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	<title>Wirtschaft Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Jul 2026 16:06:44 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Wirtschaft Archives</title>
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		<title>Usbekistan will regionaler Wirtschaftshub werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 19:14:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Forum]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Investitionen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Juni 2026 hat Usbekistan das f&#xFC;nfte &#x201E;Tashkent International Investment Forum&#x201C; ausgerichtet &#x2013; ein j&#xE4;hrlicher Treffpunkt, um internationale Investor:innen in das zentralasiatische Land zu locken. Zahlreiche franz&#xF6;sische Firmen, insbesondere in den Sektoren Energie, Infrastruktur, Industrie und &#xF6;kologischer Wandel, nahmen daran teil. Seit dem 16. Juni erinnern die Alleen des Central Asian Expo Centers wahrhaft an [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Im Juni 2026 hat Usbekistan das fünfte „Tashkent International Investment Forum“ ausgerichtet &#8211; ein jährlicher Treffpunkt, um internationale Investor:innen in das zentralasiatische Land zu locken. Zahlreiche französische Firmen, insbesondere in den Sektoren Energie, Infrastruktur, Industrie und ökologischer Wandel, nahmen daran teil.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 16. Juni erinnern die Alleen des Central Asian Expo Centers wahrhaft an einen Ameisenhaufen. Es herrscht geschäftiges Treiben: Industrievertreter:innen, Geschäftsleiter:innen, Investor:innen sowie politische Verantwortliche kommen dort im weitläufigen, 23m² Messekomplex ohne Unterlass zusammen. Das Gebäude im Herzen der usbekischen Hauptstadt empfängt dieses Jahr mehrere Tausend Teilnehmende aus hunderten Ländern zum „Tashkent International Investment Forum“ (TIIF) – ein Schaufenster der Ambitionen Usbekistans, das gut versteht, sich als regionales Investitionszentrum in Zentralasien zu profilieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 39-jährige Baxtiyor Karimov hat die Geschäftsreise aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Viloyat_Qashqadaryo">Qashqadaryo</a>, einer im Süden Usbekistans gelegenen Provinz (usb. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wilaya">Viloyat</a>, Anm. d. Red.), angetreten. Er ist seit sechs Jahren Vize-Gouverneur des Distrikts Kitab und hat sich während der drei Messetage das Ziel gesetzt, Kontakte mit internationalen Unternehmen anzubahnen, um Projekte in seiner Region zu entwickeln.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es ist sehr wichtig für uns, diese Unternehmen zu treffen. Das eröffnet uns die Perspektive, neue Geschäfte zu machen und Partnerschaften mit ausländischen Firmen aufzubauen.“ </em>erläutert Karimov<em>. „Ich habe zum Beispiel mit Personen diskutiert, die in der Filiale der französischen Firma Saint-Gobain in Kasachstan arbeiten. Des Weiteren habe ich mit Mitgliedern der Agence française de développement (AFD, Französische Entwicklungsagentur) über Projekte in unserer Region gesprochen. Die Region Qashqadaryo ist reich an Mineralen, landwirtschaftlichen Ressourcen und Kohlenwasserstoff.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veranstaltung wird als wichtigste Investitionsplattform des Landes sowie als eine der wichtigsten Zentralasiens präsentiert. <em>„Wir sind Zentralasiens größter Markt“</em>, hebt Mels Ochilov hervor, ein dem Ministerium für Investitionen, Industrie und Handel von Usbekistan beigeordnete Abteilungsleiter. 2025 versammelte das TIIF mehr als 8000 Teilnehmende und mündete in der Unterzeichnung von Abkommen im Wert von über 30 Milliarden US-Dollar.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Einrichtung eines internationalen Finanzzentrums</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zu seinem fünften Jubiläum will das Forum noch weiter gehen. Gemäß dem Communiqué des Ministeriums für Investitionen, Industrie und Handel von Usbekistan sind dieses Jahr <em>„mehr als 160 Abkommen in einer Höhe von fast 43 Milliarden US-Dollar</em> (37,5 Milliarden Euro) <em>unterzeichnet worden“.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einrichtung eines internationalen Finanzzentrums in Taschkent (TIFC) ist mit großem Pomp verkündet worden. Dieses soll sehr günstige steuerliche Rahmenbedingungen bieten, um sowohl Banken, Investmentfonds, aber auch globale Finanzgesellschaften anzulocken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner offiziellen Rede auf dem Forum brachte der Usbekistans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> Digitalisierungsprojekte und die Fortsetzung der Arbeiten zum Internationalen Zentrum digitaler Technologien von Usbekistan zur Sprache. <em>„Unsere Hauptaufgabe ist es, das Leben aller Bevölkerungsgruppen durch den flächendeckenden Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Bildung, im öffentlichen Dienst und in Geschäftsprozessen zu verbessern“</em>, erklärte der usbekische Präsident. Er bekräftigte ebenso, dass sein Land bereit sei, <em>„Initiativen in den Sektoren der New Economy voll zu unterstützen“.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Frankreich ist einer unserer größten Partner“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit mehreren Jahren kommt in Usbekistan eine Modernisierungspolitik in Gang. Ihr hauptsächliches Ziel: ausländische Investitionen anlocken, den Privatsektor entwickeln und seine Integration in die internationalen Wertschöpfungsketten stärken. Die Behörden heben zudem das sich verbessernde Geschäftsumfeld, ein umfassendes Privatisierungsprogramm sowie die strategische geographische Lage an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die großen Diskussionsthemen des diesjährigen Forums drehen sich rund um Energiewende, Infrastruktur, Logistik, die verarbeitende Industrie, kritische Mineralien und die Digitalwirtschaft. <em>„Usbekistan ist ein sich entwickelnder Markt und alle diese Sektoren müssen berücksichtigt werden“</em>, erklärt Mels Ochilov. „<em>Zum Beispiel im Digitalsektor ist die Digitalisierung einer der Schlüsselaspekte der Produktionskapazität, da sie es erlaubt, die diese zu analysieren. Im Technologiebereich ist Frankreich einer unserer größten Partner im Bergbau- und Energiesektor. Wir freuen uns, mit französischen Firmen zusammenzuarbeiten, um Zugang zu ihren Spitzentechnologien zu haben und davon zu profitieren.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/">„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die regionale Anbindung ist ebenso eine Priorität für das Land, denn <em>„das TIIF spielt eine wichtige Rolle für die regionale Wirtschaftsintegration: Es bietet Akteur:innen aus Zentralasien, aus dem südlichen Kaukasus und der Türkei, des Nahen Ostens, und sogar darüber hinaus, aus Europa und Asien mit der starken Beteiligung von China und Süd-Korea, die besonders gute Möglichkeit, ihre Partnerschaften zu entwickeln.“</em>, unterstreicht Olivier Grandvoinet, Büroleiter der französischen Entwicklungsagentur AFD in Taschkent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Platz wird ebenso den Diskussionen rund um Transportkorridore und Energieaustausch eingeräumt. <em>„Dies illustriert die Ambition Usbekistans, sich als wirtschaftliche Schnittstelle zwischen Europa und Asien zu positionieren“</em>, fügt Grandvoinet hinzu. <em>„Schließlich ist das TIIF ein Treffpunkt für die usbekischen Behörden und die internationalen Entwicklungspartner:innen geworden. Dies ist insbesondere dieses Jahr aufgrund zahlreicher Veranstaltungen rund um europäische Akteur:innen wie der Europäischen Kommission, der Europäischen Investmentbank und der Europäischen Entwicklungsbank sichtbar.“</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Gelegenheit für französische Unternehmen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für große Unternehmen wird Usbekistan von nun an als Eingangstor zu ganz Zentralasien wahrgenommen. <em>„Unser Handelsvolumen mit Usbekistan beläuft sich auf rund 730 Millionen Euro, und wir verzeichnen einen Handelsüberschuss von 270 Millionen Euro zu unseren Gunsten.“</em>, bemerkt Walid Fouque, französischer Botschafter in Usbekistan. <em>„Wir möchten zur Diversifizierung der Partnerschaften mit diesem Land beitragen.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Kontext bringen französische Firmen zahlreiche Vorteile mit. Aufgrund ihrer Präsenz in den Sektoren Energie, Transport, Stadtinfrastruktur, Dienstleistungen sowie Landwirtschaft profitieren sie von einem vorteilhaften Image, das an ihre technologische Expertise und ihr technologisches Know-How geknüpft ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wirtschaftliche-annaeherung-zwischen-singapur-und-usbekistan/">Wirtschaftliche Annäherung zwischen Singapur und Usbekistan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“Die Landwirtschaft in Usbekistan stellt eine große Herausforderung dar.“</em>, erklärt Usbekistans Landwirtschaftsminister Ibrohim Abduraxmonov. “<em>Bei landwirtschaftlichen Technologien haben wir eine Kooperation im Bereich der Mechanisierung mit der französischen Firma KUHN</em> (eine Filiale der Schweizer Unternehmensgruppe Bucher Industries, Anm. d. Red.) <em>laufen. Wir möchten voll von der französischen Erfahrung in diesem Bereich profitieren.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“In all diesen Bereichen setzen wir Projekte mit den </em><em>Usbek:innen um”, unterstreicht der Botschafter Frankreichs in Usbekistan und verweist auf die Unternehmensgruppe Voltalia oder EDF, die im Land Bauvorhaben durchführen.</em>“ Dies trifft auch auf die französische Firma TotalEnergies zu, die Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien in Usbekistan durchführt, <em>“denn es gibt noch zahlreiche Wachstumschancen aufgrund des steigenden Strombedarfs, der Entwicklung der Transportinfrastruktur für Strom und der Vorteile dieser Region für Erneuerbare Energien. Usbekistan profitiert von ausgezeichneten Wind- und Sonnenenergiepotenzialen und verfügt über umfangreiche Flächenressourcen.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>S</em>uez, Airbus, Saint-Gobain, Michelin, Orano… <em>“Alle großen französischen Unternehmen positionieren sich derzeit in Usbekistan.”</em>, fügt er hinzu. Das TIIF stellt für diese daher eine Gelegenheit dar, ihre Position auf einem stark wachsenden Markt mit fast 38 Millionen Einwohner:innen zu stärken.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Test für die Attraktivität des Landes</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Abgesehen von den Investitionsankündigungen ist das TIIF 2026 ein Praxistest für die Fähigkeit Usbekistans, das Vertrauen internationaler Investor:innen aufrechtzuerhalten. <em>“Die heikelste Übung besteht darin, wirtschaftliche Beziehungen mit Russland aufrechtzuerhalten, die nach wie vor essentiell für die Zahlungsbilanz des Landes sind, insbesondere aufgrund der hohen Überweisungen von in Russland tätigen Arbeitnehmer:innen. Dabei soll jedoch vermieden werden, in eine allzu offensichtliche Zwickmühle hinsichtlich der westlichen Sanktionen gegen Russland zu geraten.“</em>, erklärt Julien Vercueil, Wirtschaftsprofessor am INALCO (Nationales Institut für orientalische Sprachen und Kulturen) und dessen Vize-Direktor für Wertschöpfung und ökologische Verantwortung. “<em>In diesem instabilen Kontext ist die Vorhersehbarkeit der Politik entscheidend für den Vertrauensaufbau bei ausländischen Unternehmen.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die usbekische Regierung ist das Ziel klar: die Reformen, die seit einigen Jahren unternommen werden, in konkrete Projekte umwandeln. <em>“Eine große strukturelle Herausforderung für das Land”</em>, konstatiert Olivier Grandvoinet, Leiter des Taschkenter Büros der französischen Entwicklungsagentur AFD., das in Zukunft <em>“ausreichend Arbeitsplätze für eine junge und stark wachsende Bevölkerung schaffen muss.”</em></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Louise Simondet, Korrespondentin für Novastan in Usbekistan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/louzbekistan-affirme-son-ambition-de-devenir-un-carrefour-economique-regional/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Cornelia Steinigen</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Wahlen in Ungarn: Was bedeutet das Ende der Ära Orbán für Zentralasien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bstoeckl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 16:45:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarn]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#xDC;ber Jahre hat Ungarns Premierminister Viktor Orb&#xE1;n die Beziehungen zu asiatischen Staaten ausgebaut, darunter auch zu den L&#xE4;ndern Zentralasiens. Nach seiner Niederlage bei den ungarischen Parlamentswahlen stellt sich nun die Frage: Welche Folgen wird der Machtwechsel in Budapest f&#xFC;r Ungarns Verh&#xE4;ltnis zu Zentralasien haben? Am Ende lief es &#xFC;berraschend glimpflich ab: Statt mit einer Operation [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Über Jahre hat Ungarns Premierminister Viktor Orbán die Beziehungen zu asiatischen Staaten ausgebaut, darunter auch zu den Ländern Zentralasiens. Nach seiner Niederlage bei den ungarischen Parlamentswahlen stellt sich nun die Frage: Welche Folgen wird der Machtwechsel in Budapest für Ungarns Verhältnis zu Zentralasien haben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende lief es überraschend glimpflich ab: Statt mit einer <a href="https://www.fr.de/politik/anschlag-inszenierung-vor-ungarn-wahl-orba-opposition-wittert-panikmache-stimmung-spitzt-sich-zu-zr-94250172.html">Operation unter falscher Flagge</a> oder einer Anfechtung der Resultate endeten die ungarischen Parlamentswahlen am 12. April mit einem einfachen Anruf des amtierenden Premierministers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Orb%C3%A1n">Viktor Orbán</a>, der seinem Amtsnachfolger in spe, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A9ter_Magyar">Péter Magyar</a>, zum Wahlsieg gratulierte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Erdrutschsieg Magyars und seiner Tisza-Partei, die erst vor 2 Jahren auf die breitere politische Bühne trat und nun über eine Zweidrittelmehrheit im ungarischen Parlament verfügt, kam Orbáns 16 Jahre dauernde Herrschaft über das mitteleuropäische Land zu einem krachenden Ende.