{"id":30836,"date":"2022-11-17T12:33:38","date_gmt":"2022-11-17T11:33:38","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=30836"},"modified":"2023-03-30T17:24:34","modified_gmt":"2023-03-30T15:24:34","slug":"du-bist-schon-ueber-20-und-versuchst-noch-witze-zu-reissen-interview-mit-kasachischen-comedians","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/gesellschaft-und-kultur\/du-bist-schon-ueber-20-und-versuchst-noch-witze-zu-reissen-interview-mit-kasachischen-comedians\/","title":{"rendered":"\u201eDu bist schon \u00fcber 20 und versuchst noch Witze zu rei\u00dfen\u201c &#8211; Interview mit kasachischen Comedians"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nicht nur in Europa wird Stand-Up immer popul&#xE4;rer. Auch in Kasachstan erfreut sich die Szene immer mehr Zuschauer und K&#xFC;nstler. Anl&#xE4;sslich des ersten kasachstanischen Stand-Up-Festivals f&#xFC;hrte die <a href=\"https:\/\/the-steppe.com\/lyudi\/tebe-dvadcat-s-lishnim-let-a-ty-shutki-shutit-pytaeshsya-intervyu-s-kazahstanskimi-stendap-komikami\">Online-Zeitung The Steppe<\/a> ein Interview mit drei Comedians. Wir &#xFC;bersetzen es mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.<\/strong>\n\nVom 16. bis zum 18. September fand das erste kasachische Stand-Up-Festival in Almaty statt. Drei Tage lang traten Comedians aus ganz Kasachstan und aus weiteren L&#xE4;ndern Zentralasiens in Bars, Kinos, Konzerthallen und Stand-Up-B&#xFC;hnen der s&#xFC;d-kasachstanischen Metropole auf.\n\nAba&#x131; Jenesov, Aida Asa&#xFD;baeva, Muhamed Sa&#xFD;degerov, die auf dem Festival den Preis f&#xFC;r das &#x201E;beste Team Kasachstans&#x201C; gewannen, sprechen im Interview mit The Steppe &#xFC;ber die Entwicklung der kasachstanischen Komedieszene, ungl&#xFC;ckliche Pointen und was sie neben ihrem Comedian-Dasein beruflich machen.\n\n<strong>The Steppe: Erz&#xE4;hlt mal, wie ging das denn alles los?<\/strong><strong>Aba&#x131;<\/strong>: Schon als Kind wollte ich Leute zum Lachen bringen. Deshalb habe ich mich mit 18 im KVN-Comedy-Club unserer Uni angemeldet (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/KVN\">KVN<\/a>, der &#x201E;Club der lustigen und einfallsreichen&#x201C;, ist eine in der Sowjetzeit entstandene Comedy-Talentshow, Anm. d. &#xDC;.<em>)<\/em> Unser kleines studentisches K&#xFC;nstlerkollektiv spielte auf hohem Niveau, wir gingen auf Tour durch Russland.\n\nWie viele KVN-Absolventen meinen, nachdem sie es zu nichts gebracht haben: &#x201E;E<em>s fehlte nur ein klitzekleines St&#xFC;ck, dann h&#xE4;tten wir den russischen Fernsehkanal f&#xFC;r uns gewonnen<\/em>.&#x201C;\n\nIm Jahr 2020 wurden mit Beginn der Pandemie die Grenzen geschlossen, die Sponsoren sprangen ab und ich begann nach Alternativen zu suchen. Ich wusste, dass es in Astana eine kleine B&#xFC;hne gab, wo ich auftreten und ein paar Witze ausprobieren konnte. Ich trete quasi seit 2020 regelm&#xE4;&#xDF;ig auf.\n\n<strong>Aida<\/strong>: Bei mir fing es an, da war ich grade 18 und Erstsemestlerin. Damals gab es in Astana meines Wissens noch keinerlei Stand-Up-B&#xFC;hnen. Mit ein paar Kumpels von der Uni haben wir ein paar Auftritte organisiert. Ich wollte einfach mal etwas Neues ausprobieren.\n\n<strong>Sehr auch unsere Videoreportage: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/worueber-lacht-man-in-zentralasien\/\">Wor&#xFC;ber lacht man in Zentralasien?