{"id":41416,"date":"2025-02-07T14:52:51","date_gmt":"2025-02-07T13:52:51","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=41416"},"modified":"2025-02-07T14:52:52","modified_gmt":"2025-02-07T13:52:52","slug":"die-jeltoqsan-unruhen-1986-erinnerungen-von-augenzeuginnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/die-jeltoqsan-unruhen-1986-erinnerungen-von-augenzeuginnen\/","title":{"rendered":"Die Jeltoqsan-Unruhen 1986: Erinnerungen von Augenzeug:innen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die blutig niedergeschlagenen Jeltoqsan-Proteste am 17. und 18. Dezember 1986 sind ein wichtiger Erinnerungsort in der j&#xFC;ngeren Geschichte Kasachstans. Bis heute sind die Ereignisse kaum aufgearbeitet, die Zahl der Toten liegt im Dunkeln. Anl&#xE4;sslich des Jahrestages hat &#x201E;The Village&#x201C; Erinnerungen von Augenzeug:innen zusammengestellt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor fast 40 Jahren, am 17. und 18. Dezember 1986, protestierte die Jugend Kasachstans. Sie war emp&#xF6;rt &#xFC;ber die Ernennung von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gennadi_Wassiljewitsch_Kolbin\">Gennadi Kolbin<\/a> zum Oberhaupt der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kasachische_Sozialistische_Sowjetrepublik\">Kasachischen SSR<\/a> &#x2013; eines Mannes, der noch nie in Kasachstan gelebt hatte. F&#xFC;r die jahrelang stagnierende Sowjetunion war dieser Protest ein einzigartiges Ereignis. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Scheltoksan-Unruhen\">Dezember-Unruhen<\/a> [Jeltoqsan ist das kasachische Wort f&#xFC;r Dezember, Anm. d. &#xDC;.] in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Almaty\">Almaty<\/a> k&#xFC;ndigten den Zusammenbruch der UdSSR an: Bald begannen &#xFC;berall in der Union Kundgebungen und Streiks.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider hat dies die Menschen in Kasachstan nicht vor der Brutalit&#xE4;t des Regimes bewahrt. Die Sicherheitskr&#xE4;fte unterdr&#xFC;ckten den Protest und Teilnehmende waren Repressionen ausgesetzt. Genaue Daten zur Zahl der Toten und Verletzten gibt es noch nicht. Offiziell starben nur zwei Menschen &#x2013; der Demonstrant Erbol Sipataev sowie Sergei Savitski, ein B&#xFC;rgerwehrmann, der die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Miliz_(Polizei)\">Miliz<\/a> unterst&#xFC;tzte. Nach verschiedenen Sch&#xE4;tzungen k&#xF6;nnten aber in Wirklichkeit bis zu 170 Menschen gestorben sein. In einigen F&#xE4;llen geschah dies erst nach den Protesten: Beispielsweise starb Qairat Rysqulbekov, der zu Unrecht zu 20 Jahren Gef&#xE4;ngnis verurteilt worden war, w&#xE4;hrend seiner &#xDC;berstellung unter ungekl&#xE4;rten Umst&#xE4;nden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Wir [die Redaktion von &#x201E;The Village, Anm. d. &#xDC;] wollen die Jeltoqsan-Ereignisse verstehen und haben deshalb beschlossen, zwei Auffassungen der Ereignisse zu vergleichen: das Bild der Beamten bei Parteiversammlungen und das Bild, das normale Menschen auf der Stra&#xDF;e sahen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Schreiben des Materials haben wir die Sammlung &#x201E;Jeltoqsan. 1986. Dokumentarische Chronik&#x201C;, zusammengestellt von Berik Abdigaliuly, ausgewertet. Wir haben uns auch auf die Ergebnisse der Untersuchungskommission unter dem Vorsitz von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Mukhtar_Shakhanov\">M&#x16B;htar &#x15E;ahanov<\/a> und auf die von Arken Uaq gesammelten Zeugenaussagen gest&#xFC;tzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Sicht der Beh&#xF6;rden<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Genossen! B&#xFC;rger der Stadt <\/em><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/warum-almaty-und-nicht-alma-ata\/\"><em>Alma-Ata<\/em><\/a><em>! Viele