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Magyar hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Beziehungen des Landes zur EU wiederherzustellen: Unter Orbán hatte sich Ungarn nämlich aufgrund zahlreicher Verstöße gegen das Rechtsstaatlichkeitsprinzip und enger Zusammenarbeit mit autokratischen Herrschern in den letzten Jahren zu einem Paria-Staat innerhalb des Bündnisses verwandelt. Die Zukunft von Ungarns Beziehungen zu den Ländern Zentralasiens, mit denen Magyars Vorgänger während seiner Amtszeit enge Bande geknüpft hatte, ist hingegen ungewiss.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Annäherung und Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarns Annäherung an Zentralasien hing eng mit Orbáns Außenhandelspolitik zusammen, die seit 2012 unter der Losung “Öffnung nach Osten” den Handel mit asiatischen Märkten ankurbeln sollte. Neben Ländern wie China und Russland spielten hierbei auch die Türkei und die zentralasiatischen Turkstaaten eine übergeordnete Rolle, die in den Jahren zuvor durch die Gründung der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_Turkstaaten">Organisation der Turkstaaten (OTS)</a> ihre Zusammenarbeit vertieft hatten. Orbán hatte dabei vor allem die dortigen Energieressourcen im Visier, mithilfe derer er die Abhängigkeit des Landes von russischen Energieträgern verringern wollte. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/magyaren-fluchten-vor-der-krise/">Kasachstan – Ungarn: Bruderliebe aus Kalkül? (1/2)</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">2014 <a href="https://timesca.com/hungarys-political-shift-puts-central-asia-partnerships-under-scrutiny/">unterzeichnete Ungarn</a> &#8211; als erstes mitteleuropäisches Land &#8211; eine strategische Partnerschaft mit Kasachstan. Der bilaterale Handel zwischen den zwei Staaten erreichte 2024 ein Volumen von knapp 200 Millionen Euro, und Ungarn investiert stark in verschiedene Sektoren der kasachstanischen Wirtschaft, darunter Landwirtschaft, Industrie und Logistik. In Usbekistan erwarb die ungarische OTP-Bank einen Anteil von 73,71Prozent an der Ipoteka-Bank, dem fünftgrößten Geldinstitut des bevölkerungsreichsten Landes Zentralasiens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Erlangung des Beobachterstatus in der OTS im Jahr 2018 eröffnete sich für Ungarn eine gemeinsame Plattform, auf der die Handelsbeziehungen zu Zentralasien vorangetrieben werden konnten. Ein Jahr später wurde in Budapest ein Vertretungsbüro eröffnet, das als inoffizieller europäischer Außenposten der Organisation dienen sollte.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ungarisch-zentralasiatische Beziehungen nach den Wahlen: Quo vadis, Magyar?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie es mit den ungarisch-zentralasiatischen Beziehungen weitergeht, ist derzeit noch unklar. Das Verhältnis zwischen Orbán und den zentralasiatischen Staatsoberhäuptern war sehr stark von persönlichen Kontakten und gegenseitigem Vertrauen geprägt. Letztere stehen nun vor der Aufgabe, mit Orbáns Nachfolger auf Tuchfühlung zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktion auf Ungarns Machtwechsel fiel dementsprechend vorsichtig aus. Erst am 15. April &#8211; drei ganze Tage nach der Verkündung der Ergebnisse &#8211; <a href="https://timesca.com/tokayev-congratulates-peter-magyar-on-victory-in-hungarys-parliamentary-elections/">gratulierte</a> Kasachstans Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Qasym-Jomart Toqaev</a> Magyar als erstes zentralasiatisches Staatsoberhaupt zum Wahlsieg. Zum Vergleich: Vor vier Jahren erhielt Orbán bereits am Tag nach den Wahlen ein Telegramm vom kasachstanischen Präsidenten. Es wird zuerst abgewartet und geschaut, welche außenpolitische Richtung die neue Regierung in Budapest einschlägt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Experten sind allerdings vorsichtig optimistisch, dass die fruchtvollen Beziehungen zwischen Ungarn und Zentralasien auch unter der Regierung Magyar Bestand haben könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Führung Kasachstans unter Präsident Qasym-Jomart Toqaev ist in der Lage, professionell, diplomatisch und pragmatisch Beziehungen zu den offiziellen Behörden jedes Staates aufzubauen. Für uns spielt es keine Rolle, welche Kräfte ein bestimmter ausländischer Politiker vertritt. Entscheidend ist, dass er legitim ist und vom Volk gewählt wurde“</em>, sagte der kasachstanische Politologe Urazgali Selteev gegenüber dem kasachstanischen Portal <a href="https://cmn.kz/v-vengrii-menyaetsya-vlast-skazhetsya-li-eto-na-eyo-otnosheniyah-s-kazahstanom-034573/">CMN</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>“Magyar ist ein Vertreter der Gegenelite, der aus der etablierten politischen Klasse hervorgegangen ist. Und solche Politiker kennen die Regeln und die Funktionsweise des Systems der internationalen Beziehungen sehr gut. Deshalb wird es keine abrupten und radikalen Schritte geben“</em>, fügte er hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-ungarn-bruderliebe-aus-kalkul-22/">Kasachstan – Ungarn: Bruderliebe aus Kalkül? (2/2)</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt eines Abebbens der Beziehungen könnte es eher zu einem Umbruch in der Herangehensweise beider Seiten kommen, so der Politologe Anuar Bahithanov. <em>“[D]ie Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Ungarn geht schon seit langem über die reine persönliche Diplomatie hinaus. Sie stützt sich auf zwischenstaatliche Mechanismen, Wirtschaftsprojekte und das Interesse Budapests an Zentralasien. Daher dürfte es selbst bei einem Führungswechsel eher zu einem Übergang zu einem pragmatischeren und institutionelleren Modell der Zusammenarbeit kommen, ohne abrupte politische Schwankungen,”</em> <a href="https://cmn.kz/v-vengrii-menyaetsya-vlast-skazhetsya-li-eto-na-eyo-otnosheniyah-s-kazahstanom-034573/">meint</a> Bahithanov.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mittlerer Korridor: EU und Ungarn mit gemeinsamen Zielen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Grund, der für eine Fortführung der Beziehungen spricht, ist das gemeinsame Interesse Ungarns und der EU, die Handelsrouten zwischen Europa und China auszubauen und weiterzuentwickeln. Seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs im Jahr 2022 hat der sogenannte <em>“Mittlere Korridor”</em>, der China auf dem Landweg mit Europa verbindet, immens an Bedeutung gewonnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts geopolitischer Risiken in Osteuropa und im Nahen Osten soll der Mittlere Korridor Europas Zugang zu den asiatischen Volkswirtschaften garantieren. Hierbei spielen vor allem die OTS-Mitgliedstaaten &#8211; Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgistan, die Türkei und Usbekistan &#8211; <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-europa-buhlt-in-samarkand-um-rohstoffe/">eine wichtige Rolle</a> als logistische Transitländer.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Ungarns außenpolitischer Vorstoß in die türkische Welt unter Orbán als Abkehr von der EU gedacht war, könnten die institutionellen Verbindungen, die die letzten 15 Jahre kultiviert wurden, Budapest nun dabei helfen, die logistische und energiepolitische Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten voranzutreiben. Da Magyar es sich zum Ziel gesetzt hat, die Wogen mit Brüssel zu glätten, könnte er den zentralasiatischen Vektor der ungarischen Außenpolitik dafür nutzen, Ungarn in der EU wieder in einem besseren Licht dastehen zu lassen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Benedikt Stöckl für Novastan</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Die US-Militäroperation in Venezuela und ihre Folgen für Kasachstans Ölmarkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 10:38:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungswachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Muduro]]></category>
		<category><![CDATA[Ölmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Venezuela]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 3. &#xA0;Januar 2026 l&#xF6;ste die US-Milit&#xE4;roperation in Venezuela, die mit der Festnahme von Nicol&#xE1;s Maduro endete, eine sofortige Volatilit&#xE4;t auf den &#xD6;lm&#xE4;rkten aus. Vor dem Hintergrund dieser erh&#xF6;hten Unsicherheit entschieden sich die zentralasiatischen L&#xE4;nder, insbesondere Kasachstan, f&#xFC;r diplomatische Zur&#xFC;ckhaltung, um ihre Energieversorgungssicherheit zu gew&#xE4;hrleisten. Bis zum 5. Januar 2026 hat kein zentralasiatischer Staat offiziell [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am 3. &nbsp;Januar 2026 löste die US-Militäroperation in Venezuela, die mit der Festnahme von Nicolás Maduro endete, eine sofortige Volatilität auf den Ölmärkten aus. Vor dem Hintergrund dieser erhöhten Unsicherheit entschieden sich die zentralasiatischen Länder, insbesondere Kasachstan, für diplomatische Zurückhaltung, um ihre Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 5. Januar 2026 hat kein zentralasiatischer Staat offiziell auf die Festnahme des venezolanischen Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nicolás_Maduro">Nicolas Maduro</a> durch US-Streitkräfte oder auf die offensichtliche Absicht der USA, die Kontrolle über die venezolanische Ölindustrie zu übernehmen, reagiert. Dieses diplomatische Schweigen ist nicht unbedeutend: Es spiegelt die Komplexität der Herausforderungen für die Öl exportierenden Länder wider, die zwischen den Großmächten stehen und ihre eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen schützen wollen, erklärt <a href="https://eurasianet.org/evaluating-the-impact-of-us-power-play-in-venezuela-on-eurasian-energy-suppliers"><em>Eurasianet</em></a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine schwierige Position zum Fall Venezuela</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kasachstan, dessen Staatshaushalt stark von Ölexporten abhängt, könnte jede kritische Äußerung gegenüber Washington die positive Dynamik der bilateralen Beziehungen gefährden. Die Trump-Regierung hat kürzlich ihr Engagement in der Region bekräftigt und sogar Kasachstans Präsidenten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qasym-Jomart_Toqaev">Qasym-Jomart Toqaev</a> und seinen usbekischen Amtskollegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Shavkat_Mirziyoyev">Shavkat Mirziyoyev</a> zum <a href="https://thediplomat.com/2025/12/does-it-matter-that-trump-invited-kazakhstan-and-uzbekistan-to-the-2026-g20-summit/">G20-Gipfel 2026</a> eingeladen, was die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten stärken dürfte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Umgekehrt könnte eine ausdrückliche Unterstützung der amerikanischen Intervention Moskau und Peking verärgern, zwei strategische Partner Kasachstans, die die Operation in Venezuela öffentlich als flagrante Verletzung der nationalen Souveränität und des Völkerrechts verurteilt haben. Russland warnte vor dem, was es als „Aggression” betrachtet, während China die US-Aktion als „hegemonialen Akt” bezeichnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund tendiert die kasachische Diplomatie dazu, Stabilität und Vorsicht zu bevorzugen. Der Regionalexperte <a href="https://aod.kz/en/about">Marat Chibutov</a> fasste dies gegenüber <a href="https://ru.arasha.kz/5257-arest-maduro-venesuela-i-cto-eto-znacit-dlia-kazaxstana"><em>Arasha.kz</em></a> zusammen: <em>„Das Wichtigste ist, Stabilität und Vorsicht zu wahren und die Ereignisse aus der Ferne zu beobachten.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl sich seine Äußerungen speziell auf Kasachstan beziehen, spiegeln sie implizit die Kalkulation der Regierungen in ganz Zentralasien wider, die darauf bedacht sind, sich nicht in eine Debatte hineinziehen zu lassen, die ihr eigenes geopolitisches und wirtschaftliches Gleichgewicht erschüttern könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Welche Auswirkungen hat dies auf Kasachstans Öl?