<\/a> <\/strong><strong>Muhamed<\/strong>: Von Stand-Up, habe ich, wie viele andere auch, zum ersten Mal &#xFC;ber den Fernsehsender <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/TNT_(Russland)\">TNT<\/a> geh&#xF6;rt<strong>.<\/strong> Irgendwann bin ich auf Instagram auf einen Post mit einer Auswahl B&#xFC;cher gesto&#xDF;en. So entdeckte ich die &#x201E;Comedy Bible&#x201C; von der amerikanischen Comedian <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Judy_Carter\">Judy Karter<\/a>. Bis dahin hatte ich keine Ahnung davon, dass es im Stand-Up eine Art Kanon, Regeln, Techniken und allerlei Kniffe gibt. Ich las also das Buch und ging zu einem Open-Mic, um zu schauen, wie hoch dort das Niveau ist. Danach hab ich die Sache erst mal hingeschmissen. Erst im Februar, habe ich nochmal einen Versuch gestartet. Ich bin jetzt also seit einem halben Jahr dabei.\n\n<strong>Wer sind eure Vorbilder? Wer hat euch inspiriert?<\/strong><strong>Aba&#x131;<\/strong>: Ich hatte keine Vorbilder. Aber als wir als Gruppe zusammen aufgetreten sind, gab es Momente, in denen wir unterschiedlicher Meinungen &#xFC;ber einige meiner Witze waren. Letztendlich haben pers&#xF6;nliche Geschm&#xE4;cker und die Konkurrenz mich zu meinem Soloprogramm motiviert.\n\n<strong>Aida<\/strong>: Mein Vorbild war (die russische Stand-Up Comedian, Anm. d. Red.) Julia Achmedowa. Sie war damals die einzige Frau im russischen TV-Stand Up und da dachte ich: &#x201E;Das will ich auch!&#x201C;\n\n<strong>Muhamed<\/strong>: Eigentlich niemand. In meiner Kindheit meinten alle, sie w&#xFC;rden mich im Leben nicht mit einem B&#xFC;rojob sehen, viel eher als K&#xFC;nstler oder Schauspieler. Dadurch kam es mir &#xFC;berhaupt erst in den Sinn, Stand-Up mal auszuprobieren und diese Worte spornen mich auch zu B&#xFC;hnenauftritten an.\n\n<strong>Wie sieht&#x2019;s aus mit der Uni? Habt ihr schon einen Abschluss?<\/strong><strong>Aba&#x131;<\/strong>: Ich studiere Physik. Mit diesem Abschluss kann ich jederzeit in die Forschung oder die Lehre einsteigen. In ein paar <a href=\"https:\/\/setup-punchline.de\/stand-up-lexikon\/bit\/\">Bits<\/a> erz&#xE4;hle ich auch davon, dass ich Physiker bin und mein Masterstudium noch irgendwie abschlie&#xDF;en muss. Aber nach diesem Jahr bin ich endlich frei und kann mich voll und ganz dem Stand-Up widmen.\n\n<strong>Aida<\/strong>: In einem halben Jahr bin ich mit dem Bachelor fertig. Erst war ich in sozialer Arbeit, dann in Jura eingeschrieben. Meinen Abschluss mache ich jetzt aber doch in Geschichte auf Lehramt.\n\n<strong>Muhamed<\/strong>: Ich habe an drei chinesischen Wirtschaftsuniversit&#xE4;ten studiert. Erst in Shang-Hai, dann Peking und dazwischen noch in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zibo\">Zibo<\/a> &#x2013; dort habe ich auch Chinesisch gelernt.\n\n<strong>In welchen St&#xE4;dten tretet ihr am h&#xE4;ufigsten auf?