{"id":24130,"date":"2020-11-22T19:51:47","date_gmt":"2020-11-22T18:51:47","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=24130"},"modified":"2020-11-22T20:29:03","modified_gmt":"2020-11-22T19:29:03","slug":"human-rights-watch-kritisiert-annaeherung-zwischen-der-eu-und-usbekistan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/human-rights-watch-kritisiert-annaeherung-zwischen-der-eu-und-usbekistan\/","title":{"rendered":"Human Rights Watch kritisiert Ann\u00e4herung zwischen der EU und Usbekistan"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es soll ein neues Kapitel in der europ&#xE4;isch-usbekischen Partnerschaft beginnen: Mittels der Erneuerung bestehender bilateraler Abkommen und verg&#xFC;nstigten Z&#xF6;llen sollen Handel und Entwicklung gleicherma&#xDF;en gef&#xF6;rdert werden. Doch aufgrund der weiterhin bedenklichen menschenrechtlichen Situation kritisiert Human Rights Watch (HRW) die europ&#xE4;ische Hinwendung zu der zentralasiatischen Republik.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Machtwechsel in Usbekistan im Jahr 2016, als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Shavkat_Mirziyoyev\">Shavkat Mirziyoyev<\/a> nach dem Tod des langj&#xE4;hrige Diktators <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islom_Karimov\">Islom Karimov<\/a> das Amt des Pr&#xE4;sidenten &#xFC;bernahm, liberalisiert und reformiert sich das Land St&#xFC;ck f&#xFC;r St&#xFC;ck. Ein wichtiger Pfeiler dieser Entwicklung stellt die Ann&#xE4;herung zur Europ&#xE4;ischen Union (EU) dar. Auch die EU sieht darin die Chance, ihren Einfluss im zentralasiatischen Raum auszubauen und sucht vermehrt den Dialog.<\/p>\n\n\n<p style=\"background-color: #d4d4d4;\"><span style=\"color: #000000;\">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin &#xFC;ber Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/werde-unser-mitglied-werde-novastan\/\"><strong>Dank eurer Teilnahme<\/strong><\/a>. Wir sind <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/unser-projekt\/\">unabh&#xE4;ngig<\/a> und wollen es bleiben, daf&#xFC;r brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Spende<\/a><\/strong> helft ihr uns, weiter ein realit&#xE4;tsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Doch das unter Karimov etablierte autorit&#xE4;re und repressive politische System erschwert die Kooperation und so <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2020\/11\/04\/uzbekistan-not-even-close-meriting-eus-trade-scheme\">umschreibt<\/a> der Leiter der Abteilung f&#xFC;r Europa und Zentralasien von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Human_Rights_Watch\">Human Rights Watch<\/a> (HRW) Hugh Williamson die Position der EU mit der Metaphorik: <em>&#x201E;Stellen Sie sich vor, ein Mann hat seine Familie jahrelang schlecht behandelt. Eines Tages wird er ein wenig netter und verspricht, in Zukunft noch viel netter zu werden. Ist das der Zeitpunkt, um ihn f&#xFC;r seine kleinen Verhaltens&#xE4;nderungen auszuzeichnen?&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die j&#xFC;ngsten Ereignisse der sich vertiefenden usbekisch-europ&#xE4;ischen Partnerschaft beziehen sich dabei einerseits auf die Verhandlungen rund um die erweiterten Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (EPKAs), welche das seit 1999 bestehende <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/?uri=celex%3A21999A0831%2801%29\">Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (PKA)<\/a> ersetzen sollen. Andererseits profitiert Usbekistan bereits vom <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/taxation_customs\/business\/calculation-customs-duties\/rules-origin\/general-aspects-preferential-origin\/arrangements-list\/generalised-system-preferences_de\">Schema allgemeiner Zollpr&#xE4;ferenzen (GPS)<\/a>, wobei es sich um eine &#x201E;<em>Ma&#xDF;nahme bestimmter