{"id":42917,"date":"2025-09-26T14:23:03","date_gmt":"2025-09-26T12:23:03","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=42917"},"modified":"2025-09-26T14:23:05","modified_gmt":"2025-09-26T12:23:05","slug":"der-letzte-kasachische-khan-leben-und-tod-von-kenesary-qasymuly","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/panorama\/der-letzte-kasachische-khan-leben-und-tod-von-kenesary-qasymuly\/","title":{"rendered":"Der letzte kasachische Khan: Leben und Tod von Kenesary Qasym\u016bly"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Geschichte Zentralasiens kennt viele komplexe und widerspr&#xFC;chliche Pers&#xF6;nlichkeiten, die das Leben der Region sp&#xFC;rbar gepr&#xE4;gt haben und noch heute Bewunderung und Emp&#xF6;rung hervorrufen. Und die Polarisierung dieser Einsch&#xE4;tzungen h&#xE4;ngt in der Regel von den Grenzen ab, die Dutzende oder sogar Hunderte von Jahren nach dem Tod der genannten Pers&#xF6;nlichkeiten gezogen wurden. Im Wesentlichen erweist sie sich also als Ergebnis der aktuellen Politik. Fergana News stellt einen dieser Helden der Vergangenheit vor.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kenesary_Qasymuly\">Kenesary Qasym&#x16B;ly<\/a> war ein kasachischer Staatsmann der ersten H&#xE4;lfte des 19. Jahrhunderts, der Khan der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mittlere_Horde\">Mittleren Horde<\/a>, der viele Jahre f&#xFC;r seine politische Unabh&#xE4;ngigkeit k&#xE4;mpfte. Pikant wird die Geschichte von Kenesary, dessen Leben bereits au&#xDF;ergew&#xF6;hnlich war, aufgrund des Mysteriums, das das Schicksal seiner sterblichen &#xDC;berreste umgibt. Der g&#xE4;ngigsten Version zufolge wird der Kopf des Khans noch immer irgendwo in einem russischen Museum aufbewahrt. Dass er dorthin gelangte, ist die Schuld der Kirgisen, die den Khan besiegten und enthaupteten, was ein Teil der kasachischen &#xD6;ffentlichkeit nicht akzeptieren kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontroversen bis in die Gegenwart<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Allein in den letzten Monaten haben Kenesarys Leben und Tod zweimal die Medien in Kasachstan und Kirgistan besch&#xE4;ftigt. Zwar hatte der Khan schon zuvor immer wieder f&#xFC;r Unruhe in den Medien gesorgt. So erhielt im Jahr 2021 beispielsweise der damalige [in Kasachstan] verhasste Chef von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Roskosmos\">Roskosmos<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dmitri_Olegowitsch_Rogosin\">Dmitri Rogosin<\/a>, nachdem er sich mit D&#xE4;uren M&#x16B;sa, dem Generaldirektor von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kosmodrom_Baikonur\">Baikonur<\/a>, &#xFC;ber das Schicksal der Raumf&#xE4;hre <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buran_1.01\">Buran<\/a> gestritten hatte, von diesem das Angebot, das Raumschiff gegen Kenesarys Kopf einzutauschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuvor hatte sich bereits der ehemalige Pr&#xE4;sident Kasachstans <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nursultan_Nasarbajew\">Nursultan Nazarbaev<\/a> pers&#xF6;nlich an Wladimir Putin gewandt und um Hilfe bei der &#xDC;berf&#xFC;hrung der sterblichen &#xDC;berreste des Khans in seine Heimat gebeten. Allerdings scheinen die russischen Beh&#xF6;rden selbst nicht wirklich zu wissen, wo sich dieser Kopf derzeit befindet und ob er &#xFC;berhaupt &#xFC;berdauert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Anfang des Jahres erkl&#xE4;rte der kirgisische S&#xE4;nger Kairat Primberdijew in einem Interview: <em>&#x201E;Es geschah, dass unser <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ormon_Khan\"><em>Ormon Khan<\/em><\/a><em> gezwungen wurde, Kenesary Khan zu t&#xF6;ten. Ich m&#xF6;chte das kasachische Volk einfach um Vergebung f&#xFC;r das Geschehene bitten. Ich m&#xF6;chte jetzt wirklich weinen. Wir m&#xFC;ssen den Kopf von Kenesary Khan holen und den Koran [zu verstehen als &#x201E;ein Gebet&#x201C;, Anm. d. Red.] lesen, um das Vergehen in W&#xFC;rde loszulassen.