{"id":18906,"date":"2019-12-01T11:57:51","date_gmt":"2019-12-01T10:57:51","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=18906"},"modified":"2019-12-01T11:57:51","modified_gmt":"2019-12-01T10:57:51","slug":"massives-methanleck-in-turkmenistan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/turkmenistan\/massives-methanleck-in-turkmenistan\/","title":{"rendered":"Massives Methanleck in Turkmenistan"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Auf einem &#xD6;lfeld in Turkmenistan ist von einem kanadischen Satelliten&#xFC;berwachungsunternehmen ein Methanleck entdeckt worden, das den Emissionen einer Million Autos entsprechen soll. Das Missmanagment im turkmenischen &#xD6;l- und Gassektor, selbst durch den turkmenischen Pr&#xE4;sidenten zuletzt kritisiert, k&#xF6;nnte der Grund daf&#xFC;r sein.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In einer <a href=\"https:\/\/agupubs.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1029\/2019GL083798\">Ende Oktober publizierten Studie<\/a> teilte die Firma GHGSat aus Montreal die Entdeckung einer gigantischen Methanwolke mit. Diese stamme offensichtlich von unabgefackelten Abgasen auf dem &#xD6;l- und Gasfeld Korpezhe in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balkan_wela%C3%BDaty\">Provinz Balkan<\/a> im Westen Turkmenistans. GHGSat war auf der Suche nach Methanemissionen aus Schlammvulkanen. Diese sind in Turkmenistan, generell um das Kaspische Meer, oft anzutreffen.<\/p>\n<p style=\"background-color: #d4d4d4;\"><span style=\"color: #000000;\">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin &#xFC;ber Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/werde-unser-mitglied-werde-novastan\/\"><strong>Dank eurer Teilnahme<\/strong><\/a>. Wir sind <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/unser-projekt\/\">unabh&#xE4;ngig<\/a> und wollen es bleiben, daf&#xFC;r brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Spende<\/a><\/strong> helft ihr uns, weiter ein realit&#xE4;tsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei der Abfackelung handelt es sich um das Verbrennen von Gas&#xFC;berresten aus &#xD6;lfeldern, womit Methanemissionen vermieden werden. Dieses Gas bewirkt Treibhauseffekte zehn Mal drastischer als CO2. Oft f&#xFC;hren starke Winde und Defekte an den Anlagen zum L&#xF6;schen der Flammen. Dies passierte wahrscheinlich &#xE4;hnlich auf dem turkmenischen &#xD6;lfeld. Die Dauer des Lecks deutet jedoch auf ein Missmanagement der Anlagen im verschlossensten Land Zentralasiens hin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Leck entspricht den Emissionen von einer Million Autos<\/strong><\/p>\n<p>Bei seinen Bildaufnahmen beabsichtigte GHGSat, die Satellitenbilder von 144 Quadratkilometern in Zentralasien mit den Bodenmessungen zu vergleichen, damit einher ging das Kalibrieren der Messungen f&#xFC;r die&#xA0; Feststellung von Ausst&#xF6;&#xDF;en nat&#xFC;rlicher Schlammvulkane. Dabei war der Satellit der Firma nicht in der Lage, die kleinen Mengen der Schlammvulkane auszuforschen, entdeckte aber drei unerkl&#xE4;rte benachbarte Lichtquellen. Eine zweite Methanquelle, welche die kanadische Firma entdeckte, entstammt offenbar einer Pipeline und soll dem L&#xF6;sen eines Ventils geschuldet sein.<\/p>\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/turkmenistan\/rettet-das-gas-turkmenistan-vor-der-krise\/\">Rettet das Gas Turkmenistan vor der Krise?<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei dem Leck, das von Anfang vergangenen Jahres bis Februar 2019 auf Bildern festgehalten wurde, handelt es sich um das erste Mal, dass eine nicht geortete Emission industriellen Methans aus dem All gesichtet wurde, so der Vorstandsvorsitzende von GHGSat St&#xE9;phane Germain gegen&#xFC;ber der Nachrichtenagentur <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2019-11-22\/satellite-studying-volcanoes-finds-giant-oilfield-methane-plume\">Bloomberg<\/a>. Laut der zuvor genannten Studie entsprechen diese Emissionen etwa einer Million Autos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach der Entdeckung soll das Unternehmen versucht haben, die &#xD6;l- und Gasbef&#xF6;rderungskompanie Turkmenistans durch amerikanische, kanadische und europ&#xE4;ische diplomatische Kan&#xE4;le zu informieren, moniert St&#xE9;phane Germain am Telefon. Neuere Bilder zeugen davon, dass das Leck erst im Mai behoben wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Problem im Management der turkmenischen &#xD6;lf&#xF6;rderung?