{"id":18356,"date":"2019-10-18T13:27:48","date_gmt":"2019-10-18T11:27:48","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=18356"},"modified":"2024-01-22T17:55:38","modified_gmt":"2024-01-22T16:55:38","slug":"ak-welsapar-turkmenischer-exilschriftsteller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/turkmenistan\/ak-welsapar-turkmenischer-exilschriftsteller\/","title":{"rendered":"Ak Welsapar, turkmenischer Exilschriftsteller"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der turkmenische Schriftsteller Ak Welsapar erz&#xE4;hlt, wie er in Turkmenistan von einem angesehenen Schriftsteller zu einem Paria wurde. Heute lebt er im Exil in Schweden, er bleibt aber durch seine B&#xFC;cher auf Turkmenisch, Russisch und Schwedisch mit seinem Heimatland verbunden. Folgendes Interview wurde zuerst im Juli 2019 <a href=\"http:\/\/editions-jentayu.fr\/numero-10\/ak-welsapar-le-cobra\/\">vom Jentayu Verlag<\/a> in einer halbj&#xE4;hrlich erscheinenden Zeitschrift &#xFC;ber Asien ver&#xF6;ffentlicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ak_Welsapar\">Ak Welsapar<\/a> ist ein Sonderfall in der turkmenischen Literatur. Er hat mehr als zwanzig B&#xFC;cher in turkmenischer, russischer und schwedischer Sprache verfasst und vertritt eine unabh&#xE4;ngige Vision des verschlossensten Landes in Zentralasien. Sein Hauptwerk, <em>Die Kobra<\/em>, wurde 2002 in turkmenischer Sprache ver&#xF6;ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jentayu-Verlag: Ihr Roman <em>Die Kobra<\/em> wurde erstmals 2002 auf Turkmenisch und 2005 auf Russisch ver&#xF6;ffentlicht. Warum haben Sie diesen Roman geschrieben? Wie ist er entstanden? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ak Welsapar: Das Kobra-Projekt kam mir in den fr&#xFC;hen 90er. Genauer gesagt, es entspricht etwas, was ich beobachtet habe. Als sich die Regierungen pl&#xF6;tzlich von der Sklaverei befreit f&#xFC;hlten, in der sie sich befanden, war die lokale Elite fast &#xFC;berall bereit, den Ambitionen der neuen nationalistischen F&#xFC;hrer zu dienen. Diese waren aber nichts anderes als lokale Statthalter des Kremls. Die intellektuelle und k&#xFC;nstlerische Elite des Landes &#x2013; Schriftsteller, Journalisten, Maler, Komponisten, die fr&#xFC;her Mitglieder der Nomenklatura und gro&#xDF;e Propheten der zuk&#xFC;nftigen Unabh&#xE4;ngigkeit waren &#x2013; war dabei besonders eifrig.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Entwicklung war nat&#xFC;rlich kein gutes Zeichen. Damals war ich ein junger Schriftsteller, setzte mich seit den Jahren der <a href=\"https:\/\/www.dekoder.org\/de\/gnose\/perestroika\">Perestroika<\/a> (1987-1991, Anm. d. Red.) f&#xFC;r ein freies und demokratisches Turkmenistan ein und beobachtete mit gro&#xDF;er Trauer, was in den ersten Tagen der Unabh&#xE4;ngigkeit geschah. Die UdSSR brach zusammen und die ehemaligen Intellektuellen der Nomenklatura waren gleich regierungsnah und scharten sich um die neuen zentralasiatischen Pr&#xE4;sidenten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"flex flex-col md:flex-row justify-evenly items-center bg-yellow-100 my-20 p-10 space-y-10 subscribe\">\n\t<div class=\"container flex flex-col lg:flex-row justify-between\">\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-3\/5 pb-4\">\n\t\t\t<h2 class=\"text-3xl text-secondary font-bold mb-4 text-[#749D02]\">\n\t\t\t\t\t\t\t\tUnterst&#xFC;tzt Novastan &#x2013; das europ&#xE4;ische Zentralasien-Magazin \n\t\t\t<\/h2>\n\t\t\t\tAls vereinsgetragene, unabh&#xE4;ngige Plattform lebt Novastan vom Enthusiasmus seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen &#x2013; und von eurer Unterst&#xFC;tzung! \n\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"flex flex-col w-full lg:w-2\/5 justify-items-center