{"id":18048,"date":"2019-09-23T07:51:38","date_gmt":"2019-09-23T05:51:38","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=18048"},"modified":"2019-09-23T07:51:38","modified_gmt":"2019-09-23T05:51:38","slug":"bis-zum-bitteren-ende-wie-die-junge-familie-eines-tadschikischen-musikers-teil-des-is-ablegers-wilayat-chorasan-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/bis-zum-bitteren-ende-wie-die-junge-familie-eines-tadschikischen-musikers-teil-des-is-ablegers-wilayat-chorasan-wurde\/","title":{"rendered":"Bis zum bitteren Ende: Wie die junge Familie eines tadschikischen Musikers Teil des IS-Ablegers Wilayat Chorasan wurde"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Damit, dass Farhod Usmonow nach Afghanistan ausreist und sich dem dortigen IS-Ableger Wilayat Chorasan anschlie&#xDF;t, hatte niemand seiner Verwandten gerechnet. Auch seine junge Familie holte er aus Tadschikistan dorthin nach. Seiner Frau, Nodira Usmonowa, ist mit ihren drei Kindern inzwischen die R&#xFC;ckkehr in die Heimat gelungen. Mit ihr und den V&#xE4;tern von Nodira und Farhod Usmonow sprach Fergana News &#xFC;ber ihr Leben vor Farhods einschneidendem Entschluss, sich dem IS anzuschlie&#xDF;en, ihren Weg nach Afghanistan und die R&#xFC;ckkehr nach Tadschikistan. Der Verbleib von Farhod ist bis heute unklar. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei <\/strong><a href=\"https:\/\/fergana.agency\/articles\/108615\/\"><strong>Fergana News<\/strong><\/a><strong>. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W&#xE4;hrend der vergangenen Jahre k&#xE4;mpften hunderte Auswanderer aus Tadschikistan im Nahen Osten und in Afghanistan auf der Seite terroristischer Gruppierungen. Alleine nach Syrien und in den Irak reisten nach Angaben des Staatskomitees f&#xFC;r nationale Sicherheit Tadschikistans mindestens 1900 tadschikische Staatsb&#xFC;rger aus, um sich den K&#xE4;mpfern des IS anzuschlie&#xDF;en. Nach Niederlagen im Nahen Osten versucht die terroristische Gruppierung nun ihre Pr&#xE4;senz in Afghanistan zu verst&#xE4;rken. Dorthin reisten in letzter Zeit angeworbene S&#xF6;ldner aus dem Ausland. Unter ihnen befand sich auch ein junges Paar aus Tadschikistan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nodira Usmonowa befand sich mit ihren zwei Kindern im Camp von Wilayat Chorasan in Afghanistan (dabei handelt es sich um den Ableger des &#x201E;Islamischen Staates&#x201C; (IS) in Afghanistan und Pakistan). Dort brachte sie auch ihr drittes Kind zur Welt. Ihr Mann, der tadschikische Staatsb&#xFC;rger Farhod Usmonow, hatte sich Wilayat Chorasan angeschlossen. Nach Aufenthalten in zwei Gef&#xE4;ngnissen, gelangte Nodira Usmonowa wie durch ein Wunder wieder in ihre Heimat zur&#xFC;ck. &#x201E;Fergana News&#x201C; traf sich mich mit Nodira und ihren Verwandten, um zu erfahren, was die Familie eines jungen Musikers mit Hochschulabschluss in die Reihen des IS nach Afghanistan f&#xFC;hrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/warum-sich-so-viele-buerger-tadschikistans-dem-islamischen-staat-anschliessen\/\"><strong>Warum sich so viele B&#xFC;rger Tadschikistans dem Islamischen Staat anschlie&#xDF;en<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nodira heiratete im August 2009. Sie und ihr Mann, Farhod Usmonow, ein ausgebildeter Musik- und Gesangslehrer, gingen direkt nach der Hochzeit wie viele andere Tadschiken zum Arbeiten nach Russland. Die Familie Usmonow hatte Gl&#xFC;ck: Farhod fand schnell eine Arbeit bei einem Moskauer Unternehmen f&#xFC;r Druckerpatronen und Nodira arbeitete als N&#xE4;herin in einer Firma, die Damentaschen produziert. Das Paar bekam zwei S&#xF6;hne: Firdaws und Muhammad. Sie fuhren oft nach Tadschikistan, besuchten dort die Eltern und reisten zum Arbeiten wieder nach Russland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ende 2017 war die damals 29-j&#xE4;hrige Nodira bei ihren Eltern im Heimatdorf Isfisor. Unerwartet rief