{"id":28005,"date":"2021-10-20T19:54:17","date_gmt":"2021-10-20T17:54:17","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=28005"},"modified":"2023-10-25T20:24:06","modified_gmt":"2023-10-25T18:24:06","slug":"warum-in-tadschikistan-immer-mehr-bedrohte-tier-und-pflanzenarten-verschwinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/warum-in-tadschikistan-immer-mehr-bedrohte-tier-und-pflanzenarten-verschwinden\/","title":{"rendered":"Warum in Tadschikistan immer mehr bedrohte Tier- und Pflanzenarten verschwinden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mehr als 500 Tier- und Pflanzenarten sind in Tadschikistan bedroht. Ihr Verschwinden schreitet unaufh&#xF6;rlich voran. Die Ursachen sind vielf&#xE4;ltig, aber vor allem menschlichen Ursprungs.<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Als 1988 die erste Ausgabe der <a href=\"https:\/\/ru.wikipedia.org\/wiki\/%D0%9A%D1%80%D0%B0%D1%81%D0%BD%D0%B0%D1%8F_%D0%BA%D0%BD%D0%B8%D0%B3%D0%B0_%D0%A2%D0%B0%D0%B4%D0%B6%D0%B8%D0%BA%D0%B8%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%B0\">Roten Liste der bedrohten Arten in Tadschikistan<\/a> erschien, umfasste sie 162 Tier- und 226 Pflanzenarten. In der 2015 ver&#xF6;ffentlichten, aktualisierten Fassung waren es schon 222 Tier- und 267 Pflanzenarten. Um diese bedrohten Arten zu erhalten und zu vermehren, ergreifen die Beh&#xF6;rden verschiedene Ma&#xDF;nahmen. So werden zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.adlia.tj\/show_doc.fwx?Rgn=8413\">Verordnungen<\/a> zu ihrem Schutz verabschiedet und auch praktische Ma&#xDF;nahmen unternommen, indem Wilderei und illegale Beweidung bek&#xE4;mpft und Lebensr&#xE4;ume von bedrohten Tieren und Pflanzen erhalten werden. Dennoch scheint der Prozess des Verschwindens von Arten unumkehrbar. <\/p>\n\n\n<p style=\"background-color: #d4d4d4;\"><span style=\"color: #000000;\">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin &#xFC;ber Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/werde-unser-mitglied-werde-novastan\/\"><strong>Dank eurer Teilnahme<\/strong><\/a>. Wir sind <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/unser-projekt\/\">unabh&#xE4;ngig<\/a> und wollen es bleiben, daf&#xFC;r brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Spende<\/a><\/strong> helft ihr uns, weiter ein realit&#xE4;tsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p> Das Staatsgebiet Tadschikistans umfasst eine Gesamtfl&#xE4;che von <a href=\"https:\/\/odkb-csto.org\/countries\/tadzhikistan\/\">142.970 km&#xB2;<\/a>, von denen 93 Prozent aus Gebirge bestehen. Laut Angaben des russischen Auslandsmediums <a href=\"https:\/\/tj.sputniknews.ru\/20190123\/selskoe-khozyaystvo-tajikistan-zemlya-1028009288.html\">Sputnik<\/a> betrug 1991, im Jahr der Unabh&#xE4;ngigkeit, die f&#xFC;r die Landwirtschaft zugeteilte Fl&#xE4;che 4,2 Millionen Hektar. Davon waren 0,8 Millionen Hektar Ackerland, die restlichen 3,2 Millionen Hektar Weideland. Seitdem ist die Ackerfl&#xE4;che um ein Viertel zur&#xFC;ckgegangen, weite Teile wurden Bauland f&#xFC;r Wohngeb&#xE4;ude und Industrieanlagen. In etlichen Regionen kommt hinzu, dass &#xFC;berm&#xE4;&#xDF;iger Einsatz von chemischen Minerald&#xFC;ngern und Pestiziden den Boden nachhaltig gesch&#xE4;digt hat. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/unwirksame-pestizide-bereiten-tadschikischen-bauern-kopfzerbrechen\/\"><strong>Unwirksame Pestizide bereiten tadschikischen Bauern Kopfzerbrechen <\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p> Obwohl das verbliebene Ackerland noch nicht einmal f&#xFC;r die einheimische Landwirtschaft reicht, wurden im S&#xFC;den des Landes, insbesondere in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chatlon\">Provinz Chatlon<\/a>, auf Beschluss der Beh&#xF6;rden mehr als 18.000 Hektar Land f&#xFC;r einen Zeitraum von 49 Jahren an chinesische Agrarbetriebe verpachtet. Parallel dazu <a href=\"https:\/\/asiaplustj.info\/ru\/news\/tajikistan\/society\/20210329\/rozhdaemost-vsyo-vishe-zemli-vsyo-menshe\">w&#xE4;chst die Bev&#xF6;lkerung<\/a> des Landes: W&#xE4;hrend es 1989 noch 5,15 Millionen Tadschik:innen gab, so waren es am 1. Januar 2021 bereits 9,5 Millionen. Infolgedessen wachsen St&#xE4;dte und Gemeinden auf Kosten von unber&#xFC;hrtem Bergland und W&#xFC;sten &#x2013; dem Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen. <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Mensch