{"id":30344,"date":"2022-08-31T18:51:19","date_gmt":"2022-08-31T16:51:19","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=30344"},"modified":"2023-09-06T13:31:02","modified_gmt":"2023-09-06T11:31:02","slug":"kirgistans-eliten-brauchen-keine-eisenbahn-nach-china-von-der-neuen-allianz-der-zentralasiatischen-staaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/kirgistans-eliten-brauchen-keine-eisenbahn-nach-china-von-der-neuen-allianz-der-zentralasiatischen-staaten\/","title":{"rendered":"\u201eKirgistans Eliten brauchen keine Eisenbahn nach China\u201c: Von der neuen \u201eAllianz\u201c der zentralasiatischen Staaten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Gipfeltreffen der f&#xFC;nf zentralasiatischen Staaten in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tscholponata\">Tscholpon-Ata<\/a> schien ein Durchbruch gewesen zu sein: Die Pr&#xE4;sidenten diskutierten die Grenzziehung zwischen ihren Staaten, den Ausbau der industriellen Zusammenarbeit sowie den Bau einer Eisenbahnlinie aus China. Dennoch &#xE4;ndere sich in der Region kaum etwas, so Temur Umarov, Wissenschaftler f&#xFC;r Zentralasien und China sowie Mitglied des <a href=\"https:\/\/carnegieendowment.org\/\">Carnegie Endowment for International Peace<\/a>.&#xA0;<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Warum gerade die Eliten Usbekistans ihre Wirtschaft nicht &#xF6;ffnen wollen und m&#xE4;chtige Gruppen in Kirgistan kein gro&#xDF;es Interesse an der Eisenbahn aus China haben, erkl&#xE4;rt er im <a href=\"https:\/\/kloop.kg\/blog\/2022\/07\/26\/elitam-kyrgyzstana-ne-nuzhna-zheleznaya-doroga-v-kitaj-temur-umarov-o-novom-soyuze-stran-tsentralnoj-azii\/\">Interview mit Kloop<\/a>. Wir &#xFC;bersetzen das Interview mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kloop: Das Angebot des kasachstanischen Pr&#xE4;sidenten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Qassym-Schomart_Toqajew\">Toqaev<\/a>, Kirgistan und Tadschikistan bei der Grenzziehung zu helfen, das Abkommen zwischen Kasachstan und Usbekistan zum Wasserkraftwerk &#x201E;Kambar-Ata 1&#x201C;, die Aufrufe des usbekischen Pr&#xE4;sidenten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Shavkat_Mirziyoyev\">Mirziyoyev<\/a> zur industriellen und verkehrstechnischen Zusammenarbeit&#x2026; Glauben Sie, dass damit ein rein zentralasiatisches Pendant zur Eurasischen Wirtschaftsunion (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eurasische_Wirtschaftsunion\">EAWU<\/a>) oder der Organisation des Vertrags &#xFC;ber kollektive Sicherheit (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Organisation_des_Vertrags_&#xFC;ber_kollektive_Sicherheit\">OVKS<\/a>) geschaffen werden soll?<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Temur Umarov: Bislang sehe ich dazu keinerlei Anzeichen. Erstens: Die L&#xE4;nder der Region haben kein gemeinsames Ziel. Im Falle der EAWU ist die Sache klar: Integration, ein gemeinsamer Markt, eine Zollunion. Die OVKS &#xFC;berwacht ebenfalls die kollektive Sicherheit der Region. Doch was wollen die zentralasiatischen L&#xE4;nder gemeinsam erreichen? Ich habe den Eindruck, dass dort alle politischen Regime unterschiedliche Ziele haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Selbst der Vertrag &#xFC;ber die Freundschaft zwischen den f&#xFC;nf L&#xE4;ndern, den Kasachstan und Usbekistan durchzusetzen versuchten, wurde nicht angenommen, obwohl er weder bindend w&#xE4;re noch die Souver&#xE4;nit&#xE4;t eines Landes bedrohen