{"id":21198,"date":"2020-04-27T01:27:33","date_gmt":"2020-04-26T23:27:33","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=21198"},"modified":"2020-04-27T01:27:33","modified_gmt":"2020-04-26T23:27:33","slug":"kirgistan-und-das-reich-der-mitte-antichinesische-versammlungen-und-ihre-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/kirgistan-und-das-reich-der-mitte-antichinesische-versammlungen-und-ihre-folgen\/","title":{"rendered":"Kirgistan und das Reich der Mitte: Antichinesische Versammlungen und ihre Folgen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Im vergangenen Jahr kam es in Bischkek zu einer Reihe antichinesischer Proteste. Sie wandten sich gegen die Einwanderung von ChinesInnen nach Kirgistan sowie eine &#x2013; von ihnen wahrgenommene &#x2013; Bedrohung der kirgisischen Identit&#xE4;t. Arkadi Dubnow kommentiert die antichinesischen Kundgebungen in Bischkek und wie diese sich in der Geopolitik niederschlagen. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei <\/strong><a href=\"https:\/\/fergana.ru\/articles\/104942\/\"><strong>Fergana News<\/strong><\/a><strong>. Wir &#xFC;bersetzen den Artikel mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.<\/strong><\/p>\n<p style=\"background-color: #d4d4d4;\"><span style=\"color: #000000;\">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin &#xFC;ber Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/werde-unser-mitglied-werde-novastan\/\"><strong>Dank eurer Teilnahme<\/strong><\/a>. Wir sind <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/unser-projekt\/\">unabh&#xE4;ngig<\/a> und wollen es bleiben, daf&#xFC;r brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Spende<\/a><\/strong> helft ihr uns, weiter ein realit&#xE4;tsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Rahmen des Besuchs des russischen Au&#xDF;enministers Sergei Lawrow in Bischkek kamen im Fr&#xFC;hjahr 2019 antichinesische Aktionen in Kirgistan unerwartet auf die geopolitische Tagesordnung. Auf die Frage, inwiefern die Kundgebungen die Zusammenarbeit zwischen Kirgistan und China beeinflussen w&#xFC;rden, antwortete Lawrow, dass <em>&#x201E;dies kein einmaliger Fall ist, dass jemand von au&#xDF;en versucht, sich mit den zentralasiatischen L&#xE4;ndern gut zu stellen, nicht der Freundschaft wegen, sondern, um die Beziehungen der zentralasiatischen Staaten zu anderen Partnerl&#xE4;ndern zu unterminieren&#x201C;<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Man muss nicht lange &#xFC;berlegen, um zu verstehen, wen der russische Minister als St&#xF6;renfried im Blick hat &#x2013; nat&#xFC;rlich die USA. Das gegenw&#xE4;rtige Ausma&#xDF; der Spannungen zwischen Moskau und Washington l&#xE4;sst keine andere Antwort zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;So etwas passiert nicht nur im Zusammenhang mit China, sondern auch mit Russland&#x201C;<\/em>, f&#xFC;hrte Lawrow weiter aus. <em>&#x201E;Wir sind &#xFC;berzeugt, dass unsere zentralasiatischen Partner, die mit einer Vielzahl anderer Staaten das Format &#x201A;5+1&#x2018; ausbauen, zwischen denjenigen unterscheiden k&#xF6;nnen, die ernsthaft an der Entwicklung von beidseitig nutzenbringenden Projekten interessiert sind und denjenigen, die solche Formate einzig daf&#xFC;r ausnutzen, den Einfluss traditioneller Verb&#xFC;ndeter der zentralasiatischen Staaten, darunter China und Russland, zu unterminieren.