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Obwohl er ausschlie&#xDF;lich in seinem eigenen Namen sprach und nicht das gesamte kirgisische Volk zur Reue gegen&#xFC;ber seinen Nachbarn aufrief, leitete das &#xF6;rtliche Staatskomitee f&#xFC;r Nationale Sicherheit ein Strafverfahren gegen Primberdijew ein. Die Tschikisten [Anspielung auf die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tscheka\">Tscheka<\/a>, Anm. d. &#xDC;.] waren der Ansicht, dass er mit seinen Worten gegen Artikel 330 (&#x201E;Aufstachelung zu rassistischem, ethnischem, nationalem und religi&#xF6;sem Hass&#x201C;) des kirgisischen Strafgesetzbuches versto&#xDF;en habe. Der S&#xE4;nger musste daraufhin eine Geldstrafe von 100.000 Som (circa 1.100 US-Dollar) zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits im Mai erschien auf YouTube ein Kenesary gewidmetes Video, dessen Autor Kirgistans Pr&#xE4;sidenten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sadyr_Dschaparow\">Sadyr Dschaparow<\/a> mit seinen Worten &#xFC;ber das schwierige Verh&#xE4;ltnis zwischen dem Khan und den Kirgisen so sehr beleidigte, dass Pr&#xE4;sident Dschaparow, bewaffnet mit Zitaten von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sunzi\">Sunzi<\/a>, einen eindrucksvollen Antwortbeitrag auf Facebook ver&#xF6;ffentlichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Darin rief Dschaparow Kirgis:innen und Kasach:innen dazu auf, sich nicht auf Provokationen einzulassen, die auf die Anstiftung zu interethnischem Hass abzielen, und beschrieb ausf&#xFC;hrlich die Umst&#xE4;nde des Todes des Khans. Die Behauptungen der Autoren des Videos, <em>&#x201E;Kasachen und Kirgisen h&#xE4;tten gemeinsame Feinde, eine gemeinsame Geschichte, gemeinsame Berge, aber keine gemeinsame Zukunft&#x201C;<\/em>, sowie die Anschuldigungen, die kirgisischen F&#xFC;hrer h&#xE4;tten Kenesary betr&#xFC;gerisch in eine Falle gelockt und ihn dann heimt&#xFC;ckisch erledigt, bezeichnete Dschaparow als einen Versuch, historische Tatsachen zu verf&#xE4;lschen und einen Keil zwischen die beiden V&#xF6;lker zu treiben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/wie-vor-100-jahren-die-bolschewiki-das-emirat-von-buxoro-und-das-khanat-von-xiva-zerstoerten\/\">Wie vor 100 Jahren die Bolschewiki das Emirat von Buchara und das Khanat von Xiva zerst&#xF6;rten<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Dschaparows Reaktion ver&#xF6;ffentlichte derselbe YouTube-Kanal eine vers&#xF6;hnliche Erkl&#xE4;rung, in der er dem Pr&#xE4;sidenten f&#xFC;r seine Aufmerksamkeit dankte und die Anstiftung zum Zwiespalt ausschlie&#xDF;lich auf <em>&#x201E;den Gro&#xDF;machtchauvinismus&#x201C;<\/em> zur&#xFC;ckf&#xFC;hrte, <em>&#x201E;der seit der Zeit des Russischen Reiches systematisch Nationen gegeneinander ausgespielt hat&#x201C;<\/em> und <em>&#x201E;heute erneut sein Haupt erhebt&#x201C;<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Und da wir bereits mit universellen Argumenten begonnen haben &#x2013; in dem Sinne, dass das schwere Erbe des Zaren- bzw. Sowjetregimes sowie die <em>&#x201E;rasanten 90er Jahre&#x201C;<\/em> jedes entstandene Missverst&#xE4;ndnis erkl&#xE4;ren k&#xF6;nnen &#x2013; wollen wir uns etwas ausf&#xFC;hrlicher mit den Taten von Kenesary Khan befassen: wie sich seine Beziehungen zu seinen Nachbarn entwickelten und wie sich die Einsch&#xE4;tzung seiner Aktivit&#xE4;ten in den letzten