justify-center pb-4\">\n\t\t\t<div class=\"rounded-md bg-accent-500 px-10 py-5 text-center w-72 mx-auto\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"block rounded bg-white p-2 mt-4 font-bold\" href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/novastan-ev\/spenden\/\">Novastan unterst&#xFC;tzen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Diese k&#xFC;nstlerischen und intellektuellen Eliten haben alles getan, um in den ehemaligen Sowjetstaaten die Entstehung autokratischer Macht und die Entwicklung zu einem diktatorischen Regime zu erm&#xF6;glichen. Die ehemaligen ersten Sekret&#xE4;re der lokalen Kommunistischen Parteien haben sich an den Kopf der Regierungen gestellt und sich zu Pr&#xE4;sidenten gemacht. Wir haben schnell verstanden, wie diese Menschen, die sich entschieden gegen jeden demokratischen Wandel und die Achtung der Menschenrechte aussprachen, regieren wollten. Sie waren m&#xE4;&#xDF;ig gebildet, aber gerissen genug, um ihre Gespr&#xE4;chspartner, einschlie&#xDF;lich der Westler, &#xFC;ber ihre wahren Absichten zu t&#xE4;uschen und sie jahrelang an der Nase herumzuf&#xFC;hren. Ich konnte die Geburt einer neuen Art von Diktatoren beobachten, die raffinierter waren und denen ich den Titel Herr Genosse Pr&#xE4;sident verlieh. Sie bestimmen weiterhin den Tanz im postsowjetischen Raum und verk&#xF6;rpern sich jedes Mal in einer neuen Hypostase.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/turkmenistan\/die-grosen-sieben-der-turkmenischen-kunst\/\">Die &#x201E;gro&#xDF;en Sieben&#x201C; der turkmenischen Kunst<\/a> <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alles war buchst&#xE4;blich absurd, surreal. In Turkmenistan zum Beispiel benannten die ehemaligen Mitglieder der Kommunistischen Partei am 16. Dezember 1991 ihre Partei zur Demokratischen Partei um. So wurden sie alle mit einem Mal zu Demokraten. Ein ganzes weiteres Jahr lang, bis zum Herbst 1992, zahlten sie weiterhin die Beitr&#xE4;ge f&#xFC;r ihren alten Parteipass. Selbst mit grenzenloser Phantasie h&#xE4;tten wir diese postsowjetische Realit&#xE4;t nicht erfinden k&#xF6;nnen. Ich beschrieb einfach, was ich sah.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich begann im Sommer 1992 <em>Die Kobra<\/em> zu schreiben. Damals war ich im Schriftstellerhaus, dreihundert Meter von der Sommerresidenz von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saparmyrat_Ny%C3%BDazow\">Saparmurat Niyazow<\/a>, eines der abscheulichsten Diktatoren der Welt, entfernt. Ich wusste von Anfang an, dass ich es <em>Die Kobra<\/em> nennen wollte. Es war &#xFC;brigens der letzte Sommer, den ich an diesem Ort, im Firiuz-Tal, verbringen konnte. Danach wurde ich zum Volksfeind erkl&#xE4;rt und aus dem Schriftstellerverband und dem Journalistenverband ausgeschlossen. Meine B&#xFC;cher wurden sehr schnell aus allen Bibliotheken und Buchhandlungen im ganzen Land entfernt und verbrannt. Ich hingegen musste ins Exil.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ihr Erfolg in Turkmenistan begann 1988 mit der Ver&#xF6;ffentlichung Ihres Romans <em>Melonenkopf.<\/em> Worum geht es in diesem Roman? Wie w&#xFC;rden Sie ihre ersten Texte vor der Auswanderung nach Schweden im Vergleich zu Ihren sp&#xE4;teren Arbeiten beschreiben? Gibt es wiederkehrende Themen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mein Leben ist voller dramatischer Ereignisse, aber es gab auch gl&#xFC;ckliche Tage. Zuerst einmal hatte ich das Gl&#xFC;ck, das Gymnasium abschlie&#xDF;en und zwei Jahre die Hochschule besuchen zu k&#xF6;nnen. Ich habe aus Liebe geheiratet und arbeite in einem Beruf, den ich liebe: dem Journalismus. Als mein Roman <em>Melonenkopf<\/em> in einem sehr geschlossenen Wettbewerb den sehr renommierten nationalen Preis