{"id":14256,"date":"2018-07-04T15:53:55","date_gmt":"2018-07-04T13:53:55","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=14256"},"modified":"2018-07-04T15:53:55","modified_gmt":"2018-07-04T13:53:55","slug":"alexander-wolkow-begrunder-der-modernen-kunst-usbekistans-teil-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/alexander-wolkow-begrunder-der-modernen-kunst-usbekistans-teil-12\/","title":{"rendered":"Alexander Wolkow \u2013 Begr\u00fcnder der modernen Kunst Usbekistans (Teil 1\/2)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexander_Nikolajewitsch_Wolkow\"><strong>Alexander Nikolajewitsch Wolkow<\/strong><\/a><strong> z&#xE4;hlt zu den herausragenden K&#xFC;nstlern sowohl Russlands als auch Usbekistans. Als russischst&#xE4;mmiger Maler und Graphiker, der in Usbekistan aufwuchs und dieser Heimat einen zentralen Platz in seinem Werk einr&#xE4;umte, gilt er nicht nur als Begr&#xFC;nder einer eigenen Kunstschule, sondern auch einer K&#xFC;nstlerdynastie. Das Nachrichtenportal &#x201E;<\/strong><a href=\"https:\/\/nuz.uz\/kultura-i-iskusstvo\/16134-sozvezdie-hudozhnikov-volkovyh-chast-1.html\"><strong>Novosti Usbekistana<\/strong><\/a><strong>&#x201C; widmete Alexander Wolkow und seinen S&#xF6;hnen eine Reihe von Artikeln, deren ersten Teil wir hier &#xFC;bersetzen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In den besten Museen und Privatsammlungen Russlands und Usbekistans ziehen die flammenden Farben der Bilder von Alexander Nikolajewitsch Wolkow sofort den Blick der Kunstkenner auf sich. In der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tretjakow-Galerie\">Tretjakow-Galerie<\/a> und im Staatlichen Kunstmuseum der V&#xF6;lker des Ostens, im Staatlichen Museum der bildenden K&#xFC;nsten Usbekistans und im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kunstmuseum_Nukus\">Staatlichen Kunstmuseum Karakalpakstans<\/a> in Nukus, im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russisches_Museum\">Russischen Museum<\/a> in St. Petersburg und im Museum &#x201E;Neues Jerusalem&#x201C; in der Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Istra\">Istra<\/a> und in anderen Museen der ehemaligen UdSSR befinden sich seine Meisterwerke der Avantgardekunst. Und auch als wertvolle Exponate internationaler Ausstellungsprojekte finden sie besondere Beachtung bei Kunstkennern und Sammlern.<\/p>\n<p><strong>Kindheit in Turkestan<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der russischst&#xE4;mmige Alexander Nikolajewitsch Wolkow wurde am 31. August 1886 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Farg%CA%BBona\">Fergana<\/a>&#xA0;geboren, in die Familie von General Nikolaj Iwanowitsch Wolkow, Oberarzt des 14. Linienbataillons <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Turkestan\">Turkestans<\/a>. Die Mutter des k&#xFC;nftigen K&#xFC;nstlers &#x2013; Feodosija Filippowna, geborene Davidowa &#x2013; trug zusammen mit ihrem Ehemann die Lasten des Milit&#xE4;rlebens im weit von den russischen Metropolen entfernten Turkestan, und bot alle Kraft f&#xFC;r die Erziehung der Kinder auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der kleine Sascha war nur zwei Jahre alt, als der Vater in eine an Afghanistan grenzende Garnison geschickt wurde. Deswegen zog die Familie 1888 nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kerki\">Kerki<\/a>, einen der dr&#xFC;ckendhei&#xDF;esten Orte Zentralasiens, wo sie 10 Jahre verbrachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Vater tr&#xE4;umte davon, dass der Sohn ebenfalls Karriere beim Milit&#xE4;r machen sollte. So ging der k&#xFC;nftige K&#xFC;nstler im Alter von 14 Jahren ins zweite <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Orenburg\">Orenburger<\/a> Kadettenkorps. Aber die Karriere beim Milit&#xE4;r zog den Jungen nicht an. Nach der Entlassung 1905 begann Wolkow ein Studium an der Physikalisch-Mathematischen Fakult&#xE4;t der St. Petersburger Universit&#xE4;t und besuchte gleichzeitig die Privatschule des Aquarellk&#xFC;nstlers Bortniker.