{"id":25237,"date":"2021-01-30T17:46:13","date_gmt":"2021-01-30T16:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=25237"},"modified":"2023-11-16T18:25:47","modified_gmt":"2023-11-16T17:25:47","slug":"russland-will-die-rueckkehr-von-migrantinnen-erleichtern-um-seine-wirtschaft-zu-unterstuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/russland-will-die-rueckkehr-von-migrantinnen-erleichtern-um-seine-wirtschaft-zu-unterstuetzen\/","title":{"rendered":"Russland will die R\u00fcckkehr von MigrantInnen erleichtern, um seine Wirtschaft zu unterst\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Coronavirus-Pandemie hat zu einem R&#xFC;ckgang der ausl&#xE4;ndischen Arbeitskr&#xE4;fte in vielen Bereichen von Russlands Wirtschaft gef&#xFC;hrt. Als Ergebnis k&#xFC;ndigte das Ministerium f&#xFC;r Bau und Wohnungswesen ein neues Einreisesystem f&#xFC;r MigrantInnen an. Diese Entscheidung k&#xF6;nnte auch einigen L&#xE4;ndern in Zentralasien zugutekommen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Der folgende Artikel erschien im Original auf der <a href=\"https:\/\/novastan.org\/fr\/economie\/la-russie-veut-faciliter-larrivee-de-migrants-pour-renflouer-son-economie\/\">franz&#xF6;sischen Version<\/a> von Novastan.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Coronavirus-Pandemie zeigt ein weiteres Mal ihre Nebenfolgen. Insbesondere in Russlands Baugewerbe, aber auch in anderen Branchen kam es zu Entlassungen von dort t&#xE4;tigen ArbeitsmigrantInnen, woraufhin diese die Russische F&#xF6;deration verlassen haben und in ihre Heimatl&#xE4;nder zur&#xFC;ckgekehrt sind. Im Falle von Kirgistan und Tadschikistan, wo MigrantInnen fast ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) an ihre im Land verbliebenen Familien &#xFC;berweisen, hatte dies besonders schwerwiegende Folgen.<\/p>\n\n\n<p style=\"background-color: #d4d4d4;\"><span style=\"color: #000000;\">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin &#xFC;ber Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/werde-unser-mitglied-werde-novastan\/\"><strong>Dank eurer Teilnahme<\/strong><\/a>. Wir sind <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/unser-projekt\/\">unabh&#xE4;ngig<\/a> und wollen es bleiben, daf&#xFC;r brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Spende<\/a><\/strong> helft ihr uns, weiter ein realit&#xE4;tsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Situation k&#xF6;nnte sich jedoch &#xE4;ndern. Am 18. Januar berichtete das russische Auslandsmedium <a href=\"https:\/\/sputnik-tj.com\/migration\/20210118\/1032643460\/Putin-jalbi-muhojiron-sokhtmon.html\">Sputnik<\/a>, dass sich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wladimir_Wladimirowitsch_Putin\">Wladimir Putin<\/a> zum Ziel gesetzt hat, den durch die Auswanderung bedingten Arbeitskr&#xE4;ftemangel zu beheben. Wie das auf Zentralasien spezialisierte russische Nachrichtenportal <a href=\"https:\/\/fergana.news\/articles\/121608\/\">Fergana News<\/a> berichtete, habe Moskaus B&#xFC;rgermeister <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sergei_Semjonowitsch_Sobjanin\">Sergej Sobjanin<\/a> erkl&#xE4;rt, dass der Wohnungsbau und die &#xF6;ffentlichen Dienstleistungen besonders betroffen seien, da <em>&#x201E;die Moskowiter nicht bereit sind, an solchen Arbeitspl&#xE4;tzen zu arbeiten&#x201C;.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zahl der MigrantInnen halbiert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Angaben der <a href=\"https:\/\/migrationdataportal.org\/?t=2020&amp;i=stock_abs_\">Internationalen Organisation f&#xFC;r Migration<\/a> lebten in Russland Anfang 2020 rund 12 Millionen MigrantInnen. Ein Jahr sp&#xE4;ter, im Januar 2021, waren es nur noch 6,3 Millionen, schreibt die russische Zeitung <a href=\"https:\/\/www.themoscowtimes.com\/2020\/12\/16\/russia-lost-5m-migrants-during-pandemic-a72373\">The Moscow Times<\/a>. Die russische Nachrichtenagentur <a href=\"https:\/\/tass.ru\/ekonomika\/10523261\">TASS<\/a> zitiert den stellvertretenden Premierminister <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Marat_Khusnullin\">Marat Chusnullin<\/a>, dass fast 1,5 Millionen ausl&#xE4;ndische ArbeitnehmerInnen fehlten. Die Einreisebeschr&#xE4;nkungen in die Russische F&#xF6;deration haben viele MigrantInnen davon abgehalten, an ihren Arbeitsplatz zur&#xFC;ckzukehren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/der-moskauer-traum\/\">Der Moskauer Traum<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Anthropologe Sergej Abaschin vermutet in einem auf der Webseite <a href=\"https:\/\/liberal.ru\/migration\/2020-trudovye-migranty-v-rf\">Liberal.ru<\/a> ver&#xF6;ffentlichten Artikel, dass die Zahl der in Russland arbeitenden B&#xFC;rgerInnen Kasachstans um fast 33 Prozent zur&#xFC;ckgegangen sei und die der kirgisischen Staatsangeh&#xF6;rigen um 20 Prozent. Die Gesamtzahl der in Russland lebenden B&#xFC;rgerInnen aus L&#xE4;ndern der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gemeinschaft_Unabh%C3%A4ngiger_Staaten\">Gemeinschaft unabh&#xE4;ngiger Staaten (GUS)<\/a> sei dabei von 8,5 Millionen auf 6,2 Millionen Menschen gesunken.