{"id":1749,"date":"2014-05-23T12:00:00","date_gmt":"2014-05-23T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=1749"},"modified":"2016-10-06T06:50:19","modified_gmt":"2016-10-06T04:50:19","slug":"die-eu-ein-neuer-spieler-auf-dem-schachbrett-zentralasien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/die-eu-ein-neuer-spieler-auf-dem-schachbrett-zentralasien\/","title":{"rendered":"Die EU: Ein neuer Spieler auf dem \u201eSchachbrett\u201c Zentralasien ?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><em><strong>Bald sind Europawahlen. Die Europ&#xE4;ische Union beeinflusst ma&#xDF;geblich das t&#xE4;gliche Leben der Europ&#xE4;er.&#xA0;Die Menschen von 27 Staaten leben in einem Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts. Als EU-B&#xFC;rger genie&#xDF;en sie&#xA0;gemeinsamen Binnenmarkt, gemeinsamen Arbeitsraum und eine stabile W&#xE4;hrung. Auf der internationalen B&#xFC;hne entwickelte sich die EU zu einem bedeutsamen Akteur; die Anspr&#xFC;che der internationalen Gemeinschaft an die Europ&#xE4;ische Union sind enorm gestiegen. Nach der erfolgreichen Osterweiterung r&#xFC;ckten viele L&#xE4;nder der ehemaligen Sowjetunion, darunter auch die zentralasiatischen Staaten, in den Fokus der EU. Die Frage ist, mit welchem Nachdruck die Union ihr Interesse an einer vertieften Partnerschaft verfolgt und welche Rolle die Gemeinschaft der europ&#xE4;ischen Staaten im Leben der Zentralasiaten spielt.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Politik der EU in unabh&#xE4;ngigen Staaten Zentralasiens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die EU erkannte die zentralasiatischen Nachfolgestaaten der Sowjetunion unverz&#xFC;glich nach deren Unabh&#xE4;ngigkeit an und entfaltete in allen verschiedene Aktivit&#xE4;ten. Die <em>Technical Assistance to the Commonwealth of Independent States<\/em> <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_MEMO-92-54_en.htm\">(TACIS)<\/a> war eine der ersten EU-Initiativen zur Unterst&#xFC;tzung der wirtschaftlichen und politischen Transformationsprozesse in ihren Partnerstaaten im GUS-Bereich. Das Programm trat schon 1991 in Kraft und wurde ab 2007 durch die <em>Instrumente der Entwicklungs- und Wirtschaftskooperation<\/em> <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/europeaid\/how\/finance\/dci_en.htm\">(DCI)<\/a> ersetzt. Die ersten politischen Beziehungen der EU zu Kirgistan, Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan wurden durch das so genannte Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (PKA) von 1995 formalisiert. Aufgrund des B&#xFC;rgerkrieges kam das PKA mit Tadschikistan allerdings nicht zustande und in Turkmenistan wurde der Ratifizierungsprozess des Abkommens wegen der Unstimmigkeiten bez&#xFC;glich der weit reichenden Menschenrechtsverletzungen auf Eis gelegt. Weitere wichtige Programme waren: Transport Corridor Europe-Caucasus-Central Asia <a href=\"http:\/\/www.traceca-org.org\/en\/home\/\">(TRACECA)<\/a>, Black Sea Regional Energy Center <a href=\"http:\/\/www.bsrec.bg\/\">(BSREC)<\/a> und Interstate Oil and Gas Transport to Europe <a href=\"http:\/\/www.inogate.org\/\">(INOGATE)<\/a> und Border Management in Central Asia <a href=\"http:\/\/www.bomca.eu\/en.html\">(BOMCA)<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unter den EU-Institutionen hatte die <em>Europ&#xE4;ische Kommission<\/em> seit 1994 eine offizielle Vertretung in Kasachstan und unterhielt zwei