{"id":18289,"date":"2019-10-11T06:46:04","date_gmt":"2019-10-11T04:46:04","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=18289"},"modified":"2023-08-20T19:35:39","modified_gmt":"2023-08-20T17:35:39","slug":"das-silk-road-mountain-race-ein-fahhradabenteuer-made-in-kyrgyzstan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/das-silk-road-mountain-race-ein-fahhradabenteuer-made-in-kyrgyzstan\/","title":{"rendered":"Das \u201eSilk Road Mountain Race\u201d, ein Fahrradabenteuer made in Kyrgyzstan"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>1700 Kilometer Strecke bei 31 000 H&#xF6;henmetern: Das seit 2018 in Kirgistan ausgetragene &#x201E;Silk Road Mountain Race&#x201C; gilt als eines der h&#xE4;rtesten Radrennen weltweit. Zum Abschluss des Rennens am Ufer des Issikk&#xF6;lsees sammelte Novastan Eindr&#xFC;cke der Finisher &#xFC;ber ihre Reise durch Kirgisistan. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am 31. August endete das zweite &#x201E;<a href=\"https:\/\/www.silkroadmountainrace.cc\/\">Silk Road Mountain Race<\/a>&#x201C; in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tscholponata\">Tscholpon-Ata<\/a>, am Norddufer des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yssykk%C3%B6l\">Issikk&#xF6;lsees<\/a>. Zwei Wochen zuvor, am 17. August, waren 135 Teilnehmer aus 27 verschiedenen L&#xE4;ndern in Bischkek zu einer anspruchsvollen Fahrradtour gestartet, die sie quer durch die Berge und T&#xE4;ler des Landes f&#xFC;hren sollte. Nur 71 von ihnen schafften es &#xFC;ber die Zielgerade.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Das h&#xE4;rteste Radrennen der Welt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Denn die Strecke war extrem hart. Das Rennen erstreckte sich &#xFC;ber gut 1700 Kilometer, also in etwa die Distanz von Paris bis Lissabon. Statt auf asphaltierten Stra&#xDF;en mussten die Radfahrer &#xFC;ber Schotterwege und durch Fl&#xFC;sse, ganz zu schweigen von den 31.000 Metern H&#xF6;henunterschied und den vier Bergp&#xE4;ssen &#xFC;ber 4.000 H&#xF6;henmetern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_18293\" aria-describedby=\"caption-attachment-18293\" style=\"width: 960px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18293\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/IMG-20190915-WA0002.jpg\" alt=\"Silk Road Moutain Race Zelte\" width=\"960\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/IMG-20190915-WA0002.jpg 960w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/IMG-20190915-WA0002-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/IMG-20190915-WA0002-768x512.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/IMG-20190915-WA0002-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-18293\" class=\"wp-caption-text\">Schlafm&#xF6;glichkeiten und Essen m&#xFC;ssen die Teilnehmer des Rennens selbst organisieren<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Der diesj&#xE4;hrige Gewinner, Jacub Sliacan aus der Slowakei, schaffte den Weg in sieben Tagen, sechs Stunden und 46 Minuten. Damit &#xFC;bertrifft er den bisherigen &#x201E;Rekord&#x201C; um fast einen Tag. Der Sieger der ersten Auflage des Rennens brauchte noch <a href=\"https:\/\/bikepacking.com\/plog\/jakub-sliacan-srmr-interview\/\">acht Tage, acht Stunden und 15 Minuten<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">An zweiter Stelle, gut acht Stunden hinter Sliacan, stand <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Lael_Wilcox\">Lael Wilcox<\/a> aus den Vereinigten Staaten. In Interview mit Novastan erz&#xE4;hlt sie, dass sie keineswegs mit dem Fahrrad aufgewachsen ist. Erst mit 20 begann sie, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. &#x201E;<em>Ich kam einen Monat vor dem Rennen, um etwas von Kirgistan zu sehen, und es war unglaublich. Ich bin drei Wochen lang geritten, um mich an die H&#xF6;henlage, die Kultur und das Essen zu gew&#xF6;hnen. Dann machte ich eine Woche Pause und ging ins Rennen<\/em>&#x201E;, erz&#xE4;hlt die junge Frau aus Alaska.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ihrer Meinung nach war das Wetter die gr&#xF6;&#xDF;te Herausforderung. &#x201E;<em>W&#xE4;hrend meiner Tour vor dem Rennen war es nur sonnig, vielleicht 40 Grad hei&#xDF;, aber w&#xE4;hrend des Rennens schneite es, es gab viele Schneest&#xFC;rme<\/em>&#x201C;, sagt sie im Ziel. Bei extremen Temperaturen von -10 &#xB0; C bis 35 &#xB0; C m&#xFC;ssen sich die Teilnehmer gut vorbereiten. &#x201E;<em>Ich habe warme Kleidung und gute Ausr&#xFC;stung mitgebracht, also war es in Ordnung<\/em>&#x201E;, erkl&#xE4;rt Wilcox.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Durch die &#x201E;Wurzeln Kirgistans&#x201C; <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Brite Nelson Trees organisiert das Silk Road Mountain Race zum zweiten Mal: &#x201E;R<em>und 1700 Kilometer, entlang den Wurzeln Kirgistans<\/em>&#x201E;, beschreibt er das Rennen. Die Route f&#xFC;hrt &#xFC;ber den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Songk%C3%B6l\">Song-K&#xF6;l<\/a> See, Kogart, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naryn\">Naryn<\/a>, Tamga, zur&#xFC;ck nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kotschkor\">Kotschkor<\/a> &#xFC;ber Schamsi und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschong-Kemin\">Tschong-Kemin<\/a> und dann hinunter zum Nordufer des Issikk&#xF6;lsees bis Tscholpon Ata.