{"id":39045,"date":"2024-04-23T00:06:53","date_gmt":"2024-04-22T22:06:53","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=39045"},"modified":"2024-04-24T21:06:25","modified_gmt":"2024-04-24T19:06:25","slug":"joo-yup-lee-the-turkic-peoples-in-world-history-routledge-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/zentralasien-und-europa\/joo-yup-lee-the-turkic-peoples-in-world-history-routledge-2024\/","title":{"rendered":"Turkv\u00f6lker in der Weltgeschichte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Warum ist es wichtig, die Geschichte der Turkv&#xF6;lker zu studieren? Diese Frage stellt der Historiker Joo-Yup Lee in seinem neuen Buch &#x201E;The Turkic Peoples in World History&#x201D;. Joo-Yup Lees Buch enth&#xFC;llt die faszinierende Welt der t&#xFC;rkischen Reiche und V&#xF6;lker und versucht sich an der Darstellung einer ununterbrochenen Geschichte der Turkv&#xF6;lker.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kapitel 1. Alte Turkv&#xF6;lker: Tele, T&#xFC;rken, Uiguren<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Tele: Das wohl &#xE4;lteste Turkvolk<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Tele sind das &#xE4;lteste bekannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Turkv%C3%B6lker\">Turkvolk<\/a> der Geschichte, das bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. in der Mongolei gelebt haben soll. Die fr&#xFC;he Geschichte der Tele l&#xE4;sst sich nur bruchst&#xFC;ckhaft aus chinesischen Chroniken rekonstruieren. Dort werden sie als Gruppe von St&#xE4;mmen beschrieben, die nicht nur die mongolische Steppe, sondern auch die kasachische, kaspische und Schwarzmeersteppe bewohnten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Entstehung des ersten t&#xFC;rkischen Reiches<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bezeichnung &#x201E;T&#xFC;rken&#x201C; wurde mit der Entstehung des ersten t&#xFC;rkischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Khanat\">Chanats<\/a> (552-742 n. Chr.) bekannt. Die herrschende Dynastie des t&#xFC;rkischen Chanats war der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aschina\">Aschina-Klan<\/a>. Nach t&#xFC;rkischen Legenden entstand dieser aus der Vereinigung einer W&#xF6;lfin und eines jungen Mannes, der aus einem von Feinden ausgel&#xF6;schten Stamm &#xFC;berlebte.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl nicht alle historischen V&#xF6;lker, die Turksprachen sprachen, sich mit den alten T&#xFC;rken aus dem Aschina-Stamm in Verbindung brachten, hat sich die Bezeichnung &#x201E;T&#xFC;rken&#x201C; (&#x201E;Turks&#x201C;) in der Wissenschaft f&#xFC;r alle turksprachigen Gruppen sowie f&#xFC;r einige nicht-t&#xFC;rkischsprachige Vertreter zentralasiatischer Kulturen durchgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die T&#xFC;rken erlangten die Hegemonie &#xFC;ber die gesamte mongolische Steppe und wurden zur dominierenden Macht in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Transoxanien\">Transoxanien<\/a>. Sie unterwarfen verschiedene Nomadengruppen in der kasachischen Steppe und drangen in die Schwarzmeersteppe bis zu den Grenzen des Byzantinischen Reiches auf der Krim und im Kaukasus vor.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Bl&#xFC;tezeit des uigurischen Reiches<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichte_der_Uiguren\">Uiguren<\/a> waren ein Turkvolk, das zwischen 744 und 840 n. Chr. die alten T&#xFC;rken als dominierende Macht in der zentralasiatischen Steppe abl&#xF6;ste. Zwei Jahre nach der Zerst&#xF6;rung des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zweites_T%C3%BCrk-Kaganat#:~:text=Das%20Zweite%20T%C3%BCrk%2DKaganat%20(altt%C3%BCrkisch,K%C3%B6k%2DT%C3%BCrken%20im%20%C3%B6stlichen%20Zentralasien.