{"id":1838,"date":"2014-04-12T12:00:00","date_gmt":"2014-04-12T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=1838"},"modified":"2016-10-06T14:07:29","modified_gmt":"2016-10-06T12:07:29","slug":"was-braucht-es-fur-ein-zentralasiatisches-wirtschaftswunder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/was-braucht-es-fur-ein-zentralasiatisches-wirtschaftswunder\/","title":{"rendered":"Was braucht es f\u00fcr ein zentralasiatisches Wirtschaftswunder?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>Wenn es um Zukunftsperspektiven f&#xFC;r ihre Wirtschaft geht, blicken immer mehr zentralasiatische Staaten nach Osten. In den Tigerstaaten Ostasiens (Hongkong, Singapur, Taiwan und Malaysia) herrschten zu Beginn ihres Wirtschaftswunders vergleichbare wirtschaftliche und politische Bedingungen wie heute in Zentralasien. Ein R&#xFC;ckblick auf die Entwicklung Kasachstan und Kirgistan zeigt, welche H&#xFC;rden beide Nachbarl&#xE4;nder auf dem Weg zu stabilem Wirtschaftswachstum noch bew&#xE4;ltigen m&#xFC;ssen. In diesem Zusammenhang liefert Singapur zum Beispiel ein Vorbild f&#xFC;r erfolgreiche Korruptionsbek&#xE4;mpfung. Aber auch die wachsende wirtschaftliche und kulturelle Pr&#xE4;senz Chinas k&#xF6;nnte sich als Wegbereiter f&#xFC;r langfristiges Wirtschaftswachstum in der Region erweisen.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<p><strong>Herausforderungen der Unabh&#xE4;ngigkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im jahrhundertelang von Nomadenst&#xE4;mmen bev&#xF6;lkerten Zentralasien hat seit den 1920er Jahren eine enorme wirtschaftliche Entwicklung stattgefunden. In der Sowjetunion war Zentralasien die Rolle des Rohstofflieferanten zugewiesen worden. Die Sowjets in Moskau haben den Abbau von Gold und Uran und auch die Landwirtschaft stark gef&#xF6;rdert. Andere Industriesektoren sind dabei auf der Strecke geblieben. So hat sich ein starkes Abh&#xE4;ngigkeitsverh&#xE4;ltnis zwischen den Zentralasiatischen Republiken und Moskau entwickelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vor diesem Hintergrund bedeutete das Ende der Sowjetunion f&#xFC;r alle ehemaligen Sowjetrepubliken einen tiefen wirtschaftlichen Einschnitt. Angesichts ihrer Verflechtungen mit dem Wirtschaftssystem der Sowjetunion traf es die hochsubventionierten zentralasiatischen Teilrepubliken besonders schwer. Wirtschaftliche Instabilit&#xE4;t, gepr&#xE4;gt von dreistelligen Inflationsraten und wachsender Arbeitslosigkeit, veranlasste viele Russischsprachige und auch Deutschst&#xE4;mmige auszuwandern. Ab Mitte der 1990er Jahre trieb die Wirtschaftskrise in Zentralasien zunehmend auch &#x201E;Einheimische&#x201C; als <u><a href=\"http:\/\/www.rosalux.de\/news\/40360\/zentralasien-von-der-unabhaengigkeit-zur-kapitalistischen-mehrfachausbeutung.html\">Gastarbeiter nach Russland<\/a><\/u>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p><img decoding=\"async\" style=\"height: 800px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/595\/bild_2_gemuse_bazar_in_in_astana_quelle_kishimjan_osmonova.jpeg\" alt=\"Gem&#xFC;se-Bazar in Astana\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kasachstan und Kirgis&#xAD;tan haben den &#xDC;bergang zur Marktwirtschaft in den 1990er Jahren zun&#xE4;chst zielstrebig vorangetrieben. Dabei waren die wirtschaftlichen Ausgangsbedingungen f&#xFC;r Kasach&#xAD;stan dank enormer Bodensch&#xE4;tze wie Erd&#xF6;l und Gas besser. Steigende &#xD6;lpreise seit der Jahrtausendwende haben in Kasachstan f&#xFC;r einen beachtlichen Wirtschaftsaufschwung gesorgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die letzten Monate haben jedoch erneut gezeigt, dass die Wirtschaftslage Kasachstans alles andere als stabil ist. Die <u><a href=\"http:\/\/francekoul.com\/articles\/kasachstan-entwertet-seine-whrung-um-19\">Abwertung<\/a><\/u> der kasachischen Landesw&#xE4;hrung Tenge um fast 20 Prozent hat im Februar in weiten Teilen der Bev&#xF6;lkerung f&#xFC;r Unruhe gesorgt. Dieser Schritt war scheinbar unumg&#xE4;nglich geworden, nachdem der russische Rubel zuvor 5,4 Prozent an Wert verloren hatte.