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	<title>Zensur Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Wed, 04 Mar 2026 10:42:44 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Zensur Archives</title>
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		<title>Turkmenistan zieht Profit aus der Internetzensur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Sep 2025 20:12:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Turkmenistan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Cybersicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>
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		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Internet in Turkmenistan ist erneut von massiven Blockaden betroffen. Waren derlei Kampagnen in der Vergangenheit Teil eines politischen Imperativs, so steckt dieses Mal ein anderes Ziel dahinter: individueller Profit. Seit Anfang Juli wurde das Internet in Turkmenistan von einer neuen Serie von Sperrungen heimgesucht. Wie das in den Niederlanden ans&#xE4;ssige unabh&#xE4;ngige Medium Turkmen.news berichtet, [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Das Internet in Turkmenistan ist erneut von massiven Blockaden betroffen. Waren derlei Kampagnen in der Vergangenheit Teil eines politischen Imperativs, so steckt dieses Mal ein anderes Ziel dahinter: individueller Profit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Anfang Juli wurde das Internet in Turkmenistan von einer neuen Serie von Sperrungen heimgesucht. Wie das in den Niederlanden ansässige unabhängige Medium Turkmen.news berichtet, sind große Teile des Internets für die Nutzer in Turkmenistan unzugänglich geworden. Die Behörden haben mehrere große digitale Subnetze mit jeweils mehr als 65.000 IP-Adressen auf ihre schwarzen Listen gesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/le-turkmenistan-veut-creer-son-propre-reseau-internet-coupe-du-monde/#:~:text=coup%C3%A9%20du%20monde-,Le%20Turkm%C3%A9nistan%20veut%20cr%C3%A9er%20son%20propre%20r%C3%A9seau%20Internet%20coup%C3%A9%20du,d%C3%A9j%C3%A0%20archa%C3%AFque%20et%20tr%C3%A8s%20censur%C3%A9.">Digitale Zensur</a>&nbsp;ist nichts Neues in dem am stärksten abgeschotteten Land Zentralasiens. Soziale Netzwerke, unabhängige Medien und Oppositionsplattformen sind seit mehreren Jahren unzugänglich. Doch diesmal soll die Einschränkung des Internetzugangs weniger der Informationskontrolle dienen, als vielmehr Einnahmen für die mit der Cybersicherheit betrauten Beamten generieren, enthüllt Turkmen.news.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zensur als Geschäftsstrategie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Lokale Quellen und Experten, die von diesem unabhängigen Medium befragt wurden, erklären, dass die neuen Beschränkungen einer Logik des persönlichen Profits folgen. Agenten des nationalen Cybersicherheitsdienstes würden zuerst gezielt ganze Internetsegmente blockieren und dann den Nutzern kostenpflichtige Lösungen anbieten, um die Verbote zu umgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-als-neuer-knotenpunkt-fuer-drohnen/">Zentralasien als neuer Knotenpunkt für Drohnen?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu diesen Lösungen gehören personalisierte OpenVPN-Lizenzen, die bei 1.000 Manat (ca. 50 Euro) pro Monat anfangen. Es ist auch möglich, für 2.000 Manat (ca. 100 Euro) pro Monat einen Platz auf den &#8222;weißen Listen&#8220; zu erwerben – diese bieten einen Zugang zu normalerweise gesperrten Seiten.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Wenn man bedenkt, dass der Durchschnittslohn in Turkmenistan 60 Dollar (ca. 52 Euro) beträgt, sind diese Preise exorbitant hoch, weshalb nur die Elite sich den Zugang zum gesamten Internet leisten kann. In der Vergangenheit schaltete die Regierung bei wichtigen Ereignissen oft das Internet ab, beispielsweise bei <a href="https://freedomhouse.org/country/turkmenistan/nations-transit/2024">der Einweihung der Stadt Arkadag</a> im Jahr 2023 oder bei politisch heiklen Ereignissen wie einer <a href="https://www.opensocietyfoundations.org/voices/how-internet-changed-face-tragedy-turkmenistan">Explosion in einem Lagerhaus in der Nähe von Aschgabat</a> im Juli 2011, bei der offiziell 15 Menschen starben. Mittlerweile erwägen die Behörden nicht mal mehr öffentliche Rechtfertigungen für die Internetbeschränkungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Desaströse Folgen für Cybersicherheit und Wirtschaft</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese neue, aus Profitgründen inszenierte, Einschränkung des Internets schwächt die Cybersicherheit des Landes erheblich. Aufgrund der hohen Preise für offizielle VPNs – einschließlich solcher, die die neuesten Antiviren-Updates wie Bitdefender oder einige Google-Dienste bereitstellen – müssen die Bürger auf nicht zertifizierte VPNs zurückgreifen, die häufig über informelle Kanäle bereitgestellt werden. Diese Tools setzen ihre Daten und Geräte <a href="https://timesca.com/turkmenistan-tightens-internet-blocks-to-promote-state-controlled-vpns/">einem erhöhten Risiko von Angriffen aus.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/zentralasien-als-neuer-knotenpunkt-fuer-drohnen/">Turkmenistan im Visier amerikanischer Reiserestriktionen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf wirtschaftlicher Ebene sind die Folgen ebenso gravierend. Laut dem turkmenischen Online-Medium Progres.Online <a href="https://progres.online/economy/the-state-of-the-turkmennet-in-2022-slow-expensive-and-censored/">kosten die häufigen Kürzungen und Einschränkungen die turkmenische Wirtschaft jedes Jahr</a> etwa 348.000 US-Dollar (ca. 300.000 Euro) pro Tag oder fast 127 Millionen US-Dollar (ca. 110 Millionen Euro). Ein Preis, den Aschgabat für die Kontrolle seiner Bevölkerung dennoch zu zahlen bereit ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Evan Chaisson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/turkmenistan/le-turkmenistan-cherche-a-tirer-profit-de-la-censure-dinternet/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Usbekischen Kunstwerken steht „spirituelle“ Überprüfung bevor</title>
		<link>https://novastan.org/de/usbekistan/usbekischen-kunstwerken-steht-spirituelle-ueberpruefung-bevor/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Nov 2024 08:22:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Direktor des Republikanischen Zentrums f&#xFC;r Spiritualit&#xE4;t und Aufkl&#xE4;rung in Usbekistan, Otabek Hassanov, plant die Gr&#xFC;ndung einer Expertengruppe, die k&#xFC;nstlerische Produktionen nach noch unklaren spirituellen Kriterien bewerten soll. Blogger sind besorgt und f&#xFC;rchten eine Zensur der Kunstindustrie. Am 9. November erkl&#xE4;rte Otabek Hassanov, der Leiter des Zentrums f&#xFC;r Spiritualit&#xE4;t und Aufkl&#xE4;rung, auf seiner Telegram-Seite, dass [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Direktor des Republikanischen Zentrums für Spiritualität und Aufklärung in Usbekistan, Otabek Hassanov, plant die Gründung einer Expertengruppe, die künstlerische Produktionen nach noch unklaren spirituellen Kriterien bewerten soll. Blogger sind besorgt und fürchten eine Zensur der Kunstindustrie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. November erklärte <a href="https://uz.wikipedia.org/wiki/Otabek_Hasanov">Otabek Hassanov</a>, der Leiter des Zentrums für Spiritualität und Aufklärung, auf seiner <a href="https://t.me/otabek_khasanov/2762">Telegram-Seite</a>, dass ein Expertenausschuss eingerichtet werden soll. Dieser soll prüfen, ob Filme, Serien, Cartoons und Musikvideos mit der Staatspolitik, den nationalen Werten und moralischen Kriterien konform sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauere Details zu dieser Expertengruppe sind noch unklar. Laut dem YouTube-Kanal des usbekischen Mediums <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qcYSKyJRHCM">Kun</a> soll sie aus einem künstlerischen Rat sowie aus Vertretern der Republik bestehen, die „Empfehlungen“ an die Medien aussprechen sollen. Ihre Aufgabe wird es sein, die Wirkung der Inhalte auf die Jugend zu bewerten und dabei sicherzustellen, dass die Produktionen nicht in den Bereich der „unmoralischen oder obszönen Propaganda“ fallen, so das usbekische Medium <a href="https://hook.report/2024/11/examination/">Hook</a>. Diese Prüfung wird sowohl bei inländischen als auch bei ausländischen Produktionen eingeführt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Nach sehr gemischten Reaktionen in den sozialen Medien hat das Republikanische Zentrum für Spiritualität und Aufklärung auf seinen Entwurf für eine spirituelle Prüfung reagiert, merkt <a href="https://kun.uz/ru/news/2024/11/12/v-tsentre-duxovnosti-i-prosveshcheniya-prokommentirovali-duxovnuyu-ekspertizu">Kun</a> an. Die Pressestelle versichert, dass dieses Projekt kein Zensurinstrument sein werde, da die Expertengruppe lediglich Empfehlungen ausspräche. Außerdem würde das Projekt usbekischen Eltern entgegenkommen, die befürchten, dass die jüngere Generation von unmoralischen Medieninhalten beeinflusst würde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Frage der Meinungs- und Kunstfreiheit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl mit dem Amtsantritt von <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/qui-est-le-nouveau-president-de-louzbekistan/">Schawkat Mirsijojew</a> im Jahr 2016 eine leichte Brise der Freiheit in Presse und Kunstindustrie hereinzog, ist die Lage nach wie vor bedenklich. In der Rangliste der Pressefreiheit 2024 von Reporter ohne Grenzen ist Usbekistan um 11 Plätze auf den 148. Platz abgerutscht. Grund dafür sind die Hürden und Gefahren, denen sich unabhängige Journalisten und Blogger aussetzen, sowie der Einfluss der Regierung auf die Medien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/pressefreiheit-in-zentralasiatischen-laendern-verschlechtert-sich/"><strong>Pressefreiheit in zentralasiatischen Ländern verschlechtert sich</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die spirituelle Überprüfung findet vor diesem Hintergrund der Unterdrückung von Bloggern und Kunstschaffenden statt. <a href="https://hook.report/2024/10/15-sutok-za-klip/">Hook</a> berichtet von zwei Bloggern, die wegen eines Videoclips zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt wurden, da das Strafgericht des Bezirks Yunusabad in Taschkent diesen als „obszön und verunglimpfend“ eingestuft hatte. Die beiden Blogger, Kamal Yussupov und Abror Gulyamov, inszenierten sich als Sexarbeiterinnen eingebettet in einem komödiantischen Handlungsstrang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Clip begann mit einem Warnhinweis: „Die Autoren wollen weder zum Handeln aufrufen noch ihre eigene Meinung in den Vordergrund stellen. Das Video wurde ausschließlich zu humoristischen Zwecken erstellt und enthält keine LGBT-Propaganda. Wir sind gegen Tabak, Alkohol und Drogen. Das Video kann anstößige Sprache enthalten. Altersbeschränkung 18+. Wenn Sie dieses Video weiter ansehen, bestätigen Sie, über diese Bedingungen informiert worden zu sein und ihnen zu zustimmen“. Trotz allem wurden die Blogger wegen sittenwidrigen Verhaltens verurteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-liberalisiert-sein-religionsgesetz/"><strong>Usbekistan liberalisiert sein Religionsgesetz</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die mediale Resonanz war enorm. Einige sehen darin eine Möglichkeit, traditionelle Werte und die jüngere Generation zu schützen, während andere darin eine klare Zensur sehen, stellt das usbekische Medium <a href="https://nuz.uz/2024/11/11/beznravstvennost-pod-zapretom-v-uzbekistane-vvodyat-czenzuru-na-mediaprodukcziyu/">Nuz</a> fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insider.uz hält dieses Projekt für einen Hebel der Unterdrückung, der den Mitgliedern ermöglicht, ihre eigene Voreingenommenheit maßgeblich miteinzubringen. Die Expertengruppe könnte beispielsweise Inhalte, die mehr Frauenrechte fordern, aussortieren oder Verfassungsgrundsätze nach Belieben uminterpretieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/gesellschaft-und-kultur/tadschikistan-verbietet-traditionelle-kleidung-und-einige-religioese-braeuche/"><strong>Tadschikistan verbietet fremde Kleidung und einige religiöse Bräuche</strong></a><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://lex.uz/docs/6451070">Artikel 12 und 82</a> der usbekischen Verfassung gehen auf genau die Zweifel an Zensur und Staatsideologie ein und sichern Meinungs- und Pressefreiheit. „In der Republik Usbekistan soll sich das öffentliche Leben auf der Grundlage der Vielfalt der politischen Institutionen, Ideologien und Meinungen entwickeln. Keine Ideologie darf zur Staatsideologie erhoben werden. [&#8230;] Zensur ist nicht erlaubt. Die Behinderung oder Einmischung in die Tätigkeit der Medien zieht die Haftung gemäß dem Gesetz nach sich.“</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Mathias Iochum für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/projet-dexamen-spirituel-productions-artistiques-ouzbekistan/">Französischen</a> von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kirgistan sperrt TikTok</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 May 2024 08:45:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Tiktok]]></category>
		<category><![CDATA[Verbot]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die kirgisische Regierung sperrt die App TikTok. Die Beh&#xF6;rden berufen sich dabei auf den Schutz von Kindern und nationalen Werten. Doch gibt es auch politische Gr&#xFC;nde? Kurze Videos, die einen durch ihren nicht zu verachtenden Suchtfaktor schnell mal die Zeit vergessen lassen: Das Erfolgsrezept von TikTok hat die Welt erobert und z&#xE4;hlt heute mehr als [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Die kirgisische Regierung sperrt die App TikTok. Die Behörden berufen sich dabei auf den Schutz von Kindern und nationalen Werten. Doch gibt es auch politische Gründe?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurze Videos, die einen durch ihren nicht zu verachtenden Suchtfaktor schnell mal die Zeit vergessen lassen: Das Erfolgsrezept von TikTok hat die Welt erobert und zählt heute mehr als<a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1356493/umfrage/anzahl-der-tiktok-nutzer-weltweit/"> 1,7 Milliarden Nutzer.</a> Die kirgisische Regierung sorgt sich jedoch um die Auswirkungen der App. Darum wurde sie im April dieses Jahres gesperrt, unter dem Vorwand, es handle sich um eine Maßnahme zum Schutz der Kinder.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Blockade, die in Kraft getreten ist</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 69% Nutzern in der Bevölkerung ist TikTok eines der beliebtesten sozialen Netzwerke des Landes. Mehr kirgisische Nutzer hat nur Instagram (72%), berichtet die kirgisische Nachrichtenagentur <a href="https://24.kg/english/282679_Kyrgyzstanis_name_most_popular_social_media/">24.kg.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verbreitung der App in der Gesellschaft <a href="https://24.kg/vlast/273819_ministerstvo_kulturyi_prosit_mintsifryi_zablokirovat_TikTok_vkyirgyizstane_/">beunruhigt</a> vor allem das kirgisische Kulturministerium bereits seit August letzten Jahres. Der Aufbau der kurzen Videos sei gefährlich, außerdem befinde sich das Zielpublikum oft noch in der kindlichen Entwicklungsphase. Die Stabilität der Kinderpsyche würde auf dieses Weise überstrapaziert. Zudem bestünde ein Risiko, dass bestimmte bedenkliche Trends nachgeahmt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte jedoch noch bis April, bis die Sperrung wirksam wurde. Laut dem Ministerium für digitale Entwicklung hätte das Staatliche Komitee für nationale Sicherheit die Sperrung zum Schutz von Kindern vor allem darum beantragt, weil es an einer wirkungsvollen Kontrolle der Inhalte fehle, erklärt <a href="https://kaktus.media/doc/499662_blokirovka_tiktok._politicheskoe_reshenie_ili_chto_to_drygoe.html">Kaktus Media</a>. Ab dem 18. April berichteten Leser von <a href="https://24.kg/english/291898__Kyrgyzstan_restricts_access_to_TikTok/">24.kg</a>, dass sie nicht mehr auf die Inhalte der App zugreifen konnten. Ihre Provider <em>O!</em>, <em>Beeline</em> und <em>Mega</em> setzten die Nutzer ebenfalls über die Sperrung in Kenntnis.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Politische, wirtschaftliche und soziale Folgen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">TikTok wird zwar oft als reine Unterhaltungsplattform betrachtet, bietet allerdings auch die Möglichkeit des Gedankenaustauschs. Aktivisten schreiten hier zur Tat, verbreiten Informationen und stellen bestimmte Verhaltensweisen an den Pranger. In diesem Sinne führt die Blockierung von TikTok auch dazu, dass bestimmte, als sensibel eingestufte Inhalte, nicht mehr verbreitet werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kaktus Media holt hier die Meinung des Rechtsanwalts <a href="https://kaktus.media/doc/499662_blokirovka_tiktok._politicheskoe_reshenie_ili_chto_to_drygoe.html">Akmat Alaguschew</a> ein: „Es handelt sich zuallererst um eine politische Frage. Und die hat zwei Seiten: Auf der einen werden die Kinder tatsächlich weniger Zeit in diesem sozialen Netzwerk verbringen. Auf der anderen werden die Inhalte dort ordentlich reguliert. Folglich ging es eher darum, die Bevölkerung daran zu hindern, die Behörden zu kritisieren“.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Seitens der Regierung hatte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Akylbek_Dschaparow">Akylbek Dschaparow</a>, Leiter des Ministerkabinetts, im Februar erklärt, dass er TikTok-Inhalte kontrollieren wolle, die „nicht den kirgisischen Traditionen entsprechen“, wie <a href="https://rus.azattyq.org/a/32837285.html">Radio Azattyk</a>, der kirgisische Zweig des US-Mediums Radio Free Europe, berichtete. Beispiele für solche Verstöße wären seiner Meinung nach, seine Schwiegereltern nicht zu respektieren oder sich scheiden zu lassen, vor allem als Frau. „Es ist eine Schande, dass all dies in den Netzwerken gepostet wird (&#8230;) und es ist dringend notwendig, all dies wieder auf die richtige Bahn zu lenken“, sagte er vor dem Vorstand des Kulturministeriums.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine unpopuläre und umstrittene Entscheidung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während der ersten Diskussionen um die Sperre im Jahr 2023 kam es zu Kritik: Blogger forderten das Ministerium auf, die Anordnung zurückzuziehen. Sie argumentierten, dies wirke sich riskant auf die Wirtschaft des Landes und Kleinunternehmen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch heute noch ist die Blockade unpopulär. In einer von 24.kg initiierten <a href="https://24.kg/tehnoblog/291879_blokirovka_TikTok_avyizaili_protiv_opros24kg/">Umfrage</a> sprechen sich 49% der Bevölkerung gegen die Blockierung von TikTok aus, während 31% diese gutheißen. Auch <a href="https://twitter.com/RSF_inter/status/1780612681348829231">Reporter ohne Grenzen</a> (ROG) äußerten sich besorgt über die Entscheidung: Laut ihnen würde der Vorwand des Kinderschutzes es den Regierungen ermöglichen, die Verbreitung von Informationen einzuschränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem würde dies kleine Unternehmen <a href="https://24.kg/obschestvo/273861_blokirovka_TikTok_vkyirgyizstane_chto_obetom_dumayut_populyarnyie_blogeryi_stranyi/">gefährden</a>, die auf soziale Netzwerke angewiesen sind, um auf sich aufmerksam zu machen und die Sichtbarkeit kirgisischer Künstler und touristischer Medien auf internationaler Ebene verringern. Der Abgeordnete Dastan Bekechev weist gegenüber <a href="https://kaktus.media/doc/499662_blokirovka_tiktok._politicheskoe_reshenie_ili_chto_to_drygoe.html">Kaktus Media</a> darauf hin, dass Kleinunternehmen und Start-ups „eine riesige Plattform verlieren werden, auf der sie bisher ihre Dienstleistungen mit minimalem Aufwand anbieten konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es handelt sich also um eine kontroverse Entscheidung mit weitreichenden Folgen für das Land, sowohl auf politischer als auch auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene. Lediglich über VPNs wird es der kirgisischen Bevölkerung weiterhin möglich sein, auf TikTok-Inhalte zuzugreifen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Situation von TikTok in Zentralasien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im Rest Zentralasiens ist das Thema brandaktuell.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Turkmenistan, wo viele Websites gesperrt sind, möchte die Regierung mithilfe von Influencern ein wohlhabendes und positives Bild des Landes vermitteln, berichtet <a href="https://rus.azathabar.com/a/v-turkmenistane-blogerov-vyzyvayut-na-dopros-ot-nih-trebuyut-voshvalyatь-stranu/32450229.html">Radio Azattyk</a>, der turkmenische Zweig von Radio Free Europe. Die Netzwerke werden genutzt, um das Bild des Regimes im Ausland herauszuputzen. Die Produzenten negativer Inhalte riskieren im Gegenzug Repressionen durch Erpressung oder Inhaftierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan ist eine Diskussion über die Blockierung der App entbrannt, berichtet das kasachische Medium <a href="https://kz.kursiv.media/2024-04-22/tksh-tiktok-zapret-balayeva/">Kursiv</a>. Laut der Kulturministerin <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Aida_Balaeva">Aida Balajeva</a> findet diese Diskussion einerseits vor dem Hintergrund der Sperrungen in Nachbarländern wie Kirgistan statt, andererseits gehe es darum, die Einheit des Landes zu wahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Usbekistan war 2022 eine Lockerung der Netzwerke zu beobachten: Usbekische Nutzer konnten wieder auf Twitter, VKontakte und WeChat zugreifen, nachdem diese 2021 gesperrt worden waren, berichtet der usbekische Ableger des russischen Medienunternehmens <a href="https://uz.sputniknews.ru/20220801/v-uzbekistane-razblokirovany-nekotorye-sotsseti-26724948.html">Sputnik</a>. TikTok blieb jedoch gesperrt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Caroline Jullien, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Arthur Siavash Klischat, Übersetzer für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>„Wir zeigen Erotik“ – Warum Theaterstücke in Zentralasien abgesagt werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Dec 2022 17:58:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kunstzensur besteht in allen zentralasiatischen Republiken, aber w&#xE4;hrend in gewissen nur einzelne Passagen gestrichen werden m&#xFC;ssen, werden in anderen ganze Produktionen oder gar Regisseure verboten. Der Artikel erschien erstmals am 14. November 2022 bei ASIA-Plus. Wir &#xFC;bersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. So wurde im Mai diesen Jahres das Theaterst&#xFC;ck &#x201E;Mankurt. Requiem&#x201C; in Tadschikistan [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kunstzensur besteht in allen zentralasiatischen Republiken, aber während in gewissen nur einzelne Passagen gestrichen werden müssen, werden in anderen ganze Produktionen oder gar Regisseure verboten. Der Artikel erschien erstmals am 14. November 2022 bei <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/life/culture/20221114/mi-pokazivaem-erotiku-pochemu-v-tsentralnoi-azii-otmenyayut-spektakli?tg_rhash=dad9b8f651f186">ASIA-Plus</a>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong>

