{"id":13437,"date":"2018-04-16T16:14:20","date_gmt":"2018-04-16T14:14:20","guid":{"rendered":"https:\/\/novastan.org\/de\/?p=13437"},"modified":"2019-11-29T07:30:21","modified_gmt":"2019-11-29T06:30:21","slug":"russland-china-und-die-usa-in-zentralasien-wirtschaft-und-geopolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/russland-china-und-die-usa-in-zentralasien-wirtschaft-und-geopolitik\/","title":{"rendered":"Russland, China und die USA in Zentralasien: Wirtschaft und Geopolitik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Eurasische Wirtschaftsunion, die &#x201E;Neue Seidenstra&#xDF;e&#x201C;, Sicherheitsinteressen und der Wettkampf um Einfluss: Auch wenn in der eurasischen Region zunehmend ambitionierte regional&#xF6;konomische Projekte entwickelt werden und alle involvierten Parteien grunds&#xE4;tzlich die Entwicklung des Handels und der Wirtschaft anstreben, verfolgen sie dennoch unterschiedliche und sogar konkurrierende geopolitische und strategische Interessen. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Anl&#xE4;sslich des Central Asia Security Workshops Anfang M&#xE4;rz haben die drei US-amerikanischen Experten Alexander Cooley, Jeff Mankoff und Roger Kangas hinsichtlich der Wechselwirkung zwischen Russland, China und den USA in Zentralasien, sowie deren Folgen Stellung bezogen. Unser Partner <a href=\"http:\/\/caa-network.org\/archives\/12735\">Central Asia Analytical Network<\/a> hat ihre Analysen und Prognosen zusammengetragen. Novastan.org &#xFC;bersetzt den Beitrag mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><u>Das Konzept des &#x201C;Greater Eurasia&#x201D;<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Alexander Cooley (Direktor, Harriman Institut; Claire Tow Professor f&#xFC;r Politikwissenschaft, Barnard College; Columbia University)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aus russischer Perspektive beschreibt das Konzept des &#x201C;Greater Eurasia&#x201D; eine Region zwischen Europa, Russland und Asien, in der Russland die zentrale Rolle einer Integrationsmacht zwischen dem wachsenden Asien und dem stagnierenden Europa spielt. Das russische Verst&#xE4;ndnis von Eurasien als eine von Moskau kontrollierte Region, die die <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/internationales\/europa\/russland\/analysen\/241483\/analyse-immer-noch-auf-der-suche-die-ovks-als-gemeinsamer-politischer-und-militaerischer-rahmen\">OVKS<\/a> (Organisation des Vertrags &#xFC;ber kollektive Sicherheit) sowie die <a href=\"http:\/\/www.gtai.de\/GTAI\/Navigation\/DE\/Trade\/Maerkte\/suche,t=entstehungsgeschichte-der-eurasischen-wirtschaftsunion,did=1644836.html\">EAWU<\/a> (Eurasische Wirtschaftsunion) beinhaltet, ist mittlerweile allerdings nicht mehr haltbar. Von Russland unterst&#xFC;tzte Organisationen stellen schon nicht mehr die wichtigsten Integrationskr&#xE4;fte in der Region dar. Aus diesem Grund ist es notwendig, ein neues Konzept von Eurasien zu erarbeiten, welches Chinas Schl&#xFC;sselrolle mit einbezieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/russlands-zentralasienpolitik-3-0\/\">Russlands Zentralasienpolitik 3.0.<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dies leistet das Konzept des &#x201C;Greater Eurasia&#x201D; auf drei Ebenen. F&#xFC;r Russland bleibt es eine Absicherung dem Westen sowie der EU und der NATO gegen&#xFC;ber. Zweitens &#x2013; und vielleicht ist dies der wichtigste Punkt &#x2013; stellt es eine offizielle Anerkennung der asymmetrischen Wirtschaftsmacht Chinas dar. Moskau scheint bereit, Chinas &#x201C;Belt and Road Initiative&#x201D; zu akzeptieren, als sei diese in Russlands Interesse. Drittens l&#xE4;sst sich das Konzept des &#x201C;Greater Eurasia&#x201D; mit Moskaus Ziel einer neuen, nicht-westlichen Weltordnung sowie der daraus folgenden F&#xF6;rderung nicht-westlicher sicherheits- und wirtschaftspolitischer Organisationen wie die Schanghaier Organisation f&#xFC;r Zusammenarbeit und die Eurasische Wirtschaftsunion, vereinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Harmonische Arbeitsteilung zwischen Peking und Moskau?