oder die L&#xE4;nder zu einer Integration zwingen w&#xFC;rde. Doch selbst eine solche symbolische Geste scheint f&#xFC;r Tadschikistan und Turkmenistan bisher &#xFC;berfl&#xFC;ssig. <\/p>\n\n\n\n<p>Meines Erachtens ist es daher zu fr&#xFC;h, von einem Durchbruch zu sprechen. Es ist allerdings ein gutes Zeichen, dass solche Treffen nun j&#xE4;hrlich stattfinden. Dort treffen sich nicht nur die Pr&#xE4;sidenten, sondern es stehen gro&#xDF;e Teams hinter der Organisation. Man lernt sich pers&#xF6;nlich kennen, tauscht Kontakte &#xFC;ber soziale Medien aus und kann in dringenden F&#xE4;llen entsprechend Kontakt aufnehmen. Das vereinfacht und verbessert den Entscheidungsprozess. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>In Zentralasien scheint sich mit Kasachstan und Usbekistan eine Keimzelle der Modernisierung zu bilden. Unter den vorigen Pr&#xE4;sidenten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islom_Karimov\">Karimov<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nursultan_Nasarbajew\">Nazarbaev<\/a> bestanden konkurrierende Ambitionen, doch die neue politische F&#xFC;hrung ist bereit, diese zugunsten gemeinsamer Interessen teilweise aufzugeben.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Ich stimme zu, dass sich ein usbekisch-kasachstanisches Tandem herausbildet, und das ist ein nat&#xFC;rlicher Prozess, denn sie haben gemeinsame Ziele und kennen die Grenzen ihres Handelns; die Gesellschaft ist viel anspruchsvoller geworden und w&#xFC;nscht sich keine R&#xFC;ckkehr in alte Zust&#xE4;nde. Beide L&#xE4;nder wollen Investitionen anziehen und ihre Wirtschaft so weit wie m&#xF6;glich diversifizieren, um weniger abh&#xE4;ngig von Russland zu sein. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kirgistan ist dem Freundschaftsvertrag zwischen Kasachstan und Usbekistan beigetreten. Interessant ist die Einsch&#xE4;tzung der Perspektiven Usbekistans durch die Politiker in Bischkek. Kurz vor dem Gipfel sagte Premierminister <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Akylbek_Dschaparow\">Akylbek Dschaparow<\/a> vor kirgisischsprachigen Journalisten, er glaube, dass Usbekistan in zehn bis f&#xFC;nfzehn Jahren zu China aufschlie&#xDF;en werde.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, dies ist die pers&#xF6;nliche Meinung von Herrn Dschaparow. Kirgisische Politiker sagen in der Regel gerne Dinge, die die Schlagzeilen aufbl&#xE4;hen, jedoch nicht der Wahrheit entsprechen. Nat&#xFC;rlich hat Usbekistan gro&#xDF;es Potenzial. Es ist jedoch zu fr&#xFC;h, um zu sagen, dass die Wirtschaft Usbekistans auf dem Weg nach oben ist. Bei Kasachstan hingegen ist dies bereits eindeutig der Fall: Ein Blick auf dessen BIP gen&#xFC;gt, ist es doch fast dreimal so hoch wie das von Usbekistan. <\/p>\n\n\n\n<p>Au&#xDF;erdem steht die kasachstanische Wirtschaft in engem Kontakt mit ausl&#xE4;ndischen Investoren und ist in die Weltwirtschaft integriert, w&#xE4;hrend die usbekische Wirtschaft noch sehr isoliert ist. Die landeseigene Produktion &#x2013; von Socken bis hin zu Smartphones &#x2013; funktioniert in einem geschlossenen protektionistischen Umfeld. &#xD6;ffnet sich die usbekische Wirtschaft allerdings global noch weiter, werden die heimischen Produzenten nicht mehr mit den internationalen konkurrieren k&#xF6;nnen. <\/p>\n\n\n\t\t\t<div class=\"hp-newsletter col-span-3 lg:col-span-1 flex flex-col bg-primary-100 border-t-8 border-secondary-500 rounded-lg justify-center items-center lg:items-stretch px-6 py-6 gap-4 box-border\">\n\t\t\t<div class=\"flex\">\n\t\t\t\t<div class=\"enveloppe\">\n\t\t\t\t\t<i class=\"far fa-envelope text-5xl text-secondary-300\"><\/i>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"formulaire_nl\">\n\t\t\t\t\t<p>\n\t\t\t\t\t\t<span class=\"font-bold text-xl block\">Ganz Zentralasien in deiner Mailbox<\/span>\n\t\t\t\t\t\tAbonniert unseren w&#xF6;chentlichen Newsletter\t\t\t\t\t<\/p>\n\t\t\t\t\t<form class=\"flex w-3\/4 lg:w-full\" action=\"https:\/\/us4.list-manage.com\/subscribe?