{"id":33350,"date":"2023-05-30T23:33:00","date_gmt":"2023-05-30T21:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=33350"},"modified":"2023-05-30T23:33:03","modified_gmt":"2023-05-30T21:33:03","slug":"von-alexander-bis-zu-den-kuschan-archaeologische-schaetze-usbekistans-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/zentralasien-und-europa\/von-alexander-bis-zu-den-kuschan-archaeologische-schaetze-usbekistans-in-berlin\/","title":{"rendered":"Von Alexander bis zu den Kuschan: Arch\u00e4ologische Sch\u00e4tze Usbekistans in Berlin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit der Ausstellung &#x201E;Arch&#xE4;ologische Sch&#xE4;tze aus Usbekistan &#x2013; Von Alexander dem Gro&#xDF;en bis zum Reich der Kuschan&#x201C; ist auf der Berliner Museuminsel eine beeindruckende Schau &#xFC;ber das antike Zentralasien zu sehen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist der Glanz der Seidenstra&#xDF;e mit seinen Prachtbauten aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Timur\">timuridischer<\/a> Zeit, f&#xFC;r den Usbekistan ber&#xFC;hmt ist. Und so ist es auch wenig &#xFC;berraschend, dass wer die Ausstellungsr&#xE4;ume in der James-Simon-Galerie betritt, zuerst auf einem Rundflug &#xFC;ber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Buxoro\">Bucharas<\/a> ber&#xFC;hmte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kalon-Moschee\">Kalon-Moschee<\/a> mitgenommen wird. Doch dieser &#x201E;eye catcher&#x201C; tr&#xFC;gt, denn die hier zusammengetragenen arch&#xE4;ologischen Sch&#xE4;tze reichen viel weiter in die Vergangenheit des heutigen Usbekistans zur&#xFC;ck.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der gro&#xDF; angelegten <a href=\"https:\/\/www.smb.museum\/ausstellungen\/detail\/archaeologische-schaetze-aus-usbekistan\/\">Sonderausstellung<\/a> &#x201E;Arch&#xE4;ologische Sch&#xE4;tze aus Usbekistan &#x2013; Von Alexander dem Gro&#xDF;en bis zum Reich der Kuschan&#x201C; werden auf der Berliner Museumsinsel zahlreiche Kultursch&#xE4;tze pr&#xE4;sentiert, die zum Teil erstmals au&#xDF;erhalb Usbekistans zu sehen sind. Die Schau, die sich auf Ausstellungsr&#xE4;ume im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neues_Museum_(Berlin)\">Neuen Museum<\/a> und der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James-Simon-Galerie\">James-Simon-Galerie<\/a> verteilt, vermittelt den Besucher:innen Einblick in die Kulturlandschaft Usbekistans vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis in das 4. Jahrhundert n. Chr. und ist noch bis zum 14. Januar 2024 zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Alexander der Gro&#xDF;e als Aufh&#xE4;nger<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Bezug auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexander_der_Gro&#xDF;e\">Alexander den Gro&#xDF;en<\/a> d&#xFC;rfte bei der Konzeption der Ausstellung nicht zuf&#xE4;llig gew&#xE4;hlt worden sein, bietet doch der Persien-Feldzug des makedonischen K&#xF6;nigs ein Bezugspunkt, den so ziemlich jeder aus dem Geschichtsunterricht kennt. Dies formulierte auch Bundespr&#xE4;sident Frank-Walter Steinmeier in seiner Rede bei der Er&#xF6;ffnung der Ausstellung, die <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/zentralasien-und-europa\/usbekistans-praesident-mirziyoyev-zu-besuch-in-berlin\/\">am 3. Mai<\/a> im Beisein von Usbekistans Pr&#xE4;sident <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Shavkat_Mirziyoyev\">Shavkat Mirziyoyev<\/a> stattfand.<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Wahrscheinlich wird es den meisten Besuchern dieser Ausstellung so gehen wie mir &#x2013; dass sie zwar von Alexander dem Gro&#xDF;en schon geh&#xF6;rt haben, von seinen Eroberungsz&#xFC;gen, seinem milit&#xE4;rischen Genie und seinem fr&#xFC;hen Tod, vielleicht auch von den kulturellen Folgen seiner Eroberungen; dass sie aber vom Reich der Kuschan noch nie geh&#xF6;rt haben und daher auch gar nicht wissen, &#xFC;ber welche gro&#xDF;en kulturellen Sch&#xE4;tze Usbekistan aus seiner Vergangenheit verf&#xFC;gt&#x201C;<\/em>, <a href=\"https:\/\/www.bundespraesident.de\/SharedDocs\/Reden\/DE\/Frank-Walter-Steinmeier\/Reden\/2023\/05\/230503-Usbekistan-AE-Ausstellungseroeffnung.html\">sagte<\/a> der Bundespr&#xE4;sident.