{"id":17602,"date":"2019-07-11T10:58:18","date_gmt":"2019-07-11T08:58:18","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=17602"},"modified":"2024-01-21T12:20:35","modified_gmt":"2024-01-21T11:20:35","slug":"wohin-fuehrt-die-neue-seidenstrasse-ueber-die-chancen-und-risiken-von-one-belt-one-road","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/wohin-fuehrt-die-neue-seidenstrasse-ueber-die-chancen-und-risiken-von-one-belt-one-road\/","title":{"rendered":"Wohin f\u00fchrt die Neue Seidenstra\u00dfe? \u00dcber die Chancen und Risiken von \u201eOne Belt, One Road\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sechs Jahre nachdem Chinas Pr&#xE4;sident Xi Jinping das Projekt einer &#x201E;Neuen Seidenstra&#xDF;e&#x201C; angek&#xFC;ndigt hat<\/strong><strong>, laufen chinesische Infrastrukturma&#xDF;nahmen auch in Zentralasien auf Hochtouren. Doch welche Gefahren birgt das Projekt? Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf <\/strong><a href=\"https:\/\/fergana.agency\/articles\/107734\/\"><strong>Fergana News<\/strong><\/a><strong>. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz vor dem sechsten Geburtstag des Projekts &#x201E;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/One_Belt%2C_One_Road\">One Belt, One Road<\/a>&#x201C; &#xFC;bertreffen die Erwartungen, Hoffnungen und &#xC4;ngste, die mit dem Projekt in Verbindung gebracht werden, noch die tats&#xE4;chliche Umsetzung. Trotzdem haben sich unz&#xE4;hlige Wirtschaftswissenschaftler*innen mit den Risiken der chinesischen Initiative auseinandergesetzt. Korruption, die Schulden chinesischer Staatsunternehmen sowie ihr Unf&#xE4;higkeit zu investieren, Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Umweltverschmutzung &#x2013; &#x201E;Fergana&#x201C; berichtet &#xFC;ber die zentralen Probleme von &#x201E;One Belt, One Road&#x201C; (OBOR).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gro&#xDF;e Seidenstra&#xDF;e war ein Netzt von Karawanenstra&#xDF;en, das schon vor 2000 Jahren China mit dem westlichen Eurasien verband. Im Mittelalter erreichte der Handel auf der Seidenstra&#xDF;e seine Bl&#xFC;te, aber mit der Entdeckung des Seewegs zwischen Europa und Asien vor sechs Jahrhunderten verk&#xFC;mmerte die Seidenstra&#xDF;e allm&#xE4;hlich. Verhandlungen &#xFC;ber das Wiederbeleben starker kontinentaler Verkehrsstr&#xF6;me wurden seit den 1950er Jahren gef&#xFC;hrt. Zu reellen Handlungen kam es allerdings erst in den letzten zehn Jahren. &#xD6;konom*innen zufolge ist ein wesentlicher Faktor, dass die Kosten f&#xFC;r Arbeitskraft in den &#xF6;stlichen Gebieten Chinas stetig steigen und Fabriken in die zentralen und westlichen Regionen des Landes umziehen. Au&#xDF;erdem verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte. Als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xi_Jinping\">Xi Jinping<\/a> am 7. September 2013 in einer Rede an der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Nazarbayev_University\">Nasarbajew-Universit&#xE4;t<\/a> das &#x201E;One Belt, One Road&#x201C;Projekt ank&#xFC;ndigte, konnte das vor allem als Reaktion auf diese negativen Tendenzen in der chinesischen Wirtschaft gesehen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/zentralasien-auf-dem-belt-and-road-forum\/\"><strong>Zentralasien auf dem &#x201E;Belt and Road&#x201C; Forum<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird erwartet, dass das Projekt bis zu 60 L&#xE4;nder, circa 32 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP), 39 Prozent des Welthandels und 63 Prozent der Weltbev&#xF6;lkerung in seinen Orbit ziehen wird. &#x201E;One Belt, One Road&#x201C; soll Chinas geopolitische Position st&#xE4;rken und unter anderem seine Energiesicherheit erh&#xF6;hen, indem es die Abh&#xE4;ngigkeit von &#xD6;llieferungen durch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stra%C3%9Fe_von_Malakka\">Stra&#xDF;e von Malakka<\/a> und andere &#x201E;Nadel&#xF6;hre&#x201C; mindert. Des Weiteren soll OBOR den beteiligten L&#xE4;ndern Nutzen bringen, sowohl indem der Fluss von Waren und Dienstleistungen beschleunigt und erh&#xF6;ht wird, als auch durch die Integration von Finanzsystemen und kulturellen Austausch. Es ist bemerkenswert, dass bis jetzt keine vollst&#xE4;ndige Liste aller