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	<title>Wilderei Archives</title>
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	<description>Wissenswertes und Nachrichten aus Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan</description>
	<lastBuildDate>Fri, 27 Jun 2025 15:33:20 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Wilderei Archives</title>
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		<title>Wie können die Bestände der Saiga in Usbekistan vor dem Aussterben bewahrt werden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cabarasia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Jun 2025 15:33:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Artensterben ist ein gro&#xDF;es Problem in Zentralasien. Die Gr&#xFC;nde reichen von den Auswirkungen des Klimawandels bis hin zu Einschnitten ihrer Siedlungsgebiete durch den Menschen. In Usbekistan droht so etwa die Saiga-Antilope auszusterben. Doch Tiersch&#xFC;tzer bem&#xFC;hen sich, die Art zu retten. Die Saiga ist ein paarhufiges S&#xE4;ugetier aus der Unterfamilie der Gazellenartigen, deren Zahl in den [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Artensterben ist ein großes Problem in Zentralasien. Die Gründe reichen von den Auswirkungen des Klimawandels bis hin zu Einschnitten ihrer Siedlungsgebiete durch den Menschen. In Usbekistan droht so etwa die Saiga-Antilope auszusterben. Doch Tierschützer bemühen sich, die Art zu retten.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saiga">Saiga</a> ist ein paarhufiges Säugetier aus der Unterfamilie der Gazellenartigen, deren Zahl in den vergangenen Jahren stetig abnimmt. In Usbekistan drohen sie wegen des Klimawandels und anthropogener Einflüsse auf ihre Siedlungs- und Migrationsgebiete auszusterben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauer gesagt: Die schrumpfenden Herden haben mit Bedrohungen wie dem Verlust ihres Lebensraumes, Mangel an Nahrung aufgrund menschlicher Einwirkung, Verschmutzung und Austrocknung ihrer Wasserquellen und Hindernisse auf ihren Migrationsrouten zu kämpfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Zahl der Saiga in Usbekistan</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der ganzen Welt gibt es noch fünf Saiga-Populationen. In Usbekistan konzentriert sich der kleinste Saiga-Bestand, der hauptsächlich in Grenznähe zu Kasachstan lebt. In Kasachstan lebt auch der größte Saiga-Bestand. Daneben sind die Saiga auch in Russland, der Mongolei, in ehemals chinesischen Gebieten und in Turkmenistan beheimatet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-gibt-geschuetzte-saiga-antilopen-zum-abschuss-frei/">Kasachstan gibt geschützte Saiga-Antilopen zum Abschuss frei</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Usbekistan stehen die Saiga auf der Roten Liste gefährdeter Arten und stehen kurz vor dem Aussterben, doch ihrem Schutz wird hier besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Elena Bykova ist Leiterin der Internationen Allianz zur Erhaltung der Saiga in Usbekistan. Laut ihr gibt es derzeit ungefähr 600 Exemplare der Tierart in Usbekistan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Experten schätzen die Zahl der nord-ustjurter (der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karakalpakistan">karakalpakistane</a> Teil des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ustjurt-Plateau">Ustjurt- Plateaus</a>) Gruppe auf 200 bis 400 Individuen“, sagt Bykova. „100 sind dort heimisch; 100 bis 300 gehören zu einer migrierenden Gruppe, deren Zahl sich im Laufe des Jahres verändert. Es gibt außerdem noch eine Gruppe in Aralkum (der durch die Austrocknung des Aralsees entstandenen Wüste, <strong>Amn. des Übersetzers</strong>), die wir auf etwa 200 Exemplare schätzen.“</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die genaue Zahl zu bestimmen ist laut Bykova allerdings schwer. Schon zu Sowjetzeiten maß man ihre Anzahl mithilfe von Beobachtungsflügen in kleinen Antonov-Maschinen. Heute sind die Flugzeuge moderner und die Forscher:innen wenden eine speziell herausgearbeitete Methodik an: Eine bestimmte Route wird jährlich abgeflogen, wobei die großen Saiga-Herden aus der Luft erfasst werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bykova erklärt: „Die Erhebungen werden jedes Jahr Ende April, Anfang Mai durchgeführt und erfassen alle Saiga-Populationen. In Usbekistan, wo die Population klein ist, nutzen wir die Daten aus diesen Erhebungen aus der Luft, um die allgemeinen Trends zu verstehen. So können wir feststellen, wie sich die Zahl der Saiga-Bestände verändert hat, wie viele zum Beispiel nach Kasachstan migriert sind.“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grenzzäune gefährden die Wanderrouten der Tiere</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber warum gehen die Saiga-Bestände zurück? Dafür gibt es mehrere Erklärungen. So behindern die in den 90er Jahren in Zentralasien gezogenen harten Grenzen die Wanderbewegungen der Tiere. Immer häufiger sind diese mit Grenzzäunen gesichert, die wandernde Tierarten nicht überwinden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Saiga sind dabei eine der am stärksten betroffenen Arten, da sie zu den Arten gehören, die traditionellerweise besonders weite Strecken zurücklegen. „Früher, als die Saiga-Population eine optimale Größe hatte &#8211; das war etwa in den 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts -, migrierten sie aus Kasachstan über Karakalpakistan, durchquerten Usbekistan bis zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sarykamyschsee">Sarakamysh See</a> und kehrten dann auf dem Territorium Turkmenistans ein, wo sie überwinterten“, erklärt Bykova. „Heute beobachten wir diese großen Wanderungen nicht mehr.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-saiga-horner-auf-dem-schwarzmarkt-weiter-begehrt/">Kasachstan: Saiga-Hörner auf dem Schwarzmarkt weiter begehrt</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutendste Hindernis für die Tiere ist die Eisenbahnstrecke Shalkar – Beyneu zusammen mit Drahtzäunen an der Grenze zwischen Usbekistan und Kasachstan. Spezialisten aus Kasachstan haben dort Videofallen aufgestellt, die die Saiga beim Überqueren der Grenze filmen. Allerdings sei ihre Zahl sehr gering, sagt sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Horn der Saiga ist ein Grund ihrer Ausrottung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Bedrohung für die Saiga-Bestände ist die Wilderei. Die großflächige Abnahme aller Population auf dem gesamten Verbreitungsgebiet, hängt vor allem mit der Ausrottung der Männchen zusammen. Die Saiga-Männchen wurden aufgrund ihrer Hörner gejagt, da diese unter anderem in der traditionellen chinesischen Medizin benutzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ganze Hörner, Hornspäne oder fertige