<\/p>\n<p><em><strong>Siehe dazu auch: <\/strong><\/em><strong><u><a href=\"https:\/\/novastan.org\/\">Die Abwertung des Tenge &#x2013; alles unter Kontrolle?<\/a><\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Menschen in Kasachstan trifft die Abwertung ihrer W&#xE4;hrung hart. Es ist der dritte Wertverlust, den sie innerhalb von nur zwei Jahrzehenten verkraften m&#xFC;ssen. Die strengen Auflagen, die normalerweise f&#xFC;r &#xF6;ffentlichen Protest in Kasachstan gelten, hinderten viele deshalb nicht daran ihren Unmut &#xFC;ber die wirtschaftlichen und sozialen Probleme im Land im Internet und auf der Stra&#xDF;e zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<p><strong><em>Siehe dazu auch: <\/em><u><a href=\"http:\/\/francekoul.com\/articles\/kommt-der-maidan-nach-zentralasien-die-auswirkungen-des-umsturzes-in-der-ukraine\">Kommt der Maidan nach Zentralasien?&#xA0;<\/a><\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Proteste lassen sich nicht einfach ausblenden. Die aktuell angespannte Situation im &#xF6;lreichen Kasachstan bedroht ein unausgesprochenes Abkommen zwischen regierenden Eliten und der restlichen Bev&#xF6;lkerung, an das man sich seitdem Ende der Sowjetunion h&#xE4;lt: die Menschen verzichten auf das was der Westen als essentielle B&#xFC;rgerrechte bezeichnet und erwarten im Gegenzug relative wirtschaftliche und soziale Stabilit&#xE4;t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Kasachstan hat sich Pr&#xE4;sident Nasarbajew seit der Unabh&#xE4;ngigkeit des Landes 1991 als starker politischer F&#xFC;hrer etabliert, um den Menschen die Stabilit&#xE4;t zu geben, die sie brauchen, und den schwierigen &#xDC;bergang von Planwirtschaft zu Marktwirtschaft zu meistern. Kasachstan gilt zwar mit einem j&#xE4;hrlichen Wirtschaftswachstum von etwa zehn Prozent vor Russland und der Ukraine als &#x201E;Lokomotive&#x201C; der Region, doch vom Erd&#xF6;lgesch&#xE4;ft pro&#xAD;fitieren nur einige wenige Oligarchen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"height: 450px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/595\/bild_3_die_kasachischen_einzelhndler_vor_dem_prchtigen_ministerium_in_astana_quelle_kishimjan_osmonova.jpeg\" alt=\"Die kasachischen Einzelh&#xE4;ndler vor dem pr&#xE4;chtigen Verteidigungsministerium in Astana\"\/><\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<p><strong>Ein demokratischer Wachstumspfad f&#xFC;r Kirgisistan?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kirgistan ist nach dem Zerfall der Sowjetunion einen anderen Weg gegangen. Es ist rohstoff&#xE4;rmer als das fl&#xE4;chenm&#xE4;&#xDF;ig 13,5 mal so gro&#xDF;e Kasachstan und war schon in der UdSSR abh&#xE4;ngig von russischen Transferzahlungen. Gerade dort haben westliche Organisationen auf die rasche wirtschaftliche und politische Liberalisierung des Landes gesetzt. Kirgisistan sollte eine &#x201E;Insel der Demokratie&#x201C; im sonst autorit&#xE4;r regierten Zentralasien werden und dadurch an Attraktivit&#xE4;t f&#xFC;r ausl&#xE4;ndische Investoren gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dem Anthropologen Boris P&#xE9;tric zufolge, ist dieser Plan nicht wirklich aufgegangen. Unter dem Einfluss verschiedener Staaten, internationaler Organisationen und NGOs, sei aus Kirgistan ein &#x201E;<u><a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/02634930500310402\">globalisiertes Protektorat<\/a><\/u>&#x201C; geworden. Wirtschaftswachstum hat sich auch nicht eingestellt: w&#xE4;hrend die kirgisische Wirtschaft Anfang der 1990er Jahre sogar st&#xE4;rker wuchs als in Kasachstan, sind die Wachstumsraten mit der Russlandkrise 1998 gefallen und seitdem unbest&#xE4;ndig.