weitere kleine B&#xFC;ros (charg&#xE9;s d&#x2019;affaires) in Kirgistan und Tadschikistan sowie das Europa-Haus in Usbekistan. Das<em> Europ&#xE4;ische Parlament<\/em> pflegte, Wahlbeobachter und Wahlexperten zu den Pr&#xE4;sidentschaftswahlen in Kasachstan und Kirgistan zu entsenden, die Durchf&#xFC;hrung der notwendigen Reformen zu &#xFC;berwachen und die Menschenrechtslage in den Versammlungen und Konferenzen des Parlaments kritisch zu diskutieren. Die <a href=\"http:\/\/www.crisisgroup.org\/en\/regions\/asia\/central-asia\/uzbekistan\/B038-uzbekistan-the-andijon-uprising.aspx\">politischen Unruhen in Andischan<\/a>&#xA0;im Mai 2005 veranlassten schlie&#xDF;lich, einen <em>EU-Sonderbeauftragen<\/em> f&#xFC;r Zentralasien zu ernennen (1).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 398px;width: 600px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/634\/dsc_0335.jpeg\" alt=\"Patricia Flor\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Neben den EU-Institutionen fiel die politische Pr&#xE4;senz der <em>EU-Mitgliedstaaten<\/em> in der Region recht unterschiedlich aus. <em>Deutschland<\/em> er&#xF6;ffnete in den ersten Jahren der Unabh&#xE4;ngigkeit in allen f&#xFC;nf zentralasiatischen Staaten Botschaften und hat &#xFC;ber Jahre hinweg in der Region die Interessen der EU und der NATO vertreten. Deutschland integrierte auch alle Staaten der Region &#x2013; mit Ausnahme Turkmenistans &#x2013; in zahlreiche Entwicklungs- und Kooperationsprogramme wie das <em><a href=\"http:\/\/www.bischkek.diplo.de\/contentblob\/2635850\/Daten\/710224\/BMZZentralasienkonzept.pdf\">Zentralasienkonzept<\/a> des<\/em> <em>Bundesministeriums f&#xFC;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung<\/em> (BMZ) und die <em>Gesellschaft f&#xFC;r Technische Zusammenarbeit<\/em> (GTZ heute GIZ) (2). Zudem engagierte sich Deutschland in besonderem Ma&#xDF;e sowohl bilateral als auch zusammen mit den europ&#xE4;ischen Partnern im Rahmen der EU-Zentralasienstrategie in der Region.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Obwohl sich der Au&#xDF;enhandel Zentralasiens auf die GUS konzentrierte, entwickelte sich die EU zum drittgr&#xF6;&#xDF;ten Handelspartner nach Russland und China. Au&#xDF;erdem wurde die Union durch ihrer finanziellen und technischen Hilfsleistungen zum gr&#xF6;&#xDF;ten Geldgeber. Nichtsdestotrotz fiel das Engagement der EU in Zentralasien insgesamt <u><a href=\"http:\/\/www.iss.europa.eu\/uploads\/media\/cp091.pdf\">bescheiden und sp&#xE4;rlich<\/a><\/u> aus. Auch das europ&#xE4;ische Interesse an Zentralasien war generell eine lange Zeit nicht sonderlich ausgepr&#xE4;gt. Begr&#xFC;ndet wurde dieser Zustand mit der geographischen Entfernung, mit einem Mangel an F&#xFC;rsprechern f&#xFC;r die zentralasiatischen L&#xE4;nder in der Union, aber vor allem mit den Problemen und Priorit&#xE4;ten, mit denen die EU in den 90er Jahren konfrontiert war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Oft wurde die Kritik ge&#xE4;u&#xDF;ert, dass die Europ&#xE4;ische Union in Zentralasien zwar eine Vielzahl untereinander isolierter, entwicklungspolitischer Programme durchf&#xFC;hrt, denen aber an einem politischen &#xDC;berbau und an einem Rahmendokument fehlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Gemeinsame Politik der EU gegen&#xFC;ber Zentralasien<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um den politischen Willen der EU, ihr Engagement in Zentralasien