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Über die unmittelbaren Auswirkungen auf die weltweite Versorgung und die Volatilität der Rohölpreise hinaus hat die US-Operation in Venezuela auch Auswirkungen auf Zentralasien. In Kasachstan, wo die Frage der Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen und der Rolle ausländischer Unternehmen seit Jahren Gegenstand gedämpfter, aber anhaltender Debatten ist, werden die Ereignisse in Caracas mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Astana belebt die venezolanische Entwicklung implizit die Diskussionen über die mit den westlichen Großkonzernen abgeschlossenen Ölverträge. Der Politologe <a href="https://ru.wikipedia.org/wiki/Ашимбаев,_Данияр_Рахманович">Daniyar Ashimbayev</a> <a href="https://timesca.com/the-venezuela-effect-oil-sanctions-and-kazakhstans-strategic-dilemma/">erinnert</a> daran, dass diese Debatten in der kasachstanischen Öffentlichkeit lange Zeit geführt wurden, bevor sie nach und nach zu Tabuthemen wurden, wie die Zeitung <em>Times of Central Asia </em>berichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Frage der Überarbeitung der Ölverträge wird immer unpopulärer. Bei diesem Tempo könnte sie sogar mit Extremismus gleichgesetzt werden”,</em> bemerkt der Experte ironisch und betont, wie sehr der aktuelle geopolitische Kontext die Sensibilität für diese Themen verstärkt hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Venezuela-Effekt: überschätzt oder unterschätzt?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für viele Beobachter stellt der „Venezuela-Effekt” ein echtes Risiko für Kasachstan dar. Die politischen Erschütterungen in Lateinamerika geben zusätzlich Anlass zur Sorge. Sie könnten mittelfristig einen anhaltenden Druck auf die Preise ausüben, was für die stark von Öleinnahmen abhängige kasachstanische Wirtschaft ein besorgniserregendes Szenario darstellt. [Der Originalartikel erschien vor dem Ende Februar ausgebrochenen Krieg in Nahost, Anm. d. Red.]</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Finanzanalyst Arman Beisembayev erklärt in einem Artikel der kasachstanischen Nachrichtenportal <a href="https://informburo.kz/novosti/obrusenie-cen-na-neft-i-oslablenie-tenge-kazaxstan-mozet-postradat-ot-smeny-vlasti-v-venesuele">Informburo</a>, dass eine Lockerung der Sanktionen oder ein politischer Wandel den Ölpreis auf 50 bis 70 Dollar pro Barrel fallen lassen könnte, in pessimistischen Szenarien sogar auf 40 bis 50 Dollar, was das Wirtschaftswachstum und die Staatseinnahmen schwächen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/klimaneutral-bis-2060-kasachstans-grosse-energie-vision-auf-dem-pruefstand/">Klimaneutral bis 2060? Kasachstans große Energie-Vision auf dem Prüfstand</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Stimmen relativieren diese Gefahr jedoch. Asqar Ismailov, Berater für Zentralasien beim World Gas Center in Genf, betont gegenüber <a href="https://forbes.kz/articles/kak-krizis-vvenesuele-mozhet-povliyat-naneftyanuyu-otrasl-kazahstana-eksperty">Forbes Kazakhstan</a> die strukturellen Grenzen des venezolanischen Öls – schwer, teuer in der Förderung und abhängig von massiven Investitionen – sowie die Zurückhaltung der amerikanischen Großkonzerne, schnell zu investieren. Daher würden die kurzfristigen Auswirkungen begrenzt bleiben, da Venezuela derzeit nur einen marginalen Anteil an der weltweiten Produktion hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Kasachstan liegt die größte Herausforderung daher in der grundlegenden Entwicklung des Marktes. Solange die Preise nahe den Haushaltsannahmen bleiben, sind die Auswirkungen <a href="https://economykz.org/?p=23636">überschaubar</a>. Mittelfristig könnte jedoch eine schrittweise Rückkehr des venezolanischen Öls die Position des Landes auf den Märkten schwächen und seinen Haushalt belasten, wodurch der „Venezuela-Effekt” zu einem diffusen, aber strategischen Risiko wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan, ein zukünftiges Venezuela?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz Ähnlichkeiten hinsichtlich der strategischen Bedeutung ihrer Kohlenwasserstoffe folgt Kasachstan nicht dem Weg Venezuelas, versichert das russische Auslandsmedium <a href="https://ru.sputnik.kz/20260109/kazakhstan-venesuela-ssha-svoik-mnenie-60282518.html">Sputnik Kasachstan</a>. Im Gegensatz zu Caracas nach der Chávez-Ära hat Astana stabile Ölvereinbarungen mit westlichen Unternehmen aufrechterhalten und damit Rechtssicherheit und Attraktivität für Investoren gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Öffnung geht jedoch mit einer schrittweisen Stärkung der nationalen Souveränität einher, wie die Verfassungsreform von 2022 zeigt. Kasachstan erscheint somit als pragmatischer und kooperativer Energielieferant, der eher dem Venezuela vor den Verstaatlichungen als seiner aktuellen Situation ähnelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lesen Sie auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/praesident-toqaev-vollzieht-in-kasachstan-eine-umgestaltung-der-institutionen/">Präsident Toqaev vollzieht in Kasachstan eine Umgestaltung der Institutionen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage der Ölverträge bleibt jedoch heikel. Die Vereinbarungen zur Aufteilung der Produktion, die die Ausbeutung der wichtigsten Lagerstätten regeln, stehen im Mittelpunkt wachsender Spannungen zwischen dem Staat und ausländischen Konsortien. Astana hat kürzlich Verhandlungen zur Anpassung dieser Verträge aufgenommen, um günstigere Bedingungen zu erzielen und gleichzeitig ein stabiles Investitionsklima zu erhalten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Zoé Toulouse für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>aus dem <a href="https://novastan.org/fr/kazakhstan/operation-americaine-au-venezuela-manifestations-en-iran-quels-impacts-pour-le-petrole-kazakh/">Französischen</a> übersetzt von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>gekürzt von Robin Roth</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Mit wem hat Tadschikistan Freihandelsabkommen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Asia Plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Feb 2026 19:19:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tadschikistan]]></category>
		<category><![CDATA[Freihandel]]></category>
		<category><![CDATA[GUS]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie viele andere L&#xE4;nder auf der ganzen Welt hat auch Tadschikistan eine Reihe von Freihandelsabkommen geschlossen. Doch was wird mit wem zu reduzierten Z&#xF6;llen gehandelt? Asia-Plus liefert einen &#xDC;berblick. Im Laufe seiner staatlichen Unabh&#xE4;ngigkeit hat Tadschikistan mit zahlreichen L&#xE4;ndern Freihandels- und Pr&#xE4;ferenzabkommen abgeschlossen. Diese Vereinbarungen sollen den Au&#xDF;enhandel erleichtern, Z&#xF6;lle senken und die au&#xDF;enwirtschaftlichen Beziehungen [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie viele andere Länder auf der ganzen Welt hat auch Tadschikistan eine Reihe von Freihandelsabkommen geschlossen. Doch was wird mit wem zu reduzierten Zöllen gehandelt? Asia-Plus liefert einen Überblick.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Laufe seiner staatlichen Unabhängigkeit hat Tadschikistan mit zahlreichen Ländern Freihandels- und Präferenzabkommen abgeschlossen. Diese Vereinbarungen sollen den Außenhandel erleichtern, Zölle senken und die außenwirtschaftlichen Beziehungen des Landes stärken. Fachleute sehen darin einen wichtigen Hebel für das Wachstum von Exporten und die bessere Einbindung Tadschikistans in regionale und internationale Märkte.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Ein <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19333/freihandel/">Freihandelsabkommen</a> bedeutet dabei keineswegs die vollständige Abschaffung aller Handelshemmnisse. Häufig wird darunter eine völlige Zollfreiheit verstanden, tatsächlich bleiben jedoch selbst in stark integrierten Wirtschaftsräumen Ausnahmen bestehen. So gelten auch innerhalb der <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/320152/eu-europaeische-union/">Europäischen Union</a> oder der <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-europalexikon/176830/eurasische-wirtschaftsunion/">Eurasischen Wirtschaftsunion</a> weiterhin Einschränkungen für sensible Waren, etwa im Agrarbereich, sowie nationale Anforderungen wie Zertifizierungen, Umwelt- und Sicherheitsstandards. Freihandelsabkommen reduzieren Zölle und vereinfachen Handelsverfahren, beseitigen sie aber nicht vollständig und gelten oft nur für bestimmte Warenkategorien.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Freihandel innerhalb der GUS</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine zentrale Rolle spielt für Tadschikistan das Abkommen über die Freihandelszone innerhalb der <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-europalexikon/177006/gemeinschaft-unabhaengiger-staaten-gus/">Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)</a>. Es erleichtert den Handel mit Russland, Belarus, Kasachstan, Kirgistan, Armenien, Moldau sowie teilweise mit Usbekistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen dieses Abkommens können Waren zwischen den teilnehmenden Staaten weitgehend zollfrei gehandelt werden, was tadschikischen Exporten einen kostengünstigeren Marktzugang ermöglicht. Gleichzeitig handelt es sich nicht um ein einheitliches Zollgebiet: Die GUS-Staaten behalten ihre eigene Zollpolitik gegenüber Drittländern bei, und für einzelne Waren gelten weiterhin Ausnahmen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/tadschikistan/aus-kohle-mach-kohle-bluehen-tadschikistan-bald-millionengewinne-durch-kohlenstoffprojekten/">Aus Kohle mach Kohle: Tadschikistan hofft auf Millionengewinne durch Kohlenstoffprojekte</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Warenhandel hinaus ist Tadschikistan auch am GUS-Freihandelsabkommen für Dienstleistungen und Investitionen beteiligt. Dieses schafft günstigere Bedingungen für grenzüberschreitende Dienstleistungen und soll Investitionen innerhalb der Region fördern, insbesondere bei gemeinsamen Geschäfts- und Infrastrukturprojekten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bilaterale Freihandelsabkommen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Daneben unterhält Tadschikistan eine Reihe bilateraler Freihandelsabkommen. Mit Russland besteht seit den 1990er Jahren ein <a href="http://www.old.e-cis.info/page.php?id=22693">Abkommen</a>, das die Abschaffung von Zöllen auf ausgewählte Waren vorsieht. Welche Produkte davon profitieren, wird regelmäßig in Protokollen festgelegt; unter bestimmten Voraussetzungen können auch Waren mit Anteilen aus Drittländern zollfrei gehandelt werden. Mit Usbekistan gilt seit 1996 ein <a href="https://lex.uz/docs/2552943">Freihandelsabkommen</a>, das Vorzugsbedingungen für den Handel mit bestimmten Gütern wie Agrarprodukten und Industrieanlagen schafft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/duschanbe-baut-seine-strategische-partnerschaft-mit-china-aus/">Tadschikistan baut seine strategische Partnerschaft mit China aus</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres <a href="https://treaty.mfa.gov.cn/tykfiles/20180718/1531876983669.pdf">wichtiges Abkommen</a> besteht mit China. Es trat 2011 in Kraft und sieht Zollsenkungen für ausgewählte Waren vor, darunter Industrieanlagen, Textilien sowie einige landwirtschaftliche Waren und Lebensmittelprodukte, die für beide Länder von Bedeutung sind. Ebenfalls auf einzelne Warengruppen beschränkt sind die <a href="http://portali-huquqi.tj/publicadliya/view_qonunhoview.php?showdetail=&amp;asosi_id=25710">Vereinbarungen</a> mit Turkmenistan, die unter anderem Agrarprodukte, Baumaterialien und petrochemische Erzeugnisse betreffen, sowie mit Kirgistan, wo <a href="https://prg.kz/m/amp/document/30271368/">Zollerleichterungen</a> für Agrar- und Industriegüter sowie Produkte aus Maschinenbau und Energiesektor gelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch mit Iran unterhält Tadschikistan seit 2011 ein <a href="https://toptj.com/news/2011/1/20/podpisan_memorandum_o_sotrudnichestve_mezhdu_tpp_tadzhikistana_i_irana">Freihandelsabkommen</a>. Es umfasst unter anderem Agrarprodukte, Textilien und Metallerzeugnisse. Das wichtigste Importgut aus dem Iran bleibt Erdölbitumen; für 2025 wird das Importvolumen auf rund 15,4 Millionen US-Dollar geschätzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenarbeit im Rahmen der ECO</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich engagiert sich Tadschikistan in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit innerhalb der <a href="https://eco.int/">Economic Cooperation Organization (ECO)</a>, zu deren Mitgliedern unter anderem Iran, Pakistan, die Türkei, Turkmenistan, Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Afghanistan gehören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das dort geltende Präferenzhandelsabkommen eröffnet Möglichkeiten zur Senkung von Zöllen und soll den regionalen Handel stärken. Perspektivisch könnte es auch als Grundlage für weitergehende Freihandelsregelungen dienen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Pajraw Tschorschanbijew für Asia-Plus</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://asiaplustj.info/ru/news/tajikistan/economic/20260126/s-kem-tadzhikistan-nahoditsya-v-rezhime-svobodnoi-torgovli">Russischen</a> von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie der Kokaral-Damm in Kasachstan den Aralsee wiederbeleben will</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2025 09:32:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Amudarja]]></category>
		<category><![CDATA[Aralsk]]></category>
		<category><![CDATA[Demografie]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaerwärmung]]></category>
		<category><![CDATA[Kokaral]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Staudamm]]></category>