<\/p>\n<p><strong>Siehe dazu auch: <u><a href=\"http:\/\/francekoul.com\/articles\/kirgisistan-hat-enormes-potenzial-anthropologe-boris-petric-im-gesprch\">&#x201E;Kirgistan hat enormes Potential&#x201C; &#x2013; Anthropologe Boris Petric im Gespr&#xE4;ch<\/a><\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kirgistan ist und bleibt auf die finanzielle Unterst&#xFC;tzung internationaler Geberorganisationen angewiesen. Die wichtigsten Devisenquellen des Landes sind ansonsten die Geld&#xFC;berweisungen der im Ausland arbeitenden Gastarbeiter (31 Prozent des BIP) und die Goldmiene Kumtor, die dem kanadischen Bergbauunternehmen Centerra Gold geh&#xF6;rt. In guten Jahren wirft die Miene bis zu 12 Prozent der kirgisischen Wirtschaftsleistung ab, 15 Prozent der Steuereinnahmen und 50 Prozent der Exporte. Politiker und Einheimische fordern jedoch immer mehr Beteiligungsrechte und Anteile an den Gewinnen von Kumtor. Kirgisische Nationalisten fordern gar eine Verstaatlichung der Miene. Es ist <u><a href=\"http:\/\/www.silkroadreporters.com\/2014\/03\/18\/kumtor-gold-mine-never-ending-saga-kyrgyzstan\/\">unklar<\/a><\/u> wie alle Beteiligten zufriedengestellt werden k&#xF6;nnen, ohne das ausl&#xE4;ndische Investoren aufgrund des Streits um die Miene von weiteren notwendigen Investitionen in Kirgisistan absehen.<\/p>\n<p><strong><em>Siehe dazu auch:<\/em>&#xA0;<u><a href=\"http:\/\/francekoul.com\/photos\/opposition-kirghize-10042014\">Foto des Tages vom 10. April 2014<\/a><\/u>&#xA0;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was l&#xE4;sst sich also tun angesichts stagnierenden Wirtschaftswachstums in Zentralasien?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es gibt sicherlich kein Allheilmittel f&#xFC;r erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung in Zentralasien, aber es gibt Vorbilder. Diese Vorbilder liegen auf demselben Kontinent, in einer anderen Region. Die heutige Ausgangslage Zentralasiens ist der politischen Situation in den vier ostasiatischen Tigerstaaten S&#xFC;dkorea, Taiwan, Singapur und Hongkong in der Zeit ihrer schnellen Industrialisierung und Modernisierung in den 1960er bis 1990er Jahren sehr &#xE4;hnlich.<\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<p><strong>Herausforderung Korruption <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Singapur zum Beispiel war Korruption unter der Britischen Kolonialherrschaft bis 1963 ein mindestens ebenso gro&#xDF;es Problem wie es heute in Zentralasien ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mit einem <u><a href=\"http:\/\/www.nortonrosefulbright.com\/knowledge\/publications\/77687\/anti-corruption-regulation-in-singapore\">harten Strafgesetzbuch und h&#xF6;heren Geh&#xE4;lteren<\/a><\/u> im &#xF6;ffentlichen Sektor hat Singapur Korruption erfolgreich bek&#xE4;mpft und es im <u><a href=\"http:\/\/cpi.transparency.org\/cpi2013\/results\/\">Korruptionsindex von Transparency International<\/a><\/u> ganz nach oben geschafft. Singapur geh&#xF6;rt heute weltweit zu den f&#xFC;nf am wenigsten korrupten L&#xE4;ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dagegen belegt Kasachstan im Korruptionsindex Platz 140 von 175; Kirgistan folgt zehn Pl&#xE4;tze weiter hinten auf Rang 150. Der durch Korruption verursachte Schaden macht in Kirgistan 40 Prozent des Staatseinkommens aus. Einige unabh&#xE4;ngige Organisationen und Aussch&#xFC;sse im kirgisischen Parlament haben sich dem Kampf gegen die <u><a href=\"\/Users\/Julika\/Documents\/PARIS%204A\/Semester%202\/Schattenwirtschaft\">Schattenwirtschaft<\/a><\/u> verschrieben, zum Beispiel im <u><a href=\"http:\/\/www.adc.kg\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=4&amp;Itemid=4&amp;lang=en\">Anticorruption Business Council<\/a><\/u>. Auch wird seit Jahren die Einf&#xFC;hrung eines e-governments (eine elektronische Verwaltung) <a href=\"http:\/\/centralasiaonline.com\/en_GB\/articles\/caii\/newsbriefs\/2013\/01\/29\/newsbrief-05\">diskutiert<\/a>, um die Interaktion zwischen B&#xFC;rgern&#xA0;und Beamten zu reduzieren. Steuerzahlung und Unterlagenerwerb &#xFC;bers Internet soll die Korruption entwurzeln.