Präparate werden sie nach ganz Asien exportiert. In Singapur zum Beispiel ist das Getränk „Cooling Water“ beliebt, dem eine immunstärkende Wirkung nachgesagt wird. Dieses Produkt sei sehr gefragt, sagt Elena Bykova, und der Preis des Horns steige auf dem Weg durch die illegale Warenkette von 100 bis 200 Dollar auf 2.000 bis 5.000 Dollar pro Kilogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso kommt es vor, dass die Saiga-Hörner oder Produkte daraus nach Usbekistan importiert werden. Es gab Fälle, in denen Hörner aus Kasachstan nach Usbekistan gebracht wurden, um in Taschkent verkauft zu werden. Möglicherweise wurden sie dort zur Herstellung von Ziermessern verwendet. Zwar erfolgt der Import laut Bykova in einem weitaus kleineren Maßstab, erfordert aber durch das drohende Aussterben der Saiga besondere Aufmerksamkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Saiga-Jagd ist aufgrund strenger Gesetze und Sicherheitsvorkehrungen selten geworden. In Usbekistan ist die Zahl solcher Fälle aufgrund des verbesserten Schutzes und der kleinen Populationen minimal. Auf dem Schwarzmarkt werden jedoch immer noch Souvenirs aus Saiga-Horn angeboten. Auf den Basaren in Taschkent, Buchara und Samarkand werden beispielsweise Messer mit Griffen aus den Hörnern von Wildtieren, einschließlich Saigas, angeboten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kirgistan/begehrt-gejagt-geschutzt-das-schicksal-der-schneeleoparden/">Begehrt, Gejagt, Geschützt – Das Schicksal der Schneeleoparden</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und während Tierschützer beispielsweise Nashörner absichtlich einfangen und ihnen die Hörner absägen, um sie vor Wilderern zu schützen, würde diese Methode bei Saigas nicht funktionieren. Anders als bei Nashörnern sind die Hörner der Saiga Teil des Schädels und können nicht einfach abgesägt werden, ohne das Tier zu verletzen. Wenn die Hörner abgetrennt werden, stirbt die Saiga an Schmerzschock und Blutverlust. Außerdem seien Saigas sehr nervöse Tiere mit einem schwachen Herzen, und sie können am Stress des Einfangens sterben, erklärt Bykova.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wilderer jagen die Saiga allerdings nicht nur wegen ihrer Hörner, sagt Bykova: „Irgendwann fingen sie an, auch die Weibchen und Jungtiere zu töten. Das war etwa während der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perestroika">Perestrojka-Zeit</a>. Es herrschte eine komplette Gesetzlosigkeit, kontrolliert wurde kaum. Die Resultate waren schrecklich: Die Population der Saiga sank damals um 95 Prozent.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei spielte das Fleisch der Tiere eine große Rolle – vor allem für die einheimische Bevölkerung Usbekistans. Als die Population noch groß war, wurde das Fleisch wenig geschätzt. Die Kadaver sind nämlich schwer und mühsam zu transportieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Saiga-Bestände jedoch zurückgingen, wurde das Fleisch immer begehrter, vor allem in den Dörfern der Umgebung. Es ist günstiger als Rindfleisch und war besonders zu Sowjetzeiten gefragt. In der postsowjetischen Ära wurde Saiga-Fleisch auf den lokalen Märkten meist zu einem niedrigeren Preis als Hammel- oder Rindfleisch verkauft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Situation der Saiga-Bestände verbessert sich, aber es gibt immer noch Probleme</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt allerdings Grund zur Hoffnung. Die Aufnahme der Saiga auf die Rote Liste der bedrohten Tierarten in Usbekistan und anderen Ländern zeigt langsam ihre Wirkung. Die Saiga-Populationen erholen sich in allen Verbreitungsgebieten. Die staatlichen Kontrollen funktionieren dort mittlerweile deutlich besser und in den Dörfern nahe der Saiga-Siedlungsgebiete herrscht ein stärkeres Bewusstsein dafür, die Saiga vor dem Aussterben zu bewahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus wurde ein spezielles komplexes Landschaftsschutzgebiet geschaffen: das Saiga-Reservat in Karakalpakistan. Sein Hauptzweck ist der Schutz der Brutgebiete der Saigas und ihrer Wanderrouten. Außerdem wurde fast das gesamte Saiga-Gebiet in Usbekistan im Jahr 2023 in die UNESCO-Liste des Naturerbes aufgenommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem muss noch viel gemacht werden. Bykova sagt, dass die Verbote und Gesetze trotz eines guten rechtlichen Rahmens in der Praxis nicht immer gut funktionieren. Die Inspektoren, die die Einhaltung der Gesetze zum Schutz der Saiga durchsetzen sollen, fehlt es oft an Personal und sie haben häufig mit logistischen Problemen zu kämpfen. „In der Praxis stehen wir vor objektiven Problemen wie dem Mangel an finanziellen Mitteln. Der Staat hat möglicherweise nicht genug Geld, um Naturschutzprogramme wirksam umzusetzen&#8220;, sagt Bykova.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das <a href="https://www.international-climate-initiative.com/iki-medien/publikation/the_saigachy_reserve_in_uzbekistan_as_a_case_study_of_the_introduction_of_a_fauna_and_flora_monitoring_system/">Saigachy Reservat</a> zum Beispiel umfasst etwa eine Million Hektar, allerdings gebe es dort nur elf Inspektoren.“ Dass ein so kleines Team ein so großes Gebiet wirksam schützen könne, so Bykova, sei unrealistisch. „In den neueren Naturschutzgebieten ist die Situation etwas besser, da es dort mehr Inspektoren gibt. Der 2022 gegründete Nationalpark <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aralkum">Aralkum</a> beispielsweise hat 40 Inspektoren, aber nur zwei Fahrzeuge, von denen eines alt ist und oft kaputt geht.“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Grenzüberschreitende Schutzgebiete sind notwendig</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Theoretisch sind in Usbekistan alle Voraussetzungen gegeben, um die Saiga-Populationen zu beheimaten und die Wilderei zu verhindern. Zumindest auf der rechtlichen Seite steht der Errichtung von Schutzgebieten nichts im Weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das erste grenzüberschreitende Gebiet, in dem Saigas wieder angesiedelt werden müssen, soll in Süd-Ustjurt liegen. Es gibt auch Pläne, ein grenzüberschreitendes Gebiet zum Schutz der Saigas im Aralseegebiet einzurichten“, sagte die Tierschützerin. „Das ist vorerst nur eine Idee. Um sie umzusetzen, müssen wir einen Dialog mit Kasachstan führen, um herauszufinden, inwieweit das Land bereit ist, diese Initiative zu unterstützen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-350-bedrohte-saiga-antilopen-durch-blitzschlag-getoetet/">Kasachstan: 350 bedrohte Saiga-Antilopen durch Blitzschlag getötet</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus gibt es Pläne, auch gemeinsam mit Tadschikistan weitere solche Schutzgebiete einzurichten. Eines davon ist beispielsweise im Gebiet Samarkand im Tal des Flusses <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Serafschan">Zerafshan</a> vorgesehen, wo auch der Buchara-Hirsch lebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schutzgebiete sind laut Bykova der beste Weg, um natürliche Ökosysteme in ihrem intakten Zustand und ihrer ursprünglichen Komplexität zu erhalten. „Solche Schutzgebiete sind unser ‚grüner Gürtel‘. Es gibt nicht viele davon, und es sollten viel mehr sein. Der Klimawandel verstärkt den Bedarf an solchen Gebieten. Wenn natürliche Gebiete mehr Raum einnehmen würden, würden wir die negativen Auswirkungen der Erwärmung und der Umweltverschmutzung nicht so stark spüren. Natürliche Ökosysteme können dank der Pflanzen die Staubentwicklung und die Ausbreitung von Schadstoffen verringern und so einen günstigen Lebensraum für Tiere und Menschen schaffen&#8220;, sagt die Tierschützerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn wir wirklich wollen, dass der Naturschutz funktioniert, müssen wir in ihn investieren und ihm Priorität einräumen, anstatt nur seine Bedeutung zu verkünden. Leider hat der Naturschutz im Gegensatz zu Fragen der menschlichen Entwicklung nicht immer echte Priorität&#8220;, sagt Elena Bykova.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Diyora Kosimova und Elina Beknazarova für Cabar</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://cabar.asia/ru/kak-sohranit-chislennost-sajgakov-v-uzbekistane"><strong>Russischen</strong></a><strong> von Heinrich Jakunin</strong></p>



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		<title>Menschenverschuldet: In Kirgistan sterben Tiere und Pflanzen aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Mar 2025 14:39:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Boz-Boltok]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kirgistan ist eine Reihe von Pflanzen-, Pilz- und Tierarten vom Aussterben bedroht, woran vor allem der Mensch Schuld tr&#xE4;gt. Einige Arten sind bereits ganz verschwunden. S&#xFC;dlich der Hauptstadt k&#xE4;mpfen Anwohner seit Jahren gegen eine auf dem Berg Boz-Boltok errichtete Ziegelfabrik. Der t&#xE4;gliche Aussto&#xDF; von Staub, Rauch und sch&#xE4;dlichen Gasen verschmutzt die Luft und beeintr&#xE4;chtigt [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Kirgistan ist eine Reihe von Pflanzen-, Pilz- und Tierarten vom Aussterben bedroht, woran vor allem der Mensch Schuld trägt. Einige Arten sind bereits ganz verschwunden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Südlich der Hauptstadt kämpfen Anwohner seit Jahren gegen eine auf dem Berg Boz-Boltok errichtete Ziegelfabrik. Der tägliche Ausstoß von Staub, Rauch und schädlichen Gasen verschmutzt die Luft und beeinträchtigt die Gesundheit der Bevölkerung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umweltschützer schlagen Alarm</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Dmitrij Milko, dem leitenden Forscher am Institut für Biologie der Kirgisischen Akademie der Wissenschaften, wurde die Baschkarasuu-Lagerstätte westlich des Boz-Boltok in den 1950er Jahren erkundet. Nachdem die Hauptschichten aus Lehm bereits abgebaut wurden, steht nun das Sand-Kies-Gemisch im Steinbruch am Berg im Zentrum der Aufmerksamkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan:</strong> <a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kasachstan-massenhaftes-schwanensterben-wegen-verschmutzter-umwelt/"><strong>Kasachstan: Massenhaftes Schwanensterben wegen verschmutzter Umwelt</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die Ziegelfabrik teilte seinerzeit mit, dass es in den Abbaugebieten keine Tier- und Pflanzenarten aus dem Roten Buch der Kirgisischen Republik [in dem bedrohte Pflanzen- und Tierarten aufgelistet werden, Anm. d. Red.] vorkommen. Aber wir haben das Gegenteil bewiesen</em>&#8222;, so Milko gegenüber CABAR.asia. Im Rahmen einer Sonderkommission reiste er mehrmals mit Kollegen auf den Boz-Boltok, um dort Felderhebungen durchzuführen. Insgesamt fanden die Wissenschaftler fünf Gewächs- und zwei Tierarten, die in Kirgistan als bedroht gelten. Vertreter der Ziegelfabrik wiesen dies vehement zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den bedrohten Pflanzenarten, die die Wissenschaftler auf dem Boz-Boltok ausfindig machten, befanden sich u. a. die Greig-Tulpe, die Zinaida Tulpe, die Ostrowskiana und die Viridiflora-Kolpakowskiana. Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften wiesen auf die unmittelbare Zerstörung einzigartiger Pflanzenlebensräume durch den Abbau von Steinbrüchen hin.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="605" height="403" data-id="41875" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild3.jpg" alt="" class="wp-image-41875" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild3.jpg 605w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild3-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 605px) 100vw, 605px" /><figcaption class="wp-element-caption">Einzelne Vertreter der Flora und Fauna von Boz-Boltok. Fotos aus dem Archiv von Dmitrij Milko.</figcaption></figure>



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<h2 class="wp-block-heading">Pfusch am Bau</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Institut für Biologie der Kirgisischen Akademie der Wissenschaften kommt zu dem Schluss, dass bei der Erteilung der Genehmigungen für das Sand- und Kiesabbauprojekt am Standort Baschkarasuu Süd Verstöße gegen die Umweltvorschriften begangen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemäß Artikel 23 des kirgistanischen Gesetzes &#8222;Über den Schutz und die Nutzung der Pflanzenwelt&#8220; unterliegen seltene und gefährdete Pflanzenarten einem besonderen Schutz. Handlungen, die zur Zerstörung, Verminderung der Bestände oder Störung des Lebensraums seltener und gefährdeter Pflanzenarten und ihrer Lebensgemeinschaften führen, werden strengstens geahndet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2024 führte das Umweltministerium bei der Ziegelfabrik <a href="https://mnr.gov.kg/ru/posts/news/strafy-priostanovka-deyatelnosti-i-ekologiceskie-naruseniya-na-predpriyatiyax-v-raione-boz-boltok">Inspektionen durch</a>. Es wurden gravierende Verstöße festgestellt und Bußgelder verhängt, zeitweise wurde sogar die Produktion eingestellt. Boz-Boltok ist kein Einzelfall; auch in anderen Regionen der Republik leidet die Flora und Fauna unter ähnlichen Problemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/usbekistan/warum-der-aralsee-nicht-das-einzige-umweltproblem-usbekistans-ist/">Warum der Aralsee nicht das einzige Umweltproblem Usbekistans ist</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Dmitrij Milko sammeln die Menschen im Frühjahr fleißig Büschel von jungen Steppenkerzen oder Eremurus, um sie zu verkaufen, wodurch jene Populationen beständig schrumpfen. Auch in der