<\/strong><strong>Aba&#x131;<\/strong>: Bis jetzt nur in Kasachstan: in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6kschetau\">K&#xF3;ksheta&#xFD;<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Qaraghandy\">Qara&#x1F5;andy<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Almaty\">Almaty<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/&#xD6;skemen\">&#xD6;skemen<\/a> und hoffentlich bald auch in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kostanaj\">Qostana&#x131;<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschimkent\">Shymkent<\/a>. Dort gibt es seit Kurzem einen Stand-Up-Club. In K&#xF3;ksheta&#xFD; und Qara&#x1F5;andy hat mich das Publikum ganz herzlich empfangen. Letztes Jahr wollte ich auch nach Russland, habe es aber nicht geschafft. In <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Astana\">Astana<\/a> trete ich meistens in Caf&#xE9;s oder Bars auf. Hin und wieder auch auf Betriebsfeiern, f&#xFC;rs Taschengeld.\n\n<strong>Aida<\/strong>: Ich trete meistens bei Open-Mics in Astana auf. Ein paar Mal war ich auch in Qara&#x1F5;andy, das Publikum ist dort einfach der Hammer.\n\n<strong>Muhamed<\/strong>: Ich bin meistens in irgendwelchen Bars in Astana.\n\n<strong>Was denkt ihr, wird sich die Stand-Up-Szene in Kasachstan weiterentwickeln?<\/strong><strong>Aba&#x131;<\/strong>: Sie entwickelt sich eigentlich st&#xE4;ndig. Obwohl ich finde, dass es hier recht wenige Comedians gibt. Gro&#xDF;z&#xFC;gig berechnet vielleicht 200 oder 300 im ganzen Land. Zahlenm&#xE4;&#xDF;ig sind wir da anderen Formen der Kunst klar unterlegen. Aber so langsam entstehen immer mehr M&#xF6;glichkeiten f&#xFC;r Auftritte. Ich merke das schon bei mir selbst: Fast jeden Tag kann ich irgendwo auftreten und das, obwohl ich in keinem Stand-Up Projekt permanenter Teilnehmer bin. 2019 gab es pro Woche noch eine einzige Veranstaltung. Der Eintritt war kostenlos und im Publikum sa&#xDF;en nur ein paar Freunde der Comedians und Organisatoren. Verdient hat man damals noch nichts.\n\n<strong>Aida<\/strong>: Ja, die Szene entwickelt sich auf jeden Fall, ein Gl&#xFC;ck! Jedes Jahr kommen neue Comedians dazu. Ich denke, wir k&#xF6;nnten bald ein neues Zentrum f&#xFC;r russischsprachige Comedy in den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gemeinschaft_Unabh&#xE4;ngiger_Staaten\">GUS<\/a>-Staaten werden, auch wenn wir den kasachischsprachigen Teil der Szene nicht vergessen d&#xFC;rfen. Hut ab an die kasachischsprachigen Stand Up Comedians! In Almaty und Astana kann sich in Sachen Comedy-Industrie am meisten tun. Ich hoffe, dass wir in diesem Punkt selbst besser als Russland sein werden!\n\n<strong>Muhamed<\/strong>: Ja, auf jeden Fall, wir haben in den letzten Jahren riesige Schritte gemacht. Dieses Jahr gab&#x2019;s einen Wahnsinnsschub. Ich w&#xFC;rde sagen, das war das Jahr des kasachischen Stand-Ups.\n\n<strong>Wie sehen das eure Eltern, dass ihr jetzt Comedians seid?<\/strong><strong>Aba&#x131;<\/strong>: Sie waren so sehr dagegen. Ich sage immer, ich hab den &#x201E;Krieg gewonnen&#x201C;. Das liegt an der sowjetischen Denkweise. Sie wollten, dass ich studiere, mir mit dem Abschluss etwas aufbaue und eine Familie gr&#xFC;nde. Gerade wenn ich nachts sp&#xE4;t heim kam oder mal wieder wegfuhr, fiel es meinen Eltern schwer, es zu akzeptieren. Als es dann professioneller wurde und ich auch mehr Geld verdiente, hat mein Vater meine Arbeit zum ersten Mal gew&#xFC;rdigt. Auch wenn ich mein Physikstudium nat&#xFC;rlich nicht aus dem Blick verlieren soll. Jetzt stellen sich meine Eltern nicht v&#xF6;llig quer. In meinem Publikum will ich sie trotzdem nicht sehen.