fast zweihundert Jahren ver&#xE4;nderte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der letzte Khan<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Kenesary wurde 1802 als Enkel von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ablai_(Khan)\">&#xC4;byla&#x131; Khan<\/a> geboren &#x2013; dem letzten Herrscher, dessen Autorit&#xE4;t von allen kasachischen Horden offiziell anerkannt wurde. Diese waren damals allerdings bereits vom Russischen Reich abh&#xE4;ngig. Man kann also sagen, dass Kenesary aus der einflussreichsten Familie der Steppe stammte, und als Zar <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexander_I._(Russland)\">Alexander I.<\/a> 1822 mit seiner Charta &#x201E;&#xDC;ber die sibirischen Kirgisen&#x201C; (Bezeichnung f&#xFC;r die Kasachen der Mittleren Horde, Anm. Fergana News) die Autorit&#xE4;t des Khans effektiv liquidierte, beschloss diese Familie, Widerstand zu leisten. Schlie&#xDF;lich hatte sie etwas zu verlieren, zumal der letzte Khan der Mittleren Horde, Kenesarys Cousin Gubaidulla Khan, von den zaristischen Beh&#xF6;rden ins Exil in die Taiga geschickt worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitte der 1820er Jahre nahmen Kenesary, sein Vater Qasym und seine Br&#xFC;der an einem Partisanenkrieg gegen die Russen teil. <em>&#x201E;So Gott will, werden wir alle Kirgisen (also Kasachen) vereinen und wieder zu dem werden, was wir unter &#xC4;byla&#x131; Khan waren. Andernfalls m&#xF6;ge uns sein heiliger Wille begleiten!&#x201C;<\/em>, soll er damals gesagt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der sowjetische Historiker Michail Wjatkin beschreibt Kenesary in seinen 1941 ver&#xF6;ffentlichten &#x201E;Essays zur Geschichte der Kasachischen SSR&#x201C; wie folgt: <em>&#x201E;Machthungrig, energisch, mit au&#xDF;ergew&#xF6;hnlichem Verstand, gro&#xDF;em Organisationstalent und unbeugsamem Willen ausgestattet&#x201C;<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Lokalhistoriker und damalige B&#xFC;rgermeister von Orenburg, Nikolaj Sereda, beschreibt den Khan in &#x201E;Aufstand des kirgisischen Sultans Kenesary Qasymov&#x201C; (1871 in der Monatszeitschrift &#x201E;Vestnik Evropy&#x201C; erschienen) wie folgt: <em>&#x201E;Er war ein entschlossener, energischer Mann. Erzogen nach den Regeln der ererbten Rache, war er grausam gegen&#xFC;ber dem besiegten Feind, bis hin zum Fanatismus. Die Teilnahme an Raubz&#xFC;gen und Baranten [Raubz&#xFC;ge zur Viehbeute] von fr&#xFC;her Kindheit an machte ihn zu einem hervorragenden Reiter. Und im Falle eines Misserfolgs st&#xE4;hlte die Flucht in die futterlosen Gebiete der Steppe seinen Geist in allen m&#xF6;glichen Strapazen und machte ihn so z&#xE4;h wie ein Kamel. Schnell in seinen Raubz&#xFC;gen, wie ein alles vernichtender Steppenorkan, machte er vor keinem Hindernis halt. Im Gegenteil, jedes Hindernis schien seinen unnachgiebigen Willen nur zu reizen und machte ihn in seinen Unternehmungen noch schneller und k&#xFC;hner, bis schlie&#xDF;lich alle Hindernisse auf dem Weg zum gew&#xFC;nschten Ziel vor seiner Energie zermalmt wurden.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/zentralasien-und-europa\/joo-yup-lee-the-turkic-peoples-in-world-history-routledge-2024\/\">Turkv&#xF6;lker in der Weltgeschichte<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von den zaristischen Truppen aus dem Norden bedr&#xE4;ngt, wanderten die Qasymovs in das vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Khanat_Kokand\">Khanat Kokand<\/a> kontrollierte Gebiet aus. Dieses erreichte zu dieser Zeit seine maximale Gr&#xF6;&#xDF;e, auch aufgrund der aktiven Expansion in der kasachischen Steppe. Hier f&#xFC;hrte Kenesary, laut den Memoiren seines Sohnes Ahmet