So wurde im Mai diesen Jahres das Theaterstück „Mankurt. Requiem“ in Tadschikistan <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/life/culture/20220523/kto-i-pochemu-otmenil-postanovku-mankurt-barzu-abdurazzokova-v-dushanbe">abgesagt</a>. Damals teilten die Verantwortlichen des Theaters dem Publikum ohne Erklärung mit, das Stück sei „von oben“ verboten worden. Auch in Kirgistan haben die Behörden das Theaterstück „Déjà Vu“ abgesagt, mit der Begründung, es sei „präsidentenfeindlich“. Solche Praktiken sind auch in den übrigen Staaten Zentralasiens üblich.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Tadschikistan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Der berühmte tadschikische Regisseur Barzu Abdurazzokow hat seit einigen Jahren nicht mehr in tadschikischen Theatern inszeniert, leitete jedoch Dutzende von Produktionen in Kirgistan und Kasachstan. Über seine Aufführung von „Mankurt. Requiem“ meinte die tadschikische Kulturministerin Zulfija Dawlatzoda, dass „der Regisseur das Werk entstellt“ habe und „die Aufführung nicht der aktuellen Politik“ entspreche.

Neben den Inszenierungen von Abdurazzokow wurde 2017 auch die Inszenierung von <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/life/culture/20170802/skandal-vokrug-teatra-mayakovskogo-chto-proizoshlo-na-samom-dele">„Ich bin nicht wirklich da“</a> verboten. Regisseur Chursched Mustafojew erklärte gegenüber ASIA-Plus, das Stück sei abgesetzt worden, weil ein Journalist es „kritisierte“, ohne es überhaupt gesehen zu haben: <em>„Er sah ein Foto eines jungen Mannes ohne Hemd und schrieb, dass wir im Theater Erotik zeigen würden. Das Bild war symbolisch gemeint, da er am Ende des Stücks getötet wird. Wir wollten zeigen, wie ihm das Hemd vom Leib gerissen wird, als Metapher dafür, dass ihm die Seele oder das Leben gestohlen wird. Nach dem Artikel dieses Journalisten schalteten sich schließlich sogar die Behörden ein.“</em></p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Diese hätten die Aufführung schließlich überprüft und sichergestellt, dass sie keine Erotik enthielt, worauf der Journalist seinen Fehler bemerkte und sich entschuldigte. Das Stück hätte nun doch aufgeführt werden können, doch aus Verärgerung über den Vorfall wurde sich dagegen entschieden.

