{"id":34775,"date":"2023-09-02T17:59:13","date_gmt":"2023-09-02T15:59:13","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=34775"},"modified":"2023-09-02T17:59:15","modified_gmt":"2023-09-02T15:59:15","slug":"journalismus-wird-in-tadschikistan-zu-einem-gefaehrlichen-beruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/politik-und-wirtschaft\/journalismus-wird-in-tadschikistan-zu-einem-gefaehrlichen-beruf\/","title":{"rendered":"Journalismus wird in Tadschikistan zu einem gef\u00e4hrlichen Beruf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Anschluss an Proteste in der Region Berg-Badachschan haben die Machthabenden in Tadschikistan zahlreiche Journalist:innen und Blogger:innen inhaftiert und aufgrund angeblicher terroristischer T&#xE4;tigkeiten zu langj&#xE4;hrigen Haftstrafen verurteilt. Diese harte Gangart und Misshandlungen in der Haft haben auch internationale Akteure auf den Plan gerufen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 24. M&#xE4;rz wurde bekannt, dass gegen den in Prag lebenden ehemaligen Journalisten von &#x201E;Radio Ozodi&#x201C; (tadschikischer Ableger von Radio Liberty\/ Radio Free Europe), Rustam Dschoni, ein Strafverfahren eingeleitet wurde. Seine Redaktion <a href=\"https:\/\/rus.ozodi.org\/a\/32333884.html\">erfuhr<\/a> dies vom Ermittler des Hauptstadtbezirks Sino, Abduchakim Schafijew. Dschoni sei zur Fahndung ausgeschrieben, die Beh&#xF6;rden h&#xE4;tten Interpol um Mithilfe bei seiner Festnahme gebeten.<\/p>\n\n\n\n<p>Medienberichten zufolge wird Dschoni beschuldigt &#x201E;die Aktivit&#xE4;ten einer extremistischen Organisation geplant zu haben&#x201C;. Er und seine Frau Anora Sarkorowa, eine ehemalige Journalistin der BBC, halten die Vorladungen der Strafverfolgungsbeh&#xF6;rden und Verh&#xF6;re ihrer Verwandten in Duschanbe f&#xFC;r einen &#x201E;Einsch&#xFC;chterungsversuch&#x201C;, damit sie aufh&#xF6;ren, kritische Beitr&#xE4;ge in den sozialen Medien zu ver&#xF6;ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Internationale Forderungen nach Freilassung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Norwegian Helsinki Committee, International Partnership for Human Rights, Civil Rights Defenders, die Helsinki Foundation for Human Rights sowie die Front Line Defenders fordern unterdessen in einer gemeinsamen Erkl&#xE4;rung die Freilassung von Chursched Fosilow. Dieser war am 6. M&#xE4;rz von Mitarbeitern der Sicherheitsbeh&#xF6;rden festgenommen worden. Er arbeitete an Reportagen f&#xFC;r lokale Medien in Pandschakent (Provinz Sughd). Nach Angaben seiner Angeh&#xF6;rigen wird ihm vorgeworfen, in den Medien und auf Internetseiten &#xF6;ffentlich zu einer gewaltsamen &#xC4;nderung der Verfassungsordnung Tadschikistans aufgerufen zu haben. Fosilov ist 37 Jahre alt, Vater dreier Kinder und befindet sich aktuell in einer vor&#xFC;bergehenden Haftanstalt in Chudschand. Seine Familie will diese Anschuldigungen nicht hinnehmen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>In ihrer gemeinsamen Erkl&#xE4;rung weisen die f&#xFC;nf Menschenrechtsorganisationen darauf hin, dass im vergangenen Jahr insgesamt sieben Journalist:innen, Blogger:innen und andere Medienschaffende inhaftiert wurden und dass &#x201E;<em>die Kampagne zur Aus&#xFC;bung von Druck auf Journalisten weitergehe<\/em>&#x201C;. Sie bezeichneten die Strafverfahren gegen die Journalist:innen als &#x201E;<em>Teil einer Aktion zur Unterdr&#xFC;ckung von Andersdenkenden in Tadschikistan<\/em>&#x201C;. In der Mitteilung hei&#xDF;t es weiterhin, dass das Land seinen Verpflichtungen im Bereich der Meinungsfreiheit nicht nachkomme und die Verhandlungen der Journalist:innen hinter geschlossenen T&#xFC;ren stattf&#xE4;nden, um Tatsachen vor der &#xD6;ffentlichkeit zu