\">Zweiten T&#xFC;rk-Chanats<\/a> (682-742) durch die Uiguren und ihre Verb&#xFC;ndeten gr&#xFC;ndeten die Uiguren ihren eigenen Staat in der mongolischen Steppe. Sp&#xE4;ter unterwarfen sie die Tele-St&#xE4;mme und besiegten die Tataren und Kirgisen, die im Jenissei-Becken in Sibirien lebten. Die Uiguren begannen, die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tang-Dynastie\">Tang-Dynastie<\/a> milit&#xE4;risch zu unterst&#xFC;tzen, und erhielten im Gegenzug gro&#xDF;e Mengen an Seide und anderen Waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die internen Kriege, die seit 830 n. Chr, andauerten, schw&#xE4;chten das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uigurisches_Kaganat\">Uigurische Chanat<\/a> stark. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kirgisen\">Kirgisen<\/a>, mit denen sich die Uiguren seit 20 Jahren im Krieg befanden, fielen 840 ins geschw&#xE4;chte Uigurische Chanat ein, richteten seinen Herrscher hin und pl&#xFC;nderten die Hauptstadt <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ordu-Baliq\">Ordu-Baliq<\/a>. Nach dem Fall des Chanats zerstreuten sich die Uiguren in verschiedene Richtungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kapitel 2. Turkv&#xF6;lker in S&#xFC;dsibirien, Zentralasien und der kiptschakischen Steppe: Kirgisen, Chasaren, Bulgaren, Karachaniden und Kiptschaken<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das &#x201E;Kirgisenreich&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kirgisen, die am Jenissej im heutigen S&#xFC;dsibirien lebten, betraten mit der Eroberung von Ordu-Baliq die Weltb&#xFC;hne; bald wurden sie zur neuen dominierenden Macht in der mongolischen Steppe. Ihr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kirgisisches_Reich\">Reich<\/a> erstreckte sich vom Fluss <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irtysch\">Irtysch<\/a> im Westen bis zur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mandschurei\">Mandschurei<\/a> im Osten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/zentralasien-historisches-herz-der-muslimischen-welt\/\">Zentralasien &#x2013; historisches Herz der muslimischen Welt<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ab dem sp&#xE4;ten 17. Jahrhundert standen die Kirgisen unter der Herrschaft des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dsungarisches_Khanat#:~:text=Das%20Dsungarische%20Khanat%20war%20ein,entstand%20und%201759%20zerst%C3%B6rt%20wurde.\">Dsungarischen Chanats<\/a> (1634-1758). Zu dieser Zeit wanderten viele kirgisische Nomaden ins Fergana-Tal und andere Regionen Zentralasiens ein. In der ersten H&#xE4;lfte des 19. Jahrhunderts geh&#xF6;rten die kirgisischen Gebiete zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Khanat_Kokand\">Chanat Kokand<\/a> (1709-1876). Nachdem das Russische Reich das Chanat in den 1860er-Jahren erobert und seine Gebiete annektiert hatte, wurden die Kirgisen Teil des Russischen Reiches.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Chasaren: Zum Judentum konvertiert<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chasaren#:~:text=Ausdehnung-,Im%209.,von%20Georgien%2C%20Armenien%20und%20Aserbaidschan.\">Chasaren<\/a> waren ein nomadisches Turkvolk, das Mitte des 7. Jahrhunderts n. Chr. ein eigenes Chanat gr&#xFC;ndete. Im 8. Jahrhundert wurden sie zur vorherrschenden Macht in der Kaspischen Steppe und erhoben Tribut von den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolgabulgaren\">Wolgabulgaren<\/a>, verschiedenen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Finno-ugrische_V%C3%B6lker\">finno-ugrischen V&#xF6;lkern<\/a> im Norden und slawischen St&#xE4;mmen im Westen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie unterhielten Beziehungen zum Byzantinischen Reich, obwohl sie zeitweise mit diesem um den Besitz der Krim konkurrierten. Lange kontrollierte das Chasaren-Chanat den Handel zwischen der n&#xF6;rdlichen Waldzone und der byzantinisch-islamischen Welt. Um 900 konvertierte die F&#xFC;hrungselite der Chasaren zum Judentum. Nur wenig sp&#xE4;ter, im Jahr 965, wurden sie schlie&#xDF;lich von den Armeen der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kiewer_Rus\">Kiewer Rus<\/a> und der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oghusen#:~:text=Oghusen%20(in%20den%20Orchon%2DInschriften,deren%20Zusammenhang%20untereinander%20unklar%20ist.