Farhod sie nicht wie &#xFC;blich aus Moskau, sondern aus Baku an und erz&#xE4;hlte, dass er sich dort befinde, um sich neues Wissen f&#xFC;r seine Arbeit in der Druckerpatronenfirma anzueignen. Farhod teilte ihr mit, dass er sich dort l&#xE4;nger aufhalten w&#xFC;rde und bat sie, nach Moskau und von dort nach Baku zu fliegen. Dort w&#xFC;rde er sich dann mit ihr treffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Reise ins Unbekannte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Ich flog also nach Moskau und kaufte dort ein Ticket nach Baku&#x201C;<\/em>, erz&#xE4;hlt Nodira.<em> &#x201E;Aber anstatt von meinem Mann wurde ich am Flughafen in Baku von einer jungen Frau Anfang Drei&#xDF;ig in Empfang genommen, die sich mir als Gulser vorstellte. Sie nahm sofort meinen Pass und die Geburtsurkunden der Kinder an sich. Einen Monat lang hielten sie mich mit meinen zwei Kindern in einem Gasthaus fest und erlaubten mir nicht, in die Stadt zu gehen. Essen brachte uns Gulser. Ich habe oft gefragt: &#x201E;Wo ist mein Mann? Warum kommt er nicht zu uns?&#x201C; Gulser antwortete immer: &#x201E;Ich kann nicht sagen, wo sich Ihr Mann befindet, aber Sie werden ihn bald treffen und dann wird er alles selbst erkl&#xE4;ren.&#x201C; Ich habe mir sehr viele Sorgen um meinen Mann gemacht.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Eines Abends brachte Gulser unsere Dokumente zur&#xFC;ck und verk&#xFC;ndete, dass es an der Zeit sei, zu meinem Mann zu fliegen. Wie sich herausstellte, war sie die ganze Zeit damit besch&#xE4;ftigt gewesen, Visa und Flugtickets f&#xFC;r uns in den Iran zu bekommen. Wir sind dann von Baku nach Teheran geflogen. Gulser hat uns begleitet. In Teheran &#xFC;bergab sie uns einer Afghanin namens Schaido. Mit dieser verbrachten wir eine Nacht in Teheran. Am n&#xE4;chsten Tag fuhren wir mit dem Bus in das &#xD6;rtchen Urdugoch, wo wir die Grenze nach Afghanistan &#xFC;berquerten und schnell nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herat\">Herat<\/a> gelangten. Von dort wurden wir in die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dschuzdschan\">Provinz Dschuzdschan<\/a> weitergeschickt&#x201C;<\/em>, erz&#xE4;hlt Nodira.<\/p>\n<figure id=\"attachment_18049\" aria-describedby=\"caption-attachment-18049\" style=\"width: 496px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18049\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/09\/705ef7bf-77ee-4481-b4d9-d018ff61aa78.jpeg\" alt=\"Nodira mit ihrem Vater\" width=\"496\" height=\"330\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/09\/705ef7bf-77ee-4481-b4d9-d018ff61aa78.jpeg 496w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/09\/705ef7bf-77ee-4481-b4d9-d018ff61aa78-300x200.jpeg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/09\/705ef7bf-77ee-4481-b4d9-d018ff61aa78-128x86.jpeg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 496px) 100vw, 496px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-18049\" class=\"wp-caption-text\">Nodira mit ihrem Vater Abdukajum Kundusow<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Dort trafen sie und ihre zwei Kinder endlich Farhod. Er f&#xFC;hrte sie in seine Lehmh&#xFC;tte mit zwei Zimmern, die sich im kleinen Dorf Sardara befand. Farhod schilderte seiner Frau, dass er jetzt Soldat des Kalifats sei und hier als Koch im &#xF6;rtlichen Gef&#xE4;ngnis arbeite, das unter der Kontrolle der K&#xE4;mpfer von Wilayat Chorasan stehe. Er sei zust&#xE4;ndig f&#xFC;r die Zubereitung von Essen f&#xFC;r die Gefangenen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Ich habe ihn gefragt, warum er hierher gereist ist, habe versucht ihn zu &#xFC;berzeugen, in die Heimat zur&#xFC;ckzukehren. Aber wir hatten schon keine Chance mehr, nach Tadschikistan zu gelangen. Bei jeglichem Fluchtversuch h&#xE4;tten sie uns get&#xF6;tet. Ich habe resigniert, schlie&#xDF;lich bin ich die Frau und sollte mich dem Willen meines Mannes