{"id":17083,"date":"2019-05-07T08:48:43","date_gmt":"2019-05-07T06:48:43","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=17083"},"modified":"2024-01-24T20:09:26","modified_gmt":"2024-01-24T19:09:26","slug":"foerdert-der-drogenhandel-den-terrorismus-in-zentralasien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/foerdert-der-drogenhandel-den-terrorismus-in-zentralasien\/","title":{"rendered":"F\u00f6rdert der Drogenhandel den Terrorismus in Zentralasien?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Inwieweit sind Drogenhandel und Terrorismus miteinander verbunden? Diesbez&#xFC;glich gibt es sehr gegens&#xE4;tzliche Sichtweisen. US-Geheimdienste sehen im Drogenhandel&#xA0; die Hauptfinanzierungsquelle von Terrororganisationen, WissenschaftlerInnen verweisen hingegen auf die prinzipiell verschiedenen Organisationsformen (und Ziele) von TerroristInnen und Drogenh&#xE4;ndlerInnen. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf <\/strong><a href=\"https:\/\/fergana.agency\/articles\/106174\/\"><strong>Fergana-News<\/strong><\/a><strong>. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die amerikanischen PolitilogInnen Maria Omelicheva und Lawrence Markowitz haben sich entschlossen einen ungew&#xF6;hnlichen Weg zu gehen. Sie untersuchen den Einfluss des Transitverkehrs afghanischer Opiate auf terroristische Aktivit&#xE4;ten in Zentralasien, indem sie sich auf regionale Statistiken und Daten von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geoinformationssystem\">Geoinformationssystemen<\/a> st&#xFC;tzen. Ihre Studie &#x201E;Does Drug Trafficking Impact Terrorism? Afghan Opioids an Terrorist Violance in Central Asia&#x201C; ver&#xF6;ffentlichten die WissenschaftlerInnen im Journal &#x201E;<a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/1057610X.2018.1434039\">Conflict &amp; Terrorism<\/a>&#x201C;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Regel besch&#xE4;ftigen sich Terrororganisationen nicht zielgerichtet mit Drogenhandel, sondern bringen das Business auf &#x201E;ihrem&#x201C; Territorium unter Kontrolle. Beispiele hierf&#xFC;r sind die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hisbollah\">Hisbollah<\/a> und die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taliban\">Taliban<\/a>, die Gebiete eroberten, in denen seit Jahrzehnten Pflanzen kultiviert wurden, welche zur Drogenherstellung geeignet sind. In den 2000er Jahren entstand ein internationales Netzwerk zu deren Verbreitung, welches vollkommen autonom von den politischen Ideen der TerroristInnen agierte. Der Drogenhandel &#x201E;verf&#xFC;hrt&#x201C; die TerroristInnen durch die hohen Eink&#xFC;nfte bei verh&#xE4;ltnism&#xE4;&#xDF;ig geringem Risiko. Das bei diesem Gesch&#xE4;ft eingenommene Geld kann dann f&#xFC;r den Kauf von Waffen, die Ausbildung von Rekruten, Propaganda und andere Dinge ausgegeben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/highway-to-heroin-vom-drogenhandel-und-neuen-konsum-in-zentralasien\/\"><strong>Highway to Heroin &#x2013; vom Drogenhandel und neuen Konsum in Zentralasien<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selten ist die &#x201E;umgekehrte&#x201C; Situation der Fall, wenn Drogenbarone zum Terror gegen&#xFC;ber VertreterInnen der Staatsmacht &#xFC;bergehen, da diese ihr Gesch&#xE4;ftsmodell bedroht &#x2013; wie in Mexiko. Des Weiteren existieren strategische B&#xFC;ndnisse zwischen TerroristInnen und Drogenh&#xE4;ndlerInnen: erste sichern die Handelsrouten und letztere erlauben es, ihre Logistik f&#xFC;r die Vorbereitung von Attentaten zu nutzen. Dennoch sind die indirekten Effekte des Drogenhandels am st&#xE4;rksten ausgepr&#xE4;gt. In Regionen, in denen Drogen hergestellt werden, werden diese auch gew&#xF6;hnlich konsumiert. Der Staat verwendet gewaltige Ressourcen im Kampf gegen dieses &#xDC;bel, woran oft die Bildung, das Gesundheitssystem und die wirtschaftliche Entwicklung der &#x201E;gef&#xE4;hrlichen&#x201C; Regionen leiden. Dies treibt die erboste und arme Bev&#xF6;lkerung in die Arme der ExtremistInnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dem gleichen Effekt f&#xFC;hrt Gewaltanwendung von Seiten der Sicherheitsapparate, welche den Drogenanbau ausrotten wollen. Letzten Endes nimmt der Aufwand an Kraft und Ressourcen, der gegen den Drogenhandel betrieben wird, den Sicherheitsbeh&#xF6;rden die M&#xF6;glichkeit effektiv radikale Gruppen zu bek&#xE4;mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Drogenhandel und Terrorismus