<\/p>\n<p><strong>Lehrjahre in Petersburg und Kiew <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Generalssohn aus Turkestan konnte nicht in St. Petersburg leben, ohne von der Kunst infiziert zu werden. Nach den asiatischen Steppen und uralten exotischen Ruinen machte das Venedig des Nordens einen magischen Eindruck auf ihn. Alexander entschied, K&#xFC;nstler zu werden. Er immatrikulierte sich an der Obersten Kunstschule und studierte bei anerkannten Meistern der bildenden K&#xFC;nste wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nicholas_Roerich\">Nikolaj Roerich<\/a> und Iwan Bilibin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch auf diesem Ausbildungsniveau wollte der junge Maler nicht verharren. 1912 zog er nach Kiew, um weitere vier Jahre an der Kiewer Kunstschule bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fedir_Krytschewskyj\">Fjodor Kritschewskij<\/a> und Wladimir Menk zu studieren. 1914 stellte er erstmals seine Werke in einer gemeinsamen Ausstellung von Sch&#xFC;lern der Kunstschule aus. Zu diesem Zeitpunkt war Alexander Wolkow 28 Jahre alt und er musste sich Gedanken um seinen beruflichen Werdegang machen.<\/p>\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/zentralasiens-freiheit-der-kunst\/\">Zentralasiens Freiheit der Kunst<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W&#xE4;hrend der Kiewer Jahre kam Wolkow auch erstmals mit dem Geist von Byzanz in Kontakt. Die Mosaike in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sophienkathedrale_(Kiew)\">Sophienkathedrale<\/a> und die Fresken des genialen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Michail_Alexandrowitsch_Wrubel\">Michail Wrubel<\/a> in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kirche_des_heiligen_Kyrill_(Kiew)\">Kirche des heiligen Kirill<\/a>&#xA0;beeindruckten ihn sehr und er&#xF6;ffneten ihm neue M&#xF6;glichkeiten der bildenden Kunst. Auch die neusten Str&#xF6;mungen der zeitgen&#xF6;ssischen franz&#xF6;sischen Kunst beeinflussten den Maler. Wolkow hatte diese beim privaten Treffen mit den Sammlern Morosow und Schtschukin in Moskau kennengelernt. Als besonders interessant erschienen ihm der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kubismus\">Kubismus<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Futurismus\">Futurismus<\/a>, deren Elemente auch in sein eigenes Werk einflie&#xDF;en sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Alexander Wolkow war nicht nur K&#xFC;nstler, er hatte auch einen wundervollen Tenor. Er nahm Gesangsunterrichts, sang im Freundeskreis und w&#xE4;hrend eines Besuchs bei seinen Eltern in Taschkent lernte er die talentierte Operns&#xE4;ngerin Maria Taratunina kennen. Die beiden verliebten sich und, obwohl es noch ein Jahr bis zur Beendigung von Wolkows Studium dauern sollte, heirateten bald. Im Jahr darauf erhielt Wolkow den Abschluss und kehrte nach Taschkent zur&#xFC;ck, wo er bis zu Ende seines Lebens bleiben sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Thema des Ostens und seiner Farben beherrschte das Werk des jungen K&#xFC;nstlers schon in Kiew. Im letzten Jahr vor dem Abschluss schuf er eine Serie von Aquarellen und &#xD6;lgem&#xE4;lden &#x2013; die Zyklen &#x201E;Wasser und Steine&#x201C; und &#x201E;Frauen vor dem Masar (ein heiliger islamischer Ort, Anm. d. &#xDC;.)&#x201C; &#x2013; in denen sich die tiefe philosophische Geisteshaltung des Malers zeigt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_14263\" aria-describedby=\"caption-attachment-14263\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-14263\" src=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/7872236214_68131561c0_z-300x190.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/7872236214_68131561c0_z-300x190.jpg 300w, https:\/\/novastan.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/7872236214_68131561c0_z.