"id":43746,"date":"2026-01-06T22:54:18","date_gmt":"2026-01-06T21:54:18","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=43746"},"modified":"2026-01-06T22:54:19","modified_gmt":"2026-01-06T21:54:19","slug":"vom-millionengeschaeft-zu-massenausschreitungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/vom-millionengeschaeft-zu-massenausschreitungen\/","title":{"rendered":"Vom Millionengesch\u00e4ft zu Massenausschreitungen"},"content":{"rendered":"<p>Seit Jahren profitiert die kirgistanische Gesch&#xE4;ftswelt von s&#xFC;dasiatischen Studierenden &#x2013; doch diese f&#xFC;hlen sich weder akzeptiert noch sicher. Eine Analyse der Lage und des letztj&#xE4;hrigen Studienberichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Als am <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/politik-und-wirtschaft\/bischkek-pogrome-gegen-auslaendische-studenten\/\">17.\/18. Mai 2024<\/a> ein w&#xFC;tender Mob Jagd auf Migrant:innen in den Stra&#xDF;en Bischkeks machte, war der Schock national wie international gro&#xDF;. Denn viele Kirgis:innen kennen dieses Problem aus eigener Erfahrung. Hunderttausende gehen nach Russland zum Studieren und Arbeiten und sind dort allt&#xE4;glich Rassismus und Gewalt ausgesetzt. Doch was bei vielen Kirgis:innen Scham ausl&#xF6;ste, sorgte in Politik und Gesch&#xE4;ftswelt f&#xFC;r andere Sorgen. Denn die Opfer waren vor allem S&#xFC;dasiat:innen, die seit geraumer Zeit zum Studieren nach Kirgistan kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit zehn Jahren steigt die Zahl an S&#xFC;dasiat:innen in Kirgistan, die meisten von ihnen zu Beginn aus Indien. Ab 2017\/18 l&#xE4;sst sich ein <a href=\"https:\/\/www.rferl.org\/a\/kyrgyzstan-student-exodus-damage-economy\/32957912.html\">Trend<\/a> stark wachsender Zahlen erkennen, dem kurz darauf pakistanische Studierende folgten. Der Grund daf&#xFC;r ist einfach: Das Medizinstudium in Kirgistan ist weitaus g&#xFC;nstiger als in Pakistan oder Indien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Medizinstudium als Gesch&#xE4;ftsmodell<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Studium f&#xFC;r s&#xFC;dasiatische Studierende wurde schnell zum Exportschlager. Privatinvestor:innen &#x2013; und nicht etwa &#xC4;rzt:innen, sondern Gesch&#xE4;ftsleute, Volksk&#xFC;nstler:innen oder Politiker:innen &#x2013; ergriffen die Gelegenheit, von diesem Gesch&#xE4;ftsmodell zu profitieren. Das Resultat: ein mafi&#xF6;ses, medizinisch-&#x201E;akademisches&#x201C; Netz in den Gro&#xDF;st&#xE4;dten der Republik.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/govori.tv\/zhurnalistskoe-rassledovanie-kto-i-kak-zarabatyvaet-na-inostrannyh-studentah-v-kyrgyzstane\/?fbclid=IwAR3VKZksaAiXUqDdLWepb5_izxXFK5lt3ZjxzKPA4aEKoNbjhopir-kF2nA\">Investigativrecherche<\/a> von govori.tv von 2022 zeigte, dass viele Akteur:innen nicht nur ohne medizinische Expertise waren, sondern zudem einen direkten Draht in die Politik hatten und wenig bis gar keine Steuern zahlten. Auch was die Standards der Lehre betreffen, ist die Ausbildung alles andere als qualitativ hochwertig. Da Absolvent:innen dieser Einrichtungen nicht die Approbationspr&#xFC;fungen in ihrer Heimat bestehen konnten, setzte Pakistan 2020 alle kirgistanischen medizinischen Fakult&#xE4;ten auf eine <a href=\"https:\/\/24.kg\/english\/223693_Most_medical_students_in_Kyrgyzstan_are_foreigners\/\">Blacklist<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Zumindest hier lassen sich leichte &#xC4;nderungen erkennen. Nach Verbesserungen in der Lehre wurden 2022 vier Einrichtungen wieder auf die A-Liste Pakistans gesetzt, Stand September 2025 sind es sogar acht &#x2013; wie viele Einrichtungen zurzeit zugelassen sind, l&#xE4;sst sich nicht zuverl&#xE4;ssig sagen; auf einer englischsprachigen Seite f&#xFC;r internationale Studierende lassen sich <a href=\"https:\/\/www.sheenstein.com\/study-mbbs-abroad\/kyrgyzstan?utm_source=chatgpt.com\">25 Einrichtungen<\/a> finden. Auch