von Ihnen haben in diesen Tagen beispiellose, sozial gef&#xE4;hrliche Handlungen junger Rowdys erlebt, die von nationalistischen Elementen provoziert wurden. Auf den Stra&#xDF;en und Pl&#xE4;tzen der Stadt kommt es zu b&#xF6;swilligen Verst&#xF6;&#xDF;en gegen die &#xF6;ffentliche Ordnung, Beleidigungen und Gewalt gegen Unschuldige, zu Pogromen, Raub&#xFC;berf&#xE4;llen und Brandstiftungen. Diese sch&#xE4;dlichen Handlungen werden unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen begangen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Kasachstans, das Pr&#xE4;sidium des Obersten Rates der Kasachischen SSR und der Ministerrat der Republik appellieren an Sie, B&#xFC;rger der Hauptstadt, alle m&#xF6;glichen Ma&#xDF;nahmen zur Normalisierung der Lage in der Stadt zu ergreifen. Wir glauben, dass kein einziger Mensch, der die Ehre Alma-Atas sch&#xE4;tzt, der Wiederherstellung der Ordnung und der Unterdr&#xFC;ckung der Aktionen w&#xFC;tender Hooligans gleichg&#xFC;ltig gegen&#xFC;berstehen wird.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir sind zuversichtlich, dass die Arbeiterklasse, die arbeitende Intelligenz und die studentische Jugend der Stadt Alma-Ata hohe moralische und politische Qualit&#xE4;ten an den Tag legen und den besten Traditionen der Partei und des sowjetischen Volkes w&#xFC;rdig sein werden.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/zwei-busse-voll-leichen-zeuginnen-berichten-ueber-die-ereignisse-von-janaozen\/\"><strong>&#x201E;Zwei Busse voll Leichen&#x201C; &#x2013; Zeuginnen berichten &#xFC;ber die Ereignisse von Ja&#x144;a&#xF3;zen<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Aufruf wurde im Dezember 1986 von wichtigen Regierungsstellen der Kasachischen SSR ver&#xF6;ffentlicht. Sie reagierten damit auf Massenproteste junger Menschen, die &#xFC;ber die Ernennung Gennadi Kolbins zum Oberhaupt der Kasachischen SSR emp&#xF6;rt waren. Der Aufruf wurde von allen wichtigen Beamten der damaligen Zeit unterst&#xFC;tzt &#x2013; einer von ihnen war <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nursultan_Nasarbajew\">Nursultan Nazarbaev<\/a>, damals Vorsitzender des Ministerrats.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch einzelne Beamte kritisierten die protestierende Jugend auf das Sch&#xE4;rfste. So bezeichnete der ehemalige Chef des kasachischen KGB, <a>Zaqa&#x15F; Qamalid&#x131;enov<\/a>, sie als <em>&#x201E;eine massiv nationalistische Masse, wahnsinnig geworden durch Drogen und Alkohol&#x201C;<\/em>, und der Vorsitzende des Pr&#xE4;sidiums des Obersten Rates, Salamat M&#x16B;qa&#x15F;ev, sagte, dass <em>&#x201E;Ger&#xFC;chte &#xFC;ber mutma&#xDF;liche Opfer unter den Studenten und Jugendliche eine provokative Fiktion&#x201C; <\/em>seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Nazarbaev, der sp&#xE4;tere Pr&#xE4;sident Kasachstans, &#xFC;berredete die Demonstrierenden, ihren Protest aufzul&#xF6;sen, und nannte sie sp&#xE4;ter <em>&#x201E;extremistische Jugend&#x201C;<\/em> und <em>&#x201E;einen sozial ungesunden Teil der studentischen Jugend&#x201C;<\/em>. Er erkl&#xE4;rte auch: <em>&#x201E;Welche tragischen Ereignisse? Das wahre Rowdytum ereignete sich am 18. [Dezember 1986].&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt war die Reaktion der Beh&#xF6;rden umfassend und hart. Sonderanweisungen wurden an alle Regierungsbeh&#xF6;rden gesendet &#x2013; vom Innenministerium und dem KGB bis hin zu Universit&#xE4;ten und Fabriken. Ihre F&#xFC;hrungskr&#xE4;fte mussten sofort reagieren: Besprechungen mit Mitarbeitern abhalten, &#x201E;<em>Nationalismus&#x201C;<\/em> unter den Untergebenen unterdr&#xFC;cken, Aufkl&#xE4;rungsarbeit mit Jugendlichen leisten, Aufgaben und Trupps organisieren, <em>&#x201E;Disziplin und