verbergen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Autor:innen der Mitteilung sind der Meinung, dass die Anschuldigungen gegen Fosilov an den Haaren herbeigezogen und keinerlei Beweise gegen ihn vorgebracht worden seien, weshalb seine Inhaftierung gegen das Gesetz versto&#xDF;e. Sie rufen die Regierung Tadschikistans dazu auf, ihren internationalen Verpflichtungen nachzukommen und die Verfolgung von Journalist:innen zu beenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Fosilov arbeitete sowohl mit unabh&#xE4;ngigen lokalen als auch ausl&#xE4;ndischen Medien zusammen und berichtete vor allem &#xFC;ber die Probleme der Bewohner:innen des Serafschan-Tals, wobei er nicht selten Kritik gegen&#xFC;ber der Lokalverwaltung zur Sprache brachte. Er war auch in sozialen Medien aktiv. Vor einigen Jahren wurde er im tadschikischen Staatsfernsehen als Mitarbeiter der unabh&#xE4;ngigen Website &#x201E;<a href=\"https:\/\/rsf.org\/en\/akhbor\">Akhbor.com<\/a>&#x201C; bezeichnet, die aus Prag sendet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/politik-und-wirtschaft\/tadschikistan-ein-jahr-seit-den-tragischen-ereignissen-im-pamir\/\"><strong>Tadschikistan: Ein Jahr seit den tragischen Ereignissen im Pamir<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der aktuelle Bericht der Organisation Freedom House stuft Tadschikistan als eines der repressivsten L&#xE4;nder in Zentralasien ein. Im Anfang M&#xE4;rz publizierten <a href=\"https:\/\/freedomhouse.org\/countries\/freedom-world\/scores\">Bericht<\/a> erreicht Tadschikistan im Freiheitsindex lediglich 7 von 100 m&#xF6;glichen Punkten. Als Grund f&#xFC;r diese niedrige Bewertung gibt Freedom House an, dass im vergangenen Jahr in Tadschikistan Journalist:innen, Menschenrechtler:innen und &#xF6;ffentliche Organisationen stark in ihrer Arbeit eingeschr&#xE4;nkt wurden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Versch&#xE4;rfung der Situation im Jahr 2022<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die tadschikische Journalistin Machpora Kiromowa bezeichnet 2022 als &#x201E;<em>sehr schwieriges<\/em>&#x201C; Jahr f&#xFC;r Journalist:innen und Blogger:innen in Tadschikistan. &#x201E;<em>Nat&#xFC;rlich haben wir die Anspannung auch schon fr&#xFC;her gesp&#xFC;rt, aber es scheint, als sei letztes Jahr die Entscheidung getroffen worden, jegliche Meinungsfreiheit auszumerzen. Leider wurde als Mittel der Wahl Artikel 307 des Strafgesetzbuchs gew&#xE4;hlt, das auf einfachem Wege aus Freidenkenden und Schreibenden Extremisten macht<\/em>&#x201C;, so Kiromowa. Sie bezieht sich dabei auf die Verhaftung von acht Journalist:innen und Blogger:innen, denen Verbindungen zu verbotenen und extremistischen Organisationen vorgeworfen werden und die deshalb zu langj&#xE4;hrigen Freiheitsstrafen verurteilt wurden. Die Verhaftungen begannen im Mai 2022 nach Protestaktionen in Berg-Badachschan.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/politik-und-wirtschaft\/dutzende-tote-tadschikistan-reagiert-mit-haerte-auf-proteste-in-berg-badachschan\/\"><strong>Dutzende Tote: Tadschikistan reagiert mit H&#xE4;rte auf Proteste in Berg-Badachschan<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 17. Mai des vergangenen Jahres wurde die Journalistin und Pers&#xF6;nlichkeit des &#xF6;ffentlichen Lebens Ulfatchonim Mamadschojewa verhaftet und sp&#xE4;ter zu einer <a href=\"https:\/\/www.rferl.org\/a\/tajikistan-mamadshoeva-badakhshan-prison\/32169482.html\">Haftstrafe von 21 Jahren<\/a> verurteilt worden. Im Laufe des Prozesses, der hinter verschlossenen T&#xFC;ren stattfand, wurde Mamadschojewa schwerer Straftaten f&#xFC;r schuldig befunden. Unter anderem soll sie zum Umsturz der Staatsgewalt aufgerufen haben (der o.g. Artikel 307, Strafgesetzbuch der Republik Tadschikistan). Noch