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=d479236523\" method=\"post\" id=\"mc-embedded-subscribe-form\" name=\"mc-embedded-subscribe-form\" target=\"_blank\" novalidate=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<input class=\"flex-grow py-2 px-3 border border-primary-300 rounded-l\" type=\"email\" placeholder=\"Email\" name=\"EMAIL\" id=\"mce-EMAIL\">\n\t\t\t\t\t\t<button class=\"bg-secondary-500 py-2 px-3 text-white rounded-r-md border border-secondary-500\" type=\"submit\" value=\"\" name=\"subscribe\">Registrieren<\/button>\n\t\t\t\t\t<\/form>\n\n\t\t\t\t\t<a href=\"#\" class=\"underline text-secondary-700\">Entdeckt die neueste Ausgabe<\/a>\n\t\t\t\t<\/div>\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div><!-- newsletter -->\n\t\t\n\n\n\n<p> Im Moment kauft die usbekische Bev&#xF6;lkerung keine iPhones, sondern Artel, keinen Mercedes, sondern Chevrolet. Weil die Menschen keine andere Wahl haben, gehen sie zu ihren eigenen Monopolisten. Und das ist ein politisches Problem, kein wirtschaftliches, denn hinter jedem gro&#xDF;en Unternehmen in Usbekistan steht ein bekannter Gesch&#xE4;ftsmann, der mit den Beh&#xF6;rden in Verbindung steht oder selbst dazugeh&#xF6;rt (z. B. die Imperien AKFA und Artel). Die usbekischen Eliten haben ihre eigenen Interessen und die &#xD6;ffnung der Wirtschaft geh&#xF6;rt nicht dazu. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#xC4;ndert sich dabei das Gesamtbild auch f&#xFC;r Kirgistan? Im Zusammenhang mit dem <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/das-projekt-der-eisenbahnverbindung-zwischen-usbekistan-kirgistan-und-china-wird-wiederbelebt\/\">Eisenbahnprojekt Usbekistan-Kirgistan-China<\/a> sind einige Aktivit&#xE4;ten zu verzeichnen. Wahrscheinlich hat es mit der allgemeinen Entwicklung der Ost-West-Routen zu tun und mit der Tatsache, dass der Transport &#xFC;ber Russland (wo dieses Projekt nicht gern gesehen wurde) kompliziert geworden ist. Und das Wasserkraftwerk &#x201E;Kambar-Ata 1&#x201C; ist nicht mehr l&#xE4;nger ein gemeinsames Projekt mit Russland, sondern mit Kasachstan und Usbekistan. Welche Rolle spielt Kirgistan in diesem Dreigespann?<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube nicht, dass sich f&#xFC;r Zentralasien durch Russlands Krieg in der Ukraine irgendetwas grundlegend ge&#xE4;ndert hat. Nat&#xFC;rlich gibt es noch nie dagewesene Ereignisse: neben dem Krieg noch Covid oder den Staatsstreich in Kirgistan. Ignoriert man jedoch diese Schlagzeilen, bleiben die objektiven Faktoren dieselben. Bislang sehe ich in Kirgistan keinen qualitativen &#xDC;bergang vom alten zum neuen Wirtschaftssystem. Zwar denkt Pr&#xE4;sident <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Sadyr_Japarov\">Sadyr Dschaparow<\/a> &#xFC;ber eine Aufhebung des Abkommens nach, aber hier geht es eher um politische Fragen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bislang versucht er meines Erachtens lediglich, die Macht in