{"id":18601,"date":"2019-11-14T11:09:54","date_gmt":"2019-11-14T10:09:54","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=18601"},"modified":"2024-01-14T11:28:28","modified_gmt":"2024-01-14T10:28:28","slug":"wo-die-rosen-wachsen-ein-interview-mit-almagul-menlibaeva","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/wo-die-rosen-wachsen-ein-interview-mit-almagul-menlibaeva\/","title":{"rendered":"Wo die Rosen wachsen \u2013 ein Interview mit Almagul Menlibaeva"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die kasachische K&#xFC;nstlerin Almagul Menlibaeva ist bekannt f&#xFC;r ihre Foto- und Videoarbeiten, bei denen modellhafte, fitte und konventionell sch&#xF6;ne Protagonistinnen in verschiedene Settings des (quasi-)traditionellen Kasachischen platziert werden. Die Steppe, die Wand einer Moschee oder die Ruinen sowjetischer Industrieanlagen in Kombination mit femininer Nacktheit und Objekten wie Ziegenh&#xF6;rnern, toten F&#xFC;chsen oder Polizeiuniformen erz&#xE4;hlen Geschichten von Totalitarismus, postsowjetischer Dekolonialisierung und Feminismus. Victoria Kravtsova sprach mit Almagul &#xFC;ber ihre Kunst, Feminismus und die kasachische Kunstwelt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>Das folgende Interview erschien im englischsprachigen Original auf <\/em><\/strong><a href=\"https:\/\/transitorywhite.com\/articles\/where-the-roses-grow\"><strong><em>TransitoryWhite<\/em><\/strong><\/a><strong><em>. Wir &#xFC;bersetzen es mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"background-color: #d4d4d4;\"><span style=\"color: #000000;\">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin &#xFC;ber Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/werde-unser-mitglied-werde-novastan\/\"><strong>Dank eurer Teilnahme<\/strong><\/a>. Wir sind <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/unser-projekt\/\">unabh&#xE4;ngig<\/a> und wollen es bleiben, daf&#xFC;r brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Spende<\/a><\/strong> helft ihr uns, weiter ein realit&#xE4;tsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Victoria Kravtsova: Almagul, bitte erz&#xE4;hl mir etwas &#xFC;ber dich und deinen Hintergrund. Wo bist du aufgewachsen? Wo hast du studiert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Almagul Menlibaeva:<\/strong> Ich bin in Alma-Ata (heute <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Almaty\">Almaty<\/a>, Anm. d. Red.) geboren und habe an der Kasachischen Nationalen Kunstakademie studiert. Ich war schon immer an der nomadischen Kultur interessiert, die mir immer ein gro&#xDF;es R&#xE4;tsel war. Ich war daran interessiert zu verstehen, was das Bild ist und warum es kontrolliert werden muss. Und erst vor kurzem, als ich anfing Performances und Videos zu machen, habe ich verstanden, dass es in dieser Sph&#xE4;re so viele M&#xE4;nner gibt. Und M&#xE4;nner haben eine andere Sicht auf die Dinge, ihnen wurde beigebracht, die Dinge anders zu sehen. M&#xE4;nnern wurde beigebracht, Frauen als Objekte zu sehen. Das wurde mir klar, als ich meine Karriere begann. Es gab ein paar F&#xE4;lle, in denen mir meine Werke gestohlen wurden. Danach begann ich alles selbst zu machen, auch das Filmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Victoria Kravtsova: W&#xFC;rdest du das als einen emanzipatorischen Akt betrachten und siehst du dich selbst als Feministin?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Almagul Menlibaeva:<\/strong> Nat&#xFC;rlich nenne ich mich selbst eine Feministin. Aber ich habe diesen Begriff nicht immer verwendet: Ich war Feministin, lange bevor ich anfing, das Wort zu benutzen. Ich bin in einer recht traditionellen patriarchalen Familie geboren, wie es viele davon in Kasachstan gibt. Ich w&#xFC;rde tats&#xE4;chlich argumentieren, dass die gesamte UdSSR patriarchalisch gewesen ist. Und wir sollten unbedingt Zeit investieren, um zu erforschen, was wir taten und unter welchen Voraussetzungen wir damals lebten. Ich hatte pers&#xF6;nliche Probleme zu Hause, in der Familie, in der Schule, an der Universit&#xE4;t und auch als ich beschloss, K&#xFC;nstlerin zu werden. Es war mir immer klar, dass diese Probleme damit zusammenh&#xE4;ngen, dass ich eine Frau bin. Ich muss immer doppelt so viel arbeiten wie M&#xE4;nner, um etwas zu bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Victoria Kravtsova: Wie w&#xFC;rdest