		<category><![CDATA[Syrdarja]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Norden des Aralsees versucht Kasachstan eine Rettungsaktion. Dank der Renovierung des Kokaral-Damms gewinnt das &#x201E;Kleine Meer&#x201C; nach Jahrzehnten des R&#xFC;ckgangs wieder an Boden. Doch hinter dem offiziellen Optimismus warnen Expert:innen und Einwohner:innen: Die R&#xFC;ckkehr des Wassers ist nach wie vor fragil und bei weitem nicht abgeschlossen. Im September 2025 freut sich Nurjan Nurjigitov, kasachstanischer [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im Norden des Aralsees versucht Kasachstan eine Rettungsaktion. Dank der Renovierung des Kokaral-Damms gewinnt das „Kleine Meer“ nach Jahrzehnten des Rückgangs wieder an Boden. Doch hinter dem offiziellen Optimismus warnen Expert:innen und Einwohner:innen: Die Rückkehr des Wassers ist nach wie vor fragil und bei weitem nicht abgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2025 freut sich <a>Nurjan Nurjigitov</a>, kasachstanischer Minister für Wasserressourcen und Bewässerung, in der kasachstanischen Zeitung <a href="https://astanatimes.com/2025/09/northern-aral-sea-water-volume-growth-exceeds-targets/">Astana Times</a>: Der Kleine Aralsee hat 24 Milliarden Kubikmeter oder 42 Meter Höhe überschritten, vier Jahre früher als geplant. Das ist seit dem Rückgang des Aralsees beispiellos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Austrocknung begann in den 1960er Jahren, als die Sowjetunion massiv Wasser aus den beiden Zuflüssen – dem Syrdarja im Norden und dem Amudarja im Süden – umleitete, um ihre Baumwollkulturen zu bewässern. Das Meer schrumpfte mit herausragender Geschwindigkeit, bis Moskau 1990 einräumte, einen „ökologischen Unfall” begangen zu haben. Ein Jahr zuvor hatte sich der Aralsee in zwei Teile geteilt: einen größeren südlichen Teil, der heute fast verschwunden ist, und ein nördliches Becken, das Kasachstan zu retten versucht.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-43625" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Strasse-durch-Aralsk.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Straße von Aralsk in die Wüste Aralkum führt am Kleinen Meer entlang.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das kleine Aralmeer lebt wieder auf</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Unterstützung der Weltbank baute Kasachstan 2006 den Kokaral-Damm. Dieser zwölf Kilometer lange Damm aus Erde und Beton verschließt die Berg-Meerenge und verhindert, dass das Wasser des Syrdarja in den ausgetrockneten Süden abfließt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Beginn der ersten Phase der Wiederherstellung des Sees im Jahr 2008 hat sich sein Volumen um 42 Prozent erhöht, wie der Minister für Wasserressourcen und Bewässerung im Januar gegenüber der kasachstanischen Medienagentur Tengri News <a href="https://tengrinews.kz/kazakhstan_news/obyem-vodyi-uvelichilsya-v-aralskom-more-559501/">erklärte.</a> Der Salzgehalt hat sich halbiert und der See ist wieder bewohnbar für Fische geworden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-1024x682.jpeg" alt="" class="wp-image-43626" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-1024x682.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk-768x512.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Fisch-in-Aralsk.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">In Aralsk sind wieder Fische auf den Marktständen zu finden.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Um <a href="https://daz.asia/blog/hoffnung-in-aralsk/">Aralsk,</a> einer ehemaligen Küstenstadt am Kleinen Meer – wie das kasachstanische Becken genannt wird – herum, wird wieder gefischt und die Verarbeitungsbetriebe nehmen ihren Betrieb wieder auf. Novastan hat Zauresh Alimbetova, Direktorin des Vereins Aral Oasis und gebürtige Aralskerin, gefragt, wie sich die Region seit dem Bau des Staudamms verändert hat. <em>„Die wirtschaftliche Lage der Einwohner hat sich verbessert, die Fischer kehren zurück“,</em> stellt sie fest. Auf dem Basar der Stadt sind Barsch und Karpfen aus dem Aralsee wieder in den Auslagen zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan will es dabei nicht belassen: Das Land hat die „Phase 2” seines Sanierungsprogramms eingeleitet. Im Mai 2025 gab Nurzhan Nurzhigitov laut der Nachrichtenagentur Kazinform <a href="https://qazinform.com/news/kazakhstan-starts-implementing-2nd-phase-of-north-aral-sea-conservation-project-7c5c48">bekannt, </a>dass die Arbeiten zur Erhöhung des Kokaral-Staudamms in die Endphase eingetreten seien. Nach Fertigstellung soll das Meer eine Höhe von 44 Metern erreichen und das Wasser sich der ehemaligen, ausgetrockneten Küstenstadt nähern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Rest verwandelt sich in eine Wüste</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber diese Wiederbelebung erfolgt nur partiell. Laut einer 2025 in Europe-Asia Studies <a href="https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09668136.2024.2441711?scroll=top&amp;needAccess=true">veröffentlichten Studie</a> macht das wiederhergestellte Gebiet kaum 5 Prozent des Meeres aus den 1960er Jahren aus. Der Rest hat sich in Aralkum verwandelt, eine Wüste aus Salz und giftigen Partikeln, die aus der sowjetischen Landwirtschaft und dem Bergbau stammen. Durch den Wind werden diese Partikel über Tausende von Kilometern transportiert und beeinträchtigen die Gesundheit der Bewohner:innen der Region, <a href="https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09668136.2024.2441711?scroll=top&amp;needAccess=true">berichtet</a> das usbekische Medienunternehmen Kun.uz. Die Forscher:innen derselben Studie warnen: Mit dem Damm werden die Feuchtgebiete im südlichen Teil weiter austrocknen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst das Kleine Meer bleibt fragil. Wie das kasachstanische Wasserministerium der Agentur Kazinform im Jahr 2024 <a href="https://qazinform.com/news/aral-syrdarya-basin-declined-by-38-ministry-of-water-resources-1af042">bestätigte,</a> nimmt die Durchflussmenge des Syrdarja ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/der-schriftsteller-und-geograf-cedric-gras-auf-den-strassen-des-durstes/"><strong>Der Schriftsteller und Geograf Cédric Gras auf den Straßen des Durstes</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Marat Narbaev, Generaldirektor des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees (IFAS) – einer 1993 von den fünf zentralasiatischen Ländern gegründeten Regierungsorganisation –, trifft sich mit Novastan und zieht eine bittere Bilanz: Auf einem „Vorher-Nachher”-Foto der Ufer des Syrdarja zeigt er die Spuren, die das Wasser vor einigen Jahren hinterlassen hat. Für ihn sind die beiden Schuldigen für die Austrocknung die globale Erwärmung und das Bevölkerungswachstum. <em>„Es gibt fünfzig Millionen Einwohner im Becken, bald werden es siebzig sein”,</em> sagt er leise.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="684" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-1024x684.jpeg" alt="" class="wp-image-43627" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-1024x684.jpeg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-300x200.jpeg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste-768x513.jpeg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/12/Wueste.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Rest des Beckens verwandelt sich in eine Wüste</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wachsender Druck</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der demografische Druck hat nämlich zu einer Ausweitung der Anbauflächen und einem Anstieg des Wasserverbrauchs geführt. In der Region <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qysylorda_(Gebiet)">Kyzylorda</a> werden 90 Prozent des gesamten verfügbaren Wassers für die Reisbewässerung verwendet, wie Forscher:innen im Jahr 2021 <a href="https://sdpz.rs/images/casopis/2021/zib_70_1_82.pdf">berechnet</a> haben. Da die in der Sowjetzeit gebauten Bewässerungskanäle undicht sind, erreicht fast die Hälfte des gepumpten Wassers nie die Felder, erklärte der kasachstanische Präsident <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Qassym-Schomart_Toqajew">Kassym-Schomart Tokaev</a> in <a href="https://www.akorda.kz/en/president-kassym-jomart-tokayevs-state-of-the-nation-address-181857">einer Rede</a> im Jahr 2022. Das verschwendete Wasser verdunstet oder versickert im Boden.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Auf regionaler Ebene waren die Spannungen um Wasser noch nie so groß wie heute. Jeder der zentralasiatischen Staaten hat seine eigenen Prioritäten: Kirgistan setzt auf Wasserkraft, während Usbekistan und Turkmenistan Wasser aus dem Amudarja pumpen, um ihre Baumwollkulturen zu bewässern. <em>„Taschkent und Aschgabat müssten ihr Wirtschaftsmodell ändern, aber sie wollen weiterhin Baumwolle anbauen“,</em> sagt Marat Narbaev. Diese widersprüchlichen Zeitpläne erschweren jede koordinierte Bewirtschaftung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/warum-der-aralsee-nicht-das-einzige-umweltproblem-usbekistans-ist/"><strong>Warum der Aralsee nicht das einzige Umweltproblem Usbekistans ist</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein neues Projekt trübt das Bild zusätzlich: Seit 2022 <a href="https://novastan.org/fr/decryptage/le-fleuve-amou-daria-exploite-par-lafghanistan-quelles-consequences-pour-les-pays-dasie-centrale/">baut</a> Afghanistan den Kusch-Tepa-Kanal. Dieser 285 Kilometer lange Kanal soll <a href="https://qazinform.com/news/what-afghanistans-qosh-tepa-canal-could-mean-for-central-asia">laut der</a> kasachstanischen Nachrichtenagentur Kazinform ab 2028 in Betrieb genommen werden und bis zu 30 Prozent der Wassermenge des Amudarja umleiten. Für das südliche Meer und die Feuchtgebiete Usbekistans bedeutet dies ein fast endgültiges Aus. Für den Norden hat dies einen Dominoeffekt: Mit weniger Wasser in der Region wird der Druck auf den Syrdarja größer.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Alternativen zur Erhöhung des Damms</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Austrocknung des Aralsees zu verlangsamen, suchen Kasachstan und Usbekistan nach Lösungen. Die erste wäre, einen Teil des Flusses Essil, der von der kasachstanischen Steppe nach Russland fließt, umzuleiten, um den Aralsee indirekt über <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turgai-Plateau">das Turgai-Tal</a> im Nordwesten des Landes wieder zu speisen. Das Projekt, das 2022 und 2024 erneut in mehreren Parlamentsdebatten zur Sprache kam, <a href="https://icaber.kz/index.php/en/about-us-2/">wird von</a> Zhanbolat Nadyrov, dem Gründer des Internationalen Fonds für die Wiederherstellung der Ökosysteme des Kaspischen Meeres und des Aralsees und für den Hochwasserschutz, vorangetrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/wie-haushalten-die-zentralasiatischen-laender-mit-ihren-wasserressourcen/"><strong>Wie haushalten die zentralasiatischen Länder mit ihren Wasserressourcen?</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Initiativen orientieren sich an Ländern, die mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Usbekistan eifert den Vereinigten Arabischen Emiraten und ihrem Programm zur Wolkenimpfung nach. Die Technik besteht darin, Salz in bestimmte Wolken zu streuen, um den Niederschlag zu erhöhen, wie das usbekische Medienunternehmen Daryo <a href="https://daryo.uz/en/category/uzbekistan/aaadflryd0jn">berichtet.</a> Eine Methode, die kasachstanische Aktivist:innen wie Altay Ainabek, genannt „Rain Man“, inspiriert, der verspricht, mit diesen Techniken „den Aralsee zurückzubringen“. Im Jahr 2024 behauptet der Aktivist, diese Technologie eingesetzt zu haben und für einen Anstieg der Niederschläge in diesem Jahr verantwortlich zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Behauptung, die von den Klimatolog:innen der nationalen Wetterbehörde Kazhydromet mit einer Handbewegung abgetan wird. <a href="https://centralasiaclimateportal.org/did-rain-man-raise-the-water-level-in-the-aral-sea-kazhydromet-conclusion/">Das Umweltinstitut</a> CAREC zitiert sie und erinnert daran, dass die Region zu trocken ist und dass die Aussaat die natürlichen Niederschläge nur um „maximal 10 bis 15 %“ erhöhen könnte. Ein zu geringer Anstieg, um in das Projekt zu investieren, urteilt die Institution.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück in Aralsk hofft Ainur Rysbaeva, Direktorin des Umweltverbands Aral Tenizi, dass das Land seine Meinung ändern wird: „<em>Es ist eine sehr wirksame Methode, die in den Emiraten Früchte getragen hat“, e</em>rklärt sie gegenüber Novastan. Sie setzt sich dafür ein, dass die vom IFAS erhaltenen Mittel für andere Projekte als die derzeit im Portfolio dominierenden verwendet werden: <em>„Seit fünf Jahren sind die vom IFAS finanzierten Umweltprojekte nicht optimal.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Insbesondere die Aufforstungsprojekte am ausgetrockneten Meeresbett sorgen für Enttäuschung. Durch die Anpflanzung von Saxaul, einem Wüstenbaum, der extremen klimatischen Bedingungen standhalten soll, hoffen die kasachstanischen und usbekischen Behörden, die Bodenerosion zu bremsen, den Salzgehalt zu reduzieren und Vegetation anzulocken. <em>„Kasachstan wird bis 2027 mehr als eine Million Hektar damit bepflanzen“,</em> sagt Marat Narbaev.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse sind jedoch gemischt: Die jungen Pflanzen sind in den salzhaltigsten Gebieten wenig widerstandsfähig und nur auf wenigen Parzellen übersteigt die Überlebensrate der gepflanzten Bäume 50 Prozent, wie eine 2021 <a href="https://water-ca.org/article/state-of-saxaul-plantations#:~:text=The%20findings%20of%202020%20revealed,ha%20in%20the%20Aralkum%20village">veröffentlichte Studie</a> berichtet. <em>„Diese Projekte können eine Reform der Wassernutzung nicht ersetzen“,</em> warnt Aynur Rysbaeva. Auch wenn der Aralsee in Teilen zurückkehrt, bleibt seine Zukunft ungewiss und hängt von den Entscheidungen der Menschen ab.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Manon Madec für Novastan aus Aralsk und Aralkum (Kasachstan)</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Französischen von Margaret Bullich</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Neues Gasfeld in 6.500 Meter Tiefe in Usbekistan entdeckt</title>