Abdurazzokow seinerseits ist nicht besorgt, dass seine Produktionen in Tadschikistan nicht gut ankommen. Im Gespräch mit Radio Ozodi nach der Aufführung des Stücks „Klassenkameraden. Lebensschule“, das im Rahmen des Internationalen Theaterfestivals Zentralasiens in Kasachstan aufgeführt wurde, meinte er, dass seine Arbeit „in seinem Heimatland nicht akzeptiert wird, dafür aber von der halben Welt.“
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kirgistan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Im Mai dieses Jahres verbot die Kunst- und Expertenkommission des kirgisischen Kulturministeriums die Aufführung des Theaterstücks „Déjà Vu“, das auf Alischer Nijazows (Pseudonym Alexej Tork) „Träume werden wahr“ <a href="https://kaktus.media/doc/460541_zapret_spektaklia_dejavu._takoy_je_spektakl_polychil_premiu_minkyltyry_v_2020_gody.html">basiert</a>. Der Grund dafür seien „Missachtung des Amtes des Präsidenten“, die „krummen Beine“ der Figur und die Rolle der Geliebten des Oligarchen gewesen.

Tork empörte sich auf seiner <a href="https://www.facebook.com/alexey.tork/posts/5189672047765205">Facebook-Seite</a>: <em>„Das Stück wurde in der Tat verboten. Und zwar von derselben eilig herbeigerufenen, großen, schrecklichen staatlichen Kommission, über die ich bereits geschrieben habe. Die Produktion wurde als präsidentenfeindlich und antikirgisisch deklariert. Die Kommission verlangte nämlich, das Stück radikal zu überarbeiten – die präsidenten- und kirgistanfeindlichen Zeilen zu streichen und das Stück neu zu schreiben, so dass es nicht mehr eine Geschichte über die Liebe und die zweifelhaften Träume fünf unglücklicher, verwirrter Figuren ist, sondern zum Beispiel eine soziale Geschichte über die Probleme von Wanderarbeitern. Das werde ich natürlich nicht tun, bei aller Liebe zu den Wanderarbeitern.“</em><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/ueber-die-selektivitaet-der-macht-fakes-duerfen-alles-schuld-sind-die-medien/">Über die Selektivität der Macht: Fakes dürfen alles, schuld sind die Medien</a></strong>

Es ist nicht bekannt, auf welchen Grundlagen das Stück verboten wurde. Das „Media Policy Institute“ wies darauf hin, dass Artikel 48 der kirgisischen Verfassung die Freiheit der „wissenschaftlichen, technischen, künstlerischen und anderen Arten von Kreativität“ garantiere und Zensur im Lande verbiete. Das Kulturministerium habe jedoch nicht erklärt, gegen welche konkreten Rechtsnormen der Inhalt des genannten Stücks verstoßen habe. Stattdessen sollte das Stück gemäß den Vorschlägen „angepasst“ werden – um den Begriff „Zensur“ zu umgehen.

Laut Tork werde das Stück nun <a href="https://www.facebook.com/alexey.tork/posts/5189672047765205">doch nicht uraufgeführt</a>: <em>„Es ist lächerlich, aber es wird keine Premiere von „Déjà Vu“ geben. Sie wurde zum zweiten Mal abgesagt und findet nun an einem privaten Ort statt. Aus Gründen, die sich meiner Kontrolle entziehen, wird es nun überhaupt keine Vorstellung geben. Ich habe im Moment keine weiteren Anmerkungen zu machen und entschuldige mich bei allen.“</em>

Dies ist bei weitem nicht die erste Aufführung, die in Kirgistan abgesagt wurde. Auch das Stück „Sollen wir auf Besserung warten, wenn drei Paschas an der Macht sind?“, das in Osch aufgeführt werden sollte, wurde kurz vor den Präsidentschaftswahlen 2021 abgesagt. Der Sonderdienst habe im Drehbuch „Anzeichen auf eine Kampagne gegen den Präsidentschaftskandidaten Sadyr Dschaparow“ gesehen.

Gemäß des Instituts für Medienpolitik betrachte das kirgisische Kulturministerium seine Maßnahmen nicht als Zensurversuch. In dessen Erklärung heißt es: „Aufführungen von Werken, die das Publikum und die jüngere Generation negativ beeinflussen oder das Ansehen der Nation schädigen, sind nicht erlaubt.“
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Im Jahr 2016 wurde das Theaterstück „Gespräch mit der Seele: Zeit, zu reden“ mit dem Theologen Shamil Alıautdinov in Kasachstan wegen religiöser Untertöne nicht aufgeführt, wie <a href="https://tengrinews.kz/picture_art/spektakl-uchastiem-aktera-marata-basharova-pokazali-294494/">Tengrinews.kz berichtet</a>. Der Ausschuss für religiöse Angelegenheiten des Ministeriums für Kultur und Sport erklärte, dass „das Stück Elemente religiöser Propaganda enthält, nämlich die Verbreitung der islamischen Doktrin. Dies wird als missionarische Tätigkeit angesehen.“ Die Institution meinte, im Drehbuch sei „ein religiöser Kontext“ mit religiösen Begriffen und dem Werben für religiöse Werte herauszulesen.

Im Jahr 2017 verbot die kasachische Kulturbehörde die Aufführung des Stücks „Baba Shanel“ des russischen Dramatikers Nikolaj Koljada im örtlichen Theater, <a href="https://meduza.io/news/2017/03/13/v-kazahstane-zapretili-pokaz-spektaklya-po-piese-nikolaya-kolyady-baba-shanel">schreibt Meduza</a>. Koljada meinte daraufhin, dass der Grund dafür wohl die Tatsache sei, dass der Leiter des Kulturministeriums im Stück „Rasenmäher“ genannt werde. Wenig später wurde vonseiten des Kulturministeriums behauptet, dass es sich beim Verbot des Stücks um eine Falschinformation handle und es bereits aufgeführt worden sei.

</p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Die Inszenierung habe innerhalb des kasachischen Theaters viele Kontroversen ausgelöst, und die Hälfte des künstlerischen Beirats sei gegen das Stück gewesen, weil es „zu viel Geschrei und zu wenig Charakterisierung der Figuren“ gebe. Dem Regisseur wurde geraten, einige Punkte zu überdenken. Koljada selbst deutete an, dass kasachische Beamte ihre Entscheidung überdachten, als das Verbot eine starke Reaktion in den sozialen Medien hervorrief.
</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Usbekistan</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Im September dieses Jahres verschob das Ilkhom-Theater die Premiere von „Mädchen des Untergrunds“ nach einer Entscheidung der usbekischen Theatergewerkschaft; <a href="https://kun.uz/ru/news/2022/09/10/v-minyuste-prokommentirovali-pismo-soyuza-teatralnyx-deyateley-uzbekistana-teatru-ilxom">Kun.uz berichtete</a>.

Das Projekt basiert auf Jenny Nordbergs Buch „Mädchen des Untergrunds von Kabul: Auf der Suche nach verstecktem Widerstand in Afghanistan“ und Interviews mit afghanischen Flüchtlingsfrauen und Menschen, die nach der Machtübernahme der Taliban noch in Afghanistan leben. Das Stück versuche, die Fragen zu beantworten, warum die Gesellschaft Männer bevorzugt und warum es manchen immer noch so schwerfällt zu akzeptieren, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sein können.

Die Theatergewerkschaft erklärte, dass „die Darstellung der sozialen, religiösen und politischen Situation in Afghanistan für die breite Öffentlichkeit auf der Grundlage einer westlichen Weltsicht, die nationale und religiöse Werte und Traditionen verurteilt, die bilateralen staatlichen Beziehungen zwischen Afghanistan und Usbekistan untergraben könnte.“ Eine Expertengruppe des usbekischen Kulturministeriums und des Verbandes des Theaterpersonals sollte das Drehbuch prüfen, bevor es aufgeführt werden könne.

&nbsp;
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Mazchab Dschuma und Schirin Rachmanowa für Asia Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.asiaplustj.info/ru/news/life/culture/20221114/mi-pokazivaem-erotiku-pochemu-v-tsentralnoi-azii-otmenyayut-spektakli?tg_rhash=dad9b8f651f186">Russischen</a> (gekürzt) von Michèle Häfliger</strong>
<p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Repressionen in Kirgistan: Ist das Land noch die „demokratische Insel“ Zentralasiens?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Emma Collet]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2022 17:19:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Repressionen]]></category>
		<category><![CDATA[Sadyr Dschaparow]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die R&#xFC;ckgabe des Kempir-Abad-Reservoirs an Usbekistan l&#xF6;ste in Kirgistan eine Welle von Demonstrationen aus. Damit brachte die Zivilgesellschaft ihre Unzufriedenheit mit der Entscheidung von Pr&#xE4;sident Sadyr Dschaparow zum Ausdruck, welche ohne demokratische Konsultation getroffen worden war. Rund 20 Aktivisten wurden verhaftet, die Beh&#xF6;rden &#xFC;ben weiterhin Druck auf unabh&#xE4;ngige Medien aus. Die Pr&#xE4;sidentschaft Dschaparows scheint eine [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die </strong><a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-uebergabe-eines-wasserreservoirs-an-usbekistan-fuehrt-zu-protesten/"><strong>Rückgabe des Kempir-Abad-Reservoirs an Usbekistan</strong></a><strong> löste in Kirgistan eine Welle von Demonstrationen aus. Damit brachte die Zivilgesellschaft ihre Unzufriedenheit mit der Entscheidung von Präsident Sadyr Dschaparow zum Ausdruck, welche ohne demokratische Konsultation getroffen worden war. Rund 20 Aktivisten wurden verhaftet, die Behörden üben weiterhin Druck auf unabhängige Medien aus. Die Präsidentschaft Dschaparows scheint eine autoritäre Wende zu nehmen – Zeit für eine Bilanz.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Lange galt Kirgistan als demokratische Ausnahme in Zentralasien. Doch die Repressionen gegen die Zivilgesellschaft unter Dschaparows Amtszeit sind zahlreich und stellen infrage, was von den erworbenen bürgerlichen Freiheiten noch übrig geblieben ist. So wird die Pressefreiheit immer wieder missbraucht; erst neulich sperrte die Regierung <a href="https://rus.azattyk.org/">Radio Azattyk</a> für zwei Monate, wie das kirgisische Medium <a href="https://24.kg/vlast/249223_minkulturyi_priostanovilo_nadva_mesyatsa_rabotu_sayta_azattyik_media/">24.kg berichtet</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls wurde <a href="https://www.rferl.org/Kyrgyzstan">Radio Free Europe</a> im September vom Ministerium für Kultur und Information aufgefordert, Informationen über den <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgisisch-tadschikischer-grenzkonflikt-verschaerft-sich/">Konflikt zwischen Kirgistan und Tadschikistan</a> von seiner Website zu entfernen. Die von <a href="https://www.youtube.com/watch?v=zGU3o1Y4p4w">Current Time</a>, einer Radio Azattyk untergeordneten Struktur, verbreiteten Informationen wurden bisher nicht gelöscht. </p>


<p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Novastan ist das einzige deutschsprachige Nachrichtenmagazin über Zentralasien. Wir arbeiten auf Vereinsgrundlage und <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/werde-unser-mitglied-werde-novastan/"><strong>Dank eurer Teilnahme</strong></a>. Wir sind <a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/unser-projekt/">unabhängig</a> und wollen es bleiben, dafür brauchen wir euch! Durch jede noch so kleine <strong><a href="https://novastan.org/de/novastan-ev/spenden/">Spende</a></strong> helft ihr uns, weiter ein realitätsnahes Bild von Zentralasien zu vermitteln.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph">