unterstellen. Au&#xDF;erdem war ich schwanger und habe an meine zwei Kinder gedacht&#x2026;&#x201C;<\/em>, Nodira bricht ab und f&#xE4;ngt an zu weinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Alltag unter extremen Umst&#xE4;nden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Laut Nodira fuhr ihr Mann in Sardara fr&#xFC;h morgens zur Arbeit und kam sp&#xE4;t abends wieder zur&#xFC;ck. W&#xE4;hrenddessen sa&#xDF; sie daheim, bereitete Essen zu und k&#xFC;mmerte sich um die Kinder. Sie habe mit niemandem kommuniziert. Auf den &#xF6;rtlichen Markt ging nur ihr Mann, da es Frauen verboten war, das Haus zu verlassen. In dem Haus, in dem die Familie Usmonow wohnte, gab es keine Elektrizit&#xE4;t. Lediglich eine Lampe war solarbetrieben. Mahlzeiten bereitete Nodira auf einem Gasherd zu. Nach zwei Monaten zog die Familie ins Nachbardorf Mugul. Dort brachte Nodira ein M&#xE4;dchen zur Welt, das sie Safija nannten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Juli 2018 brachen in Dschuzdschan K&#xE4;mpfe zwischen Wilayat Chorasan und den Taliban aus, die letztendlich die Taliban gewannen. Alle ausl&#xE4;ndischen S&#xF6;ldner, die in dem IS-Gef&#xE4;ngnis arbeiteten, unter ihnen auch Farhod Usmonow, gerieten mit ihren Familien in Gefangenschaft. Die Taliban brachten die Gefangenen in die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Badghis\">Provinz Badghis<\/a>. Zwischen August 2018 und Anfang 2019 befanden sich Farhod, Nodira und ihre drei Kleinkinder im Gef&#xE4;ngnis der Taliban. Die Frauen und Kinder wurden dort getrennt von den M&#xE4;nnern gefangen gehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Wir Ausl&#xE4;nder waren nach meiner Z&#xE4;hlung acht Familien. Bei uns waren auch unsere Kinder. Es mangelte an Essen und Medikamenten. Es schien uns, als seien wir verloren. Die Taliban nahmen uns die Telefone ab und es gab keine M&#xF6;glichkeit, jemandem unseren Aufenthaltsort mitzuteilen. Die anderen Frauen und ich waren verzweifelt und weinten immer wieder. Am 13. Januar 2019 griffen afghanische Sicherheitskr&#xE4;fte die Taliban in Badghis an. Sie nahmen auch das Gef&#xE4;ngnis ein und transportierten alle Gefangenen nach Kabul. Dort waren wir bis Mai, also mehr als vier Monate. Zusammen mit uns waren auch Frauen aus Usbekistan, Kirgistan, Indonesien, China, Frankreich und aus arabischen L&#xE4;ndern. In Kabul wurde es Farhod und mir erlaubt, uns einige Male zu sehen&#x201C;<\/em>, f&#xE4;hrt Nodira Usmonowa ihre Erz&#xE4;hlung fort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>R&#xFC;ckkehr nach Tadschikistan<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die afghanische Regierung handelte human und wandte sich an die Herkunftsl&#xE4;nder der ausl&#xE4;ndischen Insassen, um diese an ihre Heimatstaaten zu &#xFC;bergeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Als erstes holten China und Frankreich ihre Staatsb&#xFC;rger zur&#xFC;ck. Anfang Mai setzten sich dann Mitarbeiter des diplomatischen Dienstes von Tadschikistan mit uns in Verbindung. Ich habe gesagt, dass wir in unsere Heimat zur&#xFC;ckkehren wollen und sie um Hilfe gebeten. Als wir aus dem afghanischen Gef&#xE4;ngnis abgeholt und zum Flughafen gebracht wurden, fragte ich die Begleitpersonen nach dem Aufenthaltsort meines Mannes. Die Antwort fiel kurz aus: &#x201E;Ihren Mann werden wir auch bald in die Heimat schicken&#x201C;. Mehr konnte ich allerdings nicht &#xFC;ber ihn in Erfahrung bringen. Wo er jetzt ist, wei&#xDF; ich nicht&#x201C;<\/em>, sagt Nodira.