merklich zu erh&#xF6;hen und das bestehende &#x201E;Patchwork der Beziehungen&#x201C; und die verschiedenen Instrumente der Union zu b&#xFC;ndeln, wurde auf Initiative der deutschen EU-Pr&#xE4;sidentschaft im Juni 2007 die Strategie &#x201E;<u><a href=\"http:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/cae\/servlet\/contentblob\/347892\/publicationFile\/3096\/Zentralasien-Strategie-Text-D.pdf\">EU und Zentralasien &#x2013; eine Partnerschaft f&#xFC;r die Zukunft<\/a><\/u>&#x201C; verabschiedet. Diese erstmals festgelegten Leitlinien bilden die Grundlage f&#xFC;r das gegenw&#xE4;rtige und k&#xFC;nftige Engagement der EU in dieser Region. In Verbindung mit der Fortentwicklung der EU-Russland-Beziehungen und der &#x201E;&#xD6;stlichen Partnerschaft&#x201C; (Belarus, Ukraine, Republik Moldau, Georgien, Armenien, Aserbaidschan)&#xA0; ist die Zentralasienstrategie ein wichtiger Baustein einer verst&#xE4;rkten EU-Politik im postsowjetischen Raum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Strategiepapier legte die folgenden Hauptkriterien fest: Sicherheit und Stabilit&#xE4;t, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte, Jugend und Bildung, F&#xF6;rderung von Handel und Infrastruktur, F&#xF6;rderung des Energiesektors, wobei dem sicherheitspolitischen die h&#xF6;chste Priorit&#xE4;t einger&#xE4;umt wird. Es wurden <u><a href=\"http:\/\/www.eucentralasia.eu\/uploads\/tx_icticontent\/EUCAM-FS-1-EN.pdf\">750 Millionen Euro<\/a><\/u> f&#xFC;r den Zeitraum von 2007 bis 2013 bewilligt. F&#xFC;r die Implementierung der Ziele sowie optimale und koh&#xE4;rente Nutzung der EU-Potenziale setzt die EU eine ausgewogene bilaterale und multilateral<em>&#x2013;<\/em>regionale Zusammenarbeit mit den zentralasiatischen Staaten voraus. Die bilaterale Zusammenarbeit bietet sich insbesondere in Bereichen der Menschenrechte, der Demokratie, der Armutsbek&#xE4;mpfung bzw. sozialen Entwicklung und <u><a href=\"http:\/\/eeas.europa.eu\/central_asia\/docs\/factsheet_education_en.pdf\">Bildung<\/a><\/u>. F&#xFC;r die bilateralen Hilfsprogramme wird der Gro&#xDF;teil &#x2013; etwa 70 % &#x2013; der EG-Hilfe f&#xFC;r Zentralasien verwendet. Die regionale Zusammenarbeit fokussiert sich auf die Herausforderungen <u><a href=\"http:\/\/eeas.europa.eu\/central_asia\/docs\/factsheet_border_management_en.pdf\">Sicherheit und Stabilit&#xE4;t<\/a><\/u>, <u><a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/trade\/policy\/countries-and-regions\/index_en.htm\">wirtschaftliche Zusammenarbeit<\/a><\/u>, <u><a href=\"http:\/\/eeas.europa.eu\/central_asia\/docs\/factsheet_environment_en.pdf\">Wassernutzung<\/a><\/u> sowie <u><a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/energy\/international\/caucasus_central_asia_en.htm\">Energie<\/a><\/u>-, Handels- und <u><a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/transport\/themes\/international\/regional_cooperation\/caucasus_central-asia_en.htm\">Verkehrsinfrastruktur<\/a><\/u>, die ein gemeinsames regionales Vorgehen erfordern. Die zwischenstaatliche Zusammenarbeit beansprucht die restlichen 30 % der EG-Hilfe f&#xFC;r Zentralasien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In <u><a href=\"http:\/\/eeas.europa.eu\/delegations\/kazakhstan\/\">Kasachstan<\/a><\/u>, <u><a href=\"http:\/\/eeas.europa.eu\/delegations\/kyrgyzstan\/\">Kirgistan<\/a><\/u>, <u><a href=\"http:\/\/eeas.europa.eu\/delegations\/tajikistan\/\">Tadschikistan<\/a><\/u> und <u><a href=\"http:\/\/www.eeas.europa.eu\/delegations\/uzbekistan\/index_en.htm\">Usbekistan<\/a><\/u> wurden EU-Delegationen eingerichtet, die verschiedenen EU-Projekte vor Ort koordinieren, die Union politisch vertreten und den Menschenrechtsdialog, Energiedialog, &#x201E;E-Seidenstra&#xDF;e&#x201C;-Dialog zur &#x201E;Europ&#xE4;ischen Bildungsinitiative&#x201C; und den Dialog zur &#x201E;Rechtsstaatlichkeitsinitiative der EU&#x201C; auf verschiedenen Ebenen organisieren.