\n\n<strong>Aida<\/strong>: Sie unterst&#xFC;tzen mich, auch wenn Mama zuerst dachte, ich h&#xE4;tte sie nicht mehr alle. Sie sagte &#x201E;Du bist schon &#xFC;ber 20, Du musst Kinder kriegen, eine Familie gr&#xFC;nden. Du versuchst aber Witze zu rei&#xDF;en&#x201C;. Ganz am Anfang hat mich aber Papa unterst&#xFC;tzt. Mama hat das Stand-Up erst ernst genommen, als ich mein erstes Geld damit verdient habe. Mittlerweile fiebern sie bei jedem Auftritt mit. Als ich zum Comedy-Festival nach Almaty gefahren bin, haben sie mich jeden Tag angerufen. Was f&#xFC;r eine Unterst&#xFC;tzung! Daf&#xFC;r bin ich ihnen so dankbar.\n\n<strong>Muhamed<\/strong>: Mein Vater stemmt sich nicht aktiv dagegen, er sieht es aber auch nicht als richtigen Beruf an. Mehr als eine Art Hobby. Seiner Meinung nach, soll ein Mann sein eigenes Business er&#xF6;ffnen und etwas gescheites lernen. Mama freut sich dagegen f&#xFC;r mich. Sie wollte mich schon immer auf der B&#xFC;hne sehen.\n\n<strong>Was macht ihr neben dem Stand-Up?<\/strong><strong>Aba&#x131;<\/strong>: Ich arbeite als Physikdozent an der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eurasische_Nationale_Universit&#xE4;t\">Eurasischen Nationalen Universit&#xE4;t Astana<\/a>. Das gef&#xE4;llt mir auch ganz gut, aber ich habe auch keine Wahl, wenn ich mein Stipendium behalten will. Meine beiden T&#xE4;tigkeiten, Stand-Up und Dozieren, erg&#xE4;nzen sich gar nicht schlecht. Morgens in der Vorlesung, abends auf der B&#xFC;hne. Die Lehre ist f&#xFC;r mich gleichzeitig auch eine finanzielle Absicherung.\n\n<strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/gesellschaft-und-kultur\/memes-in-zeiten-der-krise-ein-gespraech-mit-den-gruendern-von-satira-media\/\">Memes in Zeiten der Krise<\/a><\/strong><strong>Aida<\/strong>: Momentan leite ich den Verkauf von Handb&#xFC;chern der Stadtverwaltung. Es ist sicher nicht verkehrt, aber nicht das, was ich auf lange Sicht machen will. Parallel arbeite ich noch in der Schule. Immerhin befinde ich mich ja auch noch in meiner Ausbildung zur Geschichtslehrerin. Ich hoffe, dass ich mein Leben lang etwas mit Lehramt zu tun haben werde.\n\n<strong>Muhamed<\/strong>: Ich bin Gro&#xDF;eink&#xE4;ufer in einer Lebensmittelfirma in Astana. Dort kaufe ich Grie&#xDF; ein und sorge f&#xFC;r die Verarbeitung.\n\n<strong>K&#xF6;nnt ihr euch an euren besten Witz erinnern? Oder an einen, der v&#xF6;llig in die Hose ging?<\/strong><strong>Aba&#x131;<\/strong>: Von den besten f&#xE4;llt es mir schwer, einen auszuw&#xE4;hlen. Aber der ungl&#xFC;cklichste Moment passierte auf jeden Fall beim &#x201E;Big Money Mic&#x201C; Wettbewerb. Ich hab davon erz&#xE4;hlt, dass mein Vater sowjetisch erzogen wurde. In meiner Kindheit hat er mir statt Spielzeug immer Knete geschenkt. Er sagte immer: &#x201E;Wenn du mit Soldatenfig&#xFC;rchen spielen willst, mach sie dir halt selbst. Wenn du Krieg spielen willst, dann bau dir eben ein ganzes Sturmgewehr.&#x201C; Jetzt bin ich 27 geworden und mein Vater hat einen ganzen Laster voll Knete bestellt!\n\nDer Witz kam echt gut an. Aber alle Comedians, die nach mir dran waren, haben meinen Witz zum Auftakt ihres Auftritts erst mal durch den Kakao gezogen. An sich war der Witz nicht schlecht, eher die Situation, in die er mich gebracht hat.