Parallel dazu wurden <a href="https://rus.azattyk.org/a/32096771.html">laut Radio Azattyk</a> bereits am Vorabend der Demonstrationen gegen die Rückgabe des Kempir-Abad-Reservoirs an Usbekistan in mehreren kirgisischen Städten rund 20 Aktivist:innen inhaftiert. Dabei handelte es sich um Blogger, Journalisten, Politiker und Menschenrechtsverteidiger. Damit zeichnen sich in Kirgistan neue Verschlechterungen der bürgerlichen und politischen Freiheiten ab. In der kirgisischen Demokratie, die aufgrund einer entwickelten Zivilgesellschaft und einer geachteten Rechtsstaatlichkeit allgemein als „demokratische Insel“ Zentralasiens bezeichnet wird, lassen sich mehr und mehr autoritäre Tendenzen erkennen.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gesetz zum Schutz vor Falschinformationen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Die Suspendierung von Radio Azattyk geht auf das <a href="https://kg.usembassy.gov/kyrgyz-republics-new-law-directed-at-ngos/">Gesetz zum Schutz vor Falschinformationen</a> zurück, das im vergangenen Jahr erlassen wurde. Es handelt sich <a href="https://media.kg/news/proekt-novogo-zakona-o-smi-privedet-k-czenzure-kommentarij-kliniki-adilet/">laut der kirgisischen Anwaltskanzlei Adilet</a> um ein freiheitsfeindliches Gesetz, das von Anfang an <em>„die Kompromittierung der Aktivitäten unabhängiger Medien und Journalisten, einschließlich ausländischer Medien, versprach.“</em> Dieses Gesetz sieht in der Tat ein komplizierteres Verfahren zur Registrierung von Medien vor sowie die Möglichkeit, Inhalte zu zensieren, die nach bestehenden Gesetzen als verboten gelten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Inhalte werden jedoch nicht konkretisiert. Für Bektour Iskender, Mitbegründer des unabhängigen kirgisischen Mediums <a href="https://kloop.kg/">Kloop</a>, stellt das Gesetz gegen Falschinformationen nichts anderes als eine „<em>absurde Gesetzgebung dar, ein Objekt der Unterdrückung.</em>“ Die Schließung von Radio Azattyk war seiner Meinung nach vorhersehbar: <em>„Um ehrlich zu sein, habe ich seit dem ersten Tag von Dschaparows Amtsantritt damit gerechnet“,</em> meinte der Journalist halb im Scherz und gab zudem seine Befürchtung zu Protokoll, dass eine solche Maßnahme auch auf Kloop angewendet werden könnte. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Dschaparow-Wende</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In den letzten Jahren haben wir uns darauf vorbereitet, unter solchen Bedingungen zu arbeiten und zu leben.“</em> Tatsächlich unterdrücke die Politik Dschaparows aufgrund seiner mafiösen Unterstützer die freie Meinungsäußerung, erklärt Iskender: <em>„Es ist normal, dass Machthaber keine unabhängigen Medien oder eine Zivilgesellschaft wollen, die die Politik der Regierung hinterfragen. Also fangen sie an, diese Medien zu schließen.“</em> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Journalist stellt eine verstärkte Unterdrückung der Medien nach Dschaparows Amtsantritt fest: <em>„Bereits bevor er Präsident wurde, verlautete Dschaparow, dass er die Meinungs- und Pressefreiheit nicht verteidigen würde. Stattdessen sprach er davon, die Verfassung zu ändern und der Position des Präsidenten mehr Macht zu verleihen.“</em></p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Auslöser seien die letzten Parlamentswahlen im Jahr 2020 gewesen, die zu einer <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/unruhen-in-kirgistan-was-hat-das-mit-uns-zu-tun/">dritten kirgisischen Revolution</a> geführt hatten und <em>„stark von Betrug unter mächtigen Amtsträgern betroffen“</em> gewesen seien, wie dem <a href="https://findings2021.monitor.civicus.org/europe-central-asia.html#top-violations">Bericht von CIVIUS</a>, einer globalen Allianz zivilgesellschaftlicher Organisationen, zu entnehmen ist: <em>„Die neue Verfassung, die im April 2021 per Referendum angenommen wurde und die laut den Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Rechtsstaatlichkeit nicht respektiert, umfasst Maßnahmen, die die Meinungsfreiheit bedrohen und die Unabhängigkeit der Justiz behindern.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Verschärfung der Repressionen in den letzten Monaten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">
In den letzten Monaten und insbesondere seit dem Wiederaufflammen der Konflikte zwischen Kirgistan und Tadschikistan wird die gesamte Zivilgesellschaft zunehmend unterdrückt, wie mehrere NGOs feststellen.

Der Fall von Radio Azattyk ist kein Einzelfall: Der am 28. September freigesprochene unabhängige Journalist Bolot Temirov, Moderator des <a href="https://www.youtube.com/c/temirovlive">YouTube-Kanals Temirov Live</a>, steht stellvertretend für den ständigen Druck und die Schikanen der kirgisischen Behörden gegenüber Journalisten und Aktivisten, wie eine <a href="https://kloop.kg/blog/2022/01/31/temirov_english/">gemeinsame Untersuchung</a> von Kloop, Radio Azattyk und dem Organized Crime and Corruption Reporting Project (<a href="https://www.occrp.org/en">OCCRP</a>) ergab.
</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Journalisten und Aktivisten verhaftet</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Temirov, der in den letzten acht Monaten wegen illegalen Drogenbesitzes strafrechtlich verfolgt wurde, <a href="https://rus.azattyk.org/a/32055988.html">enthüllte dubiose Heizölexportpläne</a> des staatlichen Unternehmens Kyrgyzneftgaz, die möglicherweise mit Verwandten von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kamtschibek_Taschijew">Kamtschybek Taschijew</a>, Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Nationale Sicherheit, in Verbindung stehen. Bei den Protesten im Zusammenhang mit dem Kempir-Abad-Stausee im Oktober wurden über zwei Dutzend kirgisische Aktivist:innen festgenommen, mehrere NGOs stellten Verfahrensverstöße bei den Massenverhaftungen fest. Die International Partnership for Human Rights (IPHR) <a href="https://www.iphronline.org/kyrgyzstan-mass-arrests-of-government-critics.html">berichtet</a> von Einschüchterungspraktiken, Informationsverweigerung sowie von illegal durchgeführten Befragungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/sadyr-dschaparow-der-volksfluesterer/">Sadyr Dschaparow, der Volksflüsterer</a></strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Kirgistan zunehmend von NGOs an den Pranger gestellt wird, sehen auch diese ihre Arbeit durch die kirgisische Gesetzgebung behindert. Im Jahr 2021 wurde ein Gesetz erlassen, das in Kirgistan tätige NGOs zu detaillierten Finanzbilanzen verpflichtet, <a href="https://eurasianet.org/kyrgyzstan-tightens-control-over-ngos-taps-anti-western-sentiment">wie Eurasianet berichtet</a>. Dies stellt eine klare Diskriminierung gemeinnütziger Organisationen dar. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Zunehmend autoritäre Führung“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Angesichts der gesetzlichen Beschränkungen gegen die Arbeit von Journalisten wie auch NGOs kommt die CIVICUS-Allianz 2021 zum Schluss, dass <em>„eine zunehmend autoritäre Führung unter dem neuen Präsidenten Kirgistans beobachtet wird.“</em> Dieselbe Bilanz zieht The Economist Intelligence in ihrer Rangliste der Demokratien 2021. <a href="https://24.kg/english/223873_Economist_Intelligence_Unit_ranks_Kyrgyzstan_as_authoritarian_state/">Kirgistan fiel darin vom 101. auf den 107. Rang</a> und wird nicht mehr als <em>„hybrides“</em>, sondern als <em>„autoritäres Regime“</em> eingestuft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso publizierte <a href="https://freedomhouse.org/">Freedom House</a> eine Rangliste der Internetfreiheit für das Jahr 2020, demzufolge eine <a href="https://freedomhouse.org/country/kyrgyzstan/freedom-net/2021#C">Verschlechterung der Internetfreiheit in Kirgistan</a> stattfand (von Platz 50 auf Platz 53) und nun als „teilweise frei“ aufgeführt wird. Zwar steht Kirgistan in Bezug auf Demokratie und bürgerliche Freiheiten <a href="https://novastan.org/fr/kirghizstan/freedom-house-pointe-labsence-de-democratie-en-asie-centrale/">immer noch besser da als die übrigen zentralasiatischen Länder</a>. Journalist Iskender relativiert dies allerdings: <em>„Sicherlich sind wir in Kirgistan immer noch am freiesten, aber das Problem ist, dass das nicht viel bedeutet. Wir müssen mit dieser Bezeichnung aufhören. Das freieste Land in Zentralasien zu sein ist im Vergleich zu den Statistiken anderer Länder nicht sehr beeindruckend.“</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Emma Collet, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/repressions-au-kirghizstan-le-pays-est-il-toujours-lilot-democratique-de-lasie-centrale/">Französischen</a> von Michèle Häfliger</strong></p>


