{"id":40124,"date":"2024-09-14T08:13:24","date_gmt":"2024-09-14T06:13:24","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=40124"},"modified":"2024-09-15T10:01:55","modified_gmt":"2024-09-15T08:01:55","slug":"es-gibt-immer-ein-zeichen-der-hoffnung-in-unserem-leben-dschamsched-usmonow-im-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/gesellschaft-und-kultur\/es-gibt-immer-ein-zeichen-der-hoffnung-in-unserem-leben-dschamsched-usmonow-im-interview\/","title":{"rendered":"\u201eEs gibt immer ein Zeichen der Hoffnung in unserem Leben&#8220; \u2013 Dschamsched Usmonow im Interview"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Vorf&#xFC;hrung des tadschikischen Films &#x201E;<\/strong><strong><em>Der Flug der Biene<\/em><\/strong><strong>&#x201D; bot Novastan die Gelegenheit, den tadschikischen Regisseur <\/strong><strong>Dschamsched Usmono<\/strong><strong>w zu treffen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie ein Geschmack von Honig. Diesen Eindruck hinterlie&#xDF; der Film &#x201C;<a href=\"https:\/\/alumni.inalco.fr\/fr\/event\/-retrospective-western-poesie-musique-voyage-en-cinema-tadjik\/2024\/02\/28\/995\"><em>Der Flug der Biene<\/em><\/a><em>&#x201C; <\/em>&#xA0;am 28. Februar bei einer <a href=\"https:\/\/novastan.org\/fr\/societe-et-culture\/une-retrospective-du-cinema-tadjik-a-paris\/\">Retrospektive des tadschikischen Kinos<\/a> in Paris. Der Regisseur Dschamsched Usmonow war bei der Vorf&#xFC;hrung dabei.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Retrospektive<em> &#x201E;Western, Poesie, Musik! Eine Reise zum tadschikischen Film&#x201D;<\/em> war eine Initiative des Instituts f&#xFC;r orientalische Sprachen (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Institut_national_des_langues_et_civilisations_orientales\">Inalco<\/a>) in Paris. Sophie Hohmann, Dozentin f&#xFC;r Soziologie am Institut, initiierte einen Kurs zum Kennenlernen des tadschikischen Kinos<em>,<\/em> und zeigte dabei die Filme &#x201E;<em>Tod eines Wucherers&#x201C; <\/em>von <a href=\"https:\/\/tojikfilm.tj\/en\/actors_tojikfilm\/sobirov-tohir\/\">Tohir Sobirow<\/a> und &#x201E;<em>Der Flug der Biene&#x201C;<\/em> von Dschamsched Usmonow. Novastan sprach mit ihm &#xFC;ber seinen Film und seine Vision von Zentralasien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Novastan: Die Geschichte Ihres Films ist recht einfach: Die Hauptfigur des Films, Anor, gr&#xE4;bt eine &#xF6;ffentliche Toilette vor dem Fenster des Hauses des B&#xFC;rgermeisters. Anor hatte vergeblich seinen Nachbarn darum gebeten, seine furchtbar stinkende Toilette zu verlegen, und der B&#xFC;rgermeister hat sich nicht daf&#xFC;r eingesetzt. Hinter dieser einfachen Geschichte steckt das Anprangern von Machtmissbrauch, aber auch eine Form von Spott, nicht wahr?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dschamsched Usmonow: Ja. Der B&#xFC;rgermeister weigert sich, Anors Bitte zu ber&#xFC;cksichtigen, weil sein Nachbar ein reicher, einflussreicher Gesch&#xE4;ftsmann ist. Anor hat kein Gewicht, auch wenn er Lehrer ist und die Kinder des Dorfes unterrichtet. Seine witzige, humorvolle Antwort, ist f&#xFC;r ihn ein Hebel, ein Handlungsspielraum. Es ist ein recht einfacher Film mit einer gewissen Form von Humor. Sowas nutze ich gerne in meinen Filmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum haben Sie f&#xFC;r diese Veranstaltung genau &#x201E;<em>Der Flug der Biene&#x201C;<\/em> gew&#xE4;hlt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe eine besondere Zuneigung zu diesem Film, denn er erz&#xE4;hlt die Geschichte meines Urgro&#xDF;vaters. Er war ein Mann mit Charakter. In unserer Familie erz&#xE4;hlte man, dass er &#xC4;rger mit seinem Nachbarn hatte. Das gab mir die Handlung f&#xFC;r den Film vor.