		<link>https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/neues-gasfeld-in-6500-meter-tiefe-in-usbekistan-entdeckt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 16:02:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Usbekistan]]></category>
		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Erdgas]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie]]></category>
		<category><![CDATA[Karakalpakstan]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Ustyurt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Mitte September vom usbekischen Pr&#xE4;sidenten Shavkat Mirziyoyev verk&#xFC;ndete Entdeckung eines neuen Gasfelds stellt einen Wendepunkt f&#xFC;r den Energiesektor des Landes dar. Neben der Er&#xF6;ffnung neuer Perspektiven kommen mit dem Fund jedoch auch neue Herausforderungen. Unterhalb des Ustyurt-Plateaus in der westlichsten usbekischen Region Karakalpakstan haben Geologen historische Gasvorkommen in einer Tiefe von 6.500 Metern entdeckt. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Mitte September vom usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev verkündete Entdeckung eines neuen Gasfelds stellt einen Wendepunkt für den Energiesektor des Landes dar. Neben der Eröffnung neuer Perspektiven kommen mit dem Fund jedoch auch neue Herausforderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterhalb des <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Plateau_d%27Oust-Ourt">Ustyurt-Plateaus</a> in der westlichsten usbekischen Region <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Karakalpakstan">Karakalpakstan</a> haben Geologen historische Gasvorkommen in einer Tiefe von 6.500 Metern <a href="https://t.me/Press_Secretary_Uz/6256">entdeckt</a>. Diese Tiefe liegt weit jenseits der zuvor anvisierten Tiefe von 2.500 bis 3.000 Metern.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://fergana.media/news/140229/">Wie die Presseagentur Fergana berichtet</a>, ist es die erste derartige Bohrung in der industriellen Geschichte des Landes, bei der ein Gasvorkommen in solch eingestufter Größe gefunden wurde. Präsident Shavkat Mirziyoyev deutete an, dass diese Entdeckung die Explorationsstandards des Landes verändern könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Partnerschaft zwischen Taschkent und Baku?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entdeckung erfolgt mitten in einer Zeit eines moderaten Rückgangs der inländischen Gasproduktion. Laut dem usbekischen Portal Kursiv produzierte Usbekistan in den ersten sieben Monaten des Jahres <a href="https://uz.kursiv.media/en/2025-08-21/uzbekistan-reports-drop-in-gas-production-but-38-growth-in-exports-by-july-2025/">rund 25,3 Milliarden Kubikmeter</a> Gas, was einen Rückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/turkmenistan/einigung-zwischen-aserbaidschan-und-turkmenistan-bereitet-weg-fuer-transkaspische-pipeline/?noredirect=de-DE">Einigung zwischen Aserbaidschan und Turkmenistan bereitet Weg für Transkaspische Pipeline</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Taschkent könnte die Erschließung dieses neuen Feldes nicht nur den Rückgang ausgleichen, sondern auch die Extraktionsgebiete diversifizieren, Investitionen anziehen und die lokale Technologie weiter in Richtung Tiefbohrungen entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berichten zufolge ist seit Juli eine Partnerschaft zwischen dem aserbaidschanischen Staatskonzern State Oil Company of Azerbaijan Republic (Socar) und usbekischen Firmen bereits für mehrere Projekte in Ustyurt <a href="https://www.uzdaily.uz/en/uzbekistan-and-socar-sign-production-sharing-agreement-in-ustyurt-region/">in Vorbereitung</a>. Die Kollaboration wurde durch die Unterzeichnung eines Produktionsbeteiligungsabkommens zwischen den beiden Seiten formalisiert. Erste Schätzungen deuten auf die Möglichkeit hin, durch seismische Tiefenuntersuchungen beachtliche Reserven von Kohlenwasserstoffen (Gas und Öl) zu erschließen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Vorteile werden für morgen da sein</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz des Optimismus bestehen einige Herausforderungen fort. Wissenschaftlich betrachtet erfordern Bohrungen in derartigen Tiefen Spezialausrüstung und sind mit beträchtlichen Kosten und Risiken verbunden. Je größer die Tiefe, desto schwieriger wird die Kontrolle des Drucks und der Temperatur. Technisch muss die Förderbarkeit des Gases bestätigt werden. Zudem lassen die Mengenschätzungen nicht immer Rückschlüsse auf die Rentabilität oder auf den Zugriffs- und Nutzungsbeginn zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/usbekistan/usbekistan-oelverschmutztes-grundwasser-in-der-region-ferghana/?noredirect=de-DE">Usbekistan: Ölverschmutztes Grundwasser in der Region Ferghana</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommen gleichermaßen Fragen hinsichtlich der Umweltwirkung, insbesondere auf Emissionen, Grundwasservorkommen sowie die Sicherheit des Betriebs. Aus geopolitischer Perspektive wird Usbekistan außerdem die interne Gasnutzung, Gasexporte sowie Partnerschaften gegeneinander abwägen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenngleich die Entdeckung in einem Moment geschieht, in dem Zentralasien zunehmend seine Bodenressourcen erforscht, garantiert sie keinen sofortigen Umbruch für die usbekische Wirtschaft. Dies liegt vor allem am fortwährenden Bedarf stabiler Investitionen in die Infrastruktur zur Extraktion und Verarbeitung, um den neuen Reichtum nutzen zu können.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Evan Chaisson für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Korrektur gelesen und korrigiert von Anaïs Boulard</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/decouverte-dun-gisement-de-gaz-a-6-500-metres-de-profondeur-en-ouzbekistan/">Französischen</a> von Silvan Ergican</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>„Wir haben einen originellen kulturellen Code, den es nirgendwo sonst gibt“ – Aika Alemi zur Kreativwirtschaft in Kasachstan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[nurgulzh]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Oct 2025 20:47:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kasachstan &#x2013; wie auch in den &#xFC;brigen L&#xE4;ndern Zentralasiens &#x2013; wird wirtschaftlich auf traditionelle Sektoren wie Industrie oder die F&#xF6;rderung von Bodensch&#xE4;tzen gesetzt. Das Potenzial der Kreativwirtschaft, verstanden als jene wirtschaftlichen T&#xE4;tigkeiten, in denen kreative Arbeit, intellektuelle F&#xE4;higkeiten und kulturelles Erbe eine Schl&#xFC;sselrolle spielen (wie Medien, Design, Technologie, Kunst), wird dabei nicht immer erkannt. [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kasachstan &#8211; wie auch in den übrigen Ländern Zentralasiens &#8211; wird wirtschaftlich auf traditionelle Sektoren wie Industrie oder die Förderung von Bodenschätzen gesetzt. Das Potenzial der Kreativwirtschaft, verstanden als jene wirtschaftlichen Tätigkeiten, in denen kreative Arbeit, intellektuelle Fähigkeiten und kulturelles Erbe eine Schlüsselrolle spielen (wie Medien, Design, Technologie, Kunst), wird dabei nicht immer erkannt. Aika Alemi, Gründerin und Präsidentin der Allianz der Kreativwirtschaft Kasachstans, internationale Business-Coachin, Designerin und Gründerin einer weltweit vertriebenen Bekleidungsmarke, spricht über die Entwicklung der Kreativwirtschaft in Kasachstan.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Aika Alemis Weg in die Kreativwirtschaft begann außerhalb ihres Heimatlandes: Aufgewachsen im Süden Kasachstans, verbrachte sie ihre Schulzeit in der Mongolei und absolvierte anschließend ein Wirtschaftsstudium an der Moskauer Staatlichen Universität. Früh sammelte sie internationale Erfahrung in globalen Unternehmen, wurde mit 25 Jahren Finanzdirektorin eines amerikanischen Konzerns und setzte ihre Ausbildung mit einem MBA an der Duke University fort. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach fast zwei Jahrzehnten im Ausland kehrte sie 2006 nach Kasachstan zurück, übernahm leitende Aufgaben bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/KazMunayGas">KasMunaiGas</a> (Nationale Öl- und Gasgesellschaft von Kasachstan) und wandte sich zugleich dem Filmeschaffen zu, was sie am Maine Media College in den USA studierte. In ihren künstlerischen Arbeiten verknüpfte sie ihre berufliche Erfahrung mit dem Bewusstsein für die kasachische Kultur, die Menschen und deren Erbe. Neben Filmprojekten gründete sie eine internationale Modemarke, schrieb für Fachzeitschriften und entwickelte Lehrprogramme, die sie seit mehr als zwölf Jahren in Kasachstan, anderen GUS-Staaten sowie in Amerika, Malaysia und Indonesien vermittelt.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Novastan: Aika, wie würden Sie die Situation der Kreativwirtschaft in Kasachstan beschreiben?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aika Alemi:</strong> Der Sektor der Kreativwirtschaft in Kasachstan ist bei weitem nicht so ausgeprägt wie in anderen Teilen der Welt.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Staatliche Förderung wird oft versprochen, doch die Zuschüsse halten sich in Grenzen und es ist schwierig, diese Unterstützung zu bekommen. In Europa und Amerika jedoch besteht ein ganzes Netzwerk, ein Ökosystem verschiedener Institutionen in der Kreativwirtschaft: private, staatliche, halbstaatliche und internationale Fonds.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hauptprobleme von Kasachstan sind Bürokratie und mangelnde Transparenz bei der Finanzierung. Und unsere kasachischen Investoren fragen uns in der Regel: „Warum sollte ich dafür Geld geben? Ich würde lieber in Öl und Gas, in ein Restaurant oder in die Landwirtschaft investieren.“ Sie sind also vollständig in traditionellen Wirtschaftszweigen tätig.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/panorama/der-letzte-kasachische-khan-leben-und-tod-von-kenesary-qasymuly/">Der letzte kasachische Khan: Leben und Tod von Kenesary Qasymūly</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Finanzierungsquelle für die Kreativwirtschaft wäre die Aufnahme von Krediten. Aber die Kosten dafür sind bei uns astronomisch hoch. Darüber hinaus unterschätzen wir die Macht des Marketings und investieren nicht genug in diesen Bereich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem sind viele unserer Unternehmer nicht wettbewerbsfähig, weil sie nicht immer wissen, wie man eine Marke gründet: Ihnen fehlen die Zahlen und Kenntnisse, sie wissen nicht, was Analytik, Markt- und Wettbewerbsanalysen sind und wer ihre Zielgruppe ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Womit hängt das Ihrer Meinung nach zusammen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist sozusagen Kurzsichtigkeit. Der Fokus auf sogenannte schnelle Erfolge. Wir spüren immer noch die Auswirkungen des Erbes unserer Vorfahren. Was vor 100, 200, 300 Jahren geschaffen wurde. Aber wir selbst schaffen nichts so Langfristiges.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hat das etwas mit der Kultur oder Geschichte zu tun, vielleicht mit der postsowjetischen Vergangenheit, mit der Angst vor Instabilität?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das. Aber mir scheint, es kommt noch hinzu, dass beispielsweise Beamte in Regierungsbehörden maximal zwei bis drei Jahre im Amt bleiben. Das heißt, sie wissen, dass sie nur vorübergehend im Amt sind. Ich denke, das ist der Hauptgrund.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Es gibt also ein Problem mit den Bedingungen für die Entwicklung der Kreativwirtschaft. Haben wir genug kreatives Potenzial, Leute, die diesen Sektor entwickeln könnten?&nbsp;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, ich denke, wir haben genug, auch ohne Unterstützung vom Staat oder anderen Investoren. Dies bedeutet auch, dass es trotz der fehlenden Bedingungen für die Entwicklung kreativer Unternehmen ausreichend kreatives Potenzial und Leute gibt, die dies auch umsetzen. Wir Leute in Kasachstan sind sehr kreativ in uns selbst. Ich denke, das hat damit zu tun, dass wir ein sehr multiethnisches Land sind: Es herrscht eine Verflechtung der Kulturen und Religionen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Geschichten müssen erzählt werden, denn fast niemand auf der Welt weiß etwas davon. Selbst in unserem Land kennen viele die Vielschichtigkeit unserer Kultur nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das ist ein sehr interessanter Punkt. Beeinflusst Multikulturalismus und Multiethnizität nicht nur die Mentalität bzw. kulturelle Besonderheiten, sondern auch das kreative Potenzial?