{"id":38515,"date":"2024-02-29T21:25:37","date_gmt":"2024-02-29T20:25:37","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=38515"},"modified":"2024-02-29T21:25:40","modified_gmt":"2024-02-29T20:25:40","slug":"repressionen-in-xinjiang-stehen-unter-milder-kritik-in-zentralasien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/politik-und-wirtschaft\/repressionen-in-xinjiang-stehen-unter-milder-kritik-in-zentralasien\/","title":{"rendered":"Repressionen in Xinjiang stehen unter milder Kritik in Zentralasien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Angeh&#xF6;rige von Kasach:innen, die in Xinjiang inhaftiert sind, demonstrierten erneut vor dem chinesischen Konsulat in Almaty. Novastan sprach mit dem Sinologen Emmanuel Lincot, um die Position Kasachstans in dieser Frage besser zu verstehen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 8. Februar haben Angeh&#xF6;rige mehrerer ethnischer Kasach:innen, die in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xinjiang\">Xinjiang<\/a> inhaftiert sind, vor dem chinesischen Konsulat in Almaty protestiert. Dies berichtet<a href=\"https:\/\/www.rferl.org\/a\/kazakhstan-xinjiang-chinese-consulate-protest-almaty\/32810854.html\"> Radio Free Europe<\/a>. Das Anliegen war klar: Die Freilassung ihrer inhaftierten Familienangeh&#xF6;rigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar wurde keine Gewalt berichtet, doch die Polizei lie&#xDF; die Demonstrierenden nicht in die N&#xE4;he des Konsulats und die chinesischen Beh&#xF6;rden traten nicht in einen Dialog mit ihnen ein. Seit Februar 2021 fanden regelm&#xE4;&#xDF;ig Proteste vor den chinesischen Vertretungen in Kasachstan statt, um die Inhaftierung von Familienangeh&#xF6;rigen anzuprangern, die ihrer Meinung nach nur deshalb inhaftiert wurden, weil sie muslimischen Glaubens sind.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die chinesischen Beh&#xF6;rden bestreiten diesen Vorwurf trotz der Aussagen von Kasach:innen und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uiguren\">Uigur:innen<\/a>, die von Massenverhaftungen in Xinjiang berichten. Gleichzeitig h&#xE4;lt sich die kasachstanische Regierung mit Kritik an ihrem m&#xE4;chtigen Nachbarn zur&#xFC;ck, mit dem sie durch zahlreiche internationale Partnerschaften verbunden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Um zu verstehen, was die chinesische Repression in Xinjiang bedeuten, sprach Novastan mit <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Emmanuel_Lincot\">Emmanuel Lincot<\/a>, Professor am Institut Catholique de Paris, Sinologe und assoziierter Forscher am <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Institut_de_relations_internationales_et_strat%C3%A9giques\">Institut f&#xFC;r internationale und strategische Beziehungen (IRIS)<\/a>. Er ist unter anderem Autor des Buches <em>Le tr&#xE8;s grand jeu: P&#xE9;kin face &#xE0; l&#x2018;Asie centrale<\/em> (&#x201E;Das sehr gro&#xDF;e Spiel: Peking im Angesicht Zentralasiens&#x201C;).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Novastan: Kann man von einer Anpassung der kasachstanischen Regierung an die Politik Chinas sprechen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Emmanuel Lincot:<\/strong> Das versteht sich von selbst. Kasachstan spielt die chinesische Karte, insbesondere im Rahmen des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neue_Seidenstra%C3%9Fe\">Projekts der &#x201E;Neuen Seidenstra&#xDF;e&#x201C;<\/a>, und das seit der <a href=\"https:\/\/astanatimes.com\/2013\/09\/xi-jinping-calls-for-regional-cooperation-via-new-silk-road\/\">Grundsatzrede<\/a> von Pr&#xE4;sident <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xi_Jinping\">Xi Jinping<\/a> 2013 in Astana. Die Regierung steht den chinesischen Positionen also offiziell eher nahe, weil China eine Chance ist. Sich von China zu entfremden, bedeutet, ein Risiko einzugehen, denn Kasachstan ist wie alle anderen zentralasiatischen L&#xE4;nder allein schon geografisch von China abh&#xE4;ngig. Alle Waren aus Kasachstan k&#xF6;nnen nur &#xFC;ber Russland oder China transportiert werden. Gute Beziehungen zu