südwestkirgisischen Oblast Dschalalabad, in der sich mit dem Toktogul-Reservoir der größte Stausee Zentralasiens befindet, sind wilde Zwiebeln und Rhabarber immer seltener zu finden. Die Bestände der verschiedenen Zwiebelpflanzen sind unkontrolliert und übernutzt, da örtliche Verkäufer meistens mehr mitnehmen, als sie tatsächlich verkaufen. Im benachbarten Tadschikistan sind die Vorräte wilder Zwiebeln so stark zurückgegangen, dass viele Tadschiken diese notgedrungen in der kirgistanischen Grenzstadt Batken kaufen müssen. Bei Rhabarber zeichnet sich dasselbe Bild ab: Verkäufer ernten mehr Rhabarber als sie tatsächlich auf den Märkten verkaufen und werfen den Überschuss einfach weg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Illegaler Pflanzenschmuggel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Herbst 2023 <a href="https://sti.gov.kg/news/details/c78292fa-04f7-416e-a014-196273b45064">meldete</a> die staatliche Steuerbehörde die Beschlagnahme einer geschmuggelten Ladung Arnebia-Wurzeln, die in die Kategorie der vom Aussterben bedrohten Pflanzen fallen. Nach Angaben des Ministeriums für natürliche Ressourcen, Ökologie und technische Überwachung wurden im Jahr 2024 mehr als 20 Fälle der Ausfuhr geschützter Pflanzenarten aus dem Land verzeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2024 legte die Behörde <a href="https://koomtalkuu.gov.kg/ru/view-npa/4607">einen Entwurf</a> eines Erlasses des Ministerkabinetts zur öffentlichen Diskussion vor, der ein vorübergehendes Verbot (Moratorium) bis 2027 für den Transport, den Kauf und den Verkauf sowie die Ernte und die Verwendung der folgenden Pflanzenarten vorsieht: Macrotomia (Macrotomia), Arnebia &#8211; Prophetenblume (Arnebia), Diptam (Dictamnus), Blauer Eisenhut (Aconitum), Holland-Lauch (Allium aflatunense), Rhodiola (Rhodiola) und Strohblume (Helichrysum maracandicum). Doch trotz dieses Verbots besteht das Problem der Ausfuhr seltener und gefährdeter Pflanzenarten weiterhin. Dadurch steigt das Risiko, dass diese Pflanzenarten gänzlich verloren gehen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium für Naturressourcen ist der Ansicht, dass die Verabschiedung des Dokuments einen wirksameren und umfassenderen Schutz seltener und gefährdeter Pflanzenarten gewährleisten und die Gefahr ihrer unkontrollierten Nutzung, ihres Handels und ihrer Ausfuhr verringern wird. Dies würde zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen und zur nachhaltigen ökologischen Entwicklung der Region erheblich beitragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den Änderungen des Erlasses wird das Verbot nicht nur auf die Ernte, sondern auch auf andere Tätigkeiten &#8211; Transport, Kauf, Handel und Ausfuhr &#8211; ausgedehnt. Das Dokument sieht die Beschlagnahme von Gegenständen vor, die für illegale Aktivitäten bei der Verarbeitung und Herstellung von Produkten und Rohstoffen verwendet werden (z. B. Werkstätten, Fässer, Trockner, Transportmittel und andere Ausrüstung).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wilderei und illegaler Fischfang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der Zerstörung von Pflanzen sind auch die Wilderei sowie der illegale Fischfang ein akutes Problem. Das Ministerium für Naturressourcen berichtet regelmäßig über die Festnahme von Personen, die gegen die Umweltgesetzgebung verstoßen.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" data-id="41880" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild8-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-41880" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild8-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild8-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild8-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild8-1536x1025.jpg 1536w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild8.jpg 1814w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Direkter Schaden für die biologische Vielfalt. Foto aus dem Archiv von Dmitrij Milko.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="467" height="312" data-id="41881" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild7-1.jpg" alt="" class="wp-image-41881" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild7-1.jpg 467w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2025/03/Bild7-1-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 467px) 100vw, 467px" /><figcaption class="wp-element-caption">Direkter Schaden für die biologische Vielfalt. Foto aus dem Archiv von Dmitrij Milko.</figcaption></figure>
</figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://mnr.gov.kg/ru/posts/news/v-narynskoi-oblasti-presecena-popytka-nezakonnoi-lovli-krasnokniznyx-ptic">Nach Angaben der Behörde</a> werden die Ausfuhr, der Transport, die Lagerung und der Verkauf von illegal gefangenen Wildtieren, die durch internationale Verträge geschützt und im Roten Buch der Kirgisischen Republik aufgeführt sind, mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Som (229 US-Dollar) für Privatpersonen und 65.000 Som (743 US-Dollar) für Rechtsträger belegt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Vorschriften</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kirgisistan verfügt über umfangreiche Vorschriften zum Schutz der Natur und Umwelt. Dazu gehören das Straf-, das Wasser-, das Boden- und das Waldgesetzbuch der Kirgisischen Republik, die Gesetze „Über den Umweltschutz“, „Über den Schutz und die Nutzung der Pflanzenwelt“, „Über Wildtiere“, „Über besonders geschützte Naturgebiete“ und eine Reihe von Regierungsbeschlüssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den „<a href="https://cbd.minjust.gov.kg/96264/edition/545368/ru">Vorschriften für die Erhaltung der biologischen Vielfalt der Kirgisischen Republik für den Zeitraum bis 2024</a>“, die 2014 per Regierungsbeschluss verabschiedet wurden, wurde festgestellt, dass infolge menschlicher Aktivitäten einige Arten vollständig verschwunden sind, während andere vom Aussterben bedroht sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/umwelt-und-technologie/kirgistan-hat-die-absicht-in-einem-unesco-naturschutzgebiet-gold-abzubauen-und-ein-wasserkraftwerk-zu-errichten/">Kirgistan plant Goldabbau in einem Naturschutzgebiet</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den großen und mittelgroßen Säugetieren sind 3 Arten ausgestorben, 15 Arten sind bedroht; in der Fauna der Vögel sind 4 Arten ausgestorben, 26 Arten sind bedroht; bei den Pflanzen sind die Verluste geringer &#8211; nur eine Art ist verschwunden, aber 56 Arten sind bedroht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zerstörung aus wirtschaftlichen Motiven</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hauptgrund für den Rückgang der Artenvielfalt in Kirgistan ist die Störung des Lebensraums durch wirtschaftliche Aktivitäten, die