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		<title>Kirgistans Kulturminister liebäugelt nach Skandalshow mit Zensur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2021 14:53:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach einer umstrittenen Comedy-Show bei YouTube erw&#xE4;gt der kirgisische Kulturminister eine st&#xE4;rkere staatliche Kontrolle von Musikern. Kulturschaffende und Teile der Zivilgesellschaft reagieren emp&#xF6;rt und kritisierten die quasi abwesende Kulturf&#xF6;rderung in Kirgistan. &#xA0; Eine Gruppe von Komikern nimmt gespielt einen Gast auf die Schippe. Das in Stand-Up-Kreisen als &#x201E;Roast&#x201C; bekannte Format hat in den letzten Jahren [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Nach einer umstrittenen Comedy-Show bei YouTube erwägt der kirgisische Kulturminister eine stärkere staatliche Kontrolle von Musikern. Kulturschaffende und Teile der Zivilgesellschaft reagieren empört und kritisierten die quasi abwesende Kulturförderung in Kirgistan. &nbsp;</strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Gruppe von Komikern nimmt gespielt einen Gast auf die Schippe. Das in Stand-Up-Kreisen als „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Roast">Roast</a>“ bekannte Format hat in den letzten Jahren auch im russischsprachigen Raum stark an Popularität gewonnen, vor allem auch durch die Internet-Show „<a href="https://www.youtube.com/watch?v=r9KjDhs140E&amp;list=PLmkbS48df313zBeQtxckns8Nq4IyWhV1P">Schto bylo dal’sche</a>“ (kurz TschBD, „Was passierte danach“) mit ihrem Millionenpublikum. Ein kürzlicher Versuch, das Format auch in Kirgistan einzuführen, endete aber im Skandal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits nach zwei Folgen wurde die vom kirgisischen Pop-Sänger Kural Tschokojew moderierte Show „<a href="https://www.instagram.com/p/CJ0wo22jYmM/">W pi#du zvezdu</a>“ (in etwa „F#ck den Star“) zum Streitthema in sozialen Medien. Als erste Gäste wurden der einstige <a href="https://www.youtube.com/watch?v=uNtSaWlB7wA">The Voice Russia</a> Finalist Kairat Primberdijew und der extravagante Sänger <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Vn_iM1hBNdw">Kairat Kyrgyz</a> bei Shisha und bescheidener Deko in einer Mischung aus Kirgisisch und Russisch in die Mangel genommen.. Vor allem die obszöne Sprache und die als beleidigend empfundenen Scherze <a href="https://kaktus.media/doc/429480_kyrgyzstancy_vozmysheny_shoy_kyralbeka_chokoeva._ego_yje_nazvali_samym_krinjovym.html">bewegten</a> einige Internetnutzer dazu, in dem Format ein Zeichen „gesellschaftlicher Degradierung“ zu sehen oder zum Boykott der Sponsoren aufzurufen.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">In einer Antwort auf die Kritik entschloss sich Tschokojew schließlich das Projekt zu beenden und die Aufnahmen von seinem YouTube-Kanal zu löschen. „<em>Ihre Meinung ist sehr wichtig für mich. Wenn unsere Videos und unsere Inhalte jemanden verletzt haben, bitten wir natürlich um Entschuldigung</em>“, so der Sänger in einer <a href="https://www.instagram.com/p/CJ2leX0gsp2/">Videobotschaft bei Instagram</a>. Auch Primberdijew nahm <a href="https://www.instagram.com/p/CJ3CrrZBM4F/">eine Videobotschaft</a> auf, um sich für das Video zu entschuldigen. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Minister droht mit schärferen Gesetzen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Skandal erreichte auch Kulturminister Nurdschigit Kadyrbekow, der seine Empörung über die Show ausdrückte. „<em>Leider sehen die Gesetze keine Druckmittel gegen unabhängige Sänger vor. Aber wir werden hoffentlich einen Weg finden, sie zur Moral zu bewegen</em>“, ließ er am 9. Januar über die <a href="https://www.facebook.com/minculturegovkg/posts/3891657330857328">Facebook-Seite des Kulturministeriums</a> verlauten. Weiter erwog er mögliche Maßnahmen gegenüber Tschokojew und Primberdijew, darunter Sende- und Konzertverbote für die beiden Sänger. Wie die Online-Zeitung <a href="https://kloop.kg/blog/2021/01/11/maty-minkult-i-izvineniya-zvezd-za-treshovoe-shou-obyasnyaem-chto-proishodit/">Kloop.kg</a> anmerkt, wären das die ersten Verbote dieser Art in der Geschichte des unabhängigen Kirgistans.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/strengere-regulierungen-fuer-playback-konzerte-in-kasachstan/">Strengere Regulierung für Playback-Konzerte in Kasachstan</a></strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kadyrbekow sprach sich auch für eine grundsätzlich stärkere staatliche Kontrolle von Musikern aus: „<em>Es wäre nicht schlecht, Sängern für ihre Tätigkeit Lizenzen zu erteilen</em>“, so der Minister, der Hochschulabschlüsse aus den Vereinigten Staaten und Japan besitzt. „<em>Ansonsten wird noch das Ministerium für jeden Unfug von Musikern und Pfeifern beschuldigt</em>.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Worte folgten Taten. Am 12. Januar <a href="https://www.facebook.com/minculturegovkg/posts/3899256706764057">erklärte</a> das Kulturministerium, es habe Tschokojew ein 2011 erteiltes Kulturabzeichen aberkannt und der Präsidentenverwaltung vorgeschlagen, den 2017 an Primberdijew erteilten Titel des „Geehrten Künstler der Kirgisischen Republik“ zurückzunehmen. Außerdem sollen die beiden in näherer Zukunft nicht zu staatlich organisierten Kulturveranstaltungen eingeladen werden.  </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aufruhr unter Kulturschaffenden</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Worte des Ministers stießen wiederum auf ausdrucksstarke Kritik von Seiten der Zivilgesellschaft. In einer <a href="https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=241454497361982&amp;id=101363804704386">öffentlichen Erklärung</a> forderte das „Komitee für gesellschaftliche Kontrolle“ Kadyrbekows Rücktritt: „<em>Die Äußerungen […] sind unheilvoll, ungeheuerlich und in Sachen Gesetzes- und Verfassungswidrigkeit beispiellos in der gesamten Geschichte des souveränen Kirgistan</em>“, so die Nichtregierungsorganisation, die auch daran erinnert, dass Kirgistan durch den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Pakt_%C3%BCber_b%C3%BCrgerliche_und_politische_Rechte">Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte</a> gebunden ist. „<em>Diese Bedrohung richtet sich nicht nur gegen die Sängerinnen und Sänger, sondern gegen jeden einzelnen von uns</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Zensur ist wie Giftgas: eine mächtige Waffe, die Sie verletzen kann, sobald der Wind seine Richtung ändert</em>“, erklärt auch die Juristin Sanya Toktogasijewa <a href="https://www.facebook.com/saniya.toktogazieva/posts/10159106308148750">bei Facebook</a>. Natürlich könne jeder seine Unzufriedenheit mit manchen Ausdrucksformen äußern, aber solche Kritik müsse immer nach dem Prinzip „<em>mehr Wörter statt Schweigepflicht</em>“ erfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch zahlreiche Medienpersönlichkeiten und Kulturschaffende drückten ihren Unmut oder ihre Solidarität mit Tschokojew und Primberdijew aus, wie das Online-Medium <a href="https://kaktus.media/doc/429897_na_svobode_korrypcionery_a_osyjdaut_pevcov._shoy_biznes_raskritikoval_minkyltyry.html">Kaktus.media</a> berichtet. „<em>Die Show auf YouTube ist natürlich ein ziemlicher Scheiß. Aber wenn das Kulturministerium auch nur versucht Kairat und Kural ihre Auszeichnungen zu entziehen, gebe ich dem Minister freiwillig alle meine Auszeichnungen zurück</em>“,&nbsp; so der TV-Moderator <a href="https://kaktus.media/doc/429897_na_svobode_korrypcionery_a_osyjdaut_pevcov._shoy_biznes_raskritikoval_minkyltyry.html">Erkin Ryskulbekow</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Was hat das Kulturministerium für unsere Künstler gemacht?“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich gibt es bislang kaum staatliche Intervention in der unabhängigen Kulturszene in Kirgistan. Jenseits von öffentlichen Einrichtungen spielt das Kulturministerium eigentlich so gut wie keine Rolle, weder durch restriktive Maßnahmen noch durch finanzielle oder materielle Unterstützung. Einzig der Strafgesetzbuchartikel über „<em>Anstiftung zu interethnischem, rassistischem, religiösem oder interregionalem Unfrieden</em>“ wird öfters zum Vorgehen gegen kulturelle Inhalte herangezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit unterscheidet sich Kirgistan stark von seinen Nachbarstaaten, die sich durchaus aktiver in ihr kulturelles Leben einmischen. Kasachstan hat zum Beispiel 2017 das umfangreiche Programm <a href="https://ruh.kz/ru/">Ruhany Jańyrý</a> („Geistige Erneuerung“) ins Leben gerufen, um zeitgenössische kasachische Kultur zu fördern. In <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/verfassungswidrige-zensur-im-usbekischen-musikgewerbe/">Usbekistan</a> gibt es bereits seit den frühen 2000ern ein Kontroll- und Lizensierungssystem für Pop-Musiker, koordiniert von der staatlichen Agentur „O’zbekkonsert“ (bis Anfang 2017 „O’zbeknavo“).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-eine-feine-satire-der-kulturpolitik/">Usbekistan &#8211; Eine feine Satire auf die Kulturpolitik</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch vor dem Hintergrund der staatlichen Untätigkeit in Sachen Kulturförderung in Kirgistan scheinen die Reaktionen des Kulturministers manchen – milde gesagt – unangebracht. „<em>Wer hat die internationalen Reisen von Kairat Primberdijew bezahlt, als er unser Land gerühmt hat? Das Kulturministerium? Natürlich nicht. Wer investiert in das Schaffen unserer Künstler? Das Kulturministerium? NEIN</em>“, kommentierte die Journalistin Meerim Osmonowa bei <a href="https://www.instagram.com/p/CJ-z9HapsEX/">Instagram</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich habe schon so sehr genug von den Populisten, die an die Macht kommen und Entscheidungen um ihrer selbst willen treffen</em>“, fügt sie hinzu. So wurde Kadyrbekow erst im Oktober zum Kulturminister, als der nun <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/kirgistan-waehlt-sadyr-dschaparow-und-entscheidet-sich-fuer-eine-praesidialregierung/">zum Präsidenten gewählte</a> Sadyr Dschaparow <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/vom-haeftling-zum-regierungschef-kirgistans-neuer-ministerpraesident-mit-zweifelhafter-legitimitaet/?noredirect=de-DE">an die Spitze der Exekutive</a> kam. „<em>Ist Mat (obszönes Sprachregister in der russischen Sprache) das größte Problem in unserem Land? Vielleicht sollte das Kulturministerium sich mit den Fans von Sadyr beschäftigen, deren jedes zweite Wort Mat ist, und nicht mit unseren Künstlern?</em>“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&nbsp;„Eine Revolution in der Kultur“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Gesetzeslage in Kirgistan sieht freie Meinungsäußerung als ein Grundrecht vor und verbietet jede Art von Zensur. Das könnte sich aber mit der anstehenden Verfassungsreform ändern. Zumindest sah der erste der der Öffentlichkeit vorgestellte <a href="https://kloop.kg/blog/2020/11/18/my-vozvrashhaemsya-k-bakievskim-vremenam-i-avtoritarizmu-deputat-dastan-bekeshev-o-proekte-novoj-konstitutsii/">Entwurf der neuen Verfassung</a> ein Verbot für Inhalte vor, die „<em>der Moral und Kultur des Volkes von Kirgistan Schaden zufügen</em>“. Nach dem Referendum für ein präsidentielles Regierungssystem ist die Verfassungsreform nun für den Frühling geplant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel dazu haben die vergangenen Monate auch eine zunehmende Politisierung in der Popmusik-Szene mit sich gebracht. Der kirgisische Superstar <a href="https://www.youtube.com/channel/UC9Th74vARyYtZczFdB8B2TQ">Mirbek Atabekow</a> war zum Beispiel ein prominenter Teilnehmer der <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/parlamentswahl-annulliert-anscheine-einer-dritten-revolution-in-kirgistan/">Proteste am 5. und 6. Oktober</a>, wo er sich neben jungen Aktivisten für eine Neuerung der politischen Klasse aussprach. Im Sommer <a href="https://rus.azattyk.org/a/30791342.html">erklärte</a> auch Primberdijew, er werde nicht mehr an politischen Wahlkampagnen teilnehmen: „<em>Ich schäme mich dafür, dass ich früher bei Wahlkampf-Konzerten aufgetreten bin. Ich bitte das kirgisische Volk dafür um Entschuldigung</em>.“ &nbsp;&nbsp;</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Laut der <a href="https://www.instagram.com/p/CKBfHnjgyj5/">jüngsten Erklärung</a> von Tschokojew war auch „W pi#du zvezdu“ ein gesellschaftspolitischer Akt. „<em>Das Hauptziel des Projektes war ein verzweifelter Versuch die Aufmerksamkeit staatlicher Organe auf die Kulturentwicklung in unserem Land zu ziehen</em>“, schreibt er, und verweist darauf, dass selbst das Nationalepos „<a href="https://www.novastan.org/de/kirgistan/manas-kulturelles-erbe-zwischen-china-und-kirgistan/">Manas</a>“ durch Initiativen der Zivilgesellschaft und einzelner Künstler gefördert wird. Statt einer konstruktiven Diskussion rund um das eigentliche Problem habe das Kulturministerium „standardmäßig“ durch Strafen gehandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Ich habe viel zu sagen, viele Vorschläge und Träume! So kann es nicht weitergehen. Ich erkläre eine KULTURELLE REVOLUTION!</em>“, so Tschokojew. „<em>Wie oft habe ich aus eigener Kraft an internationalen Wettbewerben teilgenommen und allein für mein kirgisisches Volk die Flagge geschwungen! Dieses Projekt war ein Schritt, den ich vollziehen musste.</em>“ &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 18. Januar gab die Kommission für staatliche Auszeichnungen schließlich dem Antrag des Kulturministeriums nicht statt, wie <a href="https://kloop.kg/blog/2021/01/18/net-zakonnogo-osnovaniya-ministru-kultury-ne-razreshili-lishit-kajrata-primberdieva-zvaniya-zasluzhennogo-artista/">Kloop.kg berichtet</a>. Es gebe „<em>keine gesetzliche Grundlage dafür, dem Sänger Kairat Primberdijew seinen Titel abzuerkennen</em>“, denn er habe gegen kein Gesetz verstoßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kadyrbekow lud am selben Tag die zwei betroffenen Sänger zu einem Treffen ein, wie das Kulturministerium <a href="https://www.facebook.com/minculturegovkg/posts/3913333732023021">berichtet</a>. Dabei besprachen sie „<em>bei freundlicher Stimmung</em>“ neben der Show auch Projekte zur Förderung kirgisischer Kultur im Ausland. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Florian Coppenrath<br>Novastan.org</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Edit (18.1.2020)</strong>: Die zwei letzten Absätze über den Ausgang des Skandals wurden hinzugefügt.</em></p>


