{"id":15087,"date":"2018-10-05T10:55:04","date_gmt":"2018-10-05T08:55:04","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=15087"},"modified":"2018-10-05T10:55:04","modified_gmt":"2018-10-05T08:55:04","slug":"die-grose-herausforderung-haushaltsmull-in-kirgistan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/die-grose-herausforderung-haushaltsmull-in-kirgistan\/","title":{"rendered":"Die gro\u00dfe Herausforderung: Haushaltsm\u00fcll in Kirgistan"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>Je h&#xF6;her das Entwicklungsniveau ist, desto mehr h&#xE4;uft sich in Kirgistan der Abfall. Die Beh&#xF6;rden k&#xE4;mpfen darum, gen&#xFC;gend effiziente Abfallverwertungsanlagen zu schaffen, doch dies f&#xFC;hrt zu gesundheitlichen und &#xF6;kologischen Problemen. Eine Analyse.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Organisation der Abfallwirtschaft entwickelt sich in Kirgistan immer weiter zur Herausforderung. Nach Angaben kirgisischer Beh&#xF6;rden produziert jeder Einwohner des Landes 211 Kilogramm M&#xFC;ll pro Jahr (zum Vergleich: in Deutschland sind es 626 kg). Nach Angaben des kirgisischen Statistikamtes kam das Land, das zu den &#xE4;rmsten in Zentralasien z&#xE4;hlt, 2016 auf &#xFC;ber 1,2 Millionen Tonnen festen Haushaltsm&#xFC;ll. Aber nur die gr&#xF6;&#xDF;ten St&#xE4;dte verf&#xFC;gen &#xFC;ber die n&#xF6;tige Infrastruktur zur fachgerechten Entsorgung. In den D&#xF6;rfern k&#xFC;mmern sich die Einwohner selbst darum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es gibt noch immer kaum L&#xF6;sungen f&#xFC;r die Abfallverwertung. Selbst die Einrichtung von M&#xFC;lldeponien, wo M&#xFC;ll durch Ablagerung beseitigt wird, ist ein Wunschtraum: Von den 386 von den Beh&#xF6;rden identifizierten Deponien sind 333 illegal, das hei&#xDF;t, sie haben keine Genehmigung der Kommunalregierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Problematische Deponien<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Selbst in den St&#xE4;dten ist die Lage bei weitem nicht optimal. Deponien verursachen &#xF6;kologische, gesundheitliche und hygienische Probleme. Die Risiken sind umso h&#xF6;her, als die Zahl der D&#xF6;rfer im Speckg&#xFC;rtel der Gro&#xDF;st&#xE4;dte seit den 2000er Jahren stark zugenommen hat, da eine Welle der Landflucht einsetzte. Einige der neuen D&#xF6;rfer liegen genau an den M&#xFC;lldeponien, die zu Sowjetzeiten noch weit entfernt von den gro&#xDF;en St&#xE4;dten eingerichtet wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch durch die Ausdehnung der St&#xE4;dte und ihrer Vororte befinden sich die Deponien immer n&#xE4;her an dicht besiedelten Gebieten. Es ist zwar verboten, H&#xE4;user im Umkreis von f&#xFC;nf Kilometern an einer Verbrennungsanlage zu errichten, trotzdem findet man immer wieder D&#xF6;rfer bei Bischkek und Osch, die genau in diesen Arealen angesiedelt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/die-grenzstadt-osch\/\"><strong>Die Grenzstadt Osch<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Deu ist eines dieser unerlaubten D&#xF6;rfer. Es steht ganz in der N&#xE4;he der Verbrennungsanlage von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Osch\">Osch<\/a> im S&#xFC;den des Landes und z&#xE4;hlt schon einige Familien, die ohne Genehmigung gebaut haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>St&#xE4;dtischer Wachstum holt die Deponiestandorte ein<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach aktuellen Angaben des staatlichen Gesundheits- und Epidemologiezentrums liegen in Kirgistan 31 Hausm&#xFC;lldeponien mitten in st&#xE4;dtischen Gebieten, von denen die H&#xE4;lfte (55 Prozent) nicht die geltenden hygienischen Standards erf&#xFC;llt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Gro&#xDF;e Deponien in Kirgistan stellen somit gesundheitliche Probleme dar und bedrohen die Umwelt. Der Bereich der Deponien wird nicht vollst&#xE4;ndig gesch&#xFC;tzt. Dadurch gelangen Papier- und Plastikt&#xFC;ten ins Freie und zerst&#xF6;ren die Biodiversit&#xE4;t und die Sch&#xF6;nheit der nahe gelegenen Natur.