Kenesarin, &#x201E;<em>ein beschauliches Leben unter der F&#xFC;hrung von <\/em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/&#x12A;sh&#x101;n\"><em>Ishan<\/em><\/a><em> Rahman-Izler&#x201C;<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Allgemeinen wurde der Krieg mit den Russen bis 1836 haupts&#xE4;chlich von Kenesarys &#xE4;lterem Bruder Sarjan gef&#xFC;hrt, der auch an Feldz&#xFC;gen auf Seiten von Kokand teilnahm. Als jedoch der Taschkenter Gouverneur des Khans die Ermordung von Sarjan (und einige Jahre sp&#xE4;ter des Vaters Qasym) anordnete, musste Kenesary nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xiva\">Chiwa<\/a> und von dort in seine heimatlichen Nomadenlager in der Mittleren Horde fliehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im November 1837 f&#xFC;hrte Kenesary seinen ersten gro&#xDF;en unabh&#xE4;ngigen Angriff auf eine Kosakenabteilung durch, die eine Karawane begleitete. Als Reaktion darauf organisierten die zaristischen Beh&#xF6;rden eine Strafexpedition in kasachische D&#xF6;rfer. Ein Jahr sp&#xE4;ter griff Kenesary mit einer Armee von mehreren tausend Mann die Festung Akmolinsk [heute <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Astana\">Astana<\/a>, Anm. d. &#xDC;.] an. Danach nahmen, wie Sereda schreibt, <em>&#x201E;die Unruhen in den Steppen einen deutlicheren, alarmierenden und chronischen Charakter&#x201C; <\/em>an.<\/p>\n\n\n\n<p>Kenesary nutzte geschickt die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Verwaltungen der Generalgouvernements Orenburg und Westsibirien (das Land der Mittleren Horde war zwischen diesen Regionen des Reiches aufgeteilt) und erwies sich als hervorragender Taktiker. Er k&#xE4;mpfte lange Zeit erfolgreich gegen den russischen Einfluss auf einem ziemlich gro&#xDF;en Gebiet: Seine Truppen operierten in den K&#xF6;k&#x15F;etau- und &#x16A;lytau-Bergen, in den T&#xE4;lern der Fl&#xFC;sse <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Turgai_(Fluss)\">Tor&#x11F;a&#x131;<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irgis_(Fluss)\">Irgiz<\/a>, am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aralsee\">Aralsee<\/a> sowie am unteren und mittleren <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrdarja\">Syrdarja<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Aufstand breitete sich auf fast das gesamte Land der Mittleren Horde sowie auf Teile der L&#xE4;ndereien der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J&#xFC;ngere_Horde\">J&#xFC;ngeren<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/&#xC4;ltere_Horde\">&#xC4;lteren Horde<\/a> aus. Dar&#xFC;ber hinaus k&#xE4;mpfte Kenesary nicht nur gegen die Truppen des Zaren, sondern auch mit seinen Stammesgenossen, die der russischen Krone treu blieben: Wie seine Feinde, die Kosaken, pl&#xFC;nderte er jene D&#xF6;rfer vollst&#xE4;ndig aus, die sich ihm nicht unterwarfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann zwangen die Strafma&#xDF;nahmen der Beh&#xF6;rden den zuk&#xFC;nftigen Khan, erneut bei den Kokandern Zuflucht zu suchen. Doch auch diesmal verriet ihn die lokale Elite: Auf Befehl des Gouverneurs von Taschkent wurden nicht nur das Familienoberhaupt Qasym, sondern auch Kenesarys zwei Frauen, sein Sohn und seine Tochter get&#xF6;tet. Da er keine Hoffnungen auf Unterst&#xFC;tzung in Kokand und Chiwa hatte (der lokale Herrscher weigerte sich, mit Russland zu k&#xE4;mpfen), beschloss Kenesary, Frieden zu schlie&#xDF;en. Er bat die zaristische Verwaltung um Amnestie und erkl&#xE4;rte, er habe einzig und allein wegen der Repressionen gegen friedliche Nomaden zu den Waffen gegriffen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/erste-russen-tadschikistan-grosse-migration\/\">Die ersten Russen in Tadschikistan &#x2013; die Geschichte der gro&#xDF;en Migration<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kenesary schrieb an General Grigorij Gens, den Leiter der Orenburger Grenzkommission, die sich mit den Angelegenheiten Kasachstans befasste: <em>&#x201E;Obwohl wir seit einiger Zeit vom wahren Weg abgekommen sind und mit den Russen der sibirischen Linie gestritten haben, haben wir nun den wahren Weg gefunden. Wir bereuen und m&#xF6;chten ihm folgen.