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		<title>Bischkek: Die Direktorin des Museums der Schönen Künste kündigt wegen feministischer Ausstellung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[juliat]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Dec 2019 05:42:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Feminnale]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mira Dschangaratschewa hat ihre K&#xFC;ndigung beim Ministerium f&#xFC;r Kultur eingereicht. Dies steht in Zusammenhang mit der Feminnale, einem feministischen Kunstfestival, das seit dem 27. November in der kirgisischen Hauptstadt stattfindet. Die Direktorin des Museums der Sch&#xF6;nen K&#xFC;nste in Kirgistans Hauptstadt Bischkek hat ihre K&#xFC;ndigung eingereicht. Der Schritt erfolgte am 2. Dezember, kurz nachdem ein feministisches [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Mira Dschangaratschewa hat ihre Kündigung beim Ministerium für Kultur eingereicht. Dies steht in Zusammenhang mit der <em>Feminnale</em>, einem feministischen Kunstfestival, das seit dem 27. November in der kirgisischen Hauptstadt stattfindet.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Die Direktorin des Museums der Schönen Künste in Kirgistans Hauptstadt Bischkek hat ihre Kündigung eingereicht. Der Schritt erfolgte am 2. Dezember, kurz nachdem ein feministisches Festival einen nationalen Skandal ausgelöst hatte.</p>
<p style="text-align: justify">Die sogenannte <em>Feminnale </em>begann am 27. November in der kirgisischen Hauptstadt. Die Ausstellung sollte 17 Tage lang dauern, eine symbolische Zahl, die an die 17 kirgisischen Arbeiterinnen erinnert, die vor drei Jahren in Moskau bei einem <a href="https://www.theguardian.com/world/2016/aug/27/several-people-killed-moscow-warehouse-fire-russia">Unfall in einer Lagerhalle</a> ums Leben gekommen sind.</p>
<p style="text-align: justify">Laut den Kuratorinnen behandele das Festival die finanzielle Unabhängigkeit der Frau. Das Thema würde anhand des Konzepts der Kormilitsa präsentiert, jenem Ideal der Frau als Ernährerin und Kinderbetreuerin. Die Werke bezeugten jene Normen, die die Rolle, den Körper und die Identität der Frauen bestimmen.</p>
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<p style="text-align: justify">Die Reaktionen sind gespalten, insbesondere in den sozialen Medien. Die Abgeordnete Machabat Mawljanowa der Partei Respublika Ata-Shurt <a href="https://www.facebook.com/mahabat.mav/posts/2384481958327422">forderte auf Facebook</a> die Entlassung jenes Museumspersonals, das die Ausstellung genehmigt hatte, und wies dabei auf die Wichtigkeit traditioneller Erziehung für die jungen Frauen des Landes hin. Die <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/die-organisation-kyrk-tschoro-speerspitze-der-antichinesischen-stimmung-in-kirgistan/">Bewegung Kyrk-Tschoro</a>, bekannt für ihre anti-feministischen und gegen LGBT gerichtete Aktionen, brachte gegenüber der Regierung ebenfalls ihre Ablehnung zum Ausdruck. Mira Dschangaratschewa bestätigte dem kirgisischem Medium <a href="https://24.kg/obschestvo/136591_skandal_sfeminale_mira_djangaracheva_zayavila_obugrozah_otaktivistov/">24.kg</a>, sie sei zum Rückzug gezwungen worden, nachdem sie Drohungen von patriotische Gruppen erhalten habe.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Nacktheit ruft Polemik hervor<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify">Kontrovers sind vor allem jene Werke, die sich zugunsten der Rechte der LGBT-Community, sowie des Rechts zur Abtreibung ausdrücken, aber auch die Nacktheit in einigen Werken empört. Trotz der großen Menge an unterschiedlichen Arbeiten, zitiert die Presse systematisch ein Werk von <a href="https://kaktus.media/doc/402050_perfomansistka_iz_danii_kotoraia_vyshla_obnajennoy._chem_ona_eshe_izvestna_foto_video.html?fbclid=IwAR3A6nhDt-Nan1-dZBQAUinWtQFKwxH-WB5VdW7S3N6K5aCcztRYcTzK5t4">Julie Savery</a>. Die dänische Künstlerin präsentierte bei der Eröffnung ein „umgekehrtes Striptease“, und lud das Publikum ein, über die Situation von Sexarbeiterinnen zu reflektieren.</p>
<p style="text-align: justify">Die Botschaft kam bei einigen Besuchern aber nicht gut an. „<em>Die Ausstellung entält auch Slogans zur gleichgeschlechtlichen Ehe. Wir glauben es handelt sich hier um einen verfassungswidrigen Aufruf. Es ist wichtig zu überprüfen, ob auch Minderjährige das Museum besucht haben, denn es wurden nackte Frauen gezeigt. Sollte das der Fall sein, wird es als pornographische Propaganda behandelt werden müssen“, </em>äußerte sich der Aktivist Aibek Busurmankulow gegenüber dem Medium <a href="https://24.kg/english/136608__Feminale_scandal_Minister_of_Culture_calls_exhibition_provocative/">24.kg</a></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/graffiti-und-feminismus/">Graffiti und Femminismus</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Laut der Regierung sei das Festival nicht nach der vereinbarten Absprache abgelaufen: Anstatt sich auf die wirtschaftliche Situation der Frauen zu konzentrieren, bevorzuge das Festival eine Sprache zum „<em>Schock und zur Desorientierung der Gesellschaft“, </em>berichtet das unabhängige kirgisische Medium <a href="https://kloop.kg/blog/2019/12/02/direktrisa-muzeya-izo-mira-dzhangaracheva-uvolilas-iz-za-reaktsii-na-vystavku-sovremennogo-iskusstva/">Kloop</a>. Der Kulturminister Asamat Jamankulow betonte ebenso, dass Nacktheit in einem „<em>Tempel der Kultur“ </em>von der Regierung nicht unterstützt werde.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Rosa Otunbajewa verteidigt die Feminnale</strong><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify">Die ehemalige Präsidentin Kirgistans (2010-2011) und Diplomatin <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Roza_Otounba%C3%AFeva">Rosa Otunbajewa</a> hingegen <a href="https://www.facebook.com/feminnale/posts/162719748461231?__tn__=K-R">verteidigte</a> die feministische Initiative: <em>„Das Ministerium für Kultur hat heute eine Erklärung unter dem Druck der Debatten in den sozialen Medien veröffentlicht. Die Ausstellung ist ernsthaft, tiefgründig und innovativ. Man muss sie besuchen und darüber nachdenken und sie nicht einfach bespucken und verfluchen“, </em>entgegnete sie auf Anfrage von <a href="https://kaktus.media/doc/401998_chto_za_myjiki_y_nas_roza_otynbaeva_prokommentirovala_skandal_s_feminnale_v_myzee_izo.html">Kaktus Media</a>.</p>
<p style="text-align: justify">Auch die Mitarbeiter des Museums unterstrichen, dass die Ausstellung, die 24 Werke aus 22 unterschiedlichen Ländern vereint, eine unüblich hohe Zahl an Besuchern angezogen hätte. Auf der <a href="https://www.facebook.com/feminnale/">Facebook-Seite der Feminnale</a> bedauern zahlreiche Einträge diesen <em>„schwarzen Tag“, </em>an dem Mira Dschangaratschewa zurücktreten musste, „<em>eine von denen, die am meisten für das Museum getan und gegeben haben“, </em>präzisiert eine junge Frau.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/zere-asylbek-meine-geschichte-wurde-politisch/">Zere Asylbek: „Meine Geschichte wurde politisch“</a> </strong></p>
<p style="text-align: justify"> <p style="background-color: #d4d4d4;"><span style="color: #000000;">Lust auf Zentralasien in eurer Mailbox? Abonniert unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter <strong><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://2ff41361.sibforms.com/serve/MUIFAD3kOVgHRZMEzVL0tQuvV__Lm5slYuTqY-DEgdyDpH9WazOpCwYD2CLbIZdPKxyD_Mnaw2SKMY78StG6vCfPNIE1HcIumNXgnjsKyqsb8MuZ5Ng1jN3cNsBhf4SSp2VDJAgy_38b6jiUL7aU6Y-RaIAVhUpNqW1tNwmWOB-8YcNp9LBWEk57rUlkszlx_tQ8qxYED63Sz6UU">mit einem Klick.</a></span></strong></span></p></p>
<p style="text-align: justify">Zwei kirgisische Studentinnen, mit denen Novastan sich getroffen hat, zeigen Bewunderung für den Mut der Künstlerinnen zu dieser Ausstellung und begrüßen das Engagement der Organisatorinnen, solch ein avantgardistisches Projekt für die Region auf die Beine zu stellen. Für sie trägt Kunst zur Feminismus-Debatte in Kirgistan bei. „<em>Ich glaube Kunst muss politisch sein, und die Feminnale ist das. Sie war emotional, unbequem und stark. Sie hat die Augen geöffnet, und ich bin froh, dass dieses Festival stattgefunden hat“, </em>sind sich die beiden einig.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Und jetzt?</strong></p>
<p style="text-align: justify">Muss man von der Feminnale schon in Vergangenheitsform sprechen? Die Organisatorinnen kommunizieren seit Beginn der Polemik über die <a href="https://www.facebook.com/bishkekfeminists/">Facebook-Seite von Bishkek Feminist Initiative</a>. Mit Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen schrieben sie einen <a href="https://www.facebook.com/pervaia.vtoraia/posts/3830392933653615">offenen Brief</a> an das Ministerium, mit der Aufforderung, die Ausstellung aufrecht zu erhalten und die Kündigung von Mira Dschangaratschewa zu wiederrufen. Eine Petition wurde bereits ins Leben gerufen mit dem Hashtag #ямыфеминнале (<em>„ich, wir sind Feminnale“). </em>Am Abend des 2. Dezembers kündigte das Museum an, die Ausstellung gehe am nächsten Tag weiter.</p>
<p style="text-align: justify">Am Dienstag, 3. Dezember, verkündete Kulturminister Jamankulow auf einer Pressekonferenz seine Unterstützung für die Ausstellung und versprach Schutz für Dschangaratschewa. Allerdings wurden alle Veranstaltungen, die Nacktheit offenbaren, untersagt aus <em><a href="https://vesti.kg/politika/item/66757-azamat-zhamankulov-performansov-s-golymi-zhenshchinami-bolshe-ne-budet-mozhete-schitat-eto-tsenzuroj.html">„Rücksicht auf unsere Mentalität“</a>, </em>wie der Minister erklärte. Sechs Werke, die als zu provokativ gelten, wurden aus der Ausstellung entfernt.</p>
<p><figure id="attachment_18963" aria-describedby="caption-attachment-18963" style="width: 1600px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-18963" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2.jpg" alt="" width="1600" height="1067" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2.jpg 1600w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2-1300x867.jpg 1300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/2-128x86.jpg 128w" sizes="(max-width: 1600px) 100vw, 1600px" /><figcaption id="caption-attachment-18963" class="wp-caption-text">Sechs Werke wurden aus der Austestellung entfernt</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Die Oranisatorin des Festivals Altyn Kapalowa ermutigt die Gemeinschaft dazu, sich weiter für den Feminismus einzusetzen. In eine <a href="https://www.facebook.com/altyn.kapalova/posts/2966227670074011">ihrer letzten Veröffentlichungen</a> empört sie sich darüber, wie das Ministerium „<em>einer Gruppe von Männern Zuspruch gibt, die mir drohen, mich umzubringen [&#8230;]“. </em>Diesen Künstlerinnen eine Stimme zu geben ist wichtiger, als das Ereignis an sich. <em>„Es geht nicht bloß um die Feminnale. Es geht um das Land. Um die Freiheit. Um die Kunst.&#8220;</em></p>
<p style="text-align: right"><strong>Alva Guzzini, Mathilde Mallet und Simon Massicotte<br />
Redakteure für Novastan in Bischkek</strong></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Französischen von Julia Tappeiner</strong></p>
<p style="text-align: justify"><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Newsletter: Demokratischer Wandel – &#8222;Ein schmerzhafter Prozess&#8220; für die Länder Zentralasiens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julius Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jul 2019 16:16:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Newsletter]]></category>
		<category><![CDATA[Atomenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[spionage]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Zentralasien durch die Woche &#x2013; herzlich willkommen in unserem w&#xF6;chentlichen Newsletter! Wir vom deutschen Redaktionsteam freuen uns jederzeit &#xFC;ber eure Reklamationen, Artikelideen oder Anregungen an:&#xA0;redaktion@novastan.org&#xA0; Viel Spa&#xDF; beim Lesen! Euer Julius Artikel der Woche &#x201E;Ein schmerzhafter Prozess&#x201C; &#x2013; Federica Mogherini &#xFC;ber Reformen, Festnahmen und B&#xFC;rgerrechte in Zentralasien Im Anschluss an das EU-Zentralasien-Forum in Bischkek [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="td1" valign="top">
<p class="p1"><span class="s1"><b>Mit Zentralasien durch die Woche – herzlich willkommen in unserem wöchentlichen Newsletter!</b></span></p>
<p class="p3"><span class="s1">Wir vom deutschen Redaktionsteam freuen uns jederzeit über eure Reklamationen, Artikelideen oder Anregungen an: <a href="mailto:redaktion@novastan.org"><span class="s2">redaktion@novastan.org</span></a></span><span class="s1"> </span></p>
<p class="p4"><span class="s1">Viel Spaß beim Lesen!</span></p>
<p class="p4"><span class="s1">Euer Julius</span></p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h1>Artikel der Woche</h1>
<p><figure id="attachment_17676" aria-describedby="caption-attachment-17676" style="width: 1135px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="size-full wp-image-17676" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/photo5265197286181415830.jpg" alt="Gruppenfoto mit Frederica Mogherini und den zentralasiatischen Außenministern in Bischkek" width="1135" height="640" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/photo5265197286181415830.jpg 1135w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/photo5265197286181415830-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/photo5265197286181415830-768x433.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/photo5265197286181415830-1024x577.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1135px) 100vw, 1135px" /><figcaption id="caption-attachment-17676" class="wp-caption-text">Frederica Mogherini sprach mit den zentralasiatischen Außenministern über Reformen und Bürgerrechte.</figcaption></figure></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="td1" valign="top">