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die zentralasiatischen Staaten in der internationalen Politik<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Format &#x201A;5+1&#x2018; bezieht sich auf relativ regelm&#xE4;&#xDF;ig stattfindende Treffen der f&#xFC;nf Au&#xDF;enminister der zentralasiatischen Staaten mit ChefdiplomatInnen wichtiger internationaler Akteure. Diese werden dazu genutzt, um die aktuelle Lage zu er&#xF6;rtern und gemeinsam Pl&#xE4;ne, etwa mit den USA, der EU oder Japan auszuarbeiten. Im Januar 2019 fand auf diese Weise in Samarkand das erste Treffen mit dem indischen Au&#xDF;enminister statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Russland und China nutzen traditionell andere Formate in ihren Beziehungen zu den zentralasiatischen L&#xE4;ndern. Beide sind in der Region durch deutlich st&#xE4;rker etablierte und strukturiertere Institutionen verbunden, darunter die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gemeinschaft_Unabh&#xE4;ngiger_Staaten\">GUS<\/a> (Gemeinschaft Unabh&#xE4;ngiger Staaten), <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Organisation_des_Vertrags_&#xFC;ber_kollektive_Sicherheit\">OVKS<\/a> (Organisation des Vertrags &#xFC;ber kollektive Sicherheit), <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eurasische_Wirtschaftsunion\">EAWU<\/a> (Eurasische Wirtschaftsunion) und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Shanghaier_Organisation_f&#xFC;r_Zusammenarbeit\">SOZ<\/a> (Shanghaier Organisation f&#xFC;r Zusammenarbeit). Daneben bestehen auch bilaterale Beziehungen, die vor allem f&#xFC;r China charakteristisch sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/die-organisation-kyrk-tschoro-speerspitze-der-antichinesischen-stimmung-in-kirgistan\/\"><strong>Die Organisation &#x201E;Kyrk-Tschoro&#x201C;, Speerspitze der antichinesischen Stimmung in Kirgistan<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der kirgisische Au&#xDF;enminister Aidarbekow antwortete auf die auch ihm gestellte Frage nach dem Einfluss der Kundgebungen auf die Beziehungen zu China, dass diese als <em>&#x201E;umfassende strategische Partnerschaft&#x201C;<\/em> konzeptualisiert seien. Er erinnerte daran, dass China ein <em>&#x201E;aufrichtiger Freund&#x201C;<\/em> und <em>&#x201E;zuverl&#xE4;ssiger Partner, der uns immer hilft&#x201C;<\/em> sei und f&#xFC;gte hinzu, dass <em>&#x201E;einstweilen bekannt ist, wer hinter diesen [antichinesischen Kundgebungen] steckt, die Arbeit ist im Gange&#x201C;<\/em>. Der Minister bezeichnete zudem die antichinesischen Auftritte als <em>&#x201E;vereinzelte Zwischenf&#xE4;lle privater Natur, die keinerlei Verbindung zu der Au&#xDF;enpolitik Kirgistans haben&#x201C;<\/em> und gab damit die Position des kirgisischen Pr&#xE4;sidenten Sooronbaj Dscheenbekow wieder. Dieser hatte sich im Januar 2019 bei China f&#xFC;r die geleistete Hilfe bedankt und versichert, dass <em>&#x201E;die Handlungen derer, die unsere internationalen Beziehungen untergraben und der Stabilit&#xE4;t im Land schaden wollen, unter Kontrolle sind&#x201C;.<\/em> Zudem versicherte der kirgisische Pr&#xE4;sident, dass diese <em>&#x201E;im gesetzlichen Rahmen bestraft werden&#x201C;.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es w&#xE4;re wichtig zu erfahren, zu welchen Ergebnissen die Suche nach den Verantwortlichen der Kundgebungen f&#xFC;hrt und, ob die Resultate der kirgisischen Untersuchung mit der des russischen Au&#xDF;enministers angegebenen Richtung &#xFC;bereinstimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Eine neue Generation kirgisischer DiplomatInnen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bevor es um die zentralen Aspekte geht, die der chinesischen Seite von den Teilnehmenden der Kundgebung vorgeworfen werden, ist es wichtig, zu erw&#xE4;hnen, mit welchem unaufdringlichen und konfrontationslosen Stil die kirgisische Administration mit einem derart heiklen Thema umgeht. Dies zeichnet sie im Vergleich zur vorherigen Regierung aus, bei der die &#xF6;ffentliche Rhetorik gegen&#xFC;ber einigen Nachbarn grenzwertig war und sich kaum noch von anst&#xF6;&#xDF;igem Vokabular unterschied.