{"id":42354,"date":"2025-06-02T22:44:12","date_gmt":"2025-06-02T20:44:12","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=42354"},"modified":"2025-06-02T22:46:04","modified_gmt":"2025-06-02T20:46:04","slug":"und-ploetzlich-geht-das-licht-aus-suizide-unter-jugendlichen-und-kindern-in-kasachstan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/und-ploetzlich-geht-das-licht-aus-suizide-unter-jugendlichen-und-kindern-in-kasachstan\/","title":{"rendered":"Und pl\u00f6tzlich geht das Licht aus \u2013 Suizide unter Jugendlichen und Kindern in Kasachstan"},"content":{"rendered":"<p>Kasachstan hat eine der h&#xF6;chsten Selbstmordraten unter Minderj&#xE4;hrigen und jungen Erwachsenen. Auch wenn sich in den vergangenen Jahren viel ver&#xE4;ndert hat, spielen Stigmata und Vorurteile weiterhin eine gro&#xDF;e Rolle. Ein Gespr&#xE4;ch mit Rinat Musafarov, Abteilungsleiter im Zentrum f&#xFC;r Forschung und Praxis der psychischen Gesundheit in Almaty.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang April st&#xFC;rzt sich ein&#xA0;<a href=\"https:\/\/ulysmedia.kz\/news\/49599-podrostok-razbilas-vypav-s-16-go-etazha-v-almaty\/\">16-J&#xE4;hriger<\/a>&#xA0;von einem Hochhaus in Almaty. Einen Tag sp&#xE4;ter erh&#xE4;ngt sich ein&#xA0;<a href=\"https:\/\/orda.kz\/telo-podrostka-nashli-v-sarae-chastnogo-doma-v-severo-kazahstanskoj-oblasti-400319\/\">14-J&#xE4;hriger<\/a>&#xA0;in Nordkasachstan. Diese beiden F&#xE4;lle sind lediglich diejenigen, die in den vergangenen Monaten &#xF6;ffentlich gemacht wurden. Die Dunkelziffer, auch was misslungene Selbstmordversuche betrifft, ist hoch; ein Problembewusstsein scheint bislang nicht in allen Regionen Kasachstans angekommen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch sind es keine Einzelf&#xE4;lle: Weltweit gilt Selbstmord als&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.unicef.org\/kazakhstan\/media\/7216\/file\/%D0%A0%D0%95%D0%97%D0%AE%D0%9C%D0%95:%20%D0%9F%D0%BE%D0%BB%D0%BE%D0%B6%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5%20%D0%B4%D0%B5%D1%82%D0%B5%D0%B9%20%D0%B2%20%D0%BC%D0%B8%D1%80%D0%B5,%202021%20%D0%B3%D0%BE%D0%B4.pdf\">dritt- bis vierth&#xE4;ufigste Todesursache<\/a>&#xA0;unter Jugendlichen und Kindern; j&#xE4;hrlich nehmen sich 45.800 Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren das Leben. Das entspricht einem Todesfall alle 11 Minuten.<\/p>\n\n\n\n<p>In Kasachstan zeichnet sich ein&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.unicef.org\/kazakhstan\/sites\/unicef.org.kazakhstan\/files\/2018-07\/00000850_en.pdf\">besonders d&#xFC;steres Bild im internationalen Vergleich<\/a>, mit einer der h&#xF6;chsten Selbstmordraten unter Jugendlichen und Kindern.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Hier gilt die Altersgruppe zwischen 15 und 17 Jahren als besonders gef&#xE4;hrdet. Etwa&#xA0;<a href=\"https:\/\/cisc.kz\/ru\/5-faktov-o-molodezhnom-suiczide-v-kazahstane-18413.html\">60 Prozent aller Suizide<\/a>&#xA0;gehen auf diese Gruppe zur&#xFC;ck. Ein erh&#xF6;htes Risiko besteht ebenfalls bei jungen Erwachsenen zwischen 25 und 29 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Am h&#xE4;ufigsten werden Selbstmorde in Ostkasachstan, den Regionen Qostanai und Aqmola, begangen. Minderj&#xE4;hrige in l&#xE4;ndlichen Gebieten haben ein besonders hohes Gefahrenrisiko.<\/p>\n\n\n\n<p>&#x201E;Psychische Probleme lassen sich jedoch nicht immer mit Suiziden gleichsetzen&#x201C;, sagt Rinat Musafarov.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.unicef.org\/media\/90661\/file\/2020-Adolescent-Mental-Health-Programming-in-Kazakhstan-Case-Study.pdf\">Untersuchungen in Kasachstan<\/a>&#xA0;ergaben eine Korrelation zwischen impulsivem, riskantem oder aggressivem Verhalten, Drogenmissbrauch, mentalen Vorerkrankungen in der Familie, zwischenmenschlichen Konflikten, geringer Belastbarkeit oder Kindheitstraumata und Suizid.