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15091\" aria-describedby=\"caption-attachment-15091\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15091\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/10\/svalka_osh_03.jpg\" alt=\"M&#xFC;lldeponie bei Osch in Kirgistan\" width=\"1200\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/10\/svalka_osh_03.jpg 1200w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/10\/svalka_osh_03-300x200.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/10\/svalka_osh_03-768x512.jpg 768w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/10\/svalka_osh_03-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/10\/svalka_osh_03-128x86.jpg 128w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-15091\" class=\"wp-caption-text\">Die Abfallwirtschaft wird zunehmend zum Problem f&#xFC;r Kirgistan<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Laut Gesetz m&#xFC;ssen Hausm&#xFC;llunternehmen diese Bereiche desinfizieren, doch infolge des Ausbaus der M&#xFC;llverbrennungsanlagen und mangelnder Ressourcen werden nicht alle Abf&#xE4;lle beseitigt. Die Deponie von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tscholponata\">Tscholpon-Ata<\/a>, der gr&#xF6;&#xDF;ten touristischen Stadt neben dem Issikk&#xF6;lseeim Osten des Landes, liegt an einem Berg unterhalb der Stadt. Wenn es regnet, vermischt sich das Wasser der M&#xFC;lldeponie mit dem Fluss und flie&#xDF;t in den See ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>&#xA0;Eine gef&#xE4;hrliche Situation f&#xFC;r die Einwohner<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch f&#xFC;r Einwohner wird die Situation immer unangenehmer. Rosa Tachtanova, Chef&#xE4;rztin in Deu, stellt fest, dass immer mehr Menschen an Asthma und Durchfall leiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der &#xF6;stlichen Stadt Karakol fanden Forscher der Tynystanov-Universit&#xE4;t heraus, dass die Konzentration der Schwermetalle in der st&#xE4;dtischen Deponie viel zu hoch ist. Die Zinkkonzentration beispielsweise betrug im Boden bis zu 200 mg\/kg, w&#xE4;hrend die erlaubten H&#xF6;chstwerte f&#xFC;r diese Region bei 40 mg\/kg liegen. Die Schwermetalle sind bereits in geringen Mengen giftig und dringen durch den Boden bis hin zum Grundwasser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Situation wird immer schwieriger. Nach Angaben des Statistikamtes von Kirgistan entsprach die Einwohnerzahl der Hauptstadt Bischkek und der zweitgr&#xF6;&#xDF;ten Stadt Osch am 1. Januar 2018 mehr als einem Viertel der Gesamtbev&#xF6;lkerung, also 1,5 Millionen Menschen. Beide St&#xE4;dte wachsen von Jahr zu Jahr. Dieses Bev&#xF6;lkerungswachstum ist zwangsl&#xE4;ufig mit einem Anstieg der Abfallmengen in diesen St&#xE4;dten verbunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Abfallwirtschaft wird reguliert aber nicht befolgt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Trotz der chaotischen Situation ist die Abfallordnung im kirgisischen Recht gut definiert. Seit Mai 2015 schreibt ein vom ehemaligen Pr&#xE4;sidenten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Almasbek_Atambajew\">Almasbek Atambajew<\/a> unterzeichnetes Gesetz eine Geldstrafe f&#xFC;r die Aufbewahrung und Verbrennung von Abf&#xE4;llen an Orten vor, die