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Folge k&#xFC;ndigte Russlands Minister f&#xFC;r Bau und Wohnungswesen <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Irek_Faizullin\">Irek Fajsullin<\/a> am 22. Januar an, in Abstimmung mit der Wirtschaft eine Kommission einzusetzen, um ausl&#xE4;ndische Arbeitskr&#xE4;fte anzuwerben. Russische Unternehmen m&#xFC;ssen ihren Antrag nur beim Ministerium einreichen. Zwei Bauunternehmen haben diesem Prozess allerdings schon vorgegriffen: PIK-Industry und TekhStroy wollen rund 14.000 UsbekInnen rekrutieren, berichtete das usbekische Nachrichtenportal <a href=\"https:\/\/podrobno.uz\/cat\/uzbekistan-i-rossiya-dialog-partnerov-\/dve-stroitelnye-kompanii-iz-moskvy-planiruyut-trudoustroit-14-tysyach-migrantov-iz-uzbekistana-\/?sphrase_id=2286206\">Podrobno.uz<\/a> am 15. Januar. MaurerInnen, Schwei&#xDF;erInnen, ElektrikerInnen und Gie&#xDF;erInnen seien besonders begehrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine wirtschaftliche und politische Herausforderung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Tadschikistan soll laut einem Bericht von <a href=\"https:\/\/asiaplustj.info\/news\/tajikistan\/society\/20210120\/abr-videlit-30-millionov-dlya-podgotovki-budutshih-tadzhikskih-trudovih-migrantov\">Asia-Plus<\/a> eine Partnerschaft mit der asiatischen Entwicklungsbank die <em>&#x201E;Verbesserung der beruflichen F&#xE4;higkeiten und Besch&#xE4;ftigungsm&#xF6;glichkeiten&#x201C;<\/em> erm&#xF6;glichen. Der stellvertretende tadschikische Finanzminister sagte laut <a href=\"https:\/\/sputnik-tj.com\/society\/20210124\/1032684248\/grant-tamini-tojikiston-kor.html\">Sputnik<\/a>, dass 34,65 Millionen US-Dollar (28,5 Millionen Euro) in die Ausbildung von ArbeitsmigrantInnen investiert werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/russland-zentralasiatische-migranten-als-pruegelknaben\/\">Russland: Zentralasiatische Migranten als Pr&#xFC;gelknaben<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl f&#xFC;r Russland wie auch f&#xFC;r die zentralasiatischen L&#xE4;nder selbst ist die Arbeitsmigration von gro&#xDF;er Bedeutung. <a href=\"https:\/\/www.tresor.economie.gouv.fr\/Pays\/TJ\/la-situation-economique-et-financiere-du-tadjikistan\">Nach Angaben des franz&#xF6;sischen Finanzministeriums<\/a> lebten 2019 1,2 Millionen tadschikische Staatsangeh&#xF6;rige in Russland, was 13 Prozent der gesamten tadschikischen Bev&#xF6;lkerung entspricht. Die Ertragstransfers beliefen sich auf fast 2,6 Milliarden US-Dollar (2,14 Milliarden Euro) und demnach auf 33 Prozent des tadschikischen BIP von 2019. Die in Russland arbeitenden TadschikInnen sind daher f&#xFC;r ihre Heimat lebenswichtig. Allerdings sei, wie <a href=\"https:\/\/sputnik-tj.com\/Tajikistan\/20210117\/1032638833\/omori-muhojirat-az-Tojikiston.html\">Sputnik<\/a> berichtet, laut der tadschikischen Statistikbeh&#xF6;rde f&#xFC;r das Jahr 2020 ein R&#xFC;ckgang der &#xDC;berweisungen um 67 Prozent zu verzeichnen.<\/p>\n\n\n<p style=\"background-color: #d4d4d4;\"><span style=\"color: #000000;\">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? 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Das amerikanische <a href=\"https:\/\/iwpr.net\/global-voices\/uzbekistan-looks-diversify-labour-migration\">Institute for War and Peace Reporting<\/a> kam zu dem Schluss, dass 2 Millionen usbekische ArbeitsmigrantInnen j&#xE4;hrlich rund 4 Milliarden US-Dollar (3,29 Milliarden Euro) in die Heimat schicken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Mathis Puyo, Redakteur f&#xFC;r Novastan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem <a href=\"https:\/\/novastan.org\/fr\/economie\/la-russie-veut-faciliter-larrivee-de-migrants-pour-renflouer-son-economie\/\">Franz&#xF6;sischen<\/a> von Robin Roth<\/strong><\/p>\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei <\/span><a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\"><span style=\"font-weight: 400;\">Twitter<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Facebook<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\"><span style=\"font-weight: 400;\">Telegram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Linkedin<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> oder <\/span><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Instagram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. 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