\">Oghusen<\/a> besiegt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Bulgaren<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die (Proto-)<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Protobulgaren#:~:text=Protobulgaren%20(gelegentlich%20auch%20Ur%2DBulgaren,dem%20Ethnonym%20%E2%80%9EBulgaren%E2%80%9C%20erscheinen.\">Bulgaren<\/a> sprachen eine Turksprache, dessen einziger &#xFC;berlebender Vertreter die moderne <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschuwaschische_Sprache\">tschuwaschische Sprache<\/a> ist. Die Bulgaren gr&#xFC;ndeten im siebten Jahrhundert das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fbulgarisches_Reich\">Gro&#xDF;bulgarische Reich<\/a> in der Schwarzmeersteppe. Nachdem die Bulgaren der Schwarzmeer- und Kaspischen Steppe von den Chasaren besiegt worden waren, wanderten einige von ihnen auf den Balkan aus, wo sie in den 670er-Jahren die dortigen slawischen St&#xE4;mme unterwarfen. Im Laufe der Zeit vermischten sich diese Bulgaren mit den zahlreicheren Slawen und wurden zu slawischsprachigen Bulgaren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine andere Gruppe von Bulgaren wanderte im achten Jahrhundert nach Norden in die Wolga-Kama-Region ein und gingen mit lokalen finno-ugrischen Gruppen Verbindungen ein. Ab dem 13. Jahrhundert vermischten sich einige Wolgabulgaren mit den Kiptschakisch sprechenden Dschutschidennomaden aus dem S&#xFC;den und trugen zur Bildung der Wolga-Tataren bei, w&#xE4;hrend andere, die nicht zum Islam konvertierten, zu den modernen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschuwaschen\">Tschuwaschen<\/a> wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Karachaniden: erstes muslimisches Turkvolk Zentralasiens<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karachaniden\">Karachaniden<\/a> gr&#xFC;ndeten das Karachaniden-Chanat (992-1212 n. Chr.), den ersten muslimischen Turkstaat in Zentralasien. Sie begannen den Islam unter den t&#xFC;rkischen Nomaden in der kasachischen Steppe zu verbreiten und f&#xF6;rderten den Bau von Moscheen sowie Karawansereien. Viele der bis heute erhaltenen Geb&#xE4;ude der Karachaniden befinden sich in Buchara, der ehemaligen Hauptstadt der Samaniden. In der zweiten H&#xE4;lfte des 11. Jahrhunderts wurde das Karachaniden-Reich, mitsamt der kulturellen Handelsst&#xE4;dte Buchara und Samarkand, von Seldschuken erobert und existierte als Vasallenstaat verschiedener Reiche weiter.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Kiptschaken in der Geschichte Eurasiens<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kiptschak_(Volk)\">Kiptschaken<\/a> beherrschten seit Mitte des 11. Jahrhunderts ein weitl&#xE4;ufiges Gebiet, das die Steppen am Schwarzen Meer, am Kaspischen Meer und in Kasachstan umfasste. Die nomadischen Kiptschaken bildeten keinen einheitlichen Staat, sondern ein loses Stammesb&#xFC;ndnis. Dennoch blieben diese St&#xE4;mme bis zum Aufstieg des Mongolenreichs im fr&#xFC;hen 13. Jahrhundert die dominierende Kraft in den eurasischen Steppen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Mitte des 11. Jahrhunderts besiegten die Kiptschaken die Oghusen, die in der Region des Aralsees und des Kaspischen Meeres lebten. &#xA0;Die Kiptschaken gingen B&#xFC;ndnisse ein und unternahmen &#xDC;berf&#xE4;lle auf dort lebende Slawen und auch Eheschlie&#xDF;ungen zwischen Kiptschaken und russischen F&#xFC;rstent&#xFC;mern waren keine Seltenheit. Sie gelten als Vorfahren der modernen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krimtataren\">Krimtataren<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Usbeken\">Usbeken<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kasachen#:~:text=%D2%9B%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D2%9B%D1%82%D0%B0%D1%80%20qazaqtar)%20sind%20eine%20turksprachige,Iran%20(15.000)%2C%20Afghanistan%20(\">Kasachen<\/a>. In