nicht f&#xFC;r diesen Zweck vorgesehen sind. Darunter z&#xE4;hlen etwa &#xF6;ffentliche Orte wie Parks oder Stra&#xDF;enr&#xE4;nder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ver&#xE4;ndert hat sich allerdings noch nichts. Und das aus gutem Grund: Die Geldstrafen werden nur selten erhoben und noch viel seltener tats&#xE4;chlich bezahlt. Journalistin und Verlegerin von &#x201E;Vesti&#x201C;, einer kirgisischen Nachrichtenseite, sind vor allem um den Issikk&#xF6;lsee Naherholungsgebiete, &#xF6;ffentliche Pl&#xE4;tze und Stra&#xDF;en von M&#xFC;ll geradezu versch&#xFC;ttet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Bischkek scheitert an der Herausforderung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im September 2015 empfahl Almazbek Atambajew dem damaligen B&#xFC;rgermeister von Bischkek, <a href=\"https:\/\/ru.wikipedia.org\/wiki\/%D0%9A%D1%83%D0%BB%D0%BC%D0%B0%D1%82%D0%BE%D0%B2,_%D0%9A%D1%83%D0%B1%D0%B0%D0%BD%D1%8B%D1%87%D0%B1%D0%B5%D0%BA_%D0%9A%D0%B5%D0%BD%D0%B5%D1%88%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87\">Kubanytschbek Kulmatow<\/a>, zur&#xFC;ckzutreten, falls er die Sauberkeit in der Stadt nicht wiederherstellen sollte. Durch diesen Druck von offizieller Seite ist die L&#xF6;sung der Abfallfrage in den letzten f&#xFC;nf Jahren zu einer Hauptaufgabe geworden, vor allem die Frage nach den Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter des kommunalen Hausm&#xFC;lldienstes.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15089\" aria-describedby=\"caption-attachment-15089\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15089\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/10\/2016-08-11_18-46-27_394688_w.jpg\" alt=\"Illegale M&#xFC;lldeponie Bischkek Kirgistan\" width=\"1000\" height=\"609\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/10\/2016-08-11_18-46-27_394688_w.jpg 1000w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/10\/2016-08-11_18-46-27_394688_w-300x183.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/10\/2016-08-11_18-46-27_394688_w-768x468.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-15089\" class=\"wp-caption-text\">Eine illegale M&#xFC;lldeponie in der N&#xE4;he der kirgisischen Hauptstadt Bischkek<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Folglich stiegen 2016 die L&#xF6;hne der Angestellten von Tazalyk-Bischkek, dem gr&#xF6;&#xDF;ten kommunalen M&#xFC;llunternehmen Kirgistans, um das 2,5-fache. die Mitarbeiter l&#xE4;nger an ihren Posten zu halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Au&#xDF;erdem konnte Tazalyk-Bischkek 2014 mithilfe von Krediten der <a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwictISW4-zdAhVEDuwKHa32DgUQFjAAegQIAhAC&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.ebrd.com%2F&amp;usg=AOvVaw32hJeNVk9b_T9Sa3aNi67p\">Europ&#xE4;ischen Bank f&#xFC;r Wiederaufbau und Entwicklung<\/a> neue M&#xFC;llwagen und moderne Container f&#xFC;r die Stadt Bischkek kaufen. Mehr als 40 modernisierte Lkws wurden bestellt, um den M&#xFC;ll aus den neuen M&#xFC;llcontainern, die in der Hauptstadt aufgestellt wurden, zu verladen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Trotz der Versuche, die Arbeitssituation der Fahrer und M&#xFC;llm&#xE4;nner von Tazalyk-Bischkek zu verbessern, bleibt die Situation der Abfallentsorgung in den abgelegenen Vororten Bischkeks und in den D&#xF6;rfern Kirgistans beklagenswert. Kulmatow trat schlie&#xDF;lich am 6. Februrar 2016 von seinem Amt zur&#xFC;ck, obwohl der offizielle Grund nicht mit der Abfallwirtschaft zusammenh&#xE4;ngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>D&#xF6;rfer in Grauzonen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Situation