Ordnung&#x201C;<\/em> herstellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/das-schwere-erbe-von-schanaosen\/\"><strong>Das schwere Erbe von Ja&#x144;a&#xF3;zen<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nat&#xFC;rlich wurden auch die Redner:innen gewaltsam unterdr&#xFC;ckt. Daran waren sowohl die Miliz als auch die Armee beteiligt. Sie nahmen mehr als 8500 Menschen fest. Infolgedessen stellten die Beh&#xF6;rden rund 900 Demonstranten vor Gericht, verurteilten 99 Personen zu unterschiedlichen Haftstrafen und &#xFC;ber 600 wurden von Universit&#xE4;ten verwiesen oder von ihren Arbeitspl&#xE4;tzen entlassen. Offiziell wurden nur zwei Tote anerkannt &#x2013; ein Demonstrant und ein B&#xFC;rgerwehrmann.<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden Jahren &#xE4;nderte sich die Interpretation der Ereignisse nicht. Erst 1989 wurde unter der Leitung von M&#x16B;htar &#x15E;ahanov eine Sonderkommission eingesetzt, die eine Untersuchung der Ereignisse und den Freispruch der unschuldig verurteilten jungen Menschen forderte. Und ein paar Jahre sp&#xE4;ter &#xE4;nderte auch Nursultan Nazarbaev seine Meinung: Er habe erkannt, dass die Demonstranten Recht gehabt h&#xE4;tten, und sei deshalb <em>&#x201E;mit ihnen an der Spitze der Kolonne&#x201C;<\/em> gegangen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Sicht der Menschen auf der Stra&#xDF;e<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>&#x201E;<em>Kasachstaner! Kasachen, Russen, Menschen anderer Nationalit&#xE4;ten! Das Leben zeigt, dass es zwischen uns keine ethnischen Gegens&#xE4;tze gibt. Ehrliche Menschen ALLER NATIONALIT&#xC4;TEN erinnern sich voller Schmerz an die letzten Tage in sieben Regionen Kasachstans, als der engstirnige Schurke Kolbin zwei Tage lang mit hasserf&#xFC;lltem Blick anordnete, dass kasachische Studenten mit Polizeikn&#xFC;ppeln geschlagen werden sollten. Die Bl&#xFC;te der zuk&#xFC;nftigen Intelligenz &#x2013; 2.000 Studenten wurden in Kerker geworfen. Sie wurden als Hooligans, Alkoholiker und Drogenabh&#xE4;ngige gebrandmarkt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Offensichtliche Verleumdung! Die Menschen glaubten aufrichtig an die demagogischen Reden Gorbatschows, der behauptete, die Grundlage der <\/em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Perestroika\"><em>Perestroika<\/em><\/a><em> sei die offene &#xC4;u&#xDF;erung der eigenen Meinung. Die Menschen trugen Lenin-Portr&#xE4;ts mit sich. Ihr einziger Wunsch war es, den von oben aufgezwungenen Kolbin loszuwerden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Hat Kasachstan heute nicht das Recht, seine eigenen talentierten F&#xFC;hrer in der Person von Qamalid&#x131;enov, Miroschchin und anderen zu nominieren, unabh&#xE4;ngig von der Nationalit&#xE4;t? Warum brauchen wir Gorbatschows Handlanger? Denn jetzt werden sie noch intensiver Fleisch, Wolle, Milch und Industrierohstoffe f&#xFC;r den Bedarf der Moskauer F&#xFC;hrer abpumpen &#x2013; nicht f&#xFC;r das russische Volk, nicht f&#xFC;r die Arbeiter und Kollektivbauern!&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/politik-und-wirtschaft\/der-nimmer-endende-januar-in-kasachstan\/\"><strong>Der nimmer endende Januar in Kasachstan<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist der Text zweier Flugbl&#xE4;tter, die der Doktor der medizinischen Wissenschaften Irek Dauranov einige Tage nach den Jeltoqsan-Ereignissen ver&#xF6;ffentlichte. Er war Augenzeugen der Aufl&#xF6;sung der Proteste &#x2013; vor seinen Augen wurden junge Menschen mit Wasser &#xFC;bergossen und mit Schlagst&#xF6;cken geschlagen. Laut Dauranov versuchten einige Demonstranten, durch einen Eisenzaun zu fliehen, aber auch auf der anderen Seite warteten Sicherheitskr&#xE4;fte auf sie. Dadurch sei die Jugend auf beiden Seiten <em>&#x201E;ausgepr&#xFC;gelt worden wie ein alter