{"id":43208,"date":"2025-11-01T06:48:56","date_gmt":"2025-11-01T05:48:56","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=43208"},"modified":"2025-11-01T06:48:57","modified_gmt":"2025-11-01T05:48:57","slug":"taschkent-vs-almaty-die-geschichte-zweier-staedte-erzaehlt-anhand-ihrer-gebaeude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/panorama\/taschkent-vs-almaty-die-geschichte-zweier-staedte-erzaehlt-anhand-ihrer-gebaeude\/","title":{"rendered":"Taschkent vs. Almaty \u2013 die Geschichte zweier St\u00e4dte erz\u00e4hlt anhand ihrer Geb\u00e4ude"},"content":{"rendered":"<p><strong>Almaty und Taschkent sind die beiden gr&#xF6;&#xDF;ten St&#xE4;dte Zentralasiens. Trotz vieler Parallelen hat die Architektur der beiden St&#xE4;dte ein recht unterschiedliches urbanes Lebensgef&#xFC;hl entstehen lassen. Hook wagt den Vergleich.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Almaty\">Almaty<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taschkent\">Taschkent<\/a> liegen Hunderte von Kilometern voneinander entfernt und haben unterschiedliche Schicksale. Dennoch begegnen sie sich in der Geschichte fast als Nachbarn und sprechen dieselbe Sprache &#x2013; die Sprache der Architektur. Taschkent ist eine tausendj&#xE4;hrige Stadt, die an der Kreuzung von Handelsrouten wuchs und in der die Jahrhunderte die Ziegel der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Madrasa\">Medresen<\/a> und die Lehmw&#xE4;nde der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mahalla_(Stadtviertel)\">Mahallas<\/a> geformt haben. Almaty hingegen ist vergleichsweise jung: Seine Gr&#xFC;ndung im 19. Jahrhundert als Milit&#xE4;rfestung Werny war eher ein politischer Akt als das organische Wachstum einer alten Siedlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Altersunterschied ist mehr als reines Zahlenwerk. Er pr&#xE4;gt die Architektur: W&#xE4;hrend in Taschkent Ost und West aufeinandertreffen, herrschte in Almaty zun&#xE4;chst ein regelm&#xE4;&#xDF;iges Raster und ein &#x201E;wei&#xDF;es Blatt&#x201C; bei der Gestaltung vor. Sp&#xE4;tere Erdbeben, die Industrialisierung, Kriege und der Zusammenbruch von Imperien &#x2013; all dies pr&#xE4;gte das Erscheinungsbild der beiden St&#xE4;dte kontinuierlich und hinterlie&#xDF; Spuren der Zeit an ihren Fassaden und Stra&#xDF;en.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vergleich von Taschkent und Almaty ist wie das Lesen zweier paralleler Texte. Der eine beginnt lange vor der Entstehung des Russischen Reiches und tr&#xE4;gt die reiche Erinnerung an den Osten in sich; der andere entsteht pl&#xF6;tzlich, wie eine Zeile, die mit der festen Hand der Kolonialmacht geschrieben wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Zeit vor der Revolution<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Als Taschkent 1865 vom Russischen Reich annektiert wurde, hatte es bereits den Rhythmus seiner alten Viertel angenommen. In der Altstadt liefen die engen Gassen wie ineinander verschlungene Bew&#xE4;sserungsgr&#xE4;ben auf Medresen, Moscheen und Basare zu. Die H&#xE4;user waren aus Lehm gebaut &#x2013; Material, das sich im hei&#xDF;en Klima seit Jahrhunderten bew&#xE4;hrt hatte. Dicke Mauern hielten die Luft k&#xFC;hl, und Innenh&#xF6;fe spendeten Schatten und Ruhe. Die Fassaden waren selten zur Stra&#xDF;e ausgerichtet; das Leben konzentrierte sich in den Innenh&#xF6;fen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neu-Taschkent ist der europ&#xE4;ische Teil der Stadt, der angrenzend an das alte Taschkent entstand. Im Gegensatz zu den informellen Stra&#xDF;en der Mahallas wurde die neue Bebauung nach einem radial-zentralen Plan angelegt: Die Stra&#xDF;en liefen auf dem Hauptplatz zusammen. Diese Planungslogik verlieh der Stadt eine neue Achse und einen neuen Ma&#xDF;stab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Architektur dieses Stadtteils hatte einen kolonialen Charakter: Sie kombinierte russische und europ&#xE4;ische Formen mit der Verwendung lokaler Materialien und Techniken. Die Wohngeb&#xE4;ude waren meist ein- oder zweist&#xF6;ckig, hatten aber dicke W&#xE4;nde und hohe Decken zum Schutz vor der Hitze. Die Fassaden waren mit eklektischen Elementen russischer und usbekischer Architektur verziert. Das Ergebnis war ein einzigartiger Hybrid: eine &#x201E;russische Stadt&#x201C; in Zentralasien, jedoch mit ihrer eigenen, unverwechselbaren &#xC4;sthetik und ihrem eigenen Charakter.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Das alte und das neue Taschkent werden durch den Anchor-Kanal getrennt, der zu einer st&#xE4;dtischen und kulturellen Grenze wurde. Diese Grenze ist noch heute sp&#xFC;rbar.