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedoch k&#xF6;nnen auch andere Hintergr&#xFC;nde auf suizidale Gedanken oder einen Selbstmordversuch deuten. So reagieren Menschen unterschiedlich auf ihre individuelle Situation.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Pr&#xE4;ventionsstrategien in Kasachstan<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Regierung der Republik Kasachstan hat sich der hohen Selbstmordrate 2010 angenommen und seither&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.unicef.org\/media\/90661\/file\/2020-Adolescent-Mental-Health-Programming-in-Kazakhstan-Case-Study.pdf\">in Zusammenarbeit mit UNICEF eine Pr&#xE4;ventionsstrategie<\/a>&#xA0;entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#x201E;Das Kinderhilfswerk der UNICEF leistet in der Tat einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des psychischen Gesundheitssystems f&#xFC;r Kinder und Jugendliche in Kasachstan&#x201C;, bewertet Musafarov.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2012 wurden Initiativen durchgef&#xFC;hrt, an denen auch internationale Expertinnen und Experten ma&#xDF;geblich beteiligt sind. Im Rahmen der Zusammenarbeit wurden gro&#xDF;angelegte Studien zu Risiko- und Schutzfaktoren durchgef&#xFC;hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse zeigen, dass sich in der Altersgruppe der 15- bis 17-J&#xE4;hrigen die Zahl der Suizide seither mehr als halbiert hat, von 212 im Jahr 2013 auf 98 im Jahr 2017.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Isolation w&#xE4;hrend der Pandemie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>W&#xE4;hrend der COVID19-Pandemie war ein R&#xFC;ckgang der Kommunikationsf&#xE4;higkeit und der emotionalen Intelligenz bei Jugendlichen und Kindern zu beobachten. Druck von den Eltern kann als ein Faktor aufgefasst werden, der negative Tendenzen verst&#xE4;rkt hat, insbesondere in der Anfangsphase der Pandemie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Umgew&#xF6;hnung von Pr&#xE4;senzunterricht zu vermehrt online stattfindenden Lernangeboten sei nicht einfach gewesen, meint Musafarov. Zwar gew&#xF6;hnen sich Kinder schnell an neue Situationen, doch stellte der Wegfall des unmittelbaren sozialen Umfelds in Pr&#xE4;senz einen weiteren Stresstest dar.<\/p>\n\n\n\n<p>In Kasachstan kam es w&#xE4;hrend der&#xA0;<a href=\"https:\/\/forbes.kz\/articles\/npo_suitsidyi_sredi_kazahstanskih_detey_snizilis_na_25\">Corona-Zeit<\/a>&#xA0;zu einer interessanten Entwicklung. Die Selbstmordrate unter Jugendlichen sank, doch verschoben sich soziale Spannungen auf soziale Beziehungen zu Hause.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer, diesmal positiver, Effekt der COVID19-Pandemie waren die digitalen Entwicklungen, welche Hilfsprogramme in kleineren Ortschaften und Siedlungen erm&#xF6;glichten. Kinder und Jugendliche, die Hilfe suchen, k&#xF6;nnen sich nun &#xFC;ber das Internet nach Beratungs- und Hilfsprogrammen erkundigen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#x201E;<a>Einerseits ist in den letzten Jahren die Anzahl der &#xDC;berweisungen an Spezialisten f&#xFC;r Anpassungs- und emotionale St&#xF6;rungen zur&#xFC;ckgegangen. Gleichzeitig hat sich die Gesamtzahl der depressiven St&#xF6;rungen bei Jugendlichen nicht wesentlich ver&#xE4;ndert<\/a>&#x201C;, stellt Rinat Musafarov fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz all der Fortschritte steht Kasachstan weiterhin vor strukturellen Herausforderungen. Hier sind mehrere Faktoren zu beachten: Zum einen haben die pandemiebedingte Isolation und der eingeschr&#xE4;nkte soziale Austausch zu einem R&#xFC;ckgang emotionaler Kompetenzen bei Jugendlichen gef&#xFC;hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen erschwert die Struktur des kasachischen Gesundheitssystems eine verl&#xE4;ssliche, allgemeing&#xFC;ltige Einsch&#xE4;tzung der Versorgungslage. Nicht zuletzt wirken gesellschaftliche Stigmata &#x2013; auch unter unzureichend geschultem Fachpersonal &#x2013; weiterhin hemmend