Teppich&#x201C;<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz darauf st&#xFC;rmten bis zu zehn Menschen in das Haus des Wissenschaftlers. Er wurde verhaftet und mehrere Monate lang in einer Untersuchungshaftanstalt des KGB festgehalten, wobei ihm der Besuch seiner Familie verweigert und die Herausgabe von lebensnotwendigen G&#xFC;tern verweigert wurde. Dauranov wurde angedeutet, dass er seine Familie und seinen Sohn nie wieder sehen w&#xFC;rde. Da keine Beweis f&#xFC;r ein Verbrechen vorlagen, lie&#xDF;en die Beh&#xF6;rden ihn frei. Sie zwangen ihn aber, einen reum&#xFC;tigen Zeitungsartikel zu schreiben, und organisierten Schikanen am Arbeitsplatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Irek Dauranov war nicht der einzige zuf&#xE4;llige Zeuge der Dezember-Ereignisse. Die Jeltoqsan-Untersuchungskommission befragte Hunderte Anwohner:innen rund um den Platz der Republik. Die Mehrheit der Befragten best&#xE4;tigte, dass die Demonstrationen, die am 17. Dezember begannen, friedlich verliefen &#x2013; die Teilnehmenden sangen Lieder, hielten Portr&#xE4;ts Lenins und Parolen wie <em>&#x201E;Redefreiheit&#x201C;<\/em>, &#x201E;<em>Es lebe Lenins nationale Politik<\/em>&#x201C; und <em>&#x201E;Jede Nation hat ihren F&#xFC;hrer&#x201C;<\/em>. Viele Zeugen dachten sogar, dass auf dem Platz eine Art Feier stattfand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Demonstrierenden forderten, dass [der von Kolbin abgel&#xF6;ste, Anm. d. &#xDC;.] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dinmuchamed_Qonajew\">Dinm&#x16B;hamed Qonaev<\/a> und prominente Beamte ihnen Rede und Antwort stehen: Sie wollten eine Erkl&#xE4;rung bekommen, warum eine Person &#x201E;von au&#xDF;en&#x201C; zum Ersten Sekret&#xE4;r des Landes ernannt wurde. Nach und nach f&#xFC;llte sich der Platz mit neuen Demonstrierenden und Polizisten. Die Sicherheitskr&#xE4;fte wiederum forderten die jungen Menschen auf, sich zu zerstreuen. Kurz darauf begann das gewaltsame Vorgehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>M. Z. Idrisov<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Am Morgen des 17. Dezember 1986 kam ich zur Arbeit. Unser B&#xFC;rofenster zeigte auf den Platz. Dort versammelten sich etwa 2.000-3.000 Menschen. Einige trugen Slogans und Plakate. Einer davon lautete: &#x201E;Lenin ideasy jasasyn!&#x201C; [&#x201E;Lasst Lenins Idee wirken!&#x201C;]. Die Polizei blockierte die Satpaev-Stra&#xDF;e. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich etwa 10.000 versammelt. Die Versammelten forderten etwas. Gegen 18 Uhr sprach der Innenminister vom Podium aus. Er forderte die Menge auf, sich zu zerstreuen, andernfalls drohte er, sie mit Gewalt aufzul&#xF6;sen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>10&#x2013;15 Minuten sp&#xE4;ter griffen Soldaten mit Helmen und Schilden mit Schlagst&#xF6;cken die unbewaffnete Menge an. Die Menschen begannen zu fliehen und gleichzeitig zum Schutz B&#xE4;ume zu brechen und den Putz von den H&#xE4;usern abzubl&#xE4;ttern. Den ganzen Tag &#xFC;ber liefen russische B&#xFC;rgerwehr-Jungs mit den Milizion&#xE4;ren. Sie waren mit etwa einem Meter langen St&#xE4;ben bewaffnet, mit denen sie gnadenlos auf die Demonstranten einschlugen.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>M. A. Zvontsov<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Ich habe keine rechtswidrigen Handlungen seitens der Versammelten gesehen. Am Abend versammelten sich organisierte Gruppen junger Leute auf dem Platz. Aus der Menge waren Rufe zu h&#xF6;ren, die die Entscheidung des Plenums verurteilten, und es gab Parolen mit &#xE4;hnlichem Inhalt. Auf dem Podium sa&#xDF;en Vertreter der Beh&#xF6;rden, die beharrlich die R&#xE4;umung des Platzes forderten und vor Gewaltanwendung warnten. Die Situation blieb jedoch einigerma&#xDF;en ruhig, au&#xDF;er dass die Miliz von Zeit zu Zeit zwei bis drei Personen (meist M&#xE4;dchen) aus der Menge schnappte und abf&#xFC;hrte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Irgendwann griffen Feuerwehrautos die Menschenmenge mit Wasserwerfern an. Von diesem Moment an begannen die Unruhen. Die Menge warf Autos um und z&#xFC;ndete sie an. Sie warf Steine <\/em><em>&#x200B;&#x200B;auf Soldaten und versuchte, das Geb<\/em><em>&#xE4;ude des Zentralkomitees zu st<\/em><em>&#xFC;rmen. Die Kadetten waren mit Pionierschaufeln bewaffnet.