die Regierung scheint ein Interesse an Qualit&#xE4;tskontrollen zu haben, so sollen dieses Jahr alle Fakult&#xE4;ten <a href=\"https:\/\/zamin.uz\/en\/world\/159029-kyrgyzstan-imposes-restrictions-on-private-medical-universities.html\">verstaatlicht<\/a> werden oder an staatliche Einrichtungen angebunden und akkreditiert oder geschlossen werden. Um dem Problem der Steuerumgehung zu begegnen, wurde zudem im Sommer letzten Jahres eine einheitliche Geb&#xFC;hr f&#xFC;r Ausl&#xE4;nder:innen von 3.000 US-Dollar (ca. 2.500 Euro) beschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben den kriminellen Aspekten, die in diesem Gesch&#xE4;ftsmodell stecken, zeigen diese Fakten aber auch: S&#xFC;dasiatische Studierende sind Konsument:innen, ihre Rolle beschr&#xE4;nkt sich auf die als Devisenbringende. Sch&#xE4;tzungen des kirgistanischen Bildungsministeriums zufolge waren es 2022 etwa 250 Millionen US-Dollar im Jahr, die ausl&#xE4;ndische (haupts&#xE4;chlich s&#xFC;dasiatische) Medizinstudierende an Kapital ins Land brachten. Zu Studiengeb&#xFC;hren kommen Wohnen, Essen und Visageb&#xFC;hren hinzu. Bei einem BIP von gut 12 Milliarden US-Dollar 2022 w&#xE4;ren das fast 2 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rassismus gegen S&#xFC;dasiat:innen &#x2013; Nichts Neues in Kirgistan<\/h2>\n\n\n\n<p>Die gesellschaftlichen Vorurteile gegen&#xFC;ber den Migrant:innen schien den Universit&#xE4;ten und Beh&#xF6;rden lange Zeit egal. Schon 2021 berichtete Eurasianet &#xFC;ber <a href=\"https:\/\/eurasianet.org\/kyrgyzstan-pakistani-students-demand-protection-from-assaults\">rassistische &#xDC;bergriffe<\/a> gegen Pakistanis, die von staatlichen Stellen ignoriert wurden. NGOs wie <a href=\"https:\/\/oasisorg.kg\/en\/about-us\/\">Oasis<\/a> machen ebenfalls seit Jahren auf die Situation und die Missst&#xE4;nde bez&#xFC;glich der internationalen Studierenden aufmerksam. 2023 hatte auch die International Organisation for Migration (IOM) in einer ausf&#xFC;hrlichen <a href=\"https:\/\/kyrgyzstan.iom.int\/sites\/g\/files\/tmzbdl1321\/files\/documents\/2023-06\/iom-report-rus_final.pdf\">Analyse<\/a> festgestellt, dass die Bev&#xF6;lkerung <em>&#x201E;generell offen und gastfreundlich&#x201C;<\/em> gegen&#xFC;ber internationalen Studierenden und Migrant:innen sei, es jedoch <em>&#x201E;<a href=\"https:\/\/kyrgyzstan.iom.int\/sites\/g\/files\/tmzbdl1321\/files\/documents\/2025-06\/07.-migration-situation-report_2024.pdf#page=9\">gewisse Vorbehalte<\/a>&#x201C;<\/em> gegen&#xFC;ber den steigenden Zahlen an Ausl&#xE4;nder:innen in gesellschaftlichen Randgruppen g&#xE4;be.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: Bischkek: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/politik-und-wirtschaft\/bischkek-pogrome-gegen-auslaendische-studenten\/\">Progrome gegen ausl&#xE4;ndische Studenten<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>2023 begann Oasis mit einer detaillierten Studie. Wurde diese zuerst dadurch erschwert, dass Ende 2023 ein restriktives NGO-Gesetz eingef&#xFC;hrt wurde, erlangte das Thema zumindest nach den gewaltsamen Ausschreitungen im Mai 2024 an neuer Relevanz und &#xD6;ffentlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neue Studie zu Diskriminierung von S&#xFC;dasiat:innen<\/h2>\n\n\n\n<p>Mitte Oktober legte Oasis zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kirgistan und der Stelle des Ombudsmanns der Republik Kirgistan eine qualitative und quantitative Analyse der Gesamtsituation vor. Eingeladen waren sowohl Vertreter:innen aus Beh&#xF6;rden, wie etwa dem Bildungs- und Justizministerium und der Hauptstadtverwaltung, als auch Universit&#xE4;tsadministrationen internationaler Medizinstudieng&#xE4;nge wie andere zivilgesellschaftliche Akteur:innen. Die anschlie&#xDF;ende &#x201E;Diskussion&#x201C; zeigte, dass zumindest bei staatlichen und universit&#xE4;ren Beteiligten wenig Interesse daran besteht, die Ereignisse vom letzten Mai und die dahinterstehenden gesellschaftlichen Probleme anzuerkennen und anzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>455 s&#xFC;dasiatische Studierende wurden zu Themen wie Unterbringung, Sicherheit im &#xF6;ffentlichen Raum und Nahverkehr, Gewalt und Schutz befragt. Die Studie zeigt: Diese Studierenden erleben viel Diskriminierung und sind alles andere als willkommen in Kirgistan. Bei der Unterbringung erlebte ein Gro&#xDF;teil Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Bleibe. 