der ersten H&#xE4;lfte des 13. Jahrhunderts wurden die meisten Gebiete der Kiptschaken dann von den Mongolen erobert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kapitel 3. Oghus-T&#xFC;rken in Westasien und im Nahen Osten: Seldschuken, Ottomanen und Turkmenen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Stammesverband der Oghusen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Oghusen waren ein t&#xFC;rkischer Stammesverband, der im 9. und 10. Jahrhundert um den Aralsee und der Kaspischen Steppe lebte. Ihre Hauptstadt Jangikent (&#x201E;neue Stadt&#x201C;) lag am Unterlauf des Syr-Darya. Nachdem sie zum Islam konvertiert waren, wurden die Oghusen in der muslimischen Welt als &#x201E;Turkmenen&#x201C; bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Seldschukenstaat<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seldschuken\">Seldschuken<\/a> sind eine t&#xFC;rkische Dynastie, die Ende des 10. Jahrhunderts aus dem Stammesverband der Oghusen hervorging. Das von ihnen gegr&#xFC;ndete Reich ist in der wissenschaftlichen Literatur als &#x201E;Reich der Gro&#xDF;seldschuken&#x201C; bekannt. Die Seldschuken eroberten das Gebiet des heutigen Iran und verlegten 1051 ihre Hauptstadt nach Isfahan. Ihr Reich erstreckte sich nun von Chorasan bis zum Iran und Aserbaidschan. Etwas sp&#xE4;ter erfolgte die Ausweitung nach Anatolien.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"588\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2024\/04\/malik-shah_i-1024x588.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-39063\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2024\/04\/malik-shah_i-1024x588.jpeg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2024\/04\/malik-shah_i-300x172.jpeg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2024\/04\/malik-shah_i-768x441.jpeg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2024\/04\/malik-shah_i.jpeg 1112w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kr&#xF6;nung von Malik Shah I. von Rashid al-Din, ver&#xF6;ffentlicht in Tabriz, Persien, 1307 n. Chr. Quelle: CAAN<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Osmanen: Begr&#xFC;nder eines Weltreichs<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Osmanen, eine t&#xFC;rkisch-oghusische Dynastie, gr&#xFC;ndeten das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Osmanisches_Reich#:~:text=Das%20Osmanische%20Reich%20(osmanisch%20%D8%AF%D9%88%D9%84%D8%AA,1299%20bis%201922.\">Osmanische Reich<\/a> (1299-1922), eines der gr&#xF6;&#xDF;ten und m&#xE4;chtigsten Reiche der Weltgeschichte. Nachdem sie ein Hauptquartier im Nordwesten Anatoliens errichtet hatten, begannen die Osmanen mit Eroberungsfeldz&#xFC;gen gegen byzantinische St&#xE4;dte bis hinauf in die Balkanregion. Im 16. Jahrhundert drangen sie nach S&#xFC;den vor und erlangten die Kontrolle &#xFC;ber Syrien, &#xC4;gypten und die Region am Roten Meer, einschlie&#xDF;lich der drei heiligen muslimischen St&#xE4;dte Mekka, Medina und Jerusalem.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende des 17. Jahrhunderts nahm die milit&#xE4;rische Macht der Osmanen ab, da man in Bezug auf die technologische Ausr&#xFC;stung hinter Europa zur&#xFC;ckblieb. Als die Osmanen 1683 zum zweiten Mal Wien belagerten, erlitten sie eine vernichtende Niederlage gegen eine europ&#xE4;ische Koalitionsarmee. Nach dem Ersten Weltkrieg l&#xF6;ste sich das Osmanische Reich endg&#xFC;ltig auf. Auf den Tr&#xFC;mmern des einstigen Gro&#xDF;reichs rief <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mustafa_Kemal_Atat%C3%BCrk\">Mustafa Kemal<\/a> (1881-1938) am 29. Oktober 1923 die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichte_der_Republik_T%C3%BCrkei#:~:text=Die%20Geschichte%20der%20Republik%20T%C3%BCrkei,Hauptstadt%20von%20Istanbul%20nach%20Ankara.