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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
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		<title>Frankreich setzt in Usbekistan auf grüne Energien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[La rédaction]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 11:36:39 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph">Angesichts eines stark steigenden Strombedarfs und veralteter Infrastruktur beschleunigt Usbekistan die Entwicklung von Sonnen- und Windenergie. Unter den Akteuren dieser Transformation befinden sich mehrere französische Konzerne; diese beabsichtigen, ihre Präsenz auf einem Markt zu verstärken, der als vielversprechend in Zentralasien gilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Ferne ist ein riesiges Feld an Solarpanels zu sehen, das sich auf fast 200 Hektar erstreckt. Diese rechteckigen, dem Himmel zugewandten Flächen, bestehend aus mehr als 180.000 bifazialen Strukturen, warten ruhig darauf, einige Sonnenstrahlen abzubekommen. Mitten in den trockenen Ebenen von Chorezm, einer Region im Westen Usbekistans, und nur wenige Kilometer von Chiva und seiner befestigten Zitadelle entfernt, prägen diese mit hochmoderner Technik ausgestatteten Anlagen die Energielandschaft Usbekistans neu. <em>“Das Ziel besteht darin, Strom aus Sonne zu generieren”</em>, erklärt Carole Pontais, Projektleiterin für Voltalia in Usbekistan, die vor vier Jahren ins Land kam. <em>“Die Anlagen sind so konzeptioniert, dass sie den extremen klimatischen Bedingungen, sowohl Sand als auch Staub, standhalten können. Wir haben automatische Roboter mit Bürsten installiert, die die Panels jeden Abend reinigen, um Staub zu entfernen.”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser geographischen Zone, die lange Zeit von Baumwollanbau und dem Verschwinden des Aralsees geprägt war, hat der französische Konzern Voltalia, der auf Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien spezialisiert ist, eine ambitionierte Photovoltaikanlage entwickelt: Sarimay Solar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Megawattstunden sind bereits im Herbst 2025 in das usbekische Stromnetz eingespeist worden, was eine wichtige Etappe für das Land und für diese französische Firma darstellt. Die Solaranlage hat eine Kapazität von 126 Megawatt, <em>“was dem Stromverbrauch von etwa 60.000 Haushalten entspricht”</em>, unterstreicht Pontais.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Auftrag wurde im Rahmen einer internationalen Ausschreibung, die von der Weltbank und der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Finanz-Corporation">Internationalen Finanz-Corporation (IFC)</a> unterstützt wurde, vergeben. Die Investitionshöhe für dieses Projekt beläuft sich auf <em>“etwa 80 Mio. </em><em>US-Dollar”</em>, präzisiert Pontais.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Franzoesische-Energiefirmen-in-Usbekistan_Voltalia-2-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-45163" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Franzoesische-Energiefirmen-in-Usbekistan_Voltalia-2-1024x768.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Franzoesische-Energiefirmen-in-Usbekistan_Voltalia-2-300x225.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Franzoesische-Energiefirmen-in-Usbekistan_Voltalia-2-768x576.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Franzoesische-Energiefirmen-in-Usbekistan_Voltalia-2.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Diese Photovoltaikanlage, nicht weit von Chiva in der usbekischen Region Chorezm gelegen, hat eine Kapazität von 126 Megawatt und ist seit Dezember 2025 im Einsatz. © Voltalia</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Eine strategische Herausforderung für Usbekistan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für Usbekistan ist der Ausbau erneuerbarer Energien in erster Linie eine strategische Notwendigkeit. Das Bevölkerungswachstum, der Anstieg des Stromverbrauchs und regelmäßige Stromausfälle im Winter treiben Taschkent dazu an, seine Produktions- und Bezugsquellen von Strom zu diversifizieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Projekte zielen somit darauf ab, mehrere Herausforderungen gleichzeitig zu bewältigen. Einerseits sollen ausländisches Kapital angezogen, ein veraltetes Stromnetz modernisiert und die CO₂-Emissionen begrenzt werden, andererseits soll die Abhängigkeit von Erdgas verringert werden, das 80 Prozent der nationalen Stromerzeugung ausmacht