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die &#xF6;ffentliche Toilette ist also eine wahre Geschichte?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, diese Geschichte ist meinem Urgro&#xDF;vater vor 150 Jahren passiert. Nat&#xFC;rlich hatte sie einen anderen Inhalt und ein anderes Ende. Ich habe sie neu durchdacht und versucht, ein Kunstwerk daraus zu machen. &#x201E;<em>Der Flug der Biene&#x201C;<\/em> ist der zweite Teil eines Diptychons, der erste Film hie&#xDF; &#x201E;<em>Der Brunnen&#x201C;<\/em>. Es war ein mittellanger Film, und ich hatte ihn 1990 gedreht. Das war kurz vor dem <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/tadschikistan-der-unvergessliche-horror-des-burgerkriegs\/\">B&#xFC;rgerkrieg in Tadschikistan<\/a>, der bis 1997 andauerte. &#x201E;<em>Der Flug der Biene&#x201C; <\/em>habe ich erst sp&#xE4;ter realisiert. F&#xFC;r mich bilden diese beiden Filme das, was ich als &#x201E;Wasserzyklus&#x201C; bezeichne.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erkl&#xE4;ren Sie uns diesen &#x201E;Wasserzyklus&#x201C;.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kurz gesagt: In &#x201E;<em>Der Brunne<\/em>n&#x201C; gr&#xE4;bt der Hauptdarsteller ein Loch, um Wasser zu finden. Nach mehreren Metern st&#xF6;&#xDF;t er auf einen riesigen Felsen, den er nicht &#xFC;berwinden kann, und beschlie&#xDF;t daher, eine Toilette zu bauen. Der Film wurde im letzten Jahr der Existenz der UdSSR gedreht und spiegelt meine damalige Stimmung wider.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die Geschichte eines Brunnens, der sich in eine Latrine verwandelt, war eine symbolische Geschichte des Landes: Die UdSSR war als etwas sehr Positives und Interessantes gedacht, aber alles endete schlecht. In &#x201E;<em>Der Flug der Biene&#x201C;<\/em> ist es genau umgekehrt. Die Filmfigur will eine Toilette machen und st&#xF6;&#xDF;t dabei auf einen Felsen, aber dort findet er Wasser.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sind dieser Felsen und das Wasser Symbole f&#xFC;r die Realit&#xE4;t mit ihren Hindernissen und Erfolgen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist eine Allegorie auf das t&#xE4;gliche Leben, das voller Hindernisse steckt. Ich erz&#xE4;hle die Geschichte einer Person, die auf Schwierigkeiten st&#xF6;&#xDF;t, aber nach ihren Prinzipien handelt und nicht nachgibt. Wenn man vor einer Sackgasse steht, bedeutet das f&#xFC;r mich, dass der Sieg nicht weit entfernt ist. Man muss noch einige Schritte weitergehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er geht bis zum Ende und hat ein sch&#xF6;nes Geschenk, als er Wasser findet. Und er sagt, dass das Wasser so s&#xFC;&#xDF; sein wird wie der Honig der Bienen. Honig bedeutet f&#xFC;r mich Hoffnung. So endet der Film mit der Hoffnung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie widmen Ihren Film <\/strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Satyajit_Ray\"><strong>Satyajit Ray<\/strong><\/a><strong> (bengalischer Regisseur, 1921-1992, Anm. d. &#xDC;). Bei ihm sind das Allt&#xE4;gliche und die Heiligkeit des Wassers miteinander verbunden. In Ihrem Film gibt es zahlreiche Verweise auf ihn.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gleich zu Beginn mit der Musik! Sie stammt von Satyajit Ray. Dieser bengalische Regisseur war ein Archetyp des Sch&#xF6;pfers mit vielen Talenten. Er war Schriftsteller, Zeichner, Musiker &#x2026; Er ist mein Lieblingsregisseur. Als ich diese Musik zum ersten Mal h&#xF6;rte, dachte ich mir, dass sie die Musik meines Films sein muss. Ich habe mir die Frage nach den Urheberrechten nicht gestellt, obwohl meine Produktionsmittel sehr gering waren. Zum Gl&#xFC;ck gew&#xE4;hrte uns Satyajit Rays Sohn kostenfrei die Rechte f&#xFC;r nichtkommerzielle Vorf&#xFC;hrungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unter Ihren Vorbildern nennen Sie Bernard Bresson und Jean Becker. K&#xF6;nnten Sie uns sagen, warum?