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/usbekistan-laesst-frauen-und-kinder-von-is-kaempfern-zurueckkehren\/\"><strong>Usbekistan l&#xE4;sst Frauen und Kinder von IS-K&#xE4;mpfern zur&#xFC;ckkehren<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zurzeit h&#xE4;lt Nodira sich in ihrem Heimatdorf auf und kommt nach dem durchlebten Albtraum erst nach und nach zu sich. Bei ihrer R&#xFC;ckkehr nach Tadschikistan wurde sie zun&#xE4;chst einige Tage von den Beh&#xF6;rden befragt. Danach wurde sie freigelassen und ihr mitgeteilt, dass sie aufgrund ihrer Reum&#xFC;tigkeit und freiwilligen R&#xFC;ckkehr nicht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wird. W&#xE4;hrend unseres Gespr&#xE4;chs mit ihr, fing Nodira einige Male an zu weinen, als sie sich das Geschehene wieder in Erinnerung rief. Wir haben ihr m&#xF6;glichst wenige Fragen gestellten, auch weil sie zuvor alles schon mehrfach detailliert den tadschikischen Ermittlungsbeamten nacherz&#xE4;hlt hatte. Deshalb setzten wir unser Gespr&#xE4;ch mit den V&#xE4;tern von Farhod und Nodira fort. Beide k&#xF6;nnen nicht begreifen, wie so etwas mit ihren Kindern passieren konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die beiden V&#xE4;ter kommen zu Wort<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Ich habe in einer Schule gearbeitet, aber um sechs Kinder ern&#xE4;hren zu k&#xF6;nnen, musste ich diese Arbeit aufgeben. Stattdessen habe ich ein St&#xFC;ck Land gepachtet und dort Reis und Tomaten angebaut&#x201C;<\/em>, sagt Nodiras Vater Abdukajum Kundusow, ein fr&#xFC;herer Physiklehrer. &#x201E;Nodira ist das f&#xFC;nfte Kind. Sie tr&#xE4;umte davon, Krankenschwester zu werden. Aber aus famili&#xE4;ren Gr&#xFC;nden ging dieser Traum nicht in Erf&#xFC;llung. Als Nodira 2006 die Schule beendete, wurde die Mutter krank und bettl&#xE4;gerig. Das geschah genau w&#xE4;hrend der Hochphase der Aufnahmepr&#xFC;fungen und der Erntezeit. Nodira musste den Platz ihrer Mutter einnehmen und uns auf dem Feld helfen. Sp&#xE4;ter hat sie trotzdem noch einen dreimonatigen Kurs zur Familiengesundheitspflegerin absolviert, heiratete dann aber und zog mit ihrem Mann fort. &#xDC;ber acht Jahre hinweg reiste sie oft nach Russland und wieder nach Hause. Wir waren beruhigt, dass unsere Tochter etwas aus ihrem Leben macht. Sie und ihr Mann lebten ein gew&#xF6;hnliches Leben und deshalb wollten wir uns auch nicht in die inneren Angelegenheiten ihrer Familie einmischen. Wenn sie wegreiste, stellten wir deshalb auch nicht viele Fragen. Wir haben nicht damit gerechnet, dass Farhod und ihr etwas Schlimmes zusto&#xDF;en k&#xF6;nnte&#x2026;.&#x201C;<\/p>\n<figure id=\"attachment_18050\" aria-describedby=\"caption-attachment-18050\" style=\"width: 496px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18050\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/09\/505bd308-99dc-4da2-a206-e2a060a81f23.jpeg\" alt=\"Farhods Vater Ilhom Usmonow \" width=\"496\" height=\"330\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/09\/505bd308-99dc-4da2-a206-e2a060a81f23.jpeg 496w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/09\/505bd308-99dc-4da2-a206-e2a060a81f23-300x200.jpeg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/09\/505bd308-99dc-4da2-a206-e2a060a81f23-128x86.jpeg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 496px) 100vw, 496px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-18050\" class=\"wp-caption-text\">Farhods Vater Ilhom Usmonow<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Haben Sie ebenfalls nichts geahnt?&#x201C;<\/em>, fragen wir den Vater von Farhod, den 56-j&#xE4;hrigen Ilhom Usmonow.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#x201E;Mein Sohn hat einen Abschluss in Musik, aber hier konnte er nicht arbeiten, deshalb ist er mit mir f&#xFC;r Jobs nach Moskau gereist&#x201C;, beginnt Farhods Vater. <em>&#x201E;2017 wurde ich krank und kehrte f&#xFC;r ganze sechs Monate in die Heimat zur&#xFC;ck. Als ich wieder nach Moskau reiste, waren Farhod und meine Schwiegertochter unauffindbar. Nodira war ihm nachgereist und auch verschwunden. Die Suche verlief ergebnislos. Einige Male setzte sich unser Sohn &#xFC;ber mir unbekannte Nummern mit uns in Verbindung, aber die Anrufe waren kurz und er sagte nicht, wo er sich befindet und was er macht. Ich kehrte nach Tadschikistan zur&#xFC;ck, ging selbst zu den Sicherheitskr&#xE4;ften und erz&#xE4;hlte alles, was mir bekannt war. Ein Jahr lang lebten wir in der Erwartung, von unserem Sohn oder den Sicherheitskr&#xE4;ften zu h&#xF6;ren. Vor zwei Monaten wurde mir endlich mitgeteilt, dass Farhod sich in Afghanistan befindet. Die Schwiegertochter mit den drei Kindern haben sie zur&#xFC;ckgebracht. Sie wurde freigesprochen. Daf&#xFC;r bin ich den Mitarbeitern des Geheimdienstes sehr dankbar. Als sie sie zur&#xFC;ckbrachten hie&#xDF; es, dass auch Farhod hergeholt wird.