Projekte, deren Umsetzung im Rahmen von OBOR geplant ist, ver&#xF6;ffentlicht wurde. Die ungef&#xE4;hre Summe der chinesischen Investitionen ist hingegen bekannt &#x2013; sie bel&#xE4;uft sich auf circa 4 Billionen US-Dollar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die politischen und geopolitischen Probleme, die OBOR mit sich bringt werden immer st&#xE4;rker diskutiert. H&#xE4;lt das Projekt das, was es von einem wirtschaftlichen Standpunkt aus, genauer gesagt im Bezug auf den internationalen Handel, verspricht? Dieser Fragen hat sich Rozana Himaz von der Universit&#xE4;t Oxford in ihrer <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/02642069.2019.1584193?journalCode=fsij20\">Forschung<\/a> gewidmet. Sie studierte alle Artikel zu dem Thema, die in internationalen Wirtschaftsjournalen erschienen. An erster Stelle fand sie es verbl&#xFC;ffend, dass f&#xFC;hrende Fachzeitschriften, wie der American Economic Review oder das Quarterly Journal of Economics, das Thema v&#xF6;llig ignorieren &#x2013; teils aufgrund eines Amerika-Zentrismus, teils weil OBOR bis dato eine trockene &#x201E;Initiative&#x201C; ohne klaren Plan, Projektlisten und handelnde Personen ist. Dennoch wird der &#x201E;Neues Seidenstra&#xDF;e&#x201C; in anderen Fachzeitschriften viel Aufmerksamkeit gewidmet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Infrastruktur als Motor f&#xFC;r den Handel?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit 2009 ist China unangefochtener Export-Weltmeister. Der Hauptabsatzmarkt f&#xFC;r chinesische Waren bleibt Asien. Aber wie treiben die urspr&#xFC;nglichen Ausgaben f&#xFC;r die Entwicklung von H&#xE4;fen, Stra&#xDF;en und anderen Infrastrukturprojekten den Handel an? Wirtschaftswissenschaftler*innen zufolge k&#xF6;nnten hier Auswirkungen des &#xDC;berflusses greifen: Gro&#xDF;projekte senken die Kosten und schaffen Einsparungen durch Produktionswachstum, was wiederum den Handel weiter ankurbelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au&#xDF;erdem st&#xE4;rkt OBOR die Verbindungen zwischen benachbarten L&#xE4;ndern. Dies ist besonders relevant, da Handel in direkter Abh&#xE4;ngigkeit zu geographischer N&#xE4;he w&#xE4;chst, wie der bekannte &#xD6;konom Paul Krugman schrieb. Eine <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/abs\/10.1111\/cwe.12145\">Gruppe von &#xD6;konom*innen<\/a> hat das Wirtschaftsvolumen und die Entfernung zwischen den L&#xE4;ndern der alten Seidenstra&#xDF;e untersucht, die bilateralen Au&#xDF;enhandelsstr&#xF6;me berechnet und ist zu dem Schluss gekommen, dass der Handel mit China deutlich geringer ausf&#xE4;llt, als dies der Fall sein k&#xF6;nnte. OBOR w&#xFC;rde es erm&#xF6;glichen, dieses Potenzial auszusch&#xF6;pfen. Dies gilt insbesondere f&#xFC;r die Binnenl&#xE4;nder Zentralasiens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/die-neue-seidenstrase-ein-stand-der-dinge\/\"><strong>Die Neue Seidenstra&#xDF;e: Ein Stand der Dinge<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">OBOR entwickelt sich vor dem Hintergrund der umfassenden Krise der chinesischen Exportstrategie. Seit den 1980er Jahren haben niedrige Herstellungskosten, eine W&#xE4;hrung mit gesenktem Kurs und der &#xDC;berfluss an billigen Arbeitskr&#xE4;ften eine Garantie f&#xFC;r Wirtschaftswachstum und das Anziehen ausl&#xE4;ndischer Investitionen dargestellt. Aber im neuen Jahrtausend wurde der Yuan teurer, die Geh&#xE4;lter stiegen auch und der Binnenmarkt mit seinen Konsument*innen wurde ein perspektivenreicherer Wachstumsmotor als der Export billiger Waren. F&#xFC;r China wurde es notwendig, gleichzeitig die Industrie in den westlichen Regionen zu entwickeln und Kapital in die Wirtschaft der Nachbarl&#xE4;nder zu investieren. Und tats&#xE4;chlich: Innerhalb von zwei Jahren nach dem Start von OBOR erh&#xF6;hte China seine Investitionen in die Regionen entlang des Landwegs der &#x201E;Neuen Seidenstra&#xDF;e&#x201C; &#x2013; Zentralasien, Russland, Europa &#x2013; deutlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Investitionen erwiesen sich aber &#x2013; wie neuere Forschungen zeigen &#x2013; als &#x201E;toxisch&#x201C;. Ineffektiv verwendetes Kapital, Unternehmensschulden, Korruption &#x2013; all dies &#x201E;vergiftete&#x201C; die