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Amnestie hatte Kenesary jedoch keine Eile, sich einem friedlichen Leben zu widmen, wie es die russischen Beh&#xF6;rden erwartet hatten. Im Gegenteil, sein Aufstand flammte mit neuer Kraft auf. Offiziell wurde er beim <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurultai\">Qurulta&#x131;<\/a> als Khan aller Kasachen anerkannt (in Wirklichkeit fand dies bei der lokalen Elite keine allgemeine Unterst&#xFC;tzung), und er versuchte, auf internationaler Ebene mit dem Emir von Buchara &#xFC;ber gemeinsame Aktionen gegen das Khanat Kokand zu verhandeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Ahmet Kenesarin zufolge <em>&#x201E;wollte und hoffte Kenesary, sich auf Russland im R&#xFC;cken zu st&#xFC;tzen, an Kokand Rache f&#xFC;r den Mord an seinem Vater und seinen Br&#xFC;dern zu nehmen, die Gro&#xDF;e Horde [&#xC4;ltere Horde, Anm. d. &#xDC;.] von Kokand zu trennen und sogar das Khanat zu erobern.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Doch in St. Petersburg wollte man nicht, dass eine unabh&#xE4;ngige politische Figur in der Steppe auftauchte. Man begann zu bef&#xFC;rchten, der Khan k&#xF6;nnte vom Untertan Russland zu einem Bucharas wechseln. Als Kenesarys Leute erneut begannen, die den Russen unterworfenen D&#xF6;rfer auf seine Seite zu ziehen und ihnen verboten, Steuern an die kaiserliche Staatskasse zu zahlen, und als seine Truppen nach Westen bis an die Fl&#xFC;sse <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Emba\">Embi<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ural_(Fluss)\">Ural<\/a> vordrangen und die Kokander nach S&#xFC;den zur&#xFC;ckdr&#xE4;ngten, kehrten die zaristischen Beh&#xF6;rden zu einer Strafpolitik zur&#xFC;ck. Die Grenzkommission erkl&#xE4;rte den Khan zum Rebellen und setzte eine Belohnung von 3.000 Rubel auf seinen Kopf aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch blieben jahrelange Versuche, die Steppe zu befrieden, ergebnislos. Kenesary forderte von den zaristischen Beh&#xF6;rden die R&#xFC;ckgabe der beschlagnahmten Nomadenlager und die Anerkennung eines unabh&#xE4;ngigen kasachischen Staates, der nicht dem Russischen Reich unterstand, sondern lediglich mit ihm verb&#xFC;ndet war. In St. Petersburg war man jedoch nicht zu Kompromissen bereit &#x2013; die zaristischen Truppen errichteten in der Steppe eine Reihe von Befestigungen und brachten zusammen mit den der russischen Regierung treu ergebenen kasachischen Sultanen das Blatt allm&#xE4;hlich zu ihren Gunsten. Kenesary musste sich nach S&#xFC;den zur&#xFC;ckziehen, in Richtung der Fl&#xFC;sse <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sarysu\">Sarysu<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tsch&#xFC;i_(Fluss)\">&#x15E;u<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier befanden sich die Nomadenlager der &#xC4;lteren Horde, deren Sultane 1846 ebenfalls der russischen Krone die Treue schworen. Einige von ihnen mobilisierte Kenesary jedoch f&#xFC;r den Krieg gegen Kokand und versprach, mit den eroberten L&#xE4;ndern zu bezahlen. Trotz der Einnahme mehrerer Festungen in Kokand zog sich Kenesary, dessen Truppen mit Cholera infiziert waren, bald weit nach S&#xFC;dwesten, jenseits