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Arbeitsteilung zwischen Peking und Moskau in Zentralasien soll so aussehen, dass sich China um Wirtschaft und Investitionen k&#xFC;mmern wird, w&#xE4;hrend Russland Sicherheit und Politik gew&#xE4;hrleistet. Diese beiden Rollen scheinen sehr gut miteinander vereinbar zu sein. Doch harmoniert dar&#xFC;ber hinaus diese geopolitische Arbeitsaufteilung auch mit dem Konzept des &#x201C;Greater Eurasia&#x201D;? Kann die Rolle Chinas als reiner Investor und Wirtschaftspartner im Rahmen des &#x201C;Greater Eurasia&#x201D; bestehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Konzept des &#x201C;Greater Eurasia&#x201D; untersch&#xE4;tzt die regionale Lage Zentralasiens inmitten verschiedener wachsender Strukturen und Initiativen. Au&#xDF;erdem bleiben durch das Konzept einige Fragen unbeantwortet. &#x201C;Greater Eurasia&#x201D; l&#xE4;sst m&#xF6;gliche soziale, politische und geopolitische Spannungen au&#xDF;en vor, die ambitionierten Integrationsprozessen im Weg stehen k&#xF6;nnten. Die regionale Bedeutung Chinas w&#xE4;chst best&#xE4;ndig mit der &#x201C;Belt and Road Initiative&#x201D;, der neuen Rolle des Landes als Kreditgeber sowie der neuen sicherheitspolitischen Funktionen, die China in der Region aus&#xFC;bt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><u>Die Evolution der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU)<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Jeffrey Mankoff, stellvertretender Direktor und leitender Wissenschaftler des CSIS Russia and Eurasia Program. Mankoff ist Autor des Werkes &bdquo;Russian Foreign Policy: The Return of Great Power Politics&ldquo; (Rowman &amp; Littlefield, 2009) und Experte zu Fragen internationaler Sicherheit, russischer Au&szlig;enpolitik, regionaler Sicherheit im Kaukasus und Zentralasien, ethnischer Konflikte sowie Energiesicherheit.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Eurasische Wirtschaftsunion EAWU existiert und hat einen konkreten Einfluss auf die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und einer Reihe zentralasiatischer und postsowjetischer L&#xE4;nder. Die mit ihr zusammenh&#xE4;ngenden Bef&#xFC;rchtungen, die von manchen im Westen gehegt wurden, stellen sich allerdings als weitgehend unbegr&#xFC;ndet heraus. Einige der wichtigsten geopolitischen Bestrebungen, die Putin und die russische Machtelite mit der EAWU verfolgten, wurden bisher nicht umgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die EAWU und ihre geopolitischen Ziele <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die EAWU sollte urspr&#xFC;nglich am Beispiel der EU aufgebaut werden und sich von einer immer enger miteinander verwobenen Staatenunion zu einer supranationalen Struktur entwickeln. &#xA0;Eindeutig war auch, dass hinter der EAWU auch gr&#xF6;&#xDF;ere geopolitische Ziele standen. Putin hat einige dieser Ziele in einem <a href=\"https:\/\/iz.ru\/news\/502761\">Essay<\/a>, der im Oktober 2011 in der russischen Zeitung &#x201E;Iswestija&#x201C; erschienen ist, beschrieben. Darin schreibt er, die EAWU sei &#x201E;in der Lage zu einem der Pole in der modernen Weltordnung zu werden und dabei eine Vermittlerrolle zwischen Europa und dem Asiatisch-Pazifischen Raum einzunehmen.&#x201C; In gewisser Weise steht dahinter das Streben nach einer Russland-zentrierten Bastion der Integration: Die Vorstellung einer immer weniger bipolaren, sondern eher tri- oder multi-polaren Weltordnung, verbunden mit dem Bestreben, Russland und einige andere Staaten in seinem &#xA0;Orbit zu einem der Pole in dieser Ordnung zu positionieren. Die verschiedenen Pole, also der von Russland angef&#xFC;hrte und die anderen Pole &#x2013; die EU, der von China angef&#xFC;hrte Asien-Pazifikraum, und weitere &#x2013; sollen dann auf der Basis irgendeiner Gleichheit interagieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Kehrtwende?