chinesischen Infrastrukturprojekte. OBOR l&#xE4;uft Gefahr die Fehler der Immobilienblasen zu wiederholen: grandiose Wohnviertel und Handelszentren verfallen. Chinesische Banken bevorzugen es in defizit&#xE4;re Staatsunternehmen zu investieren, anstatt in Gewinn erwirtschaftende Privatfirmen. Das &#xFC;berraschende Wirtschaftswachstum durch Infrastrukturprojekte beginnt mit dem Bau von H&#xE4;usern, Br&#xFC;cken und Stra&#xDF;en und endet gleich nach dem Abschluss der Bauarbeiten, wobei dies riesige Schulden, Instabilit&#xE4;t an den Finanzm&#xE4;rkten und eine allgemeine Zerbrechlichkeit der Wirtschaft hinterl&#xE4;sst. Eine derartige Situation im Ausma&#xDF; von OBOR ist noch gef&#xE4;hrlicher, weil nicht die Regionen Chinas, sondern unabh&#xE4;ngige L&#xE4;nder mit einer schwachen Wirtschaft &#x2013; wie zum Beispiel Sri Lanka &#x2013; in die Schuldenfalle geraten. Das Bauprojekt eines neuen Hafens und Flughafens in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hambantota\">Hambantota<\/a> endete in einem Fiasko: Wie das <a href=\"https:\/\/www.forbes.com\/sites\/wadeshepard\/2016\/10\/28\/sold-sri-lankas-hambantota-port-and-the-worlds-emptiest-airport-go-to-the-chinese\/\">Forbes Magazine<\/a> berichtete, wurde dem Flughafen der fragw&#xFC;rdige Ruhm zuteil, der &#x201E;leerste Airport der Welt&#x201C; zu sein, und da das Land die Baukosten nicht zur&#xFC;ckzahlen konnte, wurden die Objekte f&#xFC;r 99 Jahre an China verpachtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Elend, Ungleichheit und Umweltzerst&#xF6;rung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie Pekinger Wissenschaftler*innen zu ihrer eigenen Verwunderung feststellten, belegt China in Bezug auf ungleiche Besitzverteilung weltweit einen der ersten Pl&#xE4;tze: Ein Prozent der Haushalte verf&#xFC;gt &#xFC;ber ein Drittel des Reichtums des Landes. Die Ungleichheit entsteht nicht im leeren Raum, sondern als direkte Folge des rasant ansteigenden Handels und der intensiven Entwicklung der Infrastruktur innerhalb der letzten 20 Jahre. Die Beh&#xF6;rden des Landes haben zwar auf das Wachstum von Einkommen und Investitionen geachtet, die gleichm&#xE4;&#xDF;ige Verteilung dieser Einnahmen sowie die sozialen Aspekte wirtschaftlicher Entwicklung aber vergessen. Dazu geh&#xF6;ren Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung, ein effektives Steuersystem sowie ein funktionierendes Rentensystem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn dieses Investitionssystem sich in internationalem Ma&#xDF;stab reproduziert, ist zu erwarten, dass es auch in den Nachbarl&#xE4;ndern Chinas zu einem analogen Anstieg der Ungleichheit und zur Entstehung einer reichen und einer armen Schicht f&#xFC;hren wird. Die St&#xE4;dte entlang der Verkehrsarterien von OBOR werden wachsen und sich entwickeln, w&#xE4;hrend die Peripherien an Bedeutung und Bev&#xF6;lkerung verlieren. Diesen Effekt kann man nur verhindern, indem die Staaten entlang der &#x201E;Neuen Seidenstra&#xDF;e&#x201C; wirksame Mechanismen entwickeln, um die Asymmetrie in der regionalen Entwicklung auszugleichen. Man darf nicht vergessen, dass der Warenexport aus China die Wirtschaft benachbarter Staaten beeinflusst: in Europa und den USA hingen in den 1990-2000er Jahren der Anstieg der Arbeitslosigkeit und die sinkenden Profite privater Unternehmer*innen direkt damit zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/wegen-steuerhinterziehung-chinesische-erdolraffinerie-in-kirgistan-geschlossen\/\"><strong>Wegen Steuerhinterziehung: Chinesische Erd&#xF6;lraffinerie in Kirgistan geschlossen<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu guter Letzt f&#xFC;hren die wirtschaftliche Entwicklung und der wachsende Handel im Rahmen von OBOR zu einer aktiven Einbeziehung von Frauen in die Arbeitswelt. Dieser Prozess hat positive Seiten, wie zum Beispiel neue Arbeitspl&#xE4;tze und h&#xF6;here Geh&#xE4;lter, aber auch negative Aspekte. So lassen etwa M&#xFC;tter ihre Kinder verst&#xE4;rkt in der Obhut von Verwandten. In vielen Nachbarl&#xE4;ndern Chinas (Philippinen, Thailand) hat die Arbeitsmigration der M&#xFC;tter schon <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/abs\/pii\/S0305750X13002337\">zu einem geringeren Bildungsniveau