kartographiert<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soweit die allgemeinen &#xDC;berlegungen angesichts der weltweiten Situation. Doch wie steht es um die Verbindung zwischen Drogenhandel und Terrorismus in Zentralasien? Nach Meinung der WissenschaftlerInnen ist diese Region besonders interessant, da ihre Staaten im Transitkorridor zwischen Afghanistan und Russland beziehungsweise Europa liegen und so verzerrenden Faktoren wie Herstellung und Verbrauch keine Rolle spielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Afghanistan ist der weltweit gr&#xF6;&#xDF;te Produzent von Opium (90 Prozent, wobei vor Ort nur ein Prozent verbraucht wird). Ein Viertel bis ein Drittel des Opiums und Heroins wird &#xFC;ber die sogenannte n&#xF6;rdliche Route transportiert &#x2013; &#xFC;ber Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Kirgistan nach Kasachstan und weiter nach Russland und Europa. Labors zur Herstellung von Heroin gibt es in der Region nicht (zumindest ist den Sicherheitsbeh&#xF6;rden nichts davon bekannt).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Sowjetzeiten wurde um den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yssykk%C3%B6l\">Issykk&#xF6;l<\/a> herum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlafmohn\">Schlafmohn<\/a> zu medizinischen Zwecken kultiviert, aber seit 1974 ist auch dies verboten. Nat&#xFC;rlich werden in bestimmten Gebieten (vor allem im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tsch%C3%BCi_(Fluss)\">Tschui<\/a>-Tal) Marihuana angebaut, aber dies wird in erster Linie vor Ort konsumiert und spielt keine wesentliche Rolle beim Drogenhandel.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17085\" aria-describedby=\"caption-attachment-17085\" style=\"width: 496px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-17085\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/05\/7cb4db8c-2806-4347-9f2b-c207e9aaecb6.jpeg\" alt=\"Eine Mohnplantage in Afghanistan\" width=\"496\" height=\"330\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/05\/7cb4db8c-2806-4347-9f2b-c207e9aaecb6.jpeg 496w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/05\/7cb4db8c-2806-4347-9f2b-c207e9aaecb6-300x200.jpeg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/05\/7cb4db8c-2806-4347-9f2b-c207e9aaecb6-128x86.jpeg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 496px) 100vw, 496px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-17085\" class=\"wp-caption-text\">Eine Mohnplantage in Afghanistan<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die WissenschaftlerInnen erstellten eine Karte aller bekannten F&#xE4;lle von Drogenkonfiszierungen und Terroranschl&#xE4;gen in Zentralasien und erhielten so ein Instrument um die gegenseitigen Verbindungen dieser Ph&#xE4;nomene aufzukl&#xE4;ren. Dabei arbeiteten sie nicht auf Ebene der ganzen Staaten, sondern deren einzelner Regionen, denn auf gesamtstaatlicher Ebene gleichen sich die einzelnen Indikatoren gew&#xF6;hnlich an und die regionale Spezifik verw&#xE4;ssert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die terroristische Aktivit&#xE4;t wurde anhand dreier Indikatoren gemessen: die Anzahl der auf dem entsprechenden Gebiet innerhalb eines Jahres begangenen Terrorakte, die Gesamtzahl der Opfer dieser Attentate und ein spezieller Terror-Index, der vom australischen <a href=\"http:\/\/economicsandpeace.org\/\">Institut f&#xFC;r Wirtschaft und Frieden<\/a> entwickelt wurde und den Einfluss extremistischer Aktivit&#xE4;ten auf die Bev&#xF6;lkerung misst. Als Indikator f&#xFC;r den Drogenhandel diente die Menge des in dem bestimmten Gebiet innerhalb eines Jahres konfiszierten Opiums und Heroins. Die Daten stammen aus der Datenbank des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCro_der_Vereinten_Nationen_f%C3%BCr_Drogen-_und_Verbrechensbek%C3%A4mpfung\">B&#xFC;ros der Vereinten Nationen f&#xFC;r Drogen- und Verbrechensbek&#xE4;mpfung (UNODC)<\/a>, die mit Informationen von den Mitgliedsl&#xE4;ndern, Interpol und den Au&#xDF;enstellen des UNODC gespeist wird. Anschlie&#xDF;end wurden die Daten kartographisch visualisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben den Schl&#xFC;sselvariablen beziehen die ForscherInnen einige sozio&#xF6;konomische, demographische und topographische Faktoren mit ein, wobei sie sich auf staatliche Statistiken st&#xFC;tzen. Kindersterblichkeit, Jugendarbeitslosigkeit und die Anzahl an &#xD6;l- und Gasquellen wurden als indirekte Indikatoren f&#xFC;r das regionale Entwicklungsniveau herangezogen, die Anzahl