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>I. A. Bolbramski<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Bevor die Truppen eintrafen, verlief die Demonstration friedlich. Die Truppen stellten sich &#xFC;ber die gesamte Breite der Stra&#xDF;e auf und begannen, die Menge zur&#xFC;ckzudr&#xE4;ngen. Ein Milit&#xE4;roffizier, dessen Rang unklar war und dessen Schultergurte bedeckt waren, gab den Befehl und die Soldaten gingen los, um Menschen zu schlagen. Die Demonstranten legten sich hin und die Soldaten schlugen mit St&#xF6;cken und Pionierschaufeln auf sie ein. Liegende sollten nicht geschlagen werden, das ist meine Meinung. Und Frauen sollten auch nicht geschlagen werden. Ich war im Ausland, habe Demonstrationen gesehen und wei&#xDF;, dass Menschen, die ihre Hand heben, nicht geschlagen werden. Es gab keinen Widerstand der Demonstranten.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Zeugen berichteten, dass die Situation auf dem Platz bis zum Eingreifen der Polizei ruhig blieb. Gleichzeitig fielen von Anfang an verd&#xE4;chtige Personen unter den Demonstrierenden auf: Sie riefen dazu auf, Russen zu verpr&#xFC;geln und die Fenster von H&#xE4;usern einzuschlagen. Sie selbst warfen Autos um und brannten sie nieder. Die Mehrheit der Demonstrierenden folgte diesen Aufrufen nicht. Die Polizei nahm die Provokateure jedoch nicht fest, wie die Autoren der Umfrage anmerken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/wir-wurden-gefoltert-obwohl-wir-verwundet-waren-die-geschichte-von-sayat-adilbeuly\/\"><strong>&#x201E;Wir wurden gefoltert, obwohl wir verwundet waren&#x201C; &#x2013; Die Geschichte von Sayat Adilbekuly<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Als die gewaltsame Aufl&#xF6;sung begann, sammelten die Jugendlichen St&#xF6;cke und Eisbrocken, um sich zu verteidigen. Es kam zu Zusammenst&#xF6;&#xDF;en, bei denen Soldaten und Milizion&#xE4;re mit Schlagst&#xF6;cken auf sie einschlugen. Und mit Einbruch der Dunkelheit kamen die Feuerwehrautos zum Einsatz: In einer frostigen Dezembernacht begannen sie, kaltes Wasser &#xFC;ber die Demonstranten zu gie&#xDF;en. Auf dem Asphalt bildete sich schnell Eis, sodass sie st&#xFC;rzten und verletzt wurden. Sie versuchten zu fliehen, wurden aber weiterhin verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>E. S. A&#x131;tjanova<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;In der Nacht nahmen die Ereignisse einen unheimlichen Charakter an. Die Kinder wurden mit Schlagst&#xF6;cken die Furmanov-Stra&#xDF;e [&#x2026;] lang getrieben. Zwischen 23 und 24 Uhr kamen Autos mit Hunden an, ich habe 15 oder 16 gez&#xE4;hlt. Soldaten oder Milizion&#xE4;re, ich wei&#xDF; nicht &#x2013; sie waren in Ziviluniform und st&#xFC;rmten durch die Eing&#xE4;nge, Keller, Dachb&#xF6;den und hielten bei jeder T&#xFC;r an.