\">T&#xFC;rkische Republik<\/a> aus. Ihm gelang es, die Autonomie des Landes im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%BCrkischer_Befreiungskrieg\">T&#xFC;rkischen Unabh&#xE4;ngigkeitskrieg<\/a> (1919-1923) zu verteidigen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Safawiden: ein t&#xFC;rkisch-persisches Reich<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Safawiden#:~:text=Die%20Safawiden%20(auch%20Safaviden%3B%20persisch,schiitischen%20Islam%20als%20Staatsreligion%20etablierte.\">Safawidenreich<\/a> war ein t&#xFC;rkisch-persischer Staat, der den Iran von 1501 bis 1722 beherrschte. Obwohl die herrschende Familie der Safawiden wahrscheinlich kurdischer Abstammung war, waren es turkmenische Nomaden, die das R&#xFC;ckgrat der Safawidenarmee und der milit&#xE4;rischen Elite des Reiches bildeten. Im Jahr 1629 begann der langsame Niedergang der Safawiden. Als es 1722 afghanischen Rebellen nach einer sechsmonatigen Belagerung gelang, Isfahan einzunehmen und den letzten aktiven Herrscher des Safawiden-Reiches zu st&#xFC;rzen, besiegelte dies das Ende der Dynastie.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Kadscharen-Reich: der letzte turkmenische Staat im Iran<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kadscharen\">Kadscharen<\/a> waren eine turkmenische Dynastie, die von 1794 bis 1925 im Iran regierte. Der erste Kadschar-Schah vereinigte den Iran mit der Hauptstadt Teheran und gliederte Georgien und den Kaukasus in seinen Staat ein. Im 18. Jahrhundert erlitten die Kadscharen schwere Niederlagen gegen Russland und verloren Georgien und Nord-Aserbaidschan. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde ihr Staat von Gro&#xDF;britannien und Russland in Einflusssph&#xE4;ren aufgeteilt. Schlie&#xDF;lich beendete 1921 ein Staatsstreich von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reza_Schah_Pahlavi\">Reza Schah<\/a> (reg. 1925-1941), dem Begr&#xFC;nder der neuen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pahlavi_(Dynastie)#:~:text=Die%20Dynastie%20der%20Pahlavi%20(persisch,letzte%20Herrscherdynastie%20der%20persischen%20Schahs.&amp;text=Die%20Pahlavi%20kamen%201925%20als,31.%20Oktober%201925%20abgesetzt%20worden.\">Pahlavi-Dynastie<\/a> (1925-1979), die Kadschar-Dynastie und damit die t&#xFC;rkische Herrschaft im Iran.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kapitel 4. T&#xFC;rkisch-Mongolische oder Mongolisch-T&#xFC;rkische Steppenbev&#xF6;lkerung der Kiptschakischen Steppe und Zentralasiens<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Tschagatai: T&#xFC;rkisch-mongolische V&#xF6;lker in Zentralasien<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff &#x201E;Tschagatai&#x201C; bezeichnet das Nomadenvolk des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschagatai-Khanat\">Tschagatai-Chanats<\/a>, eines mongolischen Staates im zentralasiatischen Raum, der von den Nachkommen von Dschingis Chans zweitem Sohn <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschagatai_Khan\">Tschagatai<\/a> (reg. 1227-1241) regiert wurde. In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde das Tschagatai-Chanat in einen &#xF6;stlichen und einen westlichen Teil geteilt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Timuridenreich<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Timuridenreich\">Timuridenstaat<\/a> war einer der Nachfolgestaaten des Mongolenreiches, der vom sp&#xE4;ten 14. bis zum sp&#xE4;ten 15. Jahrhundert einen Gro&#xDF;teil Zentralasiens beherrschte. Der Gr&#xFC;nder des Reiches, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Timuridenreich\">Amir Timur<\/a> (auch Timur Leng oder Tamerlan), geh&#xF6;rte einem mongolischen Stamm an, der mit Tschagatai in die Region eingewandert war. Timur gelang es, die westliche H&#xE4;lfte des ehemaligen Reiches von Dschingis Khan wieder zu vereinen und den Tschagataiden-Staat zu einer Weltmacht zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/die-amir-temur-statue-in-taschkent-neuer-held-aus-alten-zeiten\/\">Die