der Studierenden als Indikator f&#xFC;r Bildungsm&#xF6;glichkeiten. Der Gesamtumfang des (auf Stra&#xDF;en transportierten) Warenverkehrs deutet auf die Entwicklung der Infrastruktur der Region hin und der Abstand zur Grenze und die Anzahl der Grenz&#xFC;bertritte tritt als Risikofaktor in Bezug auf Drogenhandel in Erscheinung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Heroin und Terror<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und was zeigt die Statistik? Die gr&#xF6;&#xDF;te Menge an Opiaten (2000-2334 Kilogramm) wurde im Gebiet <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Provinz_Surxondaryo\">Suchandarja<\/a> in Usbekistan konfisziert. Diese grenzt direkt an die afghanische Provinz <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Balch_(Provinz)\">Balch<\/a>, die nicht nur f&#xFC;r ihre Laboratorien zur Heroin-Herstellung bekannt ist, sondern auch f&#xFC;r den Drogentransit aus anderen Regionen des Landes. Insgesamt wurde das meiste Heroin im S&#xFC;den Tadschikistans beschlagnahmt (Provinz <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chatlon\">Chatlon<\/a> und das Autonome Gebiet <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berg-Badachschan\">Berg-Badachschan<\/a>). Dort wurde Drogen in dem einen oder anderen Umfang in fast allen Bezirken sichergestellt. Terrorakte fanden hingegen in den Grenzregionen sowie in den Hauptst&#xE4;dten Tadschikistans und Kirgistans statt &#x2013; ebenso an der turkmenisch-afghanischen Grenze, im Westen Kasachstans und in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Almaty\">Almaty<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Bindungskraft zwischen Drogenhandel und Terrorismus zu messen, verwendeten die WissenschaftlerInnen die <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Poisson_regression\">negative binomische Regression<\/a> &#x2013; ein generalisiertes Linienmodell, in den die abh&#xE4;ngige Variable Terrorismus anhand der Anzahl an Terrorakten und Opfern bewertet wurde. Alles in allem erscheint die Menge konfiszierter Opiate als bedeutender Faktor, der die Zahl der Terroropfer beeinflusst: je mehr Opiate in einem Gebiet beschlagnahmt wurden, desto mehr Opfer. Die Anzahl der Terroranschl&#xE4;ge scheint hingegen davon nicht beeinflusst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lest auch auf Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/afghanistan-eine-herausforderung-fur-zentralasien\/\"><strong>Afghanistan &#x2013; eine Herausforderung f&#xFC;r Zentralasien<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Heroin &#xE4;ndert sich das Bild: Der Heroinhandel ist unmittelbar mir der H&#xE4;ufigkeit von Terrorakten verbunden. Die WissenschaftlerInnen weisen darauf hin, dass der Einfluss eines Faktors auf den anderen&#xA0; nicht immer hoch ist. Die H&#xE4;ufigkeit der Anschl&#xE4;ge erh&#xF6;ht sich deutlich von 1,15 bei 500 Kilogramm beschlagnahmten Heroins pro Gebiet und Jahr auf 3,75 je 600 Kilogramm. Der durchschnittliche Wert liegt aber in Zentralasien bei 48,2 Kilogramm pro Gebiet und Jahr und Orte an denen 500 Kilogramm erreicht werden, sind selten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die sozio&#xF6;konomischen Variablen betrifft, kamen die WissenschaftlerInnen zu einem auf den ersten Blick paradoxen Schluss: in Gebieten mit hoher Kindersterblichkeit sind die terroristischen Aktivit&#xE4;ten gering und dort, wo die Bev&#xF6;lkerung von h&#xF6;heren Bildungsm&#xF6;glichkeiten profitiert, hingegen hoch! M&#xF6;glicherweise wiederholen sich in Zentralasien die Erfahrungen aus Pal&#xE4;stina und dem Libanon: der Hisbollah und der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hamas\">Hamas<\/a> schlie&#xDF;en sich laut Statistiken vor allem Menschen aus gebildeten und finanziell abgesicherten Familien an. Der Entwicklungsstand der Infrastruktur und der Zugang zu Jobs im Staatssektor &#x2013; all das erweist sich als wichtiger Faktor der Stabilisierung, welche vor Extremismus &#x201E;rettet&#x201C;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verbindungen nicht offensichtlich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Statistik sowie die Kartierung erlauben allgemeine R&#xFC;ckschl&#xFC;sse &#xFC;ber die gegenseitigen Beziehungen zwischen Drogenhandel und Terrorismus zu ziehen, aber sie erkl&#xE4;ren nicht die konkreten Mechanismen der Beeinflussung. Deswegen betrachteten die WissenschaftlerInnen alle zwischen 2008 und 2016 in Zentralasien begangenen Terroranschl&#xE4;ge und