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Man erinnere sich etwa daran, wie der <a href=\"https:\/\/globalvoices.org\/2017\/10\/13\/the-viral-video-that-sent-kazakhstan-kyrgyzstan-relations-into-a-tailspin\/\">skandal&#xF6;se Auftritt<\/a> des kirgisischen Ex-Pr&#xE4;sidenten Almasbek Atambajew vor einigen Jahren die Beziehungen zum Nachbarn Kasachstan tr&#xFC;bten. Nur der Machtwechsel hin zum heutigen Pr&#xE4;sidenten und seiner Administration erlaubten es, m&#xFC;hsam und schrittweise wieder zu zivilisierten Beziehungen zur&#xFC;ckzufinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei der Pressekonferenz mit Lawrow erinnerte der kirgisische Au&#xDF;enminister Aidarbekow auch an den Anschlag von 2016, bei dem sich ein uigurischer Separatist vor der chinesischen Botschaft in Bischkek in die Luft gesprengt hatte. <em>&#x201E;Zum Gl&#xFC;ck wurde keiner der Diplomaten verletzt, aber dennoch wurden die T&#xE4;ter hart bestraft, es ist wichtig, nicht auf einzelne Provokationen einzugehen&#x201C;<\/em>, merkte der kirgisische Minister vorsichtig an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/terrorattacke-in-hauptstadt-kirgistans\/\"><strong>Selbstmordanschlag in der Hauptstadt Kirgistans<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Problem ist jedoch, dass die kirgisischen DiplomatInnen, damals noch unter Atambajew, sich nicht angemessen verhielten und sich weigerten, wie von Peking vorgeschlagen, die Kosten der infolge des Anschlags anfallenden Reparaturen zu &#xFC;bernehmen. Es wurde nach dem Motto gehandelt, dass der Anschlag ja auf chinesischem Territorium geschehen sei und diese deshalb auch die Kosten zu tragen h&#xE4;tten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Inzwischen haben sich die Zeiten in Bischkek ge&#xE4;ndert und es scheint, man hat Lehren aus der Vergangenheit gezogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Staatsb&#xFC;rgerschaft, Hochzeiten und Staatsschulden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die kirgisischen Beh&#xF6;rden reagierten umgehend auf Behauptungen der InitiatorInnen der antichinesischen Kundgebungen, dass chinesischen AuswanderInnen angeblich massenweise die kirgisische Staatsb&#xFC;rgerschaft verliehen worden sei. Gem&#xE4;&#xDF; den Daten der kirgisischen Regierung reisten 2018 35.200 chinesische Staatsb&#xFC;rgerInnen ein und 34200 wieder aus. W&#xE4;hrend der vergangenen 9 Jahre erhielten lediglich 268 Auswanderer aus China die kirgisische Staatsb&#xFC;rgerschaft, von welchen wiederum nur sechs ethnische ChinesInnen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Zahlen, die der Vorsitzende des Parlamentsausschusses f&#xFC;r Ausw&#xE4;rtiges und Sicherheit, Ischak Pirmatow, nennt, unterscheiden sich jedoch etwas von denen der Regierung: laut ihm erhielten in den vergangenen 8 Jahren nur 60 ChinesInnen die kirgisische Staatsb&#xFC;rgerschaft, vor allem durch Eheschlie&#xDF;ung. Aber auch in diesem Fall sind die Zahlen zu gering, um ernsthaft von einer chinesischen Gefahr zu sprechen, die die kirgisische ethnische Identit&#xE4;t bedrohe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In diesem Zusammenhang scheint die