am Tag vor ihrer Verhaftung hatte die 65-j&#xE4;hrige Journalistin im Gespr&#xE4;ch mit Reporter:innen die Anschuldigungen zur&#xFC;ckgewiesen. Im Anschluss an Mamadschojewa wurde der Blogger Chuschrus Dschumajew festgenommen und auf Grundlage desselben Artikels zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Juni und Juli 2022 verhafteten die Sicherheitskr&#xE4;fte f&#xFC;nf weitere Journalist:innen und Bloger:innen: <a href=\"https:\/\/www.rferl.org\/a\/tajikistan-crackdown-journalists-bloggers\/32091765.html\">Daler Imomali<\/a>, <a href=\"https:\/\/cpj.org\/2022\/10\/tajikistan-journalist-abdullo-ghurbati-sentenced-to-7-5-years-in-prison\/\">Abdullo Gurbati<\/a>, Muhammad Sulton, <a href=\"https:\/\/cpj.org\/2022\/12\/tajik-journalist-abdusattor-pirmuhammadzoda-sentenced-to-7-years-in-prison\/\">Abdusattor Pirmuchammadsoda<\/a> und <a href=\"https:\/\/rsf.org\/en\/tajikistan-government-steps-persecution-journalists\">Zavikbek Saidamini<\/a>. Alle wurden der Verbindung zu verbotenen Organisationen und des Extremismus f&#xFC;r schuldig befunden. Imomali wurde zu zehn Jahren, die anderen vier Journalisten zu je sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Alle Journalisten bestritten die gegen sie gerichteten Vorw&#xFC;rfe und bestehen auf ihrer Unschuld. Unter anderem schrieb Pirmuchammadsoda einen Brief aus der Untersuchungshaft, in dem er von schwerer Folter auf dem Polizeirevier der Stadt Wahdat berichtet, um ihn zum Gest&#xE4;ndnis nicht begangener Straftaten zu zwingen. Die Generalstaatsanwaltschaft wies diesen Vorwurf zur&#xFC;ck. Eine Revision der inhaftierten Journalisten gegen das Urteil blieb erfolglos. Trotz vielfacher Kritik und Aufrufen von Menschenrechtsorganisationen wurden die Beh&#xF6;rden im Fall dieser Journalisten nicht aktiv. Im Gegenteil entsteht der Eindruck, dass sich die Verhaftung von Journalist:innen fortsetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Aus Einsch&#xFC;chterung wird Selbstzensur<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Inhaftierung der acht Journalist:innen und Blogger:innen hat das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) dazu veranlasst, Tadschikistan als eines von 12 L&#xE4;ndern einzustufen, die f&#xFC;r Journalist:innen besonders gef&#xE4;hrlich sind. Nuriddin Karschibojew, Vorsitzender der Nationalen Vereinigung unabh&#xE4;ngiger Medien Tadschikistans (<a href=\"https:\/\/www.nansmit.org\/index.php\/en\">NANSMIT<\/a>) erkl&#xE4;rt, dass die Verhaftung von Journalisten, wie etwa im Falle Fosilows, direkt mit ihrem Beruf zusammenh&#xE4;nge. &#x201E;<em>Diese Aktionen wirken sich negativ auf die Arbeit anderer Journalisten aus, indem sie die Selbstzensur in der Gesellschaft st&#xE4;rken, der journalistischen Aufgabe als R&#xFC;ckhalt der demokratischen Gesellschaft Schaden zuf&#xFC;gen<\/em>.&#x201C;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Journalisten-Vereinigung und tadschikische Medien reagierten im vergangenen Sommer mit Nachdruck auf die Misshandlung von Daler Imomali im Geb&#xE4;ude der Staatsanwaltschaft und den Angriff auf vier Korrespondenten von &#x201E;Radio Ozodi&#x201C; und &#x201E;Current Time TV&#x201C;. &#xDC;ber die Verhaftung von Fosilow wurde hingegen geschwiegen. Karschibojew merkt an, dass &#x201E;<em>das Schweigen journalistischer Organisationen nicht bedeutet, dass sie mit der Verhaftung Chursched Fosilows einverstanden sind<\/em>&#x201C;.