&#xA0;Eine weitere Aufgabe der EU-Delegation ist die Intensivierung der Zusammenarbeit in diversen Problembereichen mit internationalen Organisationen wie OSZE, NATO, UN, United Nations Economic Commission for Europe (UNECE), und der <em>Venedig-Kommission des Europarates<\/em> sowie internationalen Finanzinstituten, unter anderem der <em>Weltbank, <\/em>der<em> Europ&#xE4;ischen Bank f&#xFC;r Wiederaufbau und Entwicklung<\/em> (EBWE) und der <em>Europ&#xE4;ischen Investitionsbank<\/em> (EIB). Insgesamt stellt die Zentralasienstrategie der EU ein breit gef&#xE4;chertes Konzept mit sehr unterschiedlichen Programmen dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Ank&#xFC;ndigung eines erh&#xF6;hten EU-Engagements in Zentralasien entfachte verschiedene Spekulationen und man bediente sich des &#xD6;fteren des Begriffes vom <u><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Die-Zentralasienstrategie-EU-Chance-Region\/dp\/3830043341\">&#x201E;Neuen Great Game&#x201C;,<\/a><\/u> angelehnt an den Kampf der Kolonialm&#xE4;chte Russland und England im 19. Jahrhundert um die Vorherrschaft in Zentralasien. Zentralasien hat mit seinen &#xD6;l- und Gasreserven energiepolitisch einen globalen Stellenwert und versucht, durch seine &#x201A;multivektorale&#x2018; Politik, die Gro&#xDF;m&#xE4;chte Russland, USA, China und Indien zu vereinen. Die Europ&#xE4;ische Union schien sich mit ihrer neuen Zentralasienpolitik ebenso in den Konkurrenzkampf um Ressourcen und Einfluss zu begeben und wurde von der Au&#xDF;enwelt als neuer Global Player angesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img decoding=\"async\" style=\"height: 324px;width: 500px\" src=\"\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/old\/img\/634\/steinmeier.jpeg\" alt=\"Zentralasienstrategie Steinmeier\"\/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die EU in Zentralasien doch kein neuer Spieler?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Seit 2007 erzielte die EU insgesamt viele Fortschritte in der Region. Dazu z&#xE4;hlen diverse Bildungs- und Austauschprogramme und die Rechtsinitiative. Beispielweise wurde von 2007 bis 2013 alleine f&#xFC;r die Stipendienprogramme Tempus und Erasmus Mundus 109,4 Millionen Euro zur Verf&#xFC;gung gestellt. Die EU zieht selbst eine <u><a href=\"http:\/\/www.laender-analysen.de\/zentralasien\/pdf\/ZA-61_Interview.pdf\">positive Bilanz<\/a><\/u> &#xFC;ber den <u><a href=\"http:\/\/www.europarl.europa.eu\/RegData\/etudes\/etudes\/join\/2014\/433788\/EXPO-DROI_ET%282014%29433788_EN.pdf\">Menschenrechtsdialog<\/a><\/u>, den die EU mit allen f&#xFC;nf Staaten etabliert hat und freut sich &#xFC;ber die regelm&#xE4;&#xDF;igen Begegnungsm&#xF6;glichkeiten sowie Plattformen zu verschiedenen Themen. Betont werden au&#xDF;erdem die erh&#xF6;hte Pr&#xE4;senz der EU in der Region und st&#xE4;ndiger Kontakt mit den Regierungen. Mit der <u><a href=\"http:\/\/www.owc.de\/2013\/01\/31\/zentralasienstrategie-europa-ist-jetzt-praesent\/\">positiven