{"id":15140,"date":"2018-10-11T15:33:24","date_gmt":"2018-10-11T13:33:24","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=15140"},"modified":"2018-10-16T16:59:18","modified_gmt":"2018-10-16T14:59:18","slug":"erdol-tadschikistan-kann-sich-nicht-selbst-versorgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/tadschikistan\/erdol-tadschikistan-kann-sich-nicht-selbst-versorgen\/","title":{"rendered":"Erd\u00f6l: Tadschikistan kann sich nicht selbst versorgen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Autofahren ist teurer geworden in Tadschikistan: Die Preise f&#xFC;r Kraftstoffe im Land sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Dadurch werden auch Lebensmittel teurer, die per LKW angeliefert werden. Die Regierung setzt nun auf Erd&#xF6;lerzeugnisse made in Tadschikistan. Aber die k&#xF6;nnten sogar noch teurer sein als die Import-Produkte. Folgender Artikel erschien im russischen Original bei <\/strong><a href=\"https:\/\/news.tj\/ru\/news\/tajikistan\/economic\/20180723\/tseni-na-toplivo-rastut-spasyot-li-situatsiyu-dangarinskii-npz\"><strong>Asia-Plus<\/strong><\/a><strong>.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Preis f&#xFC;r Fl&#xFC;ssiggas ist im Juni in Tadschikistan um fast 50 Prozent gestiegen, Benzin und Diesel sind 15 Prozent teurer geworden. Daraufhin erh&#xF6;hten private Bef&#xF6;rderungsunternehmen die Preise f&#xFC;r ihre Dienstleistungen. Deshalb kosten nun auch Lebensmittel, die per LKW geliefert werden, mehr. Die tadschikischen Beh&#xF6;rden erkl&#xE4;ren die Preiserh&#xF6;hung damit, dass die Preise f&#xFC;r Kraftstoff in den Export-L&#xE4;ndern gestiegen sind, insbesondere in Russland und Kasachstan.<\/p>\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/russland-und-china-der-lhebel-zentralasiens\/\"><strong>Russland und China. Der &#xD6;lhebel Zentralasiens<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Ministerium f&#xFC;r Energie und Wasser wird die Preissteigerung f&#xFC;r Erd&#xF6;lprodukte dadurch erkl&#xE4;rt, dass <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/rohstoff-oel-so-teuer-wie-zuletzt-1.3951581\">Roh&#xF6;l auf dem Weltmarkt<\/a> teurer geworden ist. <em>&#x201E;Vor einem Jahr kostete ein Barrel Erd&#xF6;l etwa 40 bis 50 US-Dollar, heute sind es schon mehr als 70 US-Dollar&#x201C;<\/em>, hei&#xDF;t es im Industrieministerium.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Der Weltmarkt ist schuld<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Kartellamt gibt man an, dass der Kraftstoffmarkt st&#xE4;ndig kontrolliert werde und die Preissteigerung rein sachliche Gr&#xFC;nde habe. Den Angaben des Amts zufolge koste eine Tonne Fl&#xFC;ssiggas, Benzin oder Diesel die tadschikischen Lieferanten heute fast 100 US-Dollar mehr als noch zu Beginn des Jahres. &#x201E;Wir k&#xF6;nnen von den Lieferanten nicht verlangen, ihre Produkte billiger zu verkaufen &#x2013; dann machen sie keinen Gewinn mehr. Und jedes Unternehmen will schlie&#xDF;lich Gewinn erwirtschaften. <em>Wenn wir den Lieferanten diesen Gewinn vorenthalten, ist der Markt f&#xFC;r sie nicht mehr rentabel und sie verkaufen keine Erd&#xF6;lerzeugnisse mehr. Dann haben wir einen Mangel, der zu einem noch gr&#xF6;&#xDF;eren Preisanstieg f&#xFC;hrt&#x201C;<\/em>, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Monopolkommission Nasar Odinasoda. Tadschikistan sei ein Kraftstoffimporteur und deshalb gezwungen, den Preisanstieg auf ausl&#xE4;ndischen M&#xE4;rkten hinzunehmen.<\/p>\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kasachstan\/kasachstans-abhangigkeit-von-importiertem-benzin-nimmt-zu\/\">Kasachstans Abh&#xE4;ngigkeit von importiertem Benzin nimmt zu<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Kartellamt hei&#xDF;t es, die Situation auf dem Kraftstoffmarkt k&#xF6;nne nur verbessert werden, wenn heimische Erd&#xF6;lerzeugnisse hergestellt w&#xFC;rden. <em>&#x201E;Die in der Region Dangara errichtete Erd&#xF6;lraffiniere wird sehr bald ihre Produktion aufnehmen. Zun&#xE4;chst werden dort 500.000 Tonnen Erd&#xF6;l verarbeitet, die Menge wird schrittweise auf 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr gesteigert. Dadurch k&#xF6;nnen wir unsere Kunden mit g&#xFC;nstigerem Kraftstoff versorgen&#x201C;<\/em>, sagt Nasar Odinasoda.