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Korrespondent von &#x201E;CABAR.asia&#x201C; kontaktierte den Medienrat, eine der f&#xFC;hrenden Medienorganisationen Tadschikistans, um eine Stellungnahme zu diesem Fall einzuholen. Vertreter der Organisation lie&#xDF;en jedoch verlautbaren, dass keine Stellungnahme zum Fall Khurshed Fozilovs abgegeben werde, da Details des Falles unbekannt seien. Das Zentrum f&#xFC;r investigativen Journalismus und die Wochenzeitung &#x201E;SSSR&#x201C;, f&#xFC;r die Fosilow arbeitete, ver&#xF6;ffentlichten nicht einmal die Nachricht von der Verhaftung des Korrespondenten und die Chefetagen waren zu keinem Kommentar bereit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/politik-und-wirtschaft\/fortlaufende-repression-in-tadschikistan\/\"><strong>Fortlaufende Repression in Tadschikistan<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tats&#xE4;chlich wurden tadschikische Journalist:innen aufgrund ihrer Reaktionen auf Verhaftungen von Kolleg:innen bereits mit Problemen konfrontiert. So ver&#xF6;ffentlichten die tadschikische Journalistenvereinigung und eine Reihe von Medien, darunter auch staatliche, im Juni 2022 eine gemeinsame Erkl&#xE4;rung zur Folter von Daler Imomali im Geb&#xE4;ude der Staatsanwaltschaft des Shohsmansur Distrikts. In dieser Erkl&#xE4;rung brachten sie ihre Beunruhigung &#xFC;ber die Misshandlung von Daler Imomali sowie von vier Journalisten von &#x201E;Radio Ozodi&#x201C; und &#x201E;Current Time TV&#x201C; zum Ausdruck. Wenige Tage sp&#xE4;ter jedoch zogen die Wochenzeitungen &#x201E;SSSR&#x201C;, &#x201E;Tojikiston&#x201C;, &#x201E;Minbar-i Khalq&#x201C; und &#x201E;Sadoi Mardum&#x201C; ihre Erkl&#xE4;rungen jedoch offiziell zur&#xFC;ck. Kurz darauf wurde zudem der Chefredakteur von &#x201E;Minbar-i Khalq&#x201C;, die der regierenden Volksdemokratischen Partei Tadschikistans geh&#xF6;rt, entlassen. Dasselbe Schicksal ereilte den Chefredakteur der Parlamentszeitschrift &#x201E;Sadoi Mardum&#x201C;.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Engerer Handlungsspielraum f&#xFC;r Reporter*innen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nuriddin Karschibojew bekr&#xE4;ftigt, dass einer der Gr&#xFC;nde f&#xFC;r das Schweigen im Falle Fosilows die Selbstzensur der Gesellschaft sei, die als &#x201E;<em>Konsequenz von Verfolgung und Druck auf pluralistische Ansichten in der Gesellschaft entsteht<\/em>&#x201C;. Die Machthabenden leugnen, dass die Freiheit eingeschr&#xE4;nkt werde und es Druck auf Journalist:innen gebe. Nachdem jedoch innerhalb eines Jahres acht Reporter:innen und Blogger:innen hinter Gittern landeten, ist f&#xFC;r die Journalist:innen klar, dass &#x201E;<em>die Grenzen des Erlaubten enger geworden sind<\/em>&#x201C;.<\/p>\n\n\n\n<p>Abdumalik Kadyrow, Vorsitzender der Organisation &#x201E;Media Alliance Tadschikistan&#x201C; sieht die Freiheitseinschr&#xE4;nkungen in Tadschikistan im Zusammenhang mit der Situation in Russland. Seiner Meinung nach folgen die tadschikischen Beh&#xF6;rden oft den Handlungen der russischen Verwaltung &#x2013; als die Freiheitsbeschr&#xE4;nkungen dort zunahmen, folgte Tadschikistan diesem Beispiel. &#x201E;<em>Auf diese Weise wollen sie die Stimmen von Andersdenkenden ersticken, um ihre Macht zu festigen<\/em>&#x201C;, so Kadyrow.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Rufe nach Freiheit und einem Ende des Drucks auf Journalist:innen ignoriert werden, l&#xE4;sst wenig Hoffnung f&#xFC;r die tadschikische Journalistengemeinschaft. Experten gehen davon aus, dass die tadschikischen Journalist:innen diese Krise mit Professionalit&#xE4;t und der Einhaltung rechtlicher und ethischer Normen &#xFC;berwinden k&#xF6;nnen. &#x201E;<em>So kann es nicht immer sein. Der Journalismus sollte nicht so einfach sterben<\/em>&#x201C;, sagt Mahpora Kiromowa.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Die Redaktion f&#xFC;r <a href=\"https:\/\/cabar.asia\/ru\/zhurnalistika-v-tadzhikistane-stala-opasnoj-professiej\">CABAR.asia<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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