&#xA0;Eine konkrete Gesamtl&#xF6;sung der Korruptionsprobleme ist jedoch nicht in Sicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Insbesondere &#xC4;rzte, Beamte, Lehrer, Erzieher und Polizisten, die im Westen ein hohes Ansehen genie&#xDF;en, weil sie einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten und deshalb zu den Besserverdienern geh&#xF6;ren, sind in Zentralasien enorm unterbezahlt und deshalb auf Schwarzgeld und Nebenjobs angewiesen. Jedoch stellt sich insbesondere f&#xFC;r Kirgistan die Frage, woher das Geld f&#xFC;r angemessenere Geh&#xE4;lter kommen soll. Mit monatlich 500-800 Euro kann man als Lehrer In Kirgistan angemessen leben &#x2013; das ist das Zehnfache vom gegenw&#xE4;rtigen Gehalt.<\/p>\n<p>&#xA0;<\/p>\n<p><strong>Wirtschaftlicher Anschub aus China<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aufschwung kann aber auch von au&#xDF;en kommen. Seit den 1990er Jahren betreibt China eine gleicherma&#xDF;en konstruktive wie pragmatische Au&#xDF;enpolitik gegen&#xFC;ber den zentralasiatischen Staaten. China hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem bedeutenden regionalen Partner Zentralasiens entwickelt. Die <u><a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/china-hands\/marching-west-regional-integration_b_4581020.html\">Zentralasienreise des chinesischen Pr&#xE4;sident XiJinpings im September 2013<\/a><\/u> hat Chinas neu erwachendes Interesse an der Region bekundet. China ist vor allem an Gasexporten aus Turkmenistan interessiert. Die China National Petroleum Company hat ebenfalls einen bedeutenden Anteil in der Kasachischen &#xD6;lindustrie erworben. Investitionen in Stra&#xDF;en, Eisenbahnlinien und &#xD6;lpipelines untermauern Chinas wachsende wirtschaftliche und kulturelle Pr&#xE4;senz in Zentralasien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Jeffrey Mankov, Direktor des Center for Strategic and International Studies in Washington D.C. meint, dass gerade die Infrastrukturinvestitionen einen potenziellen <u><a href=\"http:\/\/csis.org\/files\/publication\/130122_Mankoff_USCentralAsia_Web.pdf\">positiven Langzeiteffekt auf die Wirtschaftsentwicklung<\/a><\/u> in der Region haben. 2011 betrug das Handelsvolumen zwischen China und den zentralasiatischen M&#xE4;rkten 39 Milliarden USD und lag damit weit vor Russlands Handel mit Zentralasien (16,5 Milliarden USD). Die chinesischen Produkte machen den Gro&#xDF;teil der Waren auf den kirgisischen und kasachischen M&#xE4;rkten aus. In Kirgistan kommen 70 Prozent aller ausl&#xE4;ndischen Direktinvestitionen aus Kanada und China. Peking ist sich bewusst, dass Wohlstand und Stabilit&#xE4;t in Zentralasien essentiell sind &#x2013; sowohl im Hinblick auf die unruhigen Xinjiang Provinzen, als auch angesichts des US und NATO Abzugs aus Afghanistan Mitte des Jahres.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"height: 400px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/595\/bild_4_die_chinesischen_bautrupps_reparieren_die_fernstraen_in_kirgistan_quelle_mahabat_sadyrbek.jpeg\" alt=\"Chinesische Bautrupps reparieren die Fernstrassen in Kirgistan\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify\">Der Einfluss von China st&#xF6;&#xDF;t jedoch insbesondere in Kirgistan zunehmend auf Skepsis und Besorgnis. Immer wieder &#xE4;u&#xDF;ern sich die Politiker negativ &#xFC;ber die chinesischen Investoren und Arbeitskr&#xE4;fte in den Gro&#xDF;m&#xE4;rkten wie Madina und Dordoi, in den Stra&#xDF;enbauten und in Einkaufzentren wie Dzhunhay. Laut dem Abgeordneten <u><a href=\"http:\/\/www.eng.24.kg\/community\/169525-news24.html\">Kurmanbek Dyjkanbaev<\/a><\/u> sind &#xFC;ber 300.000 Chinesen im Lande &#x2013; viele davon illegal. &#x201E;Wenn es so