Verringerung der Gesamtfläche des Lebensraums der Arten und die direkte Ausrottung durch den Menschen. Dem Dokument zufolge werden die Inventarisierung und Überwachung der Artenvielfalt nicht systematisch durchgeführt, sondern lediglich für einzelne Gruppen vorbehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig dient die biologische Vielfalt als Grundlage für das Funktionieren der Ökosysteme und die Bereitstellung ökologischer Dienstleistungen, die für das Überleben der Bevölkerung und die nachhaltige Entwicklung der Zivilisation notwendig sind. Sie trägt zur sozioökonomischen Entwicklung und zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele, einschließlich der Armutsbekämpfung, bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den neuen Vorschriften wurden die Strategie, das Programm, die Grundsätze und die Hauptrichtungen der Kirgisischen Republik auf dem Gebiet der Erhaltung der biologischen Vielfalt festgelegt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Der Weltgemeinschaft gegenüber verpflichtet&#8220;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kumar Mambetalijew, Leiter der Abteilung für Bioressourcen im Ministerium für natürliche Ressourcen, Umwelt und technische Überwachung, erklärte gegenüber CABAR.asia, dass derzeit eine nationale Strategie und Pläne für die Erhaltung der biologischen Vielfalt bis 2030 entwickelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Kirgistan ist Vertragspartei einer Reihe von internationalen Umweltkonventionen, darunter das von Kirgistan ratifizierte Übereinkommen über die biologische Vielfalt. Wir fühlen uns der Weltgemeinschaft gegenüber verpflichtet, die biologische Vielfalt und insbesondere die Bergökosysteme zu erhalten, die verschiedenen negativen Einflüssen ausgesetzt sind</em>“, berichtet er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Speziell geschützte Naturgebiete (SPNAs) seien der Maßstab für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, so Mambetalijew. Das Schutzgebietsnetz des Landes umfasst 7,38 Prozent der Gesamtfläche des Landes und beinhaltet 10 staatliche Naturreservate, 13 staatliche Naturparks, 64 Wildtierschutzgebiete sowie den Botanischen Garten Enver Garejew in Bischkek und einen zoologischen Park in Karakol.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erweiterung der Naturgebiete</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ministerium für Naturressourcen arbeitet daran, das Netz der besonders geschützten Naturgebiete auf 10 Prozent der Gesamtfläche zu erweitern. So wurde beispielsweise mit der <a href="https://koomtalkuu.gov.kg/ru/view-npa/4662">Einrichtung des staatlichen Naturparks</a> „Tschong-Alaj“ in der Oblast Osch begonnen, dessen Fläche etwa 67.000 Hektar betragen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kumar Mambetalijew merkte an, dass man sich um die Erhaltung der biologischen Vielfalt bemühe, räumte aber ein, dass die Ressourcen nicht ausreichten. „<em>Selbst bei der Personalausstattung haben wir an einigen Stellen Schwierigkeiten. Es gibt nicht genügend Inspektoren und Wildhüter</em>“, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Experten betonen, dass ein Rückgang der biologischen Vielfalt zur Destabilisierung der Biota, zum Verlust der Integrität der Biosphäre und ihrer Fähigkeit, die für das Leben auf der Erde notwendigen Umweltqualitäten zu erhalten, führen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Die natürlichen Ressourcen müssen mit Sorgfalt behandelt werden und sich selbst erneuern können</em>“, erklärt Dmitrij Milko. „<em>Man sollte nicht denken, dass dieses Tier gut ist und jenes nicht, dass dieses Gras nützlich ist und jenes nicht. Alle biologischen Arten sind auf die eine oder andere Weise nützlich, sie sind Produkte der Natur, Millionen von Jahren der Evolution, und je mehr Komponenten ein System hat, desto stabiler ist es.</em>“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Kultur entwickeln</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Milko hält es für wichtig, an der Kultur der Bevölkerung zu arbeiten, angefangen bei der Erziehung der jüngeren Generation, die Beschäftigten im Tourismus über die Bedeutung der Erhaltung der biologischen Vielfalt und des Respekts für die Natur zu informieren und die Strafen für eine Reihe von Umweltvergehen zu verschärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben von Mambetalijew wurden die Strafen für Schäden an wild lebenden Tieren letztes Jahr erhöht. So wird beispielsweise der illegale Abschuss von Schneeleoparden mit einer Geldstrafe von 2 Millionen Kirgisischen Som (22.500 US-Dollar) <a href="https://mnr.gov.kg/ru/posts/news/za-otsrel-sneznogo-barsa-predusmotreno-straf-v-razmere-2-mlnsomov">geahndet</a>, während Braunbär und Maral von der Gattung Edelhirsche mit jeweils 1,5 Millionen Kirgisischen Som (16.000 US-Dollar) bestraft werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Zukunft wird aufmerksamen Bürgern, die Verstöße gegen die Umweltgesetzgebung der Kirgisischen Republik und Wilderei aufgedeckt haben, eine Belohnung <a href="https://cbd.minjust.gov.kg/7-30386/edition/13434/ru">in Höhe von 50 Prozent</a> der eingegangenen Bußgelder für Schäden an wild lebenden Tieren ausgezahlt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Cabar Asia</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">            <strong>Aus dem <a href="https://cabar.asia/ru/v-kyrgyzstane-ischezayut-redkie-zhivotnye-i-rasteniya-iz-za-chelovecheskoj-deyatelnosti">Russischen</a> von Sara Derbishova</strong></p>
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		<title>Kasachstan gibt geschützte Saiga-Antilopen zum Abschuss frei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cduverdier]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jul 2022 07:41:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Artenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Jagd]]></category>
		<category><![CDATA[Saiga]]></category>