Amir-Temur-Statue in Taschkent &#x2013; neuer Held aus alten Zeiten<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die F&#xF6;rderung von K&#xFC;nstlern, Dichtern, Architekten und Gelehrten durch Timur und seine Nachkommen f&#xFC;hrte zu einer kulturellen Bl&#xFC;te in der Region, die als &#x201E;Timuridische Renaissance&#x201C; bekannt wurde. Das Timuridenreich brach infolge der usbekischen Eroberung Zentralasiens zu Beginn des 16. Jahrhunderts zusammen, konnte aber 1526 als Mogulreich in Indien wieder aufleben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mogulreich<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mogulreich\">Mogulreich<\/a> wurde im Jahr 1526 von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Babur\">Babur<\/a> (1483-1530) gegr&#xFC;ndet, anscheinend einem Nachkommen Dschingis Chans und Amir Timurs. Als die timuridischen Gebiete in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chorasan\">Chorasan<\/a> von Usbeken erobert wurden, musste Babur nach Afghanistan fliehen und lie&#xDF; sich in Kabul nieder. Durch den Sieg &#xFC;ber die indo-afghanische Armee 1526 gelang es Babur, den timuridischen Staat in Nordindien wiederzubeleben. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"506\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2024\/04\/new_delhi_jama_masjid-1536x759-1-1024x506.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-39064\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2024\/04\/new_delhi_jama_masjid-1536x759-1-1024x506.jpeg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2024\/04\/new_delhi_jama_masjid-1536x759-1-300x148.jpeg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2024\/04\/new_delhi_jama_masjid-1536x759-1-768x380.jpeg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2024\/04\/new_delhi_jama_masjid-1536x759-1.jpeg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jami Masjid, Delhi. Quelle: PlaneMad\/Wikimedia<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In der Bl&#xFC;tezeit des Mogulreichs entstand etwa der Mausoleumskomplex <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taj_Mahal\">Taj Mahal in Agra<\/a>. Doch sp&#xE4;testens mit der Errichtung des britischen Imperiums verloren die Mogulen ihre Macht. Der Sturz des letzten Mogulkaisers durch die Briten beendete schlie&#xDF;lich die Timuridendynastie in Indien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/indien-der-nachste-riese-in-zentralasien\/\">Indien &#x2013; Der n&#xE4;chste Riese in Zentralasien?<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Usbeken: Turk-Mongolen aus der Kiptschak-Steppe<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In der nachmongolischen Zeit war &#x201E;Usbeke&#x201C; eine Bezeichnung f&#xFC;r die Bev&#xF6;lkerung, die in der Kiptschak-Steppe lebte. An der Wende zum 16. Jahrhundert spalteten sich die Usbeken der &#xF6;stlichen Kiptschak-Steppe, die der heutigen kasachischen Steppe entspricht, in schibanidische und kasachische Usbeken.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Tokai-Timuriden in Transoxanien<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nach mehreren Machtwechseln in Transoxanien stellten im 16. Jahrhundert die Tokai-Timuriden (auch Aschtarchaniden, Schaniden) die neue Herrscherdynastie. Bald jedoch drangen die Kasachen bis zum heutigen Taschkent, Andijon und Samarkand vor und die Existenz des usbekischen Staates in Zentralasien war bedroht. Die Offensive konnte abgewehrt werden und anschlie&#xDF;end erreichte der usbekische Staat seine Bl&#xFC;tezeit und genoss relativen Frieden und Wohlstand.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Chanat Kokand: Usbekischer Staat im Fergana-Tal<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im fr&#xFC;hen 18. Jahrhundert entstand im Fergana-Tal ein neuer unabh&#xE4;ngiger usbekischer Staat, das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Khanat_Kokand\">Chanat Kokand<\/a> (1709-1876). Das Chanat wandelte sich bald von einem Stadtstaat zu einer Regionalmacht und wurde zu einem regionalen Gro&#xDF;reich. Man drang nordw&#xE4;rts bis nach Kasachstan vor und annektierte Turkestan, die ehemalige Hauptstadt des kasachischen Chanats.