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Stelle des sp&#xE4;teren Alma-Ata (wir verwenden diesen Ortsnamen im Zusammenhang mit den jeweiligen historischen Namen der Stadt, Anm. Hook) befand sich im Mittelalter eine Stadt namens Almata, die an die Seidenstra&#xDF;e angeschlossen war, aber im 19. Jahrhundert verschwunden war. 1854 wurde hier die Festung Sailiskoje gegr&#xFC;ndet, die bald in Werny umbenannt wurde. Dies war ein politischer Schachzug: die Festigung der zaristischen Macht in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Siebenstromland\">Semiretschje<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/warum-almaty-und-nicht-alma-ata\/\"><strong>Warum Almaty und nicht Alma-Ata?<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Grundriss war von Anfang an rechteckig: ein klares Stra&#xDF;enraster mit gleich gro&#xDF;en Bl&#xF6;cken. Die ersten Geb&#xE4;ude waren aus Stein gebaut, doch nach den verheerenden Erdbeben von 1887 und 1911 setzten sich Holzh&#xE4;user durch, die in der Erdbebenzone stabiler waren. Die Architektur orientierte sich an russischen Provinzmodellen: geschnitzte Fensterrahmen, Mezzanine, Kuppelkirchen und eklektische &#xF6;ffentliche Geb&#xE4;ude. Die Stra&#xDF;en waren von Bew&#xE4;sserungsgr&#xE4;ben und B&#xE4;umen ges&#xE4;umt, was Werny Ende des 19. Jahrhunderts den Ruf einer &#x201E;gr&#xFC;nen Stadt&#x201C; einbrachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als Taschkent, wo zwei Kulturen nebeneinander existierten, war Werny architektonisch homogen: ein russisches Milit&#xE4;r- und Verwaltungszentrum ohne jahrhundertealte &#xF6;stliche Traditionen. Das k&#xFC;hlere Klima erm&#xF6;glichte es, auf massive Lehmw&#xE4;nde zu verzichten, wodurch die Geb&#xE4;ude heller und optisch &#x201E;n&#xF6;rdlicher&#x201C; wirkten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte der beiden St&#xE4;dte trennte sich also bereits im 19. Jahrhundert &#x2013; und diese Weggabelung ist noch heute in ihren Stra&#xDF;en sichtbar. So wurden die beiden unterschiedlichen Visionen &#x2013; radial und rechteckig, kulturell gemischt und relativ homogen &#x2013; zu mehr als blo&#xDF;en Pl&#xE4;nen des 19. Jahrhunderts. Sie wurden zum genetischen Code der Architektur und bestimmten, wie die beiden St&#xE4;dte im 20. Jahrhundert und dar&#xFC;ber hinaus wachsen und sich entwickeln w&#xFC;rden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Von der Avantgarde zur Repr&#xE4;sentation<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die ersten Jahrzehnte nach der Revolution begannen in Alma-Ata und Taschkent unter einem neuen Vorzeichen: Die Beh&#xF6;rden strebten nach Ordnung, Massenwohnungen und der Schaffung von Verwaltungszentren. Auf den ersten Blick schienen sich die St&#xE4;dte parallel zu entwickeln. Doch bei n&#xE4;herer Betrachtung wird deutlich, dass ihre architektonischen Entwicklungen voneinander abwichen. Besonders deutlich tritt dies Mitte des Jahrhunderts hervor.<\/p>\n\n\n\n<p>Alma-Ata begann die 1920er und 1930er Jahre mit einem unerwarteten avantgardistischen Geist. Die Stadt erhielt eine Reihe von Geb&#xE4;uden im Geiste des Konstruktivismus: strenge geometrische Volumen, Fensterb&#xE4;nder und offene Grundrisse. Das von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moissei_Jakowlewitsch_Ginsburg\">Mossej Ginsburg<\/a> entworfene Regierungsgeb&#xE4;ude der Kasachischen SSR gibt den Ton an: Es handelt sich um eine rationale, zukunftsweisende Architektur, die gleichzeitig die Erdbebengefahr der Region ber&#xFC;cksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der zweiten H&#xE4;lfte der 1930er Jahre und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Schwerpunkt. Sieg und neue ideologische Ziele verlangten nach Monumentalit&#xE4;t und symbolischer Repr&#xE4;sentation. Symmetrische Fassaden, Kolonnaden und Gesimse tauchten in der Architektur zunehmend auf. Doch Alma-Atas Charakter blieb zur&#xFC;ckhaltend: Kasachische Ornamente wurden, wie Intonationen, zart in Gittern, B&#xE4;ndern und Friesen eingef&#xFC;gt. Das Hauptvolumen blieb streng und &#x201E;n&#xF6;rdlich&#x201C;, und nationale Motive betonten lediglich die Masse des Geb&#xE4;udes, ohne sie aufzul&#xF6;sen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/zentralasien-und-europa\/mit-dem-architectural-guide-almaty-die-stadt-entdecken\/\"><strong>Mit dem &#x201E;Architectural Guide Almaty&#x201C; die Stadt entdecken<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In Taschkent war die Avantgarde nur von kurzer Dauer. Mitte der 1930er Jahre vollzog sich in der Stadt eine rasche Hinwendung zur klassischen Architektur. Hier nahm der Kanon &#x201E;national in der Form, sozialistisch im Inhalt&#x201C; Gestalt an, und in der Architektur bedeutete dies vor allem eines: Monumentalit&#xE4;t gepaart mit dekorativem Reichtum.