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Durch die Maidan-Proteste und den Ukraine-Konflikt wurde die letzten sechs bis sieben Jahre allerdings klar, dass die Ukraine wohl kaum ein Mitglied der EAWU werden w&#xFC;rde. Dies ist nicht allein die Position der derzeitigen Regierung: Jede Ukrainische Regierung, so prorussisch sie auch sein mag, wird sich gegen einen russischen Integrationsprozess entscheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Au&#xDF;erdem arbeitete China gleichzeitig zu den Entwicklungen in der Ukraine ein neues Projekt aus, welches auf einer v&#xF6;llig anderen Logik als das russische beruhte und bei dem gr&#xF6;&#xDF;ere finanzielle Mittel im Hintergrund standen. So versuchte Russland nun nicht nur die L&#xE4;nder der Region in seinen Orbit zu ziehen und so gegen europ&#xE4;ische Einfl&#xFC;sse resistent zu machen, sondern konkurrierte zudem mit China auf eine Weise, zu der Russland aus &#xF6;konomischer Sicht eigentlich nicht imstande ist. Dementsprechend fand eine gewisse Ver&#xE4;nderung dahingehend statt, inwiefern diese L&#xE4;nder gleichzeitig ihre Beziehungen zu Russland behalten und dabei neue &#xF6;konomische Verbindungen mit China aufbauen konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/die-neue-seidenstrase-ein-stand-der-dinge\/\">Die Neue Seidenstra&#xDF;e: Ein Stand der Dinge<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Astana, Minsk und einigen anderen Hauptst&#xE4;dten entstand zudem die Sorge, dass die EAWU zu einem Instrument &#xF6;konomischer und geopolitischer Dominanz Russlands werden k&#xF6;nnte, was sie in gewisser Weise schon war. In Folge dessen, fand nicht nur in der Ukraine eine Distanzierung zu dem Projekt statt, sondern auch &#x2013; in stillerer Form &#x2013; in Wei&#xDF;russland, Kasachstan, Armenien, Kirgistan und anderen L&#xE4;ndern. Als also schlie&#xDF;lich 2015 der Vertrag &#xFC;ber die Gr&#xFC;ndung der EAWU unterschrieben wurde (<a href=\"https:\/\/ria.ru\/economy\/20140529\/1009834276.html\">Vertrag von Astana<\/a>), fehlten einige der ehrgeizigsten Elemente, die Putin anfangs verfolgt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Ist die EAWU tot?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bedeutungslos ist die EAWU dennoch nicht. Den sp&#xFC;rbarsten Einfluss hatte sie auf die Zolltarife &#x2013; was auch nicht verwundert, da es sich schlie&#xDF;lich haupts&#xE4;chlich um eine Zollunion handelt. So harmonisierte die EAWU die Au&#xDF;entarife zwischen den Mitgliedsstaaten und baute interne Zollgrenzen ab, w&#xE4;hrend Entscheidungen &#xFC;ber Z&#xF6;lle nun supranational gef&#xE4;llt werden. In diesem Bereich findet tats&#xE4;chlich eine supranationale F&#xFC;hrung statt. Eigentlich sollte eine Verringerung der Zollbarrieren zu einer sp&#xFC;rbaren Erleichterung des Waren- und Personenverkehrs f&#xFC;hren. Diese Erwartungen waren allerdings etwas zu optimistisch, gerade angesichts der Tatsache, dass viele weitere Faktoren den Handel in der Region beeinflussen. So bleibt der Handel nach wie vor sehr stark auf das Zentrum &#x2013; Russland &#x2013; fokussiert. (In jedem Fall zeigte sich deutlich eine Verschiebung des Handels zwischen den Mitgliedsstaaten hin zum Zentrum &#x2013; Russland.