<p class="p1" style="text-align: left"><span class="s1"><a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=06fddd7459&amp;e=fae1c46b4f"><b>„Ein schmerzhafter Prozess“ – Federica Mogherini über Reformen, Festnahmen und Bürgerrechte in Zentralasien</b></a></span></p>
<p class="p3" style="text-align: left"><span class="s2">Im Anschluss an das <b>EU-Zentralasien-Forum</b> in <b>Bischkek</b> sprach die Hohe Vertreterin der EU für <b>Außen- und Sicherheitspolitik Federica Mogherini </b>im <b>Interview mit Radio Azattyk </b>darüber, <b>welche Fragen</b> mit den <b>Außenministern der Region diskutiert</b> wurden. Darüber hinaus <b>kommentierte</b> sie die massenhaften <b>Festnahmen in Kasachstan</b> vom 6. Juli 2019.</span></p>
<p class="p5" style="text-align: left"><span class="s2"><b>Mehr zum Thema:</b></span></p>
<ul class="ul1">
<li class="li6" style="text-align: left"><span class="s3"><a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=9fff3cbdc0&amp;e=fae1c46b4f"><span class="s4">Mogherini: Die Neue Seidenstraße ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte</span></a></span></li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-17767" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Wirtschaft-Small.jpg" alt="" width="800" height="100" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Wirtschaft-Small.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Wirtschaft-Small-300x38.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Wirtschaft-Small-768x96.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="td1" valign="top">
<p class="p1" style="text-align: left"><span class="s1"><a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=07bf6840a3&amp;e=fae1c46b4f"><b>Usbekistans erstes Atomkraftwerk soll zwei zusätzliche Reaktoren bekommen</b></a></span></p>
<p class="p3" style="text-align: left"><span class="s2">Kurz nachdem <b>Taschkent</b> mit dem <b>Bau</b> seines <b>ersten Atomkraftwerks </b>angefangen hat, werden <b>zwei weitere Reaktoren</b> auf dem selben Gelände ins Auge gefasst. So soll der <b>Energiebedarf</b> des Landes <b>gedeckt</b> werden. Wichtige <b>ökologische und geopolitische Fragen</b> bleiben allerdings <b>offen</b>.</span></p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-17579" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Presse-Small.jpg" alt="" width="800" height="100" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Presse-Small.jpg 800w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Presse-Small-300x38.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2019/07/Presse-Small-768x96.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="td1" valign="top">
<table class="t1" width="600.0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="td2" valign="top">
<table class="t1" width="600.0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td class="td3" valign="top">
<p class="p1" style="text-align: left"><span class="s1">&#8222;Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan – Die <b>Staaten Zentralasiens</b> befinden sich in einer Phase des tiefgreifenden <b>Umbruchs</b>. Doch <b>Europa verliert </b>in dieser Region den <b>Anschluss</b>&#8222;, schreibt <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=e0e617b083&amp;e=fae1c46b4f"><span class="s2">cicero.de</span></a>.</span></p>
<p class="p1" style="text-align: left"><span class="s1">&#8222;<b>Internet-Nutzer </b>in <b>Kasachstan</b> müssen ein <b>staatliches Spionage-Zertifikat installieren</b>. Die lokalen <b>Internet Service Provider</b> sind zu dieser Maßnahme <b>gezwungen</b>.&#8220;, schreibt <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=50fa757de5&amp;e=fae1c46b4f"><span class="s2">heise.de</span></a>.</span></p>
<p class="p1" style="text-align: left"><span class="s1">Auch <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=5b783d1ea9&amp;e=fae1c46b4f"><span class="s2">netzpolitik.org</span></a> berichtet vom <b>Spionage-Zertifikat</b>, titelt: &#8222;<b>Kasachstan</b> <b>zwingt Nutzer</b> zur <b>Installation</b> von <b>Überwachungszertifikat</b>&#8222;</span></p>
<p class="p1" style="text-align: left"><span class="s1">Die <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=0f0f0759f2&amp;e=fae1c46b4f"><span class="s2">Neue Zürcher Zeitung</span></a>: &#8222;Nachdem <b>22 Länder</b> in einem<b> Brief Chinas Politik in Xinjiang kritisiert </b>haben, <b>loben 37 andere Staaten Pekings Politik</b>. Was bedeutet der ungewöhnliche Briefwechsel im <b>Uno-Menschenrechtsrat</b>?&#8220;</span></p>
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</table>
<p><strong><span class="s1">Für den Newsletter per Mail könnt ihr Euch <a href="https://novastan.us4.list-manage.com/track/click?u=6a15a2256d412b041fdec39e8&amp;id=7d3ab0b513&amp;e=fae1c46b4f"><span class="s2">hier </span></a>anmelden. Den bekommt ihr dann jede Woche zugesandt. </span></strong></p>
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		<title>Wie das Internet in Zentralasien blockiert wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jun 2019 16:21:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Blockieren von Nachrichtenportalen und sozialen Netzwerken in den L&#xE4;ndern Zentralasiens war eines der Hauptthemen auf dem IV Zentralasiatischen Forum f&#xFC;r Internet-Management &#x2013; CAIGF in Taschkent. Nach Meinung der ExpertInnen werden heute unter der &#xC4;gide des Kampfes gegen den Terrorismus Internetseiten blockiert, die den Beh&#xF6;rden nicht gefallen. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Das Blockieren von Nachrichtenportalen und sozialen Netzwerken in den Ländern Zentralasiens war eines der Hauptthemen auf dem IV Zentralasiatischen Forum für Internet-Management – CAIGF in Taschkent. Nach Meinung der ExpertInnen werden heute unter der Ägide des Kampfes gegen den Terrorismus Internetseiten blockiert, die den Behörden nicht gefallen. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf </strong><a href="https://news.tj/ru/news/centralasia/20190528/kak-blokiruetsya-internet-v-stranah-tsentralnoi-azii"><strong>Asia-Plus</strong></a><strong>. Wir übersetzen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In dem jährlichen Bericht „<a href="https://freedomhouse.org/report/freedom-net/freedom-net-2018">Freedom on the Net</a>“ von <a href="https://freedomhouse.org/">Freedom House</a> war Kirgistan 2018 das einzige zentralasiatische Land, das als Land mit „teilweise freiem“ Internet bewertet wurde. Auf einer Skala von 0 (freies Internet) bis 100 (nicht freies Internet) kam Kirgistan auf 38 Punkte. Kasachstan (62 Punkte) und Usbekistan (75 Punkte) wurden hingegen als Länder mit „nicht freiem Internet“ eingestuft. Tadschikistan und Turkmenistan  wurden in dem Bericht nicht erfasst. Wie es im Einzelnen um die Freiheit des Internets in den zentralasiatischen Ländern steht, zeigen die folgenden Abschnitte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kasachstan</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im Unterschied zu den anderen Ländern Zentralasiens wurde das Internet in Kasachstan 2019 zum ersten Mal vollständig blockiert. Soziale Netzwerke und Nachrichtenportale waren am 9. Mai diesen Jahres nicht erreichbar. Die Regierung kommentierte die Blockade nicht. ExpertInnen brachten sie mit  Meetings gegen die <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-die-praesidentschaftswahlen-werden-auf-den-9-juni-vorgezogen/">vorgezogenen Präsidentschaftswahlen</a> in Verbindung. Am selben Tag  waren in Kasachstan auch Nachrichtenseiten blockiert, die die Vorbereitungen zur vorgezogenen Wahl beleuchteten und über die <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/proteste-in-kasachstan-ueber-80-festnahmen-in-almaty-und-nur-sultan/">Meetings</a> berichteten, die am 1. Mai in Almaty und Nur-Sultan stattfanden.</p>
<p style="text-align: justify;">Am 9. Mai wurden Facebook, Youtube, Instagram, Telegram, Whatsapp und die Nachrichtenportale <a href="https://vlast.kz/">Vlast.kz</a>, <a href="https://time.kz/">TIME.kz</a>, <a href="https://informburo.kz/">Informburo.kz</a>, <a href="https://holanews.kz/">HOLA News</a>, <a href="https://www.azattyk.org/">Radio Azattyk</a> und <a href="http://www.uralskweek.kz/">Uralskaja Nedelja</a> blockiert. Laut Netblocks.org betrug der Schaden, der durch die Blockade von Facebook, Youtube und Instagram an diesem Tag verursacht wurde, 956.769 US-Dollar.</p>
<p style="text-align: justify;">Derzeit sind alle Internetseiten offen zugänglich, aber die Schnelligkeit des Internets fällt wesentlich ab, wenn die Opposition sich regierungskritisch äußert. BürgerInnen geben an, dass sobald eine Oppositionsgruppe eine Direktübertragung über die sozialen Netzwerke beginnt, der Zugang zu Facebook aufgrund der geringen Internetgeschwindigkeit erschwert wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Usbekistan</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In Usbekistan wird wie auch in Tadschikistan und Turkmenistan das Internet von der Regierung streng kontrolliert. Das Blockieren von Internetmedien hat in Usbekistan eine lange Tradition, früher wurden jedoch nur Nachrichtenportale und Seiten von internationalen Organisationen gesperrt. Seit September 2018 wird Facebook im Land vollständig blockiert. Einen Monat später war auch Youtube nicht mehr erreichbar.</p>
<p style="text-align: justify;">Während des IV Zentralasiatischen Forums für Internet-Management waren die (normalerweise blockierten, Anm. d. Red.) Seiten erreichbar, anschließend wurde der Zugang laut ExpertInnen allerdings erneut geschlossen. Die usbekischen Behörden kommentierten diee Blockaden bislang  nicht. Die BürgerInnen Usbekistans nutzen weiterhin aktiv <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Private_Network">VPN</a>-Dienstleistungen über welche gesperrte Seiten erreichbar sind.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/in-erwartung-der-folgen-pressefreiheit-in-usbekistan/">In Erwartung der Folgen – Pressefreiheit in Usbekistan</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Bis zum 10. Mai waren in Usbekistan die Internetauftritte ausländischer Medien gesperrt, unter anderem von <a href="https://www.voanews.com/">Voice of America</a>, <a href="https://www.bbc.com/uzbek">BBC Uzbek</a>, <a href="http://www.asiaterra.info/">Asia Terra</a>, <a href="https://fergana.agency/">Fergana Agency</a>. Komil Allamschonow, Direktor der Agentur für Information und Massenkommunikation, teilte am 10. Mai mit, dass diese Seiten aus technischen Gründen nicht erreichbar wären.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Tadschikistan</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In Tadschikistan werden seit einem Jahr regelmäßig soziale Netzwerke und Nachrichtenseiten ohne genaue Erklärung blockiert. Laut SpezialistInnen liegen die Gründe dafür in den außerordentlichen Vorkommnissen im Land, in den subversiven Aktivitäten der Opposition in den sozialen Netzwerken sowie in der Unzufriedenheit der BürgerInnen mit den Entscheidungen staatlicher Organe.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn man die Zeitpunkte der letzten Blockaden analysiert, bestätigt sich dies. So wurden die sozialen  Netzwerke und eine Reihe von Nachrichtenseiten im August 2018 gesperrt, nachdem zuvor bei einem <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/tadschikistan-vier-rad-touristen-von-bewaffneten-mannern-getotet/">Terroranschlag</a> ausländische TouristInnen getötet worden waren.  Anfang November 2018 und im Januar 2019 wurden die Seiten aufgrund der Situation in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chorugh">Chorog</a> gesperrt. Ende April geschah dies aufgrund einer Verfügung des Kartelldienstes, die einen Preisanstieg für Internet und mobile Dienste beschloss.</p>
<p style="text-align: justify;">Obwohl die Verfügung aufgehoben wurde, blieben die Blockaden, und die Geschwindigkeit des Internets verschlechterte sich zunehmend. Nachdem bereits früher Google-Dienste gesperrt waren, können BürgerInnen Tadschikistans die Suchmaschine Google seit Anfang Mai 2019 nicht nutzen. Später wurde auch der Suchmaschinendienst Yandex gesperrt.</p>
<p style="text-align: justify;">Für gewöhnlich werden die Blockaden nicht von Seiten der Behörden kommentiert. Im Falle von Google teilte man aber mit, dass die Gründe für die Blockade außerhalb  des Landes<em> </em>erfolge. Derzeit bleiben unter anderem Facebook, Instagram, Odnoklassniki (ein soziales Netzwerk aus Russland, Anm. d. Red.), Youtube Messenger, WhatsApp und Viber gesperrt.</p>