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Paradebeispiel ist das Alisher-Navoiy-Theater. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexei_Wiktorowitsch_Schtschussew\">Alexej Schtschussew<\/a> schuf eine monumentale Komposition, doch der Innenraum wird zu einer Enzyklop&#xE4;die usbekischen Kunsthandwerks: Marmor, Schnitzereien, Ornamente, wobei jedes Foyer auf eine bestimmte Region verweist. Taschkenter Geb&#xE4;ude aus dieser Zeit sind leicht zu erkennen: B&#xF6;gen, Kuppeln und gemustertes Gitterwerk verwandeln den Stil des sowjetischen Empires in ein &#x201E;Schaufenster des Ostens&#x201C;.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Materialien und Dekorationstechniken<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Unterschied zwischen Alma-Ata und Taschkent zeigt sich besonders in der Verwendung von Materialien und Dekor. In Taschkenter Geb&#xE4;uden aus den 1930er bis 1950er Jahren ist Ornamentik mehr als nur Dekoration, sie ist Teil der Bausprache. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gantsch\">Gantsch<\/a> und Steinmetzarbeiten verwandeln Innenr&#xE4;ume in ganze Musterwelten: S&#xE4;ulen und B&#xF6;gen l&#xF6;sen sich in einem ornamentalen Teppich auf, der Raum wirkt festlich, &#x201E;b&#xFC;hnenhaft&#x201C;. Jedes Geb&#xE4;ude scheint die reichen Handwerkstraditionen der Region zu pr&#xE4;sentieren und sie in einem einheitlichen, repr&#xE4;sentativen Programm f&#xFC;r die Hauptstadt zu vereinen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"602\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-1024x602.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-43212\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-1024x602.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-300x177.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent-768x452.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Alisher_Navoi_Opera_and_Ballet_Theatre_Tashkent.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Alisher-Navoiy-Theater, Photo: Bgag\/Wikimedia Commons<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Alma-Ata verfolgt einen anderen Ansatz. Hier &#x201E;verdeckt&#x201C; die Ornamentik nicht das Volumen, sondern ist in dessen Geometrie eingewoben. Kasachische Motive betonen die strenge Tektonik des Geb&#xE4;udes, statt sie zu ersetzen. Masse, Symmetrie und Kolonnade werden zuerst gelesen, erst dann das Muster. Dadurch wirkt der nationale Code subtiler: eher wie ein Akzent denn wie ein Hauptthema.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ma&#xDF;stab und st&#xE4;dtebaulicher Kontext<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>In den 1940er und 1950er Jahren hatten beide St&#xE4;dte die gemeinsame sowjetische &#xC4;sthetik des stalinistischen Empire-Stils &#xFC;bernommen: Symmetrie, Kolonnaden, monumentale Pl&#xE4;tze. Der Ma&#xDF;stab der Umsetzung dieses Stils war jedoch unterschiedlich. In Taschkent wurde Repr&#xE4;sentation zum Ziel des gesamten Stadtzentrums. Verwaltungsgeb&#xE4;ude, Theater und Kulturzentren bildeten ein einheitliches Ensemble, in dem orientalische Ornamente und monumentale Formen die Rolle der Stadt als politisches und kulturelles Zentrum der Region betonten.<\/p>\n\n\n\n<p>Alma-Ata geht trotz seiner Rolle als Hauptstadt der Kasachischen SSR behutsamer vor. Hier wird der Empire-Stil selektiv umgesetzt: Wichtige Geb&#xE4;ude erhalten Kolonnaden und Gesimse, doch insgesamt bleibt die Stadtstruktur diszipliniert und rational. Das rechteckige Stra&#xDF;enraster und die strenge Logik der H&#xE4;userblocks halten die Architektur von &#xFC;berm&#xE4;&#xDF;iger Dekorativit&#xE4;t fern. Monumentalit&#xE4;t ist vorhanden, erreicht aber nicht das Niveau totaler Dekoration wie in Taschkent.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang der 1950er Jahre hatten sich diese Unterschiede bereits zu festen architektonischen Regeln verfestigt. Alma-Ata behielt seine Verbindung zur avantgardistischen Rationalit&#xE4;t bei und verwob nationale Motive in seine Details, ohne die Integrit&#xE4;t seiner strengen Formen zu beeintr&#xE4;chtigen. Taschkent hingegen verwandelte den Empire-Stil in eine demonstrative Synthese klassischer und orientalischer Ornamentik: Kuppeln, B&#xF6;gen und geschnitzte Gitter wurden nicht mehr nur zur Erg&#xE4;nzung, sondern zum Kern des architektonischen Bildes.