in Bischkek spiegelt bei Weitem nicht die Realit&#xE4;t des gesamten Landes wider, dessen Bewohner zu 66 % in D&#xF6;rfern wohnen. In diesem Bereich ist die Abfallwirtschaft eine der noch ungel&#xF6;sten Herausforderungen. Die Bewohner l&#xE4;ndlicher Regionen k&#xFC;mmern sich ausschlie&#xDF;lich selbst um die Beseitigung ihres M&#xFC;lls, den sie entweder verbrennen oder in ihren G&#xE4;rten kompostieren. Tatjana Poletajewa aus . Alles andere wird in ihrem Garten verbrannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zahlreiche Studien belegen, dass durch die Verbrennung von Abf&#xE4;llen in nicht ausgewiesenen Anlagen giftige und umweltsch&#xE4;dliche Stoffe freigesetzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">2016 starteten Jugendliche in <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/At-Bashy\">At-Baschy<\/a>, einer Ortschaft in Zentralkirgistan, ein Projekt und erhielten vom kirgisischen Institut f&#xFC;r Jugendentwicklung Geld f&#xFC;r das Aufstellen von M&#xFC;lltonnen in ihrem Dorf. Bisher wurde aus dem Projekt jedoch noch keine Bilanz gezogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wirtschaft und Zivilgesellschaft &#xFC;bernehmen die Verantwortung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W&#xE4;hrend Haushaltsabf&#xE4;lle in den St&#xE4;dten bereits gesammelt werden, gibt es in den Siedlungen noch kein Sortiersystem. Um diese L&#xFC;cke zu schlie&#xDF;en, arbeiten einige Unternehmen in Kirgistan an der Schaffung einer Kreislaufwirtschaft. Gebrauchtes Papier beispielsweise wird von <a href=\"http:\/\/paper.kg\/\">Paper.kg<\/a> gesammelt, vor allem in den gro&#xDF;en B&#xFC;ros in Bischkek. Plastikflaschen werden insbesondere von Unternehmen gesammelt, die Fenster herstellen, wie etwa <a href=\"http:\/\/livingasia.online\/2017\/02\/23\/bishkek_plastic\/\">Agroprom Holding<\/a>, die sich sogar auf die R&#xFC;cknahme dieser Flaschen spezialisiert haben. Auch von Obdachlosen wird dieses Recyclingsystem unterst&#xFC;tzt, indem sie Plastikflaschen sammeln und gegen etwas Geld zu diesen Firmen bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch bei Novastan: <\/strong><a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/kirgistan-wie-die-frauen-das-fliesende-wasser-zuruck-nach-an-oston-brachten\/\"><strong>Wie die Frauen das flie&#xDF;ende Wasser zur&#xFC;ck nach An Oston brachten<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W&#xE4;hrend der Sowjetzeit mussten die B&#xFC;rger Pl&#xE4;tze in der N&#xE4;he ihrer Arbeit und ihres Zuhauses im Fr&#xFC;hjahr reinigen. Diese &#x201E;Subbotnik&#x201C; (&#x201E;Samstagsarbeit&#x201C;) gibt es nach wie vor auf freiwilliger Basis. So wurden die B&#xFC;rger vom 1. M&#xE4;rz bis zum 31. Mai auf Gehei&#xDF; des ehemaligen Ministerpr&#xE4;sidenten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sapar_Dschumakadirowitsch_Isakow\">Sapar Isakow<\/a> dazu ermuntert, urbane und l&#xE4;ndliche Gebiete zu s&#xE4;ubern und aufzur&#xE4;umen. Am 31. M&#xE4;rz haben Sch&#xFC;ler, Studenten, Beamte und der aktuelle kirgisische Pr&#xE4;sident <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/dscheenbekow-und-seine-familie-das-ist-uber-den-zukunftigen-prasidenten-bekannt\/\">Sooronbaj Dscheenbekow<\/a> an den gro&#xDF;en kirgisischen Stadtreinigungsaktionen teilgenommen.