du DEINEN Feminismus definieren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Almagul Menlibaeva:<\/strong> Ich lese viel, aber ich werde dir keine konkreten Namen, keine konkreten TheoretikerInnen nennen. Feminismus hat viele Klischees und niemand kann alles perfekt machen. Daher brauchen wir wirklich eine Vielzahl an Meinungen und Beschreibungen f&#xFC;r Feminismus, um etwas zu entwickeln, was jeder akzeptieren kann. MEIN Feminismus sollte genau meinen Ideen entsprechen. Wie ich schon sagte, werde ich keine Namen von TheoretikerInnen nennen, aber denke da an ein paar K&#xFC;nstlerinnen aus ganz verschiedenen Gegenden &#x2013; wie sie das Bild kolonisieren oder befreien. Ich liebe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marina_Abramovi&#x107;\">Marina Abramovi&#x107;<\/a>, ich liebe nicht-wei&#xDF;e Feministinnen aus Afrika, aus Kuba. Wir k&#xF6;nnen den Feminismus nicht in seiner &#x201E;sauberen&#x201C; elit&#xE4;ren Version belassen. Er muss verschieden sein und allen etwas bieten. Wir m&#xFC;ssen die Agenda insoweit ausweiten, dass m&#xF6;glichst viele M&#xE4;nner und Frauen daran teilhaben. Wir m&#xFC;ssen die Reflexion dieses Wortes allgegenw&#xE4;rtig sein lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Victoria Kravtsova: Gibt es einen spezifischen zentralasiatischen Feminismus?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Almagul Menlibaeva:<\/strong> Es scheint mir seltsam, von Zentralasien als einem Ganzen zu sprechen. Es sind sehr unterschiedliche L&#xE4;nder und Nationen. Generell bin ich dagegen ein bestimmtes geografisches Gebiet zu separieren und die Spezifit&#xE4;t einer Region, eines Landes oder eine L&#xE4;ndergruppe herauszuheben, da dies zu Generalisierungen f&#xFC;hrt. Ich halte individuelle Strategien in jedem konkreten Fall f&#xFC;r sinnvoller: Mit wem spreche ich? Werde ich genau jetzt verstanden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Victoria Kravtsova: Da deine Kunst sich auf die Themen Kolonialit&#xE4;t und Geschlecht beziehen, musst du dir des schmalen Grats zwischen Empowerment, Objektivierung und Exotisierung bewusst sein. Wo verl&#xE4;uft dieser Grat? Sind dir irgendwelche Einw&#xE4;nde gegen deine eigene Arbeit bekannt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Almagul Menlibaeva:<\/strong> Ich kann mir vorstellen, dass manche Leute in meiner Arbeit eine Exotisierung sehen. F&#xFC;r mich war es das allerdings nie, sondern eine Suche nach meiner eigenen Identit&#xE4;t. Viele Jahre lang wusste ich nicht, wer ich bin: Ich wuchs in einer russischsprachigen Familie auf, ich kannte die russische Kultur, wusste aber nichts &#xFC;ber meine eigene. Und eines Tages begann ich danach zu suchen. Es gab da den einen Moment &#x2013; als ich ungef&#xE4;hr vier Jahre als war, bekam ich eine Puppe geschenkt und meine Gro&#xDF;mutter verbrannte sie. Warum tat sie das? Sie hielt die Puppe f&#xFC;r unangemessen. Warum war es so wichtig, das Bild zu bewahren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/ueber-die-sprache-der-vorherrschaft-ein-gespraech-mit-medina-bazargali\/\">&#xDC;ber die Sprache der Vorherrschaft &#x2013; ein Gespr&#xE4;ch mit Medina Bazargali<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W&#xE4;hrend meines Studiums der Ornamente und des dekorativen Handwerks verstand ich, wie Ideen innerhalb verschiedener Kulturen reisen und sich wandeln. Und nun erforsche ich weiter, wie sich Identit&#xE4;t in visuellen Bildern widerspiegelt. Dieses Muster, das wir heute als t&#xFC;rkische oder orientalische Gurke kennen, kommt zum Beispiel tats&#xE4;chlich aus dem Norden, aus den Zeichnungen sibirischer St&#xE4;mme. Von dort gelangte es durch den Osten zu den k&#xF6;niglichen H&#xF6;fen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Jedes Imperium nimmt etwas vom Kolonisierten in sich auf, um sich selbst zu rekonstruieren. Wir k&#xF6;nnen also sehen, wie Wissen wandert, aber normalerweise bemerken es die Leute nicht. Und vieles von dem, was von der Kolonisation aufgenommen wird, geh&#xF6;rt vor allem Frauen, denn Frauen sind diejenigen, die mit Handwerk zu tun haben. Die Bereiche, in denen Frauen am aktivsten sind, sind auch die Bereiche, in denen Kolonialit&#xE4;t manchmal weniger pr&#xE4;sent ist, weshalb hier eine neue Perspektive auf die Geschichte gefunden werden kann.