Evaluierung<\/a><\/u> der festgelegten Programme 2012 wurden die finanziellen Mittel f&#xFC;r weitere Jahre aufgestockt und die Instrumente um den hochrangigen Sicherheitsdialog erweitert. Die Erteilung des Mandats eines EU-Energiekomissars gilt als positiver Schritt im Bereich Energie, die dennoch nicht weit gediehen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Trotz des erh&#xF6;hten Engagements durch die Zentralasienstrategie bleiben die Erfolge der Union &#x2013; so wie die Think Tanks <u><a href=\"http:\/\/www.fride.org\/\">FRIDE<\/a><\/u> und <u><a href=\"http:\/\/www.ceps.be\/\">Centre for European Policy Studies<\/a><\/u> (CEPS) es kritisch bewerten &#x2013; bescheiden und wenig zufriedenstellend. Insbesondere die Bereiche Menschenrechte, Demokratie und Zivilgesellschaft sind ein entscheidender Punkt f&#xFC;r die EU, in der sie sich immer wieder <u><a href=\"http:\/\/www.hrw.org\/de\/news\/2012\/06\/21\/zentralasien-f-nf-jahre-eu-zentralasienstrategie\">scharfen Kritiken<\/a><\/u> unterziehen muss. Denn alle f&#xFC;nf Staaten zeichnen sich durch eine ausgesprochen schlechte Menschenrechtsbilanz aus und widersetzen sich ernsthaften Reformschritten. Die EU&#xA0;hob <u><a href=\"http:\/\/www.hrw.org\/news\/2009\/10\/27\/uzbekistan-eu-fails-human-rights-victims\">Sanktionen gegen Usbekistan<\/a><\/u> auf, obwohl das Land die daf&#xFC;r erforderlichen Kriterien nicht erf&#xFC;llt hatte. Ferner setzt sich die Union aktiv f&#xFC;r eine&#xA0;Verbesserung ihrer <u><a href=\"http:\/\/www.hrw.org\/news\/2011\/04\/26\/turkmenistan-arrests-eve-eu-parliament-visit\">Beziehungen zu Turkmenistan<\/a><\/u> ein, ohne im Gegenzug Ma&#xDF;nahmen zur Verbesserung der Menschenrechtslage einzufordern. Die erhofften Reformen und Fortschritte seitens der EU-Staaten im Rahmen des OSZE-Vorsitzes von Kasachstan im Jahre 2010 f&#xFC;hrten auch nicht zum gew&#xFC;nschten Erfolg in Demokratieentwicklung. Inzwischen sind die europ&#xE4;ischen Bem&#xFC;hungen in diesem Bereich sogar mit dem negativen Image begleitet, die EU w&#xFC;rde Homosexualit&#xE4;t sowie Kinderlosigkeit, sexuelle Freiheit propagieren und NGOs f&#xF6;rdern, die Traditionen und kulturelle Werte zerst&#xF6;ren. Auch die vielen Plattformen und Pilotprojekte in den Bereichen Wasser, Sicherheit und Umwelt haben keine konstruktive regionale Zusammenarbeit zustande gebracht. Die Europ&#xE4;ische Union ist als au&#xDF;enpolitischer Akteur immer noch nicht einfach zu verstehen und zeichnet sich w&#xE4;hrend der Krisensituationen (beispielsweise im S&#xFC;d-Kirgistan 2010) durch Handlungsunf&#xE4;higkeit aus, die weit hinter den Erwartungen zur&#xFC;ck bleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Europ&#xE4;ische Union etablierte sich &#xFC;ber die Jahre in bestimmten Bereichen als Vertrauenspartner, zuverl&#xE4;ssiger &#x201A;Investor&#x2018;, F&#xF6;rderer und Entwicklungshelfer. Diese Rolle bleibt m&#xF6;glicherweise weiterhin bestehen. Das Einfordern von demokratischen Werten und Menschenrechten gilt sowohl als Schw&#xE4;che als auch als St&#xE4;rke bei den Entwicklungsstrategien der EU in Zentralasien. Es unterscheidet sie substanziell vom Russland und der VR China, verwickelt aber die EU in die Moral des doppelten Standards. Noch sind die strukturellen Bedingungen der zentralasiatischen Gesellschaften autorit&#xE4;r und mangelhaft. Im Unterschied zu den baltischen und kaukasischen Staaten