\n\n<strong>Muhamed<\/strong>: Am besten funktioniert hat bei mir dieser Oneliner hier: &#x201E;Unsere Verfassung ist wie die Geschichte von Harry Potter &#x2013; Das Buch ist besser als die Verfilmung!&#x201C;\n\n<strong>Was ist euer gr&#xF6;&#xDF;er Traum, den ihr euch im Stand-Up erf&#xFC;llen wollt?<\/strong><strong>Aba&#x131;<\/strong>: Also mein gr&#xF6;&#xDF;ter Traum, ist, wie bei jedem Comedian, einen Solo-Auftritt bei Youtube hinzulegen. Und dann nat&#xFC;rlich bei Netflix oder im Fernsehen bei TNT. Von TNT war ich schon zu Studienzeiten besessen &#x2013; ich muss mindestens einmal dort auftreten, um endlich zur Ruhe zu kommen.\n\n<strong>Aida<\/strong>: Mein eigene Solo-Show zu haben, bevor ich 30 werde, und daran viel Geld zu verdienen.\n\n<strong>Muhamed: <\/strong>Dass irgendein junges P&#xE4;rchen in Astana, das bei der Wochenendplanung vor der Wahl zwischen einem Kinobesuch, einem Restaurant, einem Pferdeausflug und das Stand-Up von Muhamed Sa&#xFD;degerov steht, sich eben f&#xFC;r mein Konzert entscheidet.\n\n<strong>Wie denkt ihr euch eure Witze aus?<\/strong><strong>Aba&#x131;<\/strong>: Es gibt kaum eine uninteressantere und langweiligere Arbeit in meinem Leben, als mit versteinertem Blick auf meinem Laptop herumzutippen.\n\nWenn ich Witze schreibe, habe ich da mein ganz konkretes Schema: Erst stelle ich irgendein Thema vor, erz&#xE4;hle dann, warum dies oder jenes problematisch ist und wie ich dazu stehe und ziehe daraus einen Schluss. Von Anfang bis Ende streue ich hier und da Witze ein. So verdichtet sich der ganze Erz&#xE4;hlstoff.\n\n<strong>Aida<\/strong>: Also dabei fehlt es mir als Comedian echt an Disziplin. Ich bewundere meine Kollegen, die jeden Tag neues Material schreiben. A&#x131;na Musina ist da ein gro&#xDF;es Vorbild f&#xFC;r mich. Ich sehe sie nie ohne Laptop oder Schreibblock. Ich dagegen schreibe meine Witze eher dann, wenn die Inspiration kommt. Manchmal passiert das auch hinter der B&#xFC;hne, kurz vor meinem Auftritt.\n\n<strong>Muhamed<\/strong>: Ich bin noch ziemlich neu in der Szene, deshalb habe ich noch keine bestimmte Routine. Wenn mir ein Witz in den Sinn kommt, halte ich ihn immer erst mal in meinen Handy-Notizen fest, um ihn nicht zu vergessen. Ohne das Aufschreiben geht&#x2019;s nicht! Zu Hause schlachte ich meine Idee dann richtig aus. Ich kann mich an einige Momente erinnern, wo ich am Staubsaugen oder Schwimmen war und pl&#xF6;tzlich kam mir eine Idee. Man k&#xF6;nnte sagen, dass ich die Inspiration oft finde, wenn ich mich bewege. Am Schreibtisch mit Stift und Block &#x2013; keine Chance.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Das Interview f&#xFC;hrte A&#x131;ana Se&#x131;than\n<\/strong><strong><a href=\"https:\/\/masa.media\/ru\/site\/kem-byl-akhmet-baytursynuly\">The Steppe<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem Russischen von Arthur Siavash Klischat<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur in Europa wird Stand-Up immer popul&#xE4;rer. Auch in Kasachstan erfreut sich die Szene immer mehr Zuschauer und K&#xFC;nstler. Anl&#xE4;sslich des ersten kasachstanischen Stand-Up-Festivals f&#xFC;hrte die Online-Zeitung The Steppe ein Interview mit drei Comedians. Wir &#xFC;bersetzen es mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. Vom 16. bis zum 18. 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