{"id":14656,"date":"2018-08-15T14:08:48","date_gmt":"2018-08-15T12:08:48","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=14656"},"modified":"2019-03-12T21:54:37","modified_gmt":"2019-03-12T20:54:37","slug":"turkmenistan-aufklarung-im-fall-muradowa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/turkmenistan\/turkmenistan-aufklarung-im-fall-muradowa\/","title":{"rendered":"Turkmenistan: Aufkl\u00e4rung im Fall Muradowa?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Vereinten Nationen erkl&#xE4;ren den turkmenischen Staat verantwortlich f&#xFC;r den Tod der Journalistin <a href=\"https:\/\/cpj.org\/data\/people\/ogulsapar-muradova\/\">Ogulsapar Muradowa<\/a>, die f&#xFC;r eine lokale Ausgabe von Radio &#x201E;Liberty&#x201C; in Ashgabat t&#xE4;tig war. Die 58-j&#xE4;hrige Frau starb im Juli 2006 in einem turkmenischen Gef&#xE4;ngnis. Den folgenden Artikel von <a href=\"http:\/\/www.fergananews.com\/news\/31759\">Fergana News<\/a> &#xFC;bersetzen wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der UN-Ausschuss f&#xFC;r Menschenrechte beschuldigt die turkmenischen Beh&#xF6;rden der Ermordung von Ogulsapar Muradowa, einer Journalistin der Radiostation &#x201E;Azatlyk&#x201C; (eine lokale Version von Radio &#x201E;Liberty&#x201C;). Dies wurde am 3. August 2018 auf der Website des Radiosenders gemeldet.<\/p>\n<p><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/pressefreiheit-die-lage-in-zentralasien-verschlechtert-sich\/\">Pressefreiheit &#x2013; Die Lage in Zentralasien verschlechtert sich<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Muradowa war nicht nur freie Schriftstellerin, sondern auch Mitbegr&#xFC;nderin der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Turkmen_Helsinki_Foundation_for_Human_Rights\">turkmenischen Helsinki-Stiftung f&#xFC;r Menschenrechte<\/a> und Mitglied einer unabh&#xE4;ngigen Menschenrechtsgruppe in Bulgarien. Im Juni 2006 wurde sie zusammen mit ihrem Bruder, Sapardurdy Hadschijew, und einem Mitarbeiter der Helsinki-Stiftung, Annakurban Amanklytschew, verhaftet. Die drei wurden urspr&#xFC;nglich der Spionage f&#xFC;r ausl&#xE4;ndische Nachrichtendienste bezichtigt. Sp&#xE4;ter lauteten die Anklagen auf &#x201E;illegalen Erwerb, Besitz oder Verkauf von Munition oder Schusswaffen.&#x201C; Amanklytschews Familie behauptete sp&#xE4;ter, dass die Strafverfolgungsbeh&#xF6;rden Patronen in das Auto von Annakurban Amanklytschew deponiert h&#xE4;tten, um falsche Beweise zu schaffen. <em>Amnesty International, Front Line, Reporter ohne Grenzen <\/em>und <em>Human Rights Watch<\/em> erkl&#xE4;rten die Anklagen alle f&#xFC;r inszeniert. Einen Monat nach der Festnahme erfuhren die Verwandten, dass die Angeklagte Muradowa im Gef&#xE4;ngnis verstorben ist.<\/p>\n<p><strong>Spuren von Folter im Gef&#xE4;ngnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am K&#xF6;rper von Muradova wurden sp&#xE4;ter Spuren der Folter gefunden. Auf ihrer Stirn wurde ein tiefer Schnitt festgestellt und an ihrem Hals fand man Prellungen, die auf eine Strangulation hindeuten. Auf ihrer Hand fand man au&#xDF;erdem drei offene Wunden, an ihrem Knie sah man Schwellungen und H&#xE4;matome und auf ihrem Oberschenkel gab ebenfalls Prellungen. Dennoch verk&#xFC;ndeten die Beh&#xF6;rden zun&#xE4;chst, dass Muradowa &#xAB;aus nat&#xFC;rlichen Gr&#xFC;nden&#xBB; gestorben sei. Sp&#xE4;ter bezeichneten sie ihren Tod als Selbstmord.