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/zentralasien-und-europa\/usbekistans-praesident-mirziyoyev-zu-besuch-in-berlin\/\"><strong>Usbekistans Pr&#xE4;sident Mirziyoyev zu Besuch in Berlin<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Und so widmet sich jener Teil der Ausstellung, der im Neuen Museum untergebracht ist, auch Alexanders Feldzug nach Osten und den unmittelbaren Folgen f&#xFC;r die Region Zentralasien, die somit erstmal in das europ&#xE4;ische Blickfeld gelangte. Tats&#xE4;chlich stammen aber die in diesem Ausstellungsteil gezeigten Exponate teilweise aus dem Fundus der Staatlichen Museen Berlin und wurden nicht in Usbekistan entdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt dieses Ausstellungsteil liegt aber auf den arch&#xE4;ologischen Funden, die die griechische Pr&#xE4;senz auf dem Territorium des heutigen Usbekistan belegen. Hierzu z&#xE4;hlen unter anderem Scherben und M&#xFC;nzen aus den griechischen Befestigungsanlagen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kurgansol\">Kurganzol<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uzundara_(Festung)\">Uzundara<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-accent-500-background-color has-text-color has-background\">A<strong>ls vereinsgetragene, <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/unser-projekt\/\">unabh&#xE4;ngige<\/a> Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! Durch jede noch so kleine <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Spende<\/a> helft ihr uns, weiter ein realit&#xE4;tsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch nach Alexanders Tod lebte das griechische Erbe in Zentralasien fort. W&#xE4;hrend unter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seleukos_I.\">Seleukos<\/a> noch weite Teile von Alexanders Reich zusammengehalten werden konnten, etablierte sich in der Folge in den &#xF6;stlichen Provinzen Sogdien und Baktrien ein Graeco-Baktrisches Reich, dessen Untergang erst in der Mitte des 2. Jahrhundert v. Chr. eingeleitet wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>An der Schnittstelle zwischen Ost und West<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wie sehr Alexander der Gro&#xDF;e als Aufh&#xE4;nger verwendet wurde, verdeutlicht sich auch in der Tatsache, dass die Exponate der Ausstellung auch weit in voralexandrinische Zeit zur&#xFC;ckreichen. Eben jener Fr&#xFC;hgeschichte widmet sich ein Teil der Ausstellungsr&#xE4;ume in der James-Simon-Galerie. Ein besonders bemerkenswertes Exponat befindet sich gleich zu Beginn des Rundgangs: ein aus Stein gefertigtes Amulett aus der zweiten H&#xE4;lfte des 3. Jahrtausends v. Chr. mit der Darstellung zweier antithetischer Schlangen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/IMG_2523-1536x1152-1-1024x768-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33354\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/IMG_2523-1536x1152-1-1024x768-1.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/IMG_2523-1536x1152-1-1024x768-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/IMG_2523-1536x1152-1-1024x768-1-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Schlangen-Amulett &#x2013; hier bei einer Aussteellung im Louvre &#x2013; stammt aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. (Photo: El&#xE9;onore de Vulpilli&#xE8;res \/ Novastan)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im weiteren Verlauf zeichnet die Ausstellung die weitere Entwicklung in der Region nach. Von den unabh&#xE4;ngigen Reichen der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sogdien\">Sogdier<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Baktrien\">Baktrier<\/a> im 1. Jahrtausend v. Chr. &#xFC;ber die Gr&#xFC;ndung von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afrasiab_(Stadt)\">Afrosiyob<\/a> bis zur Eroberung dieser Reiche durch die Perser im 6. Jahrhundert v. Chr.