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Probleme bei der heimischen Erd&#xF6;lverarbeitung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Erd&#xF6;lraffinerie in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Danghara\">Dangara<\/a> im S&uuml;dwesten Tadschikistans wurde schon Ende 2016 fertiggestellt. Errichtet wurde der Betrieb von einem tadschikisch-chinesischen Joint Venture, das aus der chinesischen Firma &bdquo;Dong Ying heli Investment and Development&ldquo; und der tadschikischen Firma &bdquo;Hasan &amp; Co.&ldquo; besteht. Aber die Inbetriebnahme wurde schon mehrfach verschoben. Als Grund gab man im Ministerium f&uuml;r wirtschaftliche Entwicklung und Handel an, dass die chinesischen Investoren sich mit ausl&auml;ndischen Lieferanten nicht &uuml;ber die Rohstofflieferungen einigen konnten. F&uuml;r den reibungslosen Betrieb der Fabrik m&uuml;sse das notwendige Roh&ouml;l vorher in ausreichender Menge besorgt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Tadschikistan verbraucht pro Jahr etwa 600.000 bis 700.000 Tonnen Kraftstoff f&#xFC;r Autos. Der Bedarf wird je zur H&#xE4;lfte aus Erd&#xF6;lerzeugnissen und Fl&#xFC;ssiggas gedeckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/usbekistan-exportiert-20-prozent-des-im-land-geforderten-gases\/\"><strong>Usbekistan exportiert 20 Prozent des im Land gef&#xF6;rderten Gases<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Energieexperten bezweifeln, dass die Erd&#xF6;lraffinerie in Dangara das Problem der hohen Kraftstoffpreise im Land l&#xF6;sen kann. <em>&#x201E;Die Sache ist die: Solche Fabriken werden in der Regel da gebaut, wo es gr&#xF6;&#xDF;ere Erd&#xF6;lvorkommen gibt. Je n&#xE4;her zum Rohstoffvorkommen, desto besser. Wenn man sich jetzt aber dazu entschlossen hat, da zu bauen, wo es &#xFC;berhaupt kein Erd&#xF6;lvorkommen gibt, sollte zumindest eine Erd&#xF6;lleitung verlegt werden. Sonst lohnt sich die Produktion nicht. In ganz Tadschikistan gibt es keine gr&#xF6;&#xDF;eren <\/em><em><a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/tadschikistan-will-energieproduzent-werden\/a-16968201\">Erd&#xF6;lvorkommen<\/a><\/em><em>. Und eine Erd&#xF6;lleitung aus dem Ausland zu verlegen ist sehr teuer. Deshalb muss der Rohstoff auf dem Landweg angeliefert werden. Das macht die Verarbeitung sehr teuer, wenn man den weiten Transportweg und die hohen Ausfuhrz&#xF6;lle in den Export-L&#xE4;ndern mit einberechnet&#x201C;<\/em>, erkl&#xE4;rt der unabh&#xE4;ngige Energiefachmann Safar Ajubow.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zwar k&#xF6;nne die Produktion aufgenommen werden, die Eigenkosten des Betriebs geben ihm aber zu denken, f&#xFC;gte er hinzu. <em>&#x201E;Ich f&#xFC;rchte, dass die Eigenproduktion am Ende teurer wird, als importierter Brennstoff&#x201C;<\/em>, sagt er.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/wer-fordert-ol-in-kirgistan\/\"><strong>Wer f&#xF6;rdert &#xD6;l in Kirgistan?<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Laut dem &#xD6;konomen Rustam Saidow seien Steuererm&#xE4;&#xDF;igungen f&#xFC;r Lieferanten und H&#xE4;ndler das Einzige, was die Preise des tadschikischen Brennstoffmarkts stabilisieren k&#xF6;nne: <em>&#x201E;Die Regierung kann die Steuern und Z&#xF6;lle f&#xFC;r den Import und die Herstellung der Erd&#xF6;lprodukte senken und sie damit billiger machen.&#x201C;<\/em> Jedoch erlaube das die aktuelle Finanzlage den Beh&#xF6;rden nicht, weil sie selbst nach M&#xF6;glichkeiten suchen, das Budget zu f&#xFC;llen, so Saidow.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Pajraw Tschorschanbijew, <\/strong><a href=\"https:\/\/news.tj\/ru\/news\/tajikistan\/economic\/20180723\/tseni-na-toplivo-rastut-spasyot-li-situatsiyu-dangarinskii-npz\"><strong>Asia-Plus<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Russischen von Christina Spitzm&#xFC;ller<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei&#xA0;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company-beta\/5246815\/\">Linkedin<\/a>&#xA0;oder&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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