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nun hat der UN-Menschenrechtsausschuss offiziell verk&#xFC;ndet, dass Muradowa f&#xFC;r ihre journalistische T&#xE4;tigkeit und f&#xFC;r ihr Menschenrechtsengagement in Haft kam und die Ursache f&#xFC;r ihren Tod sowie die Folter nicht richtig durch die turkmenischen Beh&#xF6;rden untersucht worden waren. Der Ausschuss fordert die turkmenischen Institutionen dazu auf, den Tod der Journalistin sorgf&#xE4;ltig zu untersuchen und Ma&#xDF;nahmen zu ergreifen, um die eigene Glaubw&#xFC;rdigkeit wiederherzustellen. Zudem sollten den Angeh&#xF6;rigen Entsch&#xE4;digungen ausgezahlt werden.<\/p>\n<p><strong>&#xA0;<\/strong><strong>Die Situation der Angeh&#xF6;rigen und Kollegen Muradowas<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Bruder von Ogulsapar Muradowa und von Sapardurdy Hadschijew, Annadurdy Hadschijew, nannte die Entscheidung des Ausschusses &#x201E;einen traurigen Sieg.&#x201C; Er sagte: <em>&#x201E;Gleichzeitig erinnert uns diese Entscheidung an die anderen Menschen, die nach massiver Folter in turkmenischen Gef&#xE4;ngnissen gestorben sind und an diejenigen, die auf Grund von inszenierten Anklagen noch immer in Gefangenschaft sind. Leider ist der Fall meiner Schwester keine Ausnahme, sondern eine Verbildlichung der turkmenischen Realit&#xE4;t.&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Sapardurdy Hadschijew und Annakurban Amanklytschew wurden 2013 freigelassen. Sie haben ihre Strafe vollst&#xE4;ndig verb&#xFC;&#xDF;t. Im Jahr 2015 hat der UN-Ausschuss f&#xFC;r Menschenrechte Folterungsma&#xDF;nahmen an Hajiyev offiziell benannt. Die Beh&#xF6;rden von Turkmenistan haben auf diese Entscheidung in keiner Weise reagiert.Der Bruder der ermordeten Menschenrechtsaktivistin, Annadurdy Hadschijew, ehemaliger Vorsitzender der Zentralbank von Turkmenistan, hat das Land im Jahr 2001 verlassen. Im Jahr 2002 wurde er auf Ersuchen der turkmenischen Beh&#xF6;rden in Bulgarien verhaftet, die ihn der Unterschlagung beschuldigten. Im Jahr 2003 weigerten sich die bulgarischen Beh&#xF6;rden Hadschijew auszuliefern und erkannten seine Verfolgung als politisch an. Im Jahr 2007 wurde der ehemalige Bankier jedoch erneut auf Wunsch von Turkmenistan verhaftet. Im Jahr 2008 wurde er gegen eine Kaution freigelassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">2008 erkl&#xE4;rte Annadurdy, dass die Haft von Sapardurdy und einer Reihe anderer Verwandter (sein Bruder Amandurdy Hadschijew, sein Schwager Serdar Begmedow) ein Versuch sei, Druck auf ihn auszu&#xFC;ben. Im Februar 2018 hat der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Europ%C3%A4ischer_Gerichtshof_f%C3%BCr_Menschenrechte\">Europ&#xE4;ische Gerichtshof f&#xFC;r Menschenrechte<\/a> die Beh&#xF6;rden Bulgariens dazu verpflichtet, eine Entsch&#xE4;digung an Annadurdy Hadschijews Tochter Dscheren zu zahlen. Durch die Inhaftierung ihrer Eltern verblieb die 14-J&#xE4;hrige zwei Wochen lang ohne elterliche F&#xFC;rsorge.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong><a href=\"http:\/\/www.fergananews.com\/news\/31759\">Fergana News<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei&#xA0;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company-beta\/5246815\/\">Linkedin<\/a>&#xA0;oder&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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