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>M. Sabitov<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Am Abend des 17. Dezember trieb man die Demonstranten mit Feuerwehrautos auseinander. Aber die Demonstranten z&#xFC;ndeten ein Auto an, weil es nicht mehr wert war als ihr Leben. Die Jungs und M&#xE4;dels liefen nass und vereist in der Dezemberk&#xE4;lte &#xFC;ber den Platz. Viele Menschen wurden geschlagen. Die Soldaten haben Schaufeln in den H&#xE4;nden, die B&#xFC;rgerwehr hat Eisenst&#xF6;cke mit Gummi an der Au&#xDF;enseite und die Polizei hat Schlagst&#xF6;cke. Ich sah, wie ein Polizist einem Mann auf den Kopf schlug, der sofort anfing zu bluten. Die Henker zerrten ihn zum Bus. Zu diesem Zeitpunkt kam ein junges M&#xE4;dchen angerannt und st&#xFC;rzte sich auf ihn. Die Henker schlugen und traten sie, danach zerrten sie beide zum Bus.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>S. J. &#x15E;arikbaev<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Am n&#xE4;chsten Morgen [18. Dezember] riegelten Truppen mit Kn&#xFC;ppeln und Schilden den Platz ab. Zwischen 10 und 11 Uhr schlug man [den Demonstrierenden] vor, die Versammlung aufzul&#xF6;sen. Doch die Versammelten forderten, dass Regierungsmitglieder zu ihnen kommen sollten. Als Reaktion darauf begannen die Truppen sie zur&#xFC;ckzudr&#xE4;ngen. Es kam zu einer Schl&#xE4;gerei. Der Befehl ert&#xF6;nte und die Truppen setzten Schlagst&#xF6;cke ein. Die Jugendlichen warfen Steine. Gepanzerte Fahrzeuge fuhren vor. Diese Auseinandersetzung dauerte etwa eine Stunde. Die Soldaten schlugen diejenigen, die sie einholten, mit Schlagst&#xF6;cken auf die K&#xF6;pfe. Bei den L&#xE4;den &#x201E;Bereke&#x201C; und &#x201E;Golovnye Ubory&#x201C; wurden sie zusammengedr&#xE4;ngt. Sie fielen aus einer H&#xF6;he von zwei bis drei Metern. Die heranst&#xFC;rmenden Soldaten zerrten sie in ihre Autos, und diejenigen, die fliehen wollten, wurden mit Schlagst&#xF6;cken geschlagen und getreten.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Familie U&#x15F;kempirov<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;M&#xE4;dchen wurden an den Haaren gezogen und geschlagen. Eine Gruppe M&#xE4;dchen versteckte sich im vierten und dritten Stock auf den Balkonen (dort gibt es separate Durchg&#xE4;nge). Die Soldaten, die sie eingeholt hatten, schlugen sie und warfen sie vom Balkon. Wir haben gesehen, wie sie sich Arme und Beine gebrochen haben. Mit gro&#xDF;en Sch&#xE4;ferhunden durchsuchten sie &#xFC;berall die Eing&#xE4;nge.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Proteste gingen am 18. Dezember weiter. Sicherheitskr&#xE4;fte zerstreuten die Demonstranten und jagten sie durch Eing&#xE4;nge und Gassen. Sie griffen auch wahllos Menschen an, die sich auf der Stra&#xDF;e befanden &#x2013; so wurde beispielsweise der Sekret&#xE4;r des Parteib&#xFC;ros Alibek Urinbaev geschlagen, als er am Abend des 17. Dezember mit seiner Frau spazieren ging. Er wurde am Kopf getroffen, zur Polizei gebracht und sp&#xE4;ter aus der Partei ausgeschlossen und degradiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>V. E. Kulikov<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Ich war zusammen mit dem Lehrstuhlleiter Jambaev im Wohnheim [des Kasachischen Landwirtschaftsinstituts], als sie an die T&#xFC;r klopften. Das waren Leute in Armeeuniformen mit Schilden und Schlagst&#xF6;cken. Jambaev &#xF6;ffnete die T&#xFC;r <em>leicht<\/em><\/em> <em>und erkl&#xE4;rte ihnen, dass im Wohnheim alles ruhig sei. Der Kommandeur gab jedoch an, dass sie aus den Fenstern der oberen Stockwerke mit Flaschen beworfen worden seien, und verlangte, sie hereinzulassen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Als Jambaev dem nicht Folge leistete, schlugen sie ihn mit einem Schlagstock auf den Kopf und verschafften sich Zugang zum Wohnheim. Dann drang Milit&#xE4;r in die oberen Stockwerke ein. Einige der Studenten wurden geschlagen und beschuldigt, Flaschen geworfen zu haben. Ich habe versucht, mich an den Offizier zu wenden. Er sagte mir, ich solle mich nicht einmischen.