gewann, wurde ich buchst&#xE4;blich von einem Tag auf den anderen ber&#xFC;hmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider hielt das Gl&#xFC;ck nicht lange an. Danach gab es den Sumpf der sterbenden UdSSR: eine Realit&#xE4;t aus L&#xFC;gen, eine perverse Gesellschaft mit zwei Gesichtern. Man konnte alles kaufen, alles verkaufen. Man musste ein Held sein, um in der UdSSR zu leben, ohne zu l&#xFC;gen, ohne zu stehlen, ohne sich diesem System zu unterwerfen und indem man seinen Idealen treu blieb. Mein Roman <em>Melonenkopf<\/em> erz&#xE4;hlt die Geschichte eines hartn&#xE4;ckigen jungen Mannes, der in dieser doppelgesichtigen Gesellschaft alles tut, um in sich die besten menschlichen Eigenschaften zu bewahren. Trotz dieses Nationalpreises brauchte ich zwei Jahre, um den Roman in einer Literaturzeitschrift zu ver&#xF6;ffentlichen, und weitere zwei Jahre f&#xFC;r eine Buchpublikation. Daf&#xFC;r wurde er durch die Zensur verst&#xFC;mmelt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone size-full wp-image-16129\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"912\" height=\"591\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/01\/turan.az_.jpg\" alt=\"Neutrales Turkmenistan Titelseite\" class=\"wp-image-16129\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/01\/turan.az_.jpg 912w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/01\/turan.az_-300x194.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/01\/turan.az_-768x498.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 912px) 100vw, 912px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die turkmenische Presse sieht meist so aus<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Leider hat die Unabh&#xE4;ngigkeit Turkmenistan in Sachen Meinungs- und Pressefreiheit fast nichts gebracht. Im Gegenteil, die Situation ist noch reaktion&#xE4;rer geworden. Ohne die Zustimmung der Beh&#xF6;rden k&#xF6;nnen wir nicht einmal die B&#xFC;cher von Nobelpreistr&#xE4;gern importieren, geschweige denn andere Autoren, gegen die die Macht chronisch allergisch ist. Ein k&#xFC;rzliches Beispiel: Am 3. Juni 2019 wurde ein Container aus der T&#xFC;rkei mit 1.200 Kopien von <em>Die Kobra<\/em> unweit von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kaka,_Turkmenistan\">Kaakhka<\/a>, 141 Kilometer vor der Hauptstadt Aschgabat, angehalten. Laut einer Quelle aus dem Umfeld des Zolls wurde die gesamte Auflage dieses beliebten Buches ein paar Tage sp&#xE4;ter verbrannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Turkmenistan missachtet grunds&#xE4;tzliche Rechte und Freiheiten. Im j&#xFC;ngsten Bericht zur Pressefreiheit von <a href=\"https:\/\/www.reporter-ohne-grenzen.de\/turkmenistan\/\">Reporter ohne Grenzen<\/a>, steht es hinter Eritrea und Nordkorea an letzter Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/turkmenistan\/arslanmuhammed-nasarow-rap-ist-in-turkmenistan-noch-nicht-angekommen\/\">Arslanmuhammed Nasarow: Rap ist in Turkmenistan noch nicht angekommen<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine ersten Texte k&#xFC;ndigen im Wesentlichen die an, die ich sp&#xE4;ter geschrieben habe, als meine B&#xFC;cher bereits verboten waren und ich in der Emigration lebte. Meine Geschichten, wie <em>Der Tod des Margir<\/em>, <em>In einem Grab liegend<\/em> oder <em>Das Smaragdufer<\/em> sind wie Vorw&#xF6;rter zu <em>Die Kobra<\/em> oder <em>Die Legende von Aipi<\/em>. Wenn sich in meinen Werken etwas wiederholt, dann ist es die Art und Weise, wie sich meine Helden vor allem sch&#xFC;tzen, was von au&#xDF;en ihre Menschenw&#xFC;rde verletzen kann. Sie behalten ihre Seele, auch wenn alles verloren scheint. Besteht die W&#xFC;rde des Menschen nicht darin, bis zum Ende menschlich zu bleiben? Sagt man nicht, dass Kultur das ist, was der Mensch hinterl&#xE4;sst, wenn er nichts anderes hat?