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Reich der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kangju\">Kangju<\/a> und die Entwicklung des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zoroastrismus\">Zoroastrismus<\/a> in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Choresmien\">Choresmien<\/a> werden durch Exponate veranschaulicht. Bedeutende Ausgrabungsst&#xE4;tten sind die Palastanlagen von Akchahan-kala und die Kultbauten von Koykrilgankala (beide aus dem 4. bis 2. Jahrtausend v. Chr.).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/die-sogdischen-briefe-aus-dem-16-jahrhundert-zeugen-der-engen-beziehung-zwischen-china-und-zentralasien\/\"><strong>Die &#x201E;Sogdischen Briefe&#x201C; &#x2013; Zeugen der engen Beziehung zwischen China und Zentralasien<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Vielfalt von unterschiedlichen Einfl&#xFC;ssen belegt, dass Zentralasien schon von alters her an einer Schnittstelle zwischen Ost und West liegt. Dies wird vor allem um die Zeitenwende herum deutlich. W&#xE4;hrend in den Jahrhunderten zuvor vor allem Perser und Griechen &#x2013; als M&#xE4;chte, die aus dem Westen kamen &#x2013; die Region pr&#xE4;gten, tauchte nun ein neuer Akteur aus dem Osten auf: die Kuschan.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das unbekannte Reich der Kuschan<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Reich der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kuschana\">Kuschan<\/a> wurde laut chinesischen Quellen von einem der f&#xFC;nf aristokratischen St&#xE4;mme der reiternomadischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yuezhi\">Yuezhi<\/a> gegr&#xFC;ndet. Im 2. Jahrhundert v. Chr. war dieser Stamm von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gansu\">Gansu<\/a> nach Baktrien gezogen und hatte so das Graeco-Baktrische Reich Schritt f&#xFC;r Schritt zur&#xFC;ckgedr&#xE4;ngt. Unter K&#xF6;nig <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanischka_I.\">Kanischka<\/a> erreichte das Reich der Kuschan im 2. Jahrhundert n. Chr. den H&#xF6;hepunkt seiner Macht, der sich in monumentaler Architektur und Meisterwerken der Kunst offenbarte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Z4A9084-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33353\" width=\"519\" height=\"778\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Z4A9084-683x1024.jpg 683w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Z4A9084-200x300.jpg 200w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Z4A9084-768x1151.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Z4A9084-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Z4A9084-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/Z4A9084-scaled.jpg 1708w\" sizes=\"auto, (max-width: 519px) 100vw, 519px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hand einer &#xFC;berlebensgro&#xDF;en Buddhafigur aus einer buddhistischen Tempelanlage in Dalverzintepa, 2.-3. Jahrhundert n. Chr., (Photo: Hans Jakobi)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zu jener Zeit verschmolzen persische und griechische Einfl&#xFC;sse mit kulturellen Impulsen aus Indien. Auch der Buddhismus erlebte unter Kanischka eine erste Bl&#xFC;tezeit. Erstmals wurde Buddha &#x2013; vermutlich nach griechischem Vorbild &#x2013; in einer menschlichen Gestalt dargestellt. Zahlreiche Tempel, Kl&#xF6;ster, Kultbauten mit Buddha- und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bodhisattva\">Bodhisattva<\/a>-Statuen entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Tal des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amudarja\">Amudarja<\/a> in der Gegend des heutigen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Termiz\">Termiz<\/a> wurden die buddhistischen Kl&#xF6;ster von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fayaz-Tepa\">Fayaztepa<\/a> und Karatepa gegr&#xFC;ndet, aus deren Ausgrabungsst&#xE4;tten ein Teil der gezeigten Exponate stammt. Doch auch die St&#xE4;dte erlebten unter den einst nomadischen Kuschan eine neue Bl&#xFC;te. Alt-Termiz, um die Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. gegr&#xFC;ndet, entwickelte sich unter den Kuschan zu einem sozialen, politischen und religi&#xF6;s-buddhistischen Zentrum. Auch die an einem &#xDC;bergang des Amudarja gelegene Festung Kampyrtepa wurde von den Kuschan erobert und zur Stadt ausgebaut.