<\/p>\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/umida-achmedowa-eine-ausnahmekunstlerin-in-usbekistan\/\">Umida Achmedowa &#x2013; eine Ausnahmek&#xFC;nstlerin in Usbekistan<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es mag Populismus in diesen Diskursen geben, aber die Zeit wird alles wieder in Ordnung bringen. In den postsowjetischen Gebieten wird allem &#x201E;Nationalen&#x201C; gro&#xDF;e Aufmerksamkeit geschenkt, weil es schon so lange ein Tabuthema war. In der UdSSR war das &#x201E;Nationale&#x201C; lediglich eine vom Staat geschaffene Rekonstruktion: Zuvor gab es 30 bis 40 nationale Trachten, doch die Sowjets machten sie zu einer, die jetzt &#x201E;Authentizit&#xE4;t&#x201C; symbolisieren sollte. Wir alle arbeiten mit Stereotypen, denn Stereotypen sind das, was uns bleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Victoria Kravtsova: Es gibt ein interessantes Ph&#xE4;nomen in den postsowjetischen L&#xE4;ndern, auch in Russland und Kasachstan. W&#xE4;hrend in der UdSSR eine offizielle Politik des Atheismus vorherrschte, Kirchenl&#xE4;ndereien konfisziert und religi&#xF6;se F&#xFC;hrer verfolgt wurden, hat sich die Situation nach dem Zerfall der Sowjetunion radikal ge&#xE4;ndert. Ist das mit der Suche nach Identit&#xE4;t verbunden, damit dass man irgendeiner Art Gemeinschaft &#x2013; ethnisch oder territorial &#x2013; angeh&#xF6;ren m&#xF6;chte?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Almagul Menlibaeva:<\/strong> Warum wurde der postsowjetische Raum religi&#xF6;s? Weil an Stelle des Totalitarismus eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lacuna_(Philologie)\">Lacuna<\/a> trat, die man loswerden wollte. Niemand hat versucht, unser totalit&#xE4;res Bewusstsein neu zu erfinden und zu &#xFC;berdenken. Die 1990er Jahren waren dann eine harte Zeit und es &#xFC;berraschst nicht, dass Menschen in der Religion Zuflucht fanden. Gleichzeitig war die Vergangenheit noch am Leben, die materialistische Vergangenheit, so dass wir am Ende eine Art materialistische Religiosit&#xE4;t erhielten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und wieder einmal litten Frauen am meisten darunter, denn Religion unterdr&#xFC;ckt an erster Stelle Frauen.&#xA0; Doch es ist nicht so, dass M&#xE4;nner daran schuld sind: Wir alle sind schuld, auch Frauen, denn am Ende erziehen uns Frauen zu dem, wer wir sind. Frauen sind in einer sehr umstrittenen Position, sie sind sowohl Unterdr&#xFC;ckerinnen als auch Unterdr&#xFC;ckte. Ich versuche, diese Dualit&#xE4;t in meiner Arbeit darzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/doxa-wir-wollen-die-kirgisische-kunst-voranbringen\/\">DOXA: Wir wollen die kirgisische Kunst voranbringen<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um zu reflektieren, was ich beobachtet habe: Ich glaube, dass Kultur eine Art ist, &#xFC;ber das menschliche Leiden hinweg zu kommunizieren. Und diese Kommunikation ist eine Funktion der Kunst. Kunst muss in die Politik, in den Journalismus. Sie kann nicht in Museen bleiben. Meine Kunst ist auch das Mittel, um meine Ideen zu kommunizieren, und ich glaube, dass die Sprache, die ich benutze, f&#xFC;r das geeignet ist, was ich ausdr&#xFC;cken m&#xF6;chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Victoria Kravtsova: &#x201E;Bread and Roses&#x201C; &#x2013; so der Titel der letztes Jahr von dir kuratierten Ausstellung &#x2013; stammt von dem gleichnamigen, 1911 geschriebenen Gedicht von <\/strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James_Oppenheim\"><strong>James Oppenheim<\/strong><\/a><strong>, in dem er die erfolgreichen Streiks der Textilarbeiterinnen in den USA ein Jahr sp&#xE4;ter vorhersieht. Der Titel ist durch und durch politisch und deutet auf die Themen des feministischen Kampfes und der Probleme der Arbeiterklasse hin. Es ist unm&#xF6;glich diese zu analysieren, ohne die Kolonialpolitik der UdSSR und den Entzug der ethnischen und nationalen Identit&#xE4;t zu ber&#xFC;cksichtigen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Almagul Menlibaeva:<\/strong> In der Ausstellung ging es um die UdSSR als feudale Einheit, um Sklavenarbeit, Kolonialismus und darum, wie die sowjetische Moderne die Menschen nationenlos machte. Ich zeigte darin auch Gender-Themen. Ich interviewte Frauen, die in den Lagern des Karlag (Gulag-Komplex in der N&#xE4;he von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Qaraghandy\">Karagandy<\/a>, Anm. d. Red.) vergewaltigt