des Flusses <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ili_(Fluss)\">Ili<\/a>, zur&#xFC;ck. Von hier aus unternahm er einen Feldzug gegen die Kirgisen oder Kara-Kirgisen, wie die Russen sie damals nannten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kenesary verliert den Kopf<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Zun&#xE4;chst versuchte Kenesary erfolglos, ein B&#xFC;ndnis mit den Chinesen auszuhandeln. Er hegte die Hoffnung, nach der Sicherung der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kriegs-Etappenwesen\">Etappe<\/a> die gesamten &#xC4;ltere Horde und die benachbarten Kirgisen hinter sich zu sammeln und anschlie&#xDF;end erneut gegen Kokand in den Krieg zu ziehen. Denn der Gedanke an Rache f&#xFC;r den Verrat lie&#xDF; den Khan nicht los.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kirgisen selbst waren jedoch keineswegs erpicht darauf, sich dem rastlosen Khan anzuschlie&#xDF;en. Und dieser Umstand sollte nicht &#xFC;berraschen, da sich die Mehrheit der Kasachen zu diesem Zeitpunkt geweigert hatte, ihm zu folgen. Einige der kirgisischen St&#xE4;mme unterstanden direkt Kokand, w&#xE4;hrend andere 1842 Ormon Khan, den einflussreichsten Feudalherren in der Gegend um den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yssyk-K&#xF6;l\">Ysyk-K&#xF6;l<\/a>, als obersten Herrscher anerkannten. Und obwohl auch in dieser Frage keine Einigkeit unter den Kirgisen herrschte, &#xE4;nderte sich die Situation, als die Gefahr einer Invasion von au&#xDF;en aufkam.<\/p>\n\n\n\n<p>So schreibt der sowjetische Historiker Begimal Jamgerchinov: <em>&#x201E;Erst w&#xE4;hrend der Offensive von Sultan Kenesary gegen die Kirgisen schlossen sich alle kirgisischen St&#xE4;mme, mit Ausnahme jener aus dem S&#xFC;den, hinter Ormon Khan zusammen, was seiner Macht einen gewissen Anschein verlieh.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem er die an der Grenze zu China lebenden Kirgisen unterworfen hatte, ging Kenesary gegen die &#x201E;wilden Steinkirgisen&#x201C; vor (wie die im Tien Shan lebenden kirgisischen St&#xE4;mme in russischen Quellen aufgrund ihrer &#x201E;Kriegslust, ihres Mutes und ihrer Grausamkeit&#x201C; genannt wurden). Sein Ziel war es, sie seiner Macht zu unterwerfen, nach Kokand zu gehen und sich dort selbst zum Khan auszurufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine &#xE4;hnliche Interpretation gibt Sereda. Andererseits hei&#xDF;t es in dem von Jamgerchinov zitierten Manuskript &#x201E;Kasachisch-kirgisische Ereignisse&#x201C;, Kenesary habe zuvor eine Botschaft an Ormon Khan geschickt mit dem Vorschlag, seine Vorherrschaft anzuerkennen und nach der Vereinigung gegen die Russen vorzugehen. Doch was auch immer Kenesarys weitere Absichten waren, Ormon Khan weigerte sich, sich ihm zu unterwerfen &#x2013; er hielt sich der Macht des Khans w&#xFC;rdiger und k&#xFC;mmerte sich nicht um die Pl&#xE4;ne des kasachischen Anf&#xFC;hrers.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/panorama\/zentralasien-um-1910-die-fotografien-sergej-prokudin-gorskijs\/\">Zentralasien um 1910: Die Fotografien Sergej Prokudin-Gorskijs<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ormon Khan erkannte, dass ein Krieg unvermeidlich war. Er kn&#xFC;pfte, da er bereits die Unterst&#xFC;tzung der Bev&#xF6;lkerung Kokands im bevorstehenden Konflikt genoss, auch Kontakte zu den zaristischen Beh&#xF6;rden. Im Wesentlichen sah sich Kenesary nun einer ganzen Koalition gegen&#xFC;ber, obwohl die gesamte Last des Krieges zu diesem Zeitpunkt auf den Kirgisen lag und, was wichtig war, ihre F&#xFC;hrer alle Entscheidungen unabh&#xE4;ngig trafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Fr&#xFC;hjahr 1847, als