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>K. A. Jambaev<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Die Soldaten, angef&#xFC;hrt von einem Offizier, st&#xFC;rmten in den Raum und begannen, die Studenten mit Schlagst&#xF6;cken zu schlagen. Uns Kasachen wurden beleidigende und dem&#xFC;tigende Worte entgegengeschleudert. Soldaten mit Helmen, Schilden und Gummikn&#xFC;ppeln, in voller Kampfmontur, rannten in Gruppen &#xFC;ber die Etagen des Wohnheims. Aufforderungen von Lehrern, Sch&#xFC;ler nicht zu schlagen und der Willk&#xFC;r ein Ende zu setzen, halfen nicht. Vier Studenten kamen auf mich zu, von Soldaten geschlagen und schwer verletzt.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Adikova<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Am 18. Dezember 1986 sahen mein Freund und ich durch das Fenster meiner Wohnung ein schreckliches Bild. Zwei Frauen &#x2013; eine &#xE4;ltere, offenbar eine Mutter, und eine j&#xFC;ngere, eine Tochter &#x2013; gingen die Baiseitov-Stra&#xDF;e hinauf. Sie wurden von einem Milit&#xE4;rangeh&#xF6;rigen angehalten. Pl&#xF6;tzlich schwingt der Soldat seinen Schlagstock und schl&#xE4;gt der jungen Frau mit aller Kraft auf den Kopf. Ihre Mutter schrie und verteidigte sie. Auch sie schlug er mit einem Schlagstock, doch sie fiel durch den Schlag nicht um und die junge Frau lag auf dem Boden im Schnee. Er packte sie und zerrte sie mit so gro&#xDF;er Kraft die Treppe hinauf, dass er ihr den Mantel zerriss.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Weitere Soldaten n&#xE4;herten sich. Es war unm&#xF6;glich, das ruhig zu betrachten, und mein Freund und ich rannten raus, auf sie zu und fingen an zu schreien. Dann n&#xE4;herte sich ein Soldat mit einer Pelzm&#xFC;tze, sagte etwas, und das Milit&#xE4;r zog ab und lie&#xDF; das Opfer regungslos am Boden liegen.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>N. Jusupbekov<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Am 18. Dezember 1986 kehrte ich nach der Arbeit ins Wohnheim zur&#xFC;ck. Gegen 21:00 Uhr durchk&#xE4;mmten Soldaten das Gebiet mit Hunden und nahmen kasachische Jugendliche fest. M&#xE4;dchen und Jungen rannten unter dem Fenster des Wohnheims entlang. Sie wurden von Soldaten mit Hunden verfolgt. Es war dunkel. Man konnte nicht sehen, wie sie festgenommen wurden, aber man konnte die schrecklichen, herzzerrei&#xDF;enden Schreie der M&#xE4;dchen h&#xF6;ren.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Festgenommenen wurden in Haftanstalten gebracht, wo sie von der Staatsanwaltschaft, dem KGB und der Polizei verh&#xF6;rt wurden. Bereits 1987 kamen Strafsachen im Zusammenhang mit den Protesten massenhaft vor Gericht. Auch administrative Aspekte wurden ber&#xFC;cksichtigt. Die Beh&#xF6;rden verlangten von den Sicherheitskr&#xE4;ften Effizienz, und eine der Richter:innen sagte sp&#xE4;ter, sie sei m&#xFC;ndlich angewiesen worden, ausschlie&#xDF;lich Haft anzuordnen und keine der Festgenommenen zu milderen Strafen zu verurteilen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Abdulhamit Aledekeev, Staatsanwalt in einem der F&#xE4;lle<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Diese F&#xE4;lle wurden mit einer anklagenden Tendenz, hastig und routinem&#xE4;&#xDF;ig untersucht, ohne die Umst&#xE4;nde der Ereignisse zu spezifizieren, die sich direkt auf bestimmte Personen bezogen, welche strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurden. Daher wurde die Anklage wahllos und in allgemeiner Form erhoben. All dies war das Ergebnis des damaligen Drucks der F&#xFC;hrungsebene der Staatsanwaltschaft der Republik und des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kasachstans.