Industriel&#xE4;nder (,Geberl&#xE4;nder&#xB4;) zugunsten von Entwicklungsl&#xE4;ndern (,beg&#xFC;nstigte L&#xE4;nder&#xB4;)<\/em>&#x201C;, die auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der betroffenen Staaten abzielen. Laut Berichten der <a href=\"https:\/\/tashkenttimes.uz\/economy\/5405-uzbekistan-files-application-for-gsp-status\">Tashkent Times<\/a> hat sich Usbekistan im Juni 2020 nun um den <a href=\"https:\/\/trade.ec.europa.eu\/tradehelp\/gsp\">GPS+<\/a> Status beworben, der spezielle Anreize f&#xFC;r nachhaltige Entwicklung und verantwortungsvolle Staatsf&#xFC;hrung bietet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/die-eu-und-zentralasien-wollen-ihre-zusammenarbeit-vertiefen\/\">Die EU und Zentralasien wollen ihre Zusammenarbeit vertiefen<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Neuverhandlungen der Partnerschafts- und Kooperationsabkommen seien das Ergebnis der in 2019 verabschiedeten <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/media\/39778\/st10221-en19.pdf\">Zentralasienstrategie<\/a> der EU, erkl&#xE4;ren der wissenschaftlicher Mitarbeiter Simon Helwitt und Senior Associate Alberto Turkstra des Think-Tanks <a href=\"https:\/\/www.eias.org\/category\/news\/\">Europ&#xE4;isches Institut f&#xFC;r Asienwissenschaften (EIAS)<\/a> in einem <a href=\"https:\/\/www.eureporter.co\/frontpage\/2020\/11\/09\/enhanced-partnership-and-co-operation-agreements-epcas-with-uzbekistan\/?__cf_chl_jschl_tk__=1463abd72572e01c5649541e827bde09a05713c5-1605043789-0-AaIDxgC9jqRcWwIVJW0gXY7ecMV7uK_ugZZpz-B8QFUS1VwTG_ssrWpH99qj6ThlsYSdks7Egu4bxpCGYYitDvGmeExvs2v3bX4F9AOtXzAOHsu46TKcf9ppyEFauI9bHqcfh-Gwi1mSoStaqmKsnYQxpLW4FyZ7mkGYF7-KWuPDV8HSAolhjnwNR2eCEcb_TDTlHYdX9n3I147UKeurHXty0cngWS9Mrr9KbFIdc8FhYm83a2CYaFUeKyPB9AsQRTj_omPLeX7GPxb8FzXm_G2R1q885WAOR5fshCRQ6Y2sqOfHf2lNb6MGS52i45HIUmau7ScFZPPlAPDVmw3gfB0CnBwthRDK9b2YnvCYqJpAs9JESbF3snC_uQWbrYM7Dq7AsPjMnxwVdPm_Wtdd5FU\">Interview<\/a> mit eureporter. Als Ziel der Strategie gilt dabei die <em>&#x201E;F&#xF6;rderung von Resilienz, Wohlstand und regionale Zusammenarbeit&#x201C;<\/em>, was sich auch auf die Verhandlungen mit Usbekistan auswirkt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Internationale Anerkennung f&#xFC;r die &#xD6;ffnung Usbekistans<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der seit 2018 stattfindende Dialog zwischen der EU und Usbekistan r&#xFC;hrt in erster Linie aus den <em>&#x201E;positiven Entwicklungen in der Region und insbesondere in Usbekistan, das sich einer wirtschaftlichen Liberalisierung und einem umfassenden Reformprozess verschrieben hat&#x201C;<\/em>, so die Vertreter von EIAS. Davon zeugt auch die Auszeichnung Usbekistans als <em>Nation des Jahres 2019<\/em> des britischen Nachrichtenmagazins <a href=\"https:\/\/www.economist.com\/leaders\/2019\/12\/21\/which-nation-improved-the-most-in-2019\">The Economist<\/a>. So stieg etwa die Platzierung von Usbekistan im <a href=\"https:\/\/www.doingbusiness.org\/en\/data\/exploreeconomies\/uzbekistan\">Ease of Doing Business Index<\/a> der Weltbank von 141 im Jahr 2015 auf Platz 69 im Jahr 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem wirtschaftlichen Fortschritt loben Helwitt und Turkstra auch die Verbesserung der menschenrechtlichen Situation: <em>&#x201E;Pr&#xE4;sident Mirziyoyev hat vielen Dingen der despotischen Herrschaft unter Karimov ein Ende gesetzt, wie etwa der Zwangsarbeit und der Verfolgung von ausl&#xE4;ndischen JournalistInnen.&#x201C; <\/em>In diesem Zusammenhang betonen sie die verbesserten Arbeitsbedingungen in der Baumwollproduktion, die lange Zeit von Kinder- und Zwangsarbeit gepr&#xE4;gt war. &#xA0;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/baumwollernte-in-usbekistan-freiwillige-zwangsarbeit\/\"><strong>Baumwollernte in Usbekistan: Freiwillige Zwangsarbeit?