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Emissionen des Treibhausgases aus Turkmenistan entstammen allesamt einem Onshore-Gebiet im ausschlie&#xDF;lich nationalen F&#xF6;rderungsgebiet. Tats&#xE4;chlich werden lediglich Offshore-Gebiete ausl&#xE4;ndischen Betreibern zur Verf&#xFC;gung gestellt. Dies zeugt abermals von der schlechten Bilanz des turkmenischen nationalen Betreibers in Sachen Nachhaltigkeit. Weder war dieser in der Lage, ein mehrmonatig anhaltendes Leck zu reparieren, noch reagierte er auf Hinweise dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Pr&#xE4;sident Turkmenistans <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Gurbanguly_Berdimuhamedow\">Gurbanguly Berdimuhamedow<\/a> kritisierte k&#xFC;rzlich die Manager der &#xD6;l- und Gasindustrie des Landes. Ein Bericht &#xFC;ber das letzte Meeting am vergangen 19. November ist auf der <a href=\"http:\/\/tdh.gov.tm\/news\/articles.aspx&amp;article20529&amp;cat11\">Website der offiziellen Nachrichtenagentur<\/a> Turkmenistans verf&#xFC;gbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das &#xD6;lkonsortium T&#xFC;rkmennebit hat in den ersten zehn Monaten des Jahres den j&#xE4;hrlichen Produktionsplan nur zu 88,7 Prozent erf&#xFC;llt. Arbeiter des &#xD6;lsektors waren aufgrund der sp&#xE4;rlichen Bohrarbeiten und der Inspektionen der Brunnen nicht in der Lage, den Plan in vollem Umfang umzusetzen. &#x201E;<em>Au&#xDF;erdem sind die Bauma&#xDF;nahmen unzureichend, um ausl&#xE4;ndische Investitionen ins turkmenische Gebiet des Kaspischen Meeres anzuziehen, selbst ein speziell geschaffener Fond kommt nicht zum Einsatz&#x201C;, <\/em>ist in einem Kommuniqu&#xE9; der nationaleren Nachrichtenagentur zu lesen. Dies deutet auf mehrere Investitionsprobleme im turkmenischen &#xD6;lsektor hin.<\/p>\n<p style=\"background-color: #d4d4d4;\"><span style=\"color: #000000;\">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen w&#xF6;chentlichen Newsletter <strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/2ff41361.sibforms.com\/serve\/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU\">mit einem Klick.<\/a><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 erf&#xFC;llte der Gaskonzern T&#xFC;rkmengaz seinerseits den Produktionsplan f&#xFC;r&#xA0;Gas zu 94,6 Prozent, f&#xFC;r&#xA0;Kondensat zu 90,7 Prozent und 98,5 Prozent f&#xFC;r Fl&#xFC;ssiggas. Bedeutend schlechter ist die Situation der Produktionsprojekte f&#xFC;r Polyethylen mit nur 21,2 Prozent, Polypropylen (23,8 Prozent) und ECO-93 (27 Prozent).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Gurbanguly Berdimuhamedow wies darauf hin, dass &#x201E;<em> [&#x2026;]<\/em> sich <em>in den letzten Jahren die Effizienz des &#xD6;l- und Gaskomplexes, insbesondere bei der F&#xF6;rderung von &#xD6;l und Gas, trotz Erh&#xF6;hung der Industriereserven, verringert hat. Die geplanten j&#xE4;hrlichen Aufgaben wurden nicht systematisch umgesetzt<\/em>&#x201C;. Die Tatsache, dass jene Kritik offiziell ver&#xF6;ffentlicht wird, ist in Turkmenistan selten und zeugt von der Bedeutung des Problems, das wirtschaftliche Konsequenzen f&#xFC;r Turkmenistan, aber auch &#xF6;kologische Folgen f&#xFC;r den gesamten Planeten hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Die Redaktion von Novastan France<br>\n<\/strong><strong>Aus dem Franz&#xF6;sosichen von Arnaud Enderlin<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><\/p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei <\/span><a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\"><span style=\"font-weight: 400;\">Twitter<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Facebook<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\"><span style=\"font-weight: 400;\">Telegram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Linkedin<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> oder <\/span><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Instagram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. F&#xFC;r Zentralasien direkt in eurer Mailbox k&#xF6;nnt ihr euch auch zu unserem <\/span><a href=\"http:\/\/eepurl.com\/O0Qub\"><span style=\"font-weight: 400;\">w&#xF6;chentlichen Newsletter anmelden<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf einem &#xD6;lfeld in Turkmenistan ist von einem kanadischen Satelliten&#xFC;berwachungsunternehmen ein Methanleck entdeckt worden, das den Emissionen einer Million Autos entsprechen soll. Das Missmanagment im turkmenischen &#xD6;l- und Gassektor, selbst durch den turkmenischen Pr&#xE4;sidenten zuletzt kritisiert, k&#xF6;nnte der Grund daf&#xFC;r sein. In einer Ende Oktober publizierten Studie teilte die Firma GHGSat aus Montreal die Entdeckung [&#x2026;]<\/p>\n","protected":false},"author":520,"featured_media":18908,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[1698,1286,1200,1371,1763],"coauthors":[2856,1147],"class_list":["post-18906","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-turkmenistan","tag-erdoel","tag-gas","tag-turkmenistan","tag-umwelt","tag-umweltverschmutzung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18906","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/520"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18906"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18906\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18908"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18906"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18906"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18906"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=18906"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}