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was erwartet die EAWU in Zukunft? Gem&#xE4;&#xDF; der Vereinbarung, die zwischen den Mitgliedsstaaten existieren, sollen in den n&#xE4;chsten acht Jahren (bis 2025) eine Reihe gemeinsamer M&#xE4;rkte entstehen: ein Energiemarkt, ein gemeinsamer Transport-Raum, eine gemeinsame Landwirtschaftspolitik und ein Finanzmarkt. Au&#xDF;erdem fanden Verhandlungen &#xFC;ber die Erweiterung der EAWU nicht nur mit postsowjetischen Staaten, sondern auch mit weiteren Akteuren statt. Erg&#xE4;nzende Handelsabkommen mit Indien, China, Israel, Singapur und anderen Staaten k&#xF6;nnten die Folge sein, konkrete Pl&#xE4;ne gibt es allerdings noch keine. Die Zukunft der EAWU und eventuelle zuk&#xFC;nftige Beitritte sind daher mehr als ungewiss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zusammenfassend l&#xE4;sst sich also festhalten, dass die EAWU existiert und funktioniert und auch durchaus in Bestimmten Bereichen Auswirkungen hat. Dennoch scheinen sich die geopolitischen Bestrebungen Putins aus dem Jahre 2011 nicht verwirklicht zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><u>Der heutige Einfluss der USA auf Zentralasien<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Roger Kangas, Akademischer Direktor und Professor f&#xFC;r Zentralasienstudien am Near East South Asia Center for Strategic Studies. Zuletzt arbeitete Dr. Kangas als Professor f&#xFC;r Zentralasienstudien am George C. Marshall Center for European Security in Garmisch-Partenkirchen, Deutschland.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das US-amerikanische Volk sei frustriert &#xFC;ber den nicht endenden Konflikt in Afghanistan, einschlie&#xDF;lich der laufenden Milit&#xE4;rausgaben und der Zahl menschlicher Opfer, so US-Pr&#xE4;sident Donald Trump in <a href=\"https:\/\/www.airforcetimes.com\/news\/pentagon-congress\/2017\/08\/22\/watch-president-trumps-entire-ft-myer-speech-to-troops-on-afghanistan\/\">seiner Rede vom 21. August 2017<\/a> auf der Milit&#xE4;rbasis Myers-Henderson Hall. Ihm zufolge soll der Konflikt gewonnen werden: &#x201C;Unsere Nation sollte ein ehrw&#xFC;rdiges und nachhaltiges Ergebnis herbeif&#xFC;hren, welches die vielen Opfer, insbesondere die menschlichen, rechtfertigt.&#x201D;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href=\"https:\/\/novastan.org\/de\/kirgistan\/s51-wie-steht-es-um-die-amerikanische-zentralasienpolitik\/\">C5+1: Wie steht es um die amerikanische Zentralasienpolitik?<\/a><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kritik am Konfliktmanagement der Obama Administration kann durchaus ge&#xE4;u&#xDF;ert werden. Obwohl Pr&#xE4;sident Obama Afghanistan eine strategische Bedeutung zusprach, lie&#xDF; er im Dezember 2009 verlauten, dass ein R&#xFC;ckzug der US-Streitkr&#xE4;fte Anfang 2011 beginnen sollte.&#xA0; So z&#xE4;hlten die US-amerikanischen Streitkr&#xE4;fte in Afghanistan im August 2011 noch 102 000 Personen, im Januar 2017 jedoch lediglich 8&#xA0;000 Soldaten, was eine Reduzierung um 92 Prozent darstellt. In der Zeit zwischen 2011 und 2017 hat sich die Situation in Afghanistan allerdings gravierend ver&#xE4;ndert: Ein Wiedererstarken der Taliban fand statt, die Bedeutungszunahme oppositioneller Kr&#xE4;fte sowie die Entstehung des sogenannten Islamischen Staates (ISIS) ver&#xE4;nderten die Machtbalancen vor Ort. Dies f&#xFC;hrte dazu, dass ein &#xDC;berdenken der amerikanischen Afghanistan-Strategie notwendig wurde und eine US-Pr&#xE4;senz auf l&#xE4;ngere Sicht &#x2013; zumindest bis zur Entstehung gewisser Bedingungen &#x2013; in Betracht gezogen und geplant werden musste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Eine neue Afghanistan-Strategie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dennoch: Das konkrete Ziel der US-Pr&#xE4;sens bleibt weiterhin unklar. Geht es um die Eliminierung aller terroristischer Gruppen in Afghanistan? Oder soll die Regierung darin unterst&#xFC;tzt werden, mit oppositionellen Kr&#xE4;ften zu kooperieren? Oder ist das Ziel vielmehr die F&#xF6;rderung der regionalen Zusammenarbeit? Parallel muss sich au&#xDF;erdem die Frage gestellt werden, welche Zukunft amerikanische Hilfe in der Region hat. Entwicklungshilfe, insbesondere durch USAID, besitzt hier eine entscheidende Bedeutung insofern, als dass sie in der Region zu einem &#x201E;Spillover-Effekt&#x201C; f&#xFC;hren kann. Hinsichtlich der sozialen und wirtschaftlichen Hilfe soll &#x201E;Das Wachstum der USA mithilfe von Investitionen, die den Markt f&#xFC;r US-Exporte vergr&#xF6;&#xDF;ern und eine Basis f&#xFC;r die amerikanische Wirtschaft bilden, gef&#xF6;rdert werden.