<\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-6aE0rUIHyY<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em>&#x201E;Sauberes Leben&#x201C;, ein k&#xFC;rlich erschienener Rap-Videoclip zum Anlass des &#x201E;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/World_Cleanup_Day\">World Cleanup Day<\/a> 2018&#x2033;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">NGOs und Freiwilligenarbeit spielt vor allem bei der Abfallwirtschaft um den Issikk&#xF6;lsee zunehmend eine Rolle. Dazu geh&#xF6;rt <a href=\"http:\/\/ekois.net\/obshhestvennyj-fond-eko-demi-obyavlyaet-konkurs-sredi-eko-dobrovoltsev\/\">Eco Demi<\/a> unter der Regie von Aidschan Tschynybayewa. Der Verein organisiert Reinigungsaktionen rund um den See, der immer mehr zum Touristendomizil wird. Oft werden bekannte Personen eingeladen, um den Kampf gegen Abf&#xE4;lle, die in die Natur geworfen werden, popul&#xE4;r zu machen. Nach Angaben von Eco Demi konnten Freiwillige am Issikk&#xF6;lsee im Jahr 2017 rund 360 Tonnen Abfall sammeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dar&#xFC;ber hinaus wurde von der Jaschyl-Bilik-Stiftung ein Projekt ins Leben gerufen, in dessen Rahmen spezielle Container auf Deponien am Nord- und S&#xFC;dufer des Issikk&#xF6;lsees aufgestellt wurden. Laut Dimitrij Andrejew, dem Direktor der Stiftung, wird es an den Str&#xE4;nden bald Container zur M&#xFC;lltrennung geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Teufelskreis der Abfallwirtschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Trotz zahlreicher Bem&#xFC;hungen der &#xF6;ffentlichen Organisationen und Umweltinitiativen gibt es in Kirgistan noch immer keine Sortieranlage f&#xFC;r Hausm&#xFC;ll. Laut Kanat Echatow, Leiter der Abteilung f&#xFC;r Wohnwesen und &#xF6;ffentliche Dienste der Stadtverwaltung Bischkek, wurde zwar zwischen 2010 und 2015 ein Pilotprojekt durchgef&#xFC;hrt. Organisiert wurde es einem der Stadtviertel von Bischkek, doch die getrennte M&#xFC;llabfuhr hat versagt. Grund f&#xFC;r dieses Scheitern war laut Stadtrat, dass die Bev&#xF6;lkerung noch nicht bereit und motiviert war, ihren M&#xFC;ll zu sortieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Momentan bleibt das Abfallsystem in Kirgistan also eher l&#xFC;ckenhaft. Es geht noch immer nur darum, &#x201E;Hausm&#xFC;ll von A nach B zu bringen&#x201C;, also von der Stadt in die nahe gelegenen Deponien. Praktisch alle wichtigen Deponien in Kirgistan stellen jedoch Gesundheits- und Umweltgefahren f&#xFC;r ihre Umgebung dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Auf dem Weg zu einem klar definierten Ansatz f&#xFC;r die Hausm&#xFC;llwirtschaft?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Probleme der M&#xFC;lldeponien werden von den kirgisischen Medien kaum beachtet. Parallel dazu wird von der kirgisischen Regierung noch kein systematischer Ansatz zur Verbesserung der Abfallwirtschaft umgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Thema der Abfallwirtschaft erfordert auch einen neuen Ansatz f&#xFC;r die Bev&#xF6;lkerung, die viel st&#xE4;rker einbezogen werden muss, indem sie sich am Sortieren des Hausm&#xFC;lls beteiligt und sich der sch&#xE4;dlichen Auswirkung von Abf&#xE4;llen in der Natur bewusst wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch wenn das Sortiersystem und die entsprechende Infrastruktur auf kommunaler Ebene noch nicht eingerichtet sind, ist es an der Zeit, die Bem&#xFC;hungen von Beh&#xF6;rden, Privatunternehmen und der Bev&#xF6;lkerung zu b&#xFC;ndeln, um Hausabf&#xE4;lle besser verwalten und realistisch angehen zu k&#xF6;nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Gulnara Anapiiaeva<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Franz&#xF6;sischen von Elisabeth Rudolph<\/strong><\/p>\n<p>Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei&#xA0;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company-beta\/5246815\/\">Linkedin<\/a>&#xA0;oder&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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