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		<category><![CDATA[Wilderei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Population der gesch&#xFC;tzten Saiga-Antilope nimmt in Kasachstan zu und wird somit zu einem Problem f&#xFC;r die Landwirtschaft. Das Ministerium f&#xFC;r &#xD6;kologie, Geologie und nat&#xFC;rliche Ressourcen hat nun beschlossen, 80.000 Saigas zum Abschuss freizugeben. Die Zahl der bedrohten Saiga-Antilopen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Wie das russische Auslandsmedium Sputnik berichtet, gibt es heute [&#x2026;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Population der geschützten Saiga-Antilope nimmt in Kasachstan zu und wird somit zu einem Problem für die Landwirtschaft. Das Ministerium für Ökologie, Geologie und natürliche Ressourcen hat nun beschlossen, 80.000 Saigas zum Abschuss freizugeben.</strong> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl der bedrohten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saiga">Saiga-Antilopen</a> ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Wie das russische Auslandsmedium <a href="https://ru.sputnik.kz/20220615/minekologii-saygak-otstrel-25540169.html">Sputnik</a> berichtet, gibt es heute 1.318.000 Exemplare, während es im Jahr 2016 noch 110.000 waren. Die Art unterliegt in Kasachstan besonderem Schutz und darf bis 2023 <a href="https://ru.sputnik.kz/20220505/za-9-let-obschaya-chislennost-saygakov-v-kazakhstane-vyrosla-bolee-chem-v-6-raz-24650248.html">nicht bejagt werden</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://vlast.kz/novosti/50584-minekologii-kazahstana-prinalo-resenie-ob-otstrele-sajgakov.html">Vlast</a> berichtet, hat das Umweltministerium nun aber entschieden, 10 Prozent der Saiga-Population am <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ural_(Fluss)">Ural</a> zur Jagd freizugeben. Dies entspricht 80.000 Exemplaren. Eine Entscheidung, die Umweltverbände verärgert: Laut <a href="https://rus.azattyq.org/a/31921456.html">Radio Azattyq</a> kritisieren sie, dass die Probleme im Bereich der Landwirtschaft, die zur Rechtfertigung der Bejagung angeführt werden, in Wirklichkeit durch Kasachstans ungeeignetes Landwirtschaftssystem verursacht werden. </p>


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<p class="wp-block-paragraph"> Das kasachstanische Nachrichtenportal <a href="https://www.inform.kz/ru/vozmozhnoe-razreshenie-na-otstrel-saygakov-ne-isklyuchayut-v-minekologii_a3944577">Kazinform</a> berichtet, dass der Minister für Ökologie, Geologie und natürliche Ressourcen, Serikqali Brekeshev, die Saiga-Population regulieren will. <em>„Sie gelangen auf die Felder der landwirtschaftlichen Erzeuger. Es gibt also ein gewisses Problem. Aber darum geht es gar nicht. Unsere Wissenschaftler meinen, dass eine Regulierung der Saiga-Zahlen notwendig ist, um die Population selbst zu erhalten“</em>, sagte der Minister. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon einige Tage zuvor hatte das kasachstanische Onlinemedium <a href="https://zonakz.net/2022/06/08/ministr-ekologii-ob-otstrele-sajgakov-esli-est-neobxodimost-my-budem-eto-delat/">Zona</a> über ähnliche Äußerungen Brekeshevs berichtetet: <em>„Heute hat die Population der Saigas 1,3 Millionen Exemplare überschritten. Laut unseren Wissenschaftlern liegt die optimale Zahl zwischen 700 und 800 000. Wenn unsere Wissenschaftler sagen, dass es notwendig ist, die Anzahl der Saiga zu regulieren, werden wir das tun.“</em></p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Eine umstrittene Lösung</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">Während das Ziel klar ist, bleibt der Weg dahin umstritten. Einige Wissenschaftler:innen halten eine Änderung des landwirtschaftlichen Modells für notwendig. Andere erwägen die Möglichkeit, einen speziellen Jagddienst des Umweltministeriums einzurichten. Etwas früher im Juni war laut dem kasachstanischen Onlinemedium <a href="https://orda.kz/prikaz-ob-otstrele-sajgakov-otozvali/">Orda</a> eine spezielle Saiga-Jagdgenehmigung ausgearbeitet worden, bevor das Projekt zurückgezogen wurde. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://ru.sputnik.kz/20220527/populyatsiya-saygi-v-zko-dostigla-800-tysyach-golov-25115139.html">Sputnik</a> fügt hinzu, dass das Ministerium den Verkauf lebender Saiga auf dem internationalen Markt nicht ausschließt. Die Regierung hätte sich schließlich vorgestellt, spezielle Reservate für das Tier einzurichten. Da die Saigas aber wandern, wäre es schwierig, geeignete Reserven zu bestimmen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-350-bedrohte-saiga-antilopen-durch-blitzschlag-getoetet/"><strong>Kasachstan: 350 bedrohte Saiga-Antilopen durch Blitzschlag getötet </strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kasachstan leben 95 Prozent der weltweiten Saiga-Population. Das Ministerium deutete an, dass Kasachstans Regierung jedoch durchaus bereit sei, <em>„die Tiere zu teilen“</em>, wenn andere Länder auf ihrem Territorium die Art einführen wollen. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Wilderei als Problem</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-saiga-horner-auf-dem-schwarzmarkt-weiter-begehrt/">Saiga-Hörner</a> sind insbesondere in China in der traditionellen Medizin sehr beliebt, wo sie für die Herstellung von Arzneimitteln verwendet werden. Aufgrund der sehr hohen Hörnerpreise auf ausländischen Märkten stellt Wilderei ein Problem dar. In den ersten beiden Juniwochen wurden 18.000 Saiga-Hörner von der Polizei beschlagnahmt, berichtet <a href="https://orda.kz/komu-mogut-razreshit-ohotu-na-sajgakov-v-kazahstane/">Orda</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-saiga-horner-auf-dem-schwarzmarkt-weiter-begehrt/"><strong>Kasachstan: Saiga-Hörner auf dem Schwarzmarkt weiter begehrt</strong></a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Umweltverbände befürchten daher einen Anstieg der Wilderei. Alena Krivosheyeva erklärte gegenüber <a href="https://rus.azattyq.org/a/31921456.html">Radio Azattyq</a>, dass die legale Jagd während der Sowjetzeit schwerwiegende Folgen hatte. Ihr zufolge gab in den 1970er Jahren neben legalen Quoten viele illegale Jagden, sodass sich die Population innerhalb eines Jahres halbierte. Der Umweltminister Serikqali Brekeshev versucht jedoch zu beruhigen. <em>„Wir tun alles Notwendige, um die Legalisierung der Wilderei zu verhindern“</em>, erklärte er. </p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Verzweiflung in der Landwirtschaft</strong></h5>



<p class="wp-block-paragraph">
Seit Mai beschweren sich Landwirt:innen über Saigas, die den Boden zertrampeln und Ernten zerstören. Einer von ihnen erklärte gegenüber <a href="https://rus.azattyq.org/a/kazakhstan-saiga-human-activities/31241023.html">Radio Azattyq</a>: <em>„Eine Saiga wird nicht durch elektrischen Strom gestoppt und eine Herde verschlingt die Ernte im Handumdrehen. Sie haben meine ganze Gerste gefressen, und niemand kann meinen Kredit löschen. Ich werde dieses Jahr wieder säen. Auch wenn ich Tag und Nacht wachen muss, ich muss die Ernte schützen.“</em></p>


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<p class="wp-block-paragraph">

Laut <a href="https://ru.sputnik.kz/20220609/saygaki-ugrozhayut-posevam-akmolinskikh-agrariev-25414919.html">Sputnik</a> stellen einige Landwirt:innen Personal ein, um die Ernte zu bewachen. Dies bedeutet aber zusätzliche Kosten für den Betrieb – ohne Garantie, dass die Ernte nicht dennoch zerstört wird. Das Phänomen ist indes nicht neu. <a href="https://rus.azattyq.org/a/31623976.html">Radio Azattyq</a> sprach bereits 2021 über die Probleme der Landwirtschaft und die Unfähigkeit der Regierung, Lösungen zu finden.