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese gegens&#xE4;tzlichen Ans&#xE4;tze legten den Grundstein f&#xFC;r die Zukunft. In Almaty konnte sich die Moderne mit ihrer Liebe zur Geometrie und zu klaren Volumen auf dieser Grundlage leicht etablieren. In Taschkent ging das ornamentale Programm ganz nat&#xFC;rlich in die Moderne der 1960er- bis 1980er-Jahre &#xFC;ber, wo Fassaden weiterhin als &#x201E;Schaufenster&#x201C; der Tradition dienten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Modernismus und sp&#xE4;tsowjetische Architektur<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nach den 1950er Jahren &#xE4;nderte sich die sowjetische Architektur: Der Empire-Stil wich der Moderne. Der neue Stil versprach Schlichtheit und Funktionalit&#xE4;t und setzte auf Stahlbeton, Glas und Licht. In Zentralasien manifestierte er sich jedoch anders: In jeder Stadt entwickelte die Moderne ihren eigenen Charakter, gepr&#xE4;gt von ihrer Geschichte, ihrem Status und ihrer Umgebung.<\/p>\n\n\n\n<p>F&#xFC;r Taschkent fiel die Wende zur Moderne mit einer Katastrophe zusammen &#x2013; dem Erdbeben von 1966. Die Stadt musste im Wesentlichen von Grund auf neu aufgebaut werden und &#xFC;bernahm in diesem Moment die Rolle des &#x201E;&#xF6;stlichen Schaufensters der UdSSR&#x201C;. Daher auch der gro&#xDF;e Ma&#xDF;stab: breite Alleen, Platzensembles und grandiose &#xF6;ffentliche Komplexe.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den wichtigsten Beispielen z&#xE4;hlen die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Metro_Taschkent\">Metro<\/a> (1970er Jahre, mit Mosaiken und Themenstationen), der Palast der V&#xF6;lkerfreundschaft (1981), die Zentrale Ausstellungshalle (1974), das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hotel_Uzbekistan\">Hotel Usbekistan<\/a> (1974), der Zirkus (1969\/1976) und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chorsu-Basar\">der Chorsu-Basar<\/a> (1983). Diese Geb&#xE4;ude zeigen nicht nur ihren dekorativen Reichtum, sondern auch eine Verbindung zum Klima und den &#xFC;berlieferten Br&#xE4;uchen. So verf&#xFC;gt die Zentrale Ausstellungshalle beispielsweise &#xFC;ber eine nat&#xFC;rliche Bel&#xFC;ftung und eine runde Galerie, die an traditionelle Architekturtechniken der hei&#xDF;en Region erinnert. Das Ergebnis war ein unverwechselbarer Stil der Moderne, durchdrungen von orientalischen Elementen, aber sowohl dekorativ als auch funktional bedeutsam.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"875\" height=\"619\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Screenshot-126-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-43216\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Screenshot-126-1.png 875w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Screenshot-126-1-300x212.png 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Screenshot-126-1-768x543.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 875px) 100vw, 875px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fassade des Hotels Usbekistan, Photo: Robin Roth\/Novastan<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Materialien unterstrichen die Gr&#xF6;&#xDF;e des Konzepts: Marmor und Granit, Beton, dekorative Gitter, Mosaike und Stuckornamente. All dies erm&#xF6;glichte eine Mischung aus Modernit&#xE4;t und Tradition, nicht nur in der Form, sondern auch im st&#xE4;dtischen Umfeld.<\/p>\n\n\n\n<p>Alma-Ata entwickelte sich stetig, ohne Katastrophen, doch mit einer konzentrierten Sammlung hochwertiger modernistischer Geb&#xE4;ude. In Untersuchungen des <a href=\"https:\/\/garagemca.org\/en\">Garage Museum of Contemporary Art<\/a> und des Stadtf&#xFC;hrers &#x201E;Audiala&#x201C; wird die Stadt als &#x201E;Freilichtmuseum der Moderne&#x201C; bezeichnet: Das heutige Almaty verf&#xFC;gt &#xFC;ber mehr als sechzig denkmalgesch&#xFC;tzte Geb&#xE4;ude aus den 1960er bis 1980er Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den wichtigsten Beispielen z&#xE4;hlen der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Palast_der_Republik_(Almaty)\">Palast der Republik<\/a> (1970), das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hotel_Kasachstan\">Hotel Kasachstan<\/a> (1977), das Kino Arman (1968), der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zirkus_Almaty\">Kasachische Staatszirkus<\/a> (1970), der Palast der Schulkinder (1983), die Arsan-B&#xE4;der (1982), die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Medeo\">Medeu-Eisbahn<\/a> sowie Wohnkomplexe wie der Komplex &#x201E;Drei Bogatyrs&#x201C; und ein Netzwerk von Mikrobezirken mit Kinos und Konzerts&#xE4;len. Das Hotel Kasachstan ist zu einem wahren Symbol der Stadt geworden: ein schlanker Turm mit erdbebensicherem Rahmen und einem ornamentalen &#x201E;Kronenband&#x201C; an der Spitze. Der Palast der Republik verbindet die Monumentalit&#xE4;t des Platzes mit der lakonischen Plastizit&#xE4;t seiner Fassade.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Almaty_Fountain_2007-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-43210\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Almaty_Fountain_2007-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Almaty_Fountain_2007-300x225.