der Kinder gef&#xFC;hrt<\/a>. Bei einer Abwesenheit von V&#xE4;tern zeigt sich dieser Einfluss nicht. Mit der Zeit f&#xFC;hrt diese durch die Arbeitsmigration bedingte &#x201E;Auswaschung&#x201C; von Frauen und M&#xE4;nnern zu einer weiteren Schw&#xE4;chung der Heimatregionen &#x2013; falls der Staat keine bewusste Politik zur Angleichung der innerstaatlichen Unterschiede einleitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ausbau der Transportwege der &#x201E;Neuen Seidenstra&#xDF;e&#x201C; zieht auch die Natur in Mitleidenschaft. Die chinesische Initiative fordert ein schnelles Wachstum der Industrie in den Nachbarstaaten &#x2013; und die Entwicklung der Industrie l&#xE4;uft schneller als die Verabschiedung von Umweltgesetzen. Die Verschmutzung des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/S%C3%BCdchinesisches_Meer\">S&#xFC;dchinesischen Meeres<\/a>, unter anderem durch Industrieabf&#xE4;lle, wird kaum als gute Reklame f&#xFC;r das Projekt dienen. Die wichtigsten Landverbindungen der &#x201E;Neuen Seidenstra&#xDF;e&#x201C; f&#xFC;hren durch die W&#xFC;sten und Halbw&#xFC;sten Zentralasiens &#x2013; sehr zerbrechliche &#xD6;kosysteme, die unter Wasserknappheit und der Versalzung der B&#xF6;den leiden. Jedes Gro&#xDF;projekt zur Wirtschaftsentwicklung belastet die nat&#xFC;rlichen Ressourcen. Selbst China erkennt die Bedeutung von Umweltfragen, versch&#xE4;rft die Kontrolle von Industrieobjekten, reduziert Emissionen und f&#xFC;hrt &#x201E;gr&#xFC;ne Technologien&#x201C; ein. Es ist unklar, in welchem Ausma&#xDF; diese neue Politik auch f&#xFC;r Gro&#xDF;projekte zur Entwicklung der grenz&#xFC;berschreitenden Infrastruktur gilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Staat muss &#x201E;sich versichern&#x201C;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#x201E;One Belt, One Road&#x201C; verspricht wirtschaftliche Integration und ein starkes Wachstum von Handel und Industrie in den L&#xE4;ndern Eurasiens. China forciert dieses Projekt nicht notwendigerweise um politische Macht &#xFC;ber seine Nachbarn zu gewinnen. Vielmehr soll die &#x201E;Neue Seidenstra&#xDF;e&#x201C; das Land vor &#xF6;konomischen Fallen, wie einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, retten. Dennoch heben Wirtschaftswissenschaftler*innen die gewaltigen Risiken hervor. China ist durchaus bekannt f&#xFC;r ineffektiven Investitionen und Investitionen in gescheiterte Projekte. Mit OBOR erh&#xF6;ht sich das Risiko, dass sich im Falle einer umfassenden Finanzkrise im Reich der Mitte Nachbarl&#xE4;nder &#x201E;infizieren&#x201C;. Der Preis f&#xFC;r forcierte Entwicklung und Investitionen sind Schulden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch selbst wenn Investitionen erfolgreich eingesetzt werden, k&#xF6;nnen die enormen Gewinne die Volkswirtschaften und Gesellschaften der beteiligten L&#xE4;nder nur destabilisieren, da das Wachstum die Ungleichheit zwischen den Strukturen und Regionen versch&#xE4;rft. &#xD6;konom*innen raten daher dazu ein &#x201E;Versicherungssystem&#x201C; auf nationaler Ebene einzurichten: neue Systeme zur Steuererhebung und Rentenzuweisung, Bildung, Gesundheitsversorgung, neue Methoden zur Regulierung von Migration und Umweltprozessen. Die Entwicklungen ohne eine klare staatliche politische Linie dem freien Markt zu &#xFC;berlassen w&#xE4;re &#xE4;u&#xDF;erst gef&#xE4;hrlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Artjom Kosmorskij f&#xFC;r <\/strong><a href=\"https:\/\/fergana.agency\/articles\/107734\/\"><strong>Fergana News<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Aus dem Russischen von&#xA0;Robin Roth<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei <\/span><a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\"><span style=\"font-weight: 400;\">Twitter<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Facebook<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\"><span style=\"font-weight: 400;\">Telegram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Linkedin<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> oder <\/span><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Instagram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. 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