<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Inhaltlich soll das Abkommen die Bereiche des politischen Dialogs und Reformen, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Sicherheit, Menschenrechte, Korruptionsbek&#xE4;mpfung, Migration, Handel sowie &#xF6;konomische und nachhaltige Entwicklung abdecken. Von besonderer Relevanz sind im usbekischen Kontext diesbez&#xFC;glich die l&#xE4;ndliche Entwicklung, der Schutz des Aral Sees und der Beitritt Usbekistans zur <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/service\/welthandelsorganisation-wto--615792\">Welthandelsorganisation (WTO)<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Nachbarland Kasachstan hat die EU in diesem Jahr nach f&#xFC;nfj&#xE4;hrigen Gespr&#xE4;chen ein EPKA abgeschlossen und mit Kirgistan laufen die Verhandlungen. Nach Angaben von Helwitt und Turkstra wolle man jedoch im Fall Usbekistans die L&#xE4;nge des Verhandlungsprozess verringern. Der Dialog sollte planm&#xE4;&#xDF;ig 2020 abgeschlossen werden, was allerdings aufgrund der Pandemie m&#xF6;glicherweise nicht eingehalten werden k&#xF6;nnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mangel an sozialen und politischen Reformen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;In jedem Fall signalisieren beide Seiten durch das EPKA die Bereitschaft, ihren Austausch zu erh&#xF6;hen und die bilaterale Beziehung quantitativ und qualitativ auszubauen&#x201C;<\/em>, stellen die Vertreter des EIAS optimistisch fest. Gleichwohl verweisen sie darauf, dass Usbekistan weiterhin in den Bereichen der Demokratisierung, Transparenz und Einhaltung von internationalen Standards einen weiten Weg zu gehen hat. Zudem sehen sie die unzureichende Unabh&#xE4;ngigkeit der Judikative, die eingeschr&#xE4;nkte Pressefreiheit und die Repression gegen&#xFC;ber Nichtregierungsorganisationen kritisch. Helwitt und Turkstra charakterisieren die j&#xFC;ngsten Entwicklungen in Usbekistan als ein <em>&#x201E;Reformprozess zweier Geschwindigkeiten&#x201C;<\/em>, bei dem zwar die wirtschaftliche Entwicklung stark vorangetrieben wird, soziale und politische &#xC4;nderung jedoch sehr viel schleppender vorangehen.<\/p>\n\n\n\n<p>F&#xFC;r die EU hat das EPKA zudem eine wichtige geopolitische Bedeutung, wie der Direktor des EU-Asien Zentrum Fraser Cameron im <a href=\"https:\/\/www.eureporter.co\/frontpage\/2020\/10\/13\/impressive-progress-made-by-uzbekistan\/?__cf_chl_jschl_tk__=a4c1066e9622f19c739356520e993a2e6d9f57e3-1605049700-0-AV5HqHnU5MNV4Y0CV5z1_i-yKvKNolXq3YO_mz55SYdxXycGwnecMDZkzngHdwG6gchg2UAi8-DLTSlelVbTUmusL7PigsyA-YCQVkxCywXzA5liN2aZ1zN4k5YuzPi9pvXwPkIKsq9INUSeic7HhP76Bvx5NHsFBPoluN6tgYfARnlk8PXfl885w560QbyvOjKApu3KP65De6bfglasCpZxRVMZ9TvBylWO5ig2gnuNJ6Hzna4W6NJwC2wLBaKZ058bQFE4Lgr1yQFQTsv_sU5igo3_bAE41tiKlh9LG8Uqjlp_X5lArD0iaNwhsVC7Esj06kGZRwDcnYTFdQ5sxcHpnCWbOqS-Ag4Cky1nzmdf\">Interview<\/a> mit eureporter verdeutlicht: <em>&#x201E;Es ist sehr wichtig neben China und Russland eine alternative unterst&#xFC;tzende Struktur zu bieten.&#x201C;<\/em> Auf die Frage, ob von Usbekistan eine Orientierung hin zu Russland oder zu der EU zu erwarten ist, ist sich Cameron sicher: <em>&#x201E;Das Land erkennt an, dass grundlegende Reformen, die f&#xFC;r eine bessere Wettbewerbsf&#xE4;higkeit n&#xF6;tig sind, von der EU und nicht von Russland unterst&#xFC;tzt werden.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/neue-ansaetze-in-russlands-zentralasienpolitik\/\"><strong>Neue Ans&#xE4;tze in Russlands Zentralasienpolitik<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#x201E;Es ist erfreulich, dass sich in den letzten Jahren unsere Beziehung intensiviert hat und neue Gestalt annimmt&#x201C;, <\/em><a href=\"https:\/\/www.eureporter.co\/frontpage\/2020\/10\/13\/impressive-progress-made-by-uzbekistan\/?