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dies f&#xFC;hrten zu einer falschen Einstufung der Straftaten einzelner Personen, die strafrechtlich zur Verantwortung gezogen und rechtswidrig verurteilt wurden. Strafsachen wurden auf der Grundlage einer dem Fall beigef&#xFC;gten allgemeinen Bescheinigung untersucht, die von A.D. Myznikov (stellvertrender Staatsanwalt der Kasachischen SSR, Anm. The Village) unterzeichnet und in Kopie ausgestellt wurde. [&#x2026;] Dar&#xFC;ber hinaus wurden Menschen, die nichts mit diesen Ereignissen zu tun hatten, massenhaft illegal festgenommen.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/die-behoerden-wiederholen-die-vergangenheit-kasachstanische-menschenrechtlerinnen-ueber-die-aufarbeitung-der-januar-ereignisse\/\"><strong>&#x201E;Die Beh&#xF6;rden wiederholen die Vergangenheit&#x201C; &#x2013; Kasachstanische Menschenrechtler:innen &#xFC;ber die Aufarbeitung der Januar-Ereignisse<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die von der Kommission befragten Zeugen glaubten, dass die Beh&#xF6;rden viele M&#xF6;glichkeiten gehabt h&#xE4;tten, Gewalt zu verhindern &#x2013; insbesondere, wenn Gennadi Kolbin, der neue Erste Sekret&#xE4;r, in einen Dialog mit der Jugend getreten w&#xE4;re und ihre Forderungen besprochen h&#xE4;tte. Au&#xDF;erdem bestritten viele russischsprachige Zeugen emp&#xF6;rt, dass die Demonstrationen nationalistisch motiviert waren. Sie wiesen darauf hin, dass es w&#xE4;hrend der Proteste keinerlei nationalistische &#xC4;u&#xDF;erungen von Seiten der Jugendlichen gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist immer noch schwer zu sagen, welcher Beamte die gr&#xF6;&#xDF;te Verantwortung f&#xFC;r die blutige Niederschlagung der Demonstrationen tr&#xE4;gt. Die kasachische Nomenklatura schob &#x2013; wie Zaqa&#x15F; Qamalid&#x131;enov &#x2013; die gesamte Schuld auf Kolbin selbst, sein Gefolge und Vertreter des Kremls. Auch Moskauer Beamte wie Innenminister Wlassow wiesen die Vorw&#xFC;rfe zur&#xFC;ck: Entscheidungen seien ihrer Meinung nach <em>&#x201E;vor Ort&#x201C;<\/em> getroffen worden. Allerdings machten sie daf&#xFC;r auch Kolbin verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch selbst wenn kasachstanische Beamte wie Nursultan Nazarbaev und Salamat M&#x16B;qa&#x15F;ev tats&#xE4;chlich von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen waren, protestierten sie in keiner Weise dagegen. <em>&#x201E;Keiner von ihnen protestierte gegen das rechtswidrige Vorgehen der Strafverfolgungsbeh&#xF6;rden, gegen deren &#xDC;berschreitung ihrer Befugnisse&#x201C;<\/em>, fasste die Kommission die abschlie&#xDF;ende Bewertung der Ereignisse von 1986 zusammen. Die Mitglieder der Kommission stellten au&#xDF;erdem fest, dass die F&#xFC;hrer der Republik <em>&#x201E;aktiv zur Umsetzung aller getroffenen Entscheidungen beigetragen&#x201C;<\/em> h&#xE4;tten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weitere Bilder von den Jeltoqsan-Ereignissen findet ihr im Original-Artikel.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Nikita Shamstudinov f&#xFC;r The Village<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem <\/strong><a href=\"https:\/\/www.the-village-kz.com\/village\/city\/ustory\/38735-sobytiya-zhelto-sana-glazami-ochevidtsev\"><strong>Russischen<\/strong><\/a><strong> von Robin Roth<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. F&#xFC;r Zentralasien direkt in eurer Mailbox k&#xF6;nnt ihr euch auch zu unserem <a href=\"http:\/\/eepurl.com\/O0Qub\">w&#xF6;chentlichen Newsletter anmelden<\/a>.<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die blutig niedergeschlagenen Jeltoqsan-Proteste am 17. und 18. Dezember 1986 sind ein wichtiger Erinnerungsort in der j&#xFC;ngeren Geschichte Kasachstans. Bis heute sind die Ereignisse kaum aufgearbeitet, die Zahl der Toten liegt im Dunkeln. Anl&#xE4;sslich des Jahrestages hat &#x201E;The Village&#x201C; Erinnerungen von Augenzeug:innen zusammengestellt. Vor fast 40 Jahren, am 17. und 18. 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