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Almaty_Fountain_2007-768x576.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/Almaty_Fountain_2007.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Hotel Kasachstan mit seiner ikonischen Krone, Photo: Nikolay Yushnikov\/Wikimedia Commons<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein besonderes Merkmal der Almatinsker Moderne ist die Verwendung von Muschelkalk, einem por&#xF6;sen Kalkstein aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mangghystau_(Gebiet)\">Ma&#xF1;&#x11F;ystau<\/a>. Dieses Material wurde h&#xE4;ufig f&#xFC;r die Fassaden- und Innenausstattung verwendet: im Hotel Kasachstan, im Palast der Republik und in vielen Wohngeb&#xE4;uden. Seine warme, schwammartige Textur wurde zu einem der charakteristischen Merkmale der Stadt. In Kombination mit Marmor, Granit und Buntglas verlieh es der Architektur einen lokalen Charakter und passte gut zum nahen Gebirgsklima.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Architektur Alma-Atas blieb intim und rational. Selbst gro&#xDF;e Geb&#xE4;ude sind in ein Raster integriert, das durch das Relief betont wird. Stra&#xDF;en steigen zu den Bergen hin an und erzeugen einen markanten vertikalen Panoramaeffekt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ingenieurbauwerke als Teil der Moderne<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Almatys seismische und bergige Umgebung f&#xFC;hrte zu einer Vielzahl von technischen L&#xF6;sungen, die Teil der architektonischen Identit&#xE4;t der Stadt wurden. Das markanteste Beispiel ist der Staudamm am Fluss Medeu (1970er Jahre). Dieses grandiose hydraulische Bauwerk sch&#xFC;tzte die Stadt nicht nur vor Schlammlawinen, sondern wurde auch als in die Landschaft eingebettetes Denkmal wahrgenommen: Eine gestufte Betonmauer in den Bergen wurde zu einem einzigartigen Denkmal ingenieurstechnischer H&#xF6;chstleistungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch andere Objekte fallen in diese Kategorie: ein System von Schlammlawinen-D&#xE4;mmen, in das Stadtgef&#xFC;ge integrierte Bew&#xE4;sserungskan&#xE4;le und die f&#xFC;r Almaty charakteristischen Terrassenstra&#xDF;en. Letztere entstanden dort, wo die Stadt die H&#xE4;nge zu den Bergen hinauff&#xFC;hrte. Die Planer legten die H&#xE4;userbl&#xF6;cke stufenweise und dem Gel&#xE4;nde folgend an: Jede Ebene wurde zu einer separaten Stra&#xDF;enterrasse mit Wohnh&#xE4;usern, Schulen und Gr&#xFC;nfl&#xE4;chen. Dies erm&#xF6;glichte die Kombination typischer Geb&#xE4;ude aus der Sowjetzeit mit der einzigartigen Landschaft und bot gleichzeitig Panoramablicke, nat&#xFC;rliche Entw&#xE4;sserung und Erdbebensicherheit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/094-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-43209\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/094-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/094-300x169.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/094-768x432.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2025\/10\/094.jpg 1526w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Staudamm vom Eisstadion Medeu aus gesehen, Photo: Robin Roth\/Novastan<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Anders als in Taschkent, wo Kulturkomplexe und die Metro zu den Wahrzeichen der Moderne wurden, spielten in Alma-Ata technische L&#xF6;sungen eine besondere Rolle &#x2013; sie verliehen der Architektur einen &#x201E;heroischen&#x201C; Ton und festigten das Bild der Stadt als rational und doch poetisch, eingebettet in die Berglandschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Unterschied zwischen Alma-Ata und Taschkent zeigt sich auch in der Stadtplanung. In Taschkent wird die Moderne zur B&#xFC;hne der Repr&#xE4;sentation: Magistralen und architektonische Ensembles sind f&#xFC;r Massendemonstrationen, offene Pl&#xE4;tze und Paraden konzipiert. Die Stadt strebt nach Horizontalit&#xE4;t und Weite und entfaltet sich entlang der Ebene von Alleen und gro&#xDF;en Pl&#xE4;tzen. Alma-Ata hingegen wird anders wahrgenommen: Seine Moderne bleibt intimer, in die Landschaft &#x201E;eingebettet&#x201C;. Hier streckt sich die Architektur den Bergen entgegen, die Stra&#xDF;en steigen an, und die Wahrnehmung wird von Vertikalit&#xE4;t und Panoramen bestimmt. Selbst gro&#xDF;e Geb&#xE4;ude unterbrechen diesen Rhythmus nicht, sondern betonen ihn eher.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rivalit&#xE4;t der Hauptst&#xE4;dte<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Hinzu kam der Faktor des unausgesprochenen Wettbewerbs. Zu Sowjetzeiten galten Taschkent und Alma-Ata als die beiden wichtigsten Hauptst&#xE4;dte Zentralasiens, und die Architektur wurde zur Sprache ihres Wettbewerbs. Nach dem Erdbeben von 1966 erhielt Taschkent besondere Mittel und den Auftrag, sich zu pr&#xE4;sentieren: Die ersten Metro-Stationen der Region, neue Pal&#xE4;ste, Pl&#xE4;tze und Museen sollten seinen Status als &#x201E;Schaufenster des sowjetischen Ostens&#x201C; untermauern.