China zu unterhalten ist daher wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus multilateraler Sicht ist Kasachstan Mitglied der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Shanghaier_Organisation_f%C3%BCr_Zusammenarbeit\">Shanghaier Organisation f&#xFC;r Zusammenarbeit<\/a>. Es ist wichtig, dies im Hinterkopf zu behalten, da diese Organisation &#xFC;ber ein B&#xFC;ro zur Terrorismusbek&#xE4;mpfung mit Sitz in Taschkent verf&#xFC;gt. Au&#xDF;erdem haben viele der L&#xE4;nder Zentralasiens &#x2013; im Rahmen der Shanghaier Organisation oder sonst wo &#x2013; <a href=\"https:\/\/uhrp.org\/report\/no-space-left-to-run-chinas-transnational-repression-of-uyghurs\/\">Abkommen ratifiziert<\/a>, in denen die Auslieferung jeder uigurischen Person gefordert wird, die von den chinesischen Beh&#xF6;rden wegen Terrorismus gesucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies erkl&#xE4;rt die Repressionen gegen uigurische Aktivistinnen wie <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/documents\/eur57\/0926\/2019\/en\/\">Serikdschan Bilasch<\/a>, die aufgrund ihres Engagements, chinesische &#xDC;bergriffe anzuprangern, unter Druck gesetzt wurden. Es ist offensichtlich, dass die chinesische Regierung in Bezug auf die Uigur:innen-Frage die kasachstanische Regierung stark beeinflusst,, denn Kasachstan ist ein absolut notwendiges Land im diplomatischen Schachbrett Chinas. Das Land bietet Zugang zum gesamten &#xFC;brigen Zentralasien, zur Europ&#xE4;ischen Union &#x2013; die nach wie vor Chinas wichtigster Handelspartner ist &#x2013; und zum Nahen Osten. In dieser Hinsicht ist Kasachstan eine Drehachse der strategischen Interessen Chinas, ebenso wie die benachbarte uigurische Provinz Xinjiang.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/panorama\/china-in-zentralasien-factchecking-um-mit-mythen-aufzuraeumen\/\"><strong>China in Zentralasien &#x2013; Factchecking, um mit Mythen aufzur&#xE4;umen<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>China braucht die Unterst&#xFC;tzung Kasachstans und umgekehrt. Daher kann China keine pro-uigurischen Demonstrationen auf kasachstanischem Territorium dulden, auch wenn die dort lebenden turksprachigen Bev&#xF6;lkerungsgruppen sich mit der uigurischen Bev&#xF6;lkerung als &#x201E;Brudervolk&#x201C; identifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Hinsicht sehe ich vielleicht ein Zeichen f&#xFC;r eine vollzogene Scheidung zwischen der politischen Elite und der Gesellschaft in Kasachstan. Die gesellschaftlichen Unruhen der letzten Jahre sind alle von dieser Feindseligkeit gegen&#xFC;ber einer zunehmenden Einmischung Chinas in die Angelegenheiten Kasachstans gepr&#xE4;gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke dabei insbesondere an die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schanga%C3%B6sen-Massaker\">gro&#xDF;e Krise 2011<\/a> am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaspisches_Meer\">Kaspischen Meer<\/a>, wo die &#xD6;ffentlichkeit eine zunehmende Einmischung Chinas in die Angelegenheiten Kasachstans erkennen konnte. Dies wurde umso deutlicher durch die Verhaftung lokaler Beh&#xF6;rden, Aktion&#xE4;re und Gesch&#xE4;ftsleute, die mit in Xinjiang inhaftierten Uigur:innen verwechselt wurden. All dies f&#xFC;hrte zu einer gro&#xDF;en Feindseligkeit gegen&#xFC;ber China.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie ist es dann zu erkl&#xE4;ren, dass die kasachstanische Regierung oder auch andere zentralasiatische Regierungen bereit waren, einigen Uigur:innen politisches Asyl zu gew&#xE4;hren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nat&#xFC;rlich gibt es zwischen allen Staaten in der Region einen doppelten Diskurs, der mit der Notwendigkeit zusammenh&#xE4;ngt, der &#xF6;ffentlichen Meinung ein Zeichen zu setzen. Das ist wichtig. Aber angesichts der Abkommen, die die zentralasiatischen Staaten mit China verbinden, ist offensichtlich, dass sie parallel dazu die chinesische Karte spielen. Diese Tendenz hat sich in Kasachstan &#xFC;brigens verst&#xE4;rkt, seit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Qassym-Schomart_Toqajew\">Qassym-Jomart Toqajev<\/a> an die Macht gekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Man sucht also einen Kompromiss, um sich mit einem Teil der Bev&#xF6;lkerung zu vers&#xF6;hnen &#x2013; auf die Gefahr hin, dass es langfristig zu einer sehr gro&#xDF;en Scheidung zwischen den Beh&#xF6;rden und der &#xD6;ffentlichkeit kommt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Inwieweit haben die Uigur:innen in der Zivilgesellschaft Gewicht? In Kasachstan kam es m&#xF6;glicherweise zu &#xDC;bergriffen auf die uigurische Bev&#xF6;lkerung. Gibt es eine soziale Spaltung innerhalb der Gesellschaft?