Behauptung, es g&#xE4;be Tausende kirgisische Frauen, die Chinesen geheiratet h&#xE4;tten, ausgesprochen &#xFC;bertrieben. Zum einen gibt es f&#xFC;r diese Behauptung keinerlei urkundliche Beweise. Zum anderen w&#xFC;rde die Einf&#xFC;hrung eines gesetzlichen Heiratsverbotes f&#xFC;r Ausl&#xE4;nder eine Hinwendung zum glorreichen turkmenischen Weg, wie unter Turkmenbaschi dem Gro&#xDF;en (Anrede des ehemaligen turkmenischen Pr&#xE4;sidenten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saparmyrat_Ny%C3%BDazow\">Saparmyrat Ny&#xFD;azow<\/a>, Anm. d. R.) mit gesetzlich vorgeschriebenem Brautpreis bedeuten: Unter Ny&#xFD;azow mussten Ausl&#xE4;nder, die eine Turkmenin heiraten wollten, 50.000 Dollar bezahlen. Inzwischen geh&#xF6;rt diese oft kritisierte Regelung des &#x201E;Goldenen Zeitalters&#x201C; Turkmenistans mit dem Ableben des Diktators der Vergangenheit an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was weitere Zahlen angeht, so erregt der Umfang der Staatsschulden gegen&#xFC;ber China eine erhebliche Beunruhigung der kirgisischen Gesellschaft. Es werden verschiedene Betr&#xE4;ge zwischen 1,1 Milliarden US-Dollar bis hin zu 4,4 Milliarden US-Dollar genannt. Schenkt man den aktuellen Daten Glauben, dann entspricht das mehr als der H&#xE4;lfte des Bruttoinlandsprodukts Kirgistans. In Kirgistan mehren sich deshalb die Bef&#xFC;rchtungen, dass Peking im Rahmen einer Schuldentilgung einen Teil des kirgisischen Territoriums oder einen Antel an nat&#xFC;rlichen Ressourcen fordern k&#xF6;nnte, wie es in Tadschikistan der Fall war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/china-und-kirgistan-der-bse-nachbar\/\"><strong>China und Kirgistan: Der b&#xF6;se Nachbar?<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die historischen Wurzeln der kirgisischen Sinophobie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zugegebenerma&#xDF;en nutzen die InitiatorInnen der antichinesischen Hysterie subtil eine Art nationales Trauma, das Kirgistan in den 1990er Jahren erlitt als das Land durch zwei Abkommen 125.000 Hektar Land an China abtrat, f&#xFC;r ihre Zwecke. Die Verantwortung f&#xFC;r die Abkommen wurde dem damaligen kirgisischen Au&#xDF;enminister Muratbek Imanalijew zugeschrieben, der daraufhin von Pr&#xE4;sident Atambajew entlassen wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der kirgisische Politologe Arkadi Gladilow erinnert sich an die Worte des ehemaligen Au&#xDF;enministers und angesehenen Sinologen Imanalijews, die dieser einige Jahre nach seinem erzwungenen R&#xFC;cktritt sagte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Drei Faktoren tragen zu der Herausbildung eines negativen Bildes &#xFC;ber China in einem bestimmten Teil der kirgisischen Bev&#xF6;lkerung bei. Erstens, die emotionale, scheinbar patriotische Wahrnehmung Chinas als historischer Erbfeind, die sich auf Elemente der kirgisischen Urgeschichte st&#xFC;tzt und die historischen Realit&#xE4;ten nicht immer angemessen widerspiegelt. Der zweite Faktor ist die anhaltende Wirkung der antichinesischen Propaganda der 1960er und 1970er Jahre. Und drittens, Chinas riesige Bev&#xF6;lkerung, die im Zusammenspiel mit den ersten beiden Faktoren in einer negativen Konstellation steht.