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Niedergang des Khanats begann Mitte des 19. Jahrhunderts durch interne Konflikte. Das stark geschw&#xE4;chte und zersplitterte Kokand war nicht in der Lage, den 1864 einsetzenden Ansturm der russischen Truppen abzuwehren. Im Jahr 1876 wurde das Chanat vom Russischen Reich annektiert.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Chanat Chiwa<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gr&#xFC;ndeten Usbeken das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Khanat_Chiwa\">Chanat von Chiwa<\/a>, das von 1511 bis 1920 &#xFC;ber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Choresmien\">Choresm<\/a> und die umliegenden Gebiete (das heutige Westusbekistan und Turkmenistan) herrschte. Das Chanat erreichte den H&#xF6;hepunkt seiner Macht im 17. Jahrhundert, doch bereits 1694 begann dessen allm&#xE4;hliche Niedergang. Bald nach der Eroberung Chiwas durch den Stamm der Kungrat begann die russische Eroberung Zentralasiens und 1873 war das Chanat Chiwa gezwungen, die Oberhoheit des Russischen Reiches zu akzeptieren. Der letzte Herrscher der Kungraten wurde 1920 w&#xE4;hrend des russischen B&#xFC;rgerkriegs von der Roten Armee gest&#xFC;rzt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Kasachen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Kasachen sollen als eigenst&#xE4;ndige Gemeinschaft entstanden sein, nachdem sich die Usbeken der &#xF6;stlichen Kiptschak-Steppe Ende des 15. Jahrhunderts in schibanidische und kasachische Usbeken geteilt hatten. Im 16. Jahrhundert dehnten die Kasachen ihren Einfluss auf die Bev&#xF6;lkerung der Mongolei (&#xF6;stliches Tschagatai-Chanat) im S&#xFC;dosten des heutigen Kasachstan und auf das Volk der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nogaier#:~:text=Die%20Nogaier%20(nogaisch%20%D0%BD%D0%BE%D0%B3%D0%B0%D0%B9%20%2Fno%C4%A1aj,westt%C3%BCrkisches%20Volk%20der%20kiptschakischen%20Untergruppe.&amp;text=Weltweit%20gibt%20es%20rund%20130.000,knapp%20104.000%2C%20in%20Russland%20lebt.\">Nogai<\/a> im Westen des heutigen Kasachstans aus.<\/p>\n\n\n\n<p>In der ersten H&#xE4;lfte des 16. Jahrhunderts wurde das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kasachen-Khanat\">Kasachen-Chanat<\/a> in ein &#x201E;Nomadenreich&#x201C; umgewandelt. Das Chanat dehnte sich im Westen bis zum Uralgebirge und im Osten bis zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tian_Shan\">Tienschan<\/a> aus. Die Kasachen nahmen auch einige Gebiete am rechten Ufer des Syr Darya ein, um die sie gegen die Usbeken k&#xE4;mpften. An der Wende zum 18. Jahrhundert zerbrach der kasachische Staat aufgrund von &#xDC;berf&#xE4;llen durch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oiraten\">Dsungaren<\/a> (auch: Oiraten). Die Kasachen hatten sich in drei Horden aufgespalten und konnten den Dsungaren-Truppen daher nicht mit vereinten Kr&#xE4;ften entgegentreten. Viele Kasachen mussten nach Transoxanien, Choresm und in die vom Russischen Reich kontrollierten Gebiete ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Krimtataren<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Khanat_der_Krim\">Krim-Chanat<\/a> war vom 15. bis 18. Jahrhundert ein tschingisidischer Staat auf der Krim und in den umliegenden Regionen. Ethnisch waren die Krimtataren eng mit den Kasachen und schibanidischen Usbeken verwandt, die im &#xF6;stlichen Teil der Kiptschak-Steppe lebten. Das Krim-Chanat wurde in den 1440er-Jahren gegr&#xFC;ndet und war zun&#xE4;chst ein &#x201E;Nomadenreich&#x201C;, das sich von Bessarabien im Westen bis zum Nordkaukasus im Osten erstreckte. Unter anderem wurde das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Ff%C3%BCrstentum_Moskau\">Gro&#xDF;f&#xFC;rstentum Moskau<\/a> zum Vasall der Krim-Chane.