auf den Zugang zu psychologischer Hilfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei ist die gesellschaftliche Haltung zu psychischer Gesundheit als Schl&#xFC;sselfaktor bei der Suizidpr&#xE4;vention nicht zu untersch&#xE4;tzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Stigmatisierung als gesellschaftliche Herausforderung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Mentale Gesundheit ist in Kasachstan stets mit gesellschaftlichen Stigmata verbunden: &#x201E;Viele Menschen glauben immer noch, dass es sich um Aufmerksamkeit oder Manipulation handelt, wenn jemand &#xFC;ber Suizidalit&#xE4;t spricht. In Wirklichkeit ist es meist ein Schrei nach Hilfe. Und leider erhalten Jugendliche nicht immer Unterst&#xFC;tzung und Verst&#xE4;ndnis. Diese Haltung verst&#xE4;rkt das Gef&#xFC;hl der Einsamkeit und Isolation&#x201C;, f&#xFC;hrt Musafarov weiter aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Als eines der gr&#xF6;&#xDF;ten Hindernisse, so schreibt&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.unicef.org\/media\/90661\/file\/2020-Adolescent-Mental-Health-Programming-in-Kazakhstan-Case-Study.pdf\">UNICEF in seinem 2020 ver&#xF6;ffentlichten Bericht<\/a>, sei einerseits die Kommunikation mit den Eltern und andererseits ein fehlendes Verst&#xE4;ndnis der Psychologen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, suizidale Verhaltensmuster als Angelegenheit der allgemeinen Gesundheit anzuerkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#x201E;Im Umfeld der Jugendlichen herrscht ein ziemlich starker Erfolgsdruck &#x2013; die Einstellung, gl&#xFC;cklich und erfolgreich zu sein. Probleme passen nicht in dieses Bild, und das Eingestehen von Verletzlichkeit wird zur Schande. Dies hindert die Betroffenen daran, mit ihren Angeh&#xF6;rigen zu sprechen, geschweige denn mit Fachleuten&#x201C;, warnt Rinat Musafarov.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stigmatisierung von psychischen St&#xF6;rungen und insbesondere von suizidalem Verhalten ist eines der gr&#xF6;&#xDF;ten Hindernisse f&#xFC;r die Pr&#xE4;vention. Dies gilt sowohl f&#xFC;r das Aufsuchen von Hilfe als auch f&#xFC;r das offene Sprechen &#xFC;ber Erfahrungen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#x201E;In den letzten Jahren ist jedoch ein positiver Trend in Kasachstan zu beobachten: Junge Menschen sind immer offener daf&#xFC;r, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, vor allem, wenn dies vertraulich und ohne das Risiko, dass andere davon erfahren, geschehen kann.&#x201C;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Berichterstattung &#xFC;ber Selbstmorde<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.paho.org\/en\/documents\/preventing-suicide-resource-media-professionals-update-2023\">WHO betont in ihren aktualisierten Leitlinien 2023<\/a>, dass Medien Leben retten k&#xF6;nnen. &#x201E;In der Tat k&#xF6;nnen die Medien sowohl eine m&#xE4;chtige Ressource f&#xFC;r die Pr&#xE4;vention als auch ein Ausl&#xF6;ser sein.&#x201C;<\/p>\n\n\n\n<p>In der Medienberichterstattung wird des &#xD6;fteren der &#x201E;Werther-Effekt&#x201C; thematisiert. Dieser bezeichnet die Zunahme von Selbstmorden nach der Ver&#xF6;ffentlichung eines Selbstmordberichts, vornehmlich, wenn es sich um Prominente oder um Geschichten handelt, die &#xFC;berm&#xE4;&#xDF;ig detailliert und romantisch dargestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch l&#xE4;sst sich damit die Aussage nicht rechtfertigen, &#xFC;ber das Thema Selbstmord zu schweigen bedeutet, ihn zu verhindern. Pauschal l&#xE4;sst sich das auch nicht auf die gesamte Medienberichterstattung &#xFC;bertragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rinat Musafarov verweist auf die Dringlichkeit von offenen Gespr&#xE4;chen. &#x201E;Es gibt den gef&#xE4;hrlichen Mythos, dass &#xFC;ber Selbstmord zu sprechen bedeutet, ihn zu provozieren. Das Gegenteil ist der Fall: Ein offener, sanfter Dialog verringert das Risiko, vor allem, wenn der Person bewusst gemacht wird, dass ihre Gef&#xFC;hle wichtig sind und dass sie Hilfe bekommen kann.