seinen H&#xE4;nden zu konsolidieren, um alle Ressourcen des Landes zu kontrollieren und sie so einzusetzen, wie er es f&#xFC;r notwendig h&#xE4;lt. In Wirklichkeit gibt es aber noch keine Ergebnisse und Kirgistan hat seinen Platz in dem zentralasiatischen F&#xFC;nfergespann bisher nicht ver&#xE4;ndert &#x2013; es bleibt unverzichtbares Transitgebiet f&#xFC;r chinesische Waren. Diesen neuen Projekten stehe ich recht skeptisch gegen&#xFC;ber. Und ich habe den Eindruck, dass die politischen Eliten Kirgistans, zumindest bestimmte einflussreiche Gruppen, gegen eine Eisenbahnlinie Usbekistan&#x2013;Kirgistan&#x2013;China sind &#x2013; dadurch w&#xFC;rden sich deren Einkommen drastisch vermindern. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beziehen Sie sich auf das, was im Fall <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raimbek_Matraimow\">Matraimow<\/a> aufgedeckt wurde?<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Ich beziehe mich auf die Arbeitsweise der kirgisischen Zollbeh&#xF6;rde. Kirgistan profitiert in hohem Ma&#xDF;e von seiner g&#xFC;nstigen Lage zwischen China und dem &#xFC;brigen Zentralasien. Betrachtet man die Differenz zwischen der chinesischen und der kirgisischen Export-Import-Statistik, so stellt man fest, dass innerhalb von vier Jahren zehn Milliarden US-Dollar spurlos verschwunden sind. Kommt die Eisenbahnlinie China&#x2013;Usbekistan zustande, wird Kirgistan eher als Transitland denn als Lieferort genutzt und die Matraimows und andere Gruppen verlieren ihre Haupteinnahmequelle. <\/p>\n\n\n\n<p>Daher sehe ich keinen Grund f&#xFC;r sie, den Status Quo jetzt &#xE4;ndern zu wollen. Au&#xDF;erdem glaube ich nicht, dass Sadyr Dschaparow lange genug an der Macht sein wird, um Boni f&#xFC;r die Verhinderung des Baus der Eisenbahn zu bekommen. Wenn er jetzt mit dem Bau anf&#xE4;ngt, gilt er als derjenige Pr&#xE4;sident, der viel Geld aus dem Haushalt ausgegeben und den Staat gar dabei verschuldet hat. Doch kann er auf seinem Stuhl sitzen bleiben, bis die Eisenbahnlinie in Betrieb genommen wird und die Menschen erkennen, dass das Geld mit gutem Grund ausgegeben wurde? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Einzige, wor&#xFC;ber sich die f&#xFC;nf Pr&#xE4;sidenten einig waren, waren ihre Bef&#xFC;rchtungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit ihrer Regierungen. Dschaparow wies die Motive der Proteste als &#x201E;weit hergeholt&#x201C; zur&#xFC;ck. Der tadschikische Pr&#xE4;sident <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Emomalij_Rahmon\">Rahmon<\/a> stellte eine Verbindung zwischen den Protesten in Kasachstan, den sozialen Medien und dem Islamismus her. Toqaev schlug im Wesentlichen eine Zusammenarbeit vor, um Medieninformationen zu filtern. Gehe ich recht in der Annahme, dass jede Modernisierung in Zentralasien dazu verdammt ist, eher autorit&#xE4;r als demokratisch zu sein?<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Ja, und das ist mein eigentlicher Hauptpunkt. H&#xF6;rt man das Wort &#x201E;Reformen&#x201C;, denkt man unweigerlich, dass sich Usbekistan oder Kasachstan in liberale Demokratien nach westlichem Vorbild verwandeln werden. Das ist damit aber nicht gemeint. Mit der Zeit werden diese politischen Regime weniger kannibalistisch, sondern moderner, und wenden mildere Methoden an, um dieselben Probleme zu l&#xF6;sen. Jedoch spricht niemand von einer Macht&#xFC;bergabe an Institutionen &#x2013; es handelt sich immer noch um personalistische