83 Prozent berichteten von h&#xF6;heren Preisen aufgrund ihrer Ethnizit&#xE4;t, einem Viertel wurde aufgrund dessen eine Wohnung verwehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Was das &#xF6;ffentliche Leben anbelangt, zeichnet sich ein Bild von Ausschluss statt Teilhabe ab. 37 Prozent f&#xFC;hlten sich in Parks und auf &#xF6;ffentlichen Pl&#xE4;tzen unsicher. Die gro&#xDF;e Mehrheit nahm nicht am kulturellen Leben der Gro&#xDF;st&#xE4;dte durch den Besuch von Konzerten, Kinos, Museen oder sogar Bibliotheken teil. Ein sicherer Ort stellte f&#xFC;r gut die H&#xE4;lfte hingegen ihre Bildungseinrichtung dar. In der &#xD6;ffentlichkeit f&#xFC;hlten sich &#xFC;ber 30 Prozent in ihrer Redefreiheit, &#xFC;ber 40 Prozent in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschr&#xE4;nkt. Mehr als zwei Drittel berichteten von Diskriminierung verschiedenster Auspr&#xE4;gung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ereignisse vom 17.\/18. Mai 2024 zeigten eindeutig, dass Gewalt eine reale Gefahr f&#xFC;r S&#xFC;dasiat:innen darstellt, auch wenn dies von offizieller Seite <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2024\/5\/20\/panic-in-bishkek-why-were-pakistani-students-attacked-in-kyrgyzstan\">nicht anerkannt<\/a> wird. Dies wurde zudem in der Studie untermauert: &#xDC;ber 40 Prozent der Studienteilnehmenden berichteten von physischer Gewalt, 14 Prozent sogar von sexueller. Hinzu kommen 64 Prozent, die emotionaler Gewalt ausgesetzt waren. Zwar verkn&#xFC;pfte das nur ein Drittel mit Rassismus, w&#xE4;hrend fast ein weiteres Drittel nicht auf diesen Aspekt eingehen wollte, jedoch stimmten fast drei Viertel der Annahme zu, dass die Lokalbev&#xF6;lkerung unfreundlich gegen&#xFC;ber den Migrant:innen sei.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kaum M&#xF6;glichkeiten f&#xFC;r Strafverfolgung<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch was Strafverfolgung und Sicherheit angeht, belegt die Studie das bereits bekannte Problem: Die Polizei nimmt F&#xE4;lle nicht unbedingt ernst oder will teilweise sogar Geld von Opfern bei Anzeigen. Auch der Weg &#xFC;ber die Judikative bleibt den meisten Betroffenen aufgrund von Sprachbarrieren verschlossen. 71 Prozent der Befragten, denen Gewalt angetan wurde, meldeten sich daher nicht bei zust&#xE4;ndigen Beh&#xF6;rden oder anderweitigen Stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sowohl nat&#xFC;rliche Barrieren wie die Sprache als auch gesellschaftliche Probleme mit der Akzeptanz von S&#xFC;dasiat:innen in Kirgistan bestehen. Dies sind beides Tatsachen, an denen sowohl die Regierung als auch die beteiligten Universit&#xE4;ten arbeiten k&#xF6;nnten. Gerade der Rassismus gegen S&#xFC;dasiat:innen wird trotz seiner Evidenz in der kirgistanischen Gesellschaft nicht offen angesprochen. Und dass Handlungsbedarf besteht, zeigt die Studie ebenfalls, denn die Studierendenzahl sinkt &#x2013; und zwar drastisch: Nach fast 50.000 Antr&#xE4;gen im Vorjahr waren es dieses Jahr noch knapp 12.000. (Die Zahlen f&#xFC;r 2025 sind zwar vorl&#xE4;ufig, werden aber nicht allzu sehr steigen, da der Stichtag nach der Bewerbungsfrist lag.)