Kenesarys Armee auszog, um die umliegenden D&#xF6;rfer zu verw&#xFC;sten, fand sich der Khan selbst mit mehreren tausend K&#xE4;mpfern auf einem H&#xFC;gel am linken Ufer des &#x15E;u, vier Kilometer von der Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tokmok\">Tokmok<\/a> entfernt, vom Feind umzingelt. Der Khan hielt mehrere Tage lang die Verteidigung, wurde dann aber, von einem Teil seiner Armee im Stich gelassen und so besiegt, gefangen genommen und hingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Sereda berichtet folgende blutige Einzelheiten: <em>&#x201E;Nachdem die wilden Steinkirgisen Kenesary get&#xF6;tet hatten, schlugen sie ihm den Kopf ab und trugen ihn, auf eine Pike gesteckt, durch die D&#xF6;rfer, um die ver&#xE4;ngstigten Bewohner zu beruhigen; Kenesarys Leiche wurde aus Rache den Frauen &#xFC;bergeben, die sie in kleine St&#xFC;cke schnitten.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Auch andere Quellen berichten von einer &#x201E;qualvollen Hinrichtung&#x201C;, doch was den Kopf des Khans betrifft, gibt es Zweifel: Es ist nicht ganz klar, ob die Versendung dieser schrecklichen Troph&#xE4;e nach Russland auf Initiative der Sieger erfolgte oder ob die zaristischen Beh&#xF6;rden einfach sicherstellen wollten, dass der Rebell, der ihnen so viel &#xC4;rger bereitet hatte, wirklich tot war. Auch Sadyr Dschaparow beharrt auf letzterer Version.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits schrieb der kirgisische Feudalherr Dschanatai Karabekow an den Generalgouverneur von Westsibirien, Pjotr &#x200B;&#x200B;Gortschakow: <em>&#x201E;Er versprach uns ein L<\/em><em>&#xF6;segeld [&#x2026;] wie wir wollten <\/em><em>&#x2026; aber wir <\/em><em>&#x2026; wurden von den Kaufleuten <\/em><em>&#xFC;berzeugt und stellten fest, dass ein gro<\/em><em>&#xDF;er Staat wie Russland sicherlich nicht ohne eine Belohnung f<\/em><em>&#xFC;r die T<\/em><em>&#xF6;tung des L<\/em><em>&#xFC;gners und Rebellen Kenesary gehen w<\/em><em>&#xFC;rde, und so lie<\/em><em>&#xDF; ich ihn nicht mein Gesicht sehen und befahl meinem Verwandten Kodschibek, ihm den Kopf abzuschlagen.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Belohnung fiel indes entt&#xE4;uschend aus. Kaligulla Alibekow, der den Kopf zu Gortschakow nach Omsk brachte, erhielt vom Generalgouverneur <em>&#x201E;eine silberne Medaille, die er an einem St.-Georgs-Band um den Hals tragen sollte&#x201C;.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Leben nach dem Tod<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>In der russischen, sowjetischen und modernen kasachischen Geschichtsschreibung wurde Kenesary immer wieder neu bewertet. W&#xE4;hrend der Aufstand des Khans in vorrevolution&#xE4;ren Zeiten eindeutig als traditioneller &#x201E;Diebesaufstand&#x201C; angesehen wurde, der die Expansion des Reiches nach S&#xFC;den zugegebenerma&#xDF;en lange verz&#xF6;gerte, bem&#xFC;hte man sich unter den Bolschewiki, ihm sowohl einen klassenbezogenen als auch einen antikolonialistischen Charakter zu verleihen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angeblich erhoben sich die verarmten Kasachen gegen russische Gro&#xDF;grundbesitzer, Kapitalisten und andere &#x201E;Bourgeois&#x201C;. Gleichzeitig kamen Vorw&#xFC;rfe auf, die Familie Qasymov habe aus egoistischen Motiven gehandelt. Der Khan und seine Br&#xFC;der h&#xE4;tten aus Groll &#xFC;ber die Weigerung der zaristischen Beh&#xF6;rden, sie als Sultane einzusetzen, zu den Waffen gegriffen. Und Kenesary selbst sei in erster Linie von pers&#xF6;nlichem Ehrgeiz und nicht von der Sorge um das kasachische Volk getrieben gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nachkriegszeit erreichte die Kontroverse um Kenesary ihren