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bernard Bresson ist f&#xFC;r mich Kino in seiner reinsten Form. Er macht &#x201E;pures Kino&#x201C;. Dasselbe gilt f&#xFC;r <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jean_Becker_(Regisseur)\">Jean Becker<\/a>, aber sein Stil, w&#xFC;rde ich als sanfter bezeichnen: Sagen wir so, die Pille ist bei ihm weniger bitter. Zur Rolle der Musik sagte Bernard Bresson, dass sie das Kino ausmacht. Schon zu Beginn eines Films h&#xF6;rt man Musik. Sie gibt die Stimmung und den Ton an, bis zum Ende. Ohne sie gibt es kein Kino.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es gibt noch andere ber&#xFC;hmte Regisseure von &#xFC;berall her: aus Indien, aus Japan wie Akira Kurosawa oder Yasujiro Ozu, aus Russland wie Sergej Eisenstein oder Andrej Tarkowski, aus Italien wie Federico Fellini oder Michelangelo Antonioni &#x2026; Die Liste ist lang.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>War es wichtig, diesen Film inmitten Ihres Heimatdorfes zu drehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Warum an einem anderen Ort? Das ist der Ort, an dem mein Urgro&#xDF;vater seinen Brunnen gegraben hatte! Es ist mein Heimatdorf und ich kenne jeden Winkel. Warum sollte ich woanders arbeiten, wenn es einen kleinen Ort gibt, den ich wirklich gut kenne?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/gesellschaft-und-kultur\/neue-stimmen-zentralasiatische-kurzfilme-beim-goeast-filmfestival-2024\/\"><strong>Neue Stimmen: Zentralasiatische Kurzfilme beim goEast-Filmfestival 2024<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Alle meine Filme stammen von meiner Familie, einem Freund oder einem Nachbarn. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sherwood_Anderson\">Sherwood Anderson<\/a> sagte einmal zu <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_Faulkner\">William Faulkner<\/a>, einem amerikanischen Schriftsteller, den ich sehr verehre: &#x201E;<em>Sie sind ein Junge vom Land, alles, was Sie kennen, ist dieses kleine St&#xFC;ck Land in Mississippi, wo Sie angefangen haben. Allerdings reicht das aus. Das ist auch Amerika. Schreiben Sie dar&#xFC;ber!<\/em>&#x201C;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ihr Film ist schwarz-wei&#xDF; und wurde mit sehr geringen Mitteln gedreht. Ich habe geh&#xF6;rt, Sie hatten nur sehr wenig Filmrollen&#x2026;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich kaufte die letzten Meter Film, die ich noch auf Lager hatte, in einer alten ukrainischen Fabrik, die die Sowjetunion belieferte &#x2013; in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schostka\">Schostka<\/a>. Wir hatten gerade genug, um nur eineinhalb Einstellungen zu machen. Wir probten die Szenen also sehr, sehr oft, bevor wir sie drehten. Stellen Sie sich die Schwei&#xDF;perlen in dem Moment vor, in dem ich sage: &#x201E;Action!&#x201C;. Die Kamera war eine sowjetische <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Konvas\">Konvas<\/a> aus den baltischen Staaten. Ich erinnere mich, dass sie sehr laut war. Aber wir haben es geschafft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lassen Sie uns den Fokus erweitern. Gibt es Ihrer Meinung nach eine Besonderheit des tadschikischen Kinos im Vergleich zu den Filmen anderer zentralasiatischer L&#xE4;nder?