worden sind, um zu analysieren, wie dies normalisiert wurde, und um zu zeigen, dass eine sowjetische Frau niemals frei war. Wir versuchten zu erforschen, wie sich die sowjetische Frau innerhalb des Systems ausdr&#xFC;cken konnte und wie Repression mit Geschlecht und Sexualit&#xE4;t verbunden war. Ich habe mit dem Staat gearbeitet &#x2013; ich glaube, dass es unser Recht ist, Forderungen an den Staat zu stellen. Man braucht auch den Staat, um andere zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"background-color: #d4d4d4;\"><span style=\"color: #000000;\">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen w&#xF6;chentlichen Newsletter <strong><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/2ff41361.sibforms.com\/serve\/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU\">mit einem Klick.<\/a><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir durften die Ausstellung nicht explizit feministisch machen, nur implizit &#x2013;&#xA0;die Idee ist feministisch. Manche Frauen leben unter Bedingungen, die es ihnen v&#xF6;llig unm&#xF6;glich machen zu sagen: &#x201E;Ich bin eine Feministin&#x201C;. Ich sprach mit Jekaterina Kusnezowa, die Menschen dabei hilft, ihre Wurzeln zu finden. Sie erz&#xE4;hlte mir eine interessante Geschichte &#xFC;ber den Karlag und wie Stalin ihn als Ort benutzte, um die Frauen seiner B&#xFC;rokraten dorthin zu schicken. Damit schuf er diese eigenartige Machtdynamik von Mann zu Mann, um zu sehen, f&#xFC;r wen sich die M&#xE4;nner entscheiden: ihre Frauen oder ihren Anf&#xFC;hrer. Eine Geschlechterperspektive ist manchmal sehr n&#xFC;tzlich, Sie offenbart viele wichtige Narrative.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Almagul Menlibaeva, 1969 in Alma-Ata geboren, ist Videok&#xFC;nstlerin, Fotografin und Co-Kurator von <\/em><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/focuskazakhstan\/\"><em>Focus Kazakhstan Berlin<\/em><\/a><em> (2018). Sie hat einen Master of Fine Arts der Kunst- und Theateruniversit&#xE4;t Almaty und arbeitet haupts&#xE4;chlich mit Multi-Channel-Videos, Fotografie und Mixed-Media-Installationen. Ihre Werke behandeln Themen der postsowjetischen Moderne wie soziale, &#xF6;konomische und politische Transformationen in Zentralasien, dekoloniale Re-Imaginationen von Geschlecht, Umweltzerst&#xF6;rung und eurasisch-nomadische und indigenen Kosmologien und Mythologien. In Verbindung mit Ihrer Einzelausstellung &#x201E;Transformation&#x201C; im Grand Palais in Paris (Frankreich, 2016 &#x2013; 2017) wurde sie 2017 vom franz&#xF6;sischen Kulturminister mit dem renommierten &#x201E;Chevalier Ordre des Arts et des Lettres&#x201C; ausgezeichnet. Weitere Auszeichnungen sind unter anderem der Daryn-Staatspreis von Kasachstan (1996) und der Hauptpreis des Internationalen Filmfestivals &#x201E;Kino der Kunst&#x201C; (2013) in M&#xFC;nchen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Victoria Kravtsova hat Internationale Beziehungen in St. Petersburg und Berlin studiert. In Berlin ist sie in NGO-Projekten im Bereich Osteuropa aktiv und organisiert Seminare und Austauschprogramme zu Umwelt, Menschenrechten, Gleichstellung und zivilgesellschaftlicher Bildung. Victoria ist Stipendiatin der Heinrich B&#xF6;ll Stiftung und schreibt Ihre Dissertation &#x201E;Between the&#x2018; posts&#x2018;, out of the void&#x201C;, in der sie nachzeichnet, wie zeitgen&#xF6;ssische feministische Diskurse sowohl nach Zentralasien als auch hinaus gelangen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Der Artikel erschien im Original auf <\/strong><a href=\"https:\/\/transitorywhite.com\/articles\/where-the-roses-grow#\"><strong>TransitoryWhite<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Englischen von Robin Roth<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei <\/span><a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\"><span style=\"font-weight: 400;\">Twitter<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Facebook<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\"><span style=\"font-weight: 400;\">Telegram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Linkedin<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> oder <\/span><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Instagram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. 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