H&#xF6;hepunkt: Der Historiker Ermuhan Bekmahanov versuchte zu beweisen, dass die vom Khan angef&#xFC;hrte Bewegung durch die Verz&#xF6;gerung der Kolonisierung eine fortschrittliche Rolle in der Geschichte Kasachstans gespielt hatte. Er wurde des &#x201E;b&#xFC;rgerlichen Nationalismus&#x201C; beschuldigt und zu 25 Jahren Gef&#xE4;ngnis verurteilt. Nach dem Tod <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Josef_Stalin\">Josef Stalins<\/a> gelang es seinen Kollegen, den Gelehrten zu rehabilitieren und seine Freilassung zu erwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer anderen Ansicht zufolge war der Kenesary-Aufstand zun&#xE4;chst nur ein antikolonialer Befreiungskampf der Kasachen gegen Russland und Kokand, artete aber sp&#xE4;ter in feudale Konflikte aus, wie die Invasion kirgisischer Gebiete zeige. Dennoch herrschte in den sp&#xE4;ten Sowjetjahren eine allgemein negative Einsch&#xE4;tzung vor: Der Aufstand sei zwar durch die zunehmende koloniale Unterdr&#xFC;ckung durch die zaristische Verwaltung provoziert worden, aber reaktion&#xE4;rer und monarchistischer Natur gewesen, und seine Anf&#xFC;hrer h&#xE4;tten in keiner Weise die Interessen ihres eigenen Volkes vertreten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/gesellschaft-und-kultur\/wer-war-mirjaqyp-dulatuly-die-geschichte-eines-kasachischen-poeten\/\">Wer war Mirjaqyp Dulatuly? &#x2013; Die Geschichte eines kasachischen Poeten<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im modernen Kasachstan wird Kenesary Qasym&#x16B;ly eindeutig als Nationalheld wahrgenommen, und seine Kriege gegen innere und &#xE4;u&#xDF;ere Feinde gelten im Allgemeinen als gut begr&#xFC;ndet. Besonders hervorgehoben wird die Tatsache, dass der Aufstand eine landesweite Anstrengung war, obwohl diese Behauptung, gelinde gesagt, recht gewagt erscheint. Es wird darauf hingewiesen, dass <em>&#x201E;die Mehrheit der Bev&#xF6;lkerung aller drei Horden&#x201C;<\/em> an der vom Khan angef&#xFC;hrten <em>&#x201E;nationalen Befreiungs- und Antikolonialismusbewegung&#x201C;<\/em> teilnahm und nur die Haltung des von den Privilegien des Zarismus verf&#xFC;hrten Teils des Adels zur Niederlage des Aufstands f&#xFC;hrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch wird Kenesarys &#xFC;berm&#xE4;&#xDF;ige Grausamkeit gegen&#xFC;ber seinen abweichenden Landsleuten und den Kirgisen ebenfalls anerkannt. Das Eingest&#xE4;ndnis gewisser Fehler Kenesarys gibt Anlass zur Hoffnung, dass diese reale und zweifellos au&#xDF;ergew&#xF6;hnliche Figur nicht letztlich zum Mythos des idealen Freiheitsk&#xE4;mpfers verkommt. Denn je mehr Mythen sich um die Ereignisse jener Jahre ranken, desto weniger wird Kenesary selbst dahinter sichtbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Pjotr Bologow f&#xFC;r Fergana News<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem <\/strong><a href=\"https:\/\/fergana.news\/articles\/138037\/\"><strong>Russischen<\/strong><\/a><strong> (und gek&#xFC;rzt) von Robin Roth<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. F&#xFC;r Zentralasien direkt in eurer Mailbox k&#xF6;nnt ihr euch auch zu unserem <a href=\"http:\/\/eepurl.com\/O0Qub\">w&#xF6;chentlichen Newsletter anmelden<\/a>.<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte Zentralasiens kennt viele komplexe und widerspr&#xFC;chliche Pers&#xF6;nlichkeiten, die das Leben der Region sp&#xFC;rbar gepr&#xE4;gt haben und noch heute Bewunderung und Emp&#xF6;rung hervorrufen. Und die Polarisierung dieser Einsch&#xE4;tzungen h&#xE4;ngt in der Regel von den Grenzen ab, die Dutzende oder sogar Hunderte von Jahren nach dem Tod der genannten Pers&#xF6;nlichkeiten gezogen wurden. 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