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, die Multiethnizität stärkt das kreative Potenzial, sie bietet mehr Material zum Arbeiten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal beklagen wir uns darüber, dass wir als Nation unterdrückt wurden, und wie viele Völker zu uns verbannt wurden. Andererseits erwies es sich als Vorteil für uns. Wir wissen, wie man in Frieden lebt und wie man Traditionen und Weltanschauungen annimmt und adaptiert. Heute sind viele Menschen in Kasachstan mit der Kultur beispielsweise der Koreaner, Tschetschenen oder Bulgaren vertraut. Das bereichert uns aus kreativer Sicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/great-deals-kasachstan-und-usbekistan-schliessen-wirtschaftsabkommen-in-new-york/">„Great Deals“: Kasachstan und Usbekistan schließen Wirtschaftsabkommen in New-York</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst unsere Städte an der Seidenstraße waren Transitstädte. Die persische Besiedlung, die arabische, die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Han_(Ethnie)">Han-Chinesen</a>, die Slawen, die Turkvölker – alle zogen hier vorbei. Die Perser sind der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zoroastrismus">Zoroastrismus</a>, die Chinesen der Buddhismus, es gab Islam und Christentum, und die Menschen sprachen allerlei Sprachen. Betrachtet man unsere Kleidung aus dem späten 18. und 19. Jahrhundert, findet man Materialien aus aller Welt – Marder aus Sibirien, Korallen, Steine, Materialien aus China, Japan, italienisches Glas. Obwohl dies nach der Zeit der Seidenstraße war. All dies spiegelt sich in der kasachischen Nationaltracht wider – eine Adaption von allem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wären wir ein Inselstaat und monoethnisch, wären wir eher am Rande der Welt und der Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Doch da wir uns an einer Achse befinden, ist dies nicht der Fall. Und nun hat sich das Zentrum im Zusammenhang mit den Ereignissen in Russland vor drei Jahren verschoben. Dadurch sind viele&nbsp;Geschäftsleute, Kulturschaffende und Experten aus verschiedenen Bereichen&nbsp;zu uns gezogen. Vieles hat durch uns begonnen zu geschehen, auch in der Kreativwirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hat sich durch die Ereignisse in Russland auch die Tendenz verstärkt, nach unserer eigenen kulturellen Identität zu suchen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, weil wir Angst vor Eroberung haben. Wir wurden bereits erobert, und wir haben Angst davor, erneut zu werden. Schließlich haben wir eine Kolonialzeit hinter uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Suche nach Identität hat sich gerade als antikoloniale Bewegung intensiviert. Denn die neokoloniale Bewegung findet derzeit weltweit statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Sowjetzeit bekamen wir eine zusammengewürfelte Version unserer Identität. Unsere Sprache wurde uns genommen. In der sowjetischen Version unserer Nationaltracht beispielsweise sind die Farben leuchtend blau, rot und grün. Diese Farben sind jedoch in unserer traditionellen Kleidung nicht zu finden. In der Steppe war es unmöglich, solch leuchtende chemische Farben zu erhalten.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diese Manifestation der eigenen Identität spiegelt sich sicherlich in der Kreativität wider. Gleichzeitig muss man sich, um auf dem globalen Markt Fuß zu fassen, an globale Trends anpassen, oder?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, es ist wichtig, sich immer bewusst zu sein, dass man in einer vernetzten Welt lebt und dass das eigene Erbe eine globale Form haben sollte. Das heißt, man sollte keine Angst vor der digitalen, modernen und technologischen Welt haben. Und vielleicht muss man Farben und Materialien irgendwo ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele globale Trends setzen sich bei uns fest, und wir passen uns gut an. Wir lieben es, Neues zu lernen. Wir lieben externe, fremde Einflüsse.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erzählen Sie uns mehr über die Allianz der Kreativwirtschaft Kasachstans? Was ist ihr Ziel?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich versuche seit zehn Jahren, diese Allianz zu gründen. Erst im dritten Anlauf, im Jahr 2023, gelang die Gründung. Jetzt haben wir bereits rund 60 Mitglieder. Entwicklung sollte auf einem institutionellen Element basieren, und eine solche Institution ist notwendig. Wenn wir uns alle zusammenschließen, erhalten wir sofort eine institutionelle Stimme und spiegeln die gesamte Branche wider. Alle Kreativwirtschaften, 21 Branchen, stechen hervor. Und wir können alle vertreten und ihre Interessen schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In erster Linie geht es uns um wirtschaftliche Stärkung. Wir möchten Menschen dabei unterstützen, ihre eigene Marke und ihr eigenes Unternehmen aufzubauen, Kapital zu beschaffen und Start-ups zu gründen, Export und E-Commerce zu entwickeln, damit sie internationale Partner haben und Geld verdienen können.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <strong><a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eine-einzigartige-allianz-astana-und-mailand-wollen-den-tourismus-neuerfinden/">Eine einzigartige Allianz: Astana und Mailand wollen den Tourismus neuerfinden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens geht es um die Unterstützung von Investoren, dem Staat, Fonds und nicht-finanzieller Unterstützung, etwa bei der Vermarktung, Bereitstellung von Materialien, Räumlichkeiten, zu erhalten. Also alles, was mit Ressourcen zu tun hat.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und drittens müssen wir uns an Gesetzesänderungen beteiligen. Wir arbeiten mit dem Staat und den Regierungszweigen zusammen, damit Veränderungen stattfinden. Sowohl steuerlich als auch konzeptionell – was sind solche Branchen, wer gehört dazu, welche Urheberrechte bestehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser nächster Schwerpunkt sind Hubs. Denn ein Hub ist ein Ort, an dem kreative Produkte oder Dienstleistungen entstehen: sowohl physisch als auch virtuell. Und wir forschen auch zur Kreativwirtschaft und ihrem Anteil am BIP Kasachstans. Das hilft uns, zu erkennen,&nbsp;welche Schritte der Staat machen kann, um die Kreativwirtschaft zu entwickeln, aber auch welches Bild die Regierung von der Kreativwirtschaft im Land hat. Denn wie soll man ein Land regieren, wenn es keine Zahlen gibt?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wer sind die Mitglieder der Allianz?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind allesamt LLPs aus der Kreativwirtschaft aus ganz Kasachstan. Aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur, Mode, Grafikdesign, Objektdesign und Landschaftsgestaltung. Dazu gehören weiter zeitgenössische Kunst, Theater, Ballett und Oper. Auch Werbung, Cybersport, Gaming, Musik und Kunsthandwerk kommen hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für welche Länder könnten wir Ihrer Meinung nach aus Sicht der Kreativwirtschaft interessant sein?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, für Industrieländer wie die USA, Kanada, Europa, möglicherweise Singapur, Tokio und Südkorea. Die Welt ist heute sehr an der Nomadenkultur interessiert. Aber auch wir haben sie nicht mehr, sie muss wiederhergestellt werden. Generell haben wir jedoch einen originellen kulturellen Code, den es nirgendwo sonst gibt. Das macht uns&nbsp;bestimmt&nbsp;für die Welt interessant.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mehr von Aika Alemi im Buch <a href="https://www.routledge.com/Decentering-Fashion-on-the-Silk-Roads-Craft-and-Responsible-Fashion-Dynamics-in-Central-Asia/Mallon-Mihaleva/p/book/9781032831602?srsltid=AfmBOooWOLlW4s29xh8uO9wWFzYtwvpgF8Rj6TZtsktsPgq4vneA9Us5">„Decentring Fashion on the Silk Roads” von Routledge: Artikel von Alemi zum Thema “Sustainable Fashion in Central Asia”</a></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Nurgul Adambayeva für Novastan</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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			</item>
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		<title>„Leider hat sich Kasachstans Wirtschaft nicht angepasst“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thevillage]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Apr 2025 18:11:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Experte]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg in der Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was hat sich f&#xFC;r Kasachstan und seine Wirtschaft in den drei Jahren von Russlands Krieg gegen die Ukraine ge&#xE4;ndert? &#x201E;The Village&#x201C; sprach mit zwei Experten. Vor drei Jahren begann die russische Vollinvasion der Ukraine (im Nachfolgenden gem&#xE4;&#xDF; des Wordings der Interviewten und von The Village: Krieg &#x2013; Anm. d. &#xDC;.) Die Auswirkungen des f&#xFC;r viele [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was hat sich für Kasachstan und seine Wirtschaft in den drei Jahren von Russlands Krieg gegen die Ukraine geändert? „The Village“ sprach mit zwei Experten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor drei Jahren begann die russische Vollinvasion der Ukraine (im Nachfolgenden gemäß des Wordings der Interviewten und von The Village: Krieg – Anm. d. Ü.) Die Auswirkungen des für viele überraschenden Krieges auf die Wirtschaft Kasachstans waren erheblich. Manche sind positiver, andere negativer Natur. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Bank_f%C3%BCr_Wiederaufbau_und_Entwicklung">Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD</a>) führt das starke Wachstum des BIP Kasachstans in der ersten Jahreshälfte 2023 <a href="https://rus.azattyq.org/a/review-central-asian-economies-are-booming-thanks-to-russia/32627172.html?utm_source=">auf den Krieg in der Ukraine und seine Folgen</a> zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„The Village“ beschreibt, wie sich das Leben der Kasachstaner:innen in den drei Jahren seit dem Beginn der Vollinvasion verändert hat. Dabei stellen Professor <a href="https://pps.kaznu.kz/en/Main/Personal/100/359/14825/%D0%A1%D0%BF%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%20%D0%9C%D0%B0%D0%B3%D0%B1%D0%B0%D1%82%20%D0%A3%D0%B0%D1%80%D1%8B%D1%81%D0%B1%D0%B5%D0%BA%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87">Magbat Spanov</a> von der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Farabi-Universit%C3%A4t">Al-Farabi-Universität</a> in Almaty und der Finanzanalyst Rasul Rysmambetov ihre Expertise zur Verfügung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Inflation und Verteuerung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2021 betrug die die jährliche Inflation in Kasachstan 8,4 Prozent. Bereits im Dezember 2022, einen Monat nach Kriegsbeginn, erreichte die jährliche Inflation ein <a href="https://stat.gov.kz/ru/industries/economy/prices/publications/8124/">Rekordhoch von 20,3 Prozent</a>. 2023 <a href="https://stat.gov.kz/ru/industries/economy/prices/publications/113711/#:~:text=%D0%98%D0%BD%D1%84%D0%BB%D1%8F%D1%86%D0%B8%D1%8F%20%D0%B2%20%D0%A0%D0%B5%D1%81%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B5%20%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%20%D0%B2,(%D0%BF%D1%80%D0%B5%D0%B4%D1%8B%D0%B4%D1%83%D1%89%D0%B8%D0%B9%20%D0%BC%D0%B5%D1%81%D1%8F%D1%86%20%E2%80%93%201%25).&amp;text=%D0%A6%D0%B5%D0%BD%D1%8B%20%D0%BD%D0%B0%20%D0%BF%D1%80%D0%BE%D0%B4%D0%BE%D0%B2%D0%BE%D0%BB%D1%8C%D1%81%D1%82%D0%B2%D0%B5%D0%BD%D0%BD%D1%8B%D0%B5%20%D1%82%D0%BE%D0%B2%D0%B0%D1%80%D1%8B%20%D0%B7%D0%B0,1%25%20(%D0%B2%20%D0%BD%D0%BE%D1%8F%D0%B1%D1%80%D0%B5%202023%D0%B3.">betrug</a> die Inflation 9,8 Prozent und gegen Ende 2024 <a href="https://stat.gov.kz/ru/industries/economy/prices/publications/280679/#:~:text=%D0%98%D0%BD%D1%84%D0%BB%D1%8F%D1%86%D0%B8%D1%8F%20%D0%B2%20%D0%A0%D0%B5%D1%81%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B5%20%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%20(%D0%B4%D0%B5%D0%BA%D0%B0%D0%B1%D1%80%D1%8C%202024%D0%B3.)&amp;text=%D0%98%D0%BD%D1%84%D0%BB%D1%8F%D1%86%D0%B8%D1%8F%20%D0%B2%20%D0%A0%D0%B5%D1%81%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B5%20%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%20(%D0%B4%D0%B5%D0%BA%D0%B0%D0%B1%D1%80%D1%8C%202024%D0%B3.),-%D0%A1%D0%BA%D0%B0%D1%87%D0%B0%D1%82%D1%8C%20%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B0%D1%86%D0%B8%D1%8E%20264.7&amp;text=%D0%98%D0%BD%D1%84%D0%BB%D1%8F%D1%86%D0%B8%D1%8F%20%D0%B2%20%D0%A0%D0%B5%D1%81%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B5%20%D0%9A%D0%B0%D0%B7%D0%B0%D1%85%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%20%D0%B7%D0%B0%D0%BC%D0%B5%D0%B4%D0%BB%D0%B8%D0%BB%D0%B0%D1%81%D1%8C,%D0%BA%D0%B0%D0%BA%20%D0%B8%20%D0%B2%20%D0%BF%D1%80%D0%B5%D0%B4%D1%8B%D0%B4%D1%83%D1%89%D0%B5%D0%BC%20%D0%BC%D0%B5%D1%81%D1%8F%D1%86%D0%B5).">lag sie</a> bei 8,6 Prozent. Somit hat sich die Inflation erst im letzten Jahr wieder auf das Niveau vor 2022 eingependelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Inflation wirkte sich massiv auf die Preisentwicklung in Kasachstan aus. 2022 stiegen laut nationaler Statistikbehörde die Mieten um 39,8 Prozent, die Preise für Baumaterialien um 24,8 Prozent und die für Büroausstattung um 70,3 Prozent. Die Lebensmittelpreise stiegen ebenfalls anhängig vom Produkt. Zucker verteuerte sich beispielsweise um 64,9 Prozent und Mehl um 43,2 Prozent.