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, in der Gesellschaft verh&#xE4;lt man sich in vielerlei Art schizophren. Man ist sehr gl&#xFC;cklich, von der mit chinesischer Hilfe entwickelten Infrastruktur profitieren zu k&#xF6;nnen. Und gleichzeitig kann man die Ankunft dieser uigurischen Bev&#xF6;lkerungsgruppen, die auf kasachischen Boden geflohen sind, mit Argwohn betrachten, weil man der Meinung ist, dass diese <em>&#x201E;uns unsere Arbeit wegnehmen&#x201C;<\/em> und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist also nicht alles schwarz oder wei&#xDF;. Es gibt sehr wohl Teile der Bev&#xF6;lkerung, die sehr gl&#xFC;cklich &#xFC;ber die wirtschaftliche Entwicklung sind. Doch diese kommt nicht allen zugute, und Widerstand aus der Bev&#xF6;lkerung mobilisiert sich langsam, um die Unterdr&#xFC;ckung anzuprangern.<\/p>\n\n\n\n<p>Nebenbei bemerkt, geht die Kritik an China zum Teil &#xFC;ber humanit&#xE4;re Fragen hinaus. Es findet eine Anklage gegen die wirtschaftliche Einmischung Chinas statt, die manchmal offen zutage tritt, etwa w&#xE4;hrend der Demonstrationen in Kasachstan seit 2021.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/sechs-gruende-fuer-die-antichinesische-stimmung-in-kasachstan\/\"><strong>Sechs Gr&#xFC;nde f&#xFC;r die antichinesische Stimmung in Kasachstan<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die soziale Landschaft ist immer noch sehr, sehr gespalten und die Feindseligkeit gegen&#xFC;ber China vermischt die Kritik an einer wirtschaftlichen Einmischung und die Repressionen gegen die Minderheiten in Xinjiang.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gibt es auf regionaler Ebene Unterschiede zwischen den zentralasiatischen L&#xE4;ndern in der Wahrnehmung Chinas? F&#xFC;hrt die Kumpanei mit dem chinesischen Nachbarn zu Spannungen in Zentralasien?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht der Regierungen bestehen keine Unklarheiten. Ganz im Gegenteil. Alle wollen von den wirtschaftlichen Auswirkungen der chinesischen Politik profitieren. Auch hier stellt sich die Frage eher auf der Ebene des Meinungskampfes. Der Unterschied zwischen den Entscheidungstragenden und den Meinungen in der Bev&#xF6;lkerung in diesen verschiedenen L&#xE4;ndern wird stets gr&#xF6;&#xDF;er. Und doch sind die Meinungen in den ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens alles andere als radikal gegen China.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielmehr ist die Opposition in L&#xE4;ndern wie Pakistan &#x2013; das geografisch gesehen ebenfalls zu Zentralasien geh&#xF6;rt, was nicht vergessen werden darf &#x2013; am st&#xE4;rksten. Man denke an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Belutschistan\">Belutschistan<\/a>, eine B&#xFC;rgerkriegsregion, in der rund um den Hafen von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gwadar\">Gwadar<\/a> besonders viele Chines:innen leben. Dort vergeht fast kein Tag, an dem nicht &#xFC;ber Entf&#xFC;hrungen, L&#xF6;segeldforderungen oder Morde an chinesischen Arbeitenden, die dort eine besonders umstrittene Durchgangsstra&#xDF;e bauen, berichtet wird. Dies zeigt, dass es eine immer offenere Form der Sinophobie seitens der Bev&#xF6;lkerung gibt &#x2013; doch sie ist alles andere als einheitlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mobilisiert sich die Kulturszene jenseits der gewaltt&#xE4;tigen Proteste gegen eine Ann&#xE4;herung an China?