Autokratien. Und in klassischen Autokratien gibt es keine Kommunikationskan&#xE4;le zwischen Regierung und Gesellschaft. <\/p>\n\n\n\n<p>Kirgistan ist verst&#xE4;ndlicherweise eine andere Geschichte, doch die Bezeichnung als Demokratie bleibt auch hier schwierig. Dennoch gibt oder gab es fast &#xFC;berall in Zentralasien einen Machttransfer &#x2013; au&#xDF;er in Tadschikistan, aber auch dort ist er unvermeidlich. Die neuen Regime sind sich bewusst, dass sie nicht in der Lage sein werden, in der gleichen Weise zu existieren wie ihre Vorg&#xE4;nger. Die Zeiten haben sich ge&#xE4;ndert: Internetzugang besteht &#xFC;berall, die Menschen lassen sich leichter mobilisieren und veranstalten Proteste in nie dagewesenem Ausma&#xDF;. Was in Karakalpakstan passiert ist, kann mit den Ereignissen von 2005 verglichen werden, als es in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andijon\">Andijon<\/a> Proteste gab, die von den Beh&#xF6;rden gewaltsam unterdr&#xFC;ckt wurden. In Turkmenistan, obschon ein geschlossenes Land, kommt es zu &#x201E;Hungerrevolten&#x201C; vor Gesch&#xE4;ften, welche Lebensmittel zu staatlichen Preisen verkaufen. Die Situation in Kasachstan und Kirgistan versteht sich von selbst. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/politik-und-wirtschaft\/proteste-in-karakalpakstan-taschkent-schafft-ordnung-durch-gewalt\/\">Proteste in Karalpakstan: Taschkent schafft Ordnung durch Gewalt<\/a><\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Die Regime verstehen, dass sie alle im selben Boot sitzen: Wenn eines zusammenbricht, wird das Stabilit&#xE4;tspotenzial des n&#xE4;chsten dramatisch sinken. Deshalb suchen sie nach M&#xF6;glichkeiten der Stabilisierung. Eine davon ist die Kontrolle von Informationsfl&#xFC;ssen und Medien. So wurde die Idee einer Einrichtung eines zentralasiatischen Fernsehsenders aufgeworfen, um die Berichterstattung zu kontrollieren. Zurzeit hat man das Gef&#xFC;hl, dass sie entweder von den in Zentralasien beliebten russischen Medien oder von den sozialen Netzwerken, die sich ebenfalls der Kontrolle der Beh&#xF6;rden entziehen, kontrolliert wird. Und die Eliten m&#xF6;chten eine Situation &#xE4;hnlich wie in Russland oder China, wo die autorit&#xE4;ren Regime relativ stabil sind. Schauen Sie sich die Lage in Russland an: Viel schlimmer kann es nicht kommen. Aber bisher haben wir weder einen Staatsstreich noch Massenproteste erlebt &#x2013; nichts. Und das gef&#xE4;llt den zentralasiatischen Regimen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Das Gespr&#xE4;ch f&#xFC;hrte Viktor Muchin f&#xFC;r <a href=\"https:\/\/kloop.kg\/blog\/2022\/07\/26\/elitam-kyrgyzstana-ne-nuzhna-zheleznaya-doroga-v-kitaj-temur-umarov-o-novom-soyuze-stran-tsentralnoj-azii\/\">Kloop<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem Russischen von Mich&#xE8;le H&#xE4;fliger<\/strong>\n<\/p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei <\/span><a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\"><span style=\"font-weight: 400;\">Twitter<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Facebook<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\"><span style=\"font-weight: 400;\">Telegram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Linkedin<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> oder <\/span><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Instagram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. 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