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie schreiben auf Turkmenisch und &#xFC;bersetzen sich dann selbst ins Russische. Welche Unterschiede erleben Sie beim Schreiben in beiden Sprachen? K&#xF6;nnen Sie das, was Sie in der Muttersprache sagen, in der anderen Sprache wiedergeben, oder gibt es problematische Momente bei der &#xDC;bersetzung, zum Beispiel bei Wortspielen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nat&#xFC;rlich gibt es Unterschiede zwischen Turkmenisch und Russisch, aber das liegt nicht nur an meiner Beherrschung der einen oder anderen Sprache. Es liegt auch an ihrem jeweiligen Umfang. Turkmenisch ist f&#xFC;r mich unersetzlich, weil es meine Muttersprache ist, aber Russisch ist viel umfangreicher. Deshalb schreibe ich in beiden Sprachen. Dann hat sich eine dritte Arbeitssprache hinzugef&#xFC;gt: Schwedisch. Ich &#xFC;bersetze dann selbst, was ich in der einen oder anderen Sprache geschrieben habe. Aber die Zeit, die ich mit dem &#xDC;bersetzen &#x201E;verschwende&#x201C;, bekomme ich wirklich hundertfach zur&#xFC;ck. Jede dieser Sprachen hat ihren eigenen Reichtum. Die Sch&#xF6;nheit der einen lehrt mich, die anderen zu verstehen und zu lieben, sie lenkt meine Aufmerksamkeit zum Beispiel auf die Tiefe und das Potenzial meiner Muttersprache.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben Turkmenistan 1993 in Richtung Russland verlassen und sind dann Ende 1994 nach Schweden umgezogen. Wenn ich mich nicht irre, schreiben Sie jetzt auf Schwedisch. K&#xF6;nnen Sie uns etwas &#xFC;ber diesen Prozess des Erlernens einer Fremdsprache erz&#xE4;hlen und wie Sie gen&#xFC;gend Selbstvertrauen erworben haben, um auf Schwedisch zu schreiben? Welche B&#xFC;cher haben Sie direkt auf Schwedisch geschrieben und worum drehen sie sich? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bisher habe ich drei Texte auf Schwedisch geschrieben: zwei Kindergeschichten und einen Roman f&#xFC;r Erwachsene. Es fiel mir schwer, einen Roman auf Schwedisch zu schreiben, obwohl beide Kindergeschichten bereits zwanzig Jahre alt sind. Wie Erwachsenen brauchen l&#xE4;nger als Kinder, um eine Fremdsprache zu lernen. Aber das bedeutet nicht, dass wir sie weniger gut lernen: Wir erwerben ein tieferes Wissen dar&#xFC;ber. Kinder hingegen f&#xFC;hlen sich in einer Fremdsprache wohler, sie haben keine Angst, Fehler zu machen, sie haben nicht unsere Erwachsenen-Komplexe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Autoren haben Sie inspiriert? Gibt es Autoren in Turkmenistan, Zentralasien, Russland oder anderswo, die Sie beeinflusst haben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin an der Schnittstelle mehrerer Kulturen aufgewachsen: der turkmenischen Folklore zum gr&#xF6;&#xDF;ten Teil und der russischen und westlichen klassischen Kultur. Meine gr&#xF6;&#xDF;ten Meister in Sachen Literatur sind <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nikolai_Wassiljewitsch_Gogol\">Nikolai Gogol<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fran%C3%A7ois_Rabelais\">Fran&#xE7;ois Rabelais<\/a>. F&#xFC;r andere m&#xF6;gen sie stilistisch sehr weit voneinander entfernt sein, aber nicht f&#xFC;r mich. Ich k&#xF6;nnte auch zwei Dutzend weitere Autoren nennen, die ich verehrte und regelm&#xE4;&#xDF;ig wiederlese.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone size-full wp-image-16128\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1300\" height=\"880\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/01\/42376779291_49b740aed4_k-1300x880.jpg\" alt=\"Aschgabat\" class=\"wp-image-16128\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/01\/42376779291_49b740aed4_k-1300x880.jpg 1300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/01\/42376779291_49b740aed4_k-1300x880-300x203.