<\/p>\n\n\n\n<p>Expert:innen wie Meerim Osmonalijewa (Oasis Kirgistan, Leiterin der Untersuchung) sehen eine klare Verbindung zwischen diesen Entwicklungen und den Geschehnissen im letzten Jahr. Ihr zufolge <em>&#x201E;wurde auf den Stra&#xDF;en offensichtlich, dass die Zahl s&#xFC;dasiatischer, internationaler Studierender deutlich gesunken ist. Der R&#xFC;ckgang ist unzweifelhaft eine Konsequenz der Massenangriffe und unterstreicht das systematische Unvorbereitet-Sein bez&#xFC;glich der Akzeptanz internationaler Studierender als auch das Fehlen einer umfassenden Bildungspolitik, um Rassismus und Diskriminierung zu adressieren und effektiv Bildungsdienstleistungen zu exportieren.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Offizielle Stellen verschlie&#xDF;en sich vor Ergebnissen<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch die Reaktion der Beteiligten bei der Vorstellung der Studienergebnisse sprach f&#xFC;r sich. Teilnehmende Bildungs- und Justizbeamt:innen diskreditierten die Studie. Eine Teilnehmerin stellte die Untersuchungsmethoden in Frage und kritisierte die Auswahl der St&#xE4;dte als nicht repr&#xE4;sentativ (die untersuchten St&#xE4;dte Osch und Bischkek sind die zwei gr&#xF6;&#xDF;ten des Landes und beherbergen auch den L&#xF6;wenanteil ausl&#xE4;ndischer Studierender). Der Vorwurf des Rassismus wurde ebenfalls negiert, Unirektor:innen und andere Ministerialbeamte bestanden darauf, dass die kirgistanische Gesellschaft offen und gastfreundlich sei. Statt nur negative Dinge zu nennen, h&#xE4;tte man auch &#xFC;ber Positives berichten k&#xF6;nnen, so die Meinung der politischen Entscheidungstr&#xE4;ger:innen. Konkrete L&#xF6;sungsvorschl&#xE4;ge, die von Oasis und dem Ombudsmann-B&#xFC;ro im Rahmen der Studie beigelegt wurden, wurden nicht diskutiert. Trotz einst&#xFC;ndiger &#x201E;Debatte&#x201C; setzte sich keiner der staatlichen und Bildungsakteur:innen mit der Kritik oder den Vorschl&#xE4;gen auseinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie heikel das Thema ist, zeigt auch die Nachbearbeitung der Studie. Nachdem diese in russischer Sprache auf der Website von Oasis f&#xFC;r kurze Zeit zum Download zur Verf&#xFC;gung stand, wurde diese wieder entfernt. Im pers&#xF6;nlichen Interview mit Meerim Osmonalijewa berichtete diese, dass <em>&#x201E;das Thema selbst sehr sensibel ist, da es Themen wie Xenophobie und Rassismus verbindet. Das Forschungsteam musste die Empfehlungen und die Forschungsergebnisse zweimal &#xFC;berarbeiten, um sicherzustellen, dass die Regierung den empfindlichen und exakten Kern der Situation versteht.&#x201C;<\/em> Nichtsdestotrotz seien sie <em>&#x201E;froh, dass die Ergebnisse der Studie den entsprechenden Regierungsstellen vorgestellt wurden und (&#x2026;) hoffen auf positive &#xC4;nderungen in diesem Bereich.&#x201C;<\/em> Eine &#xFC;berarbeitete Fassung der Studie erschien im Dezember.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie &#xFC;ber die Thematik diskutiert wird, ist bezeichnend f&#xFC;r ein Land, das sich nur sehr selektiv mit seinen politischen und gesellschaftlichen Realit&#xE4;ten auseinandersetzt. Ob die Pr&#xE4;sidialverwaltung an der Korruption im medizinischen Ausbildungsbereich etwas &#xE4;ndern wird, bleibt abzuwarten. Ob sich an dem Problem mit dem Rassismus gegen S&#xFC;dasiat:innen was &#xE4;ndert, scheint nach einer derartigen Abwehr fraglich. Die beteiligten Akteur:innen aus Staat und Bildung haben jetzt die M&#xF6;glichkeit zu zeigen, ob die medizinische Ausbildung weiterhin ein mittelm&#xE4;&#xDF;iges Gesch&#xE4;ft bleiben soll oder Interesse an ernsthafter Professionalisierung und dem Bildungsstandort Kirgistan besteht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Zahlen sind allesamt aus der Studie zitiert, die sich <\/em><a href=\"https:\/\/oasisorg.kg\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Research-about-international-students_2025-.pdf\"><em>hier<\/em><\/a> <em>abrufen l&#xE4;sst. Der Autor des Artikels hat selbst an der Vorstellung der Studie teilgenommen und berichtet aus erster Hand.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Reza Nazir f&#xFC;r Novastan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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