__cf_chl_jschl_tk__=a4c1066e9622f19c739356520e993a2e6d9f57e3-1605049700-0-AV5HqHnU5MNV4Y0CV5z1_i-yKvKNolXq3YO_mz55SYdxXycGwnecMDZkzngHdwG6gchg2UAi8-DLTSlelVbTUmusL7PigsyA-YCQVkxCywXzA5liN2aZ1zN4k5YuzPi9pvXwPkIKsq9INUSeic7HhP76Bvx5NHsFBPoluN6tgYfARnlk8PXfl885w560QbyvOjKApu3KP65De6bfglasCpZxRVMZ9TvBylWO5ig2gnuNJ6Hzna4W6NJwC2wLBaKZ058bQFE4Lgr1yQFQTsv_sU5igo3_bAE41tiKlh9LG8Uqjlp_X5lArD0iaNwhsVC7Esj06kGZRwDcnYTFdQ5sxcHpnCWbOqS-Ag4Cky1nzmdf\">hei&#xDF;t<\/a> es auch von Seiten des Pressesprechers der usbekischen Botschaft in Br&#xFC;ssel.&#xA0;Dabei betont er die Bedeutung des Handels: <em>&#x201E;Wir sind &#xFC;berzeugt, dass es hier viel ungenutztes Potential gibt. Die usbekische Seite ist dazu bereit, das bilaterale Handelsvolumen auf $10 Milliarden zu erh&#xF6;hen.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In dem Zuge verwies er zudem auf das Bestreben Usbekistans, den GPS+ Status zu erhalten, welcher der zentralasiatischen Republik &#xFC;ber die aktuell geltenden Zollreduzierungen durch den GPS Status weitere Vorteile bringen soll. Demnach k&#xF6;nnen zum jetzigen Zeitpunkt <a href=\"https:\/\/tashkenttimes.uz\/economy\/5405-uzbekistan-files-application-for-gsp-status\">3000 G&#xFC;ter zollfrei in EU-L&#xE4;nder<\/a> und 3200 G&#xFC;ter zu reduzierten Z&#xF6;llen exportiert werden, was sich durch den GPS+ Status auf 6200 zollfreie G&#xFC;ter erh&#xF6;hen k&#xF6;nnte. Ziel des Vorzugstarifsystems ist es grunds&#xE4;tzlich, Entwicklungsl&#xE4;nder bei der Beseitigung von Armut und dem Schaffen neuer Arbeitspl&#xE4;tze zu unterst&#xFC;tzen. Das Nachbarland Kirgistan profitiert bereits seit 2016 von dem GPS+ Status.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/kirgisische-produkte-erhalten-bevorzugten-zugang-zum-eu-markt\/\"><strong>Kirgisische Produkte erhalten bevorzugten Zugang zum EU-Markt<\/strong> <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Offiziell beworben hat sich das Land im Juni dieses Jahrs, was nun von der EU gepr&#xFC;ft wird. Ausschlaggebend f&#xFC;r den Erfolg der Bewerbung ist, dass Usbekistan die geforderten <a href=\"https:\/\/trade.ec.europa.eu\/doclib\/docs\/2013\/december\/tradoc_152024.pdf\">27 internationalen Menschenrechts-, Arbeits- und Umweltkonventionen<\/a> einh&#xE4;lt. Jene hat Usbekistan ratifiziert, doch laut Einsch&#xE4;tzungen von HWR kann das Land die darin verankerten Standards zum jetzigen Zeitpunkt nicht erf&#xFC;llen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Zuspruch des GPS+ Status an Usbekistan w&#xFC;rde laut <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/about\/people\/hugh-williamson\">Williamson<\/a> dementsprechend ein falsches Signal senden: <em>&#x201E;Nat&#xFC;rlich sind die j&#xFC;ngsten Entwicklungen zu begr&#xFC;&#xDF;en, doch das sind nur kleine Schritte. Die Versprechen der Regierung von Reformen sind nach wie vor unvollendet.&#x201C;<\/em> Er verweist etwa auf die <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2018\/11\/17\/uzbekistan-release-and-rehabilitate-political-prisoners\">Situation von politischen Gefangenen<\/a>. So seien zwar Viele entlassen worden, doch laut Untersuchungen von HRW erhielten jene von staatlicher Seite keine ausreichende &#xF6;konomische, soziale und gesundheitliche Absicherung, die sie nach einem derartig langen Aufenthalt im Gef&#xE4;ngnis gebraucht h&#xE4;tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen davon w&#xFC;rden nach wie vor KritikerInnen aufgrund von Extremismus oder Landesverrat festgenommen. Erst Anfang des Jahres wurde der Diplomat <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/news\/2019\/06\/11\/uzbekistan-release-retired-diplomat\">Qodirjon Yussupov<\/a> und der ehemalige Journalist der Zeitschrift des Verteidigungsministerium <a href=\"https:\/\/fergana.ru\/news\/115748\/\">Vladimir Kaloshin<\/a> wegen Landesverrat zu langj&#xE4;hrigen Freiheitsstrafen verurteilt. Zudem kritisiert Williamson neben den offen vollzogenen Repressalien des Regimes die starke Selbstzensur von Medienschaffenden. Auch das Versammlungsrecht sei laut ihm nicht gew&#xE4;hrt. Seine Einsch&#xE4;tzung der Situation deckt sich auch mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freedom_House\">Freedom House Index<\/a>, welcher Usbekistan im Jahr 2020 als <a href=\"https:\/\/freedomhouse.org\/country\/uzbekistan\/freedom-world\/2020\">Nicht-Frei<\/a> einsch&#xE4;tzt. Somit befindet sich Usbekistan mit 10 von 100 zu erreichenden Punkten in eine Kategorie mit China.