weitergeht, dann haben wir hier ein Chinatown und in 20 Jahren werden die Chinesen in unserem Lande ihre Gewohnheitsrechte einfordern&#x201C; &#x2013; so der Politiker der Partei Respublika. Die Sorge ist landesweit zu sp&#xFC;ren und treibt das Land zum Beitritt der Eurasischen Union, in der bereits Russland, Belarus und Kasachstan wirtschaftlich zusammenarbeiten. Auch f&#xFC;r Kasachstan und Russland ist die &#xF6;konomische <u><a href=\"http:\/\/www.rferl.org\/content\/china-game-central-asia\/25237453.html\">Expansion Chinas<\/a><\/u> durchaus ambivalent, weshalb man versucht, durch verschiedene Regelungen die Importe chinesischer (Billig-)Waren einzuschr&#xE4;nken.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"height: 400px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/595\/bild_5_dordoi_bazar_in_bischkek_ist_der_grte_grohandelsplatz_in_zentralasien_fur_waren_aus_china_auf_dem_weg_nach_kasach.jpeg\" alt=\"Der Dordoj-Bazar in Bischkek ist der gr&#xF6;&#xDF;te Gro&#xDF;handelsplatz in Zentralasien f&#xFC;r Waren aus China auf dem Weg nach Kasachstan.\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify\">Damit ist klar: es mangelt nicht an Modellen und Vorbildern f&#xFC;r eine langfristig stabile Wirtschaftsentwicklung in Zentralasien. Eher ist fraglich inwiefern auf Bekenntnisse der politischen Eliten in der Region auch wirklich Taten folgen &#x2013; gerade in Bezug auf die Korruptionsbek&#xE4;mpfung. Sicherlich braucht es starke Partner wie Russland und China, die von au&#xDF;en positiv auf die Region einwirken, doch Reformen m&#xFC;ssen vor allem von innen kommen, damit sie breite gesellschaftliche Akzeptanz zu erfahren. Das Beispiel Kirgistans unterstreicht, wie sich die zentralasiatischen Staaten nicht mehr von au&#xDF;en dominieren lassen m&#xF6;chten. Gerade deshalb ist es ihnen geboten von den Erfahrungen der L&#xE4;nder in Ostasien zu lernen und auf ihre eigene Situation anzuwenden. Die Art und Weise wie die Bev&#xF6;lkerung in Kasachstan im Februar auf die Abwertung ihrer W&#xE4;hrung reagiert hat, l&#xE4;sst vermuten, dass sich der Druck auf die autorit&#xE4;ren Regierungen in Zentralasien erh&#xF6;hen k&#xF6;nnte, sollten diese nicht den n&#xF6;tigen wirtschaftlichen Reformwillen an den Tag legen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p style=\"text-align: right\"><strong>Mahabat Sadyrbek<br>\nPolitikwissenschaftlerin und Doktorantin der BGSMCS<br>\nAutorin f&#xFC;r Novastan.org, Kirgistan<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Julika Peschau<\/strong><br>\n<strong>Studentin des Doppelmasters SciencesPo Paris\/ LSE<\/strong><br>\n<strong>Redakteurin f&#xFC;r Novastan.org<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\">\n<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn es um Zukunftsperspektiven f&#xFC;r ihre Wirtschaft geht, blicken immer mehr zentralasiatische Staaten nach Osten. Eine Analyse des Einflusses Ostasiens auf die Entwicklung Kasachstans und Kirgistans.<\/p>\n","protected":false},"author":219,"featured_media":1839,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4,3],"tags":[1390,693,690,751],"coauthors":[1213,1190],"class_list":["post-1838","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kasachstan","category-kirgistan","tag-entwicklung","tag-kasachstan","tag-kirgistan","tag-wirtschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1838","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/219"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1838"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1838\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1839"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1838"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1838"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1838"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=1838"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}