<p style="text-align: justify;">Darüber hinaus ist die Seite von <a href="https://news.tj/">Asia-Plus</a> seit einem halben Jahr nicht erreichbar. Später kamen zwei weitere Seiten hinzu, die Inhalte von Asia-Plus veröffentlichten, <a href="https://zen.yandex.ru/">zen.yandex.ru</a> und <a href="https://telegra.ph/">telegra.ph</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Turkmenistan</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Trotz Einladung nahmen weder eine turkmenische Regierungsdelegation noch VertreterInnen von gesellschaftlichen Organisationen aus Turkmenistan an dem Forum teil.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Internet steht in Turkmenistan unter strenger Kontrolle. Es werden alle Seiten blockiert, auf denen Kritik an der turkmenischen Staatsmacht geäußert wird. Schon seit einigen Jahren sind die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter, BKontakte, Odnoklassniki genauso wie Youtube und weitere Nachrichtenportale gesperrt. Das gleiche gilt für Messenger wie WhatsApp, WeChat und Viber. Als BürgerInnen 2012 begannen, die Blockaden mit Hilfe von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anonymizer">Anonymizern</a> zu umgehen, wurde auch diese gesperrt. Ebenfalls gesperrt sind Opera mini, Opera mobile und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/UC_Browser">UC Browser</a> für Mobiltelefone, da sie eine Möglichkeit bieten, die Blockaden zu umgehen. Der einzige Messenger-Dienst, zu dem die BürgerInnen Turkmenistans Zugang haben, ist IMO.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/turkmenistan-wie-die-bevoelkerung-auch-ohne-freie-medien-an-informationen-gelangt/">Turkmenistan: Wie die Bevölkerung auch ohne freie Medien an Informationen gelangt</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Anfang Januar berichtete „Chronika Turkmenistana“, dass im Land begonnen wurde VPN-Anwendungen zu blockieren. Das gleiche gilt für den App-Store Google Play, wo man VPNs herunterladen kann. Medien berichteten, dass der Versuch VPNs auf dem Telefon zu nutzen, dazu führe, dass kein Internetzugang hergestellt werden kann und man eine neue SIM-Karte verwenden muss. Anderen Angaben zufolge können NutzerInnen nach dem mehrmaligen Versuch der VPN-Nutzung zu einem „Gespräch“ ins Ministerium für Nationale Sicherheit geladen werden. Jedoch geben die Behörden nicht zu, dass der Internetzugang im Land teilweise eingeschränkt ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kirgistan</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kirgistan ist das einzige Land Zentralasiens, in dem es keine vollständigen Blockaden von sozialen Netzwerken und Nachrichtenseiten gibt. Hier werden nur einzelne Gruppen oder NutzerInnen gesperrt, die Terrororganisationen angehören und denen daher die Verbreitung ihrer Ideen untersagt ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings berichteten kirgisische TeilnehmerInnen des Forums von einer Verschlechterung der Internetfreiheit in Bezug auf die Meinungsfreiheit. Gemäß ihren Worten werden zusammen mit  terroristischen Seiten auch Publikationen über Politik und soziale Probleme teilweise blockiert.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="https://news.tj/ru/news/centralasia/20190528/kak-blokiruetsya-internet-v-stranah-tsentralnoi-azii"><strong>Asia-Plus</strong></a></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
<p><p><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem </span><a href="http://eepurl.com/O0Qub"><span style="font-weight: 400;">wöchentlichen Newsletter anmelden</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p></p>
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		<title>Verfassungswidrige Zensur im usbekischen Musikgewerbe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Coppenrath]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Nov 2018 17:07:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekkontsert]]></category>
		<category><![CDATA[Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht &#x201E;explizite&#x201C; Musikvideos verderben die Gesellschaft, sondern&#xA0; Ignoranz und Korruption. Der Journalist Nikita Makarenko beklagt in einem Kommentar die verfassungswidrige Zensur der staatlichen Agentur &#x201E;Usbekkontsert&#x201C;. Der Artikel erschien im russischen Original bei Gazeta.uz. Mitten im Zentrum der Hauptstadt Taschkent, etwa 500 Meter von der Residenz des Pr&#xE4;sidenten und dem Ministerkabinett arbeitet eine Organisation aktiv und [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Nicht „explizite“ Musikvideos verderben die Gesellschaft, sondern  Ignoranz und Korruption. Der Journalist Nikita Makarenko beklagt in einem Kommentar die verfassungswidrige Zensur der staatlichen Agentur „Usbekkontsert“. Der Artikel erschien im russischen Original bei <a href="https://www.gazeta.uz/ru/2018/11/16/concerts/?utm_source=push&amp;utm_medium=facebook&amp;fbclid=IwAR1ZdANyeFWWkxVaA9mwBZQJJzL8ry4m_BDQPTOE5igWO0380hrXdtlqqVA">Gazeta.uz</a>. </strong></p>
<p style="text-align: justify">Mitten im Zentrum der Hauptstadt Taschkent, etwa 500 Meter von der Residenz des Präsidenten und dem Ministerkabinett arbeitet eine Organisation aktiv und beharrlich daran, die usbekische Verfassung zu missachten.</p>
<p style="text-align: justify">Sie arbeitet dabei ganz unverdeckt mit öffentlichen Geldern und erreicht durchweg hohe Resultate. Sie verursacht regelmäßig Gelächter oder Wut in der Lokalbevölkerung und gar homerisches Gelächter in der restlichen Welt. „Usbekkontsert“ heißt diese erstaunliche Organisation und durch ihre ganzen Tätigkeiten schafft sie es, dass wir uns alle schämen können &#8211; für sie, für uns, dafür, dass das alles ganz in unserer Nähe passiert, im Jahre 2018.</p>
<p style="text-align: justify">Mir scheint, in dieser Organisation will sich bewusst als eine Art Freimaurertum darstellen. Dort kann man entscheiden, was für Menschen gut und was schlecht ist, Zensur verhängen, seine eigene Pseudomoral erfinden und weitere quasilegale Tätigkeiten durchführen.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Ein staatlicher Zensor </strong></p>
<p style="text-align: justify">Der Artikel 15 der usbekischen Verfassung legt fest, dass alle staatlichen Institutionen verfassungsgemäß arbeiten sollen. Die <a href="http://uzbekkoncert.uz/ru/">Webseite</a> von „Usbekkontsert“ erklärt stolz, dass es sich um eine staatliche Institution handelt. Schauen wir einmal, womit sich diese Staatsleute beschäftigen.</p>
<p style="text-align: justify">Sie vergeben Künstlern Lizenzen, ohne die Konzerte in Usbekistan als illegal gelten. Eine solche Lizenz ist nicht einfach eine steuerrechtliche Prozedur, sondern bedarf auch der Zustimmung des künstlerischen Rats. Dieser Rat ohne klare Zusammensetzung entscheidet also, wer auftreten darf und wer nicht. De facto ist das direkte und unverhohlene Zensur. Etwa wie in Nordkorea, nur nicht auf der Kim-Ir-Sen-Straße, sondern auf der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mir_%CA%BFAli_Schir_Naw%C4%81%CA%BEi">Nawoistraße</a>. Dabei gewährleistet der Artikel 29 der Verfassung die Freiheit, seine Meinung zu äußern. Diese Meinungsfreiheit wird nur durch staatliche oder weitere Geheimnisse begrenzt.</p>
<p style="text-align: justify">Sollte der Inhalt eines Videoclips „Usbekkontsert“ außer Fassung bringen, können sie natürlich ihre Meinung  dazu äußern. Aber Künstlern verbieten aufzutreten, zu schaffen? Das widerspricht dem elementaren Menschenrecht und Recht des Künstlers sich auszudrücken. In seiner Funktion als Zensor missachtet „Usbekkontsert“ die usbekische Verfassung.</p>
<p style="text-align: justify">Zensur in den usbekischen Medien wird durch den Artikel 67 der Verfassung verboten. Niemand kann Fernsehsendern diktieren, welche Videoclips sie zeigen können oder sollen. Die Arme von „Usbekkontsert“ reichen aber noch jenseits des Fernsehens. Manche Künstler beklagen sich, dass sie ohne Erlaubnis dieser Struktur ihre Clips nicht einmal auf Youtube zeigen können.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Von „Mentalität“ und „orientalischen Werten“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Der kürzlich erschienene Clip „Letnije doschdi“ (Sommerregen), für den die Sängerin Schachlo Achmedowa am 13. November ihre Lizenz <a href="http://uzbekkoncert.uz/uz/press_center/news/ozbekkonsert/rasmiy-bildiri/">verloren hat</a>, wurde nicht im Fernsehen gezeigt, sondern erschien im Internet. Wie schön, dass uns im Jahr der Innovation ein solches Know-How gegeben wurde, das selbst den härtesten totalitären Regimes unbekannt ist.</p>
<p><figure id="attachment_15610" aria-describedby="caption-attachment-15610" style="width: 1171px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-15610" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/Schachlo-Achmedowa-Letnyje-Doschdi.png" alt="Screensho Schachlo Achmedowa Letnyje Doschdi" width="1171" height="557" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/Schachlo-Achmedowa-Letnyje-Doschdi.png 1171w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/Schachlo-Achmedowa-Letnyje-Doschdi-300x143.png 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/Schachlo-Achmedowa-Letnyje-Doschdi-768x365.png 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2018/11/Schachlo-Achmedowa-Letnyje-Doschdi-1024x487.png 1024w" sizes="auto, (max-width: 1171px) 100vw, 1171px" /><figcaption id="caption-attachment-15610" class="wp-caption-text">Ein Ausschnitt aus dem Videocip &#8222;Letnije doschdi&#8220; (Sommerregen), für den die usbekische Sängerin Schachlo Achmedowa ihre Lizens verlor</figcaption></figure></p>
<p style="text-align: justify">Noch beängstigender sind die Ursachen und Begriffe, die „Usbekkontsert“ bei seiner Zensur gebraucht. Damit Kunst im Fernsehen oder bei Youtube gezeigt werden kann, muss sie der „Mentalität unseres Volkes“ entsprechen, so die Agentur. Den Begriff „Mentalität“ sucht man in der usbekischen Verfassung vergebens. Es ist also irgendeine von „Usbekkontsert“ erfundene Ideologie, die in keinem Dokument beschrieben wird. Dabei darf es laut Artikel 12 der Verfassung keine staatliche Ideologie geben.</p>
<p style="text-align: justify">Aber „Usbekkontsert“ hat praktisch seine eigene Ideologie auf die nationale Ebene gehoben und kontrolliert ihre Einhaltung. Das obwohl die Verfassung garantiert, dass das Leben sich in Usbekistan auf der Grundlage einer Vielfalt von Ideologien und Meinungen entwickelt.</p>
<p style="text-align: justify">Ein weiterer Einwand gegen den erwähnten Clip von Schachlo Achmedowa, in dem sich ein Mädchen und ein Junge umarmen, ist die Missachtung der Normen orientalischer Moral. Also, Freunde, ist das jetzt einfach irgendein früher Faschismus à la <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Hundert">Schwarze-Hundert</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzhemden">Schwarzhemden</a>, oder einfach ungezügelter Extremismus? Orientalische Moral? Ist das die in der Dichtung von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Omar_Chayy%C4%81m">Omar Chayyam</a> beschriebene? In den Büchern von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Konfuzius">Konfuzius</a>? Habt ihr  bei uns die alten Abbildungen von Tänzerinnen gesehen? Und was denkt ihr euch morgen aus? Die Missachtung von religiösen Werten?</p>
<p style="text-align: justify">Verletzen diese Aktivitäten von „Usbekkontsert“ etwa nicht das Prinzip der Gleichheit? Denn de Facto lässt diese Organisation verlautbaren: „Denkt ihr wie wir und nehmt ihr unsere Pseudoideologie einer „Mentalität“ und „orientalischer Moral“ an, dann dürft ihr singen und auftreten. Wenn nicht, dann seid ihr zweitklassige, illegale Künstler? Dasselbe gilt für das Publikum. Gefällt euch unsere „Ideologie“, dann könnt ihr euch die genehmigten Künstler anhören. Wenn nicht, könnt ihr euch Konzerte in einem anderen Land anschauen.“</p>
<p style="text-align: justify"><strong>„Man fühlt nur Unbehagen und Scham“</strong></p>
<p style="text-align: justify">Man könnte sich weiter über „Usbekkontsert“ und seine Arbeit lustig machen, wenn es nur nicht so traurig wäre. Denn sie sind so dreist, dass sie im Februar 2018 (so viel zum „usbekischen Frühling“!) ihre Pseudoideologie in einem <a href="http://uzbekkoncert.uz/uz/press_center/news/O%27zbekkonsert/-zbekkontsert-davlat-massasasi-oshidagi-shi-lar-va-ularga-ishlangan-videokliplar-saviyasini-ba-olash/">Dokument</a> zusammengefasst haben, das unverhohlen Zensur und verfassungswidrige Werte deklariert. Wie interessant!</p>
<p style="text-align: justify">Demnach ist es im 21. Jahrhundert im freien Usbekistan verboten in einem Videoclip zu singen, wenn man seitlich im Schlafzimmer liegt. Wenn man Tattoos habt. Wenn man Bewegungen macht, die „unangebracht und den usbekischen Traditionen fremd“ sind.</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/keine-tattoos-und-knappen-kleider-in-usbekischen-videoclips/">Keine Tattoos und knappen Kleider in usbekischen Videoclips</a></strong></p>
<p style="text-align: justify">Es wäre interessant zu wissen, ob der russische Rapper <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Timati">Timati</a>, der bald in Taschkent auftritt, von diesem Dokument gehört hat. Oder überklebt man seine Tattoos mit Pflastern, wie bei japanischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Yakuza">Yakuza</a> in der Sauna. Also um die feinen Gefühle der konzertsstaatlichen Konservative nicht zu verletzen.</p>
<p style="text-align: justify">Im Januar erklärte der Direktor von „Usbekkontsert“, dass 12 „explizite“ Videoclips von den Bildschirmen genommen wurden. „<em>Beim Schauen fühlt man nichts als Unbehagen und Scham</em>“, so Odildschon Abdukachorow.</p>
<p style="text-align: justify">Darauf möchte man antworten, dass bei vernünftigen, aufgeschlossenen Menschen nicht die Videoclips, sondern das Verhalten seiner Organisation Schamgefühle verursachen. Und Unbehagen fühlen wir aus irgendeinem Grund alle. Es ist jedes Mal aufs Neue peinlich, wenn mit öffentlichen Geldern eine kulturelle Barbarei durchgeführt wird, die eines Stalin oder Mao Zedong, aber nicht doch eines modernen Staats im 21. Jahrhundert würdig ist.</p>
<p style="text-align: justify">„Usbekkontsert“ sollte man prophylaktischerweise schließen. Lizenzen sollten den Künstlern bei der lokalen Steuerbehörde ausgeteilt werden. Man sollte allen erlauben zu singen und aufzunehmen, was sie wollen. Und es wird nichts Schlimmes passieren. Denn nicht entblößte Sängerinnen, sondern Ignoranz und Korruption verderben die Gesellschaft.</p>
<p style="text-align: right"><strong>Nikita Makarenko<br />
</strong><a href="https://www.gazeta.uz/ru/2018/11/16/concerts/?utm_source=push&amp;utm_medium=facebook&amp;fbclid=IwAR1ZdANyeFWWkxVaA9mwBZQJJzL8ry4m_BDQPTOE5igWO0380hrXdtlqqVA"><strong>Gazeta.uz</strong></a></p>
<p style="text-align: right"><strong>Aus dem Russischen von Florian Coppenrath</strong></p>
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