und seit 2023 zum Teil aus Russland importiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus diesem Grund strebt Usbekistan an, ein regionaler Akteur im Bereich erneuerbarer Energien zu werden, da diese Position seine energetische Unabhängigkeit verstärken wird. Das zentralasiatische Land will zudem ein “strategischer Hub” zwischen Europa, China und dem Nahen Osten sein, in dem die Energieflüsse gebündelt werden, um sie wirksamer umzuverteilen. Die Regierung von Shavkat Mirziyoyev will <em>“eine Kapazität von zwölf Gigawatt aus erneuerbaren Energien bis 2030”</em> erreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Stromproduktion hoffen die usbekischen Autoritäten darauf, diese Investitionen zu einem Hebel regionaler Entwicklung zu machen, so wie <em>Sarimay Solar</em>, das die Schaffung von Arbeitsplätzen gefördert hat. <em>“Zur Spitzenzeit der Bauarbeiten haben wir 700 Arbeiter”</em>, unterstreicht Pontais. Seitdem die Anlage operiert, <em>“arbeiten dort täglich ungefähr 20 Personen und stellen die Wartungsarbeiten sicher. Fast 70 Prozent der Mitarbeitenden sind lokale Kräfte. Wir haben vorab auch Konsultationen mit der Bevölkerung abgehalten, um das Projekt zu erklären. Es ist gut angenommen worden, denn es reagiert auf den Bedarf einer Region, die mit Strommangel konfrontiert ist.”</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ausländische Investitionen ins Land locken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Photovoltaikkraftwerk in der Region Chorezm verdeutlicht ganz allgemein das wachsende Interesse französischer Konzerne an Zentralasien. <em>“Es handelt sich um Projekte, die für den usbekischen Energiemix, aber auch für die Entwicklung des gesamten Landes von entscheidender Bedeutung sind. Und Frankreich steht hinter diesen Initiativen.”</em>, wie Walid Fouque, der französische Botschafter in Usbekistan, mit Stolz betont.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere französische Unternehmen setzen auf diesen Sektor, darunter TotalEnergies. Eines seiner Leuchtturmprojekte ist die Solaranlage von Tutly in der Region Samarkand, derselbe Typ Anlage wie der von Voltalia. Die Anlage wird als eines der ersten großen privatwirtschaftlichen Projekte im Bereich erneuerbarer Energien im Land betrachtet und liefert fast 270 Megawattstunden Strom pro Jahr. Gemäß TotalEnergies soll diese Anlage insgesamt etwa sechs Terawattstunden in 25 Jahren produzieren, was dem Stromverbrauch von etwa 140.000 usbekischen Haushalten pro Jahr entspricht. Gleichzeitig soll sie einen Kohlendioxidausstoß von fast 160.000 Tonnen pro Jahr vermeiden. <em></em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="576" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Franzoesische-Energiefirmen-in-Usbekistan_TotalEnergies-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-45164" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Franzoesische-Energiefirmen-in-Usbekistan_TotalEnergies-1024x576.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Franzoesische-Energiefirmen-in-Usbekistan_TotalEnergies-300x169.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Franzoesische-Energiefirmen-in-Usbekistan_TotalEnergies-768x432.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Franzoesische-Energiefirmen-in-Usbekistan_TotalEnergies.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das von TotalEnergies geplante Solarkraftwerk Tutly befindet sich im Bezirk Nurobod, etwa hundert Kilometer westlich der Stadt Samarkand in Usbekistan. © TotalEnergies</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel dazu ist TotalEnergies in den Bereichen Windkraft und Energiespeicherung über eine Partnerschaft mit dem Masdar-Konzern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten involviert. Im April 2026 verkündeten die beiden Unternehmen ein Joint Venture von 2,2 Mrd. US-Dollar (1,9 Mrd. Euro) mit dem Ziel, “<em>das Wachstum erneuerbarer Energien in neun Ländern Zentralasiens, darunter Usbekistan, zu beschleunigen”</em>, unterstreicht der französische Industriekonzern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese zwei Konzerne waren auf dem “Tashkent International Investment Forum” (TIFF) präsent sein, das vom 16. bis 18. Juni 2026 in der usbekischen Hauptstadt stattfand. Auch der auf Sonnen- und Windkraft spezialisierte französische Konzern <em>EDF Renewable </em>wird an der Seite des saudischen Konzerns <em>ACWA Power</em> und <em>AMEA </em>aus den Vereinigten Arabischen Emiraten vor Ort sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Auswirkungen