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/trotz-reformen-warum-die-einzigen-oppositionsparteien-usbekistans-nicht-zur-parlamentswahl-zugelassen-wurden\/\"><strong>Trotz Reformen: Warum die einzigen Oppositionsparteien in Usbekistans nicht zur Parlamentswahl zugelassen werden<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Vereinten Nationen (UN) stellen in einem <a href=\"https:\/\/tbinternet.ohchr.org\/_layouts\/15\/treatybodyexternal\/Download.aspx?symbolno=CCPR%2fC%2fUZB%2fCO%2f5&amp;Lang=en\">Bericht<\/a> des Komitees f&#xFC;r Menschenrechte im April 2020 fest, dass Usbekistan in diversen Bereichen den Empfehlungen des Komitees zuwider handelt. Zwar lobt das Komitee Fortschritte bei der Korruptionsbek&#xE4;mpfung, der Pr&#xE4;vention von Gewalt gegen Frauen, den Justizreformen und der Bek&#xE4;mpfung von Kinder- und Zwangsarbeit im Bauwollsektor, doch Verst&#xF6;&#xDF;e wie Folter in Gef&#xE4;ngnissen, politische Gefangenschaft, Unterdr&#xFC;ckung von Nichtregierungsorganisationen oder Diskriminierungen aufgrund von Gender finden nach wie vor statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesem Bericht ergibt sich f&#xFC;r Williamson hinsichtlich der GPS+ Bewerbung Usbekistans eine sehr klare Position: <em>&#x201E;Die EU Kommission sollte die unabh&#xE4;ngigen internationalen Beurteilungen ber&#xFC;cksichtigen und sich eingestehen, dass trotz kleiner Ver&#xE4;nderungen, Usbekistan nicht die f&#xFC;r den GPS+ Status notwendigen Konventionen einhalten kann.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n<p style=\"background-color: #d4d4d4;\"><span style=\"color: #000000;\">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? 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Insbesondere sollte die EU die Situation der Baumwollproduktion beobachten. <em>&#x201E;Letztlich sollte die Kommission einen Monitoring Prozess unter dem Einbezug von lokalen und internationalen zivilgesellschaftlichen Gruppen aufbauen, sodass die Transparenz gew&#xE4;hrt werden kann.&#x201C;<\/em>, sieht der Vertreter von HRW vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie&#xDF;lich stellt Williamson fest, dass die Bewerbung von gro&#xDF;en Ambitionen Usbekistans zeugt, wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Die EU solle die zentralasiatische Republik auf diesem Weg unterst&#xFC;tzen, doch auf eine nachhaltige Art und Weise mit Blick auf soziale Entwicklung. Sodann hat Usbekistan als der ausf&#xE4;llige Vater noch <em>&#x201E;viel harte Arbeit vor sich, um Br&#xFC;ssels Auszeichnung zu erhalten.&#x201C;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Jana Rapp<\/strong><br><strong>Journalistin f&#xFC;r Novastan<\/strong><br><\/p>\n\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei <\/span><a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\"><span style=\"font-weight: 400;\">Twitter<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Facebook<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\"><span style=\"font-weight: 400;\">Telegram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Linkedin<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> oder <\/span><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Instagram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. 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