</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Claire du Verdier, Redakteurin für Novastan</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>Aus dem </strong><a href="https://novastan.org/fr/environnement/kazakhstan-lordre-de-chasse-des-saigas-est-donne/"><strong>Französischen</strong></a><strong> von Robin Roth</strong> </p>



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		<title>Begehrt, Gejagt, Geschützt – Das Schicksal der Schneeleoparden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julius Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Sep 2017 14:46:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kirgistan]]></category>
		<category><![CDATA[NABU]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutzorganisation]]></category>
		<category><![CDATA[Schneeleopard]]></category>
		<category><![CDATA[Wilderei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Schneeleopard geh&#xF6;rt zu den am meisten gef&#xE4;hrdeten Arten in Asien. Als Nationaltier Kirgistans genie&#xDF;t der Schneeleopardenschutz in Kirgistan gro&#xDF;e Aufmerksamkeit. Von den Kirgisen&#xA0;respektvoll &#x201E;Geist der Berge&#x201C; genannt, wurde &#xFC;ber die letzten Jahrzehnte der Bestand so dezimiert, dass vielerorts wom&#xF6;glich nicht mal mehr sein Geist geblieben ist.&#xA0; Ursachen f&#xFC;r den R&#xFC;ckgang des Bestandes ist die [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Der Schneeleopard gehört zu den am meisten gefährdeten Arten in Asien. Als Nationaltier Kirgistans genießt der Schneeleopardenschutz in Kirgistan große Aufmerksamkeit. Von den Kirgisen </strong><b>respektvoll &#8222;Geist der Berge&#8220; genannt, wurde über die letzten Jahrzehnte der Bestand so dezimiert, dass vielerorts womöglich nicht mal mehr sein Geist geblieben ist. </b></p>
<p style="text-align: justify">Ursachen für den Rückgang des Bestandes ist die noch immer grassierende Wilderei und der Rückgang des Lebensraums der Schneeleoparden durch die Besiedlung der Bergregionen Kirgistans. Der desolate Zustand des Schneeleopardenbestands rief schon in den frühen 2000ern internationale Naturschutzorganisationen auf den Plan. Ihre Ziele: Aufklärung in den Bevölkerungen der Verbreitungsstaaten, Kampf der Wilderei, dem Handel mit Schneeleoparden und ihrem Pelz, sowie die Regeneration der Population der Tiere.</p>
<p><strong>Lest auch auf Novastan: </strong><a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-saiga-horner-auf-dem-schwarzmarkt-weiter-begehrt/"><strong>Kasachstan: Saiga-Hörner auf dem Schwarzmarkt weiter begehrt</strong></a></p>
<p style="text-align: justify">Ende August richtete <a href="http://forum.globalsnowleopard.org">Bischkek das zweite internationale Schneeleopardenforum</a> aus, auf dem die verschiedenen Naturschutzorganisationen ihre Projekte vorstellten und ihr weiteres Vorgehen besprachen. Wir haben mit Irina Muschik, Schneeleopardenreferentin des NABU gesprochen und die Schneeleoparden-Rehastation besucht, die der <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/schneeleopard/index.html">NABU am Issyk-Kul</a> betreibt.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Begehrt, Gejagt, Geschützt – Das Schicksal der Schneeleoparden" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/gmEVvrJaSko?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p style="text-align: right"><strong>Julius Bauer</strong></p>
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		<title>Kasachstan: Saiga-Hörner auf dem Schwarzmarkt weiter begehrt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2017 13:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Bedrohte Arten]]></category>
		<category><![CDATA[Saiga]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Wilderei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schon 2002 nahm die Internationale Union zum Schutz der Natur (IUCN) die Saiga-Antilope in die Kategorie jener Arten auf, die sich in einem kritischen Zustand befinden. Die gr&#xF6;&#xDF;te Population dieser gef&#xE4;hrdeten Art lebt in Kasachstan, aber in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Saigas aufgrund von infekti&#xF6;sen Krankheiten und illegaler Jagd weiter dezimiert. [&#x2026;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><em>Schon 2002 nahm die Internationale Union zum Schutz der Natur (IUCN) die Saiga-Antilope in die Kategorie jener Arten auf, die sich in einem <a href="http://www.iucnredlist.org/details/19832/0">kritischen Zustand</a> befinden. Die größte Population dieser gefährdeten Art lebt in Kasachstan, aber in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Saigas aufgrund von infektiösen Krankheiten und illegaler Jagd weiter dezimiert. Wir übersetzen folgenden Artikel von <a href="http://livingasia.online/2017/04/11/roga_saigakov/">Living Asia</a> mit der freundlichen Genehmigung der Redaktion.</em></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Aufgrund der starken Nachfrage nach dem Horn der Tiere, ist die Jagd auf diese gefährdete Art ein lukratives Geschäft. Dem Pulver aus zermahlenem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Saiga">Saiga</a>-Horn wird eine besondere Heilkraft zugeschrieben. Das Präparat – so wird es in der nichttraditionellen Medizin angenommen – soll bei Herzinfarkt, Leber- und Magenkrankheiten helfen und sogar dazu beitragen Menschen aus dem Koma zurückzuholen.</p>
<p style="text-align: justify;">Einige Wilderer*innen erschießen Saigas des Fleisches wegen, aber in den meisten Fällen ist das Horn das hauptsächliche Ziel. Auch kommt es vor, dass man bei Büger*innen zu Hause Gegenstände aus Saiga-Horn – etwa Souvenirs – finden kann; war doch bis in die 2000er Jahre hinein die Saiga-Antilope eine zur gewerblichen Jagd freigegebene Art.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ein riskantes Geschäft</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Hauptabnehmer für Saiga-Horn ist China, wo Heilpräparate mit besagtem Pulver verkauft werden.</p>