<\/p>\n\n\n\n<p>Alma-Ata reagierte mit seinen eigenen Symbolen: der hoch aufragenden &#x201E;Krone&#x201C; des Hotels Kasachstan, dem Palast der Republik und den Ingenieurbauwerken von Medeu, wo Architektur und Infrastruktur das einheitliche Bild einer Stadt formten, die Gel&#xE4;nde und seismische Einfl&#xFC;sse geschickt zu integrieren wusste. So entstanden zwei unterschiedliche Darstellungsebenen: Taschkent vermittelte seine St&#xE4;rke durch die Gr&#xF6;&#xDF;e seiner Ensembles und den &#x201E;vorbildlichen&#x201C; Charakter der neuen Hauptstadt des Ostens, w&#xE4;hrend Alma-Ata seine St&#xE4;rke durch die Verbindung monumentaler Geb&#xE4;ude mit der Natur und dem st&#xE4;dtischen Alltag pr&#xE4;sentierte.<\/p>\n\n\n\n<p>In den 1980er Jahren hatten sich architektonische Trends etabliert. Alma-Ata war zu einer Art Sammlung modernistischer Monumente geworden, in denen rationale Strukturen und zur&#xFC;ckhaltende Dekoration ein einheitliches Bild ergeben. Taschkent hingegen war zu einem Vorzeigeobjekt der &#xF6;stlichen Moderne geworden, in der Ornamente und handgefertigte Motive ebenso wichtig waren wie Beton und Glas.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die postsowjetische Zeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nach 1991 schlugen Almaty (die Stadt tr&#xE4;gt seit 1993 diesen Namen, Anm. d. &#xDC;.) und Taschkent unterschiedliche Wege ein. Doch bevor wir die Unterschiede diskutieren, sollten wir ihre Gemeinsamkeiten betrachten. In beiden St&#xE4;dten entstehen neue Moscheen und Medresen, wodurch islamische Architektur zu einem pr&#xE4;genden Bestandteil des Stadtbildes wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch moderne Typologien entwickeln sich: Gesch&#xE4;ftszentren, Einkaufszentren und gro&#xDF;e Wohngebiete. Globale Prozesse &#x2013; die Kommerzialisierung der Innenst&#xE4;dte und die Entstehung von Einkaufszentren als neue &#x201E;Pl&#xE4;tze&#x201C; &#x2013; sind in Almaty und Taschkent gleicherma&#xDF;en sp&#xFC;rbar. Dies ist eine Art &#x201E;Hintergrund&#x201C; der postsowjetischen Entwicklung, der diese St&#xE4;dte im Kontext des globalen Urbanismus erkennbar macht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/das-almaty-der-nullerjahre-in-bildern\/\"><strong>Das Almaty der Nullerjahre in Bildern<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hinter diesem roten Faden verbergen sich jedoch zwei sehr unterschiedliche Szenarien. Taschkent, das seinen Status als Hauptstadt beh&#xE4;lt, konzentriert sich auf Gro&#xDF;projekte, neue Cluster und eine Durchgangsstra&#xDF;e. Almaty hingegen, das seine politische Zentralit&#xE4;t verloren hat (seit 1997 ist <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Astana\">Astana<\/a> die Hauptstadt Kasachstans, Anm. d. &#xDC;.), sucht seine Identit&#xE4;t im Allt&#xE4;glichen &#x2013; in gr&#xFC;ner Infrastruktur, bequemen Wegen und dem &#x201E;menschlichen Ma&#xDF;stab&#x201C; der Stra&#xDF;e.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gef&#xFC;ge aus Gr&#xFC;n und Wasser spiegelt diesen Unterschied deutlich wider. In Almaty bilden Bew&#xE4;sserungsgr&#xE4;ben und Pl&#xE4;tze durchgehende, k&#xFC;hle Linien, die es den Einwohner:innen erm&#xF6;glichen, schattige Wege zu Fu&#xDF; zu erkunden. Hier ist Wasser keine dekorative Kuriosit&#xE4;t, sondern Teil des st&#xE4;dtischen Alltags. In Taschkent hingegen wird Wasser eher diskret genutzt: in Brunnen, Kan&#xE4;len und abgelegenen Parks. Es ist eher ein Akzent als ein durchgehender Faden, und der Verkehr wird durch Stra&#xDF;en organisiert, auf denen Autos Vorfahrt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die vertikale Dimension ist anders. Almatys Zentrum ist bewusst auf eine moderate Anzahl von Stockwerken ausgelegt, um den Blick auf die Berge und den sanften Rhythmus der Fassaden zu bewahren. Neue Gesch&#xE4;ftszentren und Wohnkomplexe entstehen, ohne die Gr&#xF6;&#xDF;e des Zentrums zu beeintr&#xE4;chtigen. Taschkent hingegen entwickelt aktiver Hochhauscluster wie &#x201E;Tashkent City&#x201C; und &#x201E;Neu-Taschkent&#x201C;. Die Hauptstadt demonstriert St&#xE4;rke durch Gr&#xF6;&#xDF;e und schafft &#x201E;Hauptst&#xE4;dte in der Hauptstadt&#x201C;.