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zun&#xE4;chst die Sprache. Die tadschikische Sprache geh&#xF6;rt zur Gruppe der persischen Sprachen, im Gegensatz zu den Turksprachen der anderen zentralasiatischen L&#xE4;nder. Tadschikistan hat eine sehr alte Kultur und Zivilisation. Ich habe sogar das Gef&#xFC;hl, dass sie auf Adam und Eva zur&#xFC;ckgeht, auf die Geburt der Menschheit. Sie ist uralt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tadschiken sind ein sesshaftes Volk, w&#xE4;hrend die anderen zentralasiatischen L&#xE4;nder &#xFC;berwiegend Nomadenv&#xF6;lker waren. Aber diese Unterschiede in der Geschichte und den Kulturen sind der Reichtum und die Identit&#xE4;t Zentralasiens.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>M&#xF6;chten Sie lieber betonen, was den gemeinsamen Fundus Zentralasiens ausmacht?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die zentralasiatischen L&#xE4;nder sind seit den 1990er Jahren unabh&#xE4;ngig und haben ihre eigene Identit&#xE4;t, aber sie sind auch sie haben auch viele russische Einfl&#xFC;sse geerbt. Alle sprechen neben der Volkssprache auch Russisch. Das ist ein Pluspunkt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/alitschor-ein-fotofilm-ueber-das-leben-in-einem-tadschikischen-bergdorf\/\"><strong>&#x201E;Alitschor&#x201C; &#x2013; ein Fotofilm &#xFC;ber das Leben in einem tadschikischen Bergdorf<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Was die zentralasiatischen Kinos betrifft, so verdanken sie viel der sowjetischen Filmkunst, die in industrieller und k&#xFC;nstlerischer Hinsicht unglaublich reich war! Ich selbst wurde am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerassimow-Institut_f%C3%BCr_Kinematographie\">Staatlichen H&#xF6;heren Filminstitut in Moskau<\/a> ausgebildet, das 1919 gegr&#xFC;ndet wurde und als eine der gr&#xF6;&#xDF;ten Filmausbildungsst&#xE4;tten der Welt gilt. Jedes Land hat seine eigene Kultur, aber die Pr&#xE4;gung durch die Geschichte kann man nicht unterdr&#xFC;cken. Au&#xDF;erdem hat Zentralasien das Gl&#xFC;ck, an der Kreuzung verschiedener L&#xE4;nder zu liegen, die in der Welt des Kinos einen guten Ruf haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben 2010 in Frankreich einen Film mit franz&#xF6;sischen Schauspielern gedreht &#x2013; &#x201E;<em>Falsches Spiel<\/em>&#x201C; (im Original: &#x201E;<em>Le roman de ma femme<\/em>&#x201C;, Anm. d. &#xDC;.) &#x2013; mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Olivier_Gourmet\">Olivier Gourmet<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L%C3%A9a_Seydoux\">L&#xE9;a Seydoux<\/a>. Wie war diese neue Erfahrung f&#xFC;r Sie?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war eine sehr bereichernde Erfahrung. Die Schauspieler sind sehr gut und die Qualit&#xE4;t des franz&#xF6;sischen Kinos liegt auf der Hand. Aber ich muss sagen, dass ich durch die Anforderungen der Produktion ein wenig eingeschr&#xE4;nkt war. In meinen fr&#xFC;heren Filmen, in denen ich als Produzent t&#xE4;tig war, hatte ich freie Hand. Ich mache meine Filme sehr spontan und lasse den Instinkt und die Empirie mitwirken. Ich h&#xF6;re auf die M&#xF6;glichkeiten, die sich mir bieten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eben, Sie sagen, dass das Kino wie ein lebender Organismus ist. Ist es das, was Sie meinten, wenn Sie von Spontanit&#xE4;t sprechen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, meiner Meinung nach ist das Kino wie ein lebender Organismus. Es ist ein Spiegel des Lebens. Das sp&#xFC;rt man bei jedem Film, der seine eigene Dynamik hat. Nat&#xFC;rlich gibt es das Drehbuch und das, was man sich vorgenommen hat, aber man muss auf das h&#xF6;ren, was w&#xE4;hrend des Drehs passiert. Es k&#xF6;nnen viele &#xDC;berraschungen auftauchen, und man muss sie ber&#xFC;cksichtigen. Das kann eine Figur sein, die im Drehbuch auftaucht, oder auch etwas ganz anderes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was sind Ihre Pl&#xE4;ne: bereiten Sie einen weiteren Film vor?