lassen die zentralasiatischen Staaten keine klare Orientierung in Richtung EU als Erfolgsmodell erkennen. Nichtsdestotrotz steht die Europ&#xE4;ische Union neben den USA f&#xFC;r Wohlstand, Rechtstaatlichkeit und Sicherheit. Deutschland, England und Frankreich sind die beliebtesten Ziell&#xE4;nder f&#xFC;r Bildung und Selbstverwirklichung nahezu aller jungen Menschen aus der Region. F&#xFC;r ihre sp&#xE4;tere Jobsuche und bessere Zukunft ist es sinnvoll, einen Fu&#xDF; an der T&#xFC;r zur EU zu haben. Die Konzentration des EU-Zentralasienverh&#xE4;ltnisses auf wenige Schwerpunkte, wie beispielsweise Bildungsprogramme und Kulturtransfer, empfiehlt sich daher im besonderen Ma&#xDF;e.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p style=\"text-align: right\"><strong>Mahabat Sadyrbek<br>\nNovastan.org, Kirgistan<br>\nPolitikwissenschaftlerin und Doktorandin der BGSMCS<br>\nAutorin von <a href=\"http:\/\/www.verlagdrkovac.de\/978-3-8300-4334-8.htm\">&#x201E;Die Zentralasienstrategie der EU &#x2013; neue Great Game oder neue Chance f&#xFC;r die Region&#x201C;<\/a>, Verlag Dr. Kovac, Hamburg, 2009<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Redaktion: Christoph Richter<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\">\n<\/p><p><strong>Edits<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">(1) Seit dem R&#xFC;cktritt von Patricia Flor, der letzten Specialbeauftragten, am 28. Februar, ist dieser Posten jedoch zurzeit nicht besetzt, was als eine<a href=\"http:\/\/www.eucentralasia.eu\/uploads\/tx_icticontent\/EUCAM-Commentary-23-Is-the-EU-downscaling-political-engagement-in-CA.pdf\"> Reduzierung des EU-Engagements<\/a> in der Region gelesen werden k&#xF6;nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">(2) Mit Kasachstan gibt es schon <a href=\"http:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/sid_D55B85115A19EEDAF6E5D7B6FDAFA255\/DE\/Aussenpolitik\/Laender\/Laenderinfos\/Kasachstan\/Bilateral_node.html#doc347826bodyText3\">seit 2008<\/a> keine Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mehr, jedoch bleibt das Land teils in regionale Initiativen eingebunden. Auch <a href=\"http:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/DE\/Aussenpolitik\/Laender\/Laenderinfos\/Turkmenistan\/Bilateral_node.html\">Turkmenistan<\/a> nimmt nur an regionalen Projekten teil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p>&#xA0;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Europaparlementswahlen bietet Novastan.org einen &#xDC;berblick auf die Aktionen und Politik der EU in Zentralasien.<\/p>\n","protected":false},"author":219,"featured_media":1750,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4,3,6,7,5],"tags":[1201,689,1211],"coauthors":[1213,1216],"class_list":["post-1749","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kasachstan","category-kirgistan","category-tadschikistan","category-turkmenistan","category-usbekistan","tag-europaische-union","tag-politik","tag-zentralasien"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1749","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/219"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1749"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1749\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1750"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1749"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=1749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}