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftsexperte Magbat Spanov führt die Preisentwicklung auf komplexere Ursachen als nur den Krieg zurück: <em>„Die unkluge Wirtschaftspolitik, die schon seit fünf Jahren verfolgt wird, hätte so oder so zu den negativen Auswirkungen und Exzessen geführt, die wir derzeit beobachten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Veränderung sei in der nächsten Zeit nicht zu rechnen, da die Unfähigkeit der Regierung und Zentralbank weiterhin die Inflation, Lebensmittelpreise und die Preise für Kraft- und Schmierstoffe anheize. <em>„2020 war die Inflation in Kasachstan pandemiebedingt hoch. Im Jahr 2021 erreichte sie ein Allzeithoch von 7 Prozent. Meiner Auffassung nach waren damals zwei Drittel der Inflation auf äußere Faktoren zurückzuführen, da infolge der Pandemie die Abläufe in Produktion und Logistik zum Erliegen kamen“</em>, so Spanov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus setze sich der Werteverfall des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tenge">Tenge</a> fort, da Kasachstans hauptsächlich unverarbeitete Rohstoffe exportiere und im Wesentlichen kein Export von Endprodukten existiere. Die Abhängigkeit von Rohstoffexporten resultiere in einer hohen Vulnerabilität der Wirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im letzten Jahr wurde ein eklatantes Problem offensichtlich: Dem Staat fehlt es an Geld. Das tatsächliche Steueraufkommen lag um ein Drittel niedriger als prognostiziert. Darunter hat auch die Wirtschaft gelitten. Die Inflation wurde weiter angeheizt, weil die Löcher im Staatsaushalt mit aus Mitteln aus dem Nationalen Fonds und anderen Quellen gestopft werden mussten“</em>, so Spanov. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/souveraenitaet-angesichts-des-kriegs-die-ungewisse-zukunft-der-russischen-sprache-in-kasachstan/">Souveränität angesichts des Kriegs: Die ungewisse Zukunft der russischen Sprache in Kasachstan</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rasul Rysmambetov ist der Meinung, dass der Krieg durchaus eine Rolle bei der Preisentwicklung in Kasachstan spiele, jedoch nicht der einzige Faktor sei. Als weitere Gründe führt er die nach der Pandemie gestiegenen Rohstoffpreise und Transportkosten, die gestiegene Notenausgabe von Tenge, sowie die Unterstützungsmaßnahmen während der Pandemie an, die den Staat viel Geld gekostet hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Preissteigerung bei den Lebensmitteln gibt er mit im Durchschnitt 30 bis 40 Prozent an, Kraftstoffe seien ebenso teurer geworden. Der Finanzanalyst ist der Meinung, dass die Teuerung ohne den Krieg weniger sprunghaft verlaufen, inflationsbedingt und aufgrund des Strukturdefizits jedoch vorprogrammiert gewesen sei.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sanktionen und Umsiedlung von Firmen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Spanov zufolge wurde die Logistik zwischen Russland und Kasachstan in den vergangenen drei Jahren vollständig umgestellt. <em>„Zu Beginn erklärte Kasachstan, dass es die Sanktionen gegen Russland mitträgt. In letzter Zeit klingen die kasachstanischen Verlautbarungen eher danach, dass sie unter Berücksichtigung der eigenen Interessen eingehalten werden sollen, wovon die Wirtschaft in gewisser Weise profitiert“</em>, so der Experte. Er fügt hinzu: <em>„Kasachstan trägt die Sanktionen nicht blind mit, sondern handelt geleitet von seinen eigenen Interessen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Sanktionen seien viele russische Geschäftsleute und ausländische Firmen gezwungen worden, ihre Aktivitäten nach Kasachstan zu verlagern. Einerseits sei Kasachstan nicht gleich Russland, andererseits aber auch nicht zu weit von ihm entfernt. In dieser Hinsicht habe Kasachstan profitiert, so Spanov. Er führt das Beispiel eines russischen Milliardärs an, der in Kasachstan aktiv geworden sei und eine Bank aufgekauft habe. Er habe auch die kasachstanische Staatsbürgerschaft angenommen (die Rede ist natürlich von Timur Turlov, dem Besitzer der Freedom Holding &#8211; Anm. der Redaktion von The Village).</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Luftfahrt und Logistik</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Kriegsbeginn wurde der Luftraum über der Ukraine und einigen Gebieten Russlands für zivile Flugzeuge gesperrt. Bald darauf stellten die meisten europäischen Airlines den Flugbetrieb nach Russland ein. Gegen die russische Luftfahrtindustrie wurden Sanktionen verhängt. Bereits im März 2022 stellten die wichtigsten beiden Fluggesellschaften Kasachstans „Air Astana“ und „Fly Arystan“ ihre Flüge nach Russland ein. Begründet wurde dies damit, dass es nicht möglich sei, die Flüge versichern zu lassen. Die Einschränkungen gelten nach wie vor, obwohl sich Russland 2023 und 2024 dennoch unter den beliebtesten Destinationen für Flugreisende aus Kasachstan wiederfand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso betroffen sind internationale Flüge, für die Preise und Flugdauer gestiegen sind. So dauerte beispielsweise der Flug von Almaty nach London vor dem Krieg 7,5 Stunden, bzw. 7,25 Stunden von Astana. Beide Verbindungen wurden nach Kriegsbeginn eingestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/steigende-besucherzahlen-nach-kasachstan-herausforderung-oder-gelegenheit/">Steigende Besucherzahlen nach Kasachstan – Herausforderung oder Gelegenheit?</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst seit Oktober 2024 fliegt Air Astana wieder auf der Route Almaty-London. Der Flug dauert nun 9,5 Stunden, womit er der längste in der Geschichte der Fluggesellschaft ist. „<em>Die Ticketpreise sind gestiegen, weil viele westliche Airlines den russischen Luftraum nicht mehr nutzen. Gleichzeitig profitiert Kasachstan von dieser Entwicklung, weil viele Ländern nun stattdessen unseren Luftraum benutzen, wofür Gebühren erhoben werden“</em>, so Spanov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Flog man aus Kasachstan früher über Moskau nach Europa und Amerika, so führen die gängigen Routen heute über die Türkei und anderen Länder, was die Ticketpreise ansteigen lässt. <em>„Meinem Gefühl nach haben die Preise um 20-30 Prozent angezogen. Während man früher noch direkt über Moskau fliegen konnte, muss man nun wegen der Umleitungen einige Stunden mehr Reisezeit einplanen“</em>, fügt er hinzu.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kasachstan als Drehkreuz für den Transit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kasachstan hat bedingt durch den Krieg eine Wandlung hin zu einem Transitland vollzogen, erklärt Magbat Spanov. Das Land ist bemüht Logistik und Transportinfrastruktur zu <a href="https://carnegieendowment.org/russia-eurasia/politika/2024/06/silk-road-war-ukraine?lang=ru">stärken</a>. Die wichtigsten Projekte finden im Rahmen der Initiativen <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/wohin-fuehrt-die-neue-seidenstrasse-ueber-die-chancen-und-risiken-von-one-belt-one-road/">Neue Seidenstraße</a> und <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/die-transkaspische-route-eine-reale-chance-zur-umgehung-russlands/">Mittlerer Korridor</a> statt. Dafür werden enorme Summen <a href="https://www.check-point.kz/opinion?id=1839&amp;utm_source">zur Verfügung gestellt</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Russland hat darüber hinaus begonnen seine Warenströme umzuleiten. Dies stärkt den „Transportkorridor Nord-Süd“ (eine Route von Indien durch den Iran und Zentralasien oder den Südkaukasus nach Russland – Anm. d. Ü.)“</em>, so der Experte. Daraus ergäben sich Chancen für Kasachstan. Spanov ist der Auffassung, dass die Bedeutung von regionalen Organisationen wie der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/BRICS">BRICS</a> zunimmt. Volkswirtschaftlich betrachtet sei diese Gruppe bereits an den G7 vorbeigezogen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Auswirkungen auf die Weltwirtschaft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Experte ist der Meinung, dass ein Trend weg von der Globalisierung, hin zu nationalen Interessen zu beobachten sei. In dieser Hinsicht steigt der Einfluss der Wirtschaft auf die Politik. Kasachstan sei wie Armenien und Georgien zu einem Drehkreuz geworden, über das Waren nach Russland gelangen. Die starke Sanktionierung Russlands hat die Lieferketten umfassend verändert, wodurch Kasachstan sich gezwungen sah, aktiv in die Wahrung seiner wirtschaftlichen Interessen zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Dabei geht es um Projekte, wie den Ausbau des Mittleren Korridors, den Bau eines Atomkraftwerks, sowie die Förderung von seltenen Erden. Im letztgenannten Bereich hat der Krieg eine Entwicklung in Gang gesetzt. Früher war China der Hauptlieferant von seltenen Erden“</em>, erklärt Spanov. Da China Russland im Krieg in der Ukraine zumindest funktional unterstützt, beziehe es zwangsläufig eine Position in diesem Konflikt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rasul Rysmambetov ist hingegen der Auffassung, dass der Krieg die wirtschaftliche Situation in Kasachstan verschlechtert habe, wenn auch nicht in katastrophalem Ausmaß. <em>„Kasachstan ist in einer schwierigen Lage. Zum einem scheuen ausländische Investoren Länder, die Beziehungen zu Russland unterhalten. Andererseits ziehen einige westliche Firmen, die Russland den Rücken gekehrt haben, Kasachstan als neuen Standort in Erwägung.“</em>, so der Finanzexperte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/politik-und-wirtschaft/wie-kasachstan-russischen-unternehmen-hilft-sanktionen-zu-umgehen/">Wie Kasachstan russischen Unternehmen hilft, Sanktionen zu umgehen</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Prozesse hätten im Angesicht des Krieges an Fahrt aufgenommen. Allen voran sei dabei die <a href="https://www.isw-muenchen.de/online-publikationen/texte-artikel/5321-de-dollarisierung">De-Dollarisierung</a> der Weltwirtschaft (die Abkehr vom US-Dollar als dominantes Zahlungsmittel, &nbsp;Anm. d. Ü.) und die Verringerung der Abhängigkeit von Russland zu nennen. Rysmambetov zufolge baue Kasachstan derzeit seine Handelsbeziehungen zu China, der Türkei und seinen Nachbarn in Zentralasien aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Darüber hinaus beobachten wir einen Zuwachs an sogenannten Parallelimporten. Kasachstan exportiere gewisse Güter nach Russland weiter, die dorthin nicht auf direktem Wege ausgeführt werden dürfen. Diese unterlägen jedoch nicht den Sanktionen im engeren Sinne“</em>, so Rysmambetov.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus habe der Krieg das westliche Investitionsaufkommen in Kasachstan abgeschwächt, sowie die Einfuhr von Gerätschaften erschwert, da Logistik und Zahlungsabwicklung herausfordernder geworden seien.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Langzeitfolgen des Krieges</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Spanov betont, dass die Aufhebung der bereits gegen Russland verhängten Sanktionen allenfalls langfristig zu erwarten sei. <em>„Auch angesichts der bevorstehenden Treffen in Saudi-Arabien (Der Original-Artikel erschien Ende Februar, Anm. d. Red.), im Vorfeld derer Russland und die USA ihr Interesse an einer Beendigung des Krieges in der Ukraine bekundet haben, bleibt die Frage der Aufhebung der Sanktionen eine sehr langfristige“</em>, so der Experte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er geht davon aus, dass Kasachstan noch fünf bis zehn Jahre mit den negativen Folgen zu kämpfen haben wird. Dies gelte sogar für den Fall, in dem die Ordnung, die mit dem 24. Februar 2022 eingerissen wurde, wiederherstellt würde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ist es Kasachstan gelungen sich anzupassen?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„</em><em>Leider hat sich Kasachstans Wirtschaft in meinen Augen nicht angepasst“</em>, sagt Magbat Spanov. Er führt dies auf die Überforderung der zuständigen Behörden und staatlichen Stellen zurück. <em>„Die Weltwirtschaft befindet sich in einem umfassenden Wandel, daher sind Innovationen unumgänglich. Am wichtigsten sei es, dass Bevölkerung, Regierung und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Leider passiert das noch nicht und auf Besserung ist kaum zu hoffen“</em>, führt der Professor aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/zentralasien-und-europa/eu-zentralasien-gipfel-europa-buhlt-in-samarkand-um-rohstoffe/">EU-Zentralasien-Gipfel: Europa buhlt in Samarkand um Rohstoffe</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rasul Rysmambetov ist optimistischer. In seinen Augen ist die Anpassung trotz etlicher Hürden zumindest teilweise geglückt. Das Land habe die wichtigsten Warenströme umgelenkt und die Beziehungen zu China und zur Türkei ausgebaut, was die Herausforderungen jedoch nicht kleiner werden lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Grund ist schnell genannt: Kasachstan ist eine offene Marktwirtschaft. Als solche kann es sich nicht von den globalen Verwerfungen abkapseln. Der Krieg in der Ukraine ist ein Instabilitätsfaktor, jedoch beschleunigt er auch die notwendige Diversifizierung Kasachstans. Vor uns liegen schwierige, aber nicht hoffnungslose Zeiten“</em>, schließt der Finanzexperte.