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Ratlosigkeit &#xFC;ber die Motive des Sohnes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Was denken Sie, warum geriet Ihr Sohn an den IS?&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Wir sind alle bis jetzt schockiert! Farhod war ein sehr ruhiger und schweigsamer Typ. Er spielte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rubab\">Rubab<\/a> (Saiteninstrument) und Gitarre. Er hat eine gute Stimme, sang und trat h&#xE4;ufig auf unterhaltsamen Veranstaltungen auf. W&#xE4;hrend der Semesterferien fuhr er mit mir f&#xFC;r Jobs nach Russland. Danach heiratete er und musste ab dem dritten Kurs zu einem Fernstudium wechseln. Er hat die Hochschule mit Auszeichnung abgeschlossen. Gebetet hat er nie, er hat sich nicht zur Religion hingezogen gef&#xFC;hlt. Farhod war ein sehr weltlicher Mensch. Niemand wei&#xDF;, wie und wo sie ihn der Hirnw&#xE4;sche unterzogen und wie sie ihn angeworben haben. Mir ist bekannt, dass einige unserer jungen Arbeitsmigranten in Russland ins Netz von Abgesandten terroristischer und extremistischer Gruppen geraten. Aber ich h&#xE4;tte niemals gedacht, dass sich unter ihnen auch mein Sohn befinden w&#xFC;rde&#x201C;<\/em>, Farhods Vater schl&#xE4;gt die Arme &#xFC;ber dem Kopf zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/wie-extremisten-arbeitsmigranten-aus-zentralasien-anwerben\/\"><strong>Wie Extremisten Arbeitsmigranten aus Zentralasien anwerben<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ilhom Usmonow hofft, dass sein Sohn schon nach Tadschikistan ausgeliefert wurde und sich jetzt in den H&#xE4;nden des Geheimdienstes befindet. W&#xE4;hrend der Vorbereitung dieses Artikels wurde bekannt, dass Kabul Duschanbe die letzte Gruppe tadschikischer Staatsb&#xFC;rger &#xFC;bergeben hat, die in afghanischen Gef&#xE4;ngnissen ihre Strafe absa&#xDF;en. Zum jetzigen Zeitpunkt befinden sich keine tadschikischen Staatsb&#xFC;rger mehr in afghanischen Gef&#xE4;ngnissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;2012 verschwand mein mittlerer Sohn Fahriddin spurlos in Russland. Ich habe die Sicherheitskr&#xE4;fte &#xFC;ber sein Verschwinden informiert, aber bis jetzt kein Wort mehr geh&#xF6;rt und wir wissen nicht, wo er sich befindet. Ich will nicht noch einen Sohn verlieren&#x2026; Ich glaube, dass Farhod es bereuen wird und Freiheit erlangt. Bestimmt hat er sich schon zu seiner Schuld bekannt und wird in Zukunft auf dem rechten Weg bleiben&#x201C;<\/em>, schlie&#xDF;t Ilhom Usmonow.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Tilaw Rasul-sade f&#xFC;r <\/strong><a href=\"https:\/\/fergana.agency\/articles\/108615\/\"><strong>Fergana News<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Russischen von Marie Schliesser<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei <\/span><a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\"><span style=\"font-weight: 400;\">Twitter<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Facebook<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\"><span style=\"font-weight: 400;\">Telegram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Linkedin<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> oder <\/span><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Instagram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. 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