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/csm__Z4A9155_a9d5e7f687.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33352\" width=\"534\" height=\"801\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/csm__Z4A9155_a9d5e7f687.jpg 420w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2023\/05\/csm__Z4A9155_a9d5e7f687-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 534px) 100vw, 534px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bemalter Kopf einer Terrakottaplastik mit realistischer Darstellung eines &#x201E;sakischen&#x201C; Kriegers aus der Palastanlage von Chaltschajan, 1. Jahrhunert v. Chr. &#x2013; 1. Jahrhundert n. Chr., (Photo: Hans Jakobi)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dalverzin-Tepe\">Dalverzintepa<\/a> erreichte ebenfalls unter den Kuschan ihre Bl&#xFC;tezeit und war im 2.-3. Jahrhundert n. Chr. eines der wichtigsten Zentren ihres Reiches. In unmittelbarer Umgebung wurden zwei buddhistische Tempelanlagen ausgegraben, deren Artefakte zu den beeindruckendsten der Ausstellung z&#xE4;hlen. Von &#xE4;hnlicher arch&#xE4;ologischer Bedeutung ist die Palastanlage von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chaltschajan\">Haltschayan<\/a> aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., die vor allem durch ihre bemalten plastischen Figuren von Mitglieder:innen der Herrscherfamilie besticht. Einige hiervor sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kulturdiplomatie<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung entstand in einer bisher beispielslosen Kooperation zwischen deutschen und usbekischen Museen. Ihre Durchf&#xFC;hrung war im Mai 2019 beim <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/bundespraesident-steinmeier-besucht-usbekistan\/\">Besuch Frank-Walter Steinmeiers in Usbekistan<\/a> vereinbart worden. Sie reiht sich ein in eine weiter gefasste Kulturdiplomatie Usbekistans, das seit dem Machtantritt Shavkat Mirziyoevs im Jahr 2016 sich immer mehr f&#xFC;r ausl&#xE4;ndische Besucher:innen <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/usbekistan-tiefgreifende-aenderungen-in-der-visapolitik\/\">ge&#xF6;ffnet<\/a> hat. Insofern dient die Ausstellung auch dazu, Usbekistan einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Tats&#xE4;chlich war eine &#xE4;hnlich konzipierte Ausstellung zu usbekischer Kunst bereits zu Beginn des Jahres <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/glanz-der-oasen-usbekische-kunst-im-louvre-ausgestellt\/\">im Pariser Louvre zu sehen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Ziel d&#xFC;rfte die Ausstellung, die in Berlin an fast allen U-Bahnh&#xF6;fen beworben wird, nicht verfehlen. Auch wenn sie es angesichts der r&#xE4;umlichen Verteilung auf zwei benachbarte Geb&#xE4;ude und dem in der Folge nicht immer chronologischen Aufbau teilweise schwer macht, eben jener Chronologie zu folgen, ist dabei aber vor allem eine gelungene Schau entstanden. Insbesondere die Exponate aus der Zeit der Kuschan und die eigens f&#xFC;r die Ausstellung produzierten Videos und Computeranimationen geben einen beeindruckenden Einblick in eine den Besucher:innen unbekannte Welt. In ein Usbekistan, das so viel mehr ist als Seidenstra&#xDF;e.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Robin Roth, Chefredakteur von Novastan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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