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Krim-Chanat erlebte seine Bl&#xFC;tezeit im 16. Jahrhundert. In dieser Zeit wurden auf der Krim der K&#xF6;nigspalast in Bachtschyssaraj, Moscheen, &#xF6;ffentliche B&#xE4;der und Schulen gebaut. Im 17. Jahrhundert wurde das Chanat dann zu einem Vasallen des Osmanischen Reiches. Mit der Niederlage des Osmanischen Reiches im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russisch-T%C3%BCrkischer_Krieg_(1768%E2%80%931774)\">Russisch-Osmanischen Krieg (1768-1774)<\/a> zerfiel das Krim-Chanat und war gezwungen, sich dem russischen Protektorat zu unterstellen. 1783 l&#xF6;ste das Russische Reich das Chanat vollst&#xE4;ndig auf und annektierte seine Gebiete.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Autor Ju-Yup Lee betont, wie wichtig es ist, die Geschichte der Turkv&#xF6;lker zu studieren, die seit &#xFC;ber 1000 Jahren am Aufbau m&#xE4;chtiger Reiche in ganz Eurasien beteiligt waren. Zweifellos haben die Turkv&#xF6;lker wichtige historische Ereignisse und Prozesse in Europa, China und dem Nahen Osten beeinflusst, und ohne das Studium der t&#xFC;rkischen Geschichte ist es schwierig, ein umfassendes Verst&#xE4;ndnis der Weltgeschichte und unserer modernen Welt zu erlangen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.routledge.com\/The-Turkic-Peoples-in-World-History\/Lee\/p\/book\/9781032170015\"><em>Joo-Yup Lee: The Turkic Peoples in World History<\/em><\/a><em>. 224 Seiten, Routledge, ISBN: 978-1-0321700-1-5 <span><a href=\"\"><img decoding=\"async\" title=\"Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt &#xFC;bernehmen\" class=\"citavipicker\" style=\"border: 0px none!important;width: 16px!important;height: 16px!important;margin-left:1px !important;margin-right:1px !important\" src=\"image\/svg+xml;base64,PD94bWwgdmVyc2lvbj0iMS4wIiBlbmNvZGluZz0idXRmLTgiPz48IURPQ1RZUEUgc3ZnIFBVQkxJQyAiLS8vVzNDLy9EVEQgU1ZHIDEuMS8vRU4iICJodHRwOi8vd3d3LnczLm9yZy9HcmFwaGljcy9TVkcvMS4xL0RURC9zdmcxMS5kdGQiPjxzdmcgdmVyc2lvbj0iMS4xIiBpZD0iRWJlbmVfMSIgeG1sbnM9Imh0dHA6Ly93d3cudzMub3JnLzIwMDAvc3ZnIiB4bWxuczp4bGluaz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMTk5OS94bGluayIgeD0iMHB4IiB5PSIwcHgiIHdpZHRoPSIxNnB4IiBoZWlnaHQ9IjE2cHgiIHZpZXdCb3g9IjAgMCAxNiAxNiIgZW5hYmxlLWJhY2tncm91bmQ9Im5ldyAwIDAgMTYgMTYiIHhtbDpzcGFjZT0icHJlc2VydmUiPjxnPjxnPjxwYXRoIGZpbGw9IiNGRkZGRkYiIGQ9Ik04LjAwMSwxNS41QzMuODY0LDE1LjUsMC41LDEyLjEzNiwwLjUsOGMwLTQuMTM1LDMuMzY1LTcuNSw3LjUwMS03LjVTMTUuNSwzLjg2NCwxNS41LDhTMTIuMTM3LDE1LjUsOC4wMDEsMTUuNXoiLz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNOC4wMDEsMUMxMS44NiwxLDE1LDQuMTQxLDE1LDhzLTMuMTM5LDctNi45OTksN0M0LjE0LDE1LDEsMTEuODU5LDEsOFM0LjE0LDEsOC4wMDEsMSBNOC4wMDEsMEMzLjU4MiwwLDAsMy41ODIsMCw4czMuNTgyLDgsOC4wMDEsOEMxMi40MTgsMTYsMTYsMTIuNDE4LDE2LDhTMTIuNDE4LDAsOC4wMDEsMEw4LjAwMSwweiIvPjwvZz48cGF0aCBmaWxsPSIjRDUyQjFFIiBkPSJNNi43NDUsMTIuNTg5Yy0wLjIyNywwLjEyMi0wLjQ5NywwLjI0Ny0wLjY4NCwwLjI0N2MtMC4zMTgsMC0wLjUwMS0wLjE2NC0wLjUwMS0wLjQ1MmMwLTAuMjA3LDAuMTQtMC4zNzUsMC41OTUtMC42MjJjMS41NDktMC45MDQsMi41OTQtMi4yNzIsMi41OTQtMy43MjFjMC0wLjgyNS0wLjIyNy0xLjExOS0wLjY4MS0xLjExOWMtMC4xMzUsMC0wLjMyLDAuMjE5LTAuNjM2LDAuMjE5SDcuMTU3QzYuMTAyLDcuMTQzLDUuMzMzLDYuMjY0LDUuMzMzLDUuMjNjMC0xLjE1MiwwLjk1OC0yLjAwNiwyLjI4LTIuMDA2YzEuNzc3LDAsMy4wNTMsMS4zNzMsMy4wNTMsMy40M0MxMC42NjYsOS4yMTUsOS4yMDMsMTEuMjcsNi43NDUsMTIuNTg5Ii8+PC9nPjwvc3ZnPg\"\/><\/a><\/span>,<\/em> <em>Juli 2023.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Die Redaktion von CAAN<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem <\/strong><a href=\"https:\/\/www.caa-network.org\/archives\/25045\/tyurkskie-narody-v-mirovoj-istorii-pereskaz-knigi-joo-yup-lee-the-turkic-peoples-in-world-history-routledge-2024\"><strong>Russischen<\/strong><\/a><strong> und gek&#xFC;rzt von Mich&#xE8;le H&#xE4;fliger<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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