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\"\/><figcaption id=\"caption-attachment-14263\" class=\"wp-caption-text\">Alexander Wolkow &#x2013; Karawane<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>R&#xFC;ckkehr nach Taschkent<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch womit soll ein K&#xFC;nstler in Taschkent seinen Lebensunterhalt verdienen? Nach seiner R&#xFC;ckkehr 1916 gab Wolkow Graphikunterricht an verschiedenen Volksschulen der Stadt. Nach der Oktoberrevolution von 1917 unterrichtete er in P&#xE4;dagogischen Kursen am Taschkenter Lehrerinstitut, danach Zeichnen an der Taschkenter Hochschule f&#xFC;r Eisenbahner. Seine Aquarelle, Skizzen und &#xD6;lgem&#xE4;lde entstanden in seiner Freizeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wolkow glaubte an die Idee von Gleichheit, Br&#xFC;derlichkeit und Gerechtigkeit. Mit der ihm eigenen Hingabe widmete er sich der Organisation und k&#xFC;nstlerischen Gestaltung des Revolutionsfeiertages in Taschkent. Er sah aber auch, wie in diesen von Petrograd weit entfernten Orten die jahrhundertealte Kultur von den Bajonetten unverst&#xE4;ndiger Revolutionssoldaten bedroht wurde.<\/p>\n<p>Alexander Wolkow wurde zum ersten Direktor des neuen Kunstmuseums ernannt, welches auf Basis der Sammlung eines Gro&#xDF;f&#xFC;rsten der Romanow-Dynastie eingerichtet wurde. In dieser Funktion arbeitete er aber nur wenige Monate &#x2013; Verwaltung ist nicht f&#xFC;r einen k&#xFC;nstlerisch schaffenden Menschen. Zugleich entstand in seinem bescheidenen Atelier &#x2013; einem Zimmer des Hauses, welches er mit seiner Frau bewohnte &#x2013; sein Zyklus &#x201E;&#xD6;stliches Element&#x201C;.<\/p>\n<p><strong>Lest auch bei Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/usbekistan\/umida-achmedowa-eine-ausnahmekunstlerin-in-usbekistan\/\">Umida Achmedowa &#x2013; eine Ausnahmek&#xFC;nstlerin in Usbekistan<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1919 wurde erstmals ein Artikel zum Werk Alexander Wolkows ver&#xF6;ffentlicht. Er erschien in der Zeitung &#x201E;Rotes L&#xE4;uten&#x201C; und war mit dem Pseudonym Dschura unterschrieben, hinter dem sich ein Freund des K&#xFC;nstlers, der Kritiker und Dichter Jurij Poslawskij, verbarg. In dem Artikel zeigen sich die Atmosph&#xE4;re und Geisteshaltung der Zeit. Indem er sich an den europ&#xE4;isierten Kenner Turkestans wendet, schreibt Poslawskij &#xFC;ber das Werk des turkestanischen K&#xFC;nstlers:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>&#x201E;Vielleicht zum Gl&#xFC;ck oder vielleicht leider: Wolkow macht aus seiner Arbeit ein Geheimnis. Der Wunsch, sein Werk nicht zum Eigentum des &#x201E;Publikums&#x201C; zu machen, insbesondere des &#xF6;rtlichen Taschkenter Publikums, macht das Werk Wolkows fester, einzigartig, unabh&#xE4;ngig von aktuellem Geschmack und Launen. Aber ist es nicht an der Zeit, dass Wolkow aus der Periode des Geheimnisses heraustritt und den Turkestanern das Gef&#xFC;hl gibt, dass die Erde, auf der sie gehen, ihnen nicht so bekannt ist und dass der Boden, auf dem sie stehen, nicht so hart ist, wie er ihnen scheint?&#x201C;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Jahr 1920 hatte dann auch Wolkow selbst das Gef&#xFC;hl, dass es an der Zeit war, sich von der &#x201E;Periode des Geheimnisses&#x201C; loszusagen, und so entschied er seine Werke &#xF6;ffentlich zu zeigen. Im Geb&#xE4;ude der Turkestanischen Universit&#xE4;t in Taschkent wurde die erste Einzelausstellung Alexander Wolkows organisiert, welche gro&#xDF;es Interesse hervorrief. Der K&#xFC;nstler selbst setzte seine Suche fort, indem er immer neue Arbeiten schuf, wie das Bild &#x201E;Totenklage &#xFC;ber dem Grab&#x201C; oder &#x201E;Fensterglaskompositionen&#x201C; in Aquarelltechnik. Schlie&#xDF;lich folgte 1921 seine zweite Ausstellung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Fortsetzung folgt.<\/em><\/p>\n<p><em>&#xA0;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Tamara Sanajewa <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><a href=\"https:\/\/nuz.uz\/kultura-i-iskusstvo\/16134-sozvezdie-hudozhnikov-volkovyh-chast-1.html\"><strong>Novosti Usbekistana<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Russischen von Esmira Saudkasowa mit Erg&#xE4;nzungen der Redaktion<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\">Noch mehr Zentralasien findet Ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei&#xA0;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company-beta\/5246815\/\">Linkedin<\/a>&#xA0;oder&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alexander Nikolajewitsch Wolkow z&#xE4;hlt zu den herausragenden K&#xFC;nstlern sowohl Russlands als auch Usbekistans. 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