<\/p>\n<figure id=\"attachment_18292\" aria-describedby=\"caption-attachment-18292\" style=\"width: 817px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18292\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/Capture-du2019&#xE9;cran-531.png\" alt=\"Rennstrecke Silk Road Moutain Race\" width=\"817\" height=\"537\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/Capture-du2019&#xE9;cran-531.png 817w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/Capture-du2019&#xE9;cran-531-300x197.png 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/10\/Capture-du2019&#xE9;cran-531-768x505.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 817px) 100vw, 817px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-18292\" class=\"wp-caption-text\">Die Rennstrecke<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine weitere Schwierigkeit: Das Rennen ist nicht betreut, jeder Fahrer muss sein Essen, seine Schlafstelle (Zelte und Schlafs&#xE4;cke) selbst mitbringen und alles selbst organisieren. &#x201E;<em>Es gibt keine Hilfe und Unterst&#xFC;tzung von au&#xDF;en, sie m&#xFC;ssen alles selbst machen<\/em>&#x201E;, sagt Trees. Aber die Organisatoren sorgen f&#xFC;r die Sicherheit der Teilnehmer, indem sie sie per GPS-Tracker verfolgen. &#x201E;<em>Es gibt eine interaktive Rennkarte, auf der wir sehen k&#xF6;nnen, wo jeder Fahrer gerade ist<\/em>&#x201E;, versichert der Brite.<\/p>\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/turkmenistan\/mit-pomp-turkmenistan-feiert-den-weltfahrradtag\/\">Mit Pomp &#x2013; Turkmenistan feiert den Weltfahrradtag<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Idee zur Organisation von Rennen kam Nelson Trees, als er selbst 2013 von Shanghai nach Paris &#xFC;ber Kirgistan fuhr. &#x201E;<em>Ich war nur eine Woche dort, aber Land und Leute gefielen mir, ich wollte immer wiederkommen<\/em>&#x201C;, erz&#xE4;hlt der Profi-Radfahrer. Als Trees also vor zwei Jahren ein Rennen organisieren wollte, dachte er sofort an Kirgistan. &#x201E;<em>Ich verbrachte sechs Wochen damit, die Stra&#xDF;en zu z&#xE4;hlen, dann kehrte ich zur&#xFC;ck, um lokale Partner zur Zusammenarbeit zu finden. Ich merkte, dass es ein gro&#xDF;artiger Ort f&#xFC;r ein gro&#xDF;es Abenteuer ist<\/em>&#x201E;, so Trees.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Gesundheitliche Probleme und Fahrradpannen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Rennen erm&#xF6;glicht es den Fahrern, in Zweierteams zu fahren. Aber wenn ein Teammitglied aufgibt, scheidet das ganze Team aus. Viele Teilnehmer haben sich w&#xE4;hrend der Fahrt verletzt, andere gaben wegen Lebensmittelvergiftungen auf. Mitten in den Bergen kann neben gesundheitlichen Problemen selbst ein kleines technisches Problem die Teilnehmer zwingen, ihre Reise zu beenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der franz&#xF6;sische Teilnehmer Matthieu Fernanez musste aufgeben, nachdem sein Onkel und Teamkollege mitten im Rennen aufgrund von zu langem Lebensmittelentzug erkrankte. Die beiden hatten zuvor ihren Kochtopf zerbrochen. Sie mussten die Organisatoren kontaktieren und sie bitten, ein Auto mitten in die Berge des Naryn-Gebiets zu schicken. Trotz Disqualifikation erz&#xE4;hlte Fernanez Novastan, er sei nicht entt&#xE4;uscht, denn er habe den Issikk&#xF6;lsee gesehen und die kirgisische Kultur kennengelernt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach dem Rennen konnten sich die Teilnehmer beim Abschlussfest austauschen. Viele von ihnen bezeichneten es als herausfordernd, aber interessant. <em>&#x201E;Ich war &#xFC;berrascht, wie gut ich mich f&#xFC;hlte. Ich schlief<\/em> <em>vier<\/em>&#xA0;<em>Stunden pro Nacht, verbrachte den Rest der Zeit auf dem Fahrrad und f&#xFC;hlte mich dabei richtig gut&#x201C;,<\/em> erkl&#xE4;rt Lael Wilcox. &#x201E;<em>Vielleicht lag es daran, dass ich an solch einem wundersch&#xF6;nen Ort war. Ich sch&#xE4;tzte meine Umgebung und gab mein bestes.<\/em>&#x201E;<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Suiumkan Ulanbek<\/strong><strong><br>\nJournalistin f&#xFC;r Novastan<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Englischen von Florian Coppenrath<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1700 Kilometer Strecke bei 31 000 H&#xF6;henmetern: Das seit 2018 in Kirgistan ausgetragene &#x201E;Silk Road Mountain Race&#x201C; gilt als eines der h&#xE4;rtesten Radrennen weltweit. Zum Abschluss des Rennens am Ufer des Issikk&#xF6;lsees sammelte Novastan Eindr&#xFC;cke der Finisher &#xFC;ber ihre Reise durch Kirgisistan. Am 31. 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