<p style="text-align: justify;">In Kasachstan läuft das Geschäft mit dem Horn gut. Anzeigen zum Verkauf von Saiga-Horn werden offen in Lokalzeitungen und auf Internetseiten publiziert. Dabei sind die Strafen für den Verkauf von Saiga-Horn empfindlich. Hohe Bußgelder oder bis zu drei Jahre Freiheitsentzug und Konfiszierung des Vermögens können veranschlagt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Geldstrafen belaufen sich auf umgerechnet circa 1500 US-Dollar für ein Männchen, 1100 für ein Weibchen und 550 pro ungeborenes Kalb, wenn das Weibchen schwanger war.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kaufe und verkaufe Saiga-Horn</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Kasachstanische Assoziation zum Schutz der Biologischen Vielfalt (<a href="http://www.acbk.kz/">ASBK</a>) hat über die Dauer von drei Monaten eine Untersuchung durchgeführt, die mit Hilfe verschiedener Quellen die Fakten über den illegalen Handel mit dem Horn ans Licht brachte.</p>
<p style="text-align: justify;">In Kasachstan – so scheint es – existiert ein Schwarzmarkt für den Verkauf von Saiga-Horn. Dabei findet der Handel damit in der Öffentlichkeit statt.</p>
<p style="text-align: justify;">Straßenaushänge mit dem Angebot Saiga-Horn zu kaufen wurden in sieben Gebieten des Landes gesichtet: in den Gebieten Almaty, Akmolinsk, Aktöbe, Westkasachstan, Karaganda, Pawlodar und Mangistau.</p>
<p style="text-align: justify;">Insgesamt wurden 214 Aushänge gesammelt. Die Auswertung ergab die Zahl von 21 Ankäufer*innen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-9424" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-1024x683.jpg" alt="Verkauf Saiga Antilopen Kasachstan" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/1111.jpg 1170w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Auf dem Bild: Verteilung der Verkaufsanzeigen von Saiga Hörnern nach Städten: Aktau, 48%, Karagandy, 20%, Almaty, 12%, Aktjube, 11%, Pawlodar, 4%, Astana, 2%, Jeskasgan, 1%, Balchach, 1% und Uralsk, 1%</em></p>
<p style="text-align: justify;">Im Internet wurden 24 Anzeigen auf 11 Seiten aufgespürt. Sieben dieser Anzeigen boten Horn zum Verkauf, die anderen 17 stammten von potentiellen Käufer*innen. Die Eigentümer*innen der Webseiten wurden informiert, dass derartige Tätigkeiten illegal sind. Die Administrator*innen aller Seiten reagierten sofort und löschten die Anzeigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-9425" src="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-1024x683.jpg" alt="Kauf Saiga Antilopen Hörner Kasachstan" width="1024" height="683" srcset="https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-1024x683.jpg 1024w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-300x200.jpg 300w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-768x512.jpg 768w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222-128x86.jpg 128w, https://novastan.org/de/wp-content/uploads/sites/5/2017/06/2222.jpg 1170w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p style="text-align: justify;"><em>(Auf dem Bild: Anzahl der Hehler*innen von Saigahörnern in Kasachstan nach Städten: Karagandy, 6, Almaty, 4, Aktjube, 3, Astana, 2, Pawlodar, 2, Aktau, 1, Jeskasgan, 1, Balchach, 1 und Uralsk, 1. Insgesamt wurden 21 Hehler*innen ermittelt).</em></p>
<p style="text-align: justify;">Alle gesammelten Daten über den illegalen Handel mit Saiga-Horn wurden der zuständigen Dienstelle der Polizei übergeben. Bis zum heutigen Tag führt das Innenministerium Ermittlungen gegen die Urheber*innen jener Anzeigen durch, die im Rahmen der Kampagne gefunden wurden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kein Geschäft mit den Toten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die ASBK schließt aus, dass auf dem Schwarzmarkt das Horn von Saigas auftauchte, die 2015 (aufgrund einer infektiösen Krankheit, Anm. d. Red.) gestorben sind. Laut den Daten der Organisation starben im Wesentlichen (90 Prozent) Weibchen und Junge, die keine Hörner haben. Außerdem arbeiteten vor Ort staatliche Behörden und die toten Saigas wurden vergraben. Die Polizei vermerkt einen Fall, in dem es gelang Leute festzunehmen, die versuchten toten Saigas das Horn anzusägen. Aber dies ist der einzige bekannte Fall.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lest auch bei Novastan: <a href="https://novastan.org/de/kasachstan/kasachstan-mysterise-tierseuche-bedroht-saiga-antilopen/">Kasachstan &#8211; Mysteriöse Tierseuche bedroht Saiga-Antilopen</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Massensterben 2015 kostete 134.000 Saigas auf dem Territorium dreier Regionen des Landes (Kostanaier, Aktöbinsker und Akmolinsker Gebiet) das Leben.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aidana Toktarkysy<br />
<a href="http://livingasia.online/2017/04/11/roga_saigakov/">LivingAsia</a></strong></p>
<p style="text-align: right;"><strong>Aus dem Russischen von Robin Roth</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-weight: 400;">Noch mehr Zentralasien findet ihr auf unseren Social Media Kanälen, schaut mal vorbei bei </span><a href="https://twitter.com/novastan_de"><span style="font-weight: 400;">Twitter</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.facebook.com/Novastan.org/"><span style="font-weight: 400;">Facebook</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://telegram.me/novastan"><span style="font-weight: 400;">Telegram</span></a><span style="font-weight: 400;">, </span><a href="https://www.linkedin.com/company-beta/5246815/"><span style="font-weight: 400;">Linkedin</span></a><span style="font-weight: 400;"> oder </span><a href="https://www.instagram.com/novastanorg/"><span style="font-weight: 400;">Instagram</span></a><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
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