&#x201C; Hier geht es weder um amerikanische Direktinvestitionen, noch um Entwicklungshilfe. Es geht einzig und alleine darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem US-Amerikanische Firmen ihre Arbeit machen k&#xF6;nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Sicherheitspolitische &#xDC;berlegungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aus sicherheitspolitischer Sicht ist das gr&#xF6;&#xDF;tes Problem schlie&#xDF;lich die Ungewissheit dar&#xFC;ber, wie lange Streitkr&#xE4;fte in Afghanistan positioniert bleiben sollten. Und wie viele sollen es sein &#x2013; 12&#xA0;000? 6&#xA0;000 oder 8&#xA0;000? Welche Mission kann ein solch kleines Kontingent besitzen? Wie es scheint, wird die Hauptaufgabe der Truppen im Bereich des Kampfes gegen den Terrorismus liegen &#x2013; also auf bestimmte Gruppierungen ausgerichtet&#x2013; dar&#xFC;ber hinaus interessanterweise auch im Bereich der Grenzkontrollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Diskussion &#xFC;ber sicherheitspolitische Fragen mit den zentralasiatischen Partnern geht es grunds&#xE4;tzlich nicht um innere Sicherheit, noch um die Rolle von Gro&#xDF;m&#xE4;chten in der Region. Stattdessen liegt der Fokus auf extremistischen Gruppen und der Gefahr &#x201E;heimkehrender ausl&#xE4;ndischer K&#xE4;mpfer&#x201C; &#x2013; ein Ph&#xE4;nomen, welches&#xA0; in der ganzen Region viel Aufmerksamkeit und gro&#xDF;e Sorgen erregt. Dabei geht es um tausende ausl&#xE4;ndische K&#xE4;mpfer, die f&#xFC;r ISIS in den Kampf nach Syrien und den Irak gezogen sind und nun zur&#xFC;ckkehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch wenn dies der US-amerikanische Fokus wird und dies die amerikanische Art ist, Au&#xDF;en- und Sicherheitspolitik zu definieren, beschr&#xE4;nken wir andere Arten, die Staaten der Region zu beteiligen. In diesem Kontext wird immer st&#xE4;rker diskutiert, ob dieses Desinteresse an Staatenbildung mit einem verringerten Interesse an Menschenrechten, Demokratisierung, der Entwicklung politischer Parteien und NGOs einhergeht. Ein Beispiel hierf&#xFC;r ist etwa ein <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/articles\/america-first-doesnt-mean-america-alone-1496187426\">Artikel des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters McMaster<\/a>, welcher letztes Jahr im Wall Street Journal erschienen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">K&#xF6;nnen die USA ein Akteur in der Region sein? Schlussendlich wird wahrscheinlich zu beobachten sein, wie sich die USA auf die Bereiche beschr&#xE4;nken, die ich gerade genannt habe. Nur ein radikaler Politikwechsel kann dies ver&#xE4;ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Im <a href=\"http:\/\/caa-network.org\/archives\/12735\">russischen Original<\/a> auf CAA-Network<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>Aus dem Russischen von Lydia Wachs<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify\">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kan&#xE4;len, schaut mal vorbei bei&#xA0;<a href=\"https:\/\/twitter.com\/novastan_de\">Twitter<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Novastan.org\/\">Facebook<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/telegram.me\/novastan\">Telegram<\/a>,&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company-beta\/5246815\/\">LinkedIn<\/a>&#xA0;oder&#xA0;<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/novastanorg\/\">Instagram<\/a>. 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