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/01\/42376779291_49b740aed4_k-1300x880-768x520.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/01\/42376779291_49b740aed4_k-1300x880-1024x693.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/01\/42376779291_49b740aed4_k-1300x880-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 1300px) 100vw, 1300px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Es ist f&#xFC;r Turkmenen schwer, an Nachrichten zu kommen (Illustrationsbild)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Leben im Westen hat mir viel gebracht und mir erlaubt, mich in meinem Stil zu behaupten, den Literaturkritiker &#x201E;magischen Realismus&#x201C; nennen. Aus diesem Grund bereue ich es nicht, ausgewandert zu sein, auch wenn die Trennung von Turkmenistan f&#xFC;r mich sehr schwierig ist. Wenn es, trotz allem, was ich dort erlebt habe, einen Lichtstrahl in meinen Werken gibt, dann ist es der von Turkmenistan, von der Karakum-W&#xFC;ste.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In fr&#xFC;heren Ausgaben von Jentayu haben wir Texte von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Hamid_Ismailov\">Hamid Ismailov<\/a>, Jewgeni Abdullayev, Vika Osadchenko (alle drei aus Usbekistan) und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gusel_Jachina\">Guzel Iakhina<\/a> (Russland) ver&#xF6;ffentlicht. Vielleicht kennen Sie diese Autoren? Gibt es in Zentralasien talentierte Autoren, deren &#xDC;bersetzung Sie empfehlen w&#xFC;rden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von den von Ihnen genannten Autoren bin ich mit den Werken von Hamid Ismailov und Guzel Iakhina gut vertraut. Sie vertreten mit viel Talent die Literatur ihres Landes auf der internationalen B&#xFC;hne. In Bezug auf Turkmenistan k&#xF6;nnte ich Kakamurad Atayew erw&#xE4;hnen, der die postsowjetische Zeit in v&#xF6;lliger Einsamkeit durchlebt hat. Wie kein anderer turkmenischer Autor schildert er mit einfachen und traurigen Worten das Leben im l&#xE4;ndlichen Turkmenistan, in seinen abgelegensten Regionen, zu verschiedenen Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Andere zentralasiatische L&#xE4;nder verf&#xFC;gen &#xFC;ber ebenso talentierte Schriftsteller. Einige wurden in europ&#xE4;ische Sprachen &#xFC;bersetzt. Aber insgesamt ist Zentralasien, das eine sehr reiche Zivilisation hat und der Welt bereits Denker wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Al-F%C4%81r%C4%81b%C4%AB\">Al-Farabi<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Avicenna\">Avicenna<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mahm%C5%ABd_al-K%C4%81schghar%C4%AB\">Mahmud-al-Kaschghari<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ahmed_Yesevi\">Ahmed Yesevi<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mir_%CA%BFAli_Schir_Naw%C4%81%CA%BEi\">Alisher Navoi<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nez%C4%81mi\">Nezami<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Magtymguly_Pyragy\">Magtymguli Pyragy<\/a> gegeben hat, derzeit in Europa sehr schwach vertreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Interview und &#xDC;bersetzung ins Franz&#xF6;sische von Ir&#xE8;ne Imart<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Aus dem Franz&#xF6;sischen von Florian Coppenrath<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background\"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len: Schaut mal vorbei bei <a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>, <a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\">Linkedin<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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