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>The Village</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://www.the-village-kz.com/village/city/situation/39497-ya-dumayu-chto-ekonomika-kazahstana-k-sozhaleniyu-ne-adaptirovalas">Russischen</a> von Focko Kreutzkamp</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<title>Qasym-Jomart Toqaev stärkt bei seinem Besuch in Paris die bilateralen Beziehungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Nov 2024 09:18:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik & Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien & Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Bilaterale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frankreichs Pr&#xE4;sident Emmanuel Macron empfing seinen kasachstanischen Amtskollegen Qasym-Jomart Toqaev im Elys&#xE9;e-Palast. Die beiden Staatschefs sprachen &#xFC;ber die strategische Partnerschaft zwischen Frankreich und Kasachstan, insbesondere &#xFC;ber die engere Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Energie. Toqaev st&#xE4;rkt bei seinem Besuch in Paris die bilateralen Beziehungen Nach seinem offiziellen Besuch in Frankreich im November 2022 [&#x2026;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfing seinen kasachstanischen Amtskollegen Qasym-Jomart Toqaev im Elysée-Palast. Die beiden Staatschefs sprachen über die strategische Partnerschaft zwischen Frankreich und Kasachstan, insbesondere über die engere Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Energie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Toqaev stärkt bei seinem Besuch in Paris die bilateralen Beziehungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach seinem offiziellen Besuch in Frankreich im November 2022 reiste Toqaev am 4. und 5. November erneut nach Paris, diesmal zu einem Staatsbesuch. Dieser zielte auf die Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Kasachstan ab. Ein besonderer Fokus lag auf dem kulturellen Bereich. Zudem führten die Staatschefs Gespräche über Handel und Energie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Empfang am 5. November im Elysée-Palast konnte Qasym-Jomart Toqaev die beiden <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelasiatischer_Tazi">kasachischen Tazi-Windhunde</a> wiedersehen, die er seinem französischen Amtskollegen bei dessen Besuch im November 2023 in Astana geschenkt hatte .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Staatsbesuch bot Toqaev die Gelegenheit, verschiedene in Kasachstan tätige französische Wirtschaftsakteure wie Alstom, Orano oder EDF zu treffen und mehrere Kultur-, Wirtschafts- und Handelsabkommen zu schließen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine Ausstellung als Ergebnis der französisch-kasachstanischen Zusammenarbeit</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Museum_Guimet">Musée Guimet</a>, dem Nationalen Museum für asiatische Kunst, besuchten die beiden Staatsoberhäupter eine aktuelle <a href="https://daz.asia/blog/die-schaetze-der-grossen-steppe-in-paris/">Ausstellung</a> über Kasachstan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung mit dem Titel <em>Kasachstan.</em> Die S<em>chätze der großen Steppe </em>sei <em>„das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen dem Guimet-Museum und dem Nationalmuseum der Republik Kasachstan“,</em> erklärte die französische Botschaft in Kasachstan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung führt die Besucher anhand verschiedener Objekte durch die wichtigsten Epochen der kasachischen Geschichte. Sie bietet einen Überblick über die Geschichte von der Jungsteinzeit mit der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Botai-Kultur">Botai-Kultur</a> über die ersten politischen Gruppierungen der <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Sakas">Sakas</a> und die Gründung des kasachischen <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Khanat_kazakh">Chanats</a> bis hin zu den Anfängen des modernen Kasachstans, so <a href="https://www.akorda.kz/ru/prezidenty-kazahstana-i-francii-posetili-muzey-aziatskih-iskusstv-gime-5105620">der Pressedienst</a> des kasachischen Präsidenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Pariser Museum werden 35 seltene Objekte ausgestellt, die von kasachischen Museen ausgeliehen wurden und die Geschichte des Landes veranschaulichen sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Darunter befindet sich auch die Kopfbedeckung des <a href="https://daz.asia/blog/der-goldene-mensch-von-jessik/">Goldenen Mannes</a>. Diese bezeichnete die Präsidentin des Musée Guimet, Yannick Lintz, als eine der <em>„fünf</em> <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/mam/press/news/details/877028?lang=ru"><em>kasachischen</em></a> <em>Mona Lisas“</em>, die in die Ausstellung aufgenommen werden, wie das <a href="https://www.gov.kz/memleket/entities/mam/press/news/details/877028?lang=ru">kasachische Kulturministerium</a> berichtet. Die Leihgaben dieser seltenen Ausstellungsstücke stärken die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.</p>



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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kulturellen Austausch stärken</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 5. November unterzeichneten die französische Ministerin für Kultur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rachida_Dati">Rachida Dati</a> und ihre kasachische Amtskollegin <a href="/Users/schro/Downloads/Aïda%20Balaïeva">Aida Balajeva</a> neue bilaterale Abkommen in Astana.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abkommen betreffen insbesondere <em>die „Zusammenarbeit im Bereich der Museen und des kulturellen Erbes“</em>, teilt die <a href="https://kz.ambafrance.org/Visite-d-Etat-du-President-Tokaiev-a-Paris-La-cooperation-culturelle-entre-la">französische Botschaft in Astana</a> mit. Daher sollen zukünftig das Nationale Institut für Archäologische Forschung (INRAP), das Musée Guimet oder auch das Französische Institut mit kasachischen Kultureinrichtungen zusammenarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aida Balajeva traf außerdem die Direktorin des Louvres <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Laurence_des_Cars">Laurence des Cars</a>, mit der sie über mögliche zukünftige gemeinsame Projekte sprach, berichtet das kasachische Ministerium für Kultur. Die zu erwartenden Kooperationen im wissenschaftlichen und kulturellen Bereich sind ein Zeichen für die Dynamik der französisch-kasachischen Partnerschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Blühende Wirtschafts- und Handelsbeziehungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der kulturellen Komponente bot der Besuch des kasachischen Präsidenten auch die Gelegenheit, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu überprüfen und deren Entwicklungsschwerpunkte festzulegen. Kassym-Jomart Toqaev begrüßte bei den Gesprächen über die Investitionen, dass das bilaterale Handelsvolumen bis 2024 um 45% steigen werde, so <a href="https://www.akorda.kz/ru/glava-gosudarstva-prinyal-uchastie-v-rabote-investicionnogo-kruglogo-stola-5103546">der Pressedienst von Akorda</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als 200 französische Unternehmen sind in Kasachstan ansässig. Allein sieben dieser Unternehmen, haben insgesamt 19,5 Milliarden US-Dollar (rund 18,3 Milliarden Euro) investiert, darunter Total Énergies, Alstom, Orano und Danone, berichtete <a href="https://www.akorda.kz/ru/kasym-zhomart-tokaev-i-emmanyuel-makron-proveli-brifing-dlya-predstaviteley-smi-510524">der kasachstanische Präsident</a>. Dieser wies auch darauf hin, dass das Gesamtvolumen des bilateralen Handels aus dem Vorjahr in Höhe von 4,2 Milliarden US-Dollar (3,9 Milliarden Euro) im Jahr 2024 in nur neun Monaten erreicht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die französisch-kasachische Wirtschaftskooperation befindet sich weiterhin auf einem guten Weg. Bei dieser Gelegenheit haben sich der Schienenfahrzeugkonzern <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alstom">Alstom</a> und die französische Bank <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Soci%C3%A9t%C3%A9_G%C3%A9n%C3%A9rale">Société Générale</a> mit kasachischen Partnern zusammengeschlossen. Kassym-Jomart Toqaev sprach mit dem Marseillaiser Schifffahrtsunternehmen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/CMA_CGM">CMA CGM</a>, dem Pariser Nukleartechnikkonzern <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Orano">Orano</a> und der Elektrizitätsgesellschaft <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89lectricit%C3%A9_de_France">EDF</a> über die Perspektiven einer Zusammenarbeit im Transportwesen, aber auch im Energiesektor. Sie istsowohl für Kasachstan als auch für Frankreich von strategischer Bedeutung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine strategische Partnerschaft</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Austausch zwischen Qasym-Jomart Toqaev und Emmanuel Macron war Gegenstand <a href="https://www.elysee.fr/emmanuel-macron/2024/11/05/declaration-conjointe-du-president-de-la-republique-francaise-et-du-president-de-la-republique-du-kazakhstan-sur-le-renforcement-du-partenariat-strategique-entre-la-france-et-le-kazakhstan">einer gemeinsamen Erklärung</a>. Darin bekräftigen sie den <a href="https://www.legifrance.gouv.fr/jorf/id/JORFTEXT000022740551">Vertrag über eine strategische Partnerschaft</a> zwischen Frankreich und Kasachstan und äußerten die Absicht, diese zu vertiefen. Dies gilt insbesondere für die Stärkung der Zusammenarbeit <em>„im Bereich der Energie, einschließlich der Kernenergie, [und] der kritischen Rohstoffe“</em>, heißt es in der Erklärung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der <a href="https://world-nuclear.org/information-library/nuclear-fuel-cycle/mining-of-uranium/world-uranium-mining-production">World Nuclear Association</a> lieferte Kasachstan im Jahr 2022 für mehr als 40% des weltweit gehandelten Urans. Im selben Jahr konnte Frankreich dank der engen Beziehungen zwischen Paris und Astana Kasachstan zu seiner wichtigsten Quelle für Uranimporte machen, so <a href="https://www.lemonde.fr/les-decodeurs/article/2023/08/03/a-quel-point-la-france-est-elle-dependante-de-l-uranium-nigerien_6184374_4355770.html">Le Monde</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-ein-referendum-ueber-die-nutzung-ziviler-atomkraft/">Referendum</a> in Kasachstan vom 6. Oktober wurde nun in Paris die Aussicht auf ein künftiges Atomkraftwerk zwischen den beiden Präsidenten und Vertretern der Elektrizitätsgesellschaft EDF besprochen. Astana hatte bereits 2023 erwogen, dass sich das französische Unternehmen an dessen Bau beteiligen könnte. In der gemeinsamen Erklärung befürwortete Emmanuel Macron dieses Projekt und bot sogleich Frankreichs Expertise und Unterstützung an. Es wurden jedoch keine wichtigen Rechtsakte unterzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Anbetracht des kasachischen Bestrebens, sich durch eine Diversifizierung der Beziehungen von der russischen Abhängigkeit zu lösen, sieht Toqaev keine Lösung in der Schaffung eines Monopols, sondern viel eher in Zusammenschlüssen.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Claude Foucaud</strong>, <strong>Redakteur für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem <a href="https://novastan.org/fr/europe-et-asie-centrale/tokaiev-visite-detat-paris-cooperation-franco-kazakhe/">Französischen </a>von Arthur Siavash Klischat</strong></p>



<p class="has-primary-800-color has-primary-100-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph"><em><strong>Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen: Schaut mal vorbei bei <a href="https://twitter.com/novastan_de">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/">Facebook</a>, <a href="https://telegram.me/novastan">Telegram</a>, <a href="https://www.linkedin.com/company/novastan/">Linkedin</a> oder <a href="https://www.instagram.com/novastanorg/">Instagram</a>. Für Zentralasien direkt in eurer Mailbox könnt ihr euch auch zu unserem <a href="http://eepurl.com/O0Qub">wöchentlichen Newsletter anmelden</a>.</strong></em></p>
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		<pubDate>Tue, 23 Jul 2024 03:32:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es handelt sich dabei wahrscheinlich um die gr&#xF6;&#xDF;te von Menschen verursachte Umweltkatastrophe der Geschichte: Moynaq, einst eine wichtige Fischerstadt am Ufer des Aralsees, befindet sich heute am Rande der W&#xFC;ste, w&#xE4;hrend die K&#xFC;ste des Aralsees sich bis zu 150 km zur&#xFC;ckgezogen hat! Diese beiden verrosteten Schiffe wurden zusammen mit neun anderen von einem anderen Ort [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Es handelt sich dabei wahrscheinlich um die größte von Menschen verursachte Umweltkatastrophe der Geschichte: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mo%CA%BBynoq" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Moynaq</a>, einst eine wichtige Fischerstadt am Ufer des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aralsees</a>, befindet sich heute am Rande der Wüste, während die Küste des Aralsees sich bis zu 150 km zurückgezogen hat! Diese beiden verrosteten Schiffe wurden zusammen mit neun anderen von einem anderen Ort in der Wüste nach Moynaq abtransportiert, um eine Art Touristenattraktion zu bilden. Das ist alles, was von den rund 500 Schiffen, die einst in der Stadt Moynaq vor Anker lagen, übrig geblieben ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foto: Matic Pavlin</strong> (<strong><a href="https://www.instagram.com/matic_pavlin/?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTAAAR3rT5bl4-bAYhtC7Y2ItcGZMWfuxad--Cr_0icKhy0tcLAMflczFJzl_Io_aem_FFBA7JM03Qo5nEBk_ve7Jg">@matic_pavlin</a>,</strong> Slowenien)</p>



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