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, ich werde in Tadschikistan drehen. Das Drehbuch habe ich bereits geschrieben, aber ich muss das Projekt noch zusammenstellen. Es ist die Geschichte vom Bau eines Gartens in der W&#xFC;ste, mitten im Nirgendwo.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine letzte Frage: Nach der Vorf&#xFC;hrung von &#x201E;<em>Der Flug der Biene&#x201C;<\/em> kam eine Frau zu Ihnen und sagte Ihnen etwas. Erz&#xE4;hlen Sie uns davon.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, sie kam zu mir und sagte: &#x201E;<em>Bevor ich Ihren Film gesehen habe, wollte ich mich an jemandem r&#xE4;chen. Und jetzt will ich mich nicht mehr r&#xE4;chen<\/em>&#x201C;. Ich kenne ihre Geschichte nicht und wei&#xDF; auch nicht, &#xFC;ber wen sie sprechen wollte. Was ich festhalte, ist, dass mein Film ihren Wunsch nach Rache ver&#xE4;ndert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe nicht den Anspruch, die Welt zu ver&#xE4;ndern, aber manchmal kann die Verschiebung von ein paar Millimetern, das Zusammenstellen von kleinen Dingen neue Hoffnung geben und zeigen, dass es nicht nur das B&#xF6;se als Antwort gibt. Es gibt immer ein Zeichen der Hoffnung, das Gute hat seinen Platz in unserem Leben. Das ist der Grund, warum ich Filme mache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Patrick Do Dinh f&#xFC;r Novastan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/fr\/tadjikistan\/djamched-ousmonov-il-y-a-toujours-une-note-despoir-dans-nos-vies-cest-pour-ca-que-je-fais-des-films\/\"><strong>Franz&#xF6;sischen<\/strong><\/a><strong> von Giulia Manca<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. F&#xFC;r Zentralasien direkt in eurer Mailbox k&#xF6;nnt ihr euch auch zu unserem <a href=\"http:\/\/eepurl.com\/O0Qub\">w&#xF6;chentlichen Newsletter anmelden<\/a>.<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorf&#xFC;hrung des tadschikischen Films &#x201E;Der Flug der Biene&#x201D; bot Novastan die Gelegenheit, den tadschikischen Regisseur Dschamsched Usmonow zu treffen. Wie ein Geschmack von Honig. Diesen Eindruck hinterlie&#xDF; der Film &#x201C;Der Flug der Biene&#x201C; &#xA0;am 28. Februar bei einer Retrospektive des tadschikischen Kinos in Paris. Der Regisseur Dschamsched Usmonow war bei der Vorf&#xFC;hrung dabei. Die [&#x2026;]<\/p>\n","protected":false},"author":2005,"featured_media":40125,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4357,6],"tags":[5339,1318,1466,744,3850],"coauthors":[5109],"class_list":["post-40124","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesellschaft-und-kultur","category-tadschikistan","tag-dschamsched-usmonow","tag-film","tag-kino","tag-kultur","tag-regisseur"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40124","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2005"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40124"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40124\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40129,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40124\/revisions\/40129"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/40125"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40124"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40124"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40124"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=40124"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}