sch&#xE4;digt das &#xD6;kosystem<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p> Trotz der fast ein Jahrhundert w&#xE4;hrenden unzureichenden Beachtung des &#xD6;kosystems sind die Flora und Fauna Tadschikistans reich und vielf&#xE4;ltig. Gem&#xE4;&#xDF; den <a href=\"https:\/\/livingasia.online\/2017\/08\/29\/red_data_list_tajikistan\/\">neuesten Daten<\/a> leben in Tadschikistan mehr als 13.000 Tierarten. Hinzu kommen etwa 5.000 Pflanzenarten. Dies ist der nat&#xFC;rliche Reichtum des Landes. Der Lebensraum von 80 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten befindet sich in Bergregionen, doch auch mehr als 70 Prozent der menschlichen Bev&#xF6;lkerung leben in l&#xE4;ndlichen und bergigen Gebieten. Da das &#xF6;kologische Bewusstsein bei der Mehrheit der Bev&#xF6;lkerung gering ist, begann sie die Ressourcen der Berggebiete zunehmend zu erschlie&#xDF;en. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/tadschikistan-rund-500-tier-und-pflanzenarten-bedroht\/\"><strong>Tadschikistan: Rund 500 Tier- und Pflanzenarten bedroht <\/strong><\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Durch den Einfluss des Menschen degradiert das &#xD6;kosystem in Tadschikistan. Seltene Tier- und Pflanzenarten werden Opfer mutwilliger Zerst&#xF6;rung. Zum Beispiel wird jedes Jahr im Fr&#xFC;hling und Sommer entlang der Fernstra&#xDF;en <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Duschanbe\">Duschanbe<\/a> &#x2013; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chudschand\">Chudschand<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wahdat\">Wachdat<\/a> &#x2013; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chorugh\">Chorugh<\/a> wilder Rhabarber zum Verkauf angeboten &#x2013; &#xA0;eine seltene Pflanze, die in die Rote Liste Tadschikistans aufgenommen wurde. Obwohl 2017 verordnet wurde, dass das Pfl&#xFC;cken wilden Rhabarbers eine <a href=\"https:\/\/asiaplustj.info\/ru\/news\/life\/food\/20190330\/kislyachka-po-litsenzii-pochemu-v-tadzhikistane-takoi-dorogoi-rozovii-reven\">besondere Lizenz erfordert<\/a>, gehen dennoch ganze Familien in die Berge, um diese Pflanze zu pfl&#xFC;cken und dann entlang der Stra&#xDF;en oder auf Wochenm&#xE4;rkten zu verkaufen. Das Gleiche geschieht mit anderen bedrohten Kr&#xE4;utern. <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weidewirtschaft als Problem<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p> Sadriddin Abdurachimow, Mineraloge an der Staatlichen Universit&#xE4;t Chudschand, ist &#xFC;berzeugt, dass das unregulierte Weiden von Rindern erheblichen Schaden in der Pflanzenwelt anrichtet. So werden alle Arten von Pflanzen niedergetrampelt, ohne dass sie Zeit h&#xE4;tten, zu reifen und zu samen. Die Beweidung beeintr&#xE4;chtigt auch den Lebensraum von B&#xE4;ren, Schneeleoparden oder Rebh&#xFC;hnern. Das Rebhuhn legt beispielsweise Eier in am Boden liegende Nester, die vom Vieh zertrampelt werden. <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Anfang der 70er Jahren wurden Angoraziegen aus dem fernen Australien nach Tadschikistan gebracht, um gute Wolle zu bekommen. Sie fressen gnadenlos alle Gr&#xE4;ser und Pflanzen mit ihren Wurzeln. Daher zerst&#xF6;rten sie in kurzer Zeit Dutzende seltene Pflanzenarten. Wissenschaftler haben vorgeschlagen, spezielle Weiden f&#xFC;r sie zu schaffen und sie von anderem Vieh getrennt zu halten. Es ist notwendig, die Weidefl&#xE4;chen zu erweitern&#x201C;<\/em>, erkl&#xE4;rt Abdurachimow. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/nicht-genug-gras-fuer-alle-in-tadschikistan-soll-der-viehbestand-reduziert-werden\/\"><strong>Nicht genug Gras f&#xFC;r alle &#x2013; In Tadschikistan soll der Viehbestand reduziert werden <\/strong><\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Laut Komildschon Ibrohimow, Leiter des der Weider&#xFC;ckgewinnungs-Trust in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sughd\">Provinz Sughd<\/a>, gab es zum 1. Januar 2021 in der Region 784.110 Hektar Weideland, auf dem etwa 1,5 Millionen Tiere gehalten werden. Das sind 100.487 Hektar weniger als im Jahr 2018. <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Nach den anerkannten Regeln d&#xFC;rfen 4 bis 6 Nutztiere auf einem Quadratkilometer Weideland grasen. Diese Regel wird aber nicht befolgt. Folglich fressen Tiere alles samt Wurzeln ab. Im n&#xE4;chsten Jahr wachsen an diesen Orten keine Pflanzen mehr, darunter seltene Arten, die in der Roten Liste aufgef&#xFC;hrt sind. Um sie vor dem Aussterben zu sch&#xFC;tzen, muss ihr Lebensraum gesch&#xFC;tzt werden. Schlie&#xDF;lich frisst das Vieh alles. Vor allem die Tulpe, die sehr lecker ist. Au&#xDF;erdem wissen die Hirten selbst nicht, wo seltene Pflanzen wachsen&#x201C;<\/em>, meint Ibrohimow. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"591\" height=\"443\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/10\/herde.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28007\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/10\/herde.jpg 591w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/10\/herde-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 591px) 100vw, 591px\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>\n\nIn Tadschikistan werden <a href=\"http:\/\/avesta.tj\/2018\/09\/20\/bolee-8-mln-golov-krupnogo-i-melkogo-skota-podschitali-v-tadzhikistane\/\">laut inoffiziellen Angaben<\/a> etwa 8 Millionen Nutztiere gehalten, davon mehr als 2,3 Millionen Rinder und 5,7 Millionen Schafe und Ziegen. Laut der <a href=\"https:\/\/www.fao.org\/europe\/news\/detail-news\/ru\/c\/882118\/\">Ern&#xE4;hrungs- und Landwirtschaftsorgaisation der Vereinten Nationen (FAO)<\/a> betr&#xE4;gt die Gesamtfl&#xE4;che der Weiden im Land 3,8 Millionen Hektar Land.\n<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Legale und illegale Jagd<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p> Das Verschwinden bestimmter Tierarten setzte bereits in den fr&#xFC;hen 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ein, als die Entwicklung des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wachsch\">Wachsch<\/a>-Tals vorangetrieben wurde. Vor etwa 70 Jahren zog sich der mittlerweile ausgestorbene <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kaspischer_Tiger\">Kaspische Tiger<\/a> aus dem Naturreservat <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tigrowaja-Balka-Naturreservat\">Tigrowaja Balka<\/a> ins nahe Afghanistan zur&#xFC;ck. Den H&#xF6;hepunkt erreichte die Ausrottung von Wildtieren in den s&#xFC;dlichen Regionen des Landes mit dem <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/tadschikistan-der-unvergessliche-horror-des-burgerkriegs\/\">B&#xFC;rgerkrieg 1992-1997<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;In Tadschikistan begann der B&#xFC;rgerkrieg und die Situation im Naturreservat Tigrowaja Balka geriet praktisch au&#xDF;er Kontrolle. Die Ausrottung seltener Tierarten war an der Tagesordnung. Bis Mitte der 1990er Jahre ging beispielsweise die Zahl der Hirsche und Gazellen im Reservat um das Sieben- bis Achtfache zur&#xFC;ck&#x201C;<\/em>, sagt der Umweltexperte Dschamsched Kadyrow. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/rueckkehr-tiger-am-balqash-see\/\"><strong>Wie am Balqash-See die R&#xFC;ckkehr des Tigers vorbereitet wird <\/strong><\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Einer der Gr&#xFC;nde f&#xFC;r das Verschwinden seltener Tierarten ist Wilderei, aber auch legale Jagd geh&#xF6;rt dazu. So weist das Umweltschutzkomitee der tadschikischen Regierung j&#xE4;hrlich eine <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/bedrohte-tiere-retten-tadschikischen-staatshaushalt\/\">bestimmte Quote<\/a> f&#xFC;r die Jagd auf gef&#xE4;hrdete Arten wie das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Argali\">Riesenwildschaf<\/a>, die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schraubenziege\">Schraubenziege<\/a>, das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Urial\">Steppenschaf<\/a> und den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Braunb%C3%A4r\">Braunb&#xE4;ren<\/a> zu. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten der Lizenzen h&#xE4;ngen von der Tierart ab. So kostet der Abschuss eines Riesenwildschafs 5.000 US-Dollar und einer Schraubenziege 3.000 US-Dollar. F&#xFC;r ein Steppenschaf m&#xFC;ssen 2.800 US-Dollar entrichtet werden und f&#xFC;r einen Braunb&#xE4;ren 1.000 US-Dollar. Obwohl auf diesen Weg jedes Jahr ein betr&#xE4;chtlicher Betrag in die Staatskasse gesp&#xFC;lt wird, lehnen insbesondere Naturfreund:innen diese &#x201E;legale&#x201C; Bezahljagd ab. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/tadschikistan-die-heimat-zehn-aussergewoehnlicher-tiere\/\"><strong>Tadschikistan &#x2013; Die Heimat zehn au&#xDF;ergew&#xF6;hnlicher Tiere <\/strong><\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Grund f&#xFC;r das Verschwinden bedrohter Tiere ist die traditionelle Medizin. Zum Beispiel werden Blindschlangen von Volksheiler:innen als Mittel gegen Krebs verwendet und in einigen Ritualen eingesetzt. Oft wird aus ihnen eine Abkochung zubereitet. Sie werden illegal gejagt und anschlie&#xDF;end entlang der Fernstra&#xDF;e Chudschand &#x2013; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Istarawschan\">Istarawschan<\/a> oder auf dem Zentralmarkt von Chudschand verkauft. <\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Levanteotter\">Levanteotter<\/a>, die ebenfalls auf der Roten Liste des Landes steht, wird im <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tursunzoda_District\">Bezirk Tursunsoda<\/a> im Westen Tadschikistans wegen ihrer Z&#xE4;hne gnadenlos gejagt. Das Fett von Murmeltieren ist als Heilmittel gegen Tuberkulose beliebt, das Fleisch von Stachelschweinen wird zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Ein Geierkadaver kann als Heilmittel gegen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Osteochondrose\">Osteochondrose<\/a> verwendet werden. <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bedingungen f&#xFC;r die Wiederansiedlung<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>\nSanginboj Kurbonow ist ehemaliger Abteilungsleiter f&#xFC;r Umweltschutz in der Provinz Sughd. Er berichtet, dass es&#xA0; dem agroindustriellen Verband &#x201E;Temurmalik&#x201C; im Jahre 1991 gestattet wurde, den Flachwasserteil des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kairakkum-Stausee\">Kairakkum-Stausees<\/a> am Fluss <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Syrdarja\">Syrdarja<\/a> auf einer Fl&#xE4;che von 2400 Hektar zu bewirtschaften. Um die Flora und Fauna der Auen und die Bedingungen f&#xFC;r das Laichen von Fischen zu erhalten, wurde jedoch festgelegt, eine weitere Erschlie&#xDF;ung des verbleibenden Flachwasserteils im Stausee nicht ohne Abstimmung mit dem Ausschuss f&#xFC;r Naturschutz zuzulassen.\n\n<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone wp-image-28008 size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"900\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/10\/Kairakkum-Stausee.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-28008\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/10\/Kairakkum-Stausee.jpg 1200w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/10\/Kairakkum-Stausee-300x225.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/10\/Kairakkum-Stausee-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/10\/Kairakkum-Stausee-768x576.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2021\/10\/Kairakkum-Stausee-800x600.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Kairakkum-Stausee in Ferganatal<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p> Um den Verlust der Fischbest&#xE4;nde im Stausee zu verhindern, wurde &#x201E;Temurmalik&#x201C; beauftragt, Teiche zur Zucht von Jungfischen anzulegen, die dann im See ausgesetzt werden sollten. Au&#xDF;erdem musste &#x201E;Temurmalik&#x201C; Umweltma&#xDF;nahmen ergreifen, um die Sch&#xE4;den an Flora und Fauna im ausgewiesenen Gebiet zu kompensieren. Keine dieser Anforderungen wurde jemals erf&#xFC;llt. <\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen sind im Kairakkum-Stausee die nat&#xFC;rlichen Laichgr&#xFC;nde der Fische deutlich zur&#xFC;ckgegangen. Die Fische zogen sich in den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naryn_(Fluss)\">Naryn<\/a>, einen der Quellfl&#xFC;sse des Syrdarja, sowie in den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Toktogul-Talsperre\">Toktogul-Stausee<\/a> zur&#xFC;ck. Heute sind von 15 Fischarten, die zuvor im Kairakkum-Stausee lebten, nur noch f&#xFC;nf oder sechs erhalten. <em>&#x201E;Sie werden nicht zur&#xFC;ckkehren, da f&#xFC;r sie nat&#xFC;rliche Lebensr&#xE4;ume geschaffen wurden&#x201C;<\/em>, schlie&#xDF;t Kurbonow. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/leben-mit-dem-fluss-der-naryn-in-kirgistan\/\"><strong>Leben mit dem Fluss: Der Naryn in Kirgistan <\/strong><\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Laut dem Umweltjournalisten Kamar Ahror (Name ge&#xE4;ndert) sind viele der ausgestorbenen oder vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten endemisch, sie kommen also nur in einem relativ begrenzten Gebiet vor. Um ihre Populationen wiederherzustellen, m&#xFC;ssen daher die notwendigen Bedingungen f&#xFC;r ihre Wiederansiedlung und Vermehrung geschaffen werden. <\/p>\n\n\n\t\t\t<div class=\"hp-newsletter col-span-3 lg:col-span-1 flex flex-col bg-primary-100 border-t-8 border-secondary-500 rounded-lg justify-center items-center lg:items-stretch px-6 py-6 gap-4 box-border\">\n\t\t\t<div class=\"flex\">\n\t\t\t\t<div class=\"enveloppe\">\n\t\t\t\t\t<i class=\"far fa-envelope text-5xl text-secondary-300\"><\/i>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"formulaire_nl\">\n\t\t\t\t\t<p>\n\t\t\t\t\t\t<span class=\"font-bold text-xl block\">Ganz Zentralasien in deiner Mailbox<\/span>\n\t\t\t\t\t\tAbonniert unseren w&#xF6;chentlichen Newsletter\t\t\t\t\t<\/p>\n\t\t\t\t\t<form class=\"flex w-3\/4 lg:w-full\" action=\"https:\/\/us4.list-manage.com\/subscribe?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=d479236523\" method=\"post\" id=\"mc-embedded-subscribe-form\" name=\"mc-embedded-subscribe-form\" target=\"_blank\" novalidate=\"\">\n\t\t\t\t\t\t<input class=\"flex-grow py-2 px-3 border border-primary-300 rounded-l\" type=\"email\" placeholder=\"Email\" name=\"EMAIL\" id=\"mce-EMAIL\">\n\t\t\t\t\t\t<button class=\"bg-secondary-500 py-2 px-3 text-white rounded-r-md border border-secondary-500\" type=\"submit\" value=\"\" name=\"subscribe\">Registrieren<\/button>\n\t\t\t\t\t<\/form>\n\n\t\t\t\t\t<a href=\"#\" class=\"underline text-secondary-700\">Entdeckt die neueste Ausgabe<\/a>\n\t\t\t\t<\/div>\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div><!-- newsletter -->\n\t\t\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Um gef&#xE4;hrdete Tier- und Pflanzenarten zu retten, ist es notwendig, vorbeugende Ma&#xDF;nahmen zu ergreifen, die Anzahl der Schutzgebiete zu erh&#xF6;hen, die Verschmutzung der Natur zu verhindern und das &#xF6;kologische Bewusstsein der Bev&#xF6;lkerung zu erweitern. Nur in einem solchen integrierten Ansatz ist es m&#xF6;glich, bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu retten. Der Erhalt der biologischen Vielfalt sichert die Harmonie des Menschen mit allen Arten von Lebewesen. Die Verletzung dieser Harmonie, das Ungleichgewicht des &#xD6;kosystems, hat katastrophale Folgen sowohl f&#xFC;r den Menschen als auch f&#xFC;r die Pflanzen- und Tierwelt&#x201C;<\/em>, fasst der Umweltjournalist zusammen.\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aziz Rustamov f&#xFC;r Novastan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><\/p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei <\/span><a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\"><span style=\"font-weight: 400;\">Twitter<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Facebook<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\"><span style=\"font-weight: 400;\">Telegram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Linkedin<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> oder <\/span><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Instagram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. 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In der 2015 ver&#xF6;ffentlichten, aktualisierten Fassung waren es schon 222 [&#x2026;]<\/p>\n","protected":false},"author":1271,"featured_media":16497,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6,4358],"tags":[1944,4417,4411,1294,3801],"coauthors":[4288],"class_list":["post-28005","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-tadschikistan","category-umwelt-und-technologie","tag-bedrohte-arten","tag-pflanzen","tag-rote-liste","tag-tadschikistan","tag-tiere"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1271"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28005"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28005\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37035,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28005\/revisions\/37035"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16497"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28005"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28005"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=28005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}