untersuchten welche Regelm&#xE4;&#xDF;igkeiten erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Gruppe von Terroranschl&#xE4;gen bilden das Selbstmordattentat auf die chinesische Botschaft 2016,zu dem sich die Islamische Bewegung Ost-Turkestans bekannte, sowie die Anschl&#xE4;ge auf Milizposten und andere Objekte in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Xonobod\">Chanabad<\/a>&#xA0; und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andijon\">Andischan<\/a> 2009, die von der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Islamische_Dschihad-Union\">Islamischen Dschihad-Union<\/a> begangen wurden. Es ist bekannt, dass beide Terrororganisationen Geld mit Drogenhandel verdienen. Die Islamische Dschihad-Union wurde damit zum Erben der Islamischen Bewegung Usbekistans (IDU), von der sie sich Anfang der 2000er Jahre abgespalten hatte. Die IDU war in den 90er Jahren der wichtigste Importeur afghanischer Opiate.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17086\" aria-describedby=\"caption-attachment-17086\" style=\"width: 496px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-17086\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/05\/b059daf1-86cc-4b08-b577-1d8277d5e2e8.jpeg\" alt=\"Die Best&#xE4;nde eines Drogenlabors werden verbrannt\" width=\"496\" height=\"519\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/05\/b059daf1-86cc-4b08-b577-1d8277d5e2e8.jpeg 496w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2019\/05\/b059daf1-86cc-4b08-b577-1d8277d5e2e8-287x300.jpeg 287w\" sizes=\"auto, (max-width: 496px) 100vw, 496px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-17086\" class=\"wp-caption-text\">Die Vernichtung eines Drogenlabors in Afghanistan<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine zweite Gruppe bilden Vorf&#xE4;lle, bei denen lokale Eliten, die Einkommen aus Drogentransit beziehen, mitwirkten. Konflikte zwischen diesen lokalen Eliten und der Zentralmacht f&#xFC;hrten nicht selten zu Terrorismus. Nach Meinung der WissenschaftlerInnen gibt Tadschikistan hierf&#xFC;r ein gutes Beispiel &#x2013;&#xA0; insbesondere die Terroranschl&#xE4;ge in Duschanbe und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wahdat\">Wachdat<\/a> im September 2015 und die Liquidierung von Mirso Sijow im Rahme der Anti-Drogen-Operation &#x201E;Mohn-2009&#x201C;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzte Gruppe von Terroranschl&#xE4;gen ist &#xFC;berhaupt nicht mit Drogen verbunden. Sie umfasst die Ereignisse im Gebiet <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gebiet_Tsch%C3%BCi\">Tschui<\/a> in Kirgistan. Obwohl die Region f&#xFC;r ihren vor der Staatsmacht erfolgreich versteckten Marihuana-Anbau bekannt ist, geschahen die Terroranschl&#xE4;ge hier gem&#xE4;&#xDF; den WissenschaftlerInnen aus vollkommen anderen Gr&#xFC;nden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles in allem sind sich die WissenschaftlerInnen sicher, dass es einen (wenn auch geringen) Einfluss des Drogenhandels auf den Terrorismus in Zentralasien gibt. Dabei ist dieser Effekt beim Heroin deutlicher ausgepr&#xE4;gter als bei Opiaten. Wichtiger erscheint den ForscherInnen aber, dass sie charakteristische &#x201E;rote Fahnen&#x201C; identifiziert haben &#x2013; Bezirke, die sowohl f&#xFC;r Drogenhandel als auch f&#xFC;r Extremismus anf&#xE4;llig sind. Dies sind Bezirke, in denen die Infrastruktur und das Gesundheitssystem schwach entwickelt sind, in denen es mehr M&#xE4;nner als Frauen gibt und in denen die Jugendarbeitslosigkeit hoch ist. Diese Bezirke liegen nah an den Grenzen und an Gebieten, in denen die Herstellung und der Transit von Drogen verbreitet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Artjom Kosmarskij f&#xFC;r <\/strong><a href=\"https:\/\/fergana.agency\/articles\/106174\/\"><strong>Fergana-News<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei <\/span><a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\"><span style=\"font-weight: 400;\">Twitter<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Facebook<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\"><span style=\"font-weight: 400;\">Telegram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/novastan\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Linkedin<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> oder <\/span><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">Instagram<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. 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