&#x201C;<\/p>\n\n\n\n<p>Dem gegen&#xFC;ber steht der &#x201E;Papageno-Effekt&#x201C;. Er beschreibt eine Situation, in der Ver&#xF6;ffentlichungen, die Auswege aus einer Krise aufzeigen, die Hoffnung erh&#xF6;hen und das Risiko eines Selbstmordes verringern.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in Kasachstan gibt es inspirierende Geschichten von Menschen, die nach einer schweren Zeit neuen Lebensmut gefunden haben, wie das Beispiel von&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.who.int\/europe\/de\/news-room\/feature-stories\/item\/i-knew-i-would-succeed---gulnar-s-story-of-mental-rehabilitation-and-recovery\">Gulnar Sagieva<\/a>, die zehn Jahre in einer psychiatrischen Klinik verbrachte, oder von&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.who.int\/europe\/de\/news-room\/feature-stories\/item\/don-t-give-up-on-people----dauren-s-story-of-mental-health-rehabilitation-in-kazakhstan\">Dauren Muhamedjanov<\/a>, dem durch ein Rehabilitationsprogramm geholfen werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher kommt publizistische Arbeit eine Schl&#xFC;sselrolle zu: Sie kann entweder zur Enttabuisierung beitragen oder durch Schweigen die Isolation verst&#xE4;rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies zeigt, dass das g&#xE4;nzliche Verschweigen der Problematik sch&#xE4;dlich ist. Selbstverst&#xE4;ndlich nimmt die Anzahl der wahrgenommenen F&#xE4;lle an Selbstmorden ab, sobald man aufh&#xF6;rt, dar&#xFC;ber zu schreiben. Wenn &#xFC;ber das Thema jedoch nicht mehr gesprochen wird, entsteht auch kein Bewusstsein in der Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rolle des Journalismus liegt darin, die Gesellschaft zu &#xFC;berschauen und relevante Informationen an ein gro&#xDF;es Publikum zu tragen. Geschieht dies nicht, kann kein Abbild der Geschehnisse entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Musafarov sieht die Rolle des Journalismus als zielf&#xFC;hrend. &#x201E;Es geht nicht nur darum, die Fakten korrekt wiederzugeben, sondern auch darum, &#xFC;ber Hilfe zu informieren, Geschichten &#xFC;ber die Genesung zu erz&#xE4;hlen und die Stigmatisierung zu verringern. Diesem Ansatz sollten Journalisten und Blogger den Vorzug geben.&#x201C;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hilfestellung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>&#x201E;Ich appelliere an alle, die schwierige Zeiten durchgemacht haben: Wenn Sie sich von dieser Krankheit erholen konnten, erz&#xE4;hlen Sie bitte Ihre Geschichte. Sie k&#xF6;nnte eine Chance f&#xFC;r andere sein. Und ich appelliere an diejenigen, die sich in einer Krise befinden: Sie sind nicht allein. Es gibt Hilfe, sei es von den Fachleuten in Schulen, Kliniken, Jugendzentren oder Zentren f&#xFC;r psychische Gesundheit.&#x201C;<\/p>\n\n\n\n<p>Psychische Gesundheit ist kein Nischenthema, sondern ein grundlegendes Menschenrecht, dem noch zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld Hilfe brauchen: Sprechen Sie dar&#xFC;ber. Unterst&#xFC;tzung ist m&#xF6;glich &#x2013; und der erste Schritt muss nicht allein gegangen werden. In Kasachstan erreichen Sie rund um die Uhr psychologische Unterst&#xFC;tzung unter 150. In Deutschland bietet die Telefonseelsorge kostenfreie Hilfe unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Auch internationale Plattformen wie&#xA0;<a href=\"https:\/\/befrienders.org\/\">www.befrienders.org<\/a>&#xA0;helfen dabei, Unterst&#xFC;tzung in der N&#xE4;he zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>&#x201E;Um Hilfe zu bitten ist keine Schw&#xE4;che, es ist St&#xE4;rke.&#x201C;, appelliert Rinat Musafarov.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Anton Genza f&#xFC;r Novastan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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