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Fu&#xDF;g&#xE4;nger:innen- und Fahrradfreundlichkeit hat sich unterschiedlich entwickelt. In Almaty waren die letzten Jahre gepr&#xE4;gt von der Ausweitung der Fu&#xDF;g&#xE4;ngerzonen, dem Bau von Radwegen und kurzen Verbindungen zwischen den Stadtteilen. Hier ist das st&#xE4;dtische Umfeld auf die Bequemlichkeit des t&#xE4;glichen Gehens ausgerichtet. In Taschkent hingegen sind Fu&#xDF;g&#xE4;nger:innen immer noch der Magistrale untergeordnet: Breite Stra&#xDF;en und lange Gehwege lassen das Auto den Hauptakteur bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die n&#xE4;chtliche Beleuchtung verdeutlicht diesen Kontrast. Almaty setzt auf sanfte Akzente: Fassaden, Denkm&#xE4;ler und Boulevards werden beleuchtet, um eine gem&#xFC;tliche, stimmungsvolle Atmosph&#xE4;re zu schaffen. In Taschkent hingegen dominiert die allgemeine Beleuchtung von Magistralen und gro&#xDF;en Pl&#xE4;tzen &#x2013; Architekturbeleuchtung wird punktuell eingesetzt, doch die Logik der Stadt selbst spricht die Sprache der Weitl&#xE4;ufigkeit und des lebendiges Stadtbildes.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Stra&#xDF;enbild ist dieser Unterschied noch deutlicher. Almaty bewahrt die reiche Struktur seiner Fassaden: warme Mineralien, eine Vielzahl von Fenstern, individuelle Schaufenster und eine Beschilderung im Erdgeschoss schaffen eine lebendige Fassade voller Caf&#xE9;s und Gesch&#xE4;fte. Taschkent hingegen weist eine gr&#xF6;&#xDF;ere Einheitlichkeit auf: Renovierungen und standardisierte PVC-Systeme gl&#xE4;tten das Erscheinungsbild, w&#xE4;hrend standardisierte Einzelhandelsl&#xF6;sungen f&#xFC;r eine eher monotone Umgebung sorgen. Es gibt jedoch auch einen positiven Effekt: Das Zentrum sieht jetzt ordentlicher aus als zuvor, und die geplanten Renovierungen haben den sch&#xE4;bigen Eindruck gemildert.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst solche Details wie M&#xFC;lleimer und kleine architektonische Formen verdeutlichen den unterschiedlichen Ansatz. In Almaty sind sie allgegenw&#xE4;rtig, auch in Innenh&#xF6;fen. In Taschkent ist ihre Konzentration im Zentrum st&#xE4;rker ausgepr&#xE4;gt, w&#xE4;hrend sie in den Au&#xDF;enbezirken abnimmt. Dies spiegelt indirekt die Priorit&#xE4;t wider: Die Hauptstadt versucht, Schl&#xFC;sselr&#xE4;ume darzustellen, doch allt&#xE4;gliche Details erreichen nicht immer die Au&#xDF;enbezirke.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erhaltung des architektonischen Erbes<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Schicksal des Kulturerbes in Almaty und Taschkent wird ma&#xDF;geblich von ihrem Status bestimmt. Taschkent blieb zwar Hauptstadt, stand aber st&#xE4;ndig unter dem Druck neuer Projekte und Umbauten. Um ihr Image als &#x201E;Aush&#xE4;ngeschild des Landes&#x201C; zu wahren, opferte die Stadt wiederholt die Integrit&#xE4;t ihrer modernistischen Bausubstanz. Viele Geb&#xE4;ude aus den 1960er bis 1980er Jahren gingen verloren und die verbliebenen wurden oft bis zur Unkenntlichkeit rekonstruiert: Neue Verkleidungen und Fassaden ver&#xE4;nderten ihre urspr&#xFC;ngliche Formensprache. Die Symbole der Hauptstadt sind noch erkennbar, doch ihre Authentizit&#xE4;t wurde durch eine Reihe von Renovierungen und &#x201E;Modernisierungen&#x201C; geschw&#xE4;cht.<\/p>\n\n\n\n<p>Almaty hingegen hat mehr bewahrt. Nachdem die Stadt ihren Status als Hauptstadt verloren hatte, entging sie einer Welle von Abrissen und Renovierungen. Dank dessen hat ein Teil der Moderne bis heute &#xFC;berlebt, oft ohne radikale Umbauten, die das Erscheinungsbild ver&#xE4;ndert h&#xE4;tten. Infolgedessen wird Almaty heute als &#x201E;Freilichtmuseum der Moderne&#x201C; wahrgenommen, in dem die Geb&#xE4;ude als Ganzes und in ihrer urspr&#xFC;nglichen Form zu sehen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>In beiden St&#xE4;dten w&#xE4;chst derzeit das Interesse am Erhalt des kulturellen Erbes, allerdings in unterschiedlicher Form. In Taschkent wird die Moderne h&#xE4;ufiger durch Ausstellungen, Publikationen und internationale Projekte repr&#xE4;sentiert &#x2013; sie ist Teil des Images der Hauptstadt. In Almaty hingegen ist die Arbeit am kulturellen Erbe konkreter: Lokale Gemeinden, Forscher:innen und Stadtf&#xFC;hrer:innen bieten Touren an, erstellen Stadtrundg&#xE4;nge und f&#xF6;rdern die &#x201E;architektonische DNA&#x201C; der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/gesellschaft-und-kultur\/architektonisches-versuchslabor-taschkent-ueber-den-denkmalwert-sowjetischer-plattenbauten\/\"><strong>Architektonisches Versuchslabor Taschkent: &#xDC;ber den Denkmalwert sowjetischer Plattenbauten<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Status der Hauptstadt wurde somit zu einem paradoxen Faktor: Taschkent erhielt zwar Ressourcen und Aufmerksamkeit, verlor jedoch einen Teil seines urspr&#xFC;nglichen Erbes, w&#xE4;hrend Almaty mehr davon behielt &#x2013; nicht absichtlich, sondern weil es keinen dringenden Bedarf an