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Seitdem diese Worte ge&#xE4;u&#xDF;ert wurden sind 15 Jahre vergangen. Eine neue Generation KirgisInnen ist herangewachsen, die nach dem Ende der Sowjetunion geboren wurde und in ihrem Bewusstsein keine &#xDC;berbleibsel der sowjetischen, antichinesischen Propaganda tr&#xE4;gt. Im Gegenteil, sie sehen, dass das unabh&#xE4;ngig gewordene Kirgistan im Wesentlichen eingezw&#xE4;ngt zwischen den beiden Weltm&#xE4;chten Russland und China &#xFC;berleben muss. Des Weiteren erlebt die junge Generation KirgisInnen, die sich traditionell in Richtung Russland orientiert hat, dass grundlegende Investitionen, die Entwicklung der Infrastruktur des Landes, der Bau der strategisch wichtigen Autobahn &#x201E;Nord-S&#xFC;d&#x201C; und der Starkstromleitung &#x201E;Datka-Kemin&#x201C; nicht dank russischer, sondern chinesischer Investitionen geschieht. Und wenn man die Dinge beim Namen nennt und sich an die 1990er und 2000er erinnert, dann konnte die kirgisische Wirtschaft in den schwersten postsowjetischen Zeiten aufgrund des Handels mit China &#xFC;berleben.<\/p>\n<p style=\"background-color: #d4d4d4;\"><span style=\"color: #000000;\">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? 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Deutlich wurde dies bei der Untersuchung der Ursachen eines Unfalls in einem Heizkraftwerk bei Bischkek Anfang 2018, der sich nach einer Sanierung durch ein chinesisches Unternehmen zutrug. <em>&#x201E;Eben jenem Unternehmen&#x201C;<\/em>, erkl&#xE4;rt Arkadi Gladilow, <em>&#x201E;versuchten unsere Beamten die Schuld an dem Unfall zuzuschreiben und ihre eigene Inkompetenz, Feigheit und Korruption zu verbergen.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zugegebenerma&#xDF;en, zeichnen sich nicht nur chinesische Gesch&#xE4;ftspraktiken, sondern auch der &#xF6;ffentliche Politikstil Pekings durch Verschlossenheit aus, was eine Rolle in der Entstehung der aktuellen Spannungen zwischen den Menschen Kirgistans und Chinas spielt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/sechs-gruende-fuer-die-antichinesische-stimmung-in-kasachstan\/\"><strong>Sechs Gr&#xFC;nde f&#xFC;r die antichinesische Stimmung in Kasachstan<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">China hat derzeit eine Vielzahl anderer Probleme, allen voran in den Beziehungen mit den USA. M&#xF6;glicherweise erscheint es Peking nicht dringend, dem Ausbruch an Sinophobie in einem kleinen zentralasiatischen Land Aufmerksamkeit zu schenken. Diese Herangehensweise halte ich f&#xFC;r falsch. Der humanit&#xE4;ren Komponente der Beziehungen sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, wie etwa der Er&#xF6;ffnung von Universit&#xE4;ten, Zweigstellen des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konfuzius-Institut\">Konfuzius-Instituts<\/a> und der Zusammenarbeit mit Non-Profit-Organisationen. Der &#xDC;berfluss an luxuri&#xF6;sen chinesischen Restaurants, die &#xFC;ber ganz Bischkek verstreut sind, wird einen jedenfalls nicht dazu bringen, sich in China zu verlieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Arkadi Dubnow f&#xFC;r <\/strong><a href=\"https:\/\/fergana.ru\/articles\/104942\/\"><strong>Fergana News<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser<\/strong><\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei <\/span><a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\"><span style=\"font-weight: 400;\">Twitter<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Facebook<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\"><span style=\"font-weight: 400;\">Telegram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Linkedin<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> oder <\/span><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Instagram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. 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