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grunds&#xE4;tzlich ja, Kulturschaffende versuchen, ihrer Stimme Geh&#xF6;r zu verschaffen. Diese bleibt jedoch auf ein westliches Publikum beschr&#xE4;nkt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/politik-und-wirtschaft\/vertreter-aus-xinjiang-stattet-kasachstan-offiziellen-besuch-ab\/\"><strong>Vertreter aus Xinjiang stattet Kasachstan offiziellen Besuch ab<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten gibt es in Xinjiang nat&#xFC;rlich keine derartigen Demonstrationen. Auch <a href=\"https:\/\/www.slate.fr\/monde\/kazakhstan-xinjiang-la-frontiere-des-larmes\/repression-chinoise-culture-ouighoure-tente-survivre-chine-art-danse-musique-peinture\">in Zentralasien<\/a> ist es wirklich schwierig, ganz einfach, weil es von den herrschenden Regimen nicht toleriert w&#xFC;rde. Das scheint mir offensichtlich zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Glauben Sie, dass dieses Problem langfristig Auswirkungen auf die Stabilit&#xE4;t der Regime in der Region haben k&#xF6;nnte?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, dass die Frage der chinesischen Repressionen gegen muslimische Minderheiten noch ein hauseigenes Ph&#xE4;nomen ist. Es kann sicherlich eine Art &#x201E;Pal&#xE4;stinisierung&#x201C; der &#xDC;bergriffe in der Region geben, die mit der uigurischen Bev&#xF6;lkerung zusammenh&#xE4;ngt. Aber auch hier handelt es sich um M&#xFC;ckenstiche. Das Problem ist nicht so fundamental.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Peking hat das sehr wohl verstanden. Was die chinesische Regierung vielmehr beunruhigt, sind <a href=\"https:\/\/www.counterextremism.com\/countries\/china-extremism-and-terrorism\">terroristische Gruppierungen<\/a>. Diese k&#xF6;nnen uigurischer Herkunft sein und <a href=\"https:\/\/www.counterextremism.com\/blog\/afghanistan-terrorism-report-december-2022-january-2023\">aus Afghanistan<\/a> <a href=\"https:\/\/www.counterextremism.com\/countries\/tajikistan-extremism-and-terrorism\">oder Tadschikistan<\/a> gegen chinesische Infrastrukturen vorgehen. Aber es sind vor allem andere terroristische Gruppierungen wie der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islamischer_Staat_(Terrororganisation)\">IS<\/a> oder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Al-Qaida\">Al-Qaida<\/a>, die langfristig ein Sicherheitsproblem f&#xFC;r die chinesischen Interessen darstellen k&#xF6;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Sicht der demografischen Verh&#xE4;ltnisse haben Sie auf der einen Seite 12 Millionen Uigur:innen, von denen fast eine halbe Million <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2023\/08\/31\/china-unrelenting-crimes-against-humanity-targeting-uyghurs\">festgenommen wurden<\/a>. Wenn man diejenigen mitz&#xE4;hlt, die in der Diaspora leben, sind das 24 Millionen Menschen, also eine ganze Menge. Aber was wiegen 24 Millionen Menschen im Vergleich zu 1,4 Milliarden Chines:innen? Was wiegen sie im Vergleich zu den Milliarden, die China <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/china-profitiert-in-zentralasien-von-der-isolation-russlands\/\">in die Nachbarl&#xE4;nder investiert<\/a>? Nicht das Geringste.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird zwangsl&#xE4;ufig Bestrebungen geben, die uigurische Frage zu instrumentalisieren, wie es Amerika oder Europa getan haben, als sie zu Recht einen von den chinesischen Beh&#xF6;rden praktizierten V&#xF6;lkermord anprangerten. Aber das wird die politische Realit&#xE4;t Chinas und seines Regimes nicht ver&#xE4;ndern und auch nicht seine Ann&#xE4;herung an die zentralasiatischen L&#xE4;nder behindern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Das Gespr&#xE4;ch f&#xFC;hrte Eva Montford, Redakteurin f&#xFC;r Novastan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem <\/strong><strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/fr\/region-ouighoure\/asie-centrale-critique-repression-xinjiang-peine-simposer\/\">Franz&#xF6;sischen<\/a><\/strong><strong> von Mich&#xE8;le H&#xE4;fliger<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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