hat das auf die Umwelt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn diese Projekte in Usbekistan meist in Wüstengebieten umgesetzt werden, betonen die Industriekonzerne, dass sie Umweltaspekte bereits bei der Planung berücksichtigen, insbesondere durch im Vorfeld durchgeführte Umweltverträglichkeitsprüfungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das Solarparkprojekt von Voltalia betrifft, versichert das Unternehmen, dass der ökologische Aspekt ausreichend berücksichtigt wurde. <em>„Es gibt keine Auswirkungen auf landwirtschaftliche Flächen und Wasserressourcen, da es sich um ein Wüstengebiet handelt</em>“, betont Pontais. <em>„Allerdings mussten wir Bäume fällen, um die Solarmodule installieren zu können.“ </em>Um diesen Verlust auszugleichen, wurden zwei Millionen für trockene Standorte geeignete Sträucher gepflanzt, also <em>„zehnmal mehr als die Anzahl der gefällten Bäume“</em>, betont Fouque. Was die Tierwelt betrifft, so wurde die Hochspannungsleitung, die das Kraftwerk anschließt, mit „Bird Diverters“ ausgestattet, <em>„Vorrichtungen, die dazu dienen, Vögel fernzuhalten“</em>, erklärt Pontais.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Organisation <em>Greenpeace</em> sind <em>„diese Solarprojekte klimafreundlich, da sie insbesondere den Einsatz fossiler Brennstoffe im Strommix reduzieren“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In Usbekistan gibt es sehr viele Wüstengebiete, daher sind die Auswirkungen auf die Artenvielfalt gering“</em>, erklärt Nicolas Nace, Leiter der Kampagne „Energiewende“ und Experte für erneuerbare Energien bei Greenpeace Frankreich. <em>„Wir sind insbesondere bei Projekten wachsam, die in Waldgebieten errichtet werden und somit zur Entwaldung führen würden, oder in landwirtschaftlichen Gebieten, da wir nicht wollen, dass es zu einem Wettbewerb zwischen landwirtschaftlicher Produktion und Energieerzeugung kommt.</em>“<em></em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Zukünftige Projekte aufgrund der Überlastung des Stromnetzes auf Sparflamme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ob TotalEnergies oder Voltalia – diese französischen Konzerne wollen weiterhin auf Solarenergie setzen. <em>„Es ist ein interessanter Markt, es gibt viel Potenzial für Projekte in Usbekistan, im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern, in denen verfügbare Flächen immer knapper werden“</em>, erklärt Pontais. <em>„Hier mangelt es weder an Platz noch an Sonne, und die notwendigen Finanzmittel stehen zur Verfügung: Alle Investitions- und Entwicklungsbanken sind vor Ort vertreten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Voltalia will es übrigens nicht bei Chorezm belassen. Das Unternehmen entwickelt derzeit das Hybridprojekt „Artemisya“ in der Region Buchara. Dieses soll Solarenergie, Windkraft und Batteriespeicher miteinander kombinieren. Der Komplex sollte ursprünglich eine installierte Leistung von mehr als 500 Megawatt erreichen. Aufgrund der Überlastung des Stromnetzes ist das Projekt jedoch ins Stocken geraten und musste nach unten korrigiert werden. <em>„Vorerst werden wir nur den Teil bauen, den wir ans Netz anschließen können, also nur 200 Megawatt“</em>, erklärt die Projektleiterin.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das größte Problem Usbekistans ist derzeit das Stromnetz“</em>, betont Pontais. <em>„Es wurden Verträge für Kraftwerke unterzeichnet, die jedoch stillstehen oder nur mit reduzierter Leistung laufen, da das Stromnetz nicht ausreichend ausgebaut, modernisiert oder gewartet ist, um all diese neuen Stromkapazitäten absorbieren zu können.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Modernisierung des Stromnetzes bleibt eine zentrale Herausforderung für die Zukunft dieses Landes. <em>„Trotz allem sind wir als französisches und europäisches Unternehmen sehr stolz darauf, hier präsent zu sein, wo die arabische und chinesische Konkurrenz sehr stark ist“</em>, betont sie . Diese Investitionen tragen zur schrittweisen Umgestaltung des usbekischen Energiemodells bei, das lange Zeit von der Förderung fossiler Brennstoffe geprägt war.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Louise Simondet, Korrespondentin für Novastan in Usbekistan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/ouzbekistan/la-france-mise-sur-les-energies-vertes-en-ouzbekistan/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Cornelia Steinigen</strong></p>
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