einer Neugestaltung seines Images gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Seismizit&#xE4;t und Klima sind eine gemeinsame Realit&#xE4;t, die architektonische Entscheidungen bis heute pr&#xE4;gt. Beide St&#xE4;dte liegen in stark seismisch aktiven Zonen: In Almaty f&#xFC;hrt dies zu sorgf&#xE4;ltiger Ber&#xFC;cksichtigung des Gel&#xE4;ndes, der Versorgungsinfrastruktur (Staud&#xE4;mme, Terrassenstra&#xDF;en) und der erdbebensicheren Geb&#xE4;udekonstruktionen. In Taschkent festigte das Erdbeben von 1966 die Tradition verst&#xE4;rkter Strukturen und Fassadenverkleidungen, die sowohl vor Sonne als auch vor Vibrationen sch&#xFC;tzen. In beiden F&#xE4;llen diktiert das Klima die architektonischen Techniken: Sonnenschutz, Bel&#xFC;ftung und die Schaffung k&#xFC;hler Au&#xDF;enbereiche. Die L&#xF6;sungen sind jedoch unterschiedlich: Almaty integriert sie in die Gr&#xFC;n- und Wasserinfrastruktur und Taschkent in die Dimensionen von Magistralen und &#xF6;ffentlichen Komplexen.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztlich liegt der Unterschied nicht nur in Gr&#xF6;&#xDF;e oder Stil. Almaty und Taschkent begegnen denselben Herausforderungen &#x2013; religi&#xF6;se Architektur, Gesch&#xE4;ftszentren, Einkaufszentren, seismische und klimatische Gegebenheiten. Sie &#xFC;bersetzen diese jedoch in unterschiedliche &#x201E;Sprachen&#x201C;. Almaty pflegt das gem&#xE4;chliche Tempo, die Gelassenheit und den Komfort eines Spaziergangs. Taschkent hingegen strebt nach Gr&#xF6;&#xDF;e, Clustern und Pr&#xE4;sentation, w&#xE4;hrend der Raum f&#xFC;r Fu&#xDF;g&#xE4;nger:innen nur langsam zu jenem der Magistrale aufschlie&#xDF;t.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schlussbetrachtung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Betrachtet man Taschkent und Almaty heute, sind die im 19. Jahrhundert verwurzelten Unterschiede nicht nur in ihren Fassaden und Grundrissen sp&#xFC;rbar &#x2013; sie spiegeln sich wie zwei unterschiedliche urbane Rhythmen wider. Taschkent, das ein Erdbeben &#xFC;berstanden hat und mehrmals neugebaut wurde, scheint es gewohnt zu sein, in Ensembles und Pl&#xE4;tzen zu denken. Es spricht die Sprache der B&#xFC;hne: von Kulturzentren bis zu Gesch&#xE4;ftsvierteln, von breiten Alleen bis zu beleuchteten Pl&#xE4;tzen. Stets ist ein demonstrativer Ton zu h&#xF6;ren &#x2013; die Hauptstadt muss sich zeigen, &#xFC;berzeugen und beeindrucken.<\/p>\n\n\n\n<p>Almaty hat einen anderen Rythmus. Die Stadt wuchs in der N&#xE4;he der Berge, und ihre Geographie hat ihr eine intime Atmosph&#xE4;re verliehen: Die Stra&#xDF;en ziehen sich nach oben, der Blick schweift zum Bergr&#xFC;cken, und das Zentrum bewahrt seine bescheidene Gr&#xF6;&#xDF;e, wobei der Paradeplatz nicht so wichtig ist wie die schattige Promenade entlang des Bew&#xE4;sserungsgrabens. Hier muss keine Erhabenheit bewiesen werden, die Architektur spricht eher vom Allt&#xE4;glichen: Bequemlichkeit, Intimit&#xE4;t, kleine Schritte.<\/p>\n\n\n\n<p>Beide St&#xE4;dte liegen in erdbebengef&#xE4;hrdeten Gebieten, und das bringt sie einander n&#xE4;her, als es scheint. In beiden dient die Architektur nicht nur der Form, sondern auch dem Schutz: vor der Sonne, vor Erdbeben, vor den Elementen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan:<\/strong> <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/panorama\/eine-interaktive-karte-um-das-alter-der-gebaeude-in-taschkent-zu-erfahren\/\"><strong>Taschkent: Mittels interaktiver Karte in die Stadtgeschichte eintauchen<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Heute treten diese Unterschiede besonders deutlich zutage. Taschkent entwickelt sich zu einem Labor f&#xFC;r Vorzeigeprojekte, zu einer Stadt der gro&#xDF;en Gesten und neuer &#x201E;Zentren in der Hauptstadt&#x201C;. Almaty hingegen wird zu einem Museum der allt&#xE4;glichen Moderne, wo sich das urbane Gef&#xFC;ge in Details offenbart: einem Schaufenster, einem Baum, einem &#xF6;ffentlichen Garten, einem Abendlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und genau darin liegt der Wert ihres Vergleichs. Zusammen offenbaren sie zwei Entwicklungsmodelle, zwei Intonationen derselben &#xC4;ra. Und vielleicht entsteht gerade in diesem Dialog &#x2013; zwischen Taschkents &#x201E;gro&#xDF;er Geste&#x201C; und Almatys &#x201E;kleinem Schritt&#x201C; &